[0001] Die Erfindung betrifft eine Möbelplatte, die mindestens auf einer Seite eine mit
einem folienartigen Dekormaterial beschichtete Oberfläche hat und eine Gehrungskante
aufweist, deren Kantenfläche mit der beschichteten Oberfläche einen spitzen Winkel
α bildet, zumindest ein Teil der Kantenfläche durch ein Prisma gebildet wird, das
über ein Filmscharnier mit dem übrigen Teil der Möbelplatte zusammenhängt und auf
diesen übrigen Teil zurück gefaltet ist, wobei eine zwischen dem Prisma und dem übrigen
Teil gebildete Fuge mit der beschichteten Oberfläche einen Winkel β < α und mit der
Kantenfläche einen Winkel γ = α - β bildet.
[0002] Solche Möbelplatten werden beispielsweise als Seitenwände oder als Ober-, oder Unterböden
von Möbeln eingesetzt und weisen üblicherweise einen Kern aus einem Holzwerkstoff
auf, beispielsweise aus Spanplatte oder MDF. Bei dem Dekormaterial handelt es sich
oft um Holzfurniere, häufig jedoch auch um Kunststofffolien oder andere Bahnmaterialien
wie beispielsweise Lederfaserstoff.
[0003] Die Gehrungskante ermöglicht es, die Möbelplatte mit einer weiteren gleichartigen
Möbelplatte auf Gehrung zu verbinden, so dass die beiden Platten beispielsweise rechtwinklig
zueinander orientiert sind, wenn der Winkel zwischen der beschichteten Oberfläche
und der Kantenfläche 45° beträgt. Die mit dem Dekormaterial beschichtete Oberfläche
ist zumeist die Außenfläche eines Möbelkorpus. An der Gehrungsfuge zwischen den miteinander
verbundenen Platten stoßen dann die Dekormaterialien der beiden Platten aufeinander
und bilden ein sichtbare Fuge, die oft ein nicht zufriedenstellendes Erscheinungsbild
hat und/oder leicht beschädigt werden kann.
[0004] Aus
US 2014291262 A1 ist eine Möbelplatte der eingangs genannten Art bekannt.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, die Kanten der Platte optisch ansprechender zu gestalten
und gegen Beschädigung zu schützen.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Möbelplatte einen Kern
aufweist, der durch zwei übereinander liegende Materiallagen gebildet wird und auf
den Außenseiten dieser Materiallagen sowie auf einer stumpfen Kante der Platte mit
dem Dekormaterial beschichtet ist, wobei das Dekormaterial eine durchgehende Bahn
bildet, an der die beiden Materiallagen und ein zwischen ihnen angeordnetes Prisma
so befestigt sind, dass die beiden Materiallagen und das Prisma über Filmscharniere
zusammenhängen, die durch das Dekormaterial gebildet werden, wobei die Materiallagen
so abgefast sind, dass sie zusammen einen das Prisma aufnehmenden Hohlraum bilden,
und dass das Prisma an der Gehrungskante nur an einer der beiden Materiallagen anliegt.
[0007] Das Dekormaterial wird sauber um die spitz auslaufende Kante der Möbelplatte herumgezogen
und setzt sich auf dem durch das Prisma gebildeten Teil der Kantenfläche fort, wenn
das Prisma auf den Hauptteil der Möbelplatte zurückgefaltet ist. Nach dem Herstellen
der Gehrungsverbindung sind somit die Ränder der Dekormaterialien nach innen eingeschlagen
und in der Gehrungsfuge fixiert. Die Ränder der Dekormaterialbahnen sind somit unsichtbar
und gegen Beschädigung geschützt, und an der Kante des Möbelkorpus entsteht eine saubere
Fuge, an der die Dekormaterialbahnen lediglich umgeknickt aber nicht unterbrochen
sind.
[0008] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0009] In einer vorteilhaften Ausführungsform beträgt der Winkel α 45°, so dass eine rechtwinklige
Gehrungsecke gebildet werden kann, und der Winkel β beträgt α/2 = 22,5°.
[0010] Die Möbelplatte kann auch zwei oder mehr rechtwinklig zueinander verlaufende Gehrungskanten
aufweisen, die alle gemäß der Erfindung gestaltet sein können.
[0011] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnung näher erläutert.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch einen Teil einer erfindungsgemäßen Möbelplatte im Bereich einer
Gehrungskante;
- Fig. 2
- einen Teil der erfindungsgemäßen Möbelplatte im Grundriss;
- Fig. 3
- einen Schnitt längs der Linie III-III in Fig. 2; und
- Fig. 4 bis 6
- Schnittdarstellungen zur Illustration verschiedener Zwischenstadien bei der Herstellung
der Möbelplatte.
[0013] Die in Fig. 1 gezeigte Möbelplatte 10 weist einen Kern 12 aus einem steifen Holzwerkstoff
auf, beispielsweise aus MDF-Platten, der auf entgegengesetzten Seiten 14, 16 sowie
an einer diese Seiten verbindenden Gehrungskante 18 mit einem folienartigen Dekormaterial
20 beschichtet ist. Bei dem Dekormaterial kann es sich beispielsweise um Kunststofffolie
oder um einen Lederfaserstoff handeln.
[0014] Der Kern 12 weist zwei aufeinander aufliegende und miteinander verleimte Materiallagen
22, 24 auf. Das Dekormaterial 20 bildet eine Bahn, die sich durchgehend über die Seite
16 und einen Teil der Gehrungskante 18 erstreckt und am Übergang zu der Fläche der
Gehrungskante ein Filmscharnier 26 bildet.
[0015] Die Materiallage 24 weist an der Gehrungskante 18 eine Fase 28 auf, die mit der mit
Dekormaterial beschichteten Seite 16 dieser Materiallage einen spitzen Winkel β =
22,5° bildet. Das Filmscharnier 26 verbindet diese Materiallage 24 mit einem aus dem
gleichen Material wie der Kern 12 bestehenden Prisma 30 mit dreieckigem Querschnitt.
Das Dreieck hat an der an der Stelle des Filmscharniers 26 liegenden Ecke einen Winkel
γ, der ebenfalls 22,5° beträgt. Mit Hilfe des Filmscharniers 26 ist das Prisma 30
so auf die Fase 28 zurückgefaltet, dass sich die beiden Winkel β und γ zu dem Winkel
α = 45° addieren. Dies ist der Winkel, den die Fläche der Gehrungskante 18 mit der
Seite 16 bildet.
[0016] Die Materiallage 22 des Kerns ist auf der Seite 14 so abgefast, dass die Gehrungskante
vervollständigt wird. Im gezeigten Beispiel ist die Fase an der Materiallage 22 so
angebracht worden, dass sie nicht mit der Außenfläche des Prismas 30 bündig ist, sondern
vielmehr mit der Außenfläche des Dekormaterials 20, mit dem dieses Prisma beschichtet
ist. So erhält man an der Gehrungskante 18 eine ebene Kantenfläche, die eine stabile
und präzise Gehrungsverbindung mit einer anderen Möbelplatte erlaubt, beispielsweise
einer Möbelplatte, die mit der hier gezeigten Möbelplatte 10 baugleich ist.
[0017] In Fig. 2 ist ein Teil der Möbelplatte 10 in der Draufsicht gezeigt. Die Materiallage
22, die auf der Seite 14 mit dem Dekormaterial beschichtet ist, deckt den größten
Teil der darunter liegenden Materiallage 24 ab, so dass von letzterer nur noch die
Fase 28 sichtbar ist. Außerdem sieht man die beiden Flanken des auf die Fase 28 zurückgefalteten
Prismas 30.
[0018] Im gezeigten Beispiel ist eine an die Gehrungskante 18 angrenzende Kante der Möbelplatte
ebenfalls als Gehrungskante 18' ausgebildet. Diese Kante hat den gleichen Aufbau wie
die oben beschriebene Gehrungskante 18. An der Ecke, die diese beiden Kanten miteinander
bilden, sind die Prismen 30 so abgeschrägt, dass sie einander auch im zurückgefalteten
Zustand nicht überlappen sondern eine keilförmige Lücke miteinander bilden.
[0019] Eine der Gehrungskante 18' gegenüberliegende Kante 32 der Möbelplatte ist hingegen
als stumpfe Kante ausgebildet, d.h., ihre Kantenfläche verläuft rechtwinklig zu den
Seiten 14 und 16. Der Aufbau dieser Kante ist in Fig. 3 im Schnitt dargestellt. Die
Materiallagen 22 und 24 des Kerns sind an dieser Kante jeweils unter einem Winkel
von 45° abgefast, und die dadurch entstehende Lücke ist von einem rechtwinkliggleichschenkligen
Prisma 34 ausgefüllt. Das Dekormaterial bildet zwei Filmscharniere 36, die die Grundseite
des Prismas 34 mit den Seiten 14 und 16 der Platte verbinden. Das Dekormaterial 20
bildet somit eine durchgehende Materialbahn, mit der die Möbelplatte auf den Seiten
14 und 16, auf der Kantenfläche der stumpfen Kante 32 sowie zumindest auf Teilen der
Gehrungsflächen der Kanten 18 und 18' ummantelt ist.
[0020] Bei der Herstellung der in Fig. 1 und 2 gezeigten Möbelplatte 10 kann man beispielsweise
wie folgt vorgehen.
[0021] Wie Fig. 4 zeigt, wird auf einem geeigneten Zuschnitt des Dekormaterials 20 eine
Platte 38 aufgeklebt, die später die Materiallagen 22 und 24 des Kerns sowie auch
die Prismen 30 und 34 bildet. In Fig. 4 und 5 verläuft die Schnittebene rechtwinklig
zu der Kante, die später die Gehrungskante 18 bilden soll. In dem in Fig. 4 gezeigten
Zustand ist der Rand der Platte 38 an dieser Kante mit dem Rand des Dekormaterials
20 bündig.
[0022] Wie Fig. 5 zeigt wird dann parallel zu der Gehrungskante 18 eine V-förmige Nut in
die Platte 38 gefräst, wodurch diese Platte in die Materiallage 24 und das Prisma
30 aufgeteilt wird. Der Grund der Nut reicht bis an das Dekormaterial 20 heran und
legt einen schmalen Streifen dieses Dekormaterials frei, das dort das Filmscharnier
26 bildet. Die Flanken der Nut bilden die Fase 28 und eine Seite des Prismas 30. Die
Materiallage 22 wird durch einen Teil der Platte 38 gebildet, der in Fig. 5 in der
Richtung senkrecht zur Zeichenebene hinter dem Teil liegt, der die Materiallage 24
bildet. Die V-förmige Nut kann durchgehend durch die gesamte Platte gefräst werden,
wodurch die Materiallage 22 auch eine Fase auf der Seite erhält, die in Fig. 1 die
Unterseite bildet.
[0023] Die Gehungskante 18' kann auf entsprechende Weise hergestellt werden.
[0024] Zur Herstellung der stumpfen Kante 32 werden längs dieser Kante zwei parallele V-förmige
Nuten in die Platte 38 gefräst. Dadurch wird die Platte in die Materiallagen 24 und
22 und das Prisma 34 unterteilt, wie in Fig. 6 gezeigt ist. Um auch an der Materiallage
22 die Kantenflächen der Gehrungskanten 18 und 18' zu bilden, muss die Materiallage
22 auch an der Seite bearbeitet werden, die in Fig. 6 die Unterseite bildet. Diese
Bearbeitung (Fräsen einer 45°-Fase) kann entweder vor dem Umklappen der Materiallagen
oder ggf. auch erst danach geschehen, sofern sichergestellt ist, dass das Fräswerkzeug
nicht die Oberfläche des Dekormaterials auf dem Prisma 30 beschädigt.
1. Möbelplatte, die mindestens auf einer Seite (16) eine mit einem folienartigen Dekormaterial
(20) beschichtete Oberfläche hat und eine Gehrungskante (18) aufweist, deren Kantenfläche
mit der beschichteten Oberfläche einen spitzen Winkel α bildet, wobei zumindest ein
Teil der Kantenfläche durch ein Prisma (30) gebildet wird, das über ein Filmscharnier
(26) mit dem übrigen Teil der Möbelplatte zusammenhängt und auf diesen übrigen Teil
zurückgefaltet ist, wobei eine zwischen dem Prisma (30) und dem übrigen Teil gebildete
Fuge mit der beschichteten Oberfläche einen Winkel β < α und mit der Kantenfläche
einen Winkel γ = α - β bildet, wobei
die Möbelplatte einen Kern (12) aufweist, der durch zwei übereinander liegende Materiallagen
(22, 24) gebildet wird und auf den Außenseiten dieser Materiallagen sowie auf einer
stumpfen Kante (32) der Platte mit dem Dekormaterial beschichtet ist, wobei das Dekormaterial
(20) eine durchgehende Bahn bildet, an der die beiden Materiallagen (22, 24) und ein
zwischen ihnen angeordnetes Prisma (34) so befestigt sind, dass die beiden Materiallagen
und das Prisma (34) über Filmscharniere (36) zusammenhängen, die durch das Dekormaterial
gebildet werden, wobei die Materiallagen (22, 24) so abgefast sind, dass sie zusammen
einen das Prisma (34) aufnehmenden Hohlraum bilden, dadurch gekennzeichnet,
dass das Prisma (30) an der Gehrungskante (18) nur an einer (24) der beiden Materiallagen
anliegt.
2. Möbelplatte nach Anspruch 1, bei der α = 45° ist.
3. Möbelplatte nach Anspruch 2, bei der β = 22,5° ist.
4. Möbelplatte nach einem der vorstehenden Ansprüche, mit mindestens zwei rechtwinklig
zueinander verlaufenden, nach Anspruch 1 ausgebildeten Gehrungskanten (18, 18').
1. A furniture panel having on at least one side (16) a surface that is coated with a
film-like decoration material and has a mitre edge (18) the edge surface of which
forms an acute angle α with the coated surface, wherein at least a part of the edge
surface is constituted by a prism (30) that is connected to the remaining part of
the furniture panel via a film hinge (26) and is folded back on this remaining part,
wherein a joint formed between the prism (30) and the remaining part forms an angle
β < α with the coated surface and an angle γ = α - β with the edge surface, wherein
the furniture panel has a core (12) that is formed by two superposed material layers
(22, 24) and is coated with the decoration material on the outward sides of these
material layers and on a blunt edge (32) of the panel, wherein the decoration material
(20) forms a continuous web to which the two material layers (22, 24) and a prism
(34) arranged therebetween are fastened such that the two material layers and the
prism (34) are held together by film hinges (36) that are formed by the decoration
material, wherein the material layers (22, 24) are chamfered such that, together,
they form a hollow space that accommodates the prism (34), characterized in that, at the mitre edge (18), the prism (30) engages only one (24) of the two material
layers.
2. The furniture panel according to claim 1, wherein α = 45°.
3. The furniture panel according to claim 2, wherein β = 22,5°.
4. The furniture panel according to any of the preceding claims, having at least two
mitre edges (18, 18') that are orthogonal to one another and are configured in accordance
with claim 1.
1. Panneau de meuble ayant, sur au moins un côté (16), une surface revêtue d'un matériau
décoratif (20) analogue à une feuille, et comportant un bord en onglet (18) dont la
surface de bord forme un angle aigu α avec la surface revêtue, dans lequel au moins
une partie de la surface de bord est formée par un prisme (30) qui est relié à la
partie restante du panneau de meuble par l'intermédiaire d'une charnière à film (26)
et replié sur cette partie restante, dans lequel un interstice formé entre le prisme
(30) et la partie restante forme un angle β < α avec la surface revêtue et forme un
angle γ = -β avec la surface de bord, dans lequel le panneau de meuble comporte un
cœur (12) formé par deux couches de matériau (22, 24) superposées et est revêtu du
matériau décoratif sur les côtés extérieurs de ces couches de matériau ainsi que sur
un bord obtus (32) du panneau, dans lequel le matériau décoratif (20) forme une bande
continue sur laquelle sont fixées les deux couches de matériau (22, 24) et un prisme
(34) agencé entre elles, de sorte que les deux couches de matériau et le prisme (34)
sont reliés par l'intermédiaire de charnières à film (36) formées par le matériau
décoratif, dans lequel les couches de matériau (22, 24) sont biseautées de sorte qu'elles
forment conjointement une cavité recevant le prisme (34),
caractérisé en ce que le prisme (30) s'applique contre le bord en onglet (18) uniquement sur l'une (24)
des deux couches de matériau.
2. Panneau de meuble selon la revendication 1, dans lequel α = 45°.
3. Panneau de meuble selon la revendication 2, dans lequel β = 22,5°.
4. Panneau de meuble selon l'une des revendications précédentes, ayant au moins deux
bords en onglet (18, 18') formés selon la revendication 1, s'étendant perpendiculairement
l'un à l'autre.