| (19) |
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(11) |
EP 3 402 662 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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29.01.2020 Patentblatt 2020/05 |
| (22) |
Anmeldetag: 14.10.2016 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2016/074645 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2017/121503 (20.07.2017 Gazette 2017/29) |
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| (54) |
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUR FALTUNG VON WELLPAPPE
METHOD AND DEVICE FOR FOLDING CORRUGATED CARDBOARD
PROCÉDÉ ET DISPOSITIF DE PLIAGE DE CARTON ONDULÉ
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
14.01.2016 DE 102016100570 08.08.2016 DE 102016114660
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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21.11.2018 Patentblatt 2018/47 |
| (73) |
Patentinhaber: Wilhelm Bahmüller
Maschinenbau-Präzisionswerkzeuge GmbH |
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73655 Plüderhausen (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- STOBER, Thomas
73660 Urbach (DE)
- WOLF, Werner
73660 Urbach (DE)
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| (74) |
Vertreter: DREISS Patentanwälte PartG mbB |
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Friedrichstraße 6 70174 Stuttgart 70174 Stuttgart (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A1- 2 614 955 JP-A- 2010 260 181
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DE-C- 579 710 US-A- 3 270 628
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Faltung von Zuschnitten aus Well- oder Vollpappe
für die Herstellung von Faltschachteln. Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Bei der Herstellung von aus Voll- oder Wellpappe bestehenden Faltschachteln werden
Zuschnitte verwendet, welche mit Rilllinien, Ritzen oder Perforationen versehen sind,
längs welcher die Zuschnitte gefaltet bzw. geknickt werden können, um hierdurch z.B.
mit einer Bodenfläche, einer Mantelfläche und einer Deckfläche ausgebildete Faltschachteln
herzustellen.
[0003] Wellpappen umfassen beispielsweise zwei ebene Papierbahnen, zwischen welchen sich
eine gewellte Papierbahn befindet. Eine derartige Wellpappe wird auch als einschichtige
bzw. einwellige Wellpappe bezeichnet, wobei eine zweischichtige bzw. zweiwellige Wellpappe
zwei außen angeordnete ebene Papierbahnen, eine innen angeordnete ebene Papierbahn
und zwei gewellten Papierbahnen umfasst, welche jeweils zwischen der inneren ebenen
Papierbahn und einer der beiden außen angeordneten ebenen Papierbahnen angeordnet
sind. Darüber hinaus sind auch dreischichtige bzw. dreiwellige Wellpappen und andere
mehrwellige Wellpappen bekannt, wobei ferner bei Wellpappen zwischen verschiedenen
Wellenarten und Kombinationen dieser Wellenarten entsprechend der Wellenhöhen und
der Wellenteilungen unterschieden wird. So wird bspw. zwischen einer Grobwelle, einer
Mittelwelle, einer Feinwelle und einer Mikrowelle unterschieden.
Um bei aus Wellpappe hergestellten Faltschachteln die erforderliche Stapelfestigkeit
der Faltschachteln zu erzielen, wird die Wellpappe derart angeordnet, dass in den
Mantelflächen der Faltschachteln die Wellen von der Bodenfläche zur Deckfläche verlaufen
bzw. die durch die Wellen gebildeten Kanäle von der Bodenfläche zur Deckfläche der
Faltschachtel verlaufen.
Um die Mantelfläche mit den erforderlichen Faltungen bzw. Knickungen zu versehen und
die einander zugeordneten Teile der Mantelfläche miteinander verbinden zu können,
müssen in die Mantelfläche parallel zum Verlauf der Wellen ausgerichtete Rilllinien,
Ritzen oder Perforationen eingebracht werden, längs welcher die Mantelfläche zwischen
den einzelnen Seitenflächen der Faltschachtel gefaltet bzw. geknickt werden kann.
Dabei kann jedoch das Problem auftreten, dass die Rilllinien, Ritzen oder Perforationen
längs eines Wellentales, längs eines Wellenberges oder längs der Flanke zwischen einem
Wellental oder einem Wellenberg angeordnet sein können, wobei eine Faltung aufgrund
der Steifigkeit des Materials dann nicht exakt entlang der hierfür erforderlichen
Linie bzw. Rilllinie, Ritze oder Perforation erfolgt. Vielmehr können dabei Abweichungen
von einer vorgegebenen Faltungslinie auftreten, welche in der Folge dazu führen können,
dass eine Verbindung der beiden einander zugeordneten Endbereiche der Mantelfläche
nicht an der dafür vorgesehenen Stelle erfolgt.
[0004] Das Problem, dass die Faltung nicht exakt längs einer vorgegebenen Linie erfolgt,
wird in Fachkreisen auch als Fishtailing und Gapschwankung bezeichnet. Das Problem
des Fishtailings und der Gapschwankung kann bei zweiwelligen bzw. dreiwelligen Wellpappen
und bei einer schwankenden Qualität der für die Herstellung der Wellpappe verwendeten
Materialien verstärkt auftreten, wobei dies zu Problemen bei der Einhaltung von Maßtoleranzen
und bei der automatischen Befüllung der Faltschachteln führen kann.
[0005] Aus der
US 3 270 628 ist eine Maschine zum Falten von Faltschachtelzuschnitten bekannt, die verschiedene
Mittel zum lokalen Befeuchten des Faltschachtelzuschnitts aufweist. Zum Befeuchten
der Unterseite wird ein Pinsel eingesetzt, dessen unteres Ende in einem mit einer
Flüssigkeit gefüllten Reservoir steckt. Zum Befeuchten der Oberseite wird eine Düse
eingesetzt. Die aus der Düse austretende Flüssigkeit fällt auf ein Prallblech und
tropft von dort auf den Faltschachtelzuschnitt.
[0006] Aus der
EP 2 614 955 A1 sind ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Falten von Wellpappe bekannt bei der
die Wellpappe im Bereich der Rillinien vor dem Falten mit einer durch eine Düse aufgebrachten
Flüssigkeit schmiegsam gemacht wird.
[0007] Aus der
DE 579710 ist eine Vorrichtung zum Falten von Kartonagen bekannt, bei der Teile der zu faltenden
Kartonagen durch einen Tupfer befeuchtet werden.
[0008] Aus der
JP 2010 260181 A ist ein Flüssigkeitsgemisch bekannt, welches dazu geeignet ist, Wellpappe vor dem
Falten geschmeidig zu machen. Es enthält 10 bis 30 Gewichtsprozent eines Tensids.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zur Faltung von Zuschnitten aus Well- oder Vollpappe für die Herstellung von Faltschachteln
bereitzustellen, welche die genannten Nachteile vermeiden.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Das Aufbringen eines derartigen Flüssigkeitsgemischs ist besonders vorteilhaft, da
aufgrund der Zugabe des Tensids die Oberflächenspannung des Flüssigkeitsgemischs derart
verringert werden kann, dass das Flüssigkeitsgemisch schneller in Poren und damit
in die Fasern des Zuschnitts aus Voll- oder Wellpappe eindringen kann. Somit kann
ein Aufquellen und Erweichen der Fasern im Bereich der Ritze, Perforation oder Rilllinie
beschleunigt werden.
Durch die Verwendung der Zweistoffdüse aufgrund der dann geringen Oberflächenspannung
wird eine besonders feine Zerstäubung des Flüssigkeitsgemischs erreicht, so dass das
Flüssigkeitsgemisch aufgrund der Porosität der Voll- oder Wellpappe vergleichsweise
schnell in die Voll- oder Wellpappe einziehen kann und dort in die Fasern der Voll-
oder Wellpappe eindringen und diese erweichen kann.
[0009] Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn als Druckgas Umgebungsluft verwendet wird.
Das Druckgas wird dabei vorteilhafterweise mit einem Druck im Bereich von etwa 0,5
bar bis etwa 100 bar, vorzugsweise im Bereich von etwa 0,5 bar bis etwa 16 bar in
die Zweistoffdüse eingeleitet, wobei das Flüssigkeitsgemisch drucklos zudosiert wird.
[0010] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn beim Aufbringen des Flüssigkeitsgemischs
ein Tropfen aufweisender Tropfenstrahl erzeugt wird.
[0011] Vorteilhafterweise werden dabei Tropfen mit einem Durchmesser im Bereich von etwa
15 bis etwa 25 µm, vorzugsweise mit einem Durchmesser von etwa 20 µm erzeugt.
Die dabei erzeugten kleinen Tropfen des Tropfenstrahls können aufgrund des unter Druck
stehenden Druckgases mittels der Zweistoffdüse derart beschleunigt werden, dass die
Tropfen auf eine Oberfläche der Voll- oder Wellpappe mit einer vergleichsweise hohen
kinetischen Energie auftreffen, so dass ein Einziehen der Tropfen in die poröse Voll-
oder Wellpappe zusätzlich beschleunigt werden kann.
[0012] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn das Einbringen der Rilllinie durch lokales Zusammendrücken
der Vollpappe oder verschiedener Lagen der Wellpappe zwischen einer drehbar gelagerten
Sonotrode und einem drehbar gelagerten Amboss bzw. einer zweiten Sonotrode und Anregen
des zusammengedrückten Bereichs der Vollpappe oder Wellpappe mit Ultraschall erfolgt.
Es ist jedoch auch denkbar, die
[0013] Rilllinie rein mechanisch ohne die Verwendung von Ultraschall mittels eines Rillkörpers
in die Wellpappe einzubringen.
[0014] Vorteilhafterweise wird das Flüssigkeitsgemisch auf eine Oberseite des Zuschnitts
aus Well- oder Vollpappe und/oder eine Unterseite des Zuschnitts aus Well- oder Vollpappe
aufgebracht. Ein Aufbringen des Flüssigkeitsgemischs auf die Ober- und Unterseite
hat sich dabei als besonders vorteilhaft erwiesen, wobei bei einseitig beschichteten
Zuschnitten vorgesehen sein kann, das Flüssigkeitsgemisch nur auf die Oberseite oder
nur auf die Unterseite aufzubringen.
[0015] Um eine für ein schnelles Eindringen des Flüssigkeitsgemischs in die Oberfläche der
Wellpappe besonders vorteilhafte Tropfengröße des Flüssigkeitsgemischs erreichen zu
können, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Flüssigkeitsgemisch mit einem
Druckgasdruck im Bereich von etwa 2,5 bar bis etwa 7 bar, vorzugsweise mit einem Druckgasdruck
von etwa 5 bar zerstäubt wird. Zu große Tropfen dringen nur zu einem Bruchteil in
die Kapillare der Wellpappe ein. Bei zu großen Tropfen zerplatzen diese an der Oberfläche
der Wellpappe und werden zum Teil wieder zurückgeworfen. Ferner kann mit einem ausreichenden
Druckgasdruck in dieser Größenordnung die kinetische Energie der Tropfen derart beeinflusst
werden, dass die Tropfen des Flüssigkeitsgemischs schnell in die Oberfläche der Wellpappe
eindringen.
[0016] Um eine zu große Breite des die Wellpappe erreichenden Tropfenstrahls zu vermeiden,
hat es sich ferner als vorteilhaft erwiesen, wenn das Aufbringen des Flüssigkeitsgemischs
durch einen Düsenauslass der Zweistoffdüse erfolgt, der in einem Abstand von einer
Oberseite und/oder einer Unterseite der Wellpappe von etwa 3 mm bis 8 mm angeordnet
ist.
[0017] Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn das Flüssigkeitsgemisch orthogonal zu einer
Transportrichtung der Wellpappe in einer Breite von etwa 3 mm auf eine Oberseite und/oder
eine Unterseite der Wellpappe aufgebracht, insbesondere aufgesprüht wird. Somit kann
ein Erweichen der Wellpappe in einer Randzone der Ritze, Perforation oder Rilllinie
vermieden werden, wobei durch ein Erweichen der Randzone hervorgerufene Faltgenauigkeitsprobleme
vermieden werden können.
[0018] Vorteilhafterweise wird das Flüssigkeitsgemisch in einem Winkel von etwa 45° zu einer
parallel zu einer Transportrichtung der Wellpappe angeordneten Ebene auf eine Oberseite
und/oder eine Unterseite der Wellpappe aufgebracht, insbesondere aufgesprüht. Somit
kann ein orthogonales Auftreffen der Tropfen des Flüssigkeitsgemischs vermieden werden.
Es hat sich gezeigt, dass ein orthogonales Auftreffen des Flüssigkeitsgemischs auf
die Wellpappe einerseits zu einem Zerplatzen der Tropfen an der Oberfläche der Wellpappe
führen kann und andererseits zu einer kreisförmigen Ausbreitung der zerplatzten Tropfen
führen kann, wobei dadurch ebenfalls die Randzone der Ritze, Perforation oder Rilllinie
erweicht werden kann und somit ebenfalls die oben genannten Faltgenauigkeitsprobleme
entstehen können.
[0019] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn das Aufbringen, insbesondere das Aufsprühen, des
Flüssigkeitsgemischs getaktet erfolgt. Dabei kann vorgesehen sein, dass der Sprühvorgang
kurzzeitig unterbrochen wird, so dass das Flüssigkeitsgemisch nur im Bereich der Ritze,
Perforation oder Rilllinie aufgebracht wird. Zur Taktung dieses Aufbring- oder Aufsprühvorgangs
kann vorgesehen sein, dass die Taktung pneumatisch bspw. durch Unterbrechung der Druckgaszufuhr
der Zweistoffdüse erfolgt. Weiterhin ist es möglich, dass die Taktung elektrisch erfolgt,
wobei bspw. eine elektromotorisch antreibbare Düse vorgesehen sein kann, die zum Verschließen
des Düsenauslasses der Zweistoffdüse ausgelegt ist.
Die eingangs genannte Aufgabe wird ferner durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen
des Anspruchs 13 gelöst. Die Vorrichtung umfasst eine Einrichtung zum Einbringen einer
Ritze, Perforation oder Rilllinie in eine Voll- oder Wellpappe und wenigstens eine
Zweistoffdüse die derart ausgelegt und angeordnet ist, dass ein Flüssigkeitsgemisch
umfassend mindestens 96 Vol.-% Wasser und maximal 4 Vol.-% eines Tensids, vorzugsweise
umfassend mindestens 98 Vol.-% Wasser und maximal 2 Vol.-% eines Tensids auf die zuvor
in den Zuschnitt eingebrachte Ritze, Perforation oder Rilllinie durch Zerstäuben durch
ein Druckgas aufgebracht werden kann oder derart ausgelegt und angeordnet ist, dass
ein Flüssigkeitsgemischs umfassend mindestens 96 Vol.-% Wasser und maximal 4 Vol.-%
eines Tensids, vorzugsweise umfassend mindestens 98 Vol.-% Wasser und maximal 2 Vol.-%
eines Tensids vor Einbringen einer Ritze, Perforation oder Rilllinie auf den Zuschnitt
aus Well- oder Vollpappe durch Zerstäuben durch ein Druckgas aufgebracht werden kann.
In einer ersten vorteilhaften Weiterbildung der Vorrichtung ist vorgesehen, dass die
Einrichtung zum Einbringen der Ritze, Perforation oder Rilllinie eine drehbar gelagerte
Sonotrode und einen drehbar gelagerten Amboss bzw. eine zweite Sonotrode umfasst.
Es ist jedoch auch denkbar, dass die Einrichtung zum Einbringen der Ritze, Perforation
oder Rilllinie einen mechanischen Rillkörper umfasst, der zur Erzeugung einer Rilllinie
ohne die Verwendung von Ultraschall ausgelegt ist.
[0020] Besonders bevorzugt ist es dabei, wenn die Zweistoffdüse einen ersten Düseneinlass
für das Flüssigkeitsgemisch und einen zweiten Düseneinlass für ein Druckgas aufweist,
und dass die Zweistoffdüse einen Düsenauslass für die zerstäubte Flüssigkeit aufweist.
[0021] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn wenigstens eine Zweistoffdüse vorgesehen ist,
die derart angeordnet ist, dass das Flüssigkeitsgemisch auf eine Oberseite des Zuschnitts
aus Well- oder Vollpappe aufgebracht werden kann und/oder wenn wenigstens eine Zweistoffdüse
vorgesehen ist, die derart angeordnet ist, dass das Flüssigkeitsgemisch auf eine Unterseite
des Zuschnitts aus Well- oder Vollpappe aufgebracht werden kann.
[0022] Vorteilhafterweise ist eine Druckluftquelle vorgesehen, die zur Bereitstellung eines
Druckgasdrucks im Bereich von etwa 2.5 bar bis etwa 7 bar ausgelegt ist. Besonders
bevorzugt ist es dabei, wenn die Druckluftquelle zur Bereitstellung eines Druckgasdrucks
von etwa 5 bar ausgelegt ist. Ein solcher Druckgasdruck hat sich als vorteilhaft erwiesen,
um eine für ein schnelles Eindringen des Flüssigkeitsgemischs in die Oberfläche der
Wellpappe besonders vorteilhafte Tropfengröße des Flüssigkeitsgemischs erreichen zu
können und um die kinetische Energie der Tropfen derart zu beeinflussen, dass die
Tropfen des Flüssigkeitsgemischs schnell in die Oberfläche der Wellpappe eindringen.
[0023] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Vorrichtung sieht vor, dass die Vorrichtung
eine Einrichtung zur Anordnung der Wellpappe in einer Besprühposition aufweist, wobei
der Düsenauslass der Zweistoffdüse derart angeordnet ist, dass er bei in der Besprühposition
befindlicher Wellpappe in einem Abstand zu einer Oberseite und/oder einer Unterseite
der Wellpappe von etwa 3 bis 8 mm angeordnet ist. Ein derartiger Abstand des Düsenauslasses
der Zweistoffdüse zu einer Oberseite und/oder Unterseite der Wellpappe hat sich als
vorteilhaft erwiesen, um eine zu große Breite des die Wellpappe erreichenden Tropfenstrahls
zu vermeiden und somit ein Erweichen der Wellpappe in Randbereichen einer herzustellenden
Ritze, Perforation oder Rilllinie zu vermeiden. Die Einrichtung zur Anordnung der
Wellpappe in einer Besprühposition kann beispielsweise als plattenförmiges Auflager
oder als Transportrollen ausgebildet sein.
[0024] Vorteilhafterweise ist der Düsenauslass in einem Winkel von etwa 45° zu einer parallel
zu einer Transportrichtung der Wellpappe angeordneten Ebene angeordnet.
[0025] Weitere Einzelheiten und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind der nachfolgenden
Beschreibung zu entnehmen, anhand derer eine Ausführungsform der Erfindung näher beschrieben
und erläutert ist.
[0026] Es zeigen:
Figur 1 eine schematische Ansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Faltung von Zuschnitten aus Well- oder Vollpappe für die Herstellung von Faltschachteln;
Figur 2 einen Schnitt durch eine Zweistoffdüse der Vorrichtung gemäß Figur 1;
Figur 3 einen vergrößerten Ausschnitt der Vorrichtung gemäß Figur 1;
Figur 4 einen weiteren vergrößerten Ausschnitt der Vorrichtung gemäß Figur 1;
Figur 5 einen Zerstäubungsvorgang bei der Verwendung der Zweistoffdüse gemäß Figur
2 mit einem Druckgasdruck von etwa 0,5 bar;
Figur 6 einen Zerstäubungsvorgang bei der Verwendung der Zweistoffdüse gemäß Figur
2 mit einem Druckgasdruck von etwa 2,5 bar; und
Figur 7 einen Zerstäubungsvorgang bei der Verwendung der Zweistoffdüse gemäß Figur
2 mit einem Druckgasdruck von etwa 5 bar.
[0027] In den Figuren 1 bis 4 sind Abschnitte einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 zur
Faltung von Zuschnitten aus Well- oder Vollpappe für die Herstellung von Faltschachteln
gezeigt.
[0028] Figur 1 zeigt dabei einen Zuschnitt einer einwelligen Wellpappe 12, in den in einem
vorgelagerten Prozessschritt mittels der Vorrichtung 10 bereits eine Mehrzahl von
Rilllinien 14 eingebracht wurde. Der Zuschnitt der einwelligen Wellpappe 12 umfasst
dabei eine obere ebene Papierbahn 16, eine untere ebene Papierbahn 18, sowie eine
gewellte Papierbahn 20, die zwischen den beiden ebenen Papierbahnen 16, 18 angeordnet
ist.
[0029] Die Vorrichtung 10 weist eine in den Figuren nicht gezeigte Einrichtung zum Einbringen
der Rilllinien 14 auf, die eine drehbar gelagerte Sonotrode und einen drehbar gelagerten
Amboss bzw. eine zweite drehbar gelagerte Sonotrode umfasst, so dass die Rilllinie
14 ultraschallunterstützt in die Wellpappe 12 eingebracht werden kann. Es ist jedoch
auch denkbar, dass die Rilllinien mit einem mechanischen Rillkörper in die Wellpappe
12 ohne den Einsatz von Ultraschall eingebracht werden.
[0030] Die Vorrichtung 10 weist als Zweistoffdüsen 22 ausgebildete Sprühdüsen auf, welchen
über Leitungen 24 ein Druckgas, insbesondere Druckluft mit einem Druck im Bereich
von etwa 0,5 bar bis etwa 16 bar und ein Flüssigkeitsgemisch zugeführt wird und durch
welche das Flüssigkeitsgemisch auf die Rilllinien 14 aufgebracht wird. Das Flüssigkeitsgemisch
umfasst mindestens 96 Vol.-% Wasser und maximal 4 Vol.-% eines Tensids, vorzugsweise
mindestens 98 Vol.-% Wasser und maximal 2 Vol.-% eines Tensids. Zwei Zweistoffdüsen
22 sind derart angeordnet, dass das Flüssigkeitsgemisch auf eine Oberseite 25 der
Wellpappe 12 aufgebracht werden kann, wobei zwei Zweistoffdüsen 22 derart angeordnet
sind, dass das Flüssigkeitsgemisch auf eine Unterseite 27 der Wellpappe aufgebracht
werden kann. Ein Aufbringen des Flüssigkeitsgemischs auf die Ober- und Unterseite
25, 27 hat sich dabei als besonders vorteilhaft erwiesen, wobei bei einseitig mit
empfindlichen Lacken beschichteten Zuschnitten vorgesehen sein kann, das Flüssigkeitsgemisch
nur auf die Oberseite 25 oder nur auf die Unterseite 27 aufzubringen.
[0031] Eine Zweistoffdüse 22 der Vorrichtung 10 ist in Figur 2 im Schnitt gezeigt. Die Zweistoffdüse
22 weist eine Spindel 24 mit einem ersten Düseneinlass 26 für das Flüssigkeitsgemisch
und einem zweiten Düseneinlass 28 für das Druckgas auf, wobei das Flüssigkeitsgemisch
in Richtung des Pfeils 30 in die Zweistoffdüse 22 eingeleitet wird und wobei das Druckgas
in Richtung des Pfeils 32 in die Zweistoffdüse 22 eingeleitet wird.
[0032] Die Zweistoffdüse 22 weist einen Düsenauslass 34 auf, aus dem im Betrieb der Vorrichtung
10 bzw. der Zweistoffdüse 22 ein Tropfenstrahl 36 austritt, dessen Tropfen einen Durchmesser
im Bereich von etwa 15 bis etwa 25 µm, vorzugsweise mit einem Durchmesser von etwa
20 µm aufweisen. Zur Erzeugung derartig kleiner Tropfen ist es besonders vorteilhaft,
das oben genannte Flüssigkeitsgemisch zu verwenden, da aufgrund der Verwendung des
Tensids ein Wassergemisch mit einer vergleichsweise geringen Oberflächenspannung bereitgestellt
werden kann.
[0033] Die Tropfen des Tropfenstrahls 36 können aufgrund der Verwendung der Zweistoffdüse
22 durch das unter Druck stehende Druckgas mit einer vergleichsweise hohen kinetischen
Energie auf einen Zuschnitt aus Wellpappe 12 aufgebracht werden, so dass die vergleichsweise
kleinen Tropfen schnell in die poröse Oberfläche des Zuschnitts aus Wellpappe 12 eindringen
können und dort in die Fasern des Zuschnitts aus Wellpappe 12 eindringen und die Fasern
aufweichen können.
[0034] Dabei ist eine Druckluftquelle 38 (vgl. Figur 1) vorgesehen, die zur Bereitstellung
eines Druckgasdrucks im Bereich von etwa 2.5 bar bis etwa 7 bar, vorzugsweise von
etwa 5 bar ausgelegt ist. Ein solcher Druckgasdruck hat sich als vorteilhaft erwiesen,
um eine für ein schnelles Eindringen des Flüssigkeitsgemischs in die Oberfläche der
Wellpappe 12 besonders vorteilhafte Tropfengröße des Flüssigkeitsgemischs erreichen
zu können und um die kinetische Energie der Tropfen derart zu beeinflussen, dass die
Tropfen des Flüssigkeitsgemischs schnell in die Oberfläche der Wellpappe eindringen.
[0035] Die Figuren 5 bis 7 zeigen hierzu einen Zerstäubungsvorgang bei der Verwendung der
Zweistoffdüse gemäß Figur 2 mit verschiedenen Druckgasdrücken. In Figur 5 wird lediglich
ein Druckgasdruck von etwa 0,5 bar verwendet, dies führt zu extrem großen Tropfen
40, wobei bei den in Figur 6 gezeigten Tropfen 40 ein Druckgasdruck von etwa 2,5 bar
verwendet wird. Für ein optimales Zerstäubungsergebnis wird ein Druckgasdruck von
etwa 5 bar verwendet, wobei sich damit die in Figur 7 gezeigten Tropfen 40 erreichen
lassen, die einerseits aufgrund der geringen Tropfengröße und andererseits aufgrund
der hohen kinetischen Energie schnell in die Oberfläche der Wellpappe 12 eindringen
können.
[0036] Die Vorrichtung 10 weist ferner eine Einrichtung zur Anordnung der Wellpappe in einer
Besprühposition auf (ohne Bezugszeichen), wobei der Düsenauslass 34 der Zweistoffdüse
22 derart angeordnet ist, dass er bei in der Besprühposition befindlicher Wellpappe
12 in einem Abstand 42 zu einer Oberseite 25 und/oder einer Unterseite 27 der Wellpappe
12 von etwa 3 bis 8 mm angeordnet ist. Dieser Abstand ist in Figur 3 deutlich zu erkennen,
die einen vergrößerten Ausschnitt der Vorrichtung 10 gemäß Figur 1 zeigt. Ein derartiger
Abstand 42 des Düsenauslasses 34 der Zweistoffdüse 22 zu der Oberseite 25 und/oder
Unterseite 27 der Wellpappe 12 hat sich als vorteilhaft erwiesen, um eine zu große
Breite des die Wellpappe erreichenden Tropfenstrahls 36 zu vermeiden und somit ein
Erweichen der Wellpappe in Randbereichen einer herzustellenden Ritze, Perforation
oder Rilllinie 14 zu vermeiden. Die Einrichtung zur Anordnung der Wellpappe 12 in
einer Besprühposition kann beispielsweise als plattenförmiges Auflager oder als Transportrollen
ausgebildet sein.
[0037] Figur 4 zeigt einen weiteren Ausschnitt der Vorrichtung 10 gemäß Figur 1 bei Blick
in Richtung des in den Figuren 1 und 3 gezeigten Pfeils 44. Dort ist die Transportrichtung
der Wellpappe 12 durch die Vorrichtung 10 durch den Pfeil 46 gekennzeichnet. Die Figuren
1 und 3 zeigen somit die Vorrichtung 10 orthogonal zur durch den Pfeil 46 dargestellten
Transportrichtung. Wie Figur 4 deutlich zu entnehmen ist, ist der Düsenauslass 34
bzw. eine Mittellängsachse 48 der Zweistoffdüse 22 in einem Winkel 50 von etwa 45°
zu einer parallel zu einer Transportrichtung der Wellpappe 12 angeordneten Ebene 52
bzw. zur Oberseite 25 der Wellpappe 12 angeordnet.
[0038] Das Flüssigkeitsgemisch wird orthogonal zu der durch den Pfeil 46 gekennzeichneten
Transportrichtung der Wellpappe 12 in einer Breite 54 (vgl. Figur 3) von etwa 3 mm
auf die Oberseite 25 und/oder Unterseite 27 der Wellpappe 12 aufgebracht, insbesondere
aufgesprüht. Somit kann ein Erweichen der Wellpappe 12 in einer Randzone der Ritze,
Perforation oder Rilllinie 14 vermieden werden, wobei durch ein Erweichen der Randzone
hervorgerufene Faltgenauigkeitsprobleme vermieden werden können.
[0039] Dadurch, dass das Flüssigkeitsgemisch gezielt auf die Rilllinie 14 aufgesprüht wird,
wird der Zuschnitt aus Wellpappe 12 im Bereich der Rilllinien 14 so schmiegsam, dass
ein daran anschließender Faltungsvorgang entlang der Rilllinien 14 unabhängig davon,
in welchem Bereich der Wellen eine Faltung vorgenommen wird, exakt längs der vorgegebenen
Rilllinie 14 erfolgt, wodurch die Zuschnitte aus Wellpappe 12 exakt in der erforderlichen
Weise gefaltet werden und somit der eingangs beschriebene Fishtailing-Effekt vermieden
wird.
1. Verfahren zur Faltung von Zuschnitten aus Well- oder Vollpappe (12) für die Herstellung
von Faltschachteln, umfassend die folgenden Schritte:
- Aufbringen eines Flüssigkeitsgemischs umfassend mindestens 96 Vol.-% Wasser und
maximal 4 Vol.-% eines Tensids, vorzugsweise umfassend mindestens 98 Vol.-% Wasser
und maximal 2 Vol.-% eines Tensids, auf eine zuvor in einen Zuschnitt aus Well- oder
Vollpappe (12) eingebrachte Ritze, Perforation oder Rilllinie (14) oder Aufbringen
eines Flüssigkeitsgemischs umfassend mindestens 96 Vol.-% Wasser und maximal 4 Vol.-%
eines Tensids, vorzugsweise umfassend mindestens 98 Vol.-% Wasser und maximal 2 Vol.-%
eines Tensids und anschließendes Einbringen einer Ritze, Perforation oder Rilllinie
(14) in einen Zuschnitt aus Well- oder Vollpappe (12);
- Falten des Zuschnitts (12) entlang der Ritze, Perforation oder Rilllinie (14), dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen des Flüssigkeitsgemischs durch Zerstäuben des Flüssigkeitsgemischs
unter Verwendung einer Zweistoffdüse (22) erfolgt, wobei die Zerstäubung durch ein
Druckgas erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Druckgas Umgebungsluft verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Aufbringen des Flüssigkeitsgemischs ein Tropfen (40) aufweisender Tropfenstrahl
(36) erzeugt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Tropfen mit einem Durchmesser im Bereich von etwa 15 bis etwa 25 µm, vorzugsweise
mit einem Durchmesser von etwa 20 µm erzeugt werden.
5. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Einbringen der Rilllinie (14) durch lokales Zusammendrücken der Vollpappe oder
verschiedener Lagen der Wellpappe zwischen einer drehbar gelagerten Sonotrode und
einem drehbar gelagerten Amboss bzw. einer zweiten Sonotrode und Anregen des zusammengedrückten
Bereichs der Vollpappe oder Wellpappe mit Ultraschall erfolgt.
6. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Flüssigkeitsgemisch auf eine Oberseite (25) des Zuschnitts aus Well- oder Vollpappe
(12) und/oder eine Unterseite (27) des Zuschnitts aus Well- oder Vollpappe (12) aufgebracht
wird.
7. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Flüssigkeitsgemisch mit einem Druckgasdruck im Bereich von etwa 2.5 bar bis etwa
7 bar, vorzugsweise mit einem Druckgasdruck von etwa 5 bar zerstäubt wird.
8. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen des Flüssigkeitsgemischs durch einen Düsenauslass (34) der Zweistoffdüse
(22) erfolgt, der in einem Abstand (42) von einer Oberseite (25) und/oder einer Unterseite
(27) der Wellpappe von etwa 3 mm bis 8 mm angeordnet ist.
9. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Flüssigkeitsgemisch orthogonal zu einer Transportrichtung der Wellpappe (12)
in einer Breite (54) von etwa 3 mm auf eine Oberseite (25) und/oder eine Unterseite
(27) der Wellpappe (12) aufgebracht, insbesondere aufgesprüht, wird.
10. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Flüssigkeitsgemisch in einem Winkel (50) von etwa 45° zu einer parallel zu einer
Transportrichtung der Wellpappe (12) angeordneten Ebene (52) auf eine Oberseite (25)
und/oder eine Unterseite (27) der Wellpappe (12) aufgebracht, insbesondere aufgesprüht,
wird.
11. Verfahren nach wenigstens einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufbringen, insbesondere das Aufsprühen, des Flüssigkeitsgemischs getaktet erfolgt.
12. Vorrichtung (10) zur Durchführung des Verfahrens nach wenigstens einem der vorherigen
Ansprüche, insbesondere Vorrichtung (10) zur Faltung von Zuschnitten aus Well- oder
Vollpappe (12) für die Herstellung von Faltschachteln, umfassend eine Einrichtung
zum Einbringen einer Ritze, Perforation oder Rilllinie (14) in eine Voll- oder Wellpappe
und wenigstens eine Zweistoffdüse (22) die derart ausgelegt und angeordnet ist, dass
ein Flüssigkeitsgemisch umfassend mindestens 96 Vol.-% Wasser und maximal 4 Vol.-%
eines Tensids, vorzugsweise umfassend mindestens 98 Vol.-% Wasser und maximal 2 Vol.-%
eines Tensids, auf die zuvor in den Zuschnitt eingebrachte Ritze, Perforation oder
Rilllinie (14) durch Zerstäuben durch ein Druckgas aufgebracht werden kann oder derart
ausgelegt und angeordnet ist, dass ein Flüssigkeitsgemischs umfassend mindestens 96
Vol.-% Wasser und maximal 4 Vol.-% eines Tensids, vorzugsweise umfassend mindestens
98 Vol.-% Wasser und maximal 2 Vol.-% eines Tensids vor Einbringen einer Ritze, Perforation
oder Rilllinie (14) auf den Zuschnitt aus Well- oder Vollpappe durch Zerstäuben durch
ein Druckgas aufgebracht werden kann.
13. Vorrichtung (10) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Einbringen der Ritze, Perforation oder Rilllinie (14) eine drehbar
gelagerte Sonotrode und einen drehbar gelagerten Amboss bzw. eine zweite Sonotrode
umfasst.
14. Vorrichtung (10) nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zweistoffdüse (22) einen ersten Düseneinlass (26) für das Flüssigkeitsgemisch
und einen zweiten Düseneinlass (28) für ein Druckgas aufweist, und dass die Zweistoffdüse
(22) einen Düsenauslass (34) für die zerstäubte Flüssigkeit aufweist.
15. Vorrichtung (10) nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Zweistoffdüse (22) vorgesehen ist, die derart angeordnet ist, dass
das Flüssigkeitsgemisch auf eine Oberseite (25) des Zuschnitts aus Well- oder Vollpappe
(12) aufgebracht werden kann und/oder dass wenigstens eine Zweistoffdüse (22) vorgesehen
ist, die derart angeordnet ist, dass das Flüssigkeitsgemisch auf eine Unterseite (27)
des Zuschnitts aus Well- oder Vollpappe (12) aufgebracht werden kann.
16. Vorrichtung (10) nach wenigstens einem der Ansprüche 12 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass eine Druckluftquelle (38) vorgesehen ist, die zur Bereitstellung eines Druckgasdrucks
im Bereich von etwa 2.5 bar bis etwa 7 bar ausgelegt ist.
17. Vorrichtung (10) nach wenigstens einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (10) eine Einrichtung zur Anordnung der Wellpappe (12) in einer Besprühposition
aufweist, wobei der Düsenauslass (34) der Zweistoffdüse (22) derart angeordnet ist,
dass er bei in der Besprühposition befindlicher Wellpappe (12) in einem Abstand (42)
zu einer Oberseite (25) und/oder einer Unterseite (27) der Wellpappe (12) von etwa
3 bis 8 mm angeordnet ist.
18. Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Düsenauslass (34) in Winkel (50) von etwa 45° zu einer parallel zu einer Transportrichtung
der Wellpappe (12) angeordneten Ebene (52) angeordnet ist.
1. A method for folding blanks of corrugated or solid cardboard (12) for the production
of folding boxes, including the following steps:
- applying a liquid mixture, including at least 96 vol % of water and a maximum of
4 vol % of a tenside, preferably including at least 98 vol % of water and a maximum
of 2 vol % of a tenside, to a score, perforation or furrow line (14) made beforehand
in a blank of corrugated or solid cardboard (12), or applying a liquid mixture, including
at least 96 vol % of water and a maximum of 4 vol % of a tenside, preferably including
at least 98 vol % of water and a maximum of 2 vol % of a tenside, and ensuing making
of a score, perforation or furrow line (14) in a blank of corrugated or solid cardboard
(12);
- folding the blank (12) along the score, perforation or furrow line (14), characterized in that the application of the liquid mixture is effected by sputtering the liquid mixture,
using a two-substance nozzle (22), and the sputtering is effected by means of a compressed
gas.
2. The method of claim 1, characterized in that ambient air is used as the compressed gas.
3. The method of claim 1 or claim 2, characterized in that in the application of the liquid mixture, a droplet stream (36) that has a droplet
(40) is created.
4. The method of claim 3, characterized in that droplets having a diameter in the range of ca. 15 to ca. 25 µm, preferably with a
diameter of ca. 20 µm, are created.
5. The method of at least one of the foregoing claims, characterized in that making the furrow line (14) is done by local compression of the solid cardboard or
of various layers of the corrugated cardboard between a rotatably supported sonotrode
and a rotatably supported anvil or a second sonotrode and exciting the compressed
region of the solid cardboard or corrugated cardboard with ultrasound.
6. The method of at least one of the foregoing claims, characterized in that the liquid mixture is applied to a top side (25) of the blank of corrugated or solid
cardboard (12) and/or to an underside (27) of the blank of corrugated or solid cardboard
(12).
7. The method of at least one of the foregoing claims, characterized in that the liquid mixture is atomized at a compressed gas pressure in the range of ca. 2.5
bar to ca. 7 bar, preferably with a compressed gas pressure of ca. 5 bar.
8. The method of at least one of the foregoing claims, characterized in that the application of the liquid mixture is done by means of a nozzle outlet (34) of
the two-substance nozzle (22), which outlet is located at a spacing (42) of ca. 3
mm to 8 mm from a top side (25) and/or a bottom side (27) of the corrugated cardboard.
9. The method of at least one of the foregoing claims, characterized in that the liquid mixture is applied, in particular sprayed on, orthogonally to a direction
in which the corrugated cardboard (12) is transported, in a width (54) of ca. 3 mm
to a top side (25) and/or a bottom side (27) of the corrugated cardboard (12).
10. The method of at least one of the foregoing claims, characterized in that the liquid mixture is applied, in particular sprayed on, at an angle (50) of ca.
45° to a plane (52), located parallel to a direction in which the corrugated cardboard
(12) is transported, to a top side (25) and/or a bottom side (27) of the corrugated
cardboard (12).
11. The method of at least one of the foregoing claims, characterized in that the application, in particular spraying on, of the liquid mixture is done in pulsed
fashion.
12. An apparatus (10) for performing the method of at least one of the foregoing claims,
in particular an apparatus (10) for folding blanks of corrugated or solid cardboard
(12) for the production of folding boxes, including a device for making a score, perforation
or furrow line (14) in a solid or corrugated cardboard and at least one two-substance
nozzle (22), which is designed and located such that a liquid mixture including at
least 96 vol % of water, preferably including at least 98 vol % of water and a maximum
of 2 vol % of a tenside, to the score, perforation or furrow line (14) made beforehand
in the blank, can be applied by atomization by means of a compressed gas, or is designed
and located such that a liquid mixture, including at least 96 vol % of water and a
maximum of 4 vol % of a tenside, preferably including at least 98 vol % of water and
a maximum of 2 vol % of a tenside, can be applied to the blank of corrugated or solid
cardboard by atomization by means of a compressed gas, before making a score, perforation
or furrow line (14) .
13. The apparatus (10) of claim 12, characterized in that the device for introducing the score, perforation or furrow line (14) includes a
rotatably supported sonotrode and a rotatably supported anvil or a second sonotrode.
14. The apparatus (10) of claim 12 or 13, characterized in that the two-substance nozzle (22) has a first nozzle inlet (26) for the liquid mixture
and a second nozzle inlet (28) for a compressed gas; and that the two-substance nozzle
(22) has a nozzle outlet (34) for the atomized liquid mixture.
15. The apparatus (10) of at least one of claims 12 through 14, characterized in that at least one two-substance nozzle (22) is provided, which is located such that the
liquid mixture can be applied to a top side (25) of the blank of corrugated or solid
cardboard (12), and/or that at least one two-substance nozzle (22) is provided, which
is located such that the liquid mixture can be applied to a bottom side (27) of the
blank of corrugated or solid cardboard (12).
16. The apparatus (10) of at least one of claims 12 through 15, characterized in that a compressed-air source (38) is provided, which is designed for furnishing a compressed
gas pressure in the range of ca. 2.5 bar to ca. 7 bar.
17. The apparatus (10) of at least one of claims 14 through 16, characterized in that the apparatus (10) has a device for locating the corrugated cardboard (12) in a position
for spraying, and the nozzle outlet (34) of the two-substance nozzle (22) is located
such that, when the corrugated cardboard (12) is in the position for spraying, this
outlet is located at a distance (42) of ca. 3 to 8 mm from a top side (25) and/or
a bottom side (27) of the corrugated cardboard (12).
18. The apparatus of at least one of claims 14 through 17, characterized in that the nozzle outlet (34) is located at an angle (50) of ca. 45° to a plane (52) located
parallel to a direction in which the corrugated cardboard (12) is transported.
1. Procédé de pliage de découpes en carton ondulé ou plein (12) pour la fabrication de
boîtes pliantes, comprenant les étapes suivantes:
- application d'un mélange de liquides comprenant au moins 96 % en volume d'eau et
au maximum 4 % en volume d'un tensio-actif, de préférence comprenant au moins 98 %
en volume d'eau et au maximum 2 % en volume d'un tensio-actif, sur une fente, perforation
ou ligne de rainure (14) réalisée auparavant dans une découpe de carton ondulé ou
plein (12) ou application d'un mélange de liquides comprenant au moins 96 % en volume
d'eau et au maximum 4 % en volume d'un tensio-actif, de préférence comprenant au moins
98 % en volume d'eau et au maximum 2 % en volume d'un tensio-actif, puis réalisation
d'une fente, perforation ou ligne de rainure (14) dans une découpe en carton ondulé
ou plein (12);
- pliage de la découpe (12) le long de la fente, perforation ou ligne de rainure (14),
caractérisé en ce que l'application du mélange de liquides est effectuée par pulvérisation du mélange de
liquides à l'aide d'une buse double (22), la pulvérisation ayant lieu à l'aide d'un
gaz sous pression.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, en tant que gaz sous pression, de l'air ambiant est utilisé.
3. Procédé selon la revendication 1 ou la revendication 2, caractérisé en ce que, lors de l'application du mélange de liquides, un jet de gouttes (36) comprenant
des gouttes (40) est généré.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que les gouttes sont produites avec un diamètre de l'ordre d'environ 15 à environ 25
µm, de préférence avec un diamètre d'environ 20 µm.
5. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la réalisation de la ligne de rainure (14) a lieu par compression locale du carton
plein ou de différentes couches du carton ondulé entre une sonotrode montée de manière
rotative et une enclume montée de manière rotative resp. une deuxième sonotrode et
par excitation de la zone comprimée du carton plein ou du carton ondulé avec des ultrasons.
6. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mélange de liquides est appliqué sur un côté supérieur (25) de la découpe en carton
ondulé ou plein (12) et/ou sur un côté inférieur (27) de la découpe en carton ondulé
ou plein (12).
7. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mélange de liquides est pulvérisé avec une pression de gaz de l'ordre d'environ
2,5 bar à environ 7 bar, de préférence avec une pression de gaz d'environ 5 bar.
8. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'application du mélange de liquides a lieu par une sortie de buse (34) de la buse
double (22), qui est disposée à une distance (42) d'un côté supérieur (25) et/ou d'un
côté inférieur (27) du carton ondulé d'environ 3 mm à 8 mm.
9. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mélange de liquides est appliqué, plus particulièrement pulvérisé, de manière
orthogonale à une direction de transport du carton ondulé (12) sur une largeur (54)
d'environ 3 mm sur un côté supérieur (25) et/ou sur un côté inférieur (27) du carton
ondulé (12).
10. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mélange de liquides est appliqué, plus particulièrement pulvérisé, avec un angle
(50) d'environ 45° par rapport à un plan (52) disposé parallèlement à une direction
de transport du carton ondulé (12), sur un côté supérieur (25) et/ou sur un côté inférieur
(27) du carton ondulé (12).
11. Procédé selon au moins l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'application, plus particulièrement la pulvérisation, du mélange de liquides a lieu
de manière cadencée.
12. Dispositif (10) pour l'exécution du procédé selon au moins l'une des revendications
précédentes, plus particulièrement dispositif (10) pour le pliage de découpes en carton
ondulé ou plein (12) pour la fabrication de boîtes pliantes, comprenant un dispositif
pour l'application d'une fente, d'une perforation ou d'une ligne de rainure (14) dans
un carton plein ou ondulé et au moins une buse double (22), qui est conçue et disposée
de façon à ce qu'un mélange de liquides comprenant au moins 96 % en volume d'eau et
au maximum 4 % en volume d'un tensio-actif, de préférence comprenant au moins 98 %
en volume d'eau et au maximum 2 % en volume d'un tensio-actif, puisse être appliqué
sur la fente, perforation ou ligne de rainure (14), auparavant réalisée dans la découpe,
par pulvérisation à l'aide d'un gaz sous pression ou qui est conçue et disposée de
façon à ce qu'un mélange de liquides comprenant au moins 96 % en volume d'eau et au
maximum 4 % en volume d'un tensio-actif, de préférence comprenant au moins 98 % en
volume d'eau et au maximum 2 % en volume d'un tensio-actif, puisse être appliqué sur
la découpe en carton ondulé ou plein, avant la réalisation d'une fente, perforation
ou ligne de rainure (14), par pulvérisation à l'aide d'un gaz sous pression.
13. Dispositif (10) selon la revendication 12, caractérisé en ce que le dispositif de réalisation de la fente, perforation ou ligne de rainure (14) comprend
une sonotrode montée de manière rotative et une enclume montée de manière rotative
resp. une deuxième sonotrode.
14. Dispositif (10) selon la revendication 12 ou 13, caractérisé en ce que la buse double (22) comprend une entrée de buse (26) pour le mélange de liquides
et une deuxième entrée de buse (28) pour un gaz sous pression et en ce que la buse double (22) comprend une sortie de buse (34) pour le liquide pulvérisé.
15. Dispositif (10) selon au moins l'une des revendications 12 à 14, caractérisé en ce qu'au moins une buse double (22) est prévue, qui est disposée de façon à ce que le mélange
de liquides puisse être appliqué sur un côté supérieur (25) de la découpe en carton
ondulé ou plein (12) et/ou en ce qu'au moins une buse double (22) est prévue, qui est disposée de façon à ce que le mélange
de liquides puisse être appliqué sur un côté inférieur (27) de la découpe en carton
ondulé ou plein (12).
16. Dispositif (10) selon au moins l'une des revendications 12 à 15, caractérisé en ce qu'une source d'air comprimé (38) est prévue, qui est conçue pour la mise à disposition
d'une pression de gaz de l'ordre d'environ 2,5 bar à environ 7 bar.
17. Dispositif (10) selon au moins l'une des revendications 14 à 16, caractérisé en ce que le dispositif (10) comprend un dispositif pour la disposition du carton ondulé (12)
dans une position de pulvérisation, la sortie de buse (34) de la buse double (22)
étant disposée de façon à ce que, lorsque le carton ondulé (12) se trouve dans la
position de pulvérisation, elle soit disposée à une distance (42), d'un côté supérieur
(25) et/ou d'un côté inférieur (27) du carton ondulé (12), d'environ 3 à 8 mm.
18. Dispositif (10) selon au moins l'une des revendications 14 à 17, caractérisé en ce que la sortie de buse (34) est disposée avec un angle (50) d'environ 45° par rapport
à un plan (52) disposé parallèlement à une direction de transport du carton ondulé
(12).
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