[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Werkzeugset mit einer Vielzahl von Werkzeugkomponenten
zum Konfigurieren von Biegewerkzeugen unterschiedlicher Wirkgeometrie zur Verwendung
in einem Biegekopf einer Drahtverformungsmaschine.
[0002] Drahtverformungsmaschinen sind computernumerisch gesteuerte, mehrachsige Werkzeugmaschinen,
die mit Hilfe geeigneter Werkzeuge aus Draht in einem automatischen Fertigungsprozess
kleinere oder größere Serien von Formteilen mit teilweise komplexer Geometrie überwiegend
durch Umformen erzeugen können. Bei einer Drahtverformungsmaschine kann es sich beispielsweise
um eine Biegemaschine zum Erzeugen von Biegeteilen aus Drahtmaterial oder um eine
Federmaschine zur Herstellung von Schraubenfedern, wie z.B. Druckfedern, Zugfedern,
Schenkelfedern, oder von anderen federartigen Formteilen handeln.
[0003] Viele dieser Drahtverformungsmaschinen sind mit mindestens einem Biegesystem ausgestattet,
welches einen Biegekopf aufweist, der mithilfe eines zugeordneten Antriebs um eine
Biegekopfachse drehbar ist. Um den Biegekopf für einen bestimmten Biegeprozess einzurichten,
wird ein passendes Biegewerkzeug in eine Aufnahmeöffnung einer Werkzeugaufnahme des
Biegekopfs eingesetzt und dort drehfest fixiert. Das Biegewerkzeug hat an seiner dem
Werkstück (Draht) zugewandten Stirnseite ein erstes Werkzeugelement in Form eines
stiftförmigen Fortsatzes, der bei eingebautem Biegewerkzeug koaxial zur Biegekopfachse
angeordnet ist und eine im Wesentlichen rotationssymmetrische Außenkontur hat. Exzentrisch
zur Biegekopfachse und mit Abstand zum zentrischen Fortsatz ist ein zweites Werkzeugelement
angebracht, welches sich bei Drehung des Biegekopfs um den zentrischen Fortsatz bzw.
um die Biegekopfachse herumbewegt. Zwischen den Werkzeugelementen besteht ein Zwischenraum,
in welchen der zu biegende Draht mit relativ geringem Spiel passen sollte.
[0004] Für eine Biegeoperation wird zunächst derjenige Drahtabschnitt, in welchem eine Biegung
erzeugt werden soll, in den Zwischenraum zwischen den beiden Werkzeugelementen gebracht,
beispielsweise durch Zustellung des Biegekopfs parallel zu der Biegekopfachse in Richtung
des Drahts. Beim Drehen des Biegekopfs um die Biegekopfachse wird dann ein umzubiegender
Abschnitt des Drahts von dem exzentrischen Werkzeugelement ergriffen und um das innenliegende
zentrische Werkzeugelement herum gebogen. Der Durchmesser bzw. der Halbmesser des
innenliegenden Werkzeugelementes bestimmt dabei den Biegeradius (Krümmungsradius)
der erzeugten Biegung, während der Drehwinkel des Biegekopfs bei der Biegeoperation
den Biegewinkel bestimmt.
[0005] Drahtverformungsmaschinen sind in der Regel dazu ausgelegt, Drähte unterschiedlicher
Durchmesser aus einem gewissen Durchmesserspektrum (dem Arbeitsbereich der Drahtverformungsmaschine)
zu biegen. In den meisten Anwendungsfällen sollen solche Drahtverformungsmaschinen
im Laufe der Zeit dazu benutzt werden, eine Vielzahl von Biegeteilen mit unterschiedlichen
Biegegeometrien aus Drähten mit unterschiedlichen Durchmessern zu erzeugen. Ein Wechsel
zwischen Biegewerkzeugen unterschiedlicher Wirkgeometrie ist dabei meist dann erforderlich,
wenn von einem Drahtdurchmesser auf einen anderen Drahtdurchmesser übergegangen werden
soll und/oder wenn der Biegeradius der zu erzeugenden Biegungen verändert werden soll.
[0006] Wenn bei einem Anwender eine größere Vielfalt unterschiedlicher Biegeteile erzeugt
werden soll, müssen entsprechend viele Biegewerkzeuge unterschiedlicher Wirkgeometrie
vorgehalten werden, um bei Bedarf eingewechselt werden zu können. Dies bedeutet für
einen Anwender unter Umständen eine höhere Investition in Biegewerkzeuge, die gegebenenfalls
nur selten genutzt werden.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0007] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, dem Anwender einer
Drahtverformungsmaschine eine kostengünstige Möglichkeit zu bieten, mit einer Drahtverformungsmaschine
eine große Vielfalt unterschiedlicher Biegegeometrien erzeugen zu können.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe stellt die Erfindung ein Werkzeugset mit den Merkmalen
von Anspruch 1 bereit. Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen
angegeben. Der Wortlaut sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der
Beschreibung gemacht.
[0009] Ein Werkzeugset gemäß der beanspruchten Erfindung weist eine Vielzahl von Werkzeugkomponenten
zum Konfigurieren von Biegewerkzeugen unterschiedlicher Wirkgeometrie für die Verwendung
in einem Biegekopf einer Drahtverformungsmaschine auf. Zu den Werkzeugkomponenten
gehören mehrere (zwei oder mehr) Grundkörper, wobei jeder der Grundkörper eine Grundkörperachse
definiert und einen Einführabschnitt sowie einen Stiftträgerabschnitt aufweist. Der
Einführabschnitt ist zum Einführen in eine Aufnahmeöffnung einer Werkzeugaufnahme
eines Biegekopfs konfiguriert. Damit kann der Grundkörper so in die Aufnahmeöffnung
eingeführt werden, dass die Grundkörperachse mit der Biegekopfachse fluchtet. Weiterhin
hat ein Grundkörper einen Stiftträgerabschnitt mit einer zu einer Stirnseite des Grundkörpers
offenen ersten Aufnahmebohrung zur Aufnahme eines ersten Biegestifts und einer zu
der Stirnseite offenen zweiten Aufnahmebohrung zur Aufnahme eines zweiten Biegestifts.
Die erste Aufnahmebohrung liegt koaxial zur Grundkörperachse, so dass die Bohrungsachse
der ersten Aufnahmebohrung bei in dem Biegekopf eingebautem Biegewerkzeug koaxial
zur Biegekopfachse angeordnet sein kann. Die zweite Aufnahmebohrung ist achsparallel
zur ersten Aufnahmebohrung exzentrisch zur Grundkörperachse angeordnet. Die Bohrungsachsen
der Aufnahmebohrungen liegen in einem Achsenabstand zueinander.
[0010] Weiterhin umfasst das Werkzeugset eine Vielzahl von ersten Biegestiften, die jeweils
einen Einführabschnitt zum spielfreien Einführen in eine erste Aufnahmebohrung und
einen Angriffsabschnitt zum Angreifen an dem zu biegenden Werkstück aufweisen. Weiterhin
ist eine Vielzahl von zweiten Biegestiften vorgesehen, die jeweils einen Einführabschnitt
zum spielfreien Einführen in eine zweite Aufnahmebohrung und einen Angriffsabschnitt
zum Angreifen an dem zu biegenden Werkstück aufweisen. Der Angriffsabschnitt eines
in eine erste Aufnahmebohrung eingeführten ersten Biegestifts dient als koaxial zur
Biegekopfachse liegendes Werkzeugelement (nach Art eines Biegedorns), während der
Angriffsabschnitt eines in eine zweite Aufnahmebohrung eingeführten zweiten Biegestifts
als zweites Werkzeugelement dazu dient, beim Drehen des Biegekopfs seitlich an dem
umzubiegenden Abschnitt anzugreifen und diesen (bei Drehung des Biegewerkzeugs um
die Biegekopfachse) umzubiegen.
[0011] Die Grundkörper des Werkzeugsets haben unterschiedlich gestaltete Stiftträgerabschnitte
in der Weise, dass sich die Durchmesser der Aufnahmebohrungen und/oder die Achsenabstände
zwischen den Aufnahmebohrungen unterscheiden. Die Stiftträgerabschnitte können sich
auch durch weitere Gestaltungsmerkmale unterscheiden, beispielsweise durch die äußere
Form und/oder Größe. Die ersten Biegestifte des Werkzeugsets weisen wenigstens zum
Teil unterschiedliche Angriffsabschnitte auf, die sich bezüglich der wirksamen Durchmesser
der Angriffsabschnitte unterscheiden. Auch die zweiten Biegestifte des Werkzeugsets
weisen wenigstens zum Teil unterschiedliche Angriffsabschnitte auf, die sich bezüglich
der wirksamen Durchmesser der Angriffsabschnitte unterscheiden.
[0012] Ein erster Biegestift, der in die koaxial zur Grundkörperachse liegende erste Aufnahmebohrung
eingesetzt ist, wird hier auch als passiver Stift bezeichnet, da er sich beim Biegevorgang
nur um seine eigene Achse (die Längsmittelachse des Biegestifts) dreht. Der Durchmesser
des Angriffsabschnitts des ersten Biegestifts bzw. der Halbmesser (bzw. Radius) dieses
Angriffsabschnitts bestimmt den Biegeradius, also den Krümmungsradius der Biegung,
die am Draht erzeugt wird.
[0013] Ein zweiter Biegestift, der in die exzentrisch zur Grundkörperachse liegende zweite
Aufnahmebohrung eingesetzt ist, wird hier auch als aktiver Stift bezeichnet, da er
sich beim Biegevorgang auf einer Kreisbogenbahn um die Biegekopfachse dreht und die
Biegung bewirkt. Der Durchmesser (bzw. der Halbmesser oder Radius) des Angriffsabschnitts
des zweiten Biegestifts, der in die (exzentrische) zweite Aufnahmebohrung eingeführt
ist, bestimmt gemeinsam mit dem Achsenabstand zwischen den Aufnahmebohrungen und dem
Durchmesser des ersten Angriffsabschnitts den lichten Abstand bzw. die Breite des
Zwischenraums zwischen dem Angriffsabschnitt des ersten Biegestifts und dem Angriffsabschnitt
des zweiten Biegestifts in derjenigen Ebene, die durch die Bohrungsachsen der Aufnahmebohrungen
aufgespannt wird. Dieser lichte Abstand bestimmt den maximalen Durchmesser, den ein
Draht haben darf, welcher zwischen die Angriffsabschnitte passen soll.
[0014] Eine Paarung von zueinander passenden Biegestiften (Stift-Paar) wird so zusammengestellt,
dass der lichte Abstand im Wesentlichen dem Durchmesser des zu biegenden Drahts entspricht
bzw. nur geringfügig größer als dieser Durchmesser ist. Ein eventuelles Spiel (Differenz
zwischen lichtem Abstand der Angriffsabschnitte und Drahtdurchmesser sollte gering
sein. Das Spiel kann z.B. weniger als 0.1 mm betragen, insbesondere maximal 0.05 mm.
[0015] Ein nach diesen Kriterien zusammengestelltes Werkzeugset zum Konfigurieren von Biegewerkzeugen
bietet durch seine freie Konfigurierbarkeit höchstmögliche Flexibilität in der Produktion
zu einem für den Anwender günstigen Preis. Durch Kombinieren eines geeigneten Grundkörpers
mit dazu passenden ersten und zweiten Biegestiften können mithilfe weniger gezielt
dimensionierter Werkzeugkomponenten zahlreiche unterschiedliche Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen
realisiert werden. Durch die einfache Konfigurierbarkeit, kurze Rüstzeit und bei Bedarf
dem einfachen Austausch verschlissener Komponenten können für einen Anwender schnell
Kostenvorteile erzielt werden. Durch die Modularität des Konzepts ist eine Kostenoptimierung
auf Seiten der Anwender erzielbar.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung umfassen die ersten Biegestifte und/oder die zweiten Biegestifte
unterschiedliche Stifttypen, wobei bei einem ersten Stifttyp der Einführabschnitt
und der Angriffsabschnitt den gleichen Durchmesser haben, bei einem zweiten Stifttyp
der Durchmesser des Angriffsabschnitts kleiner als der Durchmesser des Einführabschnitts
ist und bei einem dritten Stifttyp der Durchmesser des Angriffsabschnitts größer als
der Durchmesser des Einführabschnitts ist. Biegestifte vom ersten Stifttyp können
also durchgehend kreiszylindrisch gestaltet sein und damit besonders kostengünstig
aus geeignetem Rundmaterial hergestellt werden. Biegestifte des zweiten Stifttyps
und des dritten Stifttyps sind dagegen stufenzylindrisch gestaltet. In jedem Fall
kann es sich um kostengünstig präzise zu fertigende Drehteile handeln. Mit einer geringen
Typenvielfalt von nur drei unterschiedlichen Stifttypen kann eine große Kombinationsvielfalt
hinsichtlich erzielbarer Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen erreicht werden.
[0017] Die Werkzeugkomponenten des Werkzeugsets, d.h. die Grundkörper und Biegestifte, können
derart aufeinander abgestimmt sein, dass mittels der damit konfigurierbaren Biegewerkzeuge
an Drähten mit einer Anzahl N
D unterschiedlicher Durchmesser unterschiedlich geformte Biegungen mit einer Anzahl
N
BR unterschiedlicher Biegeradien erzeugbar sind, so dass eine Anzahl N
KOMB möglicher Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen realisierbar ist, wobei eine Summe
SUM der Anzahl N
G von Grundkörpern und der Anzahl N
BS unterschiedlicher Biegestifte des Werkzeugsets geringer ist als die Anzahl möglicher
Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen (also SUM < N
KOMB). Insbesondere kann die Bedingung 2.SUM < N
KOMB gelten, so das mit einer vorgegebenen Anzahl von Werkzeugkomponenten des Werkzeugsets
mehr als doppelt so viele Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen realisierbar sind.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung ist vorgesehen, dass das Werkzeugset mehrere Biegestifte
enthält, welche für eine erste Durchmesser-Biegeradius-Kombination als erster Biegestift
und für dieselbe erste Durchmesser-Biegeradius-Kombination oder für eine davon unterschiedliche
zweite Durchmesser-Biegeradius-Kombination als zweiter Biegestift verwendbar sind.
Solche Mehrzweck-Biegestifte sind also in unterschiedlichen Funktionen verwendbar.
Dadurch kann die Teilevielfalt hinsichtlich der Biegestifte reduziert werden, ohne
die mögliche Vielfalt von Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen zu verringern. Die
Biegestifte des Werkzeugsets können derart gestaffelt dimensioniert sein, dass mehr
als die Hälfte aller unterschiedlich gestalteten Biegestifte, insbesondere mehr als
60% oder mehr als 70% oder mehr als 80% aller Biegestifte solche Mehrzweck-Biegestifte
sind.
[0019] Es kann auch so sein, dass das Werkzeugset ein Paar oder mehrere Paare von zueinander
identischen Biegestiften aufweist, wodurch unter anderen die Fertigung der Werkzeugkomponenten
des Werkzeugsets insgesamt vereinfacht wird.
[0020] Um einem Anwender die Nutzung des Werkzeugsets möglichst bequem zu machen und Fehler
bei der Zusammenstellung bzw. Konfigurierung von Biegewerkzeugen möglichst zu vermeiden,
ist gemäß einer Weiterbildung ein Aufbewahrungsbehälter mit einer Vielzahl von separaten
Fächern für die Werkzeugkomponenten des Werkzeugsets vorgesehen, wobei die Fächer
erste Fächer zur Aufnahme jeweils eines Grundkörpers und unterschiedlich zu den ersten
Fächern gestaltete zweite Fächer zur Aufnahme von Biegestiften umfassen. Dadurch ergibt
sich eine für den Bediener übersichtliche Sortierung derjenigen Werkzeugkomponenten,
mit denen ein Biegewerkzeug aufgebaut werden kann.
[0021] Besonders übersichtlich ist die Aufbewahrung gemäß einer Weiterbildung dadurch, dass
der Aufbewahrungsbehälter in zwei oder mehr räumlich getrennte Zonen unterteilt ist,
wobei in jeder der Zonen ein Fach zur Aufnahme eines Grundkörpers sowie daneben eine
Vielzahl von Fächern für zu dem Grundkörper passende Biegestifte angeordnet ist. Dadurch
wird es für einen Anwender einfacher, Fehler beim Zuordnen von Grundkörpern und dazu
passenden Biegestiften zu vermeiden. Voraussetzung hierfür ist, dass die Fächer geeignet
bestückt sind. Hierzu können an den Fächern und den Biegestiften eindeutige Identifikationsmarkierungen
vorgesehen sein, beispielsweise in Form von Zahlencodes, Buchstabencodes oder Zahlen-/Buchstabencodes.
[0022] Um den Bediener beim Zusammenbau des gewünschten Biegewerkzeugs zu unterstützen,
ist gemäß einer Weiterbildung vorgesehen, dass dem Werkzeugset eine Zuordnungstabelle
zugeordnet ist, die für eine Vielzahl unterschiedlicher Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen
eine eindeutige Zuordnung zwischen einem für eine ausgewählte Durchmesser-Biegeradius-Kombination
auszuwählenden Grundkörper, einem auszuwählenden ersten Biegestift und einem dazu
passenden zweiten Biegestift angibt. Damit können Biegewerkzeuge auch von ungelerntem
Personal nach kurzer Einweisung zuverlässig und fehlerfrei konfiguriert werden.
[0023] Für jeden Maschinentyp einer Drahtverformungsmaschine kann es einen passenden Aufbewahrungsbehälter,
beispielsweise in Form eines Kastens oder eines Koffers geben, der mit möglichst wenigen
Grundkörpern und Biegestiften alle Kombinationen von Biegeradien und Drahtdurchmessern
abdeckt, die für den Arbeitsbereich dieser Drahtverformungsmaschine vorgesehen sind.
Anhand der Zuordnungstabelle kann ein Endnutzer die möglichen Kombinationen von Grundkörpern
sowie ersten und zweiten Biegestiften einfach und übersichtlich entnehmen. Durch eine
Erweiterung eines Werkzeugsets können beispielsweise auch Grundkörper, erste Biegestifte
und zweite Biegestifte für andere Maschinentypen, d.h. Maschinentypen mit anderen
Arbeitsbereichen hinsichtlich der Drahtdurchmesser, gemeinsam abgedeckt werden.
[0024] In einfachen Fällen kann es ausreichen, wenn das Werkzeugset nur zwei unterschiedliche
Grundkörper aufweist. Ein besonders guter Kompromiss zwischen möglicher Vielfalt von
Werkzeuggeometrien und begrenzter Anzahl von Werkzeugkomponenten lässt sich meist
dadurch erzielen, dass das Werkzeugset genau drei oder genau vier oder genau fünf
unterschiedliche Grundkörper aufweist. Wenn ein größeres Spektrum von Biegeradien
und/oder Werkstückdurchmessern abgedeckt werden soll, können es gegebenenfalls auch
sechs, sieben oder mehr Grundkörper sein.
[0025] Biegewerkzeuge des Werkzeugsets können bei Bedarf auch zum Biegen von Rohren verwendet
werden, deren Außendurchmesser den korrespondierenden Drahtdurchmessern entspricht.
[0026] Die Erfindung betrifft auch ein Biegewerkzeug, das unter Verwendung eines Grundkörpers,
eines ersten Biegestifts und eines zweiten Biegestifts des Werkzeugsets konfiguriert
bzw. zusammengebaut wurde.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0027] Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich außer aus den Ansprüchen
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der
Erfindung, die nachfolgend anhand der Figuren erläutert sind.
- Fig. 1
- zeigt eine Vorderansicht einer als Schenkelfedermaschine ausgelegten Drahtverformungsmaschine;
- Fig. 2
- zeigt eine Werkzugaufnahme eines Biegekopfs mit einem darin aufgenommenen mehrteiligen
Biegewerkzeug, das mit Werkzeugkomponenten eines Werkzeugsets konfiguriert wurde;
- Fig. 3A und 3B
- zeigen verschiedene Varianten von Grundkörpern eines Werkzeugsets;
- Fig. 4 bis 6
- zeigen drei unterschiedliche Stifttypen von Biegestiften eines Werkzeugsets gemäß
einer Ausführungsform;
- Fig. 7
- zeigt einen teilweisen Schnitt durch die Werkzeugaufnahme, in deren Aufnahmeöffnung
ein Biegewerkzeug eingesetzt ist, welches unter Verwendung von Werkzeugkomponenten
des Werkzeugsets zusammengebaut wurde;
- Fig. 8
- zeigt eine Zuordnungstabelle in Form einer Kombinationsmatrix; und
- Fig. 9
- zeigt eine Ansicht eines Aufbewahrungsbehälters für Werkzeugkomponenten des Werkzeugsets.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0028] Fig. 1 zeigt eine Vorderansicht einer als Schenkelfedermaschine ausgelegten Drahtverformungsmaschine
100. Die computernumerisch gesteuerte, mehrachsige Drahtverformungsmaschine hat mehrere
steuerbare Maschinenachsen, ein Antriebssystem mit mehreren elektrischen Antrieben
zum Antreiben der Maschinenachsen und eine Steuereinrichtung zur koordinierten Ansteuerung
von Arbeitsbewegungen der Maschinenachsen in einem Fertigungsprozess gemäß einem für
den Fertigungsprozess spezifischen, computerlesbaren Steuerprogramm. Die Drahtverformungsmaschine
umfasst u.a. mehrere Biegesystemen mit Biegeköpfen, an denen mehrkomponentige, zusammengesetzte
Biegewerkzeuge verwendet werden können.
[0029] Die Schenkelfedermaschine 100 weist ein (nicht dargestelltes) Maschinengestell auf,
das an seiner Vorderseite eine vertikal ausgerichtete Maschinenvorderwand 105 trägt.
Nicht sichtbar hinter der Maschinenvorderwand 105 befinden sich u.a. eine Richteinheit
und eine Drahtzuführeinrichtung, auch Drahteinzug genannt. Die Richteinheit besteht
aus Richtrollen, die in unterschiedlichen Ebenen angebracht sind und durch eine entsprechende
Zustellung die Eigenspannung im Draht und damit Biegungen in diesem beseitigen bzw.
einen möglichst gerade gerichteten Draht erzeugen. Die der Richteinheit nachgeschaltete
Drahtzuführeinrichtung weist mehrere Paare von Zuführrollen auf, die aufeinanderfolgende
Drahtabschnitte eines von einem Drahtvorrat kommenden und durch die Richteinheit gerichteten
Drahtes D (in Fig. 1 nicht gezeigt) mit numerisch gesteuertem Vorschubgeschwindigkeitsprofil
in horizontaler Drahtzuführrichtung in den Bereich einer Umformeinrichtung 120 zuführen
kann. Die mit mehreren Werkzeugeinheiten ausgestattete Umformeinrichtung 120 befindet
sich an der Vorderseite der Maschinenvorderwand. Der Draht tritt im Bereich einer
mit einer Drahtführungsbuchse ausgestatteten Drahtführungseinrichtung 110 senkrecht
zur Vorderwand (d.h. senkrecht zur Zeichnungsebene) aus der Drahtführungseinrichtung
in den Bereich der Umformeinrichtung 120 aus.
[0030] Der Draht wird mit Hilfe von numerisch gesteuerten Werkzeugen der Umformeinrichtung
120 zu einer Schenkelfeder umgeformt. Das fertig oder weitgehend fertig umgeformte
Formteil wird dann mittels eines Scherenschnittsystems 180 vom zugeführten Draht abgetrennt.
[0031] Zu den Werkzeugen der Umformeinrichtung 120 gehört ein in Vertikalrichtung zustellbarer
Windestift 122, der in Radialrichtung zur Mittelachse bzw. zur Achse des zugeführten
Drahts ausgerichtet ist und dafür vorgesehen ist, den Durchmesser der Schraubenfederabschnitte
zu bestimmen. Ein Schnittsystem mit einem Schneidmesser 124 steht unter 45° zur Vertikalrichtung
und wird im Beispielsfall der Herstellung einer Schenkelfeder nicht genutzt.
[0032] Rechts ist ein horizontal zustellbares Biegesystem 125 mit einem um eine horizontale
Achse (Biegekopfachse) drehbaren Biegekopf 126 zu erkennen. Der Biegekopf ist auf
einem auf Vertikalschienen vertikal verschiebbaren Tisch (Vertikaltisch) 121 montiert
und kann mittels eines Servoantriebs 123 vertikal verfahren werden, um die Position
der horizontalen Biegekopfachse 128 bezüglich der Drahtführung 110 zu verändern
[0033] Unter 45° zur Vertikalrichtung ist unter dem Biegesystem ein nicht mit einem Werkzeug
bestückter Schieber zu erkennen, der wahlweise mit einer Werkzeugeinheit bestückt
werden kann. Diametral gegenüber dem (nicht genutzten) Schnittsystem ist ein weiteres
Biegesystem mit drehbaren Biegekopf 126 montiert. Links ist eine in Horizontalrichtung
zustellbare Halteeinheit mit einer Haltezange 129 montiert, mit der das Umformteil
nach Abtrennen vom zugeführten Draht noch gehalten werden kann, um bei Bedarf eine
weitere Biegung am Draht zu erzeugen. Die Bewegungen der einzelnen Einheiten können
mit Hilfe elektrischer Antriebe unter Kontrolle der numerischen Steuerung koordiniert
werden.
[0034] Weitere Details des Biegesystems 125 werden im Zusammenhang mit den nachfolgenden
Figuren näher erläutert. Der Biegekopf 126 hat an seiner dem Werkstück (Draht) zugewandten
Vorderseite eine in Fig. 2 gezeigte Werkzugaufnahme 130 zur Aufnahme eines Biegewerkzeugs
200. Das Biegewerkzeug wird bei der Einrichtung der Drahtverformungsmaschine für einen
bestimmten Fertigungsprozess stirnseitig in die Aufnahmeöffnung 132 der Werkzugaufnahme
130 eingeführt und mit Hilfe einer Pratze 133, die an einer abgeflachten Seite am
Fuße des Biegewerkzeugs angreift, drehfest fixiert.
[0035] Das Biegewerkzeug 200 ist unter Verwendung von drei zueinander passend gewählten
Werkzeugkomponenten eines Werkzeugsets zum Konfigurieren von Biegewerkzeugen zusammengesetzt.
Im fertig montierten Zustand, der insbesondere in den Fig. 2 und 7 dargestellt ist,
hat das Biegewerkzeug 200 an seiner dem Draht zu zuwendeten Stirnseite 266 ein erstes
Werkzeugelement in Form eines stiftförmigen Fortsatzes 210, der bei einem in die Werkzeugaufnahme
eingebauten Biegewerkzeug koaxial zur Biegekopfachse 128 angeordnet ist und eine kreiszylindrische
Außenkontur hat. Exzentrisch zur Biegekopfachse 128 und mit Abstand zu dem zentrischen
Fortsatz 210 ist ein zweites Werkzeugelement 220 angeordnet, welches sich bei Drehung
des Biegekopfs um den zentrischen Fortsatz beziehungsweise um die Biegekopfachse 128
dreht. Zwischen den beiden Werkzeugelementen besteht ein Zwischenraum 250, in welchen
der zu biegende Draht mit relativ geringem Spiel passen sollte.
[0036] Zu den verwendeten Werkzeugkomponenten des Werkzeugsets gehören insbesondere ein
Grundkörper 260 (vgl. z.B. die Ausführungsbeispiele in Fig. 3A und 3B) und zwei Biegestifte,
die in den Grundkörper eingesetzt werden und die im zusammengesetzten Zustand mit
einem aus dem Grundkörper herausragenden Teil ihrer Länge die Werkzeugelemente 210
und 220 bilden. Unterschiedliche Stifttypen von Biegestiften sind in den Fig. 4 bis
6 gezeigt.
[0037] Der Aufbau eines Grundkörpers wird am Beispiel des Grundkörpers 260 in Fig. 3B näher
erläutert. Der Grundkörper 260 kann in einen im Wesentlichen zylindrischen Einführabschnitt
262 und einen einstückig damit ausgebildeten Stiftträgerabschnitt 264 unterteilt werden.
Der Einführabschnitt mit seiner im Wesentlichen kreiszylindrischen Außenkontur ist
zum passgenauen Einführen in die Aufnahmeöffnung 132 der Werkzeugaufnahme 130 ausgebildet
und hat an seinem unteren Endbereich eine seitliche Abflachung 268, an der die Spannpratze
133 der Werkzeugaufnahme angreift, um den Grundkörper verdrehsicher in der Werkzeugaufnahme
festzuklemmen. Die Längsmittelachse des zylindrischen Einführabschnitts bildet die
Grundkörperachse 265, die bei eingebautem Grundkörper beziehungsweise eingebautem
Biegewerkzeug mit der Biegekopfachse 128 fluchtet.
[0038] Der Stiftträgerabschnitt ist im Beispielsfall der Fig. 2 und 3B gegenüber dem Einführabschnitt
verbreitert und damit massiver. Im Beispiel von Fig. 3A ist der Stiftträgerabschnitt
gegenüber dem Einführabschnitt dachförmig verjüngt. Im Grundkörper sind zwei achsparallele
Aufnahmebohrungen 270-1, 270-2 zur Aufnahme jeweils eines Biegestifts ausgebildet.
Die erste Aufnahmebohrung 270-1 ist koaxial zur Grundkörperachse 265 angeordnet, so
dass ihre Bohrungsachse 272-1 koaxial zur Grundkörperachse 265 verläuft. Die zweite
Aufnahmebohrung 270-2 (mit Bohrungsachse 272-2) verläuft achsparallel zur ersten Aufnahmebohrung
exzentrisch zur Grundkörperachse 265. Der senkrechte Abstand zwischen den beiden Bohrungsachsen
in der durch die Bohrungsachsen aufgespannten Ebene wird hier als Achsenabstand 275
bezeichnet.
[0039] Die beiden Aufnahmebohrungen haben den gleichen Innendurchmesser. Wie in Fig. 3A
veranschaulicht, gibt es auch Grundkörper 360 mit anders gestaltetem und dimensioniertem
Stiftträgerabschnitt. Im Beispielsfall des Grundkörpers 360 in Fig. 3A unterscheiden
sich sowohl die Durchmesser der Aufnahmeöffnungen als auch der Achsenabstand zwischen
den Aufnahmeöffnungen für die Biegestifte von dem Beispiel aus Fig. 3B.
[0040] Das Biegewerkzeug 200 ist aus ausgewählten Werkzeugkomponenten eines Werkzeugsets
zusammengesetzt, zu denen eine Vielzahl unterschiedlicher Biegestifte gehört. Jeder
Biegestift hat einen im Wesentlichen kreiszylindrisch gestalteten Einführabschnitt
zum spielfreien Einführen in eine der Aufnahmebohrungen und einen bei eingeführtem
Einführungsabschnitt aus der Aufnahmebohrung herausragenden Angriffsabschnitt zum
Angreifen an den zu biegenden Draht. Die über die Stirnseite des Grundkörpers herausragenden
Angriffsabschnitte bilden die in Fig. 2 gezeigten Werkzeugelemente 210, 220 des fertig
zusammengesetzten Biegewerkzeugs.
[0041] Ein Biegestift, der bei einem Biegewerkzeug in die erste Aufnahmebohrung eingeführt
ist, wird hier als "erster Biegestift" bezeichnet, während ein Biegestift, der in
die exzentrische zweite Aufnahmebohrung eingesetzt ist, als "zweiter Biegestift" bezeichnet
wird. Einem Biegestift, der nicht in einen Grundkörper eingebaut ist, ist an seiner
Gestalt in der Regel nicht anzusehen, ob er in einer bestimmten Konfiguration als
erster Biegestift oder als zweiter Biegestift genutzt werden soll. Der erste und der
zweite Biegestift eines zusammengebauten Biegewerkzeugs können zueinander identisch
oder unterschiedlich gestaltet sein.
[0042] Anhand der Fig. 4A, 4B, 5A, 5B, 6A und 6B werden drei besonders vorteilhaft kombinierbare
Stifttypen jeweils in isometrischer Ansicht und in Seitenansicht dargestellt. Fig.
4A und 4B zeigen einen ersten Stifttyp, der eine durchgehend kreiszylindrische Gestalt
hat, so dass der in eine Aufnahmebohrung einzuführende Einführabschnitt 430 und der
daran anschließende, später aus der Bohrung herausragende Angriffsabschnitt 410 den
gleichen Durchmesser haben. Bei dem in Fig. 5A und 5B gezeigten zweiten Stifttyp ist
der Durchmesser des Angriffsabschnitts 510 kleiner als der Durchmesser des Einführabschnitts
530. Bei dem in Fig. 6A und 6B gezeigten dritten Stifttyp ist der Durchmesser des
Angriffsabschnitts 610 dagegen größer als der Durchmesser des Einführabschnitts 630.
In allen Fällen ist die axiale Länge des Einführabschnitts größer als diejenige des
Angriffsabschnitts, wobei die Länge des Angriffsabschnitts beispielsweise zwischen
20 % und 40 % der Gesamtlänge des jeweiligen Biegestifts betragen kann. Dadurch ist
eine für alle auftretenden Biegekräfte ausreichende Einführlänge gegeben, wobei sich
gleichzeitig der kürzere Angriffsabschnitt auch unter den beim Biegevorgang wirkenden
Kräften nicht dauerhaft verformt.
[0043] In den Fig. 4 bis 6 sind nur einige von zahlreichen möglichen Durchmesserverhältnissen
zwischen Einführabschnitt und Angriffsabschnitt dargestellt. Beispielweise kann es
beim zweiten Stifttyp und beim dritten Stifttyp Angriffsabschnitte unterschiedlicher
Durchmesser bei gleich dimensioniertem Einführabschnitt geben. Im Hinblick auf die
mechanische Stabilität der Biegestifte hat es sich als vorteilhaft herausgestellt,
wenn der Durchmesserunterschied nicht zu groß ist. Vorzugsweise sollte der kleinere
der beiden Durchmesser mehr als 50 %, insbesondere mehr als 60 % oder mehr als 70
% des größeren der beiden Durchmesser betragen. Vorzugsweise sollte der kleinste Radius
des Angriffsabschnitts mindestens 60% vom Radius des Einführabschnitts betragen.
[0044] Drahtverarbeitungsmaschinen, wie beispielsweise Federmaschinen der in Fig. 1 gezeigten
Art, sind normalerweise dafür ausgelegt, Drähte unterschiedlicher Durchmesser aus
einem bestimmten Drahtdurchmesserbereich (Arbeitsbereich der Federmaschine) zu verarbeiten.
Dabei wird berücksichtigt, dass zum Biegen von Drähten mit größeren Durchmessers unter
Umständen stärke und stabilere Komponenten benötigt werden als zum Biegen dünnerer
Drähte. Häufig sind die zur Verfügung stehenden Ausgangsdrähte in unterschiedlichen
Durchmesserstufen verfügbar, die sich beispielsweise um jeweils. 1/10 mm unterscheiden
können. Die Durchmesser können sich vom Bereich unterhalb eines Millimeters 1 mm bis
in den Bereich mehrerer Millimeter erstrecken. Weiterhin variieren die Anforderungen
an die zu erzeugenden Biegeradien in der Regel in der Vielfalt der zu fertigenden
Biegeteile stark.
[0045] Die Werkzeugkomponenten des Werkzeugsets sind bezüglich ihrer Dimensionen so ausgelegt
und aneinander angepasst, dass mit einer sehr übersichtlichen Anzahl unterschiedlicher
Biegestifte und Grundkörper eine weitaus höhere Anzahl möglicher Drahtdurchmesser-Biegeradius-Kombinationen
realisierbar sind. Einige Auslegungskriterien werden nun anhand der Fig. 7 und 8 erläutert.
Fig. 7 zeigt einen teilweisen Schnitt durch eine Werkzeugaufnahme 130, in deren weitgehend
zylindrische Aufnahmeöffnung 132 ein Biegewerkzeug 200 eingesetzt ist, welches unter
Verwendung von Werkzeugkomponenten des Werkzeugsets zusammengebaut wurde. Fig. 8 zeigt
einen Ausschnitt einer Zuordnungstabelle (Kombinationsmatrix) mit Buchstaben-Zahlen-Kombinationen
zur Identifizierung von zueinander passenden Werkzeugkomponenten eine Werkzeugsets
zum Aufbau von Biegewerkzeugen, mit denen ausgewählte Drahtdurchmesser-Biegeradius-Kombinationen
realisiert werden können.
[0046] Die zur Grundkörperachse 265 zentrierte erste Aufnahmebohrung 270-1 des Biegewerkzeugs
200 in Fig. 7 ist eine durch den Grundkörper in Längsrichtung hindurchgehende Durchgangsbohrung.
Die exzentrische zweite Aufnahmebohrung 270-2 ist als Sacklochbohrung gestaltet. Beide
Ausgestaltungen erlauben im Bedarfsfall, einen eingesetzten Biegestift mit Hilfe von
hinten einführbaren Werkzeugen wieder aus der Aufnahmeöffnung zu lösen.
[0047] In die erste Aufnahmeöffnung ist ein erster Biegestift B eingesetzt und mittels einer
radialen Spannschraube fixiert. In die zweite Aufnahmeöffnung ist ein zweiter Biegestift
C eingesetzt und mittels eine radiale Spannschraube fixiert. Der Großbuchstabe "B"
steht allgemein für einen ersten Biegestift, also denjenigen Biegestift, der in die
zentrische erste Aufnahmeöffnung eingeführt ist oder werden soll. Der Großbuchstabe
"C" steht entsprechend für einen zweiten Biegestift, der in die exzentrische zweite
Aufnahmeöffnung eingeführt ist oder eingeführt werden soll. Der Grundkörper wird allgemein
durch den Großbuchstaben "A" gekennzeichnet. Der Angriffsabschnitt des ersten Biegestifts
hat den Radius bzw. Halbmesser R
C. Der Achsabstand 275 zwischen den Bohrungsachsen sei durch das Kürzel "AA" gekennzeichnet.
Der Kleinbuchstabe "d" steht generell für den Durchmesser des Drahtes D, der zwischen
die Angriffsabschnitte der eingeführten Biegestifte passen und gebogen werden soll.
[0048] In den nachfolgenden Erläuterungen stehen die Buchstaben-Zahlenkombinationen B1,
B2, B3 etc. für erste Biegestifte mit Angriffsabschnitten unterschiedlicher Durchmesser
bzw. Radien, während die Buchstaben-Zahlenkombinationen C1, C2, C3 etc. für zweite
Biegestifte unterschiedlicher Radien bzw. Halbmesser ihres Angriffsabschnitts stehen.
Die Radien (Halbmesser) können z.B. in Schritten von 1/10 mm stufenweise gestaffelt
sein, andere Radienunterschiede sind auch möglich. Stimmen die zugeordneten Ziffern
eines Stift-Paars überein, beispielsweise bei einer Stift-Paarung B6 - C6, so bedeutet
dies, dass die Biegestifte identisch zueinander sind, wobei der eine Biegestift (B6)
als erster Biegestift und der andere Biegestift (C6) als zweiter Biegestift verwendet
wird. Die unterschiedlich ausgelegten Grundkörper werden mit den Kürzeln A1, A2, A3
etc. gekennzeichnet, wobei sich im Beispielsfall bei den unterschiedlichen Grundkörpern
sowohl die Durchmesser der Aufnahmeöffnungen als auch deren Achsenabstand unterscheiden,
und zwar in der Weise, dass Durchmesser und Achsenabstand der Aufnahmeöffnungen größer
werden, je größer die Endziffer ist. Beispielsweise können die Durchmesser in Stufen
von 1 mm zwischen den Grundkörpern zunehmen.
[0049] Als Berechnungsgrundlage für die Kombinationen der Werkzeugkomponenten für das Biegen
des Drahts eines vorgegebenen Durchmessers d kann beispielsweise die folgende Beziehung
genutzt werden:

[0050] Dabei steht AA für den Achsenabstand der Aufnahmebohrungen im Grundkörper. Der Parameter
SP beschreibt ein zulässiges Spiel zwischen dem Außendurchmesser des aufzunehmenden
Drahtes und den angrenzenden Angriffsabschnitten, Parameter R
B bezeichnet den Radius des passiven Stifts (des ersten Biegestifts) und Parameter
R
A bezeichnet den dazu passenden Radius des Angriffsabschnitts des dazu passenden zweiten
Biegestifts.
[0051] Unter Zuhilfenahme dieser Beziehung kann eine in Fig. 8 beispielshaft dargestellte
Zuordnungstabelle 800 bzw. Kombinationsmatrix ermittelt werden, die angibt, welche
Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen für ausgewählte Drahtdurchmesser d1, d2 etc.
innerhalb des Arbeitsbereichs einer Drahtverformungsmaschine bei Vorgabe der gewünschten
Biegeradien r1, r2, r3 etc. mit welchen Grundkörper-Biegestift-Kombinationen realisierbar
sind. Soll beispielsweise mit einem Draht des Durchmessers d2 eine Biegung mit Radius
r5 erzeugt werden, so sollte für den Zusammenbau des entsprechenden Biegewerkzeugs
der Grundkörper A1 ausgewählt werden, wobei ein Biegestift B5 in die erste Aufnahmeöffnung
und der Biegestift C6 in die zweite Aufnahmeöffnung eingeführt werden soll. Entsprechend
würde zum Biegen eines Drahts mit Durchmesser d7 zu einem Biegeradius r13 die Biegestift-Paarung
B20/C12 gemeinsam mit einem Grundkörper A3 ausgewählt werden.
[0052] In der auszugsweise dargestellten Kombinationsmatrix geben die mit Buchstaben-Zahlenkombinationen
gefüllten hellen Felder diejenigen Kombinationen an, die bei der gewählten Auslegung
der Komponenten des Werkzeugsets realisierbar sind, während die dunkel schraffierten
Felder nicht realisierbare Kombinationen angeben.
[0053] Der Ausschnitt der Kombinationsmatrix veranschaulicht, dass deutlich weniger Biegestifte
unterschiedlicher Gestalt bereitgestellt werden müssen, als der Anzahl der als realisierbar
gewünschten Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen entspricht. Beispielsweise können
zum Biegen eines Drahts mit Durchmesser d1 auf einen Biegeradius r6 zwei identische
Biegestifte verwendet werden (nämlich B6 und C6). Entsprechendes gilt beispielsweise
auch beim Biegen eines Drahts mit Durchmesser d5 auf einen Radius r7 oder eines Drahts
mit Durchmesser d6 auf einen Radius r10 oder eines Drahts mit Durchmesser d7 auf einen
Radius r9.
[0054] Es ist auch ersichtlich, dass Biegestifte für jeden Grundkörper in unterschiedlichen
Kombinationen zur Biegung von Drähten mit unterschiedlichen Durchmessern auf unterschiedliche
Biegeradien benutzt werden können, also bei mehreren unterschiedlichen Durchmessern-Biegeradius-Kombinationen.
Beispielhaft kann dasjenige Feld betrachtet werden, welches durch die Durchmesser
d1, d2, d3 und die Biegeradien r1 bis r9 festgelegt wird. Darin gibt es 27 unterschiedliche
Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen (d.h. N
KONB = 27). Diese können mit neun unterschiedlichen gestalteten Biegestiften (d.h. N
BS = 9) realisiert werden, die je nach gewünschter Durchmesser-Biegeradius-Kombination
als erster und/oder als zweiter Biegestift verwendet werden können. Ähnliches gilt
z.B. für die Biegestifte mit den Endziffern 10 bis 18, die für den Grundkörper des
Typs A2 vorgesehen sind, wobei hier N
BS = 9 und N
KOMB = 18 gilt, und auch für die Biegestifte, die zu anderen Grundkörpern gehören.
[0055] Nach dem Konzept des Werkzeugsets kann man mit einer Anzahl N
BS von Biegestiften unterschiedlicher Gestalt eine deutlich höhere Anzahl N
KOMB möglicher Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen realisieren. Beispielsweise können
in einer Ausgestaltung mit weniger als 40 Biegestiften mehr als 60 unterschiedliche
Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen realisiert werden. Betrachtet man nur den in
Fig. 8 gezeigten Ausschnitt der Zuordnungstabelle 800, so können mit drei unterschiedlichen
Grundkörpern (N
GK = 3) und 28 unterschiedlich gestalteten Biegestiften (N
BS = 28) insgesamt 63 unterschiedliche Durchmesser-Biegeradius-Kombination (N
KOMB = 63) realisiert werden.
[0056] Besonders günstig für die Anwender von Drahtverformungsmaschinen ist es, wenn es
für jeden Maschinentyp oder jede Gruppe von Maschinentypen einen eigens zusammengestellten
Aufbewahrungsbehälter, zum Beispiel nach Art eines Kastens oder eines Koffers, gibt,
der mit mehreren Grundkörpern und dazu passenden Biegestiften bestückt ist und der
mit möglichst wenig Grundkörpern und Biegestiften alle für die Fertigung gewünschten
Kombinationen von Biegeradien aus abdeckt, die für die Drahtdurchmesser des Arbeitsbereichs
dieser Maschine vorgesehen sind.
[0057] In Fig. 9 ist schematisch eine Ausführungsform eines derartigen Aufbewahrungsbehälters
900 schematisch dargestellt. In dem rechteckförmigen Aufnahmebehälter gibt es drei
untereinanderliegende, beispielsweise quadratische erste Fächer 910, wobei in jedes
der ersten Fächer einer der Grundkörper (A1, A2 oder A3) hineinpasst. Die Fächer können
beispielsweise mit Schaumstoff ausgelegt sein, in dem eine passende Ausnehmung für
den Grundkörper vorgesehen ist. Neben dem ersten Fach zur Aufnahme des ersten Grundkörpers
A1 gibt es eine Doppelreihe mit insgesamt zehn rechteckigen zweiten Fächern 920, die
jeweils zur Aufnahme eines oder mehrerer Biegestifte vorgesehen sind, die (bezüglich
des Durchmessers der Einführabschnitte) zu dem daneben angeordneten Grundkörper A1
passen. Entsprechende Zonen mit zweiten Fächern sind neben den ersten Fächern für
die anderen Grundkörper A2 und A3 vorgesehen.
[0058] Am Beispiel derjenigen Biegestifte, die zum ersten Grundkörper A1 passen, wird eine
vorteilhafte Art der Bestückung erläutert. Wie bereits oben erwähnt, passen zum ersten
Grundkörper A1 die Biegestifte mit den Endziffern 1 bis 9, deren Einführabschnitte
jeweils identisch dimensioniert sind und in die Aufnahmeöffnungen des ersten Grundkörpers
A1 passen. Da zu einer gegebenen Zeit mit einem Biegewerkzeug immer nur ein Draht
eines bestimmten Drahtdurchmessers gebogen werden kann, reicht es aus, nur einen Biegestift
der Endziffer 1 vorzuhalten, dessen Angriffsabschnitt bei der Nutzung als ersten Biegestift
B1 den Biegeradius r1 ergeben würde. Derselbe Biegestift kann beim Biegen eines Drahts
mit Durchmesser d3 auf den Radius r9 als zweiter Biegestift (C1) verwendet werden.
Somit reicht es aus, den Biegestift nur einmal (siehe Klammerausdruck 1x) vorzuhalten.
Entsprechendes gilt für die Biegestifte mit den Endziffern 2, 3, 4, 7, 8 und 9. Die
Biegestifte mit der Endziffer 5, deren Angriffsabschnitt den Biegeradius r5 erzeugen
könnte, sollten dagegen zweifach vorhanden sein, da beim Biegen eines Drahts mit Durchmessers
d3 auf einen Biegeradius r5 identischen Stifte als erster Biegestift (B5) als zweiter
Biegestift (C5) benötigt werden. Entsprechendes gilt für die Biegestifte der Endziffer
6, die beim Biegen eines Drahts des Durchmessers d1 auf den Radius r1 doppelt benötigt
werden. Nach entsprechenden Kriterien können die anderen Fächer bestückt werden.
[0059] Im Beispielsfall würden also insgesamt 11 Biegestifte unterschiedlicher Gestalt ausreichen,
um in Kombination mit dem Grundkörper A1 insgesamt 27 Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen
zu realisieren.
[0060] Die erforderliche Teilevielfalt bei Biegestiften und Grundkörpern kann somit bei
geschickter Dimensionierung und Staffelung der Dimensionierung der Werkzeugkomponenten
des Werkzeugsets auf einen sehr geringen Umfang reduziert werden, der eine übersichtliche
Aufbewahrung und damit bei Bedarf einen schnellen Zusammenbau jedes gewünschten Biegewerkzeugs
ermöglicht.
[0061] Um dem Bediener diese Arbeit zu erleichtern, kann beispielweise im Deckel des Aufbewahrungsbehälters
eine entsprechende Zuordnungstabelle 800 nach Art der in Fig. 8 gezeigten Kombinationsmatrix
angebracht sein.
[0062] Zusätzlich kann in weiteren Fächern Werkzeug hinterlegt werden, welches zum Aus-
und Einbau der Biegestifte in den Grundkörper dient. Wie im Beispiel von Fig. 9 gezeigt
kann z.B. zwischen einem Fach 910 für einen Grundkörper und den Fächern 920 für Biegestifte
ein Fach 930 zur Aufnahme eines Schraubendrehers und ein Auswerferstifts vorgesehen
sein. Der Schraubendreher dient zum Festziehen und Lösen der Spannschraube und der
Auswerferstift kann verwendet werden, um den Biegestift von unten durch die Aufnahmebohrung
für die Biegestifte im Grundkörper auszudrücken. Solche Fächer sind optional, andere
Aufnahmekästen können ohne Werkzeugfächer ausgestaltet sein.
[0063] Werkzeugsets mit Werkzeugkomponenten zum Zusammenbau von Biegewerkzeugen können nach
dem hier dargestellten Kriterien prinzipiell mit beliebiger Größe realisiert werden.
Wenn beispielsweise bei einem Nutzer Drahtverformungsmaschinen für unterschiedliche
Drahtdurchmesser-Bereiche stehen, könnte ein Kombinationsset bereitgestellt werden,
dessen Grundkörper und Biegestifte sowohl den Arbeitsbereich der einen Drahtverformungsmaschine
also auch den Arbeitsbereich der anderen Drahtverformungsmaschine abdecken.
[0064] Zusätzlich zu den hier beschriebenen Nutzungsmöglichkeiten gibt es weitere Nutzungsmöglichkeiten.
Beispielsweise ist es auch möglich, den Radius einer Biegung über den (bezüglich der
Grundkörperachse) exzentrischen zweiten Biegestift zu erzeugen und mit dem (bezüglich
der Grundkörperachse) zentrischen ersten Biegestift die aktive Bewegung auszuführen.
Dafür wird eine zusätzliche Achsbewegung an der Maschine genutzt. Mit Hilfe des Servomotors
123 kann der Vertikaltisch 121, auf dem das Biegesystem montiert ist, über Linearführungen
quer zum Draht/Werkstück verfahren werden. Dadurch kann erreicht werden, dass der
exzentrisch angeordnete zweite Biegestift zentrisch zur neuen Biegeachse positioniert
wird. Durch Querfahren mit dem Vertikaltisch und gleichzeitiges Verdrehen des Grundkörpers
kann eine weitere Biegung erzeugt werden. Beim exzentrischen Biegen entspricht der
erstellte Biegeradius dem Durchmesser des exzentrisch angebrachten zweiten Biegestifts
im Grundkörper. Es ist somit möglich, durch eine weitere Achsbewegung an der Maschine,
nämlich durch Versetzen bzw. Verschieben der Biegekopfachse 128, die Funktion von
passivem Biegestift und aktivem Biegestift zu tauschen. Ein solcher exzentrischer
Biegeablauf kann z.B. bei der Herstellung von Ösen genutzt werden. Wenn beispielsweise
zwei unterschiedliche Biegeradien an einem Werkstück angebracht werden sollen, würde
eine Möglichkeit darin bestehen, beide Biegestifte abwechselnd nacheinander zu nutzen.
Gleiches gilt beim Biegen von einer Rechts- und anschließenden Links-Biegungen ohne
Umsetzen des Werkzeugs.
1. Werkzeugset mit einer Vielzahl von Werkzeugkomponenten zum Konfigurieren von Biegewerkzeugen
(200) unterschiedlicher Wirkgeometrie zur Verwendung in einem Biegekopf einer Drahtverformungsmaschine
(100) umfassend:
mehrere Grundkörper (260), wobei jeder der Grundkörper eine Grundkörperachse (265)
definiert und einen Einführabschnitt (262) sowie einen Stiftträgerabschnitt (264)
aufweist, wobei
der Einführabschnitt zum Einführen in eine Aufnahmeöffnung (132) einer Werkzeugaufnahme
(130) eines Biegekopfs konfiguriert ist,
der Stiftträgerabschnitt mit einer zu einer Stirnseite (266) des Grundkörpers offenen
ersten Aufnahmebohrung (270-1) und einer zu der Stirnseite offenen zweiten Aufnahmebohrung
(270-2) zur Aufnahme eines zweiten Biegestifts (C) aufweist, und
die erste Aufnahmebohrung koaxial zur Grundköperachse (265) und die zweite Aufnahmebohrung
achsparallel zur ersten Aufnahmebohrung exzentrisch zur Grundköperachse angeordnet
ist und Aufnahmebohrungen einen Achsenabstand (AA) aufweisen,
eine Vielzahl von ersten Biegestiften (B), die jeweils einen Einführabschnitt (430,
530, 630) zum spielfreien Einführen in eine erste Aufnahmebohrung und einen Angriffsabschnitt
(410, 510, 610) zum Angreifen an dem zu biegenden Draht (D) aufweisen;
eine Vielzahl von zweiten Biegestiften (C), die jeweils einen Einführabschnitt (430,
530, 630) zum spielfreien Einführen in eine zweite Aufnahmebohrung und einen Angriffsabschnitt
(410, 510, 610) zum Angreifen an dem zu biegenden Draht aufweisen; wobei
die Grundkörper des Werkzeugsets unterschiedliche Stiftträgerabschnitte aufweisen,
wobei sich Durchmesser der Aufnahmebohrungen und/oder Achsenabstände der Aufnahmebohrungen
unterscheiden;
erste Biegestifte (B) des Werkzeugsets wenigstens zum Teil unterschiedliche Angriffsabschnitte
aufweisen, die sich bezüglich der wirksamen Durchmesser der Angriffsabschnitte unterscheiden;
zweite Biegestifte (C) des Werkzeugsets wenigstens zum Teil unterschiedliche Angriffsabschnitte
aufweisen, die sich bezüglich der wirksamen Durchmesser der Angriffsabschnitte unterscheiden.
2. Werkzeugset nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Biegestifte (B) und/oder die zweiten Biegestifte (C) unterschiedliche
Stifttypen umfassen, wobei bei einem ersten Stifttyp der Einführabschnitt (430) und
der Angriffsabschnitt (410) den gleichen Durchmesser haben, bei einem zweiten Stifttyp
der Durchmesser des Angriffsabschnitts (510) kleiner als der Durchmesser des Einführabschnitts
(530) und bei einem dritten Stifttyp der Durchmesser des Angriffsabschnitts (610)
größer als der Durchmesser des Einführabschnitts (630) ist.
3. Werkzeugset nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeugset genau drei oder genau vier oder genau fünf unterschiedliche Grundkörper
(A1, A2, A3) aufweist.
4. Werkzeugset nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Grundkörper und Biegestifte des Werkzeugsets derart aufeinander abgestimmt sind,
dass mittels der damit konfigurierbaren Biegewerkzeuge an Drähten mit einer Anzahl
ND unterschiedlicher Durchmesser unterschiedlich geformte Biegungen mit einer Anzahl
NBR unterschiedlicher Biegeradien erzeugbar sind, so dass eine Anzahl NKOMB möglicher Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen realisierbar ist, wobei eine Summe
SUM der Anzahl NGK von Grundkörpern und der Anzahl NBS unterschiedlicher Biegestifte des Werkzeugsets geringer ist als die Anzahl möglicher
Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen.
5. Werkzeugset nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeugset mehrere Biegestifte enthält, welche für eine erste Durchmesser-Biegeradius-Kombination
als erster Biegestift (B) und für dieselbe erste Durchmesser-Biegeradius-Kombination
oder für eine davon unterschiedliche zweite Durchmesser-Biegeradius-Kombination als
zweiter Biegestift (C) verwendbar sind.
6. Werkzeugset nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeugset ein Paar oder mehrere Paare von zueinander identischen Biegestiften
(B6, C6) aufweist.
7. Werkzeugset nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dem Werkzeugset eine Zuordnungstabelle (800) zugeordnet ist, die für eine Vielzahl
unterschiedlicher Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen eine eindeutige Zuordnung
zwischen einem für eine ausgewählte Durchmesser-Biegeradius-Kombinationen auszuwählenden
Grundkörper (A1, A2, A3), einem auszuwählenden ersten Biegestift (B1, B2) und einem
dazu passenden zweiten Biegestift (C1, C2) angibt.
8. Werkzeugset nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Aufbewahrungsbehälter (900) mit einer Vielzahl von separaten Fächern (910,
920) für die Komponenten des Werkzeugsets, wobei die Fächer erste Fächer (910) zur
Aufnahme jeweils eines Grundkörpers (A1, A2, A3) und, vorzugsweise unterschiedlich
zu den ersten Fächern gestaltete, zweite Fächer (920) zur Aufnahme von Biegestiften
umfassen.
9. Werkzeugset nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Aufbewahrungsbehälter (900) in zwei oder mehr räumlich getrennte Zonen unterteilt
ist, wobei in jeder der Zonen ein erstes Fach (910) zur Aufnahme eines Grundkörpers
sowie daneben eine Vielzahl von zweiten Fächern (920) für zu dem Grundkörper passenden
Biegestiften angeordnet ist.
10. Biegewerkzeug (200) zur Verwendung in einem Biegekopf (126) einer Drahtverformungsmaschine
(100), dadurch gekennzeichnet, dass das Biegewerkzeug (200) unter Verwendung eines Grundkörpers (A1, A2, A3), eines ersten
Biegestifts (B) und eines zweiten Biegestifts (C) des Werkzeugsets gemäß einem der
vorhergehenden Ansprüche zusammengebaut ist.