[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Anpressen einer Druckwalze an
eine Abzugswalze einer Arbeitsstelle einer Textilmaschine. Die Druckwalze ist dabei
mittels einer Betätigungseinrichtung der Arbeitsstelle aus einer Arbeitsposition,
in welcher sie an die Abzugswalze angepresst ist, in eine Anspinnposition, in welcher
sie von der Abzugswalze abgehoben ist, und zurück überführbar. Weiterhin betrifft
die Erfindung eine entsprechende Abzugsvorrichtung für eine Arbeitsstelle einer Textilmaschine.
[0002] Abzugsvorrichtungen mit einer antreibbaren Abzugswalze und einer an die Abzugswalze
anpressbaren Druckwalze sind im Stand der Technik in verschiedenen Ausführungen bekannt
geworden. Beispielsweise ist es bei Offenendspinnmaschinen, die mittels einer entlang
der Spinnmaschine verfahrbaren Wartungseinrichtung bedient werden, bekannt geworden,
die Druckwalze mittels Federkraft an die Abzugswalze anzudrücken. Zum Abheben der
Druckwalze von der Abzugswalze beim Anspinnen ist ein Hebel vorhanden, welcher durch
die Wartungseinrichtung oder auch einen Bediener manuell gegen die Federkraft betätigt
werden kann. Das Rückstellen der Druckwalze erfolgt dabei durch die Federkraft, nachdem
die Wartungseinrichtung oder auch der Bediener den entsprechenden Hebel wieder freigibt.
Eine solche Spinnmaschine ist beispielsweise in der
DE 199 23 047 A1 gezeigt.
[0003] Weiterhin ist aus der
DE 44 31 537 C2 eine Spinnmaschine bekannt geworden, bei welcher die Druckwalze im Betrieb mittels
eines Elektromagneten mit einer Schubstange an die Abzugswalze angedrückt wird bzw.
von dieser abgehoben wird. Dies ermöglicht es, die Anpresskraft zu verändern und einzustellen.
Eine solche arbeitsstelleneigene Betätigungseinrichtung für das Abheben und Rückstellen
der Druckwalze ist insbesondere auch für Textilmaschinen mit Einzelplatzautomation
vorteilhaft.
[0004] Die
DE 10 2007 024 588 A1 beschreibt ebenfalls eine arbeitsstelleneigene Betätigungseinrichtung, bei welcher
nach einer Ausführung die Druckwalze ebenfalls mittels eines doppelt wirkenden Betätigungselements
wie eines Pneumatikzylinders abgehoben und wieder rückgestellt werden kann. Das Andrücken
der Druckwalze an die Abzugswalze während des normalen Spinnbetriebs erfolgt ebenfalls
durch den Pneumatikzylinder. Die Anpresskraft kann hierbei durch die Höhe des Luftdruckes
verändert werden.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Abzugsvorrichtung sowie ein Verfahren
zum Anpressen einer Druckwalze vorzuschlagen, welche eine zuverlässige Anpressung
der Druckwalze an die Abzugswalze ermöglichen.
[0006] Die Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche.
[0007] Bei einem Verfahren zum Anpressen einer Druckwalze an eine Abzugswalze einer Arbeitsstelle
einer Textilmaschine wird die Druckwalze mittels einer Betätigungseinrichtung der
Arbeitsstelle aus einer Arbeitsposition, in welcher sie an die Abzugswalze angepresst
ist, in eine Anspinnposition, in welcher sie von der Abzugswalze abgehoben ist, und
zurück überführt. Eine entsprechende Abzugsvorrichtung weist eine Abzugswalze und
eine an die Abzugswalze anpressbare Druckwalze auf. Weiterhin weist die Abzugsvorrichtung
eine Betätigungseinrichtung auf, mittels welcher die Druckwalze aus der Arbeitsposition
in die Anspinnposition und zurück überführbar ist.
[0008] Es ist nun vorgesehen, dass die Druckwalze in ihrer Arbeitsposition durch ein vorgespanntes
Federelement an die Abzugswalze angepresst wird. Die Abzugsvorrichtung weist hierzu
ein vorspannbares Federelement auf. Dadurch, dass nun im laufenden Betrieb das Anpressen
der Druckwalze an die Abzugswalze nicht mittels der Betätigungseinrichtung, sondern
mittels eines vorgespannten Federelements erfolgt, ist es nicht erforderlich, die
Betätigungseinrichtung im laufenden Betrieb ständig mit Druckluft oder Strom zu beaufschlagen.
Es ist somit auch bei einer Maschine mit Einzelplatzautomation, bei welcher eine Betätigungseinrichtung
an jeder Arbeitsstelle vorgesehen werden muss, möglich, die Abzugsvorrichtungen energiesparend
zu betreiben. Das Abheben der Druckwalze aus ihrer Arbeitsposition in ihre Anspinnposition
erfolgt ebenso wie das Zurückführen in die Arbeitsposition mittels der Betätigungseinrichtung.
Das Rückstellen der Druckwalze in die Arbeitsposition kann daher sehr schonend und
ohne schädliche Einflüsse auf den Faden erfolgen. Durch die Kombination der Betätigungseinrichtung
und des zusätzlichen Federelements kann eine besonders zuverlässige Anpressung der
Druckwalze an die Abzugswalze erreicht werden.
[0009] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die Druckwalze in ihrer Arbeitsposition
nur durch das vorgespannte Federelement angepresst wird, da hierdurch ein besonders
energiesparender Betrieb möglich wird. Zudem ist es dadurch möglich, das Federelement
so einzustellen, dass eine stets gleich bleibende Anpresskraft auch über eine längere
Betriebsdauer erreicht wird.
[0010] Nach einer besonders vorteilhaften Ausführung wird das Federelement durch die Betätigungseinrichtung
mit einer Vorspannung beaufschlagt. Bei der Abzugsvorrichtung steht hierzu das Federelement
in einer Wirkverbindung mit der Betätigungseinrichtung. Hierdurch ist es möglich,
das Federelement mittels der Betätigungseinrichtung gezielt mit einer Vorspannung
einer bestimmten Größe zu beaufschlagen und dadurch gezielt eine definiert hohe Anpresskraft
der Druckwalze auf die Abzugswalze zu erzeugen. Da die Anpresskraft genau der Vorspannkraft
der Feder entspricht bzw. zu dieser proportional ist, kann hierdurch auch bei Verschleiß
der Druckwalze oder der Abzugswalze eine gleich bleibende Anpresskraft erzeugt werden,
so dass der Fadenabzug stets unter gleichen Bedingungen erfolgt. Ebenso können hierdurch
auch an mehreren Arbeitsstellen einer Textilmaschine weitgehend gleiche Abzugsbedingungen
geschaffen werden.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Vorspannung oder ein die Vorspannung repräsentierender
Einstellparameter der Betätigungseinrichtung dabei vorgegeben wird, so dass die Größe
der Vorspannung auch an verschiedene Spinnbedingungen oder verschiedene Garnnummern
und dergleichen angepasst werden kann. Ein die Vorspannung repräsentierender Einstellparameter
der Betätigungseinrichtung kann dabei beispielsweise der Weg eines Elementes der Betätigungseinrichtung,
der Luftdruck im Falle einer pneumatischen Betätigung und dgl. sein.
[0012] Bei dem Verfahren ist es weiterhin vorteilhaft, wenn das Überführen der Druckwalze
aus der Anspinnposition in die Arbeitsposition in zwei Phasen erfolgt. In einer ersten
Phase wird dabei die Druckwalze durch die Betätigungseinrichtung in Anlage an die
Abzugswalze gebracht. In der zweiten Phase wird dann das Federelement in eine Wirkverbindung
mit der Betätigungseinrichtung gebracht und mit der Vorspannung beaufschlagt. Hierdurch
ist es möglich, die vorgegebene Vorspannung exakt einzustellen, da die Feder erst
beim Erreichen eines Kontakts zwischen der Abzugswalze und der Druckwalze unter Vorspannung
gesetzt wird. Bei der Abzugsvorrichtung ist hierbei die Wirkverbindung zwischen der
Betätigungseinrichtung und dem Federelement lösbar.
[0013] Daneben ist es vorteilhaft, wenn die Betätigungseinrichtung einen Elektromotor, insbesondere
einen Schrittmotor, insbesondere einen Linear-Schrittmotor umfasst, der in der zweiten
Phase weggesteuert verfahren wird. Durch das weggesteuerte Verfahren des Elektromotors
ist es möglich, die gewünschte Vorspannung der Feder besonders exakt zu erreichen,
da diese direkt proportional zu dem Federweg bzw. dem Verfahrweg des Elektromotors
ist. Der Elektromotor wird in diesem Falle gleichermaßen zum Abheben sowie Rückstellen
der Druckwalze und zum Vorspannen des Federelements eingesetzt.
[0014] Beinhaltet die Betätigungseinrichtung einen Elektromotor, so ist es weiterhin vorteilhaft,
wenn der die Vorspannung repräsentierende Einstellparameter ein Verfahrweg des Elektromotors,
insbesondere eine Schrittanzahl des Schrittmotors, ist. Die gewünschte Größe der Vorspannung
kann mit einem Schrittmotor in besonders genauer Weise eingestellt und erreicht werden.
[0015] Vorteilhaft ist es weiterhin, wenn von der Abzugsvorrichtung detektiert wird, ob
die Druckwalze an der Abzugswalze anliegt und/oder ob das Federelement mit der Betätigungseinrichtung
in Wirkverbindung steht. Der Beginn der zweiten Phase des weggesteuerten Verfahrens
bzw. des Vorspannens des Federelementes kann hierdurch exakt ermittelt werden. Die
Abzugsvorrichtung weist hierzu eine entsprechende Detektiereinrichtung auf. Besonders
vorteilhaft ist es dabei, dass auch bei Verschleiß der Druckwalze und/oder der Abzugswalze
ohne weitere Einstellarbeiten an der Vorrichtung stets die gleiche erwünschte Vorspannkraft
erreicht wird, da das Vorspannen des Federelements erst dann beginnt, wenn die Druckwalze
an der Abzugswalze anliegt. Aufgrund dessen ist die Anpresskraft der Druckwalze durchmesserunabhängig,
so dass auch nach einem Überschleifen der Druckwalze ohne Einstellarbeiten noch immer
die gewünschte Anpresskraft erreicht wird.
[0016] Um die lösbare Wirkverbindung zwischen dem Federelement und der Betätigungseinrichtung,
insbesondere dem Elektromotor herzustellen, ist es vorteilhaft, wenn das Federelement
spannbar in einer Hülse angeordnet ist, welche zwischen einem Hubelement des Elektromotors
und einem Betätigungshebel der Druckwalze vorgesehen ist. Das Federelement ist dabei
vorzugsweise als Spiralfeder ausgebildet, andere Ausführungsformen wären jedoch ebenfalls
möglich. Unter dem Hubelement des Elektromotors wird im Rahmen der vorliegenden Erfindung
das Element verstanden, welches eine axiale Bewegung zum Vorspannen des Federelements
ausführt. Es kann beispielsweise ein mit dem Elektromotor verbundenes Übertragungselement,
wie eine Kurbelstange, eine Zahnstange, eine Gewindespindel oder dergleichen sein
oder bei einem Linearmotor der Läufer.
[0017] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die Hülse bezogen auf ihre Axialrichtung
verschiebbar mit dem Hubelement und fest mit dem Betätigungshebel verbunden ist. Dabei
ermöglicht die Verschiebbarkeit zwischen der Hülse und dem Hubelement in der ersten
Phase das Verbringen der Druckwalze aus ihrer Anspinnposition in die Arbeitsposition
und anschließend durch Zusammendrücken des Federelementes in der Hülse in der zweiten
Phase das Aufbringen der Vorspannung auf das Federelement. Natürlich wäre es aber
ebenso möglich, die Hülse fest mit dem Hubelement und verschiebbar mit dem Betätigungshebel
zu verbinden.
[0018] Weitere Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele
beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Schnittdarstellung einer Arbeitsstelle einer Textilmaschine in einer
Übersichtsdarstellung,
- Figur 2
- eine schematische, teilgeschnittene Darstellung einer Abzugsvorrichtung, bei welcher
die Druckwalze sich in der Anspinnposition befindet,
- Figur 3
- eine schematische, teilgeschnittene Darstellung der Abzugsvorrichtung der Figur 1,
bei welcher sich die Druckwalze in der Arbeitsposition befindet, sowie
- Figur 4
- eine schematische, teilgeschnittene Darstellung der Abzugsvorrichtung der Figur 1,
bei welcher die Druckwalze an die Abzugswalze angepresst wird.
[0019] Figur 1 zeigt eine Übersichtsdarstellung einer Arbeitsstelle 2 einer Textilmaschine
1 in einer schematischen Schnittdarstellung. Die Textilmaschine 1 ist vorliegend als
Spinnmaschine ausgebildet und weist in üblicher Weise ein Spinnelement 8, hier einen
Spinnrotor, auf, dem ein Fasermaterial 7 zugeführt wird. In dem Spinnelement 8 wird
das Fasermaterial 7 zu einem Faden 4 versponnen und mittels einer Abzugsvorrichtung
3 abgezogen. Nach der Abzugsvorrichtung 3 passiert der Faden 4 gegebenenfalls noch
weitere Elemente, wie einen Qualitätssensor oder eine Paraffiniereinrichtung und wird
schließlich mittels einer Spulvorrichtung 5 auf eine Spule 6 aufgewickelt.
[0020] Die Abzugsvorrichtung 3 beinhaltet dabei in an sich bekannter Weise eine ortsfest
gelagerte, mit einer Abzugswalzendrehzahl antreibbare Abzugswalze 9, sowie eine an
die Abzugswalze 9 anpressbare und von der Abzugswalze 9 abhebbare Druckwalze 10. Zum
Abheben der Druckwalze 10 von der Abzugswalze 9 ist eine Betätigungseinrichtung 11
vorgesehen, welche vorliegend lediglich schematisch dargestellt ist. Dabei ist in
ausgezogenen Linien die Druckwalze 10 in ihrer Arbeitsposition I dargestellt, während
im gestrichelten Linien die Anspinnposition II angedeutet ist, in welcher die Druckwalze
10 von der Abzugswalze 9 abgehoben ist. Bei derartigen Abzugsvorrichtungen 3 ist es
häufig wünschenswert, die Anpresskraft der Druckwalze 10 an die Abzugswalze 9 einstellbar
auszuführen, um eine Anpassung an Gegebenheiten der Arbeitsstelle 2 wie beispielsweise
die Produktion verschiedener Garnnummern zu ermöglichen.
[0021] Figur 2 zeigt eine teilgeschnittene, schematische Darstellung einer solchen Abzugsvorrichtung
3 mit einer Abzugswalze 9 und einer Druckwalze 10. Die Druckwalze 10 ist mittels einer
Betätigungseinrichtung 11 von der Abzugswalze 9 abhebbar. In Figur 2 ist dabei die
Druckwalze 10 in ihrer von der Abzugswalze 9 abgehobenen Anspinnposition II gezeigt.
Die Betätigungseinrichtung 11 ist vorliegend als Elektromotor 13 ausgeführt und an
der Arbeitsstelle 2, welche hier lediglich schematisch und abgebrochen dargestellt
ist, der Textilmaschine 1 (hier nicht dargestellt) gelagert. Der Elektromotor weist
ein Hubelement 15 auf, welches bei Betätigung des Elektromotors 13 eine Hubbewegung
in Richtung des Doppelpfeils ausführt. Das Hubelement 15 ist mit einem Betätigungshebel
16, welcher um einen Drehpunkt 17 drehbar gelagert ist, verbunden und betätigt über
diesen die Druckwalze 10, d.h. überführt sie aus der Arbeitsposition I (siehe Fig.
3) in die Anspinnposition II und zurück.
[0022] Vorliegend ist der Betätigungshebel 16 als zweiarmiger Hebel ausgeführt, wobei die
Druckwalze 10 an einem ersten Hebelarm gelagert ist und der zweite Hebelarm mit dem
Elektromotor 13 der Betätigungseinrichtung 11 verbunden ist. Es wäre aber natürlich
auch denkbar, den Betätigungshebel 16 als einarmigen Hebel auszuführen.
[0023] Das Hubelement 15 ist dabei mit einem Federteller 18 verbunden, welcher verschieblich
in einer Hülse 14 angeordnet ist. Die Hülse 14 ist wiederum fest, gemäß vorliegendem
Beispiel aber drehbar, mit dem Betätigungshebel 16 verbunden. Ebenso ist nach vorliegender
Darstellung auch der Elektromotor 13 fest, aber schwenkbar mit der Textilmaschine
1 bzw. der Arbeitsstelle 2 verbunden, um die sich durch die Hubbewegung des Hubelements
15 ergebenden Lageveränderungen der einzelnen Bauteile zuzulassen. Natürlich sind
aber auch andere Lagerungsarten oder Verbindungen zwischen dem Motor 13, der Hülse
14 und dem Betätigungshebel 16, welche derartige Lageveränderungen zulassen, möglich.
[0024] Wie nun durch die teilgeschnittene Darstellung der Hülse 14 erkennbar, stützt sich
an der Hülse 14 ein Federelement 12, hier in Form einer Spiralfeder, ab, welches durch
den Federteller 18 und das Hubelement 15 des Elektromotors 13 mit einer Vorspannung
beaufschlagbar ist. Die Hülse 14 ist dabei bezogen auf ihre Axialrichtung, die vorliegend
der Richtung des Doppelpfeils entspricht und durch die Mittellängsachse des zylinderförmigen
Körpers der Hülse 14 bestimmt ist, verschiebbar über den Federteller 18 mit dem Hubelement
15 verbunden.
[0025] In der vorliegend gezeigten Anspinnposition II der Druckwalze 10 befindet sich das
Hubelement 15 in einer ausgefahrenen Position, in welcher der mit dem Hubelement 15
verbundene Federteller 18 einen ersten Abstand zu dem Elektromotor 13 aufweist.
[0026] Das Überführen der Druckwalze 10 aus ihrer Anspinnposition II zurück in ihre Arbeitsposition
I wird nun anhand der Figur 3 beschrieben, in welcher die Druckwalze in der Arbeitsposition
I gezeigt ist. Zum Überführen der Druckwalze 10 in ihre Arbeitsposition I wird der
Elektromotor 13 verfahren, so dass das Hubelement 15 sowie der damit verbundene Federteller
18 sich in Richtung des Elektromotors 13 bewegen. Diese Bewegung wird dabei über das
Federelement 12 und die Hülse 14 auf den Betätigungshebel 16 übertragen, wobei die
Druckwalze 10 in Anlage an die Abzugswalze 9 gebracht wird. Das Hubelement 15 befindet
sich nun in einer eingefahrenen Position, in welcher der mit dem Hubelement 15 verbundene
Federteller 18 einen zweiten Abstand zu dem Elektromotor 13 aufweist, welcher geringer
ist als der erste Abstand. Dabei wird es durch die Abzugsvorrichtung 3 detektiert,
wenn die Druckwalze 10 die Oberfläche der Abzugswalze 9 erreicht hat. Die Abzugsvorrichtung
weist hierzu eine entsprechende Detektiereinrichtung auf. Die Detektiereinrichtung
kann beispielsweise durch einen Näherungsschalter, einen Kontaktschalter oder auch
durch Elemente der Betätigungseinrichtung gebildet sein.
[0027] Nachdem die Druckwalze 10 in Anlage an die Abzugswalze 9 gebracht wurde, ist die
erste Phase des Überführens der Druckwalze in die Arbeitsposition I beendet. Sobald
nun das Anliegen der Druckwalze 10 an der Abzugswalze 9 detektiert ist, wird in der
zweiten Phase das Federelement 12 mit der Vorspannung beaufschlagt.
[0028] Das Beaufschlagen des Federelements 12 mit der Vorspannung wird dabei in Figur 4
dargestellt. Wie der Figur 4 entnehmbar, bildet nun die Abzugswalze 9 einen Anschlag
für die Druckwalze 10, so dass an dieser Stelle keine weitere Zustellbewegung mehr
möglich ist. Ein weiteres Verfahren des Elektromotors 13 bzw. des Hubelementes 15
ist nun nur noch entgegen der Rückstellkraft des Federelementes 12 möglich. Somit
wird durch das Anschlagen der Druckwalze 10 an der Abzugswalze 9 die Wirkverbindung
zwischen dem Federelement 12 und der Betätigungseinrichtung 11, insbesondere dem Elektromotor
13 der Betätigungseinrichtung 11, hergestellt. Hierdurch kann nun bei einem weiteren
Verfahren des Elektromotors 13 bzw. des Hubelements 15 eine Vorspannung auf das Federelement
12 aufgebracht werden. Da in dieser zweiten Phase der Elektromotor 13 weggesteuert
verfahren wird, kann der Verfahrweg des Hubelements 15 und damit die Vorspannung des
Federelements 12, die zu dem Verfahrweg des Hubelements 15 proportional ist, sehr
exakt eingestellt werden.
[0029] Durch die Kombination der Betätigungseinrichtung 11 zum Abheben und Rückführen der
Druckwalze 10 mit einem mit einer bestimmten Vorspannung beaufschlagbaren Federelement
ist es möglich, die an einer Arbeitsstelle 2 gewünschte Anpresskraft der Druckwalze
10 exakt einzustellen. Besonders vorteilhaft ist es dabei, dass die gezeigte Abzugsvorrichtung
3 es ermöglicht, an jeder Arbeitsstelle 2 der Textilmaschine 1 die Anpresskraft gesondert
einzustellen, so dass auch eine Mehrpartienbelegung der Textilmaschine 1 problemlos
möglich ist. Ebenso ist es möglich, Gegebenheiten an den einzelnen Arbeitsstellen
2 Rechnung zu tragen. So ist es beispielsweise bei Verschleiß der Abzugswalze 9 oder
des Druckrollers 10 nicht erforderlich, Nachstellarbeiten vorzunehmen, da der Beginn
der zweiten Phase mit dem weggesteuerten Verfahren des Elektromotors 13 unabhängig
von einem Verschleißzustand der Walzen 9, 10 ist. Da durch die beschriebene Abzugsvorrichtung
3 die Anpresskraft der Druckwalze 10 auf die Abzugswalze 9 nur von der Vorspannung
des Federelements 12 bzw. dem vorgegebenen Weg des Elektromotors 13 abhängig ist,
ist es zudem in besonders günstiger Weise möglich, reproduzierbare Verhältnisse an
jeder Arbeitsstelle 2 einzustellen, das heißt, dass sowohl an der gleichen Arbeitsstelle
2 als auch an verschiedenen Arbeitsstellen 2 einer Textilmaschine 1 jeweils die gleiche
Anpresskraft auf die Druckwalze 10 wirkt. Die Garnherstellung kann hierdurch mit einer
besonders hohen Qualität erfolgen.
[0030] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
Kombination der Merkmale, auch wenn diese in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 1
- Textilmaschine
- 2
- Arbeitsstelle
- 3
- Abzugsvorrichtung
- 4
- Faden
- 5
- Spulvorrichtung
- 6
- Spule
- 7
- Fasermaterial
- 8
- Spinnelement
- 9
- Abzugswalze
- 10
- Druckwalze
- 11
- Betätigungseinrichtung
- 12
- Federelement
- 13
- Elektromotor
- 14
- Hülse
- 15
- Hubelement
- 16
- Betätigungshebel
- 17
- Drehpunkt des Betätigungshebels
- 18
- Federteller
- I
- Arbeitsposition
- II
- Anspinnposition
1. Verfahren zum Anpressen einer Druckwalze (10) an eine Abzugswalze (9) einer Arbeitsstelle
(2) einer Textilmaschine (1), wobei die Druckwalze (10) mittels einer Betätigungseinrichtung
(11) der Arbeitsstelle (2) aus einer Arbeitsposition (I), in welcher sie an die Abzugswalze
(9) angepresst ist, in eine Anspinnposition (II), in welcher sie von der Abzugswalze
(9) abgehoben ist, und zurück überführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckwalze (10) in ihrer Arbeitsposition (I) durch ein vorgespanntes Federelement
(12) an die Abzugswalze (9) anpresst wird.
2. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (12) durch die Betätigungseinrichtung (11) mit einer Vorspannung
beaufschlagt wird, wobei vorzugsweise die Größe der Vorspannung oder ein die Vorspannung
repräsentierender Einstellparameter der Betätigungseinrichtung (11) vorgegeben wird.
3. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Überführen der Druckwalze (10) aus der Anspinnposition (II) in die Arbeitsposition
(I) in zwei Phasen erfolgt, wobei in einer ersten Phase die Druckwalze (10) durch
die Betätigungseinrichtung (11) in Anlage an die Abzugswalze (9) gebracht wird und
in einer zweiten Phase das Federelement (12) in eine Wirkverbindung mit der Betätigungseinrichtung
(11) gebracht und mit der Vorspannung beaufschlagt wird.
4. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung (11) einen Elektromotor (13), insbesondere einen Schrittmotor,
insbesondere einen Linearschrittmotor, umfasst, der in der zweiten Phase weggesteuert
verfahren wird.
5. Verfahren nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der die Vorspannung repräsentierende Einstellparameter ein Verfahrweg des Elektromotors
(13), insbesondere eine Schrittanzahl des Schrittmotors, ist.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass detektiert wird, ob die Druckwalze (10) an der Abzugswalze (9) anliegt und/oder ob
das Federelement (12) mit der Betätigungseinrichtung (11) in Wirkverbindung steht.
7. Abzugsvorrichtung (3) für eine Arbeitsstelle (2) einer Textilmaschine (1), insbesondere
zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit einer
Abzugswalze (9) und einer an die Abzugswalze (9) anpressbaren Druckwalze (10) sowie
mit einer Betätigungseinrichtung (11), mittels welcher die Druckwalze (10) aus einer
Arbeitsposition (I), in welcher sie an die Abzugswalze (9) angepresst ist, in eine
Anspinnposition (II), in welcher sie von der Abzugswalze (9) abgehoben ist, und zurück
überführbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abzugsvorrichtung (3) ein vorspannbares Federelement (12) zum Anpressen der Druckwalze
(10) an die Abzugswalze (9) aufweist.
8. Abzugsvorrichtung (3) nach dem vorherigen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (12) in einer Wirkverbindung mit der Betätigungseinrichtung (11)
steht und durch die Betätigungseinrichtung (11) mit einer vorzugsweise vorgebbaren
Vorspannung beaufschlagbar ist.
9. Abzugsvorrichtung (3) nach dem vorherigen Vorrichtungsanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkverbindung lösbar ist.
10. Abzugsvorrichtung (3) nach einem der vorherigen Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung (11) einen Elektromotor (13), insbesondere einen Schrittmotor,
insbesondere einen Linearschrittmotor, umfasst.
11. Abzugsvorrichtung (3) nach einem der vorherigen Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abzugsvorrichtung (3) eine Detektiereinrichtung aufweist, mittels welcher detektierbar
ist, ob die Druckwalze (10) an der Abzugswalze (9) anliegt und/oder ob das Federelement
(12) mit der Betätigungseinrichtung (11) in Wirkverbindung steht.
12. Abzugsvorrichtung (3) nach einem der vorherigen Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (12) spannbar in einer Hülse (14) angeordnet ist, welche zwischen
einem Hubelement (15) des Elektromotors (13) und einem Betätigungshebel (16) der Druckwalze
(10) vorgesehen ist.
13. Abzugsvorrichtung nach einem der vorherigen Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Hülse (14) bezogen auf ihre Axialrichtung verschiebbar mit dem Hubelement (15)
und fest mit dem Betätigungshebel (16) verbunden ist.