Stand der Technik
[0001] Im Möbelbereich sind Führungsmittel wie Möbelscharniere oder Klappenbeschläge bekannt,
um ein Möbelteil relativ zu einem Möbelkorpus bewegen zu können.
[0002] Die Führungsmittel müssen unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden, insbesondere
soll mit der Bewegungsführung ein Inneres des Möbelkorpus bzw. des bewegbaren Möbelteils
zugänglich gemacht werden, um Gegenstände darin unterbringen oder daraus entnehmen
zu können. Bekannte Führungsmittel sind vergleichsweise raumeinnehmend, hoch bzw.
breit aufbauend, auf einer inneren Oberfläche einer Seitenwand montiert.
Aufgabe und Vorteile der Erfindung
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zur Bewegung eines an
einem Möbelkorpus eines Möbels aufgenommenen Möbelteils zu verbessern, insbesondere
im Hinblick auf eine kompakte, vergleichsweise wenig auftragende Unterbringung der
Vorrichtung am Möbel bzw. um einen Material- und/oder Montageaufwand der Vorrichtung
zu reduzieren.
[0004] Diese Aufgabe wird durch die unabhängigen Ansprüche gelöst.
[0005] In den abhängigen Ansprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der
Erfindung thematisiert.
[0006] Die Erfindung geht von einer Vorrichtung zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus
eines Möbels aufgenommen Möbelteils aus, insbesondere zur Bewegung einer Klappe bzw.
Möbelklappe, wobei die Vorrichtung Führungsmittel aufweist, mit welchen bei montierter
Vorrichtung am Möbel das Möbelteil aus einer Schließposition in eine Offenposition
relativ zum Möbelkorpus und zurück bewegbar ist, wobei die Führungsmittel einen ersten
und einen zweiten Beschlag aufweisen, wobei im angeordneten Zustand am Möbel der erste
und der zweite Beschlag voneinander beabstandet am Möbelkorpus angeordnet ist, wobei
die Vorrichtung Montagemittel zur Anbringung des ersten und des zweiten Beschlags
an das bewegbare Möbelteil aufweist, wobei die Montagemittel an das bewegbare Möbelteil
montierbar sind.
[0007] Die Vorrichtung ist beispielsweise als Schwenkbeschlag oder Klappenbeschlag für z.B.
eine Oberklappe eines Möbels ausgebildet. Das Möbel ist beispielsweise als ein Hängeschrank
vorhanden.
[0008] Vorteilhafterweise nimmt das Möbelteil in der Schließposition eine maximal an eine
Frontseite des Möbelkorpus heranbewegte Position ein. Beispielsweise ist eine Öffnung
des Möbelkorpus in der Schließposition zumindest teilweise verschlossen. Zum Beispiel
ist in der Schließposition ein Spalt zwischen bewegbarem Möbelteil und Möbelkorpus
vorhanden. Durch den Spalt ist beispielsweise eine Touch-Latch-Öffnungsautomatik am
Möbel realisierbar, welche z.B. ein Teil der Vorrichtung bilden kann.
[0009] Der erste Beschlag ist z.B. an einer rechten Seite des Möbelkorpus und der zweite
Beschlag z.B. an einer linken Seite des Möbelkorpus anordenbar, oder umgekehrt. Beispielsweise
ist der erste und/oder der zweite Beschlag in eine Seitenwand des Möbelkorpus, insbesondere
in eine Aussparung der Seitenwand des Möbelkorpus, einsetzbar ausgebildet.
[0010] Der Kern der Erfindung wird darin gesehen, dass die Montagemittel eine erste Montageeinheit
mit einem Loslager und eine zweite Montageeinheit mit einem Festlager aufweisen, wobei
im angeordneten Zustand am Möbelteil die beiden Montageeinheiten voneinander beabstandet
am Möbelteil montiert sind, und wobei im angeordneten Zustand der erste Beschlag an
die erste Montageeinheit gekoppelt ist und der zweite Beschlag an die zweite Montageeinheit
gekoppelt ist, sodass im montierten Zustand der Vorrichtung am Möbel eine Position
des Möbelteils relativ zum Möbelkorpus durch Einstellmittel am Festlager spannungsfrei
einstellbar ist, indem eine Positionsverlagerung des Möbelteils durch das Loslager
ausgleichbar ist. Vorteilhafterweise wird das Loslager und/oder der erste Beschlag
bei einer Verstellung des Festlagers in die gleiche Richtung z.B. +x oder -x bewegt,
wie der zweite Beschlag und/oder das Festlager.
[0011] Vorteilhafterweise ist durch die Einstellmittel die Schließposition des Möbelteils
relativ zum Möbelkorpus einstellbar. Außerdem ist durch die vorteilhafte Ausgestaltung
der Erfindung eine Verkippung oder eine Verspannung eines Beschlags oder beider Beschläge
bei einer Positionseinstellung des Möbelteils vermieden.
[0012] Es ist überdies vorteilhaft, dass das Festlager selbsthemmend vorhanden ist. Hierdurch
ist eine unbeabsichtigte Positionsverstellung des Möbelteils vermieden.
[0013] Denkbar ist auch, dass das Loslager selbsthemmend ausgebildet ist. Insbesondere ist
das Loslager in einer Offenposition des Möbelteils selbsthemmend vorhanden. Beispielsweise
ist das Loslager derart ausgebildet, dass eine Selbsthemmung des Loslagers bei einer
Öffnungs- und/oder Schließbewegung des Möbelteils, zumindest entlang einer Teilbewegungsstrecke,
beispielsweise in einem Bewegungsbereich um die Schließposition des Möbelteils, aufgehoben
ist. Hierdurch ist beispielsweise eine annähernd gleichmäßige Öffnungs- oder Schließbewegung
des Möbelteils realisiert. Ist das Loslager und das Festlager in einer Offenposition
insbesondere selbstgehemmt festgelegt, so ist z.B. das Möbelteil in der Offenposition
vergleichsweise stabil mit dem Möbelkorpus gekoppelt.
[0014] Weiter wird vorgeschlagen, dass die Einstellmittel selbsthemmend vorhanden sind.
Dadurch ist eine unbeabsichtigte Verstellung der Einstellmittel vermieden.
[0015] Überdies von Vorteil ist, dass der Beschlag und die Montagemittel derart ausgebildet
sind, dass der Beschlag an die Montageeinheit einhängbar ist. Hierdurch ist eine Montage
der Vorrichtung erleichtert. Beispielsweise ist der erste Beschlag an die erste Montageeinheit
einhängbar und/oder der zweite Beschlag an die zweite Montageeinheit einhängbar ausgebildet.
[0016] Vorteilhafterweise ist der erste und/oder der zweite Beschlag lösbar mit der ersten
und/oder der zweiten Montageeinheit verbindbar. Beispielsweise besitzt der Beschlag
ein hakenförmiges Koppelelement, welches an ein entsprechendes Gegenstück der Montagemittel
einhängbar ist. Denkbar ist auch, dass der Beschlag mit den Montagemittel über eine
klemmende und/oder rastende, z.B. über eine clipsende Verbindung verbindbar ist.
[0017] Als vorteilhaft erweist sich auch, dass das Loslager in einer Weise ausgebildet ist,
dass ein Spiel, insbesondere ein Bewegungsspiel, in zwei insbesondere zueinander parallele
Richtungen vorhanden ist.
[0018] Das Loslager ist beispielsweise derart ausgebildet, dass der an die erste Montageeinheit
angeordnete erste Beschlag ein Spiel in Richtung des zweiten Beschlags und/oder entgegengesetzt
dazu aufweist. Insbesondere ist das Loslager derart vorhanden, dass im angeordneten
Zustand der Montagemittel am Möbelteil die Spielrichtung parallel zum Möbelteil vorhanden
ist.
[0019] Vorteilhafterweise ist das Loslager derart ausgebildet, dass ein Bewegungsspiel bzw.
eine Bewegungsfreiheit eines an die Montageeinheit des Loslagers angeordneten Beschlags
senkrecht zu einer Bewegungsebene des Beschlags vorhanden ist. Beispielsweise besitzt
das Loslager einen Bewegungs-Freiheitsgrad. Vorteilhafterweise liegt das Spiel des
Loslagers, insbesondere das Spiel des Loslagers in eine seitliche Richtung relativ
zum Möbelkorpus, in einem Bereich zwischen +5mm und -5mm, zwischen +4mm und -4mm oder
zwischen +3mm und -3mm, insbesondere liegt das Spiel des Loslagers in einem Bereich
zwischen +2,5mm und -2,5mm.
[0020] Überdies ist es von Vorteil, dass das Loslager als eine Kulissenführung ausgebildet
ist.
[0021] Beispielsweise ist der erste Beschlag, welcher mit der ersten Montageeinheit verbindbar
ist, in der Kulissenführung beweglich geführt.
[0022] Außerdem erweist es sich von Vorteil, dass das Loslager eine Schlittenlagerung aufweist.
Bevorzugt ist auch, dass das Loslager ein Pendellager aufweist. Hierdurch ist der
erste Beschlag im montierten Zustand beweglich geführt mit der ersten Montageeinheit
gekoppelt.
[0023] Von Vorteil erweist sich ebenfalls, dass das Pendellager als ein Multipendellager
ausgebildet ist.
[0024] Das Pendellager ist beispielsweise als ein 2-fach-Pendellager, ein Doppelpendellager,
ein 3-fach-Pendellager oder ein Mehrfachpendellager, insbesondere als ein Multipendellager
ausgebildet. Unter einem Mehrfach- oder Multipendellager wird insbesondere ein Pendellager
verstanden, welches zwei oder mehr Pendelelemente aufweist. Ein erstes Pendelelement
ist z.B. beweglich gelagert an einem feststehenden Bauteil vorhanden und ein weiteres,
z.B. zweites Pendelelement ist insbesondere jeweils an einem vorhergehenden, z.B.
dem ersten Pendelelement beweglich gelagert usw.. Beispielsweise ist bei einem Mehrfach-
oder Multipendellager das erste Pendelelement mit einem insbesondere einzigen weiteren
Pendelelement beweglich verbunden. Bevorzugterweise ist jedes weitere Pendelelement
mit insbesondere genau zwei weiteren Pendelelementen beweglich gekoppelt.
[0025] Ein Pendellager kann sowohl vertikal hängend, die natürliche Erdanziehung nutzend,
und/oder horizontal liegend verwendet werden. Pendelelemente des Pendellager können
somit z.B. vertikal hängend vorhanden sein und/oder auch z.B. horizontal liegend.
[0026] Weiter wird vorgeschlagen, dass das Pendellager insbesondere genau zwei Pendelelemente
aufweist. Die Pendelelemente sind beispielsweise als Pendelarme ausgebildet. Ein Pendellager
mit zwei Pendelelementen wird z.B. 2-fach-Pendellager genannt.
[0027] Von Vorteil erweist sich, dass das Pendellager insbesondere genau zwei Schwenkachsen
umfasst. Beispielsweise verbindet eine zweite Schwenkachse die beiden Pendelelemente
beweglich, insbesondere schwenkbeweglich miteinander. Die beiden Pendelelemente sind
z.B. beweglich, z.B. schwenkbeweglich, insbesondere zueinander drehbar vorhanden.
Bevorzugterweise ist ein Pendelelement an einer ersten Schwenkachse beweglich, insbesondere
schwenkbeweglich an der Montageeinheit gelagert, z.B. angeordnet.
[0028] Bei einer bevorzugten Ausführung der Vorrichtung weist das Pendellager ein Führungsorgan
auf, mit welchem ein Pendelelement beweglich geführt ist. Beispielsweise umfasst das
Loslager eine Kulissenführung. Vorteilhafterweise weist die Kulissenführung das Führungsorgan
auf. Bevorzugterweise umfasst das Pendellager zwei Führungsorgane. Beispielsweise
ist ein erstes Pendelelement durch ein erstes Führungsorgan und/oder durch ein zweites
Führungsorgan beweglich geführt. Zum Beispiel ist ein zweites Pendelelement durch
das erste Führungsorgan und/oder durch das zweite Führungsorgan beweglich geführt.
Umfasst das Pendellager mehrere Führungsorgane so ist beispielsweise das erste Führungsorgan
dazu ausgebildet zwei oder mehr Pendelelemente beweglich zu führen und ein zweites
Führungsorgan dazu ausgebildet ein insbesondere einziges Pendelelement insbesondere
direkt bzw. unmittelbar beweglich zu führen.
[0029] Von Vorteil erweist sich auch, dass das Loslager derart ausgebildet ist, dass eine
Seiten- und/oder Höhenverstellung des Festlagers durch das Loslager, insbesondere
durch das Pendellager ausgleichbar ist. Hierdurch sind Verspannungen der Vorrichtung
vorteilhaft vermieden. Vorteilhafterweise ist das Pendellager derart vorhanden, dass
eine Verstellung des Festlagers in einer Richtung parallel zu einer Frontseite des
Möbelkorpus und/oder einer Hauptebene des bewegbaren Möbelteils durch das Pendellager
ausgleichbar ist. Unter einer Hauptebene des bewegbaren Möbelteils ist beispielsweise
eine Rückseite des bewegbaren Möbelteils zu verstehen, welche in der Schließposition
einer Frontseite des Möbelkorpus gegenüberliegend, z.B. an die Frontseite des Möbelkorpus
anstehend, vorhanden ist. Bevorzugterweise ist das Loslager, insbesondere das Pendellager
derart ausgebildet, dass eine Verstellung des Festlagers durch das Loslager, insbesondere
durch das Pendellager, in zwei insbesondere senkrecht zueinander stehenden Raumrichtungen
ausgleichbar ist.
[0030] Außerdem wird vorgeschlagen, dass das Pendellager des Loslagers unabhängig von einer
Höhen- und/oder Tiefenverstellung des Loslagers vorhanden ist. Beispielsweise ist
das Pendellager derart vorhanden, dass das Pendellager insbesondere einzig eine Seitenverstellung
des bewegbaren Möbelteils ermöglicht. Unter einer Seitenverstellung ist insbesondere
eine seitliche Positionsänderung des bewegbaren Möbelteils in der Schließposition
in einer horizontalen Richtung relativ zum Möbelkorpus zu verstehen.
[0031] In einer vorteilhaften Ausbildung der Vorrichtung ist die erste Schwenkachse des
Pendellagers relativ zu verbleibenden Teilen des Loslagers ortsfest und eine zweite
Schwenkachse des Pendellagers relativ zu den verbleibenden Teilen des Loslagers beweglich
vorhanden. Beispielsweise ist die erste und die zweite Schwenkachse am ersten Pendelelement
ausgebildet. Z.B. sind die erste und die zweite Schwenkachse beabstandet zueinander
am ersten Pendelelement vorhanden. Die erste Schwenkachse verbindet z.B. das erste
Pendelelement beweglich mit verbleibenden Teilen des Loslagers. Die zweite Schwenkachse
verbindet bspw. das erste und das zweite Pendelelement beweglich miteinander.
[0032] Überdies ist es vorteilhaft, dass das Loslager, insbesondere das Pendellager, derart
ausgebildet ist, dass die erste Schwenkachse im angeordneten Zustand der Vorrichtung
am bewegbaren Möbelteil in einer Offenposition des bewegbaren Möbelteils weiter von
einer Frontseite des Möbelkorpus entfernt ist, als die zweite Schwenkachse. Vorteilhafterweise
ist im montierten Zustand der Vorrichtung am Möbel die zweite Schwenkachse in der
Schließposition in einer vertikalen Richtung gesehen oberhalb der ersten Schwenkachse
ausgebildet.
[0033] Bevozugterweise ist das Loslager in einer Weise ausgebildet, dass ein Spiel in zwei
Richtungen vorhanden ist. Vorteilhafterweise ist ein Spiel des Loslagers in einer
Spiel-Ebene vorhanden. Vorteilhafterweise ist im angeordneten Zustand der Vorrichtung
am Möbel die Spiel-Ebene zumindest annähernd parallel zu einer Frontseite des Möbels,
insbesondere des Möbelteils ausgerichtet. Beispielsweise ist die Spiel-Ebene in der
Schließposition des bewegbaren Möbelteils zumindest annähernd parallel zur Frontseite
des Möbelkorpus und/oder zur Frontseite des Möbelteils und/oder zur Rückseite des
Möbelteils ausgerichtet. Vorteilhafterweise ist im angeordneten Zustand des Loslagers
an der Vorrichtung die Spiel-Ebene quer insbesondere senkrecht zu einer Bewegungsebene
der Führungsmittel der Vorrichtung ausgerichtet.
[0034] Bei einer vorteilhaften Variante der Vorrichtung ist das Festlager in einer Offenposition
des Möbelteils einstellbar vorhanden, wobei durch eine Einstellung des Festlagers
eine Position des Möbelteils relativ zum zweiten Beschlag verändert ist, wobei das
Loslager derart ausgebildet ist, dass in einer Schließbewegung des Möbelteils aus
der Offenposition in die Schließposition eine Positionsveränderung des Möbelteils
relativ zum ersten Beschlag ermöglicht ist, sodass das Möbelteil spannungsfrei in
einer Einstellrichtung des Festlagers mit dem ersten und dem zweiten Beschlag koppelt.
Hierdurch ist eine Positionseinstellung des Möbelteils vergleichsweise vereinfacht.
Beispielsweise ist das Loslager derart vorhanden, dass in der Schließposition eine
Positionsveränderung des Möbelteils relativ zum ersten Beschlag erfolgen kann, sodass
das Möbelteil spannungsfrei in einer Einstellrichtung des Festlagers mit dem ersten
und dem zweiten Beschlag koppelt.
[0035] Von Vorteil erweist sich auch, dass ein Einstellmittel als Exzenter ausgebildet ist.
Denkbar ist auch, dass ein Einstellmittel als einfache Schraube, als eine Schneckenverstellung
und/oder ein Langloch vorhanden ist.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0036] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung sind anhand des in den Figuren schematisch
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Im Einzelnen zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht auf ein erfindungsgemäßes Möbel mit einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zur Bewegung eines geöffnet dargestellten Möbelteils,
- Fig. 2
- den in Fig. 1 umrandeten Bereich A in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 3
- die Bewegungsvorrichtung gemäß dem umrandeten Bereich A in Fig. 1 in perspektivischer
Ansicht ohne ein Abdeckelement der Vorrichtung,
- Fig. 4
- einen teilweise geschnitten gezeigten Ausschnitt des Möbels mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung gemäß Fig. 1 ohne Abdeckelement jedoch bei geschlossen dargestelltem Möbelteil,
- Fig. 5
- den in Fig. 4 umrandeten Bereich B in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 6
- den in Fig. 4 gezeigten Ausschnitt des Möbels mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
teilweise geschnitten bei geöffnet dargestelltem Möbelteil,
- Fig. 7
- den in Fig. 6 umrandeten Bereich C in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 8
- das Möbel gemäß Fig. 1 in der Teilansicht gemäß Fig. 2 jedoch in einer aufgesetzten
Montagestellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Bewegung des Möbelteils,
- Fig. 9
- eine Seiten-Teilansicht auf das Möbel bei geöffnet dargestelltem Möbelteil, teilweise
geschnitten,
- Fig. 10
- den in Figur 9 umrandeten Bereich D in vergrößerter Darstellung,
- Fig. 11
- einen Ausschnitt im Bereich einer Verbindung zwischen
- und 12
- einer teils geschnittenen Schwenkarm-Anordnung und einer Montageeinheit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung in zwei unterschiedlichen Montageschritten von der Seite,
- Fig. 13
- eine Unteransicht des Möbels gemäß Fig. 1 ohne angeordnete Klappe,
- Fig. 14a
- - 14c den in Figur 13 umrandeten Bereich E in vergrößerter Darstellung, wobei die
Montageeinheit 15a in unterschiedlichen Einstellpositionen gezeigt ist,
- Fig. 15a
- - 15c den in Figur 13 umrandeten Bereich F in vergrößerter Darstellung, wobei die
Montageeinheit 15b in unterschiedlichen Einstellpositionen gezeigt ist,
- Fig. 16
- eine Unteransicht des Möbels gemäß Fig. 8 ohne angeordnete Klappe,
- Fig. 17a
- - 17c den in Figur 16 umrandeten Bereich G in vergrößerter Darstellung, wobei eine
weitere Variante der Montageeinheit 15a in unterschiedlichen Einstellpositionen gezeigt
ist und
- Fig. 18a
- - 18c den in Figur 16 umrandeten Bereich H in vergrößerter Darstellung, wobei eine
weitere Variante der Montageeinheit 15b in unterschiedlichen Einstellpositionen gezeigt
ist,
- Fig. 19
- eine perspektivische Ansicht auf eine Explosionsdarstellung einer weitere Variante
einer ersten Montageeinheit,
- Fig. 20
- eine seitliche Ansicht auf die erste Montageeinheit gemäß Figur 19, wobei seitliche
Komponenten teiltransparent dargestellt sind, sodass eine Schnittansicht eines Inneren
der ersten Montageeinheit ersichtlich ist und
- Fig. 21
- eine Teil-Draufsicht auf die erste Montageinheit gemäß Figur 19.
[0037] Für sich entsprechende Elemente unterschiedlicher Ausführungsbeispiele sind teils
die gleichen Bezugszeichen verwendet. Eine Ausbildung eines sich entsprechenden Elements
kann zwischen unterschiedlichen Ausführungsbeispielen variieren.
[0038] Fig. 1 zeigt perspektivisch ein erfindungsgemäßes Möbel bzw. einen Oberschrank 1
mit einem kastenförmigen Möbelkorpus 2 und einem daran aufgenommenen Möbelteil, das
als eine plattenartige Oberklappe 3 ausgebildet ist, welche in einer Offenstellung
relativ zum Möbelkorpus 2 gezeigt ist.
[0039] Der Möbelkorpus 2 umfasst zwei gegenüberliegende, aufrechte Seitenwände 4 und 5,
die unten mit einem Unterboden 6 und oben mit einem Oberboden 7 verbunden sind. Rückseitig
ist der Möbelkorpus 2 von einer Rückwand 8 verschlossen.
[0040] Zur Bewegung der Oberklappe 3 um eine horizontale Schwenkachse relativ zum Möbelkorpus
2 aus der in Fig. 1 gezeigten Offenstellung in eine zum Möbelkorpus 2 frontseitig
heranbewegte Schließstellung (s. Fig. 4, 5) ist eine erfindungsgemäße Bewegungsvorrichtung
vorhanden, die als Oberklappenbeschlag 9 ausgestaltet ist. Der Oberklappenbeschlag
9 weist an der Seitenwand 4 eine erste Beschlageinheit 10 und an der Seitenwand 5
eine zweite Beschlageinheit 11 auf, die gleichartig aber zur funktionsrichtigen Anordnung
an der jeweiligen Seitenwand 4 bzw. 5 seitenbezogen aufgebaut sind.
[0041] Jede Beschlageinheit 10 und 11 umfasst eine Basiseinheit 12, Führungsmittel 13 mit
Gelenkhebeln und eine Montageeinheit in Form eine Montageplatte 15a, 15b. Über mehrere
gelenkig gelagerte Gelenkhebel, welche als Schwenkarme 14.1 bis 14.7 einer Schwenkarm-Anordnung
14 vorhanden sind, ist die Basiseinheit 12 mit der Montageplatte 15a, 15b verbunden,
welche fest an einer Innenseite der Oberklappe 3 z.B. versenkt in einer Materialausnehmung
36 befestigt ist.
[0042] Außerdem weisen die Führungsmittel 13 einen mit einer Verstelleinheit 17 verstellbaren
Kraftspeicher 16 zur Unterstützung der Öffnungsbewegung der Oberklappe 3 in die Offenposition
bzw. Offenstellung und eine Dämpfervorrichtung 18 für eine gedämpfte Schließbewegung
der Oberklappe 3 in die Schließposition bzw. Schließstellung auf.
[0043] Die Basiseinheit 12 ist vorzugsweise aus einem Blechbauteil gebildet und umfasst
eine ebene, flache bzw. dünne Grundplatte 19 und eine zur Grundplatte 19 gegenüberliegende
flache dünne Abdeckplatte 20, welche lediglich in den Fig. 1 und 2 dargestellt ist.
[0044] Außerdem ist stirnseitig an der Basiseinheit 12 ein Stirnabschnitt 21 vorhanden,
dessen Außenseite quer zur Ebene der Grundplatte 19 ausgerichtet ist. Durch eine rechteckförmige
Aussparung 22 im Stirnabschnitt 21 greifen die betreffenden Schwenkarme der Schwenkarm-Anordnung
14.
[0045] Die in der Grundfläche z.B. viereckige bzw. z.B. rechteckige Grundplatte 12 weist
demgemäß vier gerade verlaufende Grundplatten-Ränder 23 bis 26 auf, wobei im gezeigten
Ausführungsbeispiel an den zwei benachbarten Grundplatten-Rändern 25 und 26 jeweils
ein zur Ebene der Grundplatte 19 z.B. senkrecht hochstehender rechteck- bzw. streifenförmiger
Wandabschnitt 27, 28 vorhanden ist. Die Wandabschnitte 27, 28 sind z.B. identisch
in ihrer Höhe, welche vorzugsweise um ein vorgebbares Maß geringer ist als z.B. die
Dicke des Wandelements des Möbels bzw. der Seitenwand 4 des Oberschranks 1, an welcher
die Basiseinheit 12 der Beschlageinheit 10 angebracht wird. Wenn die Seitenwand 4
eine übliche Dicke a von 16 Millimeter aufweist (s. Fig. 2), dann beträgt eine Höhe
der Basiseinheit 12 zum Beispiel vorzugsweise 12 Millimeter oder weniger. Damit kann
die Basiseinheit 12 in eine vorbereitet Materialausnehmung 31 versenkt bzw. bündig
eingesetzt werden, wenn die Materialausnehmung 31 eine Tiefe von 12 Millimeter aufweist.
Die Restbodendicke der Materialausnehmung 31 beträgt dann demgemäß 4 Millimeter. Die
Höhe der Basiseinheit setzt sich neben der Höhe des Wandabschnitts 27, 28 z.B. zusätzlich
aus der Dicke der Grundplatte 19 und der Dicke des Anlageflansches 29, 30 zusammen.
Bei einer angenommenen Blechdicke von z.B. einem Millimeter und einer Höhe der Basiseinheit
12 von 12 Millimetern beträgt die Höhe des Wandabschnitts 27 bzw. 28 bspw. zehn Millimeter.
[0046] Damit die mechanische Schwächung der Seitenwand 4, 5 durch die Materialausnehmung
31 bzw. aufgrund des fehlenden Wandmaterials verglichen zur Seitenwand ohne Materialausnehmung
31 zu keinen unerwünschten Folgen führt, sind Anlageflansche 29, 30 vorhanden. Mit
den Anlageflanschen 29, 30 und daran an- bzw. durchgreifenden Befestigungsmitteln
wie zum Beispiel Schraubmittel 40 lässt sich die Beschlageinheit 10 bzw. die Basiseinheit
12 an der Seitenwand 4 fest anbringen, insbesondere positionsfest und spielfrei fixieren.
Zur Stabilisierung der geschwächten Seitenwand 4, 5 im Bereich der Materialausnehmung
31, trägt außerdem die eingesetzte Basiseinheit 12 bei. Dabei wirkt vorteilhaft ein
Flächenkontakt über die flächige Anlage der Außenseite der Basiseinheit 12 mit der
Wandung der Materialausnehmung 31, was stabilisierend wirkt. Zusätzlich kann die Befestigung
bzw. Haftwirkung durch Klebemittel, wie z.B. eine Klebschicht, zwischen der Basiseinheit
12 und der Materialaussparung 31 verbessert bzw. erhöht werden.
[0047] An jeden Wandabschnitt 27 und 28 schließt ein rechtwinklig daran abgewinkelter Anlageflansch
an, also am Wandabschnitt 27 der Anlageflansch 29 und am Wandabschnitt 28 der Anlageflansch
30. Die Anlageflansche 29, 30 sind ebenfalls rechteck- bzw. streifenförmig zum Beispiel
zwischen 5 und 25 Millimeter breit, vorzugsweise circa 15 Millimeter breit.
[0048] Die Befestigungsmittel, wie z.B. die Schraubmittel 40, greifen durch z.B. vorbereitete
Durchgangslöcher in den Anlageflanschen 29, 30.
[0049] Vorne im Bereich des Grundplatten-Randes 23 ist im montierten Zustand der Beschlageinheit
10 der rechteckförmige flache Stirnabschnitt 21 bündig versenkt zu einer vorderen,
schmalen Stirnseite 4b der Seitenwand 4.
[0050] Am oberseitigen Grundplatten-Rand 24 ist ein senkrecht zur Ebene der Grundplatte
19 z.B. rechtwinklig vorstehender Wandabschnitt 32 vorgesehen, jedoch ohne Anlageflansch,
da der Grundplatten-Rand 24 unterseitig an den Oberboden 7 anschließt. Zur Befestigung
der Basiseinheit 12 an dem Oberboden 7 greift eine Schraube 33 durch eine schräg ausgerichtete
Durchlassöffnung in einem Winkelelement 34 und durch eine Öffnung 35 im Wandabschnitt
32, so dass die Schraube 33 schräg in den Oberboden 7 einschraubbar ist, womit die
Basiseinheit 12 nach oben und zur Seitenwand 4 hingezogen wird.
[0051] Auch die Montageplatte 15a, 15b ist vorteilhaft in einer entsprechenden Materialausnehmung
36 in der Oberklappe 3 versenkt, vorzugsweise bündig zur Innenseite der Oberklappe
3 untergebracht.
[0052] Die Beschlageinheit 10 bzw. die Basiseinheit 12 kann an dem Möbelkorpus 2 auch ohne
eine Materialausnehmung angebracht werden (s. Fig. 8). Dazu greifen Schraubmittel
37 durch die Abdeckplatte 20 und die Löcher in den Anlageflansche 29 und 30 und durch
nicht dargestellte Adaptermittel, die zwischen der Unterseite der Anlageflansche 29,
30 und der Innenseite 4a der Seitenwand 4 passend einsetzbar sind, mit entsprechenden
Öffnungen darin zum Durchgreifen der Schraubmittel 37, die über die Adaptermittel
hindurchreichend in die Seitenwand 4 einschraubbar sind. Entsprechend ist in Fig.
8 auch eine weitere Variante einer Montageeinheit 15a bzw. 15b vorhanden, welche z.B.
auf die spezielle Anbringposition der Beschlageinheit 10 am Möbelkorpus 2 angepasst
ist.
[0053] Figur 10 zeigt den oberen Abschnitt des Oberschranks 1 bei geöffneter Oberklappe
3, wobei die Oberklappe 3 teilweise und die Montageplatte 15a komplett geschnitten
dargestellt ist. Demgemäß ist die Montageplatte 15a in der passenden Materialausnehmung
36 nahezu vollständig versenkt aufgenommen. Die Montageplatte 15a ist in der Grundform
z.B. mit der Grundform der Basiseinheit 12 vergleichbar und weist eine ebene Grundplatte
42, einen daran hochstehenden Wandabschnitt 43 und einen winklig nach außen am Wandabschnitt
43 abstehenden Anlageflansch 44 auf. Eine Oberseite 44a der Montageplatte 15a bzw.
der Anlageflansch 44 und eine daran lösbar aufgesteckte, deckelartige, flache bzw.
dünne Abdeckung 41 stehen z.B. geringfügig über die Innenseite 3a der Oberklappe 3
über. Die Materialausnehmung 36 umfasst eine tiefere Haupttasche 36a und eine flachere
Nebentasche 36b, in welcher der Anlageflansch 44 der Montageplatte 15a aufgenommen
ist. Im vertieften Bereich der Montageplatte 15a oberhalb der Grundplatte 42 und innerhalb
der Höhe des Wandabschnitts 43 sind Verstellmittel 45 zur Verstellung der Relativposition
zwischen der Schwenkarm-Anordnung 14 und der Montageplatte 15a untergebracht. Von
der Schwenkarm-Anordnung 14 reicht ein Schwenkarm 14.1 bis in den Bereich der Montageplatte
15a.
[0054] Die Verstellmittel 45 der Montageplatte 15a umfassen beispielsweise Tiefenverstellmittel
46 mit z.B. einer Stellschraube 47, Seitenverstellmittel 48 mit z.B. einem Exzenter
49 und/oder Höhenverstellmittel 50 mit z.B. einer Verstellschnecke 51.
[0055] Mit den Tiefenverstellmitteln 46 erfolgt eine Verstellung der Relativposition zwischen
der Schwenkarm-Anordnung 14 und der Montageplatte 15a in die Richtungen gemäß des
Doppelpfeils P1.
[0056] Mit den Seitenverstellmitteln 48, welche als Festlager vorhanden sind, erfolgt eine
Verstellung der Relativposition zwischen der Schwenkarm-Anordnung 14 und der Montageplatte
15a in die Richtungen gemäß des Doppelpfeils P2 (siehe hierzu auch Figuren 13 - 18).
[0057] In den Figuren 14a - 14c ist die Montageeinheit 15a in unterschiedlichen seitlichen
Einstellposition dargestellt. In Figur 14a ist eine maximal nach außen, in Richtung
Möbelkorpusseitenwand 4 verstellte Montageeinheit 15a dargestellt, in Figur 14b eine
Mittelposition, in welcher die Montageeinheit 15a keiner seitlichen Verstellung unterliegt
und in Figur 14c eine maximal nach innen, in Richtung Möbelkorpusseitenwand 5 bzw.
in Richtung Montageeinheit 15b verstellte Montageeinheit 15a gezeigt. Vorteilhafterweise
ist die Montageeinheit 15a durch die Seitenverstellmittel 48 aus der Mittelposition
in beide Richtungen gleich weit verstellbar, z.B. um eine Distanz ±x. Die seitliche
Verstellung der Montageeinheit erfolgt z.B. durch Drehen des Exzenters 49 durch einen
Nutzer.
[0058] Den Figuren 15a bis 15c ist die Montageeinheit 15b gezeigt, welche ein Loslager 58
aufweist. Das Loslager 58 der Montageeinheit 15b ist entsprechend dem Festlager der
Montageeinheit 15a aus einer Mittelposition, dargestellt in Figur 15b in seitlicher
Richtung verstellbar, vorteilhafterweise in beide seitlichen Richtungen gleich weit
(dargestellt in den Figuren 15a und 15c). Außerdem ist es von Vorteil, wenn das Loslager
58 den gleichen seitlichen Bewegungsbereich ±x aufweist, wie das Festlager.
[0059] Verstellt ein Nutzer an der Montageeinheit 15a eine Position einer ersten Schwenkarm-Anordnung
14 relativ zur Montageeinheit 15a, so wird gleichzeitig eine Position der zweiten
Schwenkarmanordnung 14, welche am Möbelkorpus 2 gegenüberliegend zur ersten Schwenkarmanordnung
14 vorhanden ist, relativ zur Montageeinheit 15b verstellt, indem die zweite Schwenkarm-Anordnung
14 durch das Loslager 58 eine Positionsveränderung erfährt. Auch ist es vorstellbar,
dass das Loslager 58 als ein Pendellager vorhanden ist.
[0060] Den Figuren 17a - 17c ist eine weitere Variante einer Montageeinheit 15a mit einem
Festlager und den Figuren 18a - 18c ist eine weitere Variante einer Montageeinheit
15b mit einem Loslager zu entnehmen. Die Montageeinheiten 15a und 15b der Figuren
17 und 18 unterscheiden sich von den Montageeinheiten 15a und 15b der Figuren 15 und
16 darin, dass die Montageinheiten 15a, 15b zum einen in einer Weise ausgebildet sind,
so dass die Montageeinheiten an die Innenseite 3a der Oberklappe 3 montierbar ist
und nicht in die Oberklappe 3 eingesetzt oder eingelassen vorhanden ist. Außerdem
ist Figur 16 zu entnehmen, dass die Basiseinheit 12 auf die Seitenwände 4, 5 des Möbelkorpus
2 montierbar sind und somit die Schwenkarm-Anordnung 14 im Vergleich zur Schwenkarm-Anordnung
14 der Figur 13 in Richtung eines Möbelinnenraums von den Seitenwänden 4, 5 weg versetzt
vorhanden sind. Auch ist bei der Montageeinheit 15a nach den Figuren 17a - 17c eine
seitliche Verstellung durch z.B. eine Linearverstellung des Festlagers gelöst (nicht
gezeigt) und bei der Montageeinheit 15b nach den Figuren 18a - 18c ist die seitliche
Verstellmöglichkeit des Loslagers 58 als eine Reitstockführung gelöst.
[0061] Mit den Höhenverstellmittel 50 erfolgt eine Verstellung der Relativposition zwischen
der Schwenkarm-Anordnung 14 und der Montageplatte 15a in die Richtungen gemäß des
Doppelpfeils P3.
[0062] Die Montage zur lösbaren Anbringung der Oberklappe 3 mit der Montageplatte 15a bzw.
15b am vorderen Ende der Schwenkarmanordnung 14 ist in den Figuren 11 und 12 verdeutlicht.
Hierfür sind Schnell-Verbindungsmittel 52 vorgesehen, die an der Schwenkarm-Anordnung
14 einen schwenkbaren Rasthebel 53 und einen Stift 54 nahe am Rasthebel 53 und einen
weiteren zum Rasthebel 53 beabstandeten Stift 55 umfasst, wobei die Längsachsen der
Stifte 54, 55 parallel zur Schwenkachse des Rasthebels 53 verlaufen.
[0063] An der Montageplatte 15a, 15b umfassen die Schnell-Verbindungsmittel 52 eine Rastnase
56 und einen Rasthaken 57, die auf den Rasthebel 53, den Stift 54 und den Stift 55
passend abgestimmt ausgebildet sind.
[0064] Nach dem positionsrichtigen Heranführen der Oberklappe 3 mit den Montageplatten 15a,
15b an die Schwenkarmanordnungen 14 kommt bei gegen den Uhrzeigersinn verschwenktem
Rasthebel 53 der Stift 54 in einer Kerbe des Rasthaken 57 in eine Anschlagstellung
und gleichzeitig der Stift 55 in einer Einkerbung des Rasthakens 57 (s. Fig. 17).
Dann wird der Rasthebel 53 manuell im Uhrzeigersinn gemäß P4 verschwenkt, so dass
eine Nase des Rasthebels 53 in eine Vertiefung der Rastnase 56 eingreift und die feste
Verankerung eingerichtet ist.
[0065] Die Demontage erfolgt durch die umgekehrte Reihenfolge der Schritte, die zur Montage
nötig sind.
[0066] In Figur 20 ist eine weitere Variante eines Loslagers 38 dargestellt, welches ein
Pendellager 59 aufweist. Das Pendellager 59 ist vorteilhafterweise an einer Grundplatte
39 des Loslagers 38 anordenbar. An der Grundplatte 39 sind beispielsweise die Höhenverstellmittel
50 und/oder die Tiefenverstellmittel 46 anordenbar. Beispielsweise umfasst die Grundplatte
39 Teile der Höhenverstellmittel 50 und/oder der Tiefenverstellmittel 46.
[0067] Das Pendellager 59 umfasst z.B. zwei Pendelelemente in Form eines ersten Pendelarms
60 und eines zweiten Pendelarms 61. Beispielsweise ist der erste Pendelarm 60 mittels
einer ersten Schwenkachse 62 schwenkbar an einer Grundplatte 39 des Loslagers 38 gelagert.
Zum Beispiel ist der erste Pendelarm 60 über eine zweite Schwenkachse 63 mit dem zweiten
Pendelarm 61 schwenkbar gekoppelt. Am zweiten Pendelarm 61 ist z.B. ein Kopplungsorgan
66 anordenbar, welches dazu ausgebildet ist, mit einem Koppelelement der Schwenkarm-Anordnung
des Beschlags verbindbar zu sein. Die beiden Pendelarme 60, 61 des Pendellagers 59
sind vorteilhafterweise übereinanderliegend angeordnet. Hierdurch ist ein Platzbedarf
vorteilhaft verringert.
[0068] Außerdem umfasst das Pendellager 59 z.B. ein erstes Führungsorgan 64 und/oder ein
zweites Führungsorgan 65. Beispielsweise sind die Führungsorgane 64, 65 beabstandet
zueinander und sich gegenüberliegend am Pendellager 59 ausgebildet. Das zweite Führungsorgan
65 des Pendellagers 59 ist vorteilhafterweise derart vorhanden, dass es den ersten
Pendelarm 60 beweglich führt, sodass der erste Pendelarm 60 in einer Pendelarmbewegungsebene
längs, insbesondere parallel, zur Innenseite 3a der Oberklappe 3 beweglich gelagert
ist und eine insbesondere vergleichsweise große Bewegung quer zu dieser Pendelarmbewegungsebene
verhindert ist. Hierdurch ist der erste Pendelarm 60 gegen ein Verkanten gesichert.
Das erste Führungsorgan 64 des Pendellagers 59 ist vorteilhafterweise derart vorhanden,
dass es den zweiten Pendelarm 61 beweglich führt, sodass der zweite Pendelarm 61 in
einer weiteren Pendelarmbewegungsebene längs, insbesondere parallel, zur Innenseite
3a der Oberklappe 3 beweglich gelagert ist und eine insbesondere vergleichsweise große
Bewegung quer zu den Pendelarmbewegungsebene verhindert ist. Hierdurch sind der erste
und/oder der zweite Pendelarm 60, 61 gegen ein Verkanten gesichert. Beispielsweise
ist dadurch eine schlittenartige Lagerung, insbesondere eine Schlittenlagerung des
ersten und/oder des zweiten Pendelarms 60, 61 durch das erste und/oder zweite Führungsorgan
64, 65 realisiert.
[0069] Das zweite Führungsorgan 65 ist vorteilhafterweise einstückig am Loslager 38 vorhanden.
Das erste Führungsorgan 64 ist beispielsweise als separates Bauteil ausgebildet. Das
erste Führungsorgan 64 ist beispielsweise mittels eines Verbindungselements 67, zum
Beispiel in Form einer Schraube, einer Niet oder eines Bolzens am Loslager 38 anbringbar.
Das Verbindungselement 67 kann beispielsweise gleichzeitig eine Schwenkachse 62, 63,
insbesondere die erste Schwenkachse 62 des Pendellagers 59 bilden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Oberschrank |
36a |
Haupttasche |
| 2 |
Möbelkorpus |
36b |
Nebentasche |
| 3 |
Oberklappe |
37 |
Schraubmittel |
| 3a |
Innenseite |
38 |
Loslager |
| 4 |
Seitenwand |
39 |
Grundplatte |
| 4a |
Innenseite |
40 |
Schraubmittel |
| 4b |
Stirnseite |
41 |
Abdeckung |
| 5 |
Seitenwand |
42 |
Grundplatte |
| 6 |
Unterboden |
43 |
Wandabschnitt |
| 7 |
Oberboden |
44 |
Anlageflansch |
| 8 |
Rückwand |
44a |
Oberseite |
| 9 |
Oberklappenbeschlag |
45 |
Verstellmittel |
| 10 |
Beschlageinheit |
46 |
Tiefen- |
| 11 |
Beschlageinheit |
|
verstellmittel |
| 12 |
Basiseinheit |
47 |
Stellschraube |
| 13 |
Führungsmittel |
48 |
Seitenverstellmittel |
| 14 |
Schwenkarm-Anordnung |
| 49 |
Exzenter |
| 14.1-14.7 |
Schwenkarm |
50 |
Höhenverstellmittel |
| 15a, 15b |
Montageplatte |
51 |
Schnecke |
| 16 |
Kraftspeicher |
52 |
Schnellverbindungs- |
| 17 |
Verstelleinheit |
|
mittel |
| 18 |
Dämpfervorrichtung |
53 |
Rasthebel |
| 19 |
Grundplatte |
54 |
Stift |
| 20 |
Abdeckplatte |
55 |
Stift |
| 21 |
Stirnabschnitt |
56 |
Rastnase |
| 22 |
Aussparung |
57 |
Rasthaken |
| 23 - 26 |
Grundplatten-Rand |
58 |
Loslager |
| 27, 28 |
Wandabschnitt |
59 |
Pendellager |
| 29, 30 |
Anlageflansch |
60 |
Pendelarm |
| 31 |
Materialausnehmung |
61 |
Pendelarm |
| 32 |
Wandabschnitt |
62 |
Schwenkachse |
| 33 |
Schraube |
63 |
Schwenkachse |
| 34 |
Winkelelement |
64 |
Führungsorgan |
| 35 |
Öffnung |
65 |
Führungsorgan |
| 36 |
Materialausnehmung |
66 |
Kopplungsorgan |
| 67 |
Verbindungselement |
|
|
1. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3), wobei die Vorrichtung (9) Führungsmittel aufweist, mit welchen bei
montierter Vorrichtung (9) am Möbel (1) das Möbelteil (3) aus einer Schließposition
in eine Offenposition relativ zum Möbelkorpus (2) und zurück bewegbar ist, wobei die
Führungsmittel einen ersten und einen zweiten Beschlag (10, 11) aufweisen, wobei im
angeordneten Zustand am Möbel (1) der erste und der zweite Beschlag (10, 11) voneinander
beabstandet am Möbelkorpus (2) angeordnet ist, wobei die Vorrichtung (9) Montagemittel
zur Anbringung des ersten und des zweiten Beschlags (10, 11) an das bewegbare Möbelteil
(3) aufweist, wobei die Montagemittel an das bewegbare Möbelteil (3) montierbar sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Montagemittel eine erste Montageeinheit (15b) mit einem Loslager (38) und eine
zweite Montageeinheit (15a) mit einem Festlager (45) aufweisen, wobei im angeordneten
Zustand am Möbelteil (3) die beiden Montageeinheiten (15a, 15b) voneinander beabstandet
am Möbelteil (3) montiert sind, und wobei im angeordneten Zustand der erste Beschlag
(11) an die erste Montageeinheit (15b) gekoppelt ist und der zweite Beschlag (10)
an die zweite Montageeinheit (15a) gekoppelt ist, sodass im montierten Zustand der
Vorrichtung (9) am Möbel (1) eine Position des Möbelteils (3) relativ zum Möbelkorpus
(2) durch Einstellmittel (46, 48, 50) am Festlager (45) spannungsfrei einstellbar
ist, indem eine Positionsverlagerung des Möbelteils (3) durch das Loslager (38) ausgleichbar
ist.
2. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Loslager (38) ein Pendellager (59) aufweist.
3. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pendellager (59) als ein Multipendellager ausgebildet ist.
4. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pendellager (59) zwei Pendelelemente (60, 61) aufweist.
5. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pendellager (59) zwei Schwenkachsen (62, 63) umfasst.
6. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pendellager (59) ein Führungsorgan (64, 65) aufweist, mit welchem ein Pendelelement
(60, 61) beweglich geführt ist.
7. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Loslager (38) derart ausgebildet ist, dass eine Seiten- und/oder Höhenverstellung
des Festlagers (45) durch das Loslager (38) ausgleichbar ist.
8. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Pendellager (59) des Loslagers (38) unabhängig von einer Höhen- oder Tiefenverstellung
(46, 50) des Loslagers (38) vorhanden ist.
9. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach dem vorangegangenen Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine erste Schwenkachse (62) des Pendellagers (59) relativ zu verbleibenden Teilen
des Loslagers (38) ortsfest und eine zweite Schwenkachse (63) des Pendellagers (59)
relativ zu den verbleibenden Teilen des Loslagers (38) beweglich vorhanden ist.
10. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche 5 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Loslager (38) derart ausgebildet ist, dass die erste Schwenkachse (62) im angeordneten
Zustand der Vorrichtung am bewegbaren Möbelteil (3) in einer Offenposition des bewegbaren
Möbelteils (3) weiter von einer Frontseite (4b) des Möbelkorpus (2) entfernt ist,
als die zweite Schwenkachse (63).
11. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Loslager (38) in einer Weise ausgebildet ist, dass ein Spiel in zwei Richtungen
vorhanden ist.
12. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Loslager (38) eine Schlittenlagerung aufweist.
13. Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines Möbels (1) aufgenommen
Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Festlager (45) in einer Offenposition des Möbelteils (3) einstellbar vorhanden
ist, wobei durch eine Einstellung des Festlagers (45) eine Position des Möbelteils
(3) relativ zum zweiten Beschlag (10) verändert ist, wobei das Loslager (38) derart
ausgebildet ist, dass in einer Schließbewegung des Möbelteils (3) aus der Offenposition
in die Schließposition eine Positionsveränderung des Möbelteils (3) relativ zum ersten
Beschlag (11) ermöglicht ist, sodass das Möbelteil (3) in einer Einstellrichtung des
Festlagers (45) spannungsfrei mit dem ersten und dem zweiten Beschlag (10, 11) koppelt.
14. Möbel (1) mit einer Vorrichtung (9) zur Bewegung eines an einem Möbelkorpus (2) eines
Möbels (1) aufgenommen Möbelteils (3) nach einem der vorangegangenen Ansprüche.