[0001] Die Erfindung bezieht sich auf die Gebiete der Umwelttechnik, Recyclingtechnik, Medizintechnik
und Biotechnologie und betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung und Anordnung
zur Filtration magnetischer Partikel. Die Vorrichtung, Anordnung und das Verfahren
zur Filtration magnetischer Partikel können zur Separation von magnetischen Partikeln
aus flüssigen oder gasförmigen Medien eingesetzt werden, beispielsweise zur Reinigung
von industriellen Abgasen, Abwässern und Schlacken, die mit magnetischen Partikeln
verunreinigt sind, oder zur Separation von mit magnetischen Partikeln funktionalisierte
pharmazeutische Rückstände aus kontaminierten Flüssigkeiten oder Gasen.
[0002] Unter Filtration wird allgemein ein Verfahren zur Trennung, Separation oder Reinigung
von Stoffen aus Flüssigkeiten oder Gasen verstanden. Bei der magnetischen Filtration
strömt eine mit magnetischen Partikeln der magnetischen Suszeptibilität
χ beladene Flüssigkeit oder ein mit magnetischen Partikeln beladenes Gas durch ein
Filterelement, wobei das Filterelement ein Filterbett aus magnetischen oder magnetisierbaren,
in der Regel ferro- bzw. ferrimagnetischen, Materialien aufweist. Derartige Filterelemente
mit einem aus magnetischem oder magnetisierbarem Material bestehenden Filterbett befinden
sich dabei in einem von außen angelegten Magnetfeld B, wobei das Magnetfeld das Filterelement
durchdringt und entweder parallel, senkrecht oder in einem beliebigen anderen Winkel
zur Strömungsrichtung ausgerichtet ist. Die magnetischen Filterstrukturen bestehen
üblicherweise aus Materialien, die bei Betriebstemperatur des Filters ferro- bzw.
ferrimagnetisch sind. Derartige Materialien sind beispielsweise Eisen, Nickel, Permalloy
oder Edelstahl. Das von außen angelegte Magnetfeld wird durch das magnetische oder
magnetisierbare Material des Filterbetts de-homogenisiert, wodurch insbesondere bei
kleiner werdenden Filterstrukturen hohe Gradientenfelder außerhalb der magnetischen
oder magnetisierbaren Materialien im Filter entstehen. Diese magnetischen Gradientenfelder
erzeugen eine magnetische Kraft (magnetic field gradient force density

die auf die in der Flüssigkeit oder dem Gas befindlichen magnetischen Partikel mit
der magnetischen Suszeptibilität
χ wirkt, sodass sich diese in Richtung des Gradienten bewegen, auf diese Weise zur
Oberfläche des Filtermaterials gezogen und dort aufgrund magnetischer Dipol-Dipol-Wechselwirkung
festgehalten werden. Die Bewegung und die Anhaftung der magnetischen Partikel im magnetischen
Filter hängt wesentlich von der Größe des Magnetfeldes und der Magnetfeldgradienten
(
B · ∇)
B sowie von der Partikelgröße und ihren magnetischen Suszeptibilität
χ ab, wobei die auf die magnetischen Partikel anziehend wirkenden magnetischen Dipolkräfte
größer sein müssen, als die Summe der Fluidwiderstands-, Gravitations-, Trägheits-
und Diffusionskräfte, die ebenfalls auf die magnetischen Partikel wirken, wenn sie
durch den magnetischen Filter strömen.
[0003] Wird bei der magnetischen Filtration das äußere Magnetfeld entfernt, so reduziert
sich bei Vorliegen eines ferro- bzw. ferrimagnetisch geordneten Filtermaterials dessen
Magnetisierung, wodurch sich auch die Stärke der Gradientenfelder verringert. Dadurch
können sich zum einen weitere Partikel schlechter an der Oberfläche des Filtermaterials
anlagern, da sie weniger stark angezogen werden, zum anderen lösen sich die an der
Oberfläche des Filtermaterials adsorbierten Partikel aufgrund der reduzierten magnetischen
Wechselwirkung leichter und können beispielsweise durch kräftiges Spülen aus dem Filter
austragen werden.
[0004] Im ferro- bzw. ferrimagnetisch geordneten Zustand weist ein Material in der Regel
auch ohne äußeres Feld bereits hohe Werte der Magnetisierung auf. In einem äußeren
Magnetfeld werden die in diesem Material vorhandenen ferro- bzw. ferrimagnetisch geordneten
Domänen ausgerichtet, was nur noch wenig Energie benötigt, sodass die Sättigungsmagnetisierung
bereits in sehr kleinen äußeren Feldern erreicht wird. Deshalb werden bei der magnetischen
Filtration ferromagnetisch geordnete Verbindungen als Filtermaterialien eingesetzt,
da bereits beim Anlegen eines sehr kleinen Magnetfeldes die volle Filterwirkung erzielt
werden kann.
[0005] Liegt ein Material in einem paramagnetischen, also magnetisch ungeordneten Zustand
vor, so sind die magnetischen Momente willkürlich angeordnet und es gibt keine magnetisch
geordneten Domänen. Ohne äußeres Magnetfeld verschwindet die Magnetisierung des Materials.
Das Ausrichten der magnetischen Momente in einem äußeren Feld benötigt sehr viel Energie,
sodass die Sättigungsmagnetisierung nur in sehr hohen Feldern erreicht werden kann.
Solche paramagnetischen Verbindungen eignen sich in der Regel nicht zum Einsatz als
Filtermaterial, da eine ausreichende Filterwirkung nicht, oder nur in sehr hohen äußeren
Magnetfeldern erzielt werden kann.
[0006] Der Übergang zwischen dem magnetisch geordneten Zustand und dem ungeordneten, paramagnetischen
Zustand in einem Material erfolgt bei der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
T
c, wobei das Material bei T<T
c im geordneten Zustand mit hoher Magnetisierung und bei T>T
c im ungeordneten Zustand mit Magnetisierung Null vorliegt.
[0007] Aus dem Stand der Technik sind verschiedene Lösungen zur Filtration magnetischer
Partikel bekannt.
[0008] Aus der
EP 0056 717 B1 ist eine Vorrichtung zum Abfiltrieren einer magnetisch suszeptiblen Substanz in einer
Flüssigkeit bekannt, in der die Flüssigkeit durch eine Matrix aus magnetisierbarem
Material geleitet wird, die, wenn sie magnetisiert ist, eine Anzahl von Gebieten mit
einem hohen Gradienten des magnetischen Feldes liefert, um darin die Substanz aus
der Flüssigkeit einzufangen, und bei der eine externe Magnetkreiseinrichtung zum Magnetisieren
der Matrix einen magnetischen Leiter aufweist, der mit der Matrix und mit einer Felderzeugungsspule,
die mit einem zeitlich sich zyklisch ändernden elektrischen Strom erregbar ist, einen
geschlossenen Magnetkreis bildet. Die externe Magnetkreiseinrichtung weist wenigstens
einen harten oder halbharten Magnet auf, der in Reihe mit der Matrix in dem Magnetkreis
angeordnet ist, um darin ein Magnetfeld zu erzeugen, das ausreichend ist, um die Matrix
magnetisiert zu halten, wenn der durch die Felderzeugungsspule laufende elektrische
Strom während jeder Periode seines zyklischen Wechsels abfällt.
[0009] Weiterhin bekannt aus der
DE 31 02 414 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Reinigung einer magnetischen Trennvorrichtung,
bei dem in Gegenwart eines auf eine Filtermatrix wirkendes Magnetfeld eine Reinigungsflüssigkeit
durch die Filtermatrix geleitet wird, die auf eine Temperatur oberhalb der Curie-Temperatur
des die Filtermatrix bildenden Materials geheizt wird. Das Material der Filtermatrix
können dabei rostfreier Stahl, Nickel, Kobalt oder elementares Gadolinium sein.
[0010] Nachteilig bei den aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen ist, dass durch Abschalten
des äußeren Magnetfeldes die Filterwirkung zwar reduziert, aber nicht vollständig
ausgeschaltet wird. Dabei noch vorhandene restliche magnetische Kräfte wirken in nachteiliger
Weise weiterhin auf die an der Oberfläche des Filtermaterials adsorbierten Partikel,
sodass eine Austragung der Partikel nach Beendigung des Filterprozesses verhindert
oder erschwert wird und in nachteiliger Weise keine vollständige Regeneration des
Filters möglich ist. Damit ist das Reinigen eines solchen magnetischen Filters aufwendig
und kostenintensiv. Zudem ist nachteilig, dass bei den aus dem Stand der Technik bekannten
Lösungen durch das An- und Abschalten eines äußeren Magnetfeldes die Filterwirkung
weder zeitlich noch räumlich definiert gesteuert werden kann.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung und
Anordnung zur Filtration magnetischer Partikel bereitzustellen, mit dem und mit der
eine Filtration magnetischer Partikel aus Flüssigkeiten oder Gasen erreicht wird,
bei dem unabhängig von der Änderung eines äußeren Magnetfeldes ein zeitlich und räumlich
definiertes vollständiges An- und Abschalten der magnetischen Filterwirkung erzielt
wird. Außerdem ist es Aufgabe der Erfindung, ein einfaches und kostengünstiges Regenerieren
und Reinigen des Filters für magnetische Partikel nach Beendigung des Filtrationsprozesses
zu ermöglichen.
[0012] Die Aufgabe der Erfindung wird mit den Merkmalen der Patentansprüche gelöst, wobei
die abhängigen Patentansprüche vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angeben.
[0013] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung zur Filtration magnetischer
Partikel gelöst, enthaltend mindestens ein Filterelement und mindestens ein ein Magnetfeld
erzeugendes Bauelement, wobei das Filterelement mindestens überwiegend ein thermisch
schaltbares magnetisches Material mit einem magnetischen Phasenübergang erster Ordnung
aufweist, wobei vorteilhafterweise das Filterelement vollständig aus einem thermisch
schaltbaren magnetischen Material mit einem magnetischen Phasenübergang erster Ordnung
besteht.
[0014] Vorteilhafterweise weist das thermisch schaltbare magnetische Material einen magnetischen
Phasenübergang mit einer magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c von -196°C bis 100°C, besonders vorteilhaft von +15°C bis +50°C auf.
[0015] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist das thermisch schaltbare magnetische Material
ein magnetokalorisch aktives Material mit einer Kristallstruktur vom Typ NaZn
13, besonders vorteilhaft eine Zusammensetzung gemäß der Formel R
aFe
100-a-x-y-zT
xM
yL
z mit R = La oder eine Kombination von La mit Ce, Pr, Nd, Sm, Gd, Tb, Dy, Ho, Er, Tm,
Yb, Lu und/oder Y, T = mindestens ein Element ausgewählt aus der Gruppe Sc, Ti, V,
Cr, Mn, Co, Ni, Cu und/oder Zn, M = Al, Si, P, Ga, Ge, In und/oder Sn, L = H, B, C
und/oder N mit 5 ≤ a ≤ 11 und 0 ≤ x ≤ 12 und 2 ≤ y ≤ 20 und 0 ≤ z ≤ 18, (alles in
Atom-%).
[0016] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das thermisch schaltbare magnetische
Material eine magnetokalorisch aktive Mn-Fe-P-Verbindung mit einer hexagonalen Fe
2P-Struktur entsprechend der Zusammensetzung (Mn
xFe
1-x)
2+zP
1-y(A)
y ist, wobei A mindestens ein Element von Si, Ge, As mit 0,5 ≤ x ≤ 1 und 0,3 ≤ y ≤
0,8 und -0,1 ≤ z ≤ 0,1, besonders vorteilhaft MnFeP
1-y(Si,Ge)
y mit 0,3 ≤ y ≤ 0,55.
[0017] Und in noch einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das thermisch schaltbare
magnetische Material eine magnetokalorisch aktive ternäre Gd-basierte intermetallische
Verbindung der Zusammensetzung Gd
5(Si
xGe
1-x)
4, mit besonders vorteilhaft 0 ≤ x ≤ 0,5, und ganz besonders vorteilhaft ist ein weiteres
weichmagnetisches Legierungselement wie Mn, Fe, Co, Ni oder Ga enthalten.
[0018] Ebenfalls eine vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung ist es, wenn das thermisch
schaltbare magnetische Material eine magnetokalorisch aktive Heusler-Legierung der
Zusammensetzung X
2YZ ist, wobei X mindestens ein Element aus der Gruppe der Übergangsmetalle und Y mindestens
ein Element aus der Gruppe der Übergangsmetalle oder der Gruppe der Seltenen Erden
oder der Gruppe der Erdalkalimetalle und Z mindestens ein Element aus den Gruppen
IIIA-VA des Periodensystems ist, besonders vorteilhaft X = Ni und Y = Mn und Z = Ga,
Sn, In, Co, Sb, ist.
[0019] Und ebenfalls eine vorteilhafte Ausführungsform ist es, wenn das thermisch schaltbare
magnetische Material ein Mn-basiertes Antiperowskit, das eine Zusammensetzung gemäß
der Formel Mn
3+xA
1-xB aufweist, ist, wobei A mindestens ein Element aus der Gruppe Ni, Sn, Ga, Ge, Cu
und Zn ist und B mindestens ein Element aus der Gruppe N und C ist, wobei 0 ≤ x ≤
1 ist, und wobei besonders vorteilhaft die Verbindungen Mn
3GaC oder Mn
3SnC sind.
[0020] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist das thermisch schaltbare magnetische
Material ein magnetokalorisch aktives oxidisches Perowskit, besonders vorteilhaft
ein Manganit mit der Zusammensetzung R
1-xA
xMnO
3, wobei R mindestens ein Element aus der Gruppe der Seltenen Erden und A mindestens
ein Element aus der Gruppe der Alkali- oder Erdalkalimetalle ist, mit 0,1 ≤ x ≤ 0,5,
und ganz besonders vorteilhaft R ein Element ausgewählt aus La, Pr, Nd, Eu oder Sm
und A ausgewählt aus Na, K, Ca, Sr, Ba, oder Pb.
[0021] Und auch ist vorteilhaft, wenn das thermisch schaltbare magnetische Material ein
zweischichtiges oxidisches Perowskit vom Typ A
3B
2O
7, besonders vorteilhaft eine Zusammensetzung gemäß La
1.6Ca
1.4Mn
2O
7 oder La
2.5-xK
0.5+xMn
2O
7+δ mit 0 ≤ x ≤ 0,5 ist, oder wenn das thermisch schaltbare magnetische Material ein
oxidisches Doppelperowskit vom Typ A
2B'B"O
6 ist, wobei A mindestens ein Element aus der Gruppe von Sr, Ba, Ca, B' mindestens
ein Element aus der Gruppe von Fe, Cr, Mn, Co, Y und B" mindestens ein Element aus
der Gruppe von Mo, Re, W, Ru ist.
[0022] Und ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn das thermisch schaltbare magnetische Material
eine binäre Gd-Verbindung gemäß der Zusammensetzung Gd
100-xA
x, wobei A = Y und/oder Tb und 0 ≤ x ≤ 0,1 ist.
[0023] Vorteilhafterweise liegt das thermisch schaltbare magnetische Material in Form von
Drähten, Fäden, Kugeln, Stäben und/oder als Gitter vor.
[0024] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das thermisch schaltbare magnetische Material
mindestens eine zusätzliche Passivierungsschicht auf der Oberfläche aufweist, wobei
vorteilhafterweise die Passivierungsschicht ein Polymer, ein keramisches Material,
ein Metall oder Halbmetall, ein Metall- oder Halbmetalloxid und/oder Kombinationen
davon ist.
[0025] In vorteilhafter Weise ist das ein Magnetfeld erzeugende Bauelement ein Permanentmagnet,
Elektromagnet und/oder supraleitender Magnet.
[0026] Vorteilhafterweise ist zur Temperierung des thermisch schaltbaren magnetischen Materials
ein Heiz- und/oder Kühlelement vorhanden.
[0027] Des Weiteren wird die erfindungsgemäße Aufgabe durch eine Anordnung zur Filtration
magnetischer Partikel gelöst, enthaltend mindestens zwei in Verbindung stehende Vorrichtungen
zur Filtration magnetischer Partikel, wobei jede Vorrichtung mindestens ein Filterelement
und mindestens ein ein Magnetfeld erzeugendes Bauelement enthalten, wobei das jeweils
mindestens eine Filterelement mindestens überwiegend ein thermisch schaltbares magnetisches
Material mit einem magnetischen Phasenübergang erster Ordnung aufweist und die Filterelemente
der mindestens zwei in Verbindung stehenden Vorrichtungen zur Filtration von magnetischen
Partikeln unterschiedliche thermisch schaltbare magnetische Materialien aufweisen,
die jeweils einen magnetischen Phasenübergang erster Ordnung aufweisen.
[0028] Vorteilhafterweise weisen die Filterelemente der mindestens zwei in Verbindung stehenden
Vorrichtungen zur Filtration von magnetischen Partikeln unterschiedliche thermisch
schaltbare magnetische Materialien auf.
[0029] Ebenfalls vorteilhaft ist es wenn die thermisch schaltbaren magnetischen Materialien
der mindestens zwei Vorrichtungen unterschiedliche magnetische Phasenübergangs-Temperaturen
T
c, geometrische Formen, Strukturgrößen und/oder longitudinaler Ausdehnungen aufweisen.
[0030] Und auch vorteilhaft ist es, wenn neben den mindestens zwei in Verbindung stehenden
Vorrichtungen weitere mindestens zwei in Verbindung stehende Vorrichtungen vorhanden
sind.
[0031] Vorteilhafterweise ist bei der erfindungsgemäßen Anordnung bei jeder Vorrichtung
mindestens ein Heiz- und/oder Kühlelement vorhanden.
[0032] Außerdem wird die erfindungsgemäße Aufgabe durch ein Verfahren zur Filtration magnetischer
Partikel gelöst, beim dem durch ein ein Magnetfeld erzeugendes Bauelement ein äußeres
statisches Magnetfeld erzeugt wird, dass ein Filterelement mindestens überwiegend
durchdringt, und bei dem das thermisch schaltbare magnetische Material des Filterelementes
einen magnetischen Phasenübergang erster Ordnung aufweist und auf eine Temperatur
unterhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c temperiert wird, anschließend eine magnetische Partikel enthaltende Flüssigkeit oder
ein magnetische Partikel enthaltendes Gas durch das Filterelement geleitet wird und
dabei magnetische Partikel mindestens auf Bereichen der Oberfläche des thermisch schaltbaren
magnetischen Materials adsorbiert werden, und anschließend das Filtrat durch mindestens
eine weitere Vorrichtung zur Filtration magnetischer Partikel geleitet wird, deren
thermisch schaltbares magnetisches Material ebenfalls einen magnetischen Phasenübergang
erster Ordnung aufweist und auf eine Temperatur unterhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
T
c temperiert wird, und dabei magnetische Partikel mindestens auf Bereichen der Oberfläche
des thermisch schaltbaren magnetischen Materials der mindestens einen weiteren Vorrichtung
adsorbiert werden, nachfolgend mindestens ein auf eine Temperatur unterhalb der magnetischen
Phasenübergangs-Temperatur T
c temperiertes thermisch schaltbares magnetisches Material auf eine Temperatur oberhalb
der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c mindestens einer Vorrichtung erwärmt wird, und anschließend die mindestens auf Bereichen
der Oberflächen adsorbierten magnetischen Partikel mittels einer Flüssigkeit oder
eines Gases aus mindestens einer Vorrichtung ausgetragen werden.
[0033] Vorteilhafterweise wird die Temperierung des thermisch schaltbaren magnetischen Materials
durch ein Heizelement und/oder Kühlelement und/oder durch die magnetischen Partikel
enthaltende Flüssigkeit und/oder durch das magnetische Partikel enthaltende Gas realisiert.
[0034] Ebenfalls vorteilhafterweise werden neben den mindestens zwei in Verbindung stehenden
Vorrichtungen weitere mindestens zwei in Verbindung stehende Vorrichtungen parallel
geschaltet.
[0035] Und besonders vorteilhaft ist es, wenn die magnetischen Partikel aus den mindestens
zwei in Verbindung stehenden Vorrichtungen zeitlich versetzt ausgetragen werden.
[0036] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung und Anordnung
zur Filtration magnetischer Partikel wird eine Filtration magnetischer Partikel aus
Flüssigkeiten oder Gasen erreicht, mit der unabhängig von der Änderung eines äußeren
Magnetfeldes ein zeitlich und räumlich definiertes vollständiges Anund Abschalten
der magnetischen Filterwirkung erzielt wird. Außerdem wird ein einfaches und kostengünstiges
Regenerieren und Reinigen des Filters für magnetische Partikel nach Beendigung des
Filtrationsprozesses ermöglicht.
[0037] Erreicht wird dies durch eine Vorrichtung, die mindestens ein Filterelement und mindestens
ein ein Magnetfeld erzeugendes Bauelement enthält, wobei das Filterelement mindestens
überwiegend ein thermisch schaltbares magnetisches Material aufweist, was einen magnetischen
Phasenübergang mit einer magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c nahe der Betriebstemperatur T
B des Filters aufweist und sich dieser magnetische Phasenübergang dadurch auszeichnet,
dass die Werte der Magnetisierung des Materials einen großen Unterschied zwischen
dem magnetisch geordneten Zustand bei T<T
c mit hohen Werten der Magnetisierung im Vergleich zum paramagnetischen Zustand bei
T>T
c mit niedrigen Werten der Magnetisierung aufweisen, dass die starke Änderung der Magnetisierung
in einem sehr engen Temperaturbereich von wenigen Kelvin auftritt und dass die magnetische
Phasenübergangs-Temperatur T
c auf die Betriebstemperatur des Filters angepasst werden kann. Dies wird durch ein
Filterelement erreicht, dass mindestens überwiegend ein thermisch schaltbares magnetisches
Material als Filtermaterial mit einem magnetischen Phasenübergang erster Ordnung aufweist.
[0038] Im Rahmen der Erfindung sollen unter der Bezeichnung "magnetische Partikel" neben
magnetischen Feststoffpartikeln auch weitere Spezies wie organische Moleküle oder
Komplexe, die magnetisch funktionalisiert sind oder magnetische Verbindungen oder
Elemente enthalten, sowie magnetische Ionen verstanden werden, bzw. Agglomerate oder
Cluster dieser Spezies, die eine Partikelgröße im mikro-, nano- und picometer-Bereich
aufweisen und insbesondere, aber nicht ausschließlich paramagnetisch, superparamagnetisch
oder ferrimagnetisch sind.
[0039] Außerdem soll im Rahmen der Erfindung unter der Formulierung "mindestens überwiegend"
verstanden werden, dass das Material des Filterelementes einen Anteil von thermisch
schaltbarem magnetischen Materials von mehr als 50% aufweist.
[0040] Im Rahmen der Erfindung soll unter Filterelement insbesondere das thermisch schaltbare
magnetische Material verstanden werden, wobei das thermisch schaltbare magnetische
Material in einer Begrenzung, einem Kanal oder Einhausung angeordnet sein kann.
[0041] Eine Filtration der magnetischen Partikel in der erfindungsgemäßen Vorrichtung wird
dadurch erreicht, dass eine mit magnetischen Partikeln beladene Flüssigkeit oder ein
mit magnetischen Partikeln beladenes Gas durch das Filterelement geleitet wird, dass
mindestens überwiegend thermisch schaltbares magnetisches Material aufweist, welches
einen magnetischen Phasenübergang mit einer magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
T
c oberhalb der Betriebstemperatur T
B des Filters aufweist, sodass sich das thermisch schaltbare magnetische Filtermaterial
in einem magnetisch geordneten Zustand mit hoher Magnetisierung befindet. Das Filterelement
ist mindestens überwiegend innerhalb eines von außen angelegten Magnetfeldes angeordnet,
das durch ein ein Magnetfeld erzeugendes Bauelement realisiert wird, wobei das äußere
Magnetfeld entweder parallel, senkrecht oder in einem beliebigen anderen Winkel zur
Strömungsrichtung ausgerichtet sein kann. Im erfindungsgemäßen Filterelement wird
das äußere Magnetfeld de-homogenisiert, wodurch hohe Gradienten des Magnetfelds an
der Oberfläche des sich im magnetisch geordneten Zustand befindlichen thermisch schaltbaren
magnetischen Filtermaterials entstehen. Die in der Flüssigkeit oder dem Gas befindlichen
magnetischen Partikel werden in Richtung des Magnetfeldgradienten zur Oberfläche des
thermisch schaltbaren magnetischen Filtermaterials gezogen und dort aufgrund magnetischer
Dipol-Dipol-Wechselwirkung adsorbiert.
[0042] Ein vollständiges Abschalten der magnetischen Filterwirkung in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung wird dadurch erreicht, dass durch eine Erhöhung der Betriebstemperatur
T
B des Filters oberhalb der magnetischen Phasenübergangstemperatur T
c das thermisch schaltbare magnetische Filtermaterial in einen magnetisch ungeordneten,
paramagnetischen Zustand mit verschwindender Magnetisierung überführt wird, wobei
die benötigte Temperaturänderung im Bereich weniger Kelvin liegt, und wodurch die
durch das von außen angelegte Magnetfeld induzierten Gradientenfelder an der Oberfläche
des thermisch schaltbaren magnetischen Filtermaterials verschwinden. Die auf der Oberfläche
des thermisch schaltbaren magnetischen Materials adsorbierten magnetischen Partikel
lösen sich aufgrund der fehlenden magnetischen Wechselwirkung und können gezielt wieder
aus dem Filterelement über eine Flüssigkeit oder ein Gas ausgetragen werden. Die Flüssigkeit
oder das Gas mit den ausgetragenen magnetischen Partikeln kann anschließend beispielsweise
in einer konzentrierten Lösung außerhalb der Vorrichtung aufgefangen werden. Dies
hat den Vorteil, dass eine Demontage und Entnahme des Filterelementes aus der Vorrichtung
damit nicht notwendig ist, wodurch besonders einfach und kostengünstig eine Wiedergewinnung
der gefilterten magnetischen Partikel sowie eine Reinigung und vollständige Regenerierung
des Filters ermöglicht wird.
[0043] Erfindungsgemäß ist somit bereits mit einer geringen Temperaturänderung ΔT ohne Änderung
des von außen angelegten Magnetfeldes ein An- oder Abschalten der Filterfunktion der
Vorrichtung realisierbar, wodurch eine wesentlich höhere Magnetisierungsänderung und
damit magnetische Kräfte auf die magnetischen Partikel für die Filtration erreicht
werden.
[0044] Von besonderer Bedeutung ist, dass stets ein thermisch schaltbares magnetisches Material
als Filtermaterial eingesetzt wird, dass einen magnetischen Phasenübergang erster
Ordnung aufweist. Bei derartigen thermisch schaltbaren Materialien, die erst seit
1997 bekannt sind, ist der magnetische Ordnungübergang an eine Änderung des Kristallgitters
gekoppelt. Dadurch entsteht ein besonders starker Sprung in der Magnetisierung rund
um die kritische Phasenübergangstemperatur T
c, wodurch ein schnelles An- und Abschalten der Filterwirkung bei nur geringer Temperaturänderung
im Bereich weniger Kelvin in der erfindungsgemäßen Vorrichtung erreicht wird. Dies
führt zu einer besonderes effektiven Filterwirkung und Regeneration des Filters, da
restliche magnetische Kräfte beim Abschalten des Filters nicht mehr am Filtermaterial
nachwirken. Dadurch wird eine vollständige Austragung der Partikel bei geringer Temperaturänderung
und Überschreiten der magnetischen Phasenübergangstemperatur T
c ermöglicht.
[0045] Ein periodisches An- und Abschalten der magnetischen Filterwirkung in der erfindungsgemäßen
Vorrichtung wird dadurch erreicht, dass durch ein periodisches Erwärmen und Abkühlen
des Filterelements das thermisch schaltbare magnetische Material reversibel zwischen
einem magnetisch geordneten Zustand mit hoher Magnetisierung bei T
B<T
c und einem magnetisch ungeordneten Zustand mit verschwindender Magnetisierung bei
T
B>T
c geschaltet werden kann.
[0046] Eine besonders vorteilhafte und effektive Filtration magnetischer Partikel wird dann
erreicht, wenn das Filterelement vollständig aus einem thermisch schaltbaren magnetischen
Material besteht.
[0047] Ein besonders einfaches und schnelles An- und Abschalten der Filterfunktion der Vorrichtung
wird dann erreicht, wenn das thermisch schaltbare magnetische Material einen magnetischen
Phasenübergang mit einer magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c von -196°C bis 100°C, besonders vorteilhaft von +15°C bis +50°C aufweist.
[0048] Vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare magnetische Material ein magnetokalorisch
aktives Material, das eine Kristallstruktur vom Typ NaZn
13 aufweist, wobei besonders vorteilhaft das thermisch schaltbare magnetische Material
eine Zusammensetzung gemäß der Formel R
aFe
100-a-x-y-zT
xM
yL
z mit R = La oder eine Kombination von La mit Ce, Pr, Nd, Sm, Gd, Tb, Dy, Ho, Er, Tm,
Yb, Lu und/oder Y, T = mindestens ein Element ausgewählt aus der Gruppe Sc, Ti, V,
Cr, Mn, Co, Ni, Cu und/oder Zn, M = Al, Si, P, Ga, Ge, In und/oder Sn, L = H, B, C
und/oder N, und wobei weiterhin 5 ≤ a ≤ 11 und 0 ≤ x ≤ 12 und 2 ≤ y ≤ 20 und 0 ≤ z
≤ 18, (alles in Atom-%), aufweist.
[0049] Vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare magnetische Material eine magnetokalorisch
aktive Mn-Fe-P-Verbindung mit einer hexagonalen Fe
2P-Struktur entsprechend der Zusammensetzung (Mn
xFe
1-x)
2+zP
1-y(A)
y , wobei A mindestens ein Element von Si, Ge, As ist mit 0,5 ≤ x ≤ 1 und 0,3 ≤ y ≤
0,8 und -0,1 ≤ z ≤ 0,1, und besonders vorteilhaft die Zusammensetzung MnFeP
1-y(Si,Ge)
y mit 0,3 ≤ y ≤ 0,55 ist.
[0050] Vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare magnetische Material eine magnetokalorisch
aktive ternäre Gd-basierte intermetallische Verbindung entsprechend der Zusammensetzung
Gd
5(Si
xGe
1-x)
4, mit besonders vorteilhaft 0 ≤ x ≤ 0,5 ist, und ganz besonders vorteilhaft ein weiteres
weichmagnetisches Legierungselement wie Mn, Fe, Co, Ni oder Ga enthalten ist.
[0051] Vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare magnetische Material eine magnetokalorisch
aktive Heusler-Legierung, die eine Zusammensetzung entsprechend der allgemeinen Formel
X
2YZ aufweist, wobei X mindestens ein Element aus der Gruppe der Übergangsmetalle enthält
und Y mindestens ein Element aus der Gruppe der Übergangsmetalle, der Gruppe der Seltenen
Erden oder der Gruppe der Erdalkalimetalle ist. Besonders vorteilhaft ist X = Ni und
Y = Mn. Weiterhin vorteilhaft ist Z mindestens ein Element aus den Gruppen IIIA-VA
des Periodensystems, wobei besonders vorteilhaft Z = Ga, Sn, In, Co, Sb ist.
[0052] Vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare magnetische Material ein Mn-basiertes
Antiperowskit, das eine Zusammensetzung gemäß der Formel Mn
3+xA
1-xB aufweist, wobei A mindestens ein Element aus der Gruppe Ni, Sn, Ga, Ge, Cu, Zn enthält,
wobei weiterhin B mindestens ein Element aus der Gruppe N,C enthält und wobei 0 ≤
x ≤ 1, wobei besonders vorteilhaft die Verbindungen Mn
3GaC und Mn
3SnC sind.
[0053] Vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare magnetische Material ein magnetokalorisch
aktives oxidisches Perowskit, insbesondere vorteilhaft ein Manganit mit der Zusammensetzung
R
1-xA
xMnO
3, wobei R mindestens ein Element aus der Gruppe der Seltenen Erden wie La, Pr, Nd,
Eu oder Sm ist, und A mindestens ein Element aus der Gruppe Alkali- oder Erdalkalimetalle
wie Na, K, Ca, Sr, Ba, oder Pb ist und 0.1 ≤ x ≤ 0,5.
[0054] Ebenfalls vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare Material ein zweischichtiges
oxidisches Perowskit vom Typ A
3B
2O
7, besonders vorteilhaft eine Zusammensetzung gemäß La
1.6Ca
1.4Mn
2O
7 oder La
2.5-xK
0.5+xMn
2O
7+δ mit 0 ≤ x ≤ 0,5.
[0055] Ebenfalls vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare Material ein oxidisches
Doppelperowskit vom Typ A
2B'B"O
6, wobei A mindestens ein Element aus der Gruppe von Sr, Ba, Ca, wobei B' mindestens
ein Element aus der Gruppe von Fe, Cr, Mn, Co, Y ist, wobei B" mindestens ein Element
aus der Gruppe von Mo, Re, W, Ru ist.
[0056] Vorteilhafterweise ist das thermisch schaltbare magnetische Material eine binäre
Gd-Verbindung gemäß der Zusammensetzung Gd
100-xA
x, wobei A = Y und/oder Tb und 0 ≤ x ≤ 0,1.
[0057] Vorteilhaft ist es auch, wenn das thermisch schaltbare magnetische Material in Form
von Drähten, Fäden, Kugeln, Stäben und/oder als Gitter vorliegt. Damit werden besonders
vorteilhafte Formen des thermisch schaltbaren magnetischen Materials bereitgestellt,
mit denen besonders starke magnetische Gradientenfelder im Filterelement erzeugt werden
können, wodurch eine besonders hohe und effektive Filtration magnetischer Partikel
aus Flüssigkeiten und Gasen erreicht wird.
[0058] In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform weist das thermisch schaltbare magnetische
Material mindestens eine zusätzliche Passivierungsschicht auf der Oberfläche auf,
wobei die Passivierungsschicht ein Polymer, ein keramisches Material, Metall, Halbmetall,
Metalloxid, Halbmetalloxid und/oder Kombinationen davon sei kann. Durch die zusätzliche
Passivierungsschicht wird insbesondere eine Korrosion des thermisch schaltbaren magnetischen
Materials verhindert oder reduziert, wodurch die Haltbarkeit und Standzeit der Vorrichtung
wesentlich verbessert ist.
[0059] Vorteilhafterweise wird das erzeugte äußere Magnetfeld durch einen Permanentmagneten,
einen Elektromagneten und/oder einen supraleitenden Magneten erzeugt.
[0060] Bei der erfindungsgemäßen Anordnung zur Filtration von magnetischen Partikeln sind
mindestens zwei der erfindungsgemäßen Vorrichtungen angeordnet, die miteinander in
Verbindung stehen. Hierbei wird das Filtrat der ersten Vorrichtung zu mindestens einer
weiteren Vorrichtung zur Filtration der magnetischen Partikel über eine Verbindung
der Vorrichtungen geleitet. Im Rahmen der Erfindung soll unter "in Verbindung stehen"
verstanden werden, dass eine Verbindung zwischen den mindestens zwei Vorrichtungen
vorhanden ist, die den Transport von mit magnetischen Partikeln beladenen oder gefilterten
Flüssigkeiten oder Gasen ermöglicht.
[0061] Unter Filtrat soll im Rahmen der Erfindung eine bereits gefilterte Flüssigkeit oder
ein bereits gefiltertes Gas verstanden werden, wobei das Filtrat frei von magnetischen
Partikeln sein kann oder auch nach einer Filtration magnetische Partikel aufweisen
kann.
[0062] Die thermisch schaltbaren magnetischen Materialien mit einem magnetischen Phasenübergang
erster Ordnung, insbesondere deren magnetische Phasenübergangs-Temperatur T
c, deren geometrische Form und Strukturgröße sowie deren longitudinale Ausdehnung im
Filterelement, können in jeder einzelnen Vorrichtung der Anordnung unterschiedlich
sein, wobei unter Strukturgröße der mittlere Durchmesser der vorteilhaften Form des
thermisch schaltbaren magnetischen Materials verstanden werden soll, dass vorteilhafterweise
in Form von Drähten, Fäden, Kugeln, Stäben und/oder als Gitters vorliegen kann.
[0063] Dies ermöglicht insbesondere ein zeitlich und räumlich definiertes An- und Abschalten
der magnetischen Filterwirkung und eine individuelle Filtration in jeder einzelnen
Vorrichtung der Anordnung.
[0064] Mit der Schaltung von zwei oder mehreren Vorrichtungen in Reihe wird erreicht, dass
magnetische Partikel, die in der ersten Vorrichtung der Reihenschaltung noch nicht
aus der Flüssigkeit und/oder dem Gas auf der Oberfläche des thermisch schaltbaren
magnetischen Materials adsorbiert und gefiltert wurden, nunmehr in der mindestens
einen weiteren Vorrichtung der Anordnung aus der Flüssigkeit und/oder dem Gas gefiltert
werden. Dies wird insbesondere, aber nicht ausschließlich dadurch realisiert, dass
sich die Strukturgröße des ersten thermisch schaltbaren magnetischen Materials der
ersten Vorrichtung von der des mindestens einen weiteren thermisch schaltbaren magnetischen
Materials unterscheidet. Damit wird eine besonders effektive Filtration von magnetischen
Partikeln erreicht.
[0065] Ein weiterer Vorteil einer Anordnung von zwei oder mehreren Vorrichtungen als Reihenschaltung
besteht darin, dass durch die Serie von verschiedenen magnetischen Phasenübergangs-Temperaturen
T
c der thermisch schaltbaren magnetischen Materialen die Filterelemente gestaffelt beladen
und entladen werden können, da nur diejenigen Filterelemente eine Filtration der mit
magnetischen Partikeln beladenen Flüssigkeit oder des mit magnetischen Partikeln beladenen
Gases realisieren, deren magnetische Phasenübergangs-Temperatur T
c größer als die gerade vorherrschende Betriebstemperatur T
B ist und sich das Filtermaterial somit in einem magnetisch geordneten Zustand befindet
(T
c>T
B). Bei denjenigen Filterelementen der Anordnung, deren magnetische Phasenübergangs-Temperatur
T
c kleiner als die gerade vorherrschende Betriebstemperatur T
B ist und somit in einem magnetisch ungeordneten Zustand sind (T
c<T
B), lösen sich die adsorbierten magnetischen Partikel von der Oberfläche des thermisch
schaltbaren magnetischen Materials und das Filterelement kann gereinigt und regeneriert
werden. Dabei können die einzelnen Filterelemente verschiedene Betriebstemperaturen
aufweisen. Durch das differenzierte An- und Abschalten der einzelnen in Reihe angeordneten
Filterelemente wird eine Überladung und Verstopfung des Filterelementes vermieden
und die Standzeit der Vorrichtung wesentlich verbessert.
[0066] Ein besonderer Vorteil der Verwendung von thermisch schaltbaren magnetischen Materialien
mit einem magnetischen Phasenübergang erster Ordnung in jeder Vorrichtung der Anordnung
besteht darin, dass in einem sehr geringen Temperaturtemperaturintervall von wenigen
Kelvin ein sehr schnelles Ein- und Ausschalten der magnetischen Filterwirkungen in
den einzelnen Vorrichtungen realisiert werden kann. Im Gegensatz dazu besteht bei
Materialien mit einem magnetischen Phasenübergang zweiter Ordnung der Nachteil darin,
dass diese Materialien einen sehr großen Temperaturbereich benötigen, um einen Übergang
zwischen dem magnetisch geordneten Zustand und dem ungeordneten, paramagnetischen
Zustand zu erreichen, wodurch es zu Überschneidungen mit der magnetischen Filterwirkung
eines nachfolgenden und eingeschalteten Filters einer weiteren Vorrichtungen kommt.
[0067] Insofern ermöglicht die erfindungsgemäße Anordnung mit Vorrichtungen, die jeweils
ein thermisch schaltbares Material mit magnetischem Phasenübergang erster Ordnung
aufweisen, eine sehr effektive Arbeitsweise der Anordnung durch einen schnellen Wechsel
von Filterwirkung und Regeneration der Filter bei nur geringen Temperaturunterschieden
im Bereich der magnetischen Phasenübergangstemperatur T
c.
[0068] Die Anordnung von mindestens zwei Vorrichtungen zur Filtration von magnetischen Partikeln
ermöglicht, dass die Filterelemente unterschiedliche thermisch schaltbare magnetische
Materialien mit unterschiedlichen magnetischen Phasenübergangs-Temperaturen T
c, geometrischen Formen, Größen und/oder longitudinalen Ausdehnungen aufweisen. Damit
wird es insbesondere möglich, die Filterwirkung der einzelnen Vorrichtungen der Anordnung
individuell aufeinander abzustimmen und einzustellen. Zudem wird ermöglicht, dass
beispielsweise nur eine Vorrichtung eine Filterwirkung aufweist, während eine andere
oder mehrere andere Vorrichtungen der Anordnung ohne Filterwirkung bleiben und beispielsweise
währenddessen gereinigt und regeneriert werden.
[0069] Möglich ist auch, dass neben den mindestens zwei in Verbindung stehenden Vorrichtung
weitere Anordnungen von mindestens zwei in Verbindung stehenden Vorrichtung zur Filtration
von magnetischen Partikeln vorhanden sind, bei denen beispielsweise eine wechselseitig
Schaltung der jeweils mindestens zwei Vorrichtung erfolgen kann, um eine gleichzeitige
Filtration oder Reinigung und Regenerierung der jeweiligen Anordnung realisieren zu
können. Dadurch wird eine kontinuierliche und besonders effektive Arbeitsweise der
Anordnung mit hoher Filterwirkung erreicht.
[0070] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Filtration magnetischer Partikel wird durch
ein ein Magnetfeld erzeugendes Bauelement ein äußeres statisches Magnetfeld erzeugt,
dass ein Filterelement mindestens überwiegend durchdringt, und ein thermisch schaltbares
magnetisches Material eines Filterelementes auf eine Temperatur unterhalb der magnetischen
Phasenübergangs-Temperatur T
c temperiert. Anschließend wird eine magnetische Partikel enthaltende Flüssigkeit oder
ein magnetische Partikel enthaltendes Gas durch das Filterelement geleitet und dabei
magnetische Partikel mindestens auf Bereichen der Oberfläche des thermisch schaltbaren
magnetischen Materials adsorbiert. Nachfolgend wird das Filtrat des ersten Filterelementes
der ersten Vorrichtung durch mindestens eine weitere Vorrichtung zur Filtration magnetischer
Partikel geleitet, wobei magnetische Partikel mindestens auf Bereichen der Oberfläche
mindestens eines weiteren thermisch schaltbaren magnetischen Materials, das auf eine
Temperatur unterhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c temperiert ist und ebenfalls einen magnetischen Phasenübergang erster Ordnung aufweist,
adsorbiert werden. Nachfolgend wird mindestens ein auf eine Temperatur unterhalb der
magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c temperiertes thermisch schaltbares magnetisches Material der in Reihe geschalteten
Vorrichtungen auf eine Temperatur oberhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
T
c erwärmt, und anschließend die mindestens auf Bereichen der Oberfläche adsorbierten
magnetischen Partikel mittels einer Flüssigkeit oder eines Gases aus mindestens einem
Filterelement ausgetragen. Dadurch werden magnetische Partikel, die in der ersten
Vorrichtung nicht aus der Flüssigkeit oder dem Gas durch das erste Filterelement gefiltert
wurden, in der mindestens einen nachfolgenden Vorrichtung aus der Flüssigkeit oder
dem Gas teilweise oder vollständig adsorbiert. Nachfolgend werden die in jeder einzelnen
Vorrichtung der Anordnung adsorbierten magnetischen Partikel durch individuelle Temperierung
jeder einzelnen Vorrichtung separat wieder ausgetragen. Mit einem derartigen Verfahren
wird zum einen eine besonders hohe Filterwirkung erreicht und zum anderen eine nach
den einzelnen Filterelementen getrennte Sammlung der gefilterten magnetischen Partikel
ermöglicht.
[0071] Die Temperierung des im Filterelement angeordneten thermisch schaltbaren magnetischen
Materials kann durch unterschiedliche Erwärmungs- und Abkühlungsverfahren erfolgen.
So ist es möglich, dass die Temperierung des im Filterelement angeordneten thermisch
schaltbaren magnetischen Materials mit einem magnetischen Phasenübergang erster Ordnung
durch mindestens ein zusätzliches Heizelement und/oder Kühlelement erreicht wird,
um die Temperatur des thermisch schaltbare magnetische Material oberhalb oder unterhalb
der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c einzustellen. Außerdem kann die Temperierung durch eine Änderung der Temperatur einer
mit oder ohne magnetische Partikel beladenen Flüssigkeit und/oder des mit magnetischen
Partikeln beladenen Gases realisiert werden.
[0072] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der erfindungsgemäßen Vorrichtung und Anordnung
können magnetische Partikel aus flüssigen oder gasförmigen Medien separiert und anschließend
zuverlässig wiedergewonnen werden. Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße
Vorrichtung und Anordnung können beispielsweise zur Reinigung von industriellen Abgasen,
Abwässern und Schlacken, die magnetische oder magnetisierbare Partikel enthalten,
zur Separation von magnetisch funktionalisierten pharmazeutischen Partikeln, wie beispielsweise
MRT-Kontrastmittel oder radiopharmazeutische Medikamenten, aus medizinischen Abwässern,
wie kontaminierter Urin, zur Aufbereitung von Trinkwasser oder zur Wiedergewinnung
insbesondere von ressourcenkritischen magnetischen Spezies, wie beispielsweise Seltenerdmetalle,
aus Produktionsabgasen/-abwässern oder aus Lösungen/ Aufschlämmungen, die beim Recycling
von magnetischem Material, wie beispielsweise Permanentmagnete, Elektroschrott, Leuchtstoffröhren
oder bei der Erzaufbereitung anfallen, eingesetzt werden.
[0073] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von zwei Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Ausführungsbeispiel 1
[0074] Die Vorrichtung zur Filtration von magnetischen Partikeln weist ein Filterelement
auf, das ein Rohr aus Polyvinylchlorid mit einer Wandstärke von 0,75 mm, einem Innendurchmesser
von 2,5 mm und einer Länge von 28 mm ist und mit einem Pulver von La(Fe, Si, Mn, H)
13 mit einer mittlerer Korngröße von 500 µm und einer magnetischer Phasenübergangs-Temperatur
T
c von 293 K / 20°C gefüllt ist. Das Pulver aus La(Fe, Si, Mn, H)
13 ist das Filtermaterial des Filterelementes. An den beiden Öffnungen des Rohres ist
jeweils ein Drahtgeflecht aus Edelstahl mit einem Drahtdurchmesser von d = 0,2 mm
und einer Maschenweite von 0,28 mm angeordnet, um das Filtermaterial in der Vorrichtung
zu fixieren und gleichzeitig durchlässig für das zu filternde Medium zu sein. Das
Filterelement ist in einem Spalt eines Permanentmagneten mit einer Feldstärke von
0,5 T angeordnet.
[0075] Die Vorrichtung mit dem Filtermaterial weist eine Temperatur von 18°C auf, die unterhalb
der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c liegt.
[0076] Mittels einer Spritzenpumpe werden nunmehr 3 ml einer verdünnten Ferrofluid-Lösung,
die Magnetit-Partikel der mittleren Größe 10 nm und ebenfalls eine Temperatur von
18 °C aufweist und in einer Konzentration 0,0015 V% vorliegt, von der einen Öffnung
des Rohres durch das Filterelement mit einem konstanten Volumenstrom von 0,5 ml/min
geleitet, wobei auf der Oberfläche des Filtermaterials Magnetit-Partikel aus der durchströmenden
Lösung adsorbiert werden. Das am anderen Ende des Rohres austretende Filtrat wird
in einem Behälter aufgefangen.
[0077] Nunmehr wird das Filtermaterial des Filterelementes durch ein Heizelement auf 25°C
und damit auf eine Temperatur oberhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
T
c erwärmt. Nachfolgend wird das Filterelement von der ersten Öffnung des Rohres aus
mit destilliertem Wasser, das eine Temperatur von 25°C aufweist, durchströmt und damit
gespült, um die im Filterelement befindlichen magnetischen Partikel aus dem Filterelement
auszutragen. Das magnetische Partikel enthaltende destillierte Wasser wird am anderen
Ende des Rohres in einem weiteren Behälter aufgefangen.
[0078] Die nachfolgend durchgeführte Bestimmung der Konzentration der magnetischen Partikel
des Filtrats im Vergleich zur Ausgangslösung erfolgt durch Messung der Magnetisierung
M beider Flüssigkeiten in Abhängigkeit des äußeren Magnetfeldes H bei einer Messtemperatur
von 1,9 K mit Hilfe eines SQUID-Magnetometers. Die Messung ergab, dass das Filtrat
nur einen Anteil von 1 % von den ursprünglich in der Ausgangslösung vorhandenen magnetischen
Partikeln aufweist. Damit sind 99% der magnetischen Partikel aus der Ausgangslösung
von der Vorrichtung filtriert.
Ausführungsbeispiel 2
[0079] Die Vorrichtung zur Filtration von magnetischen Partikeln weist ein Filterelement
auf, das ein Rohr aus Polyvinylchlorid mit einer Wandstärke von 0,75 mm, einem Innendurchmesser
von 2,5 mm und einer Länge von 28 mm ist und mit einem Pulver von Mn-Fe-P-Si mit einer
mittlerer Korngröße von 500 µm und einer magnetischer Phasenübergangs-Temperatur T
c von 313 K / 40°C gefüllt ist. Das Pulver aus Mn-Fe-P-Si ist das Filtermaterial des
Filterelementes. An den beiden Öffnungen des Rohres ist jeweils ein Drahtgeflecht
aus Edelstahl mit einem Drahtdurchmesser von d = 0,2 mm und einer Maschenweite von
0,28 mm angeordnet, um das Filtermaterial in der Vorrichtung zu fixieren und gleichzeitig
durchlässig für das zu filternde Medium zu sein. Das Filterelement ist in einem Spalt
eines Permanentmagneten mit einer Feldstärke von 0,5 T angeordnet.
[0080] Die Vorrichtung mit dem Filtermaterial weist eine Temperatur von 37°C auf, die unterhalb
der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur T
c liegt.
[0081] Mittels einer Spritzenpumpe werden nunmehr 3 ml einer verdünnten Ferrofluid-Lösung,
die Magnetit-Partikel der mittleren Größe 10 nm und ebenfalls eine Temperatur von
37°C aufweist und in einer Konzentration 0,0015 V% vorliegt, von der einen Öffnung
des Rohres durch das Filterelement mit einem konstanten Volumenstrom von 0,5 ml/min
geleitet, wobei auf der Oberfläche des Filtermaterials Magnetit-Partikel aus der durchströmenden
Lösung adsorbiert werden. Das am anderen Ende des Rohres austretende Filtrat wird
in einem Behälter aufgefangen.
[0082] Nunmehr wird das Filtermaterial des Filterelementes durch ein Heizelement auf 45°C
und damit auf eine Temperatur oberhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
T
c erwärmt. Nachfolgend wird das Filterelement von der ersten Öffnung des Rohres aus
mit destilliertem Wasser, das eine Temperatur von 45°C aufweist, durchströmt und damit
gespült, um die im Filterelement befindlichen magnetischen Partikel aus dem Filterelement
auszutragen. Das magnetische Partikel enthaltende destillierte Wasser wird am anderen
Ende des Rohres in einem weiteren Behälter aufgefangen.
[0083] Die nachfolgend durchgeführte Bestimmung der Konzentration der magnetischen Partikel
des Filtrats im Vergleich zur Ausgangslösung erfolgt durch Messung der Magnetisierung
M beider Flüssigkeiten in Abhängigkeit des äußeren Magnetfeldes H bei einer Messtemperatur
von 1,9 K mit Hilfe eines SQUID-Magnetometers. Die Messung ergab, dass das Filtrat
nur einen Anteil von 1,5 % von den ursprünglich in der Ausgangslösung vorhandenen
magnetischen Partikeln aufweist. Damit sind 98,5% der magnetischen Partikel aus der
Ausgangslösung von der Vorrichtung filtriert.
1. Vorrichtung zur Filtration magnetischer Partikel, enthaltend mindestens ein Filterelement
und mindestens ein ein Magnetfeld erzeugendes Bauelement, wobei das Filterelement
mindestens überwiegend ein thermisch schaltbares magnetisches Material mit einem magnetischen
Phasenübergang erster Ordnung aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das Filterelement vollständig aus einem thermisch
schaltbaren magnetischen Material mit einem magnetischen Phasenübergang erster Ordnung
besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das thermisch schaltbare magnetische Material
einen magnetischen Phasenübergang erster Ordnung mit einer magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
Tc von -196°C bis 100°C, besonders vorteilhaft von +15°C bis +50°C aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, wobei das thermisch schaltbare magnetische Material
- ein magnetokalorisch aktives Material mit einer Kristallstruktur vom Typ NaZn13,
- eine Mn-Fe-P-Verbindung mit einer hexagonalen Fe2P-Struktur entsprechend der Zusammensetzung (MnxFe1-x)2+zP1-y(A)y ist, wobei A mindestens ein Element von Si, Ge, As mit 0,5 ≤ x ≤ 1 und 0,3 ≤ y ≤
0,8 und -0,1 ≤ z ≤ 0,1,
- eine magnetokalorisch aktive ternäre Gd-basierte intermetallische Verbindung der
Zusammensetzung Gd5(SixGe1-x)4,
- eine Heusler-Legierung der Zusammensetzung X2YZ, wobei X mindestens ein Element aus der Gruppe der Übergangsmetalle und Y mindestens
ein Element aus der Gruppe der Übergangsmetalle oder der Gruppe der Seltenen Erden
oder der Gruppe der Erdalkalimetalle und Z mindestens ein Element aus den Gruppen
IIIA-VA des Periodensystems ist,
- ein Mn-basiertes Antiperowskit ist, das eine Zusammensetzung gemäß der Formel Mn3+xA1-xB aufweist, wobei A mindestens ein Element aus der Gruppe Ni, Sn, Ga, Ge, Cu und Zn
und B mindestens ein Element aus der Gruppe N und C ist, wobei 0 ≤ x ≤ 1,
- ein oxidisches Perowskit,
- ein zweischichtiges oxidisches Perowskit vom Typ A3B2O7 ist, und/oder
- ein oxidisches Doppelperowskit vom Typ A2B'B"O6 ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, bei der
- das magnetokalorisch aktive Material mit einer Kristallstruktur vom Typ NaZn13 eine Zusammensetzung gemäß der Formel RaFe100-a-x-y-zTxMyLz mit
R = La oder eine Kombination von La mit Ce, Pr, Nd, Sm, Gd, Tb, Dy, Ho, Er, Tm, Yb,
Lu und/oder Y,
T = mindestens ein Element ausgewählt aus der Gruppe Sc, Ti, V, Cr, Mn, Co, Ni, Cu
und/oder Zn,
M = Al, Si, P, Ga, Ge, In und/oder Sn,
L = H, B, C und/oder N,
5 ≤ a ≤ 11 und 0 ≤ x ≤ 12 und 2 ≤ y ≤ 20 und 0 ≤ z ≤ 18, (alles in Atom-%) ist, oder
- die Mn-Fe-P-Verbindung mit einer hexagonalen Fe2P-Struktur MnFeP1-y(Si,Ge)y mit 0,3 ≤ y ≤ 0,55 ist, oder
- die magnetokalorisch aktive ternäre Gd-basierte intermetallische Verbindung eine
Zusammensetzung Gd5(SixGe1-x)4 mit 0 ≤ x ≤ 0,5 und vorteilhafterweise ein weiteres weichmagnetisches Legierungselement
wie Mn, Fe, Co, Ni oder Ga enthalten ist, oder
die magnetokalorisch aktive Heusler-Legierung eine Zusammensetzung X2YZ aufweist, wobei X = Ni und Y = Mn und Z = Ga, Sn, In, Co, Sb, ist, oder
- der Mn-basierte Antiperowskit die Verbindung Mn3GaC oder Mn3SnC ist, oder
- das thermisch schaltbare magnetische oxidische Perowskit Manganit mit der Zusammensetzung
R1-xAxMnO3 ist, wobei R mindestens ein Element aus der Gruppe der Seltenen Erden und A mindestens
ein Element aus der Gruppe der Alkali- oder Erdalkalimetalle ist, mit 0,1 ≤ x ≤ 0,5,
und besonders vorteilhaft R ein Element ausgewählt aus La, Pr, Nd, Eu oder Sm und
A ausgewählt aus Na, K, Ca, Sr, Ba, oder Pb ist, oder
- der zweischichtige oxidische Perowskit vom Typ A3B2O7, mit einer Zusammensetzung gemäß La1.6Ca1.4Mn2O7 oder La2.5-xK0.5+xMn2O7+δ mit 0 ≤ x ≤ 0,5 ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das thermisch schaltbare magnetische Material
in Form von Drähten, Fäden, Kugeln, Stäben und/oder als Gitter vorliegt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das thermisch schaltbare magnetische Material
mindestens eine zusätzliche Passivierungsschicht auf der Oberfläche aufweist, wobei
vorteilhafterweise die Passivierungsschicht ein Polymer, ein keramisches Material,
ein Metall oder Halbmetall, ein Metall- oder Halbmetalloxid und/oder Kombinationen
davon ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das ein Magnetfeld erzeugende Bauelement ein
Permanentmagnet, Elektromagnet und/oder supraleitender Magnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der zur Temperierung des thermisch schaltbaren magnetischen
Materials ein Heiz- und/oder Kühlelement vorhanden ist.
10. Anordnung zur Filtration magnetischer Partikel, enthaltend mindestens zwei in Verbindung
stehende Vorrichtungen zur Filtration magnetischer Partikel, wobei jede Vorrichtung
mindestens ein Filterelement und mindestens ein ein Magnetfeld erzeugendes Bauelement
enthält, wobei das jeweils mindestens eine Filterelement mindestens überwiegend ein
thermisch schaltbares magnetisches Material mit einem magnetischen Phasenübergang
erster Ordnung aufweist, und die unterschiedlichen thermisch schaltbaren magnetische
Materialien unterschiedliche Phasenübergangs-Temperaturen Tc aufweisen
11. Anordnung nach Anspruch 10, bei der die thermisch schaltbaren magnetischen Materialien
der mindestens zwei Vorrichtungen unterschiedliche magnetische Phasenübergangs-Temperaturen
Tc, geometrische Formen, Strukturgrößen und/oder longitudinaler Ausdehnungen aufweisen.
12. Anordnung nach Anspruch 10, bei der neben den mindestens zwei in Verbindung stehenden
Vorrichtungen weitere mindestens zwei in Verbindung stehende Vorrichtungen vorhanden
sind.
13. Anordnung nach Anspruch 10, bei der bei jeder Vorrichtung mindestens ein Heiz- und/oder
Kühlelement vorhanden ist.
14. Verfahren zur Filtration magnetischer Partikel, beim dem durch ein ein Magnetfeld
erzeugendes Bauelement ein äußeres statisches Magnetfeld erzeugt wird, dass ein Filterelement
mindestens überwiegend durchdringt, und bei dem ein thermisch schaltbares magnetisches
Material des Filterelementes, das einen magnetischen Phasenübergang erster Ordnung
aufweist, auf eine Temperatur unterhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
Tc temperiert wird, anschließend eine magnetische Partikel enthaltende Flüssigkeit oder
ein magnetische Partikel enthaltendes Gas durch das Filterelement geleitet wird und
dabei magnetische Partikel mindestens auf Bereichen der Oberfläche des thermisch schaltbaren
magnetischen Materials adsorbiert werden, und anschließend das Filtrat durch mindestens
eine weitere Vorrichtung zur Filtration magnetischer Partikel geleitet wird, deren
thermisch schaltbares magnetisches Material mit einem magnetischen Phasenübergang
erster Ordnung auf eine Temperatur unterhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
Tc temperiert wird, und dabei magnetische Partikel mindestens auf Bereiche der Oberfläche
des thermisch schaltbaren magnetischen Materials der mindestens einen weiteren Vorrichtung
adsorbiert werden, und anschließend das Filtrat durch mindestens eine weitere Vorrichtung
zur Filtration magnetischer Partikel geleitet wird, deren thermisch schaltbares magnetisches
Material auf eine Temperatur unterhalb der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur
Tc temperiert wird, und dabei magnetische Partikel mindestens auf Bereichen der Oberfläche
des thermisch schaltbaren magnetischen Materials der mindestens einen weiteren Vorrichtung
adsorbiert werden, nachfolgend mindestens ein auf eine Temperatur unterhalb der magnetischen
Phasenübergangs-Temperatur Tc temperiertes thermisch schaltbares magnetisches Material auf eine Temperatur oberhalb
der magnetischen Phasenübergangs-Temperatur Tc mindestens einer Vorrichtung erwärmt wird, und anschließend die mindestens auf Bereichen
der Oberflächen adsorbierten magnetischen Partikel mittels einer Flüssigkeit oder
eines Gases aus mindestens einer Vorrichtung ausgetragen werden.
15. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem die Temperierung des thermisch schaltbaren magnetischen
Materials durch eine Heizelement und/oder Kühlelement und/oder durch die magnetischen
Partikel enthaltende Flüssigkeit und/oder durch das magnetische Partikel enthaltende
Gas realisiert wird.
16. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem neben den mindestens zwei in Verbindung stehenden
Vorrichtungen weitere mindestens zwei in Verbindung stehende Vorrichtungen parallel
geschaltet werden.
17. Verfahren nach Anspruch 14, bei dem die magnetischen Partikel aus den mindestens zwei
in Verbindung stehenden Vorrichtungen zeitlich versetzt ausgetragen werden.