Technischer Hintergrund
[0001] Die Erfindung betrifft ein sensomotorisches Trainings- und Therapiegerät, mit einem
ortsfesten Gestell, an dem ein längs einer ersten Kippachse kippbarer Wipprahmen,
mindestens eine von einem Benutzer per Fuß bewegbare schwingbare Standfläche sowie
vom Benutzer per Hand greifbare Halte- oder Bewegungsmittel montiert sind.
[0002] Derartige Trainings- und Therapiegerätedienen zur Förderung der Sensomotorik, der
Reflexsteuerung und damit der Balancefähigkeit und der menschlichen Bewegungskoordination.
Sie werden insbesondere zur Vorbeugung von Verletzungen sowie zu Rehabilitationszwecken
eingesetzt. Sie werden auch zur Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit, und
dabei auch sportartspezifisch im Leistungssport genutzt, sofern es gelingt, das in
der Zielsportart wie beispielsweise beim Golfen, Skifahren, Snowboarden, Tennis, Wellenreiten
oder Windsurfen spezifisch vorherrschende Bewegungsgefühl zu vermitteln und zu trainieren.
Stand der Technik
[0003] Es hat sich gezeigt, dass eine Vielzahl körperlicher Unzulänglichkeiten und Beschwerden
durch Übungen auf einer beweglich gelagerten Plattform therapiert werden können. Aus
der
DE 297 13 930 U1 ist ein einfaches Trainingsgerät bekannt, bei dem eine Plattformmittels Ketten in
einer Ebene schwingungsfähig an einem bügelförmigen Tragegestell aufgehängt ist. Bei
diesem Trainingsgerät ist die Plattform auf eine Schwingung in einer horizontalen
Ebene beschränkt.
[0004] Aus der
DE 299 22 140 U1 ist ein Trainingsgerät mit einer in drei Raumrichtungen beweglichen Standplatte bekannt,
an deren Unterseite mehrere Stützfedern verteilt, sind, die eine Federrichtung senkrecht
zur Standplatte und eine dazu quer verlaufende Federrichtung haben.
[0005] Die
DE 10 2012 110 968 A1 beschreibt ein Rahmengerüst mit Seil-Aufhängung für eine in horizontaler Richtung
bewegbare Plattform. Die seitliche Auslenkung der Plattform geschieht durch die trainierende
Person selbst und sie wird mittels einer Dämpfungseinheit begrenzt.
[0006] Aus der
DE 10 2009 035 809 A1 ist eine in vertikaler Richtung schwingende, ebenfalls von der trainierenden Person
anzutreibende Trainingsplattform bekannt. Bei einer Ausführungsform sind eine Wippbewegung
in vertikaler Richtung mittels Blattfedern und eine horizontale Bewegung mittels Rollen
möglich.
[0007] Die Trainingsgeräteerlauben nur wenige Trainingsvarianten, so dass das Interesse
an der Nutzung schnell nachlässt. Es sind auch Trainingsgeräte bekannt, die mit stochastisch
randomisierten Schwingungen arbeiten, die mittels Elektromotor erzeugt werden. Der
Benutzer kann darauf stehen, sitzen, knien, in Bauchlage und in Rückenlage liegen
sowie diverse Bewegungen mehr oder weniger komplexer Natur ausführen.
[0008] So beschreibt beispielsweise die
EP 1 533 005 B1 eine Trainingsplattform, die um eine vertikale Rotationsachse drehbar ist. Auf Wunsch
kann auf der Plattform eine weitere Plattform montiert sein, die eine Kippbewegung
zulässt. Diese Geräte sind aber konstruktiv aufwändig und bergen ein größeres Verletzungsrisiko.
[0009] Ein Sport- und Physiogerätgemäß der eingangs genannten Gattung ist in jüngster Zeit
ist unter der Bezeichnung "Sensopro-Trainer" ® (eingetragene Marke der Sport-Point
GmbH) bekannt geworden. Grundlage dieses Geräts bilden zwei parallel zueinander verlaufende,
flexible Gurtbänder, die jeweils für einen Fuß des Benutzers eine relativ frei schwingende,
elastisch verformbare Standfläche bilden. Die Gurtbänder überspannen einen Wipprahmen,
der an einem ortsfesten Grundgerüst kippbar und fixierbar gelagert ist. Von der Oberseite
des Grundgerüsts ragen Gummibänder in den Griffbereich der Person, die beispielsweise
mit den Händen hinter die Schultern oder zu den Hüften zu ziehen sind. Dadurch wird
das lokale und intramuskuläre Zusammenspiel der Muskulatur trainiert und die Konzentration
und Bewegungswahrnehmung wird gefördert.
Technische Aufgabenstellung
[0010] Allerdings sind die Standflächen lediglich etwa handbreit, was manche Benutzer verunsichert,
zumal sie in einer merklichen Höhe über dem Boden verlaufen, der seitlich von und
zwischen den Gurtbändern auch sichtbar ist. Es besteht außerdem die Gefahr, dass ein
Fuß von dem elastisch verformbaren Gurtband abrutscht, insbesondere wenn es stark
gebogen ist, wie etwa bei hoher Krafteinwirkung durch einen schwergewichtigen Benutzer.
Die Gurtbänder verschleißen im Einsatz, so dass zur Gewährleistung einer gleichbleibenden
Elastizität ein regelmäßiger Austausch erforderlich ist.
[0011] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein sensomotorisches Trainings- und
Therapiegerät mit einer schwingbaren Standfläche zur Verfügung zu stellen, die durch
komplexe Beweglichkeit mit mehreren Freiheitsgraden hohe sensomotorische Anforderungen
an die menschliche Bewegungskoordination stellt, dabei jedoch die oben erwähnten Nachteile
vermeidet. Das Gerät also insbesondere verschleißarm ist, auch von älteren und übervorsichtigen
Benutzern ohne größere Ängste und Vorbehalte angenommen wird, und das auch bei schwergewichtigen
Personen bis etwa 180 kg Körpergewicht ohne Bedenken einsetzbar ist.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
[0012] Diese Aufgabe wird ausgehend von einem sensomotorischen Trainings- und Therapiegerät
der eingangs genannten Gattung erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Standfläche
als biegesteife und am Wipprahmen schwingbar gelagerte Standplatte ausgeführt ist.
[0013] Beim erfindungsgemäßen Trainings- und Therapiegerät wird die Standfläche von einer
biegesteifen Standplatte gebildet, auf der der Benutzer mit beiden Füßen steht. Bereits
daraus ergibt sich eine vergleichsweise größere Standsicherheit, was beispielsweise
älteren und unsicheren Benutzern entgegenkommt. Dazu trägt bei, dass die Standplatte
in der Regel undurchsichtig ist und der Boden oder darunter verlaufende Geräte-Bauteile
nicht sichtbar sind.
[0014] Die Standplatte wird vorzugsweise am Wipprahmen hängend gehalten. Bei hängender Halterung
hat der Wipprahmen einen geschlossen umlaufenden oder unterbrochenen Rand, der einen
Ausschnitt mit Innenabmessungen definiert, die etwas größer als die Außenabmessungen
der Standplatte sind. Die Ausschnitt-Geometrie ist gegebenenfalls an die Geometrie
der Standplatte angepasst, die beispielsweise polygonal, rund oder oval sein kann.
Die folgenden Erläuterungen beziehen sich auf eine Rechteck-Geometrie, was auch die
bevorzugte Ausführungsform ist, ohne dass dadurch andere Geometrien ausgeschlossen
sein sollen.
[0015] Für die schwingfähige Lagerung der Standplatte kommen elastisch verformbare Verbindungselemente
zwischen Wipprahmen und Standplatte in Betracht, wie beispielsweise Verbindungselemente
aus Gummi oder aus Federelementen. Bevorzugt werden ein oder mehrere Federelemente
eingesetzt. Besonders bevorzugt werden für die schwingungsfähige Lagerung der Standplatte
Zugfedern eingesetzt, die am Rand oder seitlich an der Standplatte und am Wipprahmen
angreifen.
[0016] Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist die Standplatte daher an sich gegenüberliegenden
Längsseiten des Wipprahmens mittels Federelementen schwingbar gelagert. Die sich gegenüberliegenden
Längsseiten des Wipprahmens verlaufen dabei bevorzugt quer, im Idealfall senkrecht
zur Kippachse.
[0017] Infolge der elastischen beziehungsweise federnden Lagerung kann die Standplatte in
horizontaler und vertikaler Richtung reversierend schwingen, sie ist ohne feste Drehachse
um die Horizontale verkippbar und in gewissem Umfang auch um eine nicht festgelegte
vertikale Drehachse verdrehbar, was hier um im Folgenden insgesamt als "schwingbar"
bezeichnet wird. Das Bewegungsprofil des Geräts ergibt sich insoweit durch Überlagerung
der Schwingungen der Standplatte und den Kippbewegungen des Wipprahmens.
[0018] Vorzugsweise sind die Federelemente in unterschiedlicher Anzahl, an verschiedenen
Positionen und mit mehreren Federkonstanten einsetzbar, so dass die vom Gerät ausführbaren
Bewegungsprofile an die Fähigkeiten, den Trainingsgrad, den Gesundheitszustand und
an das Gewicht des Benutzers anpassbar sind.
[0019] Das Gerät zeichnet sich durch hohe mechanische Stabilität und geringen Verschleiß
aus, und es ist insbesondere auch für schwergewichtige Benutzer mit einem Körpergewicht
von beispielsweise 180 kg geeignet.
[0020] In dem Zusammenhang hat sich auch eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trainings-
und Therapiegeräts besonders bewährt, bei der ein Verstellmechanismus vorgesehen ist,
mittels dem die Vorspannung der Federelemente einstellbar ist. Durch Veränderung der
Feder-Vorspannung kann die Federstärke der eingesetzten Federelemente verändert und
an die aktuellen Gegebenheiten oder Wünsche angepasst werden. Bei Zugfedern sind die
Vorspannung und damit die optimale Zuglast beispielsweise durch Veränderung der Spannlänge
einstellbar. Die Spannlänge wird vorzugsweise durch Verschiebung des wipprahmenseitigen
Zugfeder-Angriffspunktes mittels gerastertem Kurbellager eingestellt.
[0021] Die per Hand greifbaren Halte- oder Bewegungsmittel des Trainings- und Therapiegeräts
umfassen vorzugsweise zwei Handläufe, die sich oberhalb der Standplatte und seitlich
dazu erstrecken.
[0022] Außerdem hat es sich im Hinblick auf ein gleichzeitiges Trainieren von Armen und
Oberkörper als besonders günstig erwiesen, wenn die Halte- oder Bewegungsmittel flexible
Trainingsbänder umfassen. Die Trainingsbänder - auch als Fitnessbänder bekannt - sind
im Griffbereich des Benutzer angeordnet, wie beispielsweise an Seiten-, Ober- und
Unterkanten des Trainings- und Therapiegeräts, so dass sie der Benutzer mit den Händen
zu sich ziehen und Übungen damit ausführen kann.
[0023] Die flexiblen Trainingsbänder sind beispielsweise in Halterungen fixiert, die für
diesen Zweck am Gestell des Trainings- und Therapiegerät vorgesehen sind. Eine besonders
bevorzugte Ausführungsform des Gerätes zeichnet sich aber dadurch aus, dass mindestens
ein Teil der flexiblen Trainingsbänder an einem Schlitten fixiert ist, der entlang
einer Schiene verfahrbar ist.
[0024] Der Schlitten verfügt über ein Haltemittel zum Fixieren der Bänder, beispielsweise
durch Einhaken oder Einclipsen oder Festbinden. Es ist entlang der Schiene verfahrbar,
bei der es sich beispielsweise um ein Feder- oder Nutprofil handelt, in der das der
Schlitten mit dem passendem Gegenstück eingreift, oder um eine Rasterschiene mit fortlaufender
Aneinanderreihung von Rastmitteln zur Fixierung des Schlittens. Sowohl die kontinuierliche
Feder-Nutverbindung als auch die rasterweise Verfahrbarkeit des Schlittens ermöglichen
einerseits eine weitgehend freie Positionierung der Bänder entlang der Schienen-Längsachse,
als auch eine besserer Erreichbarkeit der Bänder beim Training..
[0025] Zur Erhöhung der Anforderungen an die Bewegungskoordination ist bei einer bevorzugten
Ausführungsform des Trainings- und Therapiegeräts vorgesehen, dass auf der Standplatte
ein längs einer zweiten Kippachse kippbares Board montierbar ist. Vorzugsweise verlaufen
dabei die Kippachsen von Kipprahmen und Board koaxial zueinander.
[0026] Zur Aufnahme des Boards hat es sich als günstig erweisen, wenn die Oberseite der
Standplatte mit mindestens zwei nach oben offenen Mulden versehen ist, deren Mittelpunkt-Verbindungslinie
parallel zur zweiten Kippachse verläuft, und in die an der Unterseite des Boards vorgesehene
Gegenstücke unter Bildung einer Kippmechanismus hineinragen. Die Mulden bilden je
nach Geometrie des Gegenstücks runde oder zylindrische Vertiefungen und sie sind vorzugsweise
in die Standplatte eingelassen.
[0027] Das kippbare Board hat vorzugsweise eine rutschhemmende Oberfläche. Es gibt dem Trainings-
und Therapiegerät einen zusätzlichen Freiheitsgrad im Bewegungsprofil. Dieses ist
somit je nach Anforderung zwischen einem einfach zu beherrschenden stabilen Bewegungsprofilmit
sehr wenigen Freiheitsgraden, die sich beispielsweise bei entferntem Board und arretiertem
Wipprahmen lediglich durch den Grad der Schwingungsfähigkeit der Standplatte ergeben,
bis zu einem labilen und anspruchsvollen Bewegungsprofil mit sehr wenigen Freiheitsgraden
bei beweglichem Kipprahmen und montiertem Kipp-Board variierbar. Zwecks Arretierung
des Wipprahmens in horizontaler Orientierung am ortsfesten Gestell ist ein Arretiermechanismus
vorgesehen, beispielsweise mittels Bolzen an jeder Ecke des Wipprahmens.
[0028] Der Standbereich der Standplatte wird ebenfalls vorteilhafterweise von einem rutschhemmenden
Belag gebildet. Im Hinblick auf weiter erhöhte Standsicherheit und verringerte Abrutschgefahr
hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Standplatte an zwei sich gegenüberliegenden
Seiten einen erhöhten Rand aufweist.
[0029] Zur Standsicherheit trägt auch bei, wenn ein Begrenzungsmechanismus zur Begrenzung
der Auslenkung der Kippbewegung des Wipprahmens längs der ersten
[0030] Kippachse vorgesehen ist. Der Begrenzungsmechanismus umfasst vorzugsweise flexible
Verbindungselemente, wie Seile oder Gelenke, die parallel zur ersten Kippachse verlaufende
Längsseiten des Wipprahmens mit dem ortsfesten Gestell verbinden.
Ausführungsbeispiel
[0031] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und einer Patentzeichnung
näher erläutert. In der Zeichnung zeigt im Einzelnen in schematischer Darstellung:
- Figur 1
- eine Ausführungsform des unteren Teil einer Bewegungseinheit des erfindungsgemäßen
Trainings- und Therapiegeräts in einer Explosionsdarstellung,
- Figur 2
- das erfindungsgemäße Trainings- und Therapiegeräts mit dem unteren Teil der Bewegungseinheit
von Figur 1 und einer ersten Ausführungsform des oberen Teils der Bewegungseinheit
in einer Zusammenbauzeichnung, .
- Figur 3
- das erfindungsgemäße Trainings- und Therapiegeräts mit dem unteren Teil der Bewegungseinheit
von Figur 1 und einer zweiten Ausführungsform des oberen Teils der Bewegungseinheit
in einer Zusammenbauzeichnung, und
- Figur 4
- eine Modifikation der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform des erfindungsgemäße Trainings-
und Therapiegeräts.
[0032] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Trainings- und
Therapiegeräts umfassen jeweils ein ortsfestes Gestell zur Aufnahme einer Bewegungseinheit,
die sich aus einem unteren Teil und einem oberen Teil zusammensetzt.
[0033] Figur 1 zeigt schematisch das untere Teil der Bewegungseinheit. Zum ortsfesten Gestell gehört
eine Basis 1 aus einem rechteckigen Metallrahmen mit den Abmessungen 1000 x 2000 x
300 mm. An den kurzen Rahmenseiten 2 (Querseiten) sind sich gegenüberliegend horizontal
in die Rahmenmitte weisende Bolzen 3 angeschweißt, die eine horizontal verlaufende
Drehachse 4 definieren. Beiderseits der Bolzen 3 sind Durchgangsbohrungen angedeutet,
die zur Aufnahme von Arretierungsstiften 5 dienen. An den Basis-Längsseiten 6 sind
Ösen 7 angeschweißt, die zur Befestigung des basisseitigen Endes von Spannseilen 8
dienen, deren Funktion Im Folgenden näher erläutert wird.
[0034] Auf die Basis 1 wird ein metallischer Wipprahmen 10 aufgesetzt, der einen umlaufenden
Rand 11 aufweist, in dessen Unterseite halbschalenförmige Hülsen als Gegenstück zu
den Bolzen 3 der Basis 1 eingelassen sind. Die Außenabmessungen des Wipprahmens 10
sind kleiner als die Innenabmessungen der Basis 1, so dass eine freie Drehung um die
Drehachse 4 (und damit um die Längsachse 14 des Wipprahmens 10) möglich ist. Auf den
Längsseiten 16 des Randes 11 sind weitere Ösen 17 angeschweißt, die zur Befestigung
des wipprahmenseitigen Endes der Spannseile 8 dienen. Die Länge der Spannseile 8 legt
den maximalen Drehwinkel des Wipprahmens 10 auf der Basis 1 fest. An den Rändern der
beiden Querseiten 12 ist jeweils eine Lochleiste 13 aufgesetzt, deren Höhe 300 mm
beträgt und deren Abstand vom Rand der jeweiligen Querseite mittels eines gerasteten
Kurbellagers (in der Zeichnung nicht dargestellt) verstellbar ist. Durch diesen Verstellmechanismus
wird die Vorspannung der an der Lochleiste 13 befestigten Zugfedern verändert und
damit entweder eine höhere Dynamik (geringe Vorspannung) oder eine höhere Steifigkeit
(höhere Vorspannung) des Trainings- und Therapiegeräts erzeugt.
[0035] In den Ausschnitt 14 des Wipprahmens 10 wird eine Trainingsplattform 20 eingesetzt.
Diese besteht aus einem Aluminiumbrett mit einer Dicke von 3 mm und einer Länge von
140 cm. Zur Versteifung ist das Aluminiumbrett untenseitig mit Streben versehen. Es
ist biegesteif in dem Sinne, dass es bei Lagerung an den Enden und mittiger Gewichtslast
von 180 kg eine Durchbiegung von weniger als 10 mm erfährt. An den beiden kurzen Querseiten
der Trainingsplattform 20 sind Ösen 27 angebracht, in denen Zugfedern 23 eingehängt
sind, die im Einbauzustand mit den beiderseitigen, verschiebbaren Lochleisten 13 verbunden
sind. Die Oberseite 25 der Trainingsplattform 2 hat eine rutschhemmende Oberfläche
oder sie ist mit einem rutschhemmenden Belag versehen. Auf der Oberseite sind die
beiden Längsseiten mit einer erhabenen Leiste 29 abgesichert. Entlang der Längsachse
24 sind zwei in der Draufsicht kreisförmige Mulden 28 aufgesetzt. Die Mulden 28 korrespondieren
mit halbkugelförmigen Ausbuchtungen 38 an der Unterseite einer Kippplatte 30, das
optional auf die Trainingsplattform 20 aufgelegt werden kann. Mulden 28 und Ausbuchtungen
38 bilden zusammen ein Drehgelenk, das eine Verkippung der Kippplatte 30 um deren
Längsachse 34 ermöglicht. Dabei gibt der Abstand zwischen Trainingsplattform 20 und
Kippplatte 30 von etwa 50 mm den maximalen Verkippungsgrad mit einem Kippwinkel im
Bereich von 15 bis 20 Grad vor.
[0036] Mittels der Arretierungsstifte 5 kann der Wipprahmen 10 vollständig in horizontaler
Orientierung fixiert werden. Zu diesem Zwecke können die Arretierungsstifte 5 von
Hand, beispielsweise mittels eines mechanischen Hebelsystems in die oben genannten
Durchgangsbohrungen eingesteckt werden. Vorzugsweise ermöglicht das Hebelsystem das
gleichzeitige Einführen aller Arretierungsstifte 5 in ihre jeweilige Durchgangsbohrung
und damit die Arretierung des Wipprahmens 10 mittels eines einzigen Handgriffs. Ebenso
kann mittels des Hebelsystems die Arretierung des Wipprahmens 10 mittels eines Handgriffs
wieder gelöst werden
[0037] Figur 2 zeigt schematisch die gesamte Bewegungseinheit einschließlich einer Ausführungsform
von deren oberem Teil. Das ortsfeste Gestell ist hierbei um einen stabilen Rahmen
40 ergänzt, der mit der Basis 1 fest verbunden ist, und der den unteren Teil der Bewegungseinheit
einschließlich Wipprahmen 10, Trainingsplattform 20 und Kippplatte 30 überwölbt.
[0038] Der Rahmen 40 besteht aus vier nach außen gebogenen Streben 41, die sich von den
vier Ecken der Basis 1 zu einem Rechteckprofil 48 über dem Kopfbereich des Benutzers
vereinen. Zwischen jeweils zwei der gebogenen Streben 41 sind zwei seitliche Handläufe
42 sowie ein Monitor 43 zum Ansehen von Übungs- und Trainingsvideos befestigt.
[0039] In Aufnahmen 47 am unteren Teil der Bewegungseinheit und am Rechteckprofil 48 sind
flexible Trainingsbänder 44 befestigt, die sich entlang der Rahmenkanten erstrecken,
und die vom Benutzer gegriffen und in den Trainingsbereich gezogen werden können.
[0040] Bei einer alternativen Halterung der Trainingsbänder 44 ist mindestens ein Teil davon
auf Schlitten fixiert, die entlang von Schienen verfahrbar sind. Diese Art und Weise
der Trainingsband-Halterung wird weiter unten anhand Figur 4 noch näher erläutert.
[0041] Die Trainingsbänder 44 gehören zum oberen Teil der Bewegungseinheit und dienen dem
Benutzer zur Stabilisierung seines Standes auf dem unteren Teil der Bewegungseinheit
und sie ermöglichen gleichzeitig ein Training von Oberkörper und Armen. Zusammen mit
der unteren Bewegungseinheit ermöglichen sie eine dreidimensionale Art des muskulären
Zusammenspiels von Rumpf, Bein und Becken und tragen so zu einem optimalen Training
des gesamten Bewegungsapparates bei.
[0042] Am zutrittsseitigen Ende der Basis 1 ist eine Stufe 45 montiert. Die anhand Figur
1 erläuterten mechanischen Verbindungs- und Gelenkelemente des unteren Teils der Bewegungseinheit
sind mit einer Abdeckung 46 abgedeckt. Zur zusätzlichen Stabilisierung des Trainings-
und Therapiegeräts gegen seitliches Verkippen sind Abstützungen 49 am Boden ausgelegt.
[0043] Bei den in den Figuren 3 und 4 gezeigten Ausführungsformen des Trainings- und Therapiegeräts
sind zur Bezeichnung identischer oder äquivalenter Bauteile und Bestandteile die gleichen
Bezugsziffern benutzt wie in den Figuren 1 und 2.
[0044] Bei der in
Figur 3 schematisch gezeigten Ausführungsform entspricht das untere Teil der Bewegungseinheit
im Wesentlichen dem von Figur 1; die einzige Änderung betrifft die Eingangsstufe 55,
die bei dieser Ausführungsform integraler Bestandteil der Basis 1 ist.
[0045] Auf der ortsfesten und gegen Verkippung gesicherten Basis 1 (Abstützungen 49) ist
ein einfaches und filigranes Gerüst 50 aufgesetzt, das im Wesentlichen aus zwei parallel
zueinander verlaufenden, verwindungssteifen Halbbögen 51 aus einem Edelstahlprofil
gebildet wird. Diese setzen mit ihrem unteren Ende an einer Ecke der Basis 1 auf der
Eingangsstufe 55 an und überspannen die Trainingsfläche, einschließlich Wipprahmen
10, Trainingsplattform 20, Kippplatte 30 und Abdeckungen 46, wobei die oberen freien
Enden oberhalb des Kopfbereichs des Benutzers über eine Querstrebe 52 miteinander
verbunden sind.
[0046] Zwei abnehmbare Handläufe 42 aus Holz verlaufen in Hüfthöhe und dienen dem Benutzer
zur Stabilisierung seines Standes sofern gewünscht. Die Handläufe 42 bestehen aus
Holz und erstrecken sich jeweils von einem der Edelstahl-Halbbögen seitlich zur Basis-Längsachse
in zunächst gerader Erstreckung bevor sie nach unten in Richtung auf die Basis 1 abbiegen.
Ein Monitor zum Ansehen von Übungs- und Trainingsvideos ist auch bei dieser Ausführungsform
vorhanden aber in der Figur nicht dargestellt. Gegebenenfalls wird er zwischen an
der Querstrebe 52 befestigt.
[0047] In Aufnahmen 47 am unteren Teil der Bewegungseinheit und am Gerüst 50 sind flexible
Trainingsbänder 44 befestigt. Deren Verteilung ist vorzugsweise so wie in Figur 2
angedeutet, wobei hier aber zu Gunsten einer besseren Übersichtlichkeit nur die Aufnahmen
47 und die Trainingsbänder 44 eingezeichnet sind, die sich entlang der Basis-Längsseiten
und von den Eckverbindungen von Halbbögen 51 und Querstrebe 52 zur Basis 1 erstrecken.
Die Trainingsbänder 44 gehören zum oberen Teil der Bewegungseinheit; sie können vom
Benutzer gegriffen und in den Trainingsbereich gezogen werde und dienen zur Stabilisierung
seines Standes auf dem unteren Teil der Bewegungseinheit und sie ermöglichen gleichzeitig
ein Training von Oberkörper und Armen.
[0048] Die in
Figur 4 schematisch gezeigte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Trainings- und Therapiegeräts
unterscheidet sich von der in Figur 3 gezeigten Ausführungsform lediglich durch die
Art und Weise der Halterung der flexiblen Trainingsbänder 44.
[0049] Die Trainingsband-Enden sind hierbei jeweils an einem Schlitten 62 eingehakt. Zu
diesem Zweck kann der Schlitten 62 zusätzlich mit einer oben bereits erläuterten Aufnahme
47oder mit mehreren derartigen Aufnahmen 47ausgestattet sein. Wesentlich ist, dass
der Schlitten 62 entlang einer Rasterschiene 61 verfahrbar ist. Derartige Rastschienen
61 verlaufen sowohl seitlich der Basis 1 als auch an der Unterseite der Halbbögen
51. Entlang dieser Rastschienen 61 sind in einem kurzen Abstand Ausnehmungen vorgesehen,
in die Rastmittel-Gegenstücke des Schlittens 62 eingreifen und dabei eine formschlüssige,
stabile Rastverbindung bilden.
[0050] Ein Monitor zum Ansehen von Übungs- und Trainingsvideos ist auch bei dieser Ausführungsform
optional vorhanden, und er wird beispielsweise an der Querstrebe 52 befestigt.
1. Sensomotorisches Trainings- und Therapiegerät, mit einem ortsfesten Gestell (1; 40),
an dem ein längs einer ersten Kippachse (4) kippbarer Wipprahmen (10), mindestens
eine von einem Benutzer per Fuß bewegbare schwingbare Standfläche (20) sowie vom Benutzer
per Hand greifbare Halte- oder Bewegungsmittel (42; 44) montiert sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Standfläche als biegesteife und am Wipprahmen (10) schwingbar gelagerte Standplatte
(20) ausgeführt ist.
2. Trainings- und Therapiegerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Standplatte (20) mittels Federelementen (23) an sich gegenüberliegenden Seiten
(12) des Wipprahmens (10) schwingbar gelagert ist.
3. Trainings- und Therapiegerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der Federelemente (23) als Zugfedern ausgelegt ist.
4. Trainings- und Therapiegerät nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass Federelemente (23) in unterschiedlicher Anzahl, an verschiedenen Positionen und mit
mehreren Federstärken einsetzbar sind.
5. Trainings- und Therapiegerät nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verstellmechanismus (13) vorgesehen ist, mittels dem die Vorspannung der Federelemente
(23) einstellbar ist
6. Trainings- und Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Standplatte (20) ein längs einer zweiten Kippachse (34) kippbares Board (30)
montierbar ist.
7. Trainings- und Therapiegerät nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Kippachse (4) und die zweite Kippachse (34) koaxial zueinander verlaufen.
8. Trainings- und Therapiegerät nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberseite (25) der Standplatte (20) mit mindestens zwei nach oben offenen Mulden
(28) versehen ist, deren Mittelpunkt-Verbindungslinie parallel zur zweiten Kippachse
(34) verläuft, und in die an der Unterseite des Boards (30) vorgesehene Gegenstücke
(38) unter Bildung einer Kippmechanismus hineinragen.
9. Trainings- und Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Standplatte (20) an zwei sich gegenüberliegenden Seiten einen erhöhten Rand (29)
aufweist.
10. Trainings- und Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Begrenzungsmechanismus (17; 8) zur Begrenzung der Auslenkung der Kippbewegung
des Wipprahmens (10) längs der ersten Kippachse (4) vorgesehen ist,
11. Trainings- und Therapiegerät nach Anspruch10, dadurch gekennzeichnet, dass der Begrenzungsmechanismus flexible Verbindungselemente (8) umfasst, die parallel
zur ersten Kippachse (4) verlaufende Längsseiten (16) des Wipprahmens (10) mit dem
ortsfesten Gestell (1; 40) verbinden.
12. Trainings- und Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Arretiermechanismus (5) vorgesehen ist, mittels dem der Wipprahmen (10) an dem
ortsfesten Gestell (1; 40) arretierbar ist.
13. Trainings- und Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halte- oder Bewegungsmittel Handläufe (42) umfassen, die sich oberhalb der Standplatte
(20) und seitlich dazu erstrecken.
14. Trainings- und Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halte- oder Bewegungsmittel flexible Trainingsbänder (44) umfassen.
15. Trainings- und Therapiegerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Teil der flexiblen Trainingsbänder (44) an einem Schlitten (62) fixiert
ist, der entlang einer Schiene (61) verfahrbar ist.