[0001] Die Erfindung betrifft ein Handwerkzeug mit einem Griff und einem Werkzeugteil, wobei
der Griff eine Aufnahme zur Aufnahme eines Motors aufweist und wobei das Werkzeugteil
um eine Längsachse des Handwerkzeugs mittels einer den Motor aufweisenden Antriebseinrichtung
rotierbar ist.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Herstellung eines Handwerkzeugs,
welches zumindest die Merkmale des eingangs beschriebenen Handwerkzeugs aufweist.
[0003] Ein Handwerkzeug der eingangs genannten Art ist aus der
DE 10 2015 205 122 A1 bekannt. Es ist nach dem Stand der Technik üblich, den Motor in der Weise in der
Aufnahme einzupassen, dass ein fester Sitz des Motors in der Aufnahme im Griff erreicht
ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine alternative Befestigungsmöglichkeit
des Motors zu schaffen.
[0005] Zur Lösung der Aufgabe sind erfindungsgemäß die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen.
Insbesondere wird somit zur Lösung der genannten Aufgabe erfindungsgemäß bei einem
Handwerkzeug der eingangs genannten Art vorgeschlagen, dass der Motor in der Aufnahme
mit einem Spiel angeordnet ist, wobei ein durch das Spiel definierter Freiraum zwischen
dem Motor und der Aufnahme mit einer Gussmasse ausgegossen ist.
[0006] Hierdurch kann die Erfindung eine Stoßdämpfung des Motors gegenüber mechanischen
Belastungen und/oder eine Abdichtung des Motors erreichen.
[0007] So kann beispielsweise nach dem Stand der Technik zur Betätigung des Motors eine
Schwachstelle ausgebildet sein, durch die Feuchtigkeit eindringen kann. Dies kann
durch die Erfindung verhindert werden.
[0008] Das Handwerkzeug kann beispielsweise als Schraubendreher ausgebildet sein. Bei dem
Handwerkzeug kann es sich aber auch um ein beliebiges anderes manuell bedienbares
Werkzeug handeln, bei dem ein Werkzeugteil zur Bearbeitung eine Drehbewegung ausführen
soll.
[0009] Das Werkzeugteil kann ein Bearbeitungselement sein wie beispielsweise eine Werkzeugklinge.
Diese kann unmittelbar in den Griff eingesetzt oder einsetzbar sein. Sie kann aber
auch in einem Klingenhalter eingesetzt oder einsetzbar sein, welcher seinerseits in
Eingriff mit dem Griff bringbar ist. Das Werkzeugteil kann somit auch durch den Klingenhalter
gegeben sein oder auch durch den mit einer Klinge mechanisch verbundenen Klingenhalter.
Bei dem Werkzeugteil kann es sich daher auch um ein Adapterstück wie einem Klingenhalter,
einem Bithalter oder einer Bitaufnahme handeln oder auch um ein anderes Werkzeugelement
wie beispielsweise ein Drehmomentbegrenzer. Das Werkzeugteil kann aus einem Einzelteil
bestehen oder auch aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt sein.
[0010] Das Werkzeugteil kann derart mit dem Griff mechanisch verbunden sein, dass es nicht
austauschbar ist. In anderen Ausgestaltungen kann das Werkzeugteil auch austauschbar
sein. Insbesondere kann es von dem Griff entfernbar und/oder aus diesem herausnehmbar
sein.
[0011] Es kann vorgesehen sein, dass das Werkzeugteil an einem werkzeugseitigen Ende des
Griffs angeordnet ist. Dabei kann das Werkzeugteil unmittelbar am Griff angeordnet
sein oder auch beabstandet von diesem, wobei zwischen dem Werkzeugteil und dem Griff
ein weiteres Element angeordnet ist, welches sowohl mit dem Griff als auch mit dem
Werkzeugteil in Wirkverbindung steht.
[0012] Das Werkzeugteil kann beispielsweise in den Griff einsetzbar oder eingesetzt sein.
Das Werkzeugteil kann gegenüber dem Griff rotierbar sein.
[0013] Bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs kann vorgesehen sein,
dass die Aufnahme einen Hohlraum bildet, innerhalb dessen der gesamte Motor angeordnet
ist. Dies kann vorteilhaft sein, da so der Motor besser vor mechanischen und/oder
aus der Umgebung an das Handwerkzeug gelangenden Beeinträchtigungen geschützt werden
kann.
[0014] Bei einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs kann vorgesehen
sein, dass eine Ansteuerungselektronik der Antriebseinrichtung mit der Gussmasse ausgegossen
ist. Es kann auch vorgesehen sein, dass die gesamte Antriebseinrichtung mit der Gussmasse
ausgegossen ist. Hierdurch kann neben dem Motor auch ein weiteres wichtiges Element
der Antriebseinrichtung oder sogar die gesamte Antriebseinrichtung besser geschützt
werden.
[0015] Bei einer weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs kann vorgesehen
sein, dass die ausgegossene Gussmasse genau einen räumlichen Verband bildet. Dies
kann beispielsweise den Vorteil haben, dass hierdurch die Herstellung des Handwerkzeugs
erleichtert werden kann. So kann ein solcher räumlicher Verband durch einen einzigen
Gießvorgang hergestellt werden. Ein räumlicher Verband kann auch die Stoßdämpfung
und/oder die Abdichtung verbessern, da mehrere voneinander getrennte Gussbereiche
dazu führen können, dass Bereiche der teilweise umgossenen Teile einer mechanischen
Belastung und/oder einer Zugänglichkeit eines Fluids besonders ausgesetzt sind.
[0016] Um die Stoßdämpfung und/oder die Abdichtung weiter zu verbessern, kann bei einer
weiteren Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs vorgesehen sein, dass die
Gussmasse den Motor und/oder die Ansteuerungselektronik und/oder die gesamte Antriebseinrichtung
lückenlos ummantelt.
[0017] Um ein Durchdrehen des Motors zu verhindern, kann bei einer weiteren Ausgestaltung
des erfindungsgemäßen Handwerkzeugs vorgesehen sein, dass der Motor unrund ausgebildet
ist. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass die Aufnahme unrund ausgebildet
ist. Bevorzugt ist der Motor und/oder die Aufnahme in einer zur Längsachse senkrecht
orientierten Ebene unrund ausgebildet. Dies kann besonders vorteilhaft sein, da in
dieser Ebene eine Verdrehung des Motors in der Aufnahme in besonderen Maß droht. Besonders
vorteilhaft kann es sein, wenn die unrunde Ausgestaltung des Motors derart ist, dass
er in die Spielaufnehmung der unrunden Ausgestaltung der Aufnahme eingepasst ist.
Hierzu kann die unrunde Ausgestaltung des Motors insbesondere der unrunden Ausgestaltung
der Aufnahme entsprechen.
[0018] Zur Lösung der genannten Aufgabe sind außerdem erfindungsgemäß die Merkmale des nebengeordneten,
auf ein Verfahren gerichteten Anspruchs vorgesehenen. Insbesondere wird somit zur
Lösung der genannten Aufgabe erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs beschriebenen
Art vorgeschlagen, dass der Motor in der Aufnahme des Griffes mit einem Spiel angeordnet
wird und dass sodann ein durch das Spiel definierter Freiraum zwischen dem Motor und
der Aufnahme mit einer Gussmasse ausgegossen wird. Durch dieses Verfahren ist somit
auf einfache Weise ein Handwerkzeug herstellbar, welches robuster ist gegen mechanische
Belastungen und/oder besser abgedichtet ist als herkömmliche Handwerkzeuge der eingangs
beschriebenen Art. So kann mittels des genannten Verfahrens insbesondere ein Handwerkzeug
hergestellt werden, welches erfindungsgemäß, insbesondere wie zuvor beschrieben und/oder
nach einem der auf ein Handwerkzeug gerichteten Schutzansprüche, ausgebildet ist.
[0019] Zur Vereinfachung der Werkzeugherstellung und/oder zur Verbesserung der Werkzeugeigenschaften
kann bei einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgesehen sein, dass
eine Ansteuerungselektronik der Antriebseinrichtung und/oder die gesamte Antriebseinrichtung
mit der Gussmasse ausgegossen wird. Bevorzugt erfolgt das Ausgießen des Freiraums
und/oder der Antriebseinrichtung und/oder des Motors und/oder der Ansteuerungselektronik
in einem gemeinsamen Gießvorgang.
[0020] Die Erfindung wird nun anhand eines oder einiger weniger Ausführungsbeispiele näher
beschrieben, ist jedoch nicht auf diese wenigen Ausführungsbeispiele beschränkt. Weitere
Ausführungsbeispiele ergeben sich durch Kombination der Merkmale einzelner oder mehrerer
Schutzansprüche untereinander und/oder mit einzelnen oder mehreren Merkmalen der Ausführungsbeispiele.
[0021] Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Handwerkzeugs 1;
- Fig. 2
- das Handwerkzeug 1 gemäß Fig. 1 mit einem eingesetzten Drehmomentaufsatz 24.
[0022] Fig. 1 und Fig. 2 zeigen ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen als Schraubendreher
ausgebildeten Handwerkzeugs 1 mit einem Griff 2 und einem gegenüber dem Griff 2 rotierbaren
und als Bitaufnahme 22 ausgebildeten Werkzeugteil 4. Das Werkzeugteil 4 ist unmittelbar
an einem werkzeugseitigen Ende des Griffs 2 angeordnet. Das Werkzeugteil 4 ist nicht
austauschbar. In einem alternativen Ausführungsbeispiel ist das Werkzeugteil 4 allerdings
austauschbar und somit von dem Griff 2 entfernbar oder aus diesem herausnehmbar. In
Fig. 2 ist in die Bitaufnahme 22 ein Drehmomentaufsatz 24 eingesetzt. Zum eigentlichen
Gebrauch kann sodann beispielsweise ein nicht abgebildetes Werkzeugbit, ein Adapterstück
oder eine Werkzeugklinge in die Bitaufnahme 22 oder in den Drehmomentaufsatz 24 eingesetzt
sein. So ist dann auch die Werkzeugklinge gegenüber dem Griff 2 rotierbar.
[0023] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist der Bereich des Motors 8 und der Ansteuerungselektronik
20, welche jeweils einen Teil der Antriebseinrichtung 10 bilden, in offener Schnittdarstellung
dargestellt.
[0024] Bei dem Handwerkzeug 1 ist eine Längsachse 6 ausgebildet. Diese Längsachse 6 bildet
eine Mittelachse des Handwerkzeugs 1 und zugleich eine Rotationsachse, um welche das
Werkzeugteil 4 rotierbar ist.
[0025] Hierzu weist das Handwerkzeug 1 den Motor 8 auf, welcher in die Aufnahme 12 des Griffes
2 eingelassen ist. Die Aufnahme 12 bildet dabei einen Hohlraum 18, in dem der Motor
8 vollständig enthalten ist. Der Motor 8 wird von der Ansteuerungselektronik 20 angesteuert.
Dabei bilden der Motor 8 und die Ansteuerungselektronik 20 einen Teil der Antriebseinrichtung
10. Mit dem Motor 8 ist eine in Fig. 1 und Fig. 2 nicht dargestellte Welle antreibbar,
welche mit dem Werkzeugteil 4 in der Weise wirkverbunden ist, dass eine Rotation der
Welle eine entsprechende Rotation des Werkzeugteils 4 bewirkt. Wird beispielsweise
eine Schraubklinge in das Werkzeugteil 4 eingesetzt, so kann durch die bewirkte Rotation
der Schraubvorgang ausgeführt werden.
[0026] Der Motor 8 wird von einer Batterie gespeist, welche an einem nutzerseitigen Griffabschnitt
innerhalb des Griffes 2 angeordnet ist. In Fig. 1 und Fig. 2 ist die Batterie von
der Griffoberfläche bedeckt dargestellt und daher nicht sichtbar.
[0027] Bei dem Handwerkzeug 1 ist zwischen der Aufnahme 12 und dem Außengehäuse des Motors
8 ein Freiraum 14 ausgebildet, welcher mit einer Gussmasse 16 ausgegossen ist. Der
Motor 8 weist somit quer zur Rotationsachse einen Außendurchmesser auf, welche etwas
geringer ist als der Innendurchmesser der Aufnahme 12, so dass ein Spiel zwischen
dem Motor 8 und der Aufnahme 12 verbleibt. Dabei sind der Motor 8 und die Aufnahme
12 unrund ausgebildet. In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und Fig. 2 sind der
Motor 8 und die Aufnahme 12 in einer Ebene senkrecht zur Längsachse 6 elliptisch ausgebildet.
[0028] In dem in Fig. 1 und Fig. 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Motor 8 lückenlos
von der Gussmasse 16 ummantelt. Ferner ist neben dem Motor 8 auch die Ansteuerungselektronik
20 mit der Gussmasse 16 ausgegossen. Dies erfolgte in einem gemeinsamen Gussvorgang,
so dass die Gussmasse 16 einen gemeinsamen Verband bildet. Die Gussmasse 16 zerfällt
somit nicht in mehrere Bereiche, sondern jeder Gussbereich ist mit einem anderen Gussbereich
der Gussmasse 16 gussverbunden.
[0029] Es wird vorgeschlagen, bei einem motorbetriebenen Handwerkzeug 1 den Motor 8 in einer
Aufnahme 12 des Griffes 2 des Handwerkzeugs 1 mit einem Spiel anzuordnen, wobei ein
durch das Spiel definierter Freiraum 14 zwischen dem Motor 8 und der Aufnahme 12 mit
einer Gussmasse 16 ausgegossen ist.
Bezugszeichenliste
[0030]
- 1
- Handwerkzeug
- 2
- Griff
- 4
- Werkzeugteil
- 6
- Längsachse
- 8
- Motor
- 10
- Antriebseinrichtung
- 12
- Aufnahme
- 14
- Freiraum
- 16
- Gussmasse
- 18
- Hohlraum
- 20
- Ansteuerungselektronik
- 22
- Bitaufnahme
- 24
- Drehmomentaufsatz
1. Handwerkzeug (1) mit einem Griff (2) und einem Werkzeugteil (4), wobei der Griff (2)
eine Aufnahme (12) zur Aufnahme eines Motors (8) aufweist und wobei das Werkzeugteil
(4) um eine Längsachse (6) des Handwerkzeugs (1) mittels einer den Motor (8) aufweisenden
Antriebseinrichtung (10) rotierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (8) in der Aufnahme (12) mit einem Spiel angeordnet ist, wobei ein durch
das Spiel definierter Freiraum (14) zwischen dem Motor (8) und der Aufnahme (12) mit
einer Gussmasse (16) ausgegossen ist.
2. Handwerkzeug (1) nach dem vorangehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahme (12) einen Hohlraum (18) bildet, innerhalb dessen der gesamte Motor
(8) angeordnet ist.
3. Handwerkzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ansteuerungselektronik (20) der Antriebseinrichtung (10) und/oder die Antriebseinrichtung
(10) mit der Gussmasse (16) ausgegossen ist.
4. Handwerkzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ausgegossene Gussmasse (16) genau einen räumlichen Verband bildet und/oder dass
die Gussmasse (16) den Motor (8) und/oder die Ansteuerungselektronik (20) und/oder
die Antriebseinrichtung (10) lückenlos ummantelt.
5. Handwerkzeug (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (8) und/oder die Aufnahme (12) unrund ausgebildet ist, insbesondere wobei
der Motor (8) und/oder die Aufnahme (12) in einer zur Längsachse (6) senkrecht orientierten
Ebene unrund ausgebildet ist.
6. Verfahren zur Herstellung eines Handwerkzeugs (1) nach dem Oberbegriff von Anspruch
1, insbesondere nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (8) in der Aufnahme (12) des Griffes (2) mit einem Spiel angeordnet wird
und dass sodann ein durch das Spiel definierter Freiraum (14) zwischen dem Motor (8)
und der Aufnahme (12) mit einer Gussmasse (16) ausgegossen wird.
7. Verfahren nach dem vorangehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass eine Ansteuerungselektronik (20) der Antriebseinrichtung (10) und/oder die Antriebseinrichtung
(10) mit der Gussmasse (16) ausgegossen wird, insbesondere wobei das Ausgießen des
Freiraums (14) und/oder der Antriebseinrichtung (10) und/oder des Motors (8) und/oder
der Ansteuerungselektronik (16) in einem gemeinsamen Gießvorgang erfolgt.