[0001] Die Erfindung betrifft eine Aufhängevorrichtung für Möbel, insbesondere Schrankmöbel,
mit wenigstens einem Aufhänger, der ein am Möbelteil befestigbares Basisteil und einen
Tragarm aufweist, der in seiner Gebrauchslage in einen Wandhalter eingehängt ist,
wobei Aushängesicherungsmittel vorgesehen sind, die ein Anschlagglied aufweisen, das
in der Gebrauchslage der Traglasche derart zum Wandhalter ausgerichtet ist, dass ein
unbeabsichtigtes Aushängen aus dem Wandhalter verhindert wird, wobei das Anschlagglied
zum beabsichtigten Aushängen in eine Freigabestellung bewegbar ist.
[0002] Eine derartige Aufhängevorrichtung für Möbel ist in der
DE 20 2011 001 589 U1 offenbart. Die dort beschriebene Aufhängevorrichtung verhindert ein unbeabsichtigtes
Aushängen des Möbels aus einem Wandhalter. Insbesondere bei Schrankmöbeln in Form
von Hängeschränken besteht die Gefahr, dass diese unbeabsichtigt ausgehängt werden,
beispielsweise wenn sich eine Person unter dem Hängeschrank befindet und sich aufrichtet,
was dann dazu führen kann, dass die bügelartige Traglasche der Aufhängevorrichtung
aus dem Wandhaken oder der Wandschiene ausfährt. Dabei kann es zu Verletzung der Person
und/oder Beschädigungen am Möbel kommen. Die in der vorerwähnten Druckschrift beschriebene
Aufhängevorrichtung hat dieses Problem dadurch gelöst, dass an der Traglasche Aushängesicherungsmittel
angeordnet sind, die einen quer zur Aushängerichtung verstellbaren Stellbolzen umfassen.
In der Sicherungsstellung untergreift der Stellbolzen einen am Wandhalter ausgebildeten
Ausnehmungsabschnitt mit Gegen-Anschlag, wodurch das unbeabsichtigte Aushängen der
Traglasche aus dem Wandhaken verhindert wird.
[0003] Eine Aufhängevorrichtung dieser Art ist ebenfalls aus der
DE 20 2012 012 377 U1 bekannt, wobei die Aushängesicherungsmittel dieser Aufhängevorrichtung einen an einem
Grundkörper der Traglasche angeordneten Anschlagvorsprung aufweisen, der fest an der
Traglasche angeordnet ist.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Aufhängevorrichtung für Möbel der eingangs erwähnten
Art zu schaffen, die kostengünstig herstellbar ist, bei der zuverlässig wirkende Aushängesicherungsmittel
vorgesehen sind und die einfach handhabbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Aufhängevorrichtung für Möbel mit den Merkmalen des
unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
dargestellt.
[0006] Die erfindungsgemäße Aufhängevorrichtung für Möbel zeichnet sich dadurch aus, dass
das Anschlagglied als relativ zum Tragarm zwischen einer Sicherungsstellung und einer
Freigabestellung um eine Schwenkachse verschwenkbares Schwenkglied ausgebildet ist.
[0007] In der Sicherungsstellung ist das Schwenkglied am Wandhalter gesichert, sodass ein
unbeabsichtigtes Aushängen verhindert wird. Zum beabsichtigten Aushängen lässt sich
das Schwenkglied in einfacher Weise handhaben und in die Freigabestellung verschwenken.
Im Gegensatz zu vorerwähnten Stand der Technik, bei dem zum Beabsichtigten Aushängen
des Möbelteils ein Stellbolzen herausgedreht werden muss, lässt sich die Verschwenkung
des Schwenkglieds schneller und einfacher durchführen.
[0008] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das Schwenkglied an einer Befestigungsschnittstelle
am Tragarm befestigt. Zweckmäßigerweise befindet sich die Schwenkachse in der Nähe
der Befestigungsschnittstelle.
[0009] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist dem Schwenkglied ein Betätigungsglied zur
Einleitung der Schwenkbewegung zwischen der Sicherungsstellung und der Freigabestellung
zugeordnet. Zweckmäßigerweise ist das Betätigungsglied derart angeordnet, dass dessen
Betätigung über den Innenraum eines Schrankmöbels möglich ist. Dadurch ist es nicht
notwendig, dass der Benutzer an die Schnittstelle zwischen Schrankmöbel und Wandteil
greifen muss, sondern das Betätigungsglied bequem über das Schrankfach betätigen kann.
[0010] Bei einer Weiterbildung der Erfindung sind Schwenkglied und Betätigungsglied über
ein Gelenk miteinander gekopppelt. Dadurch wird eine Relativbeweglichkeit zwischen
dem Betätigungsglied und dem Schwenkglied bereitgestellt. Eine Betätigungsbewegung
des Betätigungsglieds wirkt also über das Gelenk auf das Schwenkglied, das um seine
Schwenkachse zwischen der Sicherungsstellung und der Freigabestellung verschwenkt.
[0011] In besonders bevorzugter Weise ist das Gelenk als Festkörpergelenk, insbesondere
Filmscharnier ausgebildet.
[0012] Es ist möglich, dass das Schwenkglied und das Betätigungsglied gemeinsam ein einteiliges
Bauteil bilden. Insbesondere bei Ausgestaltung des Gelenks als Festkörpergelenk ist
eine solche einteilige Bauweise von Schwenkglied und Betätigungsglied in einfacher
Weise herstellbar. Zweckmäßigerweise besteht die Baugruppe aus Schwenkglied und Betätigungsglied
aus Kunststoff und kann beispielsweise durch Kunststoffspritzgießen hergestellt werden.
[0013] Es ist jedoch auch denkbar, dass Schwenkglied und Betätigungsglied zwei voneinander
separate Bauteile sind, die über das Gelenk gelenkig miteinander verbunden sind.
[0014] In besonders bevorzugter Weise ist das Schwenkglied mittels Spannmitteln bei unbetätigtem
Betätigungsglied in der Sicherungsstellung gehalten. Zweckmäßigerweise handelt es
sich bei dem Spannmitteln um Federmittel, wodurch das Schwenkglied mittels Federkraft
der Federmittel in die Sicherungsstellung vorgespannt ist. Die Federmittel können
beispielsweise durch das Gelenk, insbesondere Festkörpergelenk, gebildet sein, in
der Art, dass eine elastische Verformung des Schwenkglieds bei Betätigung des Betätigungsglieds
stattfindet, wobei bei Aufhebung der Betätigungskraft eine elastische Rückstellung
des Schwenkglieds in die Sicherungsstellung stattfindet. Die federnde Eigenschaft
des Schwenkglieds ist von Vorteil, um den Aufhänger mit einer senkrechten Bewegung
des Möbelteils, insbesondere Schrankmöbels, entlang der Wand in den Wandhalter einzuhängen,
ohne dass das Schwenkglied dies behindert.
[0015] Bei einer Weiterbildung der Erfindung ist das Schwenkglied als einarmiger Hebel ausgebildet,
mit einem sich zwischen der Schwenkachse und einem Anschlagvorsprung erstreckenden
zwischen der Sicherungsstellung und der Freigabestellung verschwenkbaren Hebelarm.
[0016] Zweckmäßigerweise ist der Anschlagvorsprung hakenartig ausgebildet.
[0017] In besonders bevorzugter Weise ist der Abstand des Gelenks vom Anschlagvorsprung
größer als der Abstand des Gelenks von der Schwenkachse. Dadurch reicht bereits ein
kurzer Betätigungsweg des Betätigungsglieds aus, um einen relativ großen Schwenkweg
des Schwenkglieds zu bewirken, sodass gewährleistet ist, dass das Schwenkglied vollständig
aus der Sicherungsstellung herausschwenkt.
[0018] Bei einer Weiterbildung der Erfindung weist der Aufhänger eine Verstelleinrichtung
auf, mit der eine Relativverstellung von Tragarm und Basisteil zueinander zumindest
in einer Raumrichtung möglich ist. Zweckmäßigerweise ist mittels der Verstelleinrichtung
eine Höhen- und/oder Tiefenverstellung des Möbelteils bezüglich des Wandhalters möglich.
[0019] In besonders bevorzugter Weise weist das Betätigungsglied eine Anschlagkontur auf,
die bei der Relativverstellung von Tragarm und Basisteil zueinander zunächst mit dem
Tragarm mitbewegbar ist und nach einem bestimmten Stellweg an das Basisteil anschlägt,
derart, dass eine die Schwenkbewegung einleitende Relativbewegung zwischen dem Tragarm
und dem Betätigungsglied auslösbar ist.
[0020] Besonders bevorzugt ist das Betätigungsglied hebelartig ausgebildet und erstreckt
sich in Tiefenrichtung bezüglich des Basisteils des Aufhängers.
[0021] In besonders bevorzugter Weise ist die Anschlagkontur am freien Ende des Betätigungsglieds
angeordnet, insbesondere einstückig angeformt und steht in Tiefenrichtung über das
Basisteil hinaus, derart, dass die Anschlagkontur in der Sicherungsstellung des Schwenkglieds
mit Abstand in Richtung weg vom Schwenkglied hinter dem Basisteil angeordnet ist.
[0022] Die Erfindung umfasst ferner ein Möbel, insbesondere Schrankmöbel, das sich durch
eine Aufhängevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14 auszeichnet.
[0023] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und
werden im Folgenden näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht auf ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung
mit dem Schwenkglied in der Sicherungsstellung,
- Figur 2
- die Aufhängevorrichtung von Figur 1 mit dem Schwenkglied in der Freigabestellung,
- Figur 3
- eine perspektivische Darstellung des ersten Ausführungsbeispiels der Aufhängevorrichtung,
- Figur 4
- eine perspektivische Darstellung der Aufhängevorrichtung von Figur 3 von schräg unten,
- Figur 5
- eine perspektivische Darstellung der Baugruppe aus Tragarm, Schwenkglied und Betätigungsglied,
- Figur 6
- eine perspektivische Darstellung der Baugruppe von Figur 5 von schräg unten,
- Figur 7
- eine perspektivische Darstellung der Baugruppe aus Figur 5 von einer gegenüber Figur
5 anderen Seite,
- Figur 8
- eine Explosionsdarstellung des ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung
und
- Figur 9
- eine perspektivische Darstellung auf ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Aufhängevorrichtung.
[0024] Die Figuren 1 bis 8 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung
11 für Möbel. Die Aufhängevorrichtung 11 eignet sich insbesondere zum Aufhängen eines
Schrankmöbels, beispielsweise in Form eines Oberschranks. In diesem Fall könnte die
Aufhängevorrichtung 11 auch als Schrankaufhänger bezeichnet werden. Im Folgenden soll
die Funktion der Aufhängevorrichtung 11 als Schrankaufhänger beispielhaft beim Einsatz
zum Aufhängen eines Schrankmöbels erläutert werden, wenngleich das Einsatzgebiet nicht
auf Schrankmöbel beschränkt ist.
[0025] Die Aufhängevorrichtung 11 weist einen Aufhänger 12 auf, der ein am Möbelteil befestigbares
Basisteil 13 und einen Tragarm 14 umfasst. Wie insbesondere in Figur 8 dargestellt,
ist das Basisteil 13 gemäß den beschriebenen Ausführungsbeispielen als Gehäuse ausgebildet.
Im Beispielsfall ist ein einteiliges Gehäuse vorgesehen, das einen kassettenförmigen
Gehäuse-Grundkörper 15 besitzt, der wiederum eine relativ großflächige Basiswand 16
umfasst, von der jeweils rechtwinklig drei Seitenwände abstehen. Dadurch wird eine
Art auf der Seite stehende Schachtel gebildet. Von den Seitenwänden ist eine als Vorderwand
17, eine als Bodenwand 18 und eine als Deckenwand 19 ausgebildet. An der der Basiswand
16 abgewandten Vorderkante der Bodenwand 18 ist eine Befestigungslasche 20 angeformt,
die wiederum Befestigungslöcher 21, beispielsweise zwei an der Zahl, aufweist, wodurch
mit Hilfe geeigneter Befestigungsmittel, beispielsweise Befestigungsschrauben, eine
Befestigung des Gehäuse-Grundkörpers 15 an der zugeordneten Seitenwand des Schrankmöbels
möglich ist.
[0026] Wie insbesondere in Figur 8 gezeigt, gibt es zur Vorderwand 17 kein Gegenstück, d.h.
es sind nur drei Seitenwände vorgesehen, sodass der Gehäuse-Grundkörper 15 an einer
Stirnseite offen ist.
[0027] Basiswand 16, Vorderwand 17, Bodenwand 18 und Deckenwand 19 definieren gemeinsam
einen Innenraum 22 des Gehäuse-Grundkörpers 15, der vom Tragarm 14 durchsetzt ist.
Wie weiter insbesondere in Figur 8 gezeigt, ist an der Vorderwand 17 an einer zur
der Basiswand 16 abgewandten Vorderkante ein zur Vorderkante hin offener Schlitz 23
ausgebildet. Ferner sind an der Deckenwand 19 und an der dieser gegenüberliegenden
Bodenwand 18 zwei zueinander fluchtende Schlitze 24, 25 ausgebildet. Die Schlitze
23 bis 25 dienen zur Durchführung von nachfolgend noch näher beschriebenen Komponenten
einer Verstelleinrichtung 26.
[0028] Mittels der Verstelleinrichtung 26 lässt sich das Basisteil 13 des Aufhängers 12
relativ zum Tragarm 14 zumindest in einer Raumrichtung zur Einstellung einer gewünschten
Raumlage des Möbels bezüglich eines Wandhalters 27 verstellen, falls der Tragarm 14
in den Wandhalter 27 eingehängt ist.
[0029] Der in den Figuren 1 und 2 dargestellte Wandhalter 27 ist beispielhaft in Form einer
Wandschiene dargestellt. Zweckmäßigerweise besteht die Wandschiene aus Baustahl. Die
Wandschiene weist einen Basisabschnitt 28 auf, der über mehrere Montagelöcher verfügt,
über die sie an einer Gebäudewand 29 mittels Befestigungsmitteln, beispielsweise Befestigungsschrauben
30, befestigt werden kann. Die Wandschiene verfügt ferner über einen Einhängeabschnitt
31, der einstückig mit dem Basisabschnitt 28 verbunden ist und im montierten Zustand
der Wandschiene vom Basisabschnitt 28 nach vorne weg ragt. Somit ist im montierten
Zustand der Wandschiene zwischen der Gebäudewand 29 und dem Einhängeabschnitt 31 ein
Zwischenraum ausgebildet, in dem ein Einhängebügel 32 des Tragarms 14 aufgenommen
ist, der gleichzeitig den Einhängeabschnitt 31 der Wandschiene hintergreift.
[0030] Wie insbesondere in den Figuren 3 und 4 gezeigt, besitzt der Tragarm 14 zusätzlich
zum Einhängebügel 32, der aus der offenen Seite des Gehäuse-Grundkörpers 15 hervorsteht
und durch eine Ausnehmung in der Rückwand des Schrankmöbels hindurchragt, noch einen
Basisabschnitt 33, an dem die Komponenten der Verstelleinrichtung 26 angreifen.
[0031] Im gezeigten Beispielsfall dient die Verstelleinrichtung 26 zur Höhen- und Tiefenverstellung
des Schrankmöbels.
[0032] Wie insbesondere in Figur 8 gezeigt, umfasst die Verstelleinrichtung 26 ein erstes
Verstellelement 34, das beispielhaft in Form einer Verstellschraube gezeigt ist. Das
erste Verstellelement 34, das auch als Tiefen-Verstellelement bezeichnet werden könnte,
dient zur Tiefenverstellung des Schrankmöbels, also des Oberschranks bezüglich des
Wandhalters 27 und somit der Gebäudewand.
[0033] Wie insbesondere in Figur 8 dargestellt, besitzt das erste Verstellelement 34 in
Form der Verstellschraube einen Schraubenschaft, der durch den Schlitz 23 in der Vorderwand
17 des Gehäuse-Grundkörpers 15 in den Innenraum 22 des Grundkörpers 15 hineinragt
und mit einer an einer stirnseitigen Rückseite des Basisabschnitts 33 des Tragarms
14 ausgebildeten mit einem Gewinde versehenen Aufnahmeöffnung 36 verschraubt ist.
[0034] Wie insbesondere in Figur 3 gezeigt, ist die Verstellschraube mittels Sicherungsmitteln,
beispielsweise Sicherungsringen, an der Vorderwand 17 derart gesichert, dass eine
Relativbewegung der Verstellschraube mit dem Gehäuse-Grundkörpers 15 unterbunden ist,
während das Verschrauben der Verstellschraube mit dem Tragarm 14 zu einer Relativbewegung
zwischen dem Basisteil, also dem Gehäuse-Grundkörper 15 und dem Tragarm 14 in Tiefenrichtung
führt. Da der Tragarm 14 mittels des Einhängbügels 32 in die Wandschiene eingehängt
ist, bewegt sich das am Schrankmöbel befestigte Basisteil und somit das Schrankmöbel
relativ zum Tragarm 14 und wird wahlweise zur Wandschiene hin oder von der Wandschiene
weg bewegt.
[0035] Es ist ferner ein zweites Verstellelement 35 vorgesehen, das zur Höhenverstellung
des Schrankmöbels bezüglich der Wandschiene und daher der Gebäudewand 29 dient. Das
zweite Verstellelement 35 könnte daher auch als Höhen-Verstellelement bezeichnet werden.
[0036] Wie insbesondere in den Figuren 4 und 8 gezeigt, ist das Höhen-Verstellelement bzw.
zweite Verstellelement 35 ebenfalls beispielshaft in Form einer Verstellschraube gezeigt,
die durch den Schlitz 25 an der Bodenwand 18 in den Innenraum 22 des Gehäuse-Grundkörpers
15 hineinragt, eine in Höhenrichtung im Basisabschnitt 28 des Tragarms 14 ausgerichtete
Gewindeöffnung durchsetzt und mit dieser verschraubt ist und am anderen Ende des Basisabschnitts
28 aus diesem herausragt und im Bereich des Schlitzes 24 an der Deckenwand 19 endet.
Durch die langlochartigen Schlitze 24, 25 an der Deckenwand 19 und der Bodenwand 18
wird verhindert, dass das Höhen-Verstellelement bzw. die Verstellschraube bei einer
Tiefenverstellung die Bewegung in Tiefenrichtung blockiert.
[0037] Wie insbesondere in den Figuren 4 und 8 gezeigt, besitzen die Verstellschrauben neben
dem jeweiligen Schraubenschaft noch einen Schraubenkopf, der mit einer Eingriffsstruktur
zum Eingreifen eines Eingriffswerkzeugs, beispielsweise Schraubendrehers, ausgebildet
ist, womit die Verstellbewegung auf die Verstellschrauben eingeleitet werden kann.
[0038] Wie bei der Tiefen-Verstellschraube ist auch die Höhen-Verstellschraube über Sicherungsmittel
am Gehäuse-Grundkörper 15 derart gesichert, dass eine Verstellbewegung zu einer Relativbewegung
zwischen dem Tragarm 14 und dem Gehäuse-Grundkörper 15 führt. Da der Tragarm 14 im
Wandhalter eingehängt ist, führt eine Höhenverstellung zu einer Relativbewegung des
Gehäuse-Grundkörpers 15 relativ zum Tragarm 14 und damit zu einer Relativbewegung
des Schrankmöbels bezüglich des Wandhalters 27.
[0039] Als wesentliches Element der Aufhängevorrichtung 11 sind Aushängesicherungsmittel
vorgesehen, die ein Anschlagglied aufweisen, das in der Gebrauchslage des Tragarms
14 derart zum Wandhalter 27, also der Wandschiene, ausgerichtet ist, dass ein unbeabsichtigtes
Aushängen aus dem Wandhalter 27 verhindert wird, wobei das Anschlagglied zum beabsichtigten
Aushängen in eine Freigabestellung 37 bewegbar ist.
[0040] Das Anschlagglied ist als relativ zum Tragarm 14 zwischen einer Sicherungsstellung
38 und der Freigabestellung 37 um eine Schwenkachse 39 verschwenkbares Schwenkglied
40 ausgebildet.
[0041] Wie insbesondere in Figur 8 dargestellt, ist das Schwenkglied 40 als einarmiger Hebel
ausgebildet, der einen insbesondere bogenförmig gekrümmten Befestigungsabschnitt 41
aufweist, der dem Tragarm 14 zugeordnet ist. Am Befestigungsabschnitt 41 befindet
sich insbesondere mittig angeordnet, an einem im Wesentlichen in der Montagestellung
parallel zur Unterseite des Basisabschnitts 28 des Tragarms 14 angeordneten leistenförmigen
Endbereich 42 ein Befestigungsloch 43, das mit einem am Basisabschnitt 28 ausgebildeten
Montageloch 44 in fluchtende Ausrichtung gebracht wird, damit ein Befestigungselement,
beispielsweise Befestigungsschraube, zur Befestigung des Schwenkglieds 40 durch Befestigungsloch
43 und Montageloch 44 hindurchgeführt werden kann. Das Schwenkglied 40 ist daher an
dieser Befestigungsschnittstelle 45 mit dem Tragarm 14 verbunden. An dem mit dem Befestigungsabschnitt
41 ausgestatteten Ende des Schwenkglieds 40 entgegengesetzten freien Ende befindet
sich ein hakenartiger Anschlagvorsprung 46, der in der Sicherungsstellung 38 des Schwenkglieds
40 unter den Basisabschnitt 28 der Wandschiene eingehakt ist. Die Schwenkachse 39
des Schwenkglieds 40 befindet sich im Bereich der bogenförmigen Krümmung des Befestigungsabschnitts
41.
[0042] Ein wesentliches Element der Aushängesicherungsmittel ist neben dem Schwenkglied
40 ein Betätigungsglied zur Einleitung der Schwenkbewegung zwischen der Sicherungsstellung
38 und der Freigabestellung 37.
[0043] Wie insbesondere in Figur 8 gezeigt, ist das Betätigungsglied 47 hebelartig ausgestaltet
und mit dem Schwenkglied 40 über ein Gelenk 48 gelenkig verbunden. Das Schwenkglied
40 kann also gegenüber dem Betätigungsglied 47 verschwenken.
[0044] Im gezeigten Beispielsfall sind Schwenkglied 40 und Betätigungsglied 47 als einteiliges
Bauteil ausgebildet. Die Baugruppe aus Schwenkglied 40 und Betätigungsglied 47 kann
beispielsweise aus Kunststoff bestehen, wodurch sich eine kostengünstige Herstellung
mittels Kunststoffspritzgießen durchführen lässt. In diesem Fall ist das Gelenk 48
zwischen dem Schwenkglied 40 und dem Betätigungsglied 47 als Festkörpergelenk, insbesondere
Filmscharnier ausgebildet.
[0045] Wie insbesondere in den Figuren 4 und 8 gezeigt, ist der Abstand des Gelenks 48 vom
Anschlagvorsprung 46 größer als der Abstand des Gelenks 48 von der Schwenkachse 39.
[0046] Wie insbesondere in Figur 8 dargestellt, ist das Betätigungsglied 47 als langer Hebel
ausgebildet, mit einem Lagerabschnitt 49, der über das Gelenk 48 mit dem Schwenkglied
40 gelenkig verbunden ist, und mit einem Basisabschnitt 50, dessen Querschnitt kleiner
ist als derjenige des Lagerabschnitts 49, womit die Höhen-Verstellschraube seitlich
an dem Basisabschnitt 50 vorbeigeführt ist.
[0047] Wie insbesondere in Figur 4 gezeigt, verläuft der längliche Basisabschnitt 50 im
Wesentlichen parallel zum Basisabschnitt 33 des Tragarms 14, steht jedoch über das
Ende des Basisabschnitts 33 des Tragarms 14 hinaus und steht auch, wie insbesondere
in Figur 3 gezeigt, über einen weiteren Schlitz 51 von der Vorderwand 17 nach vorne
vor. Der Basisabschnitt 50 des Betätigungsglieds 47 ragt also vom Innenraum 22 über
den Schlitz 51 aus dem Gehäuse-Grundkörper 15 hervor. Am freien Ende des Basisabschnitts
50 des Betätigungsglieds 47 befindet sich eine Anschlagkontur 52, die beispielhaft
in Form einer scheibenartigen Verdickung des Basisabschnitts 50 des Betätigungsglieds
47 gezeigt ist. Wesentlich ist, dass die Querschnittsabmessung der Anschlagkontur
52 größer ist als der Schlitz 51, womit die Anschlagkontur 52 bei der nachfolgend
noch beschriebenen Verstellbewegung auf jeden Fall außerhalb des Gehäuse-Grundkörpers
15 bleibt.
[0048] Ein wesentlicher Aspekt ist, dass das Schwenkglied 40 über Spannmittel in Form von
Federmitteln federnd in der Sicherungsstellung 38 gehalten ist. Die Federmittel werden
durch das Gelenk 48 gebildet. Das heißt, ein Verschwenken des Schwenkglieds 40 von
der Sicherungsstellung 38 in die Freigabestellung 37 führt bei Wegnahme der Betätigungskraft
zu einer elastischen Rückstellung des Schwenkglieds 40 in die Sicherungsstellung 38.
[0049] Befindet sich, wie in Figur 1 dargestellt, der Einhängebügel 32 des Tragarms 14 im
an der Wandschiene eingehängten Zustand, ist also der Schrankmöbel aufgehängt und
befindet sich das Schwenkglied 40 in der in Figur 1 gezeigten Sicherungsstellung 38,
und soll das Schrankmöbel beabsichtigt ausgehängt werden, so wird folgendermaßen vorgegangen:
[0050] Es wird insbesondere mittels eines Eingriffswerkzeugs eine Verstellbewegung zur Tiefenverstellung
auf die Tiefen-Verstellschraube, also das erste Verstellelement 34 eingeleitet. Bei
der Tiefenverstellung bewegt sich der Gehäuse-Grundkörper 15 und somit das Schrankmöbel
relativ zum Tragarm 14. Um das Schwenkglied 40 in die Freigabestellung 37 zu verschwenken,
wird also eine Tiefenverstellung weg vom Wandhalter 27 und von der Gebäudewand 29
vorgenommen, wodurch sich der Gehäuse-Grundkörper 15 relativ zum Tragarm 14 und zu
dem mit dem Tragarm 14 verbundenen Betätigungsglied 47 bewegt. Nach einem bestimmten
Verstellweg, der durch den Abstand der Anschlagkontur 52 zur Vorderwand 17 des Gehäuse-Grundkörpers
15 vorgegeben ist, schlägt der Gehäuse-Grundkörper 15 an die Anschlagkontur 52 an.
Bei einer weiteren Tiefenverstellung nimmt die Bewegung des Gehäuse-Grundkörpers 15
das Betätigungsglied 47 mit, das sich wiederum dann relativ zum Tragarm 14 bewegt.
Dabei wird das Betätigungsglied 47 und das daran angelenkte Schwenkglied 40 gegenüber
dem Tragarm 14 mit der Wegbewegung des Gehäuse-Grundkörpers 15 weggezogen, wodurch
das Schwenkglied 40 um die Schwenkachse 39 in die Freigabestellung 37 verschwenkt.
Da das Betätigungsglied 47 nahe der Schwenkachse 39 gelenkig am Schwenkglied 40 gelagert
ist, reicht eine relativ geringe Verstellbewegung aus, um durch den großen Hebelarm
ein relativ großen Schwenkwinkel und damit ein vollständiges Herausschwenken des Schwenkglieds
40 von der Sicherungsstellung 38 in die Freigabestellung 37 zu bewirken.
[0051] Die Figur 9 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung
11. Das zweite Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von dem zuvor beschriebenen
ersten Ausführungsbeispiel durch die andersartige Ausgestaltung der Aushängesicherungsmittel,
insbesondere des Schwenkglieds 40 und des Betätigungsglieds 47. Im Gegensatz zum zuvor
beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel ist das Schwenkglied 40 als Metallstreifen
ausgebildet, wobei das Betätigungsglied 47 ebenfalls als gelenkig mit dem Schwenkglied
40 verbundener Metallstreifen ausgestaltet ist. Im streifenartigen Betätigungsglied
47 befindet sich ein Langloch 55 zur Durchführung der Höhen-Verstellschraube. Die
Funktionsweise bei der Verschwenkung des Schwenkglieds 40 zwischen der Sicherungsstellung
38 und der Freigabestellung 37 ist ähnlich wie beim zuvor beschriebenen ersten Ausführungsbeispiel,
d.h. ab einem bestimmten Verstellweg der Tiefenverstellung kommt es zu einer Relativbewegung
zwischen dem Betätigungsglied 47 und dem Tragarm 14, was zu einem Ausschwenken des
Schwenkglieds 40 in die Freigabestellung 37 führt.
1. Aufhängevorrichtung für Möbel, insbesondere Schrankmöbel, mit wenigstens einem Aufhänger
(12), der ein am Möbelteil befestigbares Basisteil (13) und einen Tragarm (14) aufweist,
der in seiner Gebrauchslage in einen Wandhalter (27) eingehängt ist, wobei Aushängesicherungsmittel
vorgesehen sind, die ein Anschlagglied aufweisen, das in der Gebrauchslage des Tragarms
(14) derart zum Wandhalter (27)ausgerichtet ist, dass ein unbeabsichtigtes Aushängen
aus dem Wandhalter (27) verhindert wird, wobei das Anschlagglied zum beabsichtigten
Aushängen in eine Freigabestellung (37) bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Anschlagglied als relativ zum Tragarm (14) zwischen einer Sicherungsstellung
(38) und der Freigabestellung (37) um eine Schwenkachse (39) verschwenkbares Schwenkglied
(40) ausgebildet ist.
2. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkglied (40) an einer Befestigungsschnittstelle (45) am Tragarm (14) befestigt
ist.
3. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Schwenkachse (39) in der Nähe der Befestigungsschnittstelle (45) befindet.
4. Aufhängevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Schwenkglied (40) ein Betätigungsglied (47) zur Einleitung der Schwenkbewegung
zwischen der Sicherungsstellung (38) und der Freigabestellung (37) zugeordnet ist.
5. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass Schwenkglied (40) und Betätigungsglied (47) über ein Gelenk (48) miteinander gekoppelt
sind.
6. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gelenk (48) als Festkörpergelenk, insbesondere Filmscharnier ausgebildet ist.
7. Aufhängevorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkglied (40) mittels Spannmitteln bei unbetätigtem Betätigungsglied (47)
in der Sicherungsstellung (38) gehalten ist.
8. Aufhängevorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Schwenkglied (40) und Betätigungsglied (47) gemeinsam ein einteiliges Bauteil bilden.
9. Aufhängevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schwenkglied (40) als einarmiger Hebel ausgebildet ist, mit einem sich zwischen
der Schwenkachse (39) und einem Anschlagvorsprung (46) erstreckenden zwischen der
Sicherungsstellung (38) und der Freigabestellung (37) verschwenkbaren Hebelarm, wobei
vorzugsweise der Anschlagvorsprung (46) hakenförmig ausgebildet ist.
10. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstand des Gelenks (48) vom Anschlagvorsprung (46) größer ist als der Abstand
des Gelenks (48) von der Schwenkachse (39).
11. Aufhängevorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufhänger (12) eine Verstelleinrichtung (26) aufweist, mit der eine Relativverstellung
von Tragarm (14) und Basisteil (13) zueinander zumindest in einer Raumrichtung möglich
ist.
12. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsglied (47) eine Anschlagkontur (52) aufweist, die bei der Relativverstellung
von Tragarm (14) und Basisteil (13) zueinander zunächst mit dem Tragarm (14) mitbewegbar
ist und nach einem bestimmten Stellweg an das Basisteil (13) anschlägt, derart, dass
eine die Schwenkbewegung einleitende Relativbewegung zwischen dem Tragarm (14) und
dem Betätigungsglied (47) auslösbar ist.
13. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Betätigungsglied (47) hebelartig ausgebildet ist und sich in einer Tiefenrichtung
bezüglich des Basisteils (13) erstreckt.
14. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Anschlagkontur (52) am freien Ende des Betätigungsglieds (47) angeordnet, insbesondere
einstückig angeformt ist und in Tiefenrichtung über das Basisteil (13) hinaussteht,
derart, dass die Anschlagkontur (52) in der Sicherungsstellung (38) des Schwenkglieds
(40) mit Abstand in Richtung weg vom Schwenkglied (40) hinter dem Basisteil (13) angeordnet
ist.
15. Möbel, insbesondere Schrankmöbel, gekennzeichnet durch eine Aufhängevorrichtung (11) nach einem der Ansprüche 1 bis 14.