[0001] Die Erfindung betrifft eine Führungsvorrichtung für ein Möbelstück, mittels der wenigstens
eine Schiebetür, insbesondere eine Schiebetür eines Möbelstücks verschiebbar gehalten
ist sowie ein Möbelstück mit einer solchen Führungsvorrichtung.
[0002] Mittels Schiebetüren kann ein Möbelstück, z.B. ein Schrank oder ein Sideboard, vorteilhaft
geöffnet und wieder abgeschlossen werden. Zum Öffnen des Möbelstücks werden die Schiebetüren
beiseitegeschoben und müssen nicht, wie Drehtüren, in den Raum gegen den Anwender
gedreht werden. Hingegen wird auch für die zu öffnenden Schiebetüren Raum benötigt,
in dem sie parkiert werden können.
[1], US8763205B2, offenbart einen Schrank mit mehreren Schiebetüren, die mittels einer Führungsvorrichtung
verschiebbar gehalten sind. Die Führungsvorrichtung umfasst wenigstens ein entlang
von Führungsschienen verschiebbares Führungslaufwerk, auf dem ein Transversallaufwerk
quer zur Laufrichtung des Führungslaufwerks verschiebbar gelagert ist. Eine mit einem
Transversallaufwerk verbundene Schiebetür kann daher von einer Schranköffnung abgehoben
und seitlich verschoben werden. Die Schiebetüren dieses Schrankes werden daher nicht
in einen speziell vorgesehenen Parkraum transportiert, sondern vor eine benachbarte
Schiebetür verschoben. Bei einem Schrank mit zwei Schiebetüren kann der Anwender daher
jeweils die eine vor die andere Schiebetür schieben. Damit die Schiebetüren anhand
der Führungslaufwerke in der beschriebenen Weise verschoben werden können, ist eine
Schienenvorrichtung erforderlich, welche geeignet ist, das Führungslaufwerk und das
darauf verschiebbar gelagerte Transversallaufwerk in entsprechenden Bahnen zu verschieben.
[3], EP3088647A1, offenbart eine in einem Möbelstück installierbare Führungsvorrichtung mit einer
Schienenvorrichtung, die zwei parallel zur Frontseite des Möbelstücks verlaufende
Laufschienen und eine entlang einer Kurve verlaufende Führungsschiene aufweist. Entlang
den beiden Laufschienen sind zwei Führungslaufwerke verschiebbar, die je ein Transversallaufwerk
verschiebbar halten, welches mit der Führungsschiene gekoppelt ist, und bei der Verschiebung
des Führungslaufwerks entsprechend der Kurvenform der Führungsschiene quer zur Frontseite
des Möbelstücks ausgelenkt wird. Jedes Transversallaufwerk ist über Montagehebel und
daran vorgesehene Beschläge mit einer Schiebetür verbunden. Bei der Auslenkung des
Transversallaufwerks und der vor der Front des Möbelstücks gehaltenen Schiebetür wirken
Drehmomente über die Montagehebel und die Transversallaufwerken auf die in den Laufschienen
geführten Führungslaufwerke ein, die sich entsprechend der Auslenkung der Transversallaufwerke
ändern. Diese Laständerungen oder Drehmomentänderungen bewirken Kippbewegungen der
Führungslaufwerke bzw. Drehungen um die parallel zu den Laufschienen verlaufenden
Längsachsen der Führungslaufwerke vor und zurück. Um die Kopplung der Führungslaufwerke
mit den Laufschienen aufrechtzuerhalten, weisen diese ein U-Profil mit parallel zueinander
ausgerichteten Profilteilen auf, zwischen denen die Laufrollen gehalten sind und in
Abhängigkeit des aktuell einwirkenden Drehmoments entweder am oberen oder unteren
Profilteil abrollen können. Beim Öffnen und Schliessen der Schiebetüren treten mit
den Drehmomentänderungen somit Kontaktwechsel der Laufrollen und entsprechende Geräusche
und Vibrationen auf, die störend in Erscheinung treten können.
[0003] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Führungsvorrichtung
für ein Möbelstück zu schaffen, mittels der wenigstens eine oder mehrere Schiebetüren
verschiebbar gehalten sind. Insbesondere ist eine Führungsvorrichtung zu schaffen,
bei der störende Geräusche und Vibrationen vermieden werden, wenn die Schiebetüren
z.B. entlang der Frontseite des Möbelstücks verschoben und gegebenenfalls nach vorn
und zurück ausgelenkt werden. Ferner ist ein Möbelstück zu schaffen, welches mit einer
solchen Führungsvorrichtung versehen ist.
[0004] Diese Aufgabe wird mit einer Führungsvorrichtung und einem Möbelstück gelöst, welche
die in Anspruch 1 bzw. 15 genannten Merkmale aufweisen. Vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in weiteren Ansprüchen angegeben.
[0005] Die Führungsvorrichtung ist für ein Möbelstück mit wenigstens einer Schiebetür vorgesehen,
die von einem Führungslaufwerk gehalten ist,
- a) das einen Laufwerksrahmen aufweist;
- b) das in einer Schienenvorrichtung geführt ist, die eine frontseitige Laufschiene
und eine rückseitige Laufschiene, die parallel zur Frontseite des Möbelstücks verlaufen,
sowie eine Führungsschiene aufweist;
- c) das an der Frontseite des Laufwerksrahmens wenigstens eine frontseitige Laufrolle
aufweist, die an der frontseitigen Laufschiene anliegt;
- d) das an der Rückseite des Laufwerksrahmens wenigstens eine rückseitige Laufrolle
aufweist, die an der rückseitigen Laufschiene anliegt; und
- e) das ein verschiebbar gelagertes Transversallaufwerk trägt, welches mit der wenigstens
einen Schiebetür verbunden ist und ein Führungselement aufweist, das in der Führungsschiene
geführt ist.
[0006] Das auf dem Führungslaufwerk verschiebbar gelagerte Transversallaufwerk wird mit
dem Führungslaufwerk mitgeführt und in Abhängigkeit des Verlaufs der Führungsschiene
quer zur Laufrichtung des Führungslaufwerks ausgelenkt.
[0007] Die Führungsvorrichtung kann wahlweise an der Oberseite oder der Unterseite des Möbelstücks
angeordnet werden. Bei einem Schrank wird die Führungsvorrichtung vorzugsweise deckenseitig
angeordnet. Bei einem Möbelstück mit geringer Höhe wird die Führungsvorrichtung um
180° gewendet an der Unterseite des Möbelstücks angeordnet. Die Führungsvorrichtung
kann mehrere Führungslaufwerke aufweisen, die je über ein Transversallaufwerk mit
einer zugehörigen Schiebetür verbunden sind.
[0008] Jede Schiebetür wird mit dem Führungslaufwerk parallel zur Frontseite des Möbelstücks
geführt und mittels des verschiebbar gelagerten Transversallaufwerks in Abhängigkeit
des Verlaufs der Führungsschiene quer zur Frontseite des Möbelstücks ausgelenkt. Die
Führungsschiene kann ein beliebiges Profil aufweisen. Vorzugsweise wird eine Führungsschiene
mit einem U-Profil verwendet, das nach oben geöffnet ist und in das ein Führungselement,
vorzugsweise eine Führungsrolle, eingreift, die durch eine Welle mit dem Transversallaufwerk
verbunden ist, welches auf dem Führungslaufwerk vorzugsweise in Lageschienen geführt
ist. Entsprechend dem Verlauf der Führungsschiene wird das Transversallaufwerk daher
entlang den Lagerschienen verschoben. Zwei Schiebetüren, die je von einem Führungslaufwerk
gehalten und im geschlossenen Zustand vorzugsweise komplanar ausgerichtet sind, können
daher wechselseitig nach vorn und zur Seite verschoben werden. Eine erste Schiebetür
kann dadurch vor die zweite Schiebetür verschoben werden. Alternativ kann die zweite
Schiebetür vor die erste Schiebetür verschoben werden. Beim Vor- und Zurückfahren
des Transversallaufwerks und der damit verbundenen Schiebetür treten Kippmomente auf,
die erfindungsgemäss aufgefangen werden, ohne dass störende Vibrationen und Geräusche
auftreten.
[0009] Erfindungsgemäss ist vorgesehen, dass wenigstens zwei zueinander korrespondierende
frontseitige Laufrollen bzw. wenigstens ein francseitiges Laufrollenpaar mittels frontseitigen
Halteteilen, die an der Frontseite des Laufwerksrahmens befestigt sind, spielfrei
an der zugehörigen frontseitigen Laufschiene und/oder dass wenigstens zwei zueinander
korrespondierende rückseitige Laufrollen bzw. wenigstens ein rückseitiges Laufrollenpaar
mittels rückseitigen Halteteilen, die an der Rückseite des Laufwerksrahmens befestigt
sind, spielfrei an der zugehörigen rückseitigen Laufschiene gehalten sind. Jeder Laufrolle
eines frontseitigen oder rückseitigen Laufrollenpaars ist dabei eine gesonderte Lauffläche
an der frontseitigen oder rückseitigen Laufschiene zugeordnet.
[0010] Da die paarweise der frontseitigen und rückseitigen Laufschiene zugeordneten Laufrollen
spielfrei an den Laufflächen anliegen und diese Laufflächen Bewegungen der Laufrollen
je in eine von zwei einander entgegengesetzte Richtungen verhindern, werden die Kippmomente
durch kraftschlüssige, gegebenenfalls gar formschlschlüssige Verbindungen auf die
fest mit der Möbelstück verbundene Schienenvorrichtung übertragen. Beim Auftreten
von Laständerungen bzw. Drehmomentänderungen bzw. Kippmomenten treten somit keine
Kontaktwechsel auf, weshalb entsprechende Geräusche und Vibrationen vermieden werden.
[0011] Zumindest eine, vorzugsweise aber beide der zueinander korrespondierenden frontseitigen
oder rückseitigen Laufrollen werden vorzugsweise elastisch an die zugeordnete frontseitigen
oder rückseitige Laufschiene angepresst, sodass einwirkende Kräfte elastisch aufgefangen
werden können, ohne dass der Kontakt zwischen den Laufrollen und den Laufflächen aufgehoben
wird. Die frontseitigen und/oder rückseitigen Halteteile umfassen dazu vorzugsweise
wenigstens ein elastisches Halteteil, welches eine zugeordnete Laufrolle mit konstanter
Kraft an die zugehörige Lauffläche andrückt.
[0012] Vorzugsweise werden die Laufrollen fest oder elastisch derart gegen die Lauffläche
angedrückt, dass eine Verformung der Laufrolle im Bereich des Kontakts mit der Lauffläche
resultiert. Z.B. resultiert eine Abplattung, die derart gewählt wird, dass die Laufeigenschaften
der Führungslaufwerke nicht spürbar beeinträchtigt werden. Es werden vorzugsweise
Laufrollen verwendet, die zumindest teilweise aus einem hartelastischen Kunststoff,
z.B. einem thermoplastischen Gummi gefertigt sind. Die Abplattung liegt dabei vorzugsweise
in einem Bereich von 0.5% bis 3% des Durchmessers der Rolle. Durch die Verwendung
elastischer Laufrollen, können diese mittels stabiler Halteteile fest verspannt werden.
Vorteilhaft sind jedoch auch Kombinationen elastischer Halteteile und elastischer
Laufrollen einsetzbar. Auf diese Weise gelingt ein besonders vorteilhafter und schonender
Betrieb der Laufrollen.
[0013] Einzelne der Halteteile können mit dem Laufwerksrahmen verbunden werden oder sind
integraler Bestandteil des Laufwerksrahmens. Der Laufwerksrahmen kann daher Befestigungselemente,
wie Bügel und Gewindebohrungen, als integrale Bestandteile aufweisen, die direkt oder
indirekt mit einer Laufrolle oder einer Lagerwelle für eine Laufrolle verbindbar oder
koppelbar sind. Auf diese Weise kann das Führungslaufwerk effizient und kostengünstig
gefertigt werden. Eines oder mehrere der Halteteile können vorteilhaft auch verschiebbar
oder drehbar mit dem Laufwerksrahmen oder Teilen davon verbunden werden. Vorteilhaft
kann ein Hebel oder eine Hebelplatte, z.B. ein Winkelstück, drehbar gelagert und mittels
einer Schraube oder einem Federelement in eine Endlage gedrückt werden. Alternativ
kann eine Laufrolle an einem verschiebbar gelagerten Schieber befestigt werden, der
mittels einer Feder in eine Endlage gedrückt wird. Vorzugsweise ist das Halteteil
z.B. mittels einer Schraube in einer gewünschten Position fixierbar, so dass die Laufrolle
mit gewünschter Andruckkraft an der Laufschiene gehalten ist.
[0014] Die frontseitigen und/oder rückseitigen Laufschiene weisen vorzugsweise beide je
zwei Laufflächen auf, an denen je eine Laufrolle eines Laufrollenpaars derart anliegt,
dass sich die von den Laufrollen auf die Laufflächen ausgeübten Kraftvektoren kompensieren.
Vorzugsweise liegen die Laufflächen einander auf entgegengesetzten Seiten eines Schienenteils,
z.B. eines Schienenkopfes, oder auf einander zugewandten Seiten von zwei Schienenteilen
gegenüber. Z.B. liegen zwei Laufrollen an unterschiedlichen Seiten eines Schienenkopfs
derart an, dass die resultierenden Kraftvektoren vorzugsweise koaxial oder achsparallel
gegeneinander gerichtet sind. Sofern die Laufschiene z.B. ein U-Profil mit gegeneinander
gerichteten Laufflächen aufweist, so weisen die resultierenden Kraftvektoren vorzugsweise
koaxial oder achsparallel in unterschiedliche Richtungen. Die Laufflächen und Laufrollen
können zueinander korrespondierende konvexe oder konkave Ausformungen aufweisen, sodass
seitliche Verschiebungen beim Abrollen der Laufrollen auf den Laufflächen vermieden
werden.
[0015] Die zueinander korrespondierenden Laufrollen können entlang ihrer Laufrichtung übereinander
oder versetzt zueinander angeordnet sein. Innerhalb eines U-Profils kann dadurch der
maximale Abstand zwischen den beiden Laufflächen zur Dimensionierung der Laufrollen
verwendet werden. Die Laufrollen werden hingegen vorzugsweise entsprechend den Belastungen
dimensioniert, die während des Betriebs der Führungsvorrichtungen auftreten. Dabei
können frontseitig und/oder rückseitig am Führungslaufwerk eines oder mehrere Paare
von zueinander korrespondierenden Laufrollen vorgesehen werden.
[0016] In einer bevorzugten Ausgestaltung wird frontseitig und/oder rückseitig am Führungslaufwerk
ein Paar von zueinander korrespondierenden Laufrollen sowie eine Tragrollen vorgesehen,
mittels derer die Hauptlast aufgenommen wird. Typischerweise tritt die Hauptlast an
der der Schiebetür zugewandten Frontseite des Führungslaufwerks auf, weshalb dort
vorzugsweise eine grössere Tragrolle vorgesehen wird, während Kippmomente von einem
Paar einander zugewandter Laufrollen kompensiert werden, die spielfrei mit der frontseitigen
Laufschiene verbunden sind.
[0017] Vorzugsweise ist auf der Seite der Schiebetüren, die der Führungsvorrichtung gegenüber
liegt, eine Komplementärführung vorgesehen, die sicherstellt, dass die Schiebetüren
oben und unten parallel zueinander geführt werden und somit stets vertikal ausgerichtet
sind.
[0018] Das mit einer erfindungsgemässen Führungsvorrichtung ausgerüstete Möbelstück kann
eine oder mehrere Schiebetüren aufweisen, die je mit einem zugeordneten Führungslaufwerk
verbunden sind. Es können dabei beliebige Möbelstücke, wie Schränke oder grössere
und kleinere Sideboards mit einer Führungsvorrichtung bestückt werden.
[0019] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1a
- ein erfindungsgemässes Möbelstück 9 mit einer an dessen Unterseite vorgesehenen Führungsvorrichtung
1, die zwei Führungslaufwerke 11, 11' umfasst, welche in einer Schienenvorrichtung
2 verschiebbar gelagert und geführt sind und die je mit einer Schiebetür 91 bzw. 92
verbunden sind, die zum Abschliessen je einer Schranköffnung 90, 90' vorgesehen sind
und die von der Schranköffnung 90; 90' frontal abgehoben und seitlich verschoben werden
können;
- Fig. 1b
- das Möbelstück 9 von Fig. 1a nachdem die erste Schiebetür 91 mittels des zugehörigen
Führungslaufwerks 11 vor die zweite Schiebetür 92 verschoben wurde;
- Fig. 2a
- das Möbelstück 9 in der Konfiguration von Fig. 1a nach dem Entfernen der ersten Schiebetür
91 und einer Seitenwand 94 sowie einem Schnitt durch die Mitte der Deckplatte 93 mit
Blick auf die an der Unterseite des Möbelstücks 9 angeordnete erfindungsgemässe Führungsvorrichtung
1;
- Fig. 2b
- das Möbelstück 9 in der Konfiguration von Fig. 1b nach dem Entfernen der ersten Schiebetür
91 und einem Schnitt durch die Mitte der Deckplatte 93;
- Fig. 3
- das Möbelstück 9, z.B. ein Sideboard, in der Konfiguration von Fig. 1b von unten gesehen
mit Blick auf die Führungsvorrichtung 1, die zwei in einer Schienenvorrichtung 2 geführte
Führungslaufwerke 11, 11' umfasst, die je mit einer Schiebetür 91, 92 verbunden sind;
- Fig. 4
- von der Seite gesehen, die aus dem Möbelstück 9 entfernte und um 180° gedrehte Führungsvorrichtung
1 mit einem Führungslaufwerk 11; das einen Laufwerksrahmen 4 aufweist; das in einer
Schienenvorrichtung 2 verschiebbar gelagert ist; das an der Frontseite des Laufwerksrahmens
4 zwei frontseitige Laufrollen 131, 132 aufweist, die an einer frontseitigen Laufschiene
21 anliegen; das an der Rückseite des Laufwerksrahmens 4 zwei rückseitige Laufrollen
141, 142 aufweist, die an der rückseitigen Laufschiene 22 anliegen, und das ein Transversallaufwerk
12 trägt, welches quer zur Laufrichtung des Führungslaufwerks 11 bzw. quer zu den
Längsachsen der Laufschienen 21, 22 verschiebbar ist;
- Fig. 5
- das Führungslaufwerk 11 von Fig. 4 nach Entnahme des Transversallaufwerks mit dem
Laufwerksrahmen 4, an dem frontseitig und rückseitig Paare von Laufrollen 131, 132,
133; 141, 142 und frontseitig eine Tragrolle 133 montiert sind;
- Fig. 6
- die in der frontseitigen Laufschiene 21 geführte Tragrolle 133 von Fig. 5 sowie eine
in einem Führungskanal bzw. einer Führungsschiene 20 geführte Führungsrolle 16, die
mit dem Transversallaufwerk 12 verbunden ist und dieses in Abhängigkeit des Verlaufs
der Führungsschiene 20 auslenkt;
- Fig. 7a
- die von frontseitigen Halteelementen 51, 52 gehaltenen frontseitigen Laufrollen 131,
132;
- Fig. 7b
- die vom Laufwerksrahmen 4 gelösten frontseitigen Halteelemente 51, 52 von Fig. 7a;
- Fig. 8a
- die rückseitigen Laufrollen 141, 142 mit zugehörigen rückseitigen Halteelementen 61,
62, die vom Laufwerksrahmen 4 gelöst wurden;
- Fig. 8b
- die rückseitigen Halteelemente 61 in Explosionsdarstellung aus verschiedenen Blickrichtungen;
und
- Fig. 9
- die rückseitige Laufschiene 22, die einen Laufwerkskopf 221 aufweist, an dem die rückseitigen
Laufräder 141, 142 beidseitig anliegen.
[0020] Fig. 1a zeigt ein erfindungsgemässes Möbelstück 9 mit einer an dessen Unterseite
vorgesehenen erfindungsgemässen Führungsvorrichtung 1, die zwei Führungslaufwerke
11, 11' umfasst, die in einer erfindungsgemässen Schienenvorrichtung 2 verschiebbar
gelagert sind und die je mit einer Schiebetür 91, 92 verbunden sind. Die Schiebetüren
91, 92, dienen dem Abschliessen je einer Möbelöffnung und können von der zugehörigen
Möbelöffnung abgehoben und seitlich verschoben werden können. Zur stabilen Führung
der Schiebetüren 91, 92 sind diese an der Oberseite durch je eine Komplementärführung
8 gehalten und geführt.
[0021] Fig. 1b zeigt das Möbelstück 9 von Fig. 1a nachdem die erste Schiebetür 91 mittels
des zugehörigen Führungslaufwerks 11 frontseitig von der Möbelöffnung 90 abgehoben
und seitlich parallel vor die zweite Schiebetür 92 verschoben wurde. Die Komplementärführung
8 an der Oberseite des Möbelstücks umfasst in dieser vorzugsweisen Ausgestaltung ein
Komplementärlaufwerk 82, das entlang einer Komplementärschiene 88 bis zu einer Zwischenwand
95 geführt wurde und das über einen gekrümmten Komplementärhebel 83 mit der ersten
Schiebetür 91 verbunden ist.
[0022] Fig. 2a zeigt das Möbelstück 9 mit der teilweise freigelegten Führungsvorrichtung
1, die eine Schienenvorrichtung 2 und darin geführte Führungslaufwerke 11, 11' aufweist,
die über Laufwerkarme 18 mit je einem Beschlag 19 verbunden sind. Fig. 2a zeigt ferner
die Komplementärführung 8 in der Konfiguration von Fig. 1a nach dem Entfernen der
ersten Schiebetür 91 und einer Seitenwand 94 sowie einem Schnitt durch die Mitte der
Deckplatte 93.
[0023] Das Führungslaufwerk 11 ist innerhalb der Schienenvorrichtung 2 entlang einer Führungsschiene
derart verschiebbar, dass der Beschlag 19 bei der Verschiebung der Schiebetür 91 parallel
zum Komplementärbeschlag 81 verschoben wird. Die Führungsvorrichtung 1 erlaubt es
gegebenenfalls, die Schiebetür 91 vollständig zu tragen, sodass die Komplementärführung
8 durch die Gewichtskraft der Schiebetür 91 nicht belastet wird.
[0024] Fig. 2b zeigt das Möbelstück 9 in der Konfiguration von Fig. 1b nach dem Entfernen
der ersten Schiebetür 91 und einem Schnitt durch die Mitte der Deckplatte 93. Der
Beschlag 19 und der Komplementärbeschlag 81 wurden entlang identischen Kurven k parallel
zueinander verschoben. Das Komplementärlaufwerk 82 befindet sich innerhalb der Raumöffnung
90 im Endanschlag nahe der Zwischenwand 95, wobei der Komplementärbeschlag 81 durch
den Komplementär Hebel 83 vor der zweiten Schiebetür 92 gehalten ist.
[0025] Fig. 3 zeigt das Möbelstück 9 in der Konfiguration von Fig. 1b von unten gesehen
mit den beiden Laufwerken 11, 11', die auf dieselbe Seite der Schienenvorrichtung
2 verschoben wurden. Das zweite Führungslaufwerk 11' befindet sich in geschlossener
Position der zweiten Schiebetür 92 im Endanschlag, weshalb die zugehörige Möbelöffnung
90' verschlossen ist. Das erste Führungslaufwerk 11 befindet sich in geöffneter Stellung
der ersten Schiebetür 91 im Endanschlag, weshalb die zugehörige Möbelöffnung 90 vollständig
freigelegt ist.
[0026] Jedes Führungslaufwerk 11, 11' weist ein Transversallaufwerk 12, 12' auf, welches
auf dem Führungslaufwerk 11, 11' quer zur Front des Möbelstücks 9 verschiebbar ist.
Das Transversallaufwerk 12 des ersten Führungslaufwerks 11 ist zur Frontseite hin
ausgefahren und befindet sich in einer Endlage. Das Transversallaufwerk 12' des zweiten
Führungslaufwerk 11' befindet sich in der rückseitigen Endlage.
[0027] Für die Verschiebung der Transversallaufwerke 12 weist die Schienenvorrichtung 2
eine Führungsschiene 20 mit einem ersten Schienenabschnitt 201 auf, an den beidseitig
ein zweiter Schienenabschnitt 202 anschliesst, der entlang einer Kurve gegen die Rückseite
des Möbelstücks 9 verläuft. Fig. 6 zeigt, dass im Führungskanal 20 eine Führungsrolle
16 gehalten ist, mittels der das zugehörige Transversallaufwerk 12 vor und zurück
verschoben werden kann. Die beiden Laufschienen 21, 22 und die Schienenabschnitte
201, 202 sind durch Flanschelemente sowie Querstreben 23 und Schrauben 7 miteinander
verbunden und bilden die Schienenvorrichtung 2, die mit der Decke oder dem Boden des
Möbelstücks 9 verschraubt wird.
[0028] Fig. 4 zeigt von der Seite gesehen, die aus dem Möbelstück 9 entfernte und um 180°
gedrehte Führungsvorrichtung 1. Die Führungsvorrichtung 1, die in dieser Ausrichtung
an der Oberseite eines Schrankes montierbar ist, umfasst wenigstens ein Führungslaufwerk
11, das
- a) einen Laufwerksrahmen 4 mit einer Frontseite und einer Rückseite aufweist;
- b) in einer Schienenvorrichtung 2 verschiebbar gelagert und geführt ist, die eine
frontseitige Laufschiene 21 und eine rückseitige Laufschiene 22, die parallel zur
Frontseite des Möbelstücks 9 verlaufen, sowie eine Führungsschiene (20) aufweist;
- c) an der Frontseite des Laufwerksrahmens 4 zwei zueinander korrespondierende frontseitige
Laufrollen 13 aufweist, die an der frontseitigen Laufschiene 21 anliegen;
- d) an der Rückseite des Laufwerksrahmens 4 zwei zueinander korrespondierende rückseitige
Laufrollen 14 aufweist, die an der rückseitigen Laufschiene 22 anliegen; und
- e) ein verschiebbar gelagertes Transversallaufwerk 12 trägt, welches über Laufwerksarme
18 und einen Beschlag 19 mit einer zugehörigen Schiebetür 91 verbindbar ist
[0029] Das Transversallaufwerk 12 ist in Schienen verschiebbar gelagert und quer zu den
Laufschienen 21, 22 auslenkbar, wenn das Führungslaufwerk 11 entlang diesen verschoben
wird. Dazu ist das Transversallaufwerk 12 mit einem Führungselement 16, vorzugsweise
einer Führungsrolle, verbunden, die entlang der Führungsschiene 20 von Fig. 3 in einem
Führungskanal geführt ist (siehe Fig. 6). Das Transversallaufwerk 12 wird bei der
Fahrt gegen den Schienenabschnitt 201 von der Führungsschiene 20 gegen die Kraft einer
Zugfeder 17 nach vorne ausgelenkt und in der Schliessposition der Schiebetür von der
Zugfeder 17 wieder zurückgezogen.
[0030] Fig. 4 zeigt ferner, dass die frontseitigen Laufrollen 131, 132 von frontseitigen
Halteteilen 5 und die rückseitigen Laufrollen 141, 142 von rückseitigen Halteteilen
6 derart gehalten sind, dass sie spielfrei an der zugehörigen frontseitigen oder rückseitigen
Laufschiene 21 bzw. 22 anliegend gehalten sind. Eine obere frontseitige Laufrolle
131 ist von einem ersten frontseitig Halteteil 51 gehalten, welches die Form eines
Haltebügels oder Haltewinkels aufweist, der mittels Montageschrauben 511, 512 mit
dem Laufwerksrahmen 4 verbunden ist. Zudem ist eine untere frontseitige Laufrolle
132 vorgesehen, die von einem zweiten frontseitigen Halteelement, nämlich einer Lagerschraube
52 gehalten ist. Die beiden frontseitigen Laufrollen 131, 132 liegen an Laufflächen
an, die an der Innenseite der frontseitigen Laufschiene 21 vorgesehen sind, die ein
U-Profil aufweist.
[0031] Auf der Rückseite ist eine obere rückseitige Laufrolle 141 von ersten rückseitigen
Halteteilen 61, insbesondere einem Winkelelement gehalten. Die untere rückseitige
Laufrolle 142 ist von einem zweiten rückseitigen Halteteil 62, nämlich einer Lagerschraube
gehalten. Die beiden rückseitigen Laufrollen 141, 142 liegen an unterschiedlichen
Seiten eines Schienenkopfs 221 der rückseitigen Laufschiene 22 an.
[0032] Die frontseitigen Laufräder 131, 132 werden von den frontseitigen Halteteilen 5 fest
oder elastisch auseinander gegen die obere bzw. untere Lauffläche innerhalb des U-Profils
der frontseitigen Laufschiene 21 gedrückt. Dazu ist das frontseitige erste Halteteil
51 vorzugsweise federelastisch ausgebildet und aus einem federelastischen Material
gefertigt.
[0033] Die rückseitigen Laufräder 141, 142 werden von den rückseitigen Halteteilen 6 fest
oder elastisch gegen den Schienenkopf 221 gedrückt. Das erste Halteteil 61 ist mittels
einer Schraube befestigt und gegen die rückseitige Laufschiene 22 drehbar.
[0034] Zur Aufnahme der Montageschrauben 511, 512 ist der Laufwerksrahmen 4 mit Aufnahmeöffnungen
48 versehen, die ein Innengewinde aufweisen, in das die Montageschrauben 511 und Lagerschrauben,
52, 62 eingedreht werden können.
[0035] Fig. 5 zeigt das Führungslaufwerk 11 von Fig. 4 nach Entnahme des Transversallaufwerks
und zugehöriger Lagerelemente. Das verbliebene Führungslaufwerk 11 ist somit im Wesentlichen
ein Laufwagen, der in den beiden Laufschienen 21, 22 typischerweise entlang einer
Geraden verschiebbar gelagert ist. Das Führungslaufwerk 11 kann grundsätzlich weitere
Funktionen erfüllen und insbesondere dass Transversallaufwerk 12 tragen. Das Führungslaufwerk
11 umfasst einen Laufwerksrahmen 4 mit quer zu den Laufschienen 21, 22 ausgerichteten
vorderen und hinteren Rahmenteilen 41, 42, die durch seitliche Rahmenteile 43, 44
miteinander verbunden sind. Der Laufwerksrahmen 4 bildet somit eine Rechteckstruktur,
an deren Ecken das frontseitige Laufrollenpaar 131, 132; die frontseitige Tragrolle
133 sowie zwei rückseitige Laufrollenpaare 141, 142 montiert sind. Die beiden rückseitigen
Laufrollenpaare 141, 142 sind vorzugsweise identisch ausgebildet und vorzugsweise
mittels identischen Halteelementen 6 gehalten.
[0036] Fig. 6 zeigt die in der frontseitigen Laufschiene 21 geführte Tragrolle 133 von Fig.
5 sowie die in einem Führungskanal bzw. an der Führungsschiene 20 geführte Führungsrolle
16, die mit dem schematisch gezeigten Transversallaufwerk 12 verbunden ist und dieses
in Abhängigkeit des Verlaufs der Führungsschiene 20 entlang von Lagerschienen 112
relativ zum schematisch gezeigten Führungslaufwerk 11 ausgelenkt.
[0037] Die Tragrolle 133 dient der Aufnahme der Last der gehaltenen Schiebetür und ist mit
maximalem Durchmesser innerhalb des U Profils der frontseitigen Laufschiene 21 ausgebildet.
Die Tragrolle 133 liegt an einer unteren Lauffläche 212 an. Ein wechselseitiges Kontaktieren
der oberen und unteren Laufflächen 211, 212 innerhalb der frontseitigen Laufschiene
21, welches bei bekannten Vorrichtungen auftritt, wird mit den nachstehend beschriebenen
Massnahmen verhindert. Das Führungslaufwerk 11 wird dazu vorzugsweise frontseitig
und rückseitig spielfrei an der frontseitigen und rückseitigen Laufschiene 21, 22
gehalten.
[0038] Fig. 7a zeigt die von frontseitigen Halteelementen 51, 52 gehaltenen frontseitigen
Laufrollen 131, 132, die parallel zur Längsachse der zugehörigen frontseitigen Laufschiene
21 gegeneinander versetzt sind. Die Summe der Durchmesser der beiden frontseitigen
Laufrollen 131, 132 kann dadurch grösser gewählt werden, als der Abstand zwischen
den beiden einander gegenüberliegenden Laufflächen 211, 212 der frontseitigen Laufschiene
21, an denen die Laufrollen 131, 132 anliegen. Die obere frontseitige Laufrolle 131
ist von einem bügelförmigen Halteelement 51 gehalten, welches zwei um 90° gegeneinander
geneigte Schenkel aufweist. Der erste Schenkel ist mittels Montageschrauben 511, 512
mit dem Rahmenteil 42 verschraubt, welches dazu Aufnahmeöffnungen 48 mit einem Innengewinde
aufweist. Der Laufwerksrahmen 4 weist zudem als integralen Bestandteil ein nockenförmiges
Stützelement 514 auf, welches das Halteelement 51 stützt. Beim Festziehen der Montageschraube
512 gleitet das bügelförmige Halteelement 51 über den Nocken 514 und wird nach oben
verdrängt. Mit dem Festziehen der Montageschraube 512 kann die Andruckkraft der oberen
frontseitigen Laufrolle 131 gegen die erste Lauffläche 211 somit erhöht werden. Das
Stützelement 514 kann z.B. auch als Rampe realisiert werden. Die frontseitige untere
Laufrolle 132 ist von einer Lagerschraube 52 gehalten, die in den Laufwerksrahmen
4 eingeschraubt wurde.
[0039] Fig. 7b zeigt die vom Laufwerksrahmen 4 gelösten frontseitigen Halteteile 51, 52
von Fig. 7a. Gezeigt sind die Aufnahmeöffnungen 481, 482 für die Montageschrauben
511, 512 sowie die Aufnahmeöffnung 483 für die Lageschraube 52. Es ist gezeigt, dass
das Halteelement 51 symmetrisch ausgebildet ist, so dass es frontseitig oder rückseitig
am Laufwerksrahmen 4 montiert werden kann. Entsprechende Aufnahmeöffnungen 48 sind
vorzugsweise auch an der Rückseite des Laufwerksrahmens 4 vorgesehen (siehe Fig. 8a).
[0040] Fig. 8a zeigt ein Paar der rückseitigen Laufrollen 141, 142 mit zugehörigen rückseitigen
Halteteilen 61, 62, die vom Laufwerksrahmen 4 gelöst wurden. Die obere rückseitige
Laufrolle 141 ist von einem ersten rückseitigen Halteteil 61 gehalten, welches ein
Winkelelement 611 mit zwei Schenkeln umfasst, an deren Kreuzungspunkt eine Zugschraube
613 in eine Öffnung eingesetzt ist. Am ersten Schenkel des Winkelelements 611 ist
die obere rückseitige Laufrolle 141 mittels einer Lagerschraube 612 gehalten. Am zweiten
Schenkel ist ein Haltenocken 6113 ausgeformt, der in eine dazu korrespondierende Aufnahmeöffnung
485 im Lagerrahmen 4 eingefügt wird. Die Zugschraube 613 wird in eine darüber liegende
Aufnahmeöffnung 484 eingefügt. Nachstehend wird beschrieben, dass durch das Festziehen
der Zugschraube 613 eine Drehung des Winkelelements 611 um den Haltenocken 6113 bewirkt
werden kann, der als Gelenkwelle dient.
[0041] Die untere rückseitige Laufrolle 142 ist von einer Lagerschraube 62 gehalten, die
in eine untere Aufnahmeöffnung 486 im Lagerrahmen 4 eingefügt wird.
[0042] Fig. 8b zeigt die oberen rückseitigen Halteelemente 61 in Explosionsdarstellung aus
verschiedenen Blickrichtungen. Das Winkelelement 611, das von zwei Seiten gezeigt
ist, umfasst am ersten Schenkel eine Aufnahmeöffnung bzw. Gewindebohrung 6111 zur
Aufnahme der Lagerschraube 612, und am zweiten Schenkel den ausgeformten Haltenocken
6113. Im Schnittpunkt der Schenkel ist für die Zugschraube 613 eine Aufnahmeöffnung
6112 vorgesehen, die eine Einsenkung 61121 und daran anschliessend einen Aufnahmekanal
61122 aufweist. Beim Festziehen der Zugschraube 613, die einen zur Einsenkung 61121
korrespondierenden Senkkopf aufweist, ist das Winkelelement 611 um den Haltenocken
6113 drehbar, wobei der Aufnahmekanal 61122 um den Schaft der Zugschraube 613 geführt
wird. Durch die Drehung des Winkelelements 611 kann die Laufrolle 141 mit einer gewünschten
Andruckkraft gegen den Schienenkopf 221 gedrückt werden. Der konisch ausgebildete
Senkkopf der Zugschraube 613 gleitet dabei entlang der geneigten Einsenkung 61121
und drückt diese zur Seite. Auf diese Weise gelingt die Realisierung einer einfachen
Justiervorrichtung. Symbolisch ist gezeigt, dass auf das Winkelelement 611 mittels
eines elastischen Elements, z.B. einer Schraubenfeder oder einer Blattfeder, eine
entsprechende Andruckkraft ausgeübt werden kann. Dieses elastische Element 614 kann
auch mit einem Halteteil 61 eingesetzt werden, welches als einfacher Hebel ausgebildet
ist und keinen Haltenocken 6113 aufweist.
[0043] Fig. 9 zeigt die rückseitige Laufschiene 22, die einen Laufwerkskopf 221 aufweist,
der oben und unten konvex ausgebildete Laufflächen 2211, 2212 aufweist, an denen die
rückseitigen Laufräder 141, 142 beidseitig anliegen, die entsprechend konkav ausgebildete
Aussenflächen aufweisen.
Literaturverzeichnis
Bezugszeichenliste:
[0045]
- 1
- Führungsvorrichtung
- 11, 11'
- Führungslaufwerke
- 12, 12'
- Transversallaufwerke
- 13
- frontseitige Laufrolle
- 131
- obere frontseitige Laufrolle
- 132
- untere frontseitige Laufrolle
- 133
- Tragrolle
- 14
- rückseitige Laufrolle
- 141
- obere rückseitige Laufrolle
- 142
- untere rückseitige Laufrolle
- 16
- Führungselement, Führungsrolle
- 17
- Zugfeder
- 18
- Laufwerksarm
- 19
- Beschlag, Montagevorrichtung für eine Schiebetür
- 2
- Schienenvorrichtung
- 20
- Führungsschiene
- 201
- erster Schienenabschnitt der Führungsschiene 20
- 202
- zweiter Schienenabschnitt der Führungsschiene 20
- 21
- frontseitige Laufschiene
- 211
- erste Lauffläche der frontseitigen Laufschiene 21
- 212
- zweite Lauffläche der frontseitigen Laufschiene 21
- 22
- rückseitige Laufschiene
- 221
- Schienenkopf
- 2211
- erste Lauffläche der rückseitigen Laufschiene 22
- 2212
- zweite Lauffläche der rückseitigen Laufschiene 22
- 23
- Querstreben
- 4
- Laufwerksrahmen
- 41, 42
- vorderes und hinteres Rahmenteil
- 43, 44
- linkes und rechtes Rahmenteil
- 48
- Aufnahmeöffnungen mit Gewinde
- 481, 482
- Aufnahmeöffnungen für das Halteteil 51
- 483
- Aufnahmeöffnung für das Halteteil 52
- 484, 485
- Aufnahmeöffnungen für das Halteteil 61
- 486
- Aufnahmeöffnung für das Halteteil 62
- 5
- frontseitige Halteteile
- 51
- erstes frontseitiges Halteteil, Haltebügel
- 511, 512
- Montageschrauben für das Halteteil 51
- 513
- Lagerschraube für die erste frontseitige Laufrolle
- 52
- zweites frontseitiges Halteteil, Lagerwelle
- 6
- rückseitige Halteteile
- 61
- erstes rückseitiges Halteteil
- 611
- Winkelelement
- 6111
- Aufnahmeöffnung für die Lagerschraube 612
- 6112
- Aufnahmeöffnung für die Zugschraube 613
- 61121
- Einsenkung
- 61122
- Aufnahmekanal
- 6113
- Haltenocken am Winkelelement
- 612
- Lagerschraube
- 613
- Zugschraube
- 614
- Federelement
- 7
- Montageschrauben
- 8
- Komplementärführung
- 81
- Komplementärbeschlag
- 82
- Komplementärlaufwerk
- 83
- Komplementärhebel
- 88
- Komplementärschiene
- 89
- Komplementärplatte
- 9
- Möbelstück, insbesondere Schrank oder Sideboard
- 90, 90'
- Möbelöffnung
- 91, 92
- Schiebetüren
- 93
- Deckplatte
- 94
- Seitenwand
- 95
- Zwischenwand
- 96
- Schrankboden
1. Führungsvorrichtung (1) für ein Möbelstück (9) mit wenigstens einer Schiebetür (91),
die von einem Führungslaufwerk (11) gehalten ist,
a) das einen Laufwerksrahmen (4) mit einer Frontseite und einer Rückseite aufweist;
b) das in einer Schienenvorrichtung (2) geführt ist, die eine frontseitige Laufschiene
(21) und eine rückseitige Laufschiene (22), die parallel zur Frontseite des Möbelstücks
(9) verlaufen, sowie eine Führungsschiene (20) aufweist;
c) das an der Frontseite des Laufwerksrahmens (4) wenigstens eine frontseitige Laufrolle
(131) aufweist, die an der frontseitigen Laufschiene (21) anliegt;
d) das an der Rückseite des Laufwerksrahmens (4) wenigstens eine rückseitige Laufrolle
(141) aufweist, die an der rückseitigen Laufschiene (22) anliegt; und
e) das ein verschiebbar gelagertes Transversallaufwerk (12) trägt, welches mit der
wenigstens einen Schiebetür (91) verbunden ist und ein Führungselement (16) aufweist,
das in der Führungsschiene (20) geführt ist;
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei zueinander korrespondierende frontseitige Laufrollen (131, 132) mittels
frontseitigen Halteteilen (5; 51, 52), die an der Frontseite des Laufwerksrahmen (4)
befestigt sind, spielfrei an der zugehörigen frontseitigen Laufschiene (21) oder dass
wenigstens zwei zueinander korrespondierende rückseitige Laufrollen (141, 142) mittels
rückseitigen Halteteilen (6; 61, 62), die an der Rückseite des Laufwerksrahmens (4)
befestigt sind, spielfrei an der zugehörigen rückseitigen Laufschiene (22) gehalten
sind.
2. Führungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zwei frontseitigen Laufrollen (131, 132) mittels der frontseitigen Halteteile
(5; 51, 52) spielfrei an der zugehörigen frontseitigen Laufschiene (21) und die zwei
rückseitigen Laufrollen (141, 142) mittels der rückseitigen Halteteile (6; 61, 62)
spielfrei an der zugehörigen rückseitigen Laufschiene (22) gehalten sind.
3. Führungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die frontseitigen Halteteile (5; 51, 52) wenigstens ein elastisches Halteteil (51)
aufweisen, welches eine der frontseitigen Laufrollen (131; 132) gegen eine Lauffläche
(211; 212) an der frontseitigen Laufschiene (21) andrückt.
4. Führungsvorrichtung (1) nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die rückseitigen Halteteile (6; 61, 62) wenigstens ein elastisches Halteteil aufweisen,
welches eine der rückseitigen Laufrollen (141, 142) gegen eine Lauffläche (221; 222)
an der rückseitigen Laufschiene (22) andrückt.
5. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, dass die frontseitigen Halteteile (5; 51, 52) die frontseitigen Laufrollen (131; 132),
die zumindest teilweise aus einem elastischen Kunststoff gefertigt sind, je derart
gegen eine Lauffläche an der frontseitigen Laufschiene (21) andrücken, dass zumindest
eine der frontseitigen Laufrollen (131; 132) derart verformt wird, dass Spielfreiheit
gewährleistet ist.
6. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, dass die rückseitigen Halteteile (6; 61, 62) die rückseitigen Laufrollen (141, 142), die
zumindest teilweise aus einem elastischen Kunststoff gefertigt sind, je derart gegen
eine Lauffläche an der rückseitigen Laufschiene (22) andrücken, dass zumindest eine
der rückseitigen Laufrollen (141, 142) derart verformt wird, dass Spielfreiheit gewährleistet
ist.
7. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Halteteile (5; 6) integraler Bestandteil des Laufwerksrahmens
(4) ist.
8. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Halteteile (611) drehbar und/oder verschiebbar gelagert und
vorzugsweise fixierbar mit dem Laufwerksrahmen (4) verbunden ist.
9. Führungsvorrichtung (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Halteteile (5, 6) mit einem Federelement (614) verbunden ist,
mittels dessen die zugeordnete Laufrolle (131; 132; 141; 142) gegen die zugeordnete
frontseitige oder rückseitige Laufschiene (21; 22) gedrückt oder gezogen werden kann.
10. Führungsvorrichtung (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eines der Halteteile (611) mit einer Schraube (613) verbunden ist, mittels
der die diesem Halteteil (611) zugeordnete Laufrolle (131; 132; 141; 142) gegen die
zugeordnete frontseitige oder rückseitige Laufschiene (21; 22) drehbar oder verschiebbar
ist.
11. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, dass die frontseitige Laufschiene (21) und/oder die rückseitige Laufschiene (22) ein U-Profil
bildet und gegeneinander gerichtete Laufflächen (211, 212) aufweist, an denen je eine
der frontseitigen Laufrollen (131, 132) bzw. je eine der rückseitigen Laufrollen (141,
142) anliegt.
12. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 11, dadurch gekennzeichnet, dass die frontseitige Laufschiene (21) und/oder die rückseitige Laufschiene (22) einen
Schienenkopf (221) aufweist, der beidseitig mit je einer Lauffläche (2211, 2212) versehen
ist und der zwischen den zwei frontseitigen Laufrollen (131, 132) bzw. den zwei rückseitigen
Laufrollen (141, 142) angeordnet ist, die je an einer der Laufflächen (2211; 2212)
anliegen.
13. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, dass die frontseitigen Laufrollen (131, 132) und/oder die rückseitigen Laufrollen (141,
142) entlang der zugehörigen frontseitigen oder rückseitigen Laufschiene (21, 22)
in Laufrichtung gegeneinander verschoben angeordnet sind.
14. Führungsvorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei Führungslaufwerke (11, 11') in der Schienenvorrichtung (2) verschiebbar
gelagert sind.
15. Möbelstück (9), insbesondere Schrank, mit einer Führungsvorrichtung (1) nach einem
der Ansprüche 1 - 14, die an der Unterseite oder der Oberseite des Möbelstücks (9)
montiert ist und die eines oder mehrere Führungslaufwerke (11, 11') aufweist, die
je mit einer Schiebetür (91, 92) verbunden sind.