ANWENDUNGSGEBIET UND STAND DER TECHNIK
[0001] Die Erfindung betrifft ein portables Gerät zur Detektion von Explosivstoffen mit
einer Vorrichtung zur Erzeugung und Messung von Emission eines Indikators.
[0002] Die Emission kann beispielsweise durch Anregung mit Strahlung (Fluoreszenz, Phosphoreszenz)
oder durch eine chemische Reaktion (Chemilumineszenz) erzeugt werden. Im Fokus stehen
die Erzeugung und Messung der Emission von Indikatorsubstanzen, die auf einem Träger
aufgebracht sind. Ein Träger kann z.B. ein Glas oder ein Kunststoff sein, auf dem
die Indikatorsubstanzen (eine oder mehrere) als dünne Schicht aufgebracht sind. Indikatorsubstanzen
können z.B. fluoreszenzfähige Polymermoleküle sein, deren Fluoreszenz sich nach einer
Kontaktierung mit bestimmten Analyten ändert. Analyten sind Verbindungen, Stoffe oder
Substanzen, über die bei einer Messung eine Aussage gemacht werden soll. Die Änderung
der Fluoreszenz der Indikatorsubstanz ist ein Hinweis auf die Existenz des Analyten
oder auch ein Maß für dessen Konzentration. Das System mit Träger und Indikatorsubstanz
wird im Folgenden als Indikator bezeichnet.
[0003] Vorrichtungen dieser Art sind seit längerem bekannt und werden beispielsweise auf
dem Gebiet der Detektion von Analyten wie Explosivstoffe und andere gesundheits- und
umweltrelevante Substanzen (Drogen, toxische Gase u.a.) eingesetzt. Dabei wird der
Indikator unter definierten Bedingungen mit dem zu untersuchenden Medium kontaktiert,
das z.B. gasförmig sein kann. Befinden sich im Medium z.B. Explosivstoffe, dann können
diese die Emission des Indikators ändern.
[0004] In
WO 03/031953 A2 ist eine optische Einheit dargestellt, bei der sich eine Indikatorsubstanz als Schicht
auf der Strahlungsquelle für die Anregung der Emission befindet. Die Strahlungsgsquelle
ist dabei eine GaN - LED. Diese Emission gelangt über einen optischen Filter auf einen
Detektor, der die Emission in Vorwärtsrichtung erfasst.
[0005] In
US 8287811 B1 wird eine optische Einheit vorgestellt, die einen Indikator mit zwei Indikatorsubstanzen
auf einem gemeinsamen Träger enthält. Die beiden Indikatorsubstanzen sind auf den
beiden, sich gegenüberliegenden Seiten des Trägers aufgebracht. Beide Indikatorsubstanzen
werden mit derselben Wellenlänge im UV-Bereich bestrahlt. Wird die eine Indikatorsubstanz
mit dem Analyten kontaktiert, so tritt eine Fluoreszenzlöschung ein. Die Fluoreszenz
der anderen Indikatorsubstanz wird als Referenzsignal verwendet. Die Fluoreszenzen
werden in Richtung einer Linse auf einen Photomultiplier gelenkt. Vor dem Photomultiplier
ist ein Filterrad mit drei Filtern angeordnet.
[0006] US 8323576 B2 beschreibt ein Gerätesystem, dessen Herzstück ein zylindrischer Festkörper ist, der
z.B. aus Glas bestehen kann. Dieser Körper ist als Kapillare ausgebildet und definiert
beheizbar. Die Kapillare ist zweigeteilt. Der erste Teil dient als Gaseinlass und
als Adsorptions - und Desorptionsstrecke für die zu detektierenden Analyten. Ein zweiter
Teil enthält eine optische Einheit mit auf der Innenwand aufgebrachter Indikatorsubstanz.
Eine Strahlungsquelle beaufschlagt über einen wellenlängenselektiven Filter den Indikator.
Die Messung der Emission wird über Filter und Empfänger als Durchlichtmessung durchgeführt.
[0007] In
WO 2012/134436 A1 wird ein Indikator beschrieben, der ebenfalls als Kapillare und gemeinsamer Träger
für mehrere Indikatorsubstanzen ausgebildet ist. Neben der Fluoreszenz kommen auch
Phosphoreszenz und Chemilumineszenz als Emissionssignale in Frage. In einem Beispiel
enthält die Kapillare zwei Indikatorsubstanzen, die jeweils mit einer 405nm - LED
bestrahlt werden. Die Messung der Emission erfolgt über Filter und Empfänger. Dabei
dient der Indikator selbst als Lichtwellenleiter.
[0008] In
WO 01/86263 A2 wird eine Vorrichtung vorgeschlagen, bei der die Anregungsstrahlung der Strahlungsquelle
über einen Filter in einen Lichtwellenleiter, der als Verzweiger ausgebildet ist,
einkoppelt und auf die Lichtwellenleiterendfläche geführt wird. Auf dieser Endfläche
ist ein Polymer aufgebracht, das für eine Anreicherung des Analyten sorgt. Ein Teil
der Emission wird von demselben Lichtwellenleiter zum Verzweiger zurückgeführt und
auf einen Detektor mit Filter gelenkt. Die Vorrichtung gestattet die Aufnahme mehrerer
solcher Lichtwellenleiteranordnungen. Das Gesamtsystem kann damit verschiedene Anregungsquellen,
Filter, Polymere und Detektoren aufweisen.
[0009] In
US 2014/0065720 A1 wird die Fluoreszenz über die Surface-Plasmon-Coupled-Emission Methode (SPCE) erzeugt.
Die Fluoreszenz wird mit einem hohen Signal-Rausch-Verhältnis erfasst, so dass diese
mit hoher spektraler Auflösung gemessen werden kann. Der Indikator enthält zur Durchführung
der SPCE zusätzlich eine Metallschicht und eine dielektrische Schicht. Der Sensor
wird mit einer Strahlungsquelle für Anregungsstrahlung dargestellt.
[0010] In
WO 2008/051189 A2 wird ein Fluoreszenzsystem vorgestellt, das sowohl anregungsseitig als auch emissionsseitig
zum Zweck der spektralen Auflösung mit Filterrädern ausgestattet ist. Mit einem solchen
System stehen viele Anregungs- und Emissionswellenlängen zur Verfügung.
[0011] US2004/106211 A1 offenbart die Merkmale des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0012] Die Geräte sollen für die Detektion von Analyten wie Explosivstoffe und andere gesundheits-
und umweltrelevante Substanzen geeignet sein. Sie sind zu einem Teil mit einer hohen
technischen Funktionalität ausgestattet und entsprechend komplex aufgebaut. Zu einem
anderen Teil enthalten die Geräte eine minimalisierte technische Ausstattung.
AUFGABE UND LÖSUNG
[0013] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, ein feldtaugliches, portables Gerät mit einer
Vorrichtung zur Erzeugung und Messung einer Emission für den Einsatz bei der Detektion
von Explosivstoffen bereitzustellen, das gut an die Applikation in rauen Umgebungen
angepasst ist, von einem Bediener gut gehandhabt werden kann, einen relativ einfachen,
robusten Aufbau hat und dennoch durch eine hohe Messsicherheit charakterisiert ist.
[0014] Diese Aufgabe wird durch ein portables Gerät mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben. Der Wortlaut
sämtlicher Ansprüche wird durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.
[0015] Das portable Gerät ist aufgrund seiner Konstruktion zur Detektion von Explosivstoffen
mittels der Messung von optischen Emissionen geeignet. Dazu werden entsprechende,
auf diese Substanzen empfindlich reagierende Indikatoren verwendet, deren Veränderung
durch Anwesenheit der gesuchten Analyten optisch detektierbar ist. Es können ggf.
auch andere gesundheits- und umweltrelevante Substanzen (wie z.B. Drogen, toxische
Gase u.a.) detektiert werden. Dazu können eventuell andere Indikatoren verwendet werden.
Die Vorrichtung zur Erzeugung und Messung von Emission eines Indikators ist ein wesentlicher
funktioneller Bestandteil des Geräts.
[0016] Die Vorrichtung zur Erzeugung und Messung von Emission weist mehrere Strahlungsquellen
auf, die jeweils quasi-monochromatische Anregungsstrahlung aussenden können. Der Begriff
"quasi-monochromatische Anregungsstrahlung" bezeichnet in dieser Anmeldung Anregungsstrahlung
aus einem relativ engen Wellenlängenbereich, beispielsweise mit einer spektralen Bandbreite
von deutlich weniger als 100 nm, wobei die spektrale Bandbreite z.B. in der Größenordnung
von ca. 10 nm oder wenigen 10 nm liegen kann. Die Anregungsstrahlung kann auch als
"schmalbandige Anregungsstrahlung" bezeichnet werden. Der Begriff "Anregungswellenlänge"
bezieht sich dann auf einen relativ engen Wellenlängenbereich. Bei der Anregungsstrahlung
handelt es sich somit insbesondere nicht um breitbandiges Weißlicht. Als Strahlungsquellen
zur Erzeugung der Anregungsstrahlung können z.B. Lichtemittierende Dioden (LED) oder
Laserdioden verwendet werden oder breitbandige Weißlichtquellen, deren Strahlung über
mindestens eine wellenlängenselektive Einrichtung (z.B. ein Gitter oder ein schmalbandiges
Filter) geführt ist.
[0017] Die Anregung erfolgt somit nicht mit einem kontinuierlichen breitbandigen Spektrum
(z.B. mittels Weißlicht), sondern in einem einzigen schmalbandigen Wellenlängenbereich
oder mehreren spektral unterschiedlichen, relativ schmalbandigen Wellenlängenbereichen.
[0018] Die Strahlungsquellen sind in einer definierten räumlichen Anordnung mit gegenseitigem
Abstand zueinander angeordnet. Die räumliche Verteilung der Strahlungsquellen in der
Strahlungsfläche bestimmt das vom Ort abhängige Muster von Strahlungsquellen, welches
für die Messung genutzt werden kann.
[0019] Das Anregungslicht gelangt über einen Anregungsstrahlengang auf die Indikatorfläche.
Der Anregungsstrahlengang weist hierzu mindestens ein erstes Abbildungssystem auf.
Emissionen der Indikatorsubstanzen können dann an den Orten erzeugt werden, an denen
die Anregungsstrahlung über den Anregungsstrahlengang auf der Indikatorfläche oder
auf die Indikatorfläche abgebildet wird. Diese Orte bilden dann ein Muster in Abhängigkeit
vom Ort in der Indikatorfläche. Das Muster dieser Orte kann dem Muster der Strahlungsquellen
im Sinne einer geometrischen Ähnlichkeit entsprechen, dies ist jedoch nicht zwingend.
In der Indikatorfläche können mehrere lateral verteilte Orte mit Anregungsstrahlung
beaufschlagt werden. Die örtliche Verteilung der Anregungsstrahlung auf der Indikatorfläche
und die örtliche Verteilung der Indikatorsubstanzen sind aufeinander abgestimmt.
[0020] Ein Emissionsstrahlengang dient zur Abbildung der Indikatorfläche in eine Empfangsfläche
derart, dass in der Empfangsfläche ein Muster von Emissionen in Abhängigkeit vom Ort
erzeugbar ist. Emissionen können also an unterschiedlichen Orten der Empfangsfläche
auftreffen. Der Emissionsstrahlengang weist hierzu mindestens ein zweites Abbildungssystem
auf. Das Muster von Emissionen in der Empfangsfläche kann dem Muster von mit Anregungsstrahlung
beaufschlagten Orten der Indikatorfläche im Sinne einer geometrischen Ähnlichkeit
entsprechen, dies ist jedoch nicht zwingend.
[0021] Wenn im Rahmen dieser Anmeldung von einem "Abbildungssystem" oder einer abbildenden
Optik die Rede ist, so soll dies bedeuten, dass das Abbildungssystem von einem Gegenstand
eine vergrößerte, verkleinerte oder eine 1:1-Abbildung erzeugen kann, ohne dabei die
Form bzw. das Aussehen des Gegenstandes (abgesehen von Abbildungsfehlern) zu verändern.
Diejenige Fläche oder Ebene, auf der oder die abgebildet wird, kann dabei in einer
Bildebene des Abbildungssystems oder außerhalb der Bildebene liegen.
[0022] Es sind mehrere Empfänger für den Empfang von Emissionen aus der Empfangsfläche und
zur Wandlung der empfangenen Emissionen in elektrische Signale vorgesehen. Dabei ist
ein Empfänger höchstens einer Indikatorsubstanz zugeordnet in dem Sinne, dass es zu
einem gegebenen Zeitpunkt keine zwei oder mehr Indikatorsubstanzen gibt, denen derselbe
Empfänger zugeordnet ist. Ein Empfänger empfängt somit zu einem gegebenen Zeitpunkt
Emissionsstrahlung maximal von genau einer ihm zugeordneten Indikatorsubstanz. Die
Emissionen in der Eintrittsfläche sind örtlich derart voneinander entkoppelt, dass
die Emissionen ohne gegenseitige Überlagerung von Emissionen auflösbar sind. Die von
einem Empfänger empfangene Emission kann genau einer der Indikatorsubstanzen und einer
der Strahlungsquellen zugeordnet werden. Hierdurch sind hochselektive Messungen mit
hoher Messgenauigkeit möglich. Ein Empfänger kann optimal auf nur die eine ihm zugeordnete
Indikatorsubstanz optisch justiert werden. Dadurch wird eine optimale Abstimmung der
Fläche (Flächenausdehnung, -form und -größe der Fläche) der Indikatorsubstanz auf
die aktive Fläche des Empfängers möglich. Dadurch kann ein hohes Signal-Rausch-Verhältnis
(S/N Verhältnis, signal to noise ratio) erzielt werden.
[0023] Das Gerät ist als portables, von einer einzigen Person leicht tragbares und bedienbares
Gerät ausgelegt. Das Gerät kann insbesondere so klein und leicht konstruiert sein,
dass es bei der Benutzung mit nur einer Hand gehalten werden kann (Handheld-Gerät).
Baugröße und Gewicht sowie die Robustheit der darin verbauten Komponenten sind im
Hinblick auf diese Anwendung optimiert. Das Gewicht kann z.B. weniger als 2 Kilogramm
betragen, insbesondere weniger als 1.5 Kilogramm, meist jedoch mindestens 0.5 Kilogramm.
Die Baugröße inklusive Halteeinrichtung für den Indikator kann z.B. bei 50 cm oder
weniger, oder bei 40 cm oder weniger, oder bei 30 cm oder weniger (gemessen in der
Richtung größter Ausdehnung) liegen, wobei die Baugröße meist jedoch bei mindestens
10 cm bis 15 cm liegt.
[0024] Obwohl es prinzipiell möglich ist, den Anregungsstrahlengang und den Emissionsstrahlengang
auf unterschiedlichen Seiten der Indikatorfläche anzuordnen, ist erfindungsgemäß vorgesehen,
dass der Anregungsstrahlengang und der Emissionsstrahlengang in Rückwärtsgeometrie
angeordnet sind, so dass der Anregungsstrahlengang und der Emissionsstrahlengang auf
ein und derselben Seite der Indikatorfläche bzw. des Indikators angeordnet sind. Auf
diese Weise ist es besonders einfach möglich, den Indikator in einer Haltevorrichtung
unterzubringen, die an eine Seite des Geräts angekoppelt und bei Bedarf leicht ausgewechselt
werden kann. Die Rückwärtsgeometrie kann auch bei einer in das Gerät fest integrierten
Haltevorrichtung günstig sein, da z.B. alle optischen Komponenten auf der gleichen
Seite der Indikatorfläche untergebracht werden können.
[0025] Die Messgeometrie ist durch die Konstruktion so eingestellt, dass vom Indikator spekular
reflektierte Anregungsstrahlung und damit für die Emissionsmessung störende Strahlung
nicht in relevantem Ausmaß auf die Empfangsfläche trifft und damit auch nicht zu einem
Empfänger gelangen und dort den Störhintergrund erhöhen kann. Bei bevorzugten Ausführungsformen
sind zur Vermeidung oder Verminderung des Eintritts von spekular reflektierten Intensitätsanteilen
der Anregungsstrahlung in den Emissionsstrahlengang unterschiedliche Winkel von Anregungsstrahlung
und Emissionsstrahlung zur Oberflächennormalen des Indikators im Bereich des Auftreffens
der Anregungsstrahlung vorgesehen.
[0026] Das wird vorzugsweise dadurch erreicht, dass optische Achsen von einem oder mehreren
oder allen Abbildungssystemen des Anregungsstrahlengangs (erstes Abbildungssystem)
und des Emissionsstrahlengangs (zweites Abbildungssystem) im Bereich der Indikatorfläche
schräg zueinander verlaufen und nicht symmetrisch zur Oberflächennormalen angeordnet
sind. Ein Winkel zwischen einfallender Anregungsstrahlung und emittierter Emissionsstrahlung
kann z.B. im Bereich von 20° bis 60° liegen, insbesondere im Bereich von 30° bis 50°.
[0027] Zur Separierung von Anregungsstrahlengang und Emissionsstrahlengang ist vorzugsweise
kein physikalischer Strahlteiler (wie z.B. ein dichroitischer Spiegel oder Polarisationsstrahlteiler)
oder geometrischer Strahlteiler (wie z.B. ein Spiegel mit mindestens einer Durchbrechung
im ausgeleuchteten Bereich) erforderlich und auch nicht vorgesehen. Typische bei der
Verwendung von Strahlteilern mögliche Probleme, z.B. durch am Strahlteiler generiertes
Streulicht, können dadurch vermieden werden.
[0028] Die Anordnung von Anregungsstrahlengang und Emissionsstrahlengang kann so getroffen
sein, dass optische Achsen von den Abbildungssystemen des Anregungsstrahlengangs (erstes
Abbildungssystem bzw. erste Abbildungssysteme) und einem oder mehreren oder allen
Abbildungssystemen des Emissionsstrahlengangs (zweites Abbildungssystem bzw. zweite
Abbildungssysteme) sich mit Abstand vor der Indikatorfläche kreuzen, so dass Durchstoßpunkte
der optischen Achsen in der Indikatorfläche lateral auseinanderliegen. Dadurch kann
sichergestellt werden, dass Anregungsstrahlung, die an einer oder mehreren mindestens
partiell reflektierenden Grenzflächen des Indikators (z.B. Grenzfläche Luft-Indikator)
spekular reflektiert wird, praktisch nicht in den Emissionsstrahlengang und damit
nicht bis zu den Empfängern gelangen kann. Das trägt dazu bei, dass der Gebrauch von
Anregungsfiltern und/oder Emissionsfiltern gegebenenfalls entfallen kann. Der Abstand
liegt deutlich außerhalb der Fertigungstoleranzen und kann z.B. im Bereich von 1 mm
bis 10 mm liegen, ggf. auch darunter oder darüber.
[0029] Manche Ausführungsformen sind gekennzeichnet durch eine wellenlängenselektive Einrichtung
mit einer Eintrittsfläche und einer Austrittsfläche, wobei die Eintrittsfläche mit
der in der Empfangsfläche empfangenen Emission beaufschlagbar ist und in der Austrittsfläche
die Empfänger angeordnet sind. Damit können bestimmte engere Wellenlängenbereiche
aus einem breiteren Emissionsspektrum selektiert bzw. für die Auswertung ausgewählt
werden. Es kann für alle Empfänger der gleiche Wellenlängenbereich ausgewählt werden.
Es ist auch möglich, für unterschiedliche Empfänger unterschiedliche, mit spektralem
Abstand zueinander liegende Wellenlängenbereiche auszuwählen. Die wellenlängenselektive
Einrichtung kann auswechselbar sein, um das Gerät an unterschiedliche Messaufgaben
optimal anpassen zu können. Eine wellenlängenselektive Einrichtung zwischen der Empfangsfläche
und den Empfängern ist jedoch nicht zwingend nötig.
[0030] Es kann jeder Indikatorsubstanz ein separater Empfänger zugeordnet sein. Zwischen
den Empfängern können Zwischenräume ohne lichtempfindliche Flächen liegen. Die Empfänger
können individuell bzw. separat voneinander justierbar sein, so dass jeder Messkanal
für seine Messaufgabe optimiert eingestellt werden kann. Die Anzahl der Empfänger
kann der Anzahl der effektiv nutzbaren Anregungskanäle entsprechen.
[0031] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass jeder Indikatorsubstanz eine oder mehrere Strahlungsquellen
zugeordnet sind, wobei eine Strahlungsquelle höchstens einer Indikatorsubstanz zugeordnet
ist, so dass es keine zwei oder mehr Indikatorsubstanzen gibt, denen dieselbe Strahlungsquelle
zugeordnet ist. Die Strahlungsquelle kann dadurch optimal auf nur die eine, ihr zugeordnete
Indikatorsubstanz optisch justiert werden. Dadurch ist eine optimale Abstimmung der
Fläche der Indikatorsubstanz auf diejenige der Strahlungsquelle möglich. Dies ist
förderlich zur Erzielung eines hohen Signal-Rausch-Verhältnisses.
[0032] Bei vielen Ausführungsformen werden als Empfänger Photomultiplier verwendet, die
hohe Empfindlichkeit selbst bei geringen messrelevanten Intensitäten bieten. Insbesondere
können halbleiterbasierte Photomultiplier verwendet werden, z.B. Si-Photomultiplier
(Si-PMT). Diese sind mechanisch robust, relativ unempfindlich gegen Erschütterungen
und bieten sehr hohe Empfindlichkeiten bereits bei relativ kleinen sensitiven Flächen.
Alternativ können z.B. konventionelle Photomultiplier oder Photodioden als Empfänger
verwendet werden.
[0033] Wie erwähnt kann ein Abbildungssystem von einem Gegenstand eine vergrößerte, verkleinerte
oder eine 1:1-Abbildung erzeugen, ohne dabei die Form bzw. das Aussehen des Gegenstandes
(abgesehen von Abbildungsfehlern) zu verändern. Diejenige Fläche oder Ebene, auf der
oder die abgebildet wird, kann dabei in einer Bildebene des Abbildungssystems oder
außerhalb der Bildebene liegen. Wenn von einer "nicht abbildenden Optik" die Rede
ist, so soll dies bedeuten, dass die verwendeten optischen Elemente (eines oder mehrere)
als Strahlformer fungieren, die die Form bzw. das Aussehen eines Gegenstandes ändern
können. In einem optischen Kanal (Anregungskanal oder Emissionskanal) kann abbildende
Optik und nicht abbildende Optik kombiniert sein.
[0034] Außerhalb der Erfindung ist es möglich, die Vorrichtung so aufzubauen, dass der Anregungsstrahlengang
nur einen einzigen Anregungskanal mit einem ersten Abbildungssystem aufweist, dem
dann zwei oder mehr Strahlungsquellen zugeordnet sind. Der Anregungskanal kann mehrere
Sub-Kanäle für die von den Strahlungsquellen zur Indikatorfläche laufende Anregungsstrahlung
bei einer gemeinsamen optischen Achse bereitstellen.
[0035] Die Vorrichtungen der Erfindung sind dagegen so konstruiert, dass der Anregungsstrahlengang
mehrere, das heißt zwei oder mehr, Anregungskanäle aufweist, wobei jeder Anregungskanal
ein erstes Abbildungssystem aufweist, das eine optische Achse des entsprechenden Anregungskanals
definiert. Die Anzahl der voneinander separaten Anregungskanäle kann beispielsweise
im Bereich von zwei bis zehn liegen, insbesondere im Bereich von drei bis sechs. Damit
kann die Anregungsstrahlung unterschiedlicher Strahlungsquellen auf separaten, optisch
voneinander getrennten Anregungskanälen zum Indikator geführt werden. Ein Übersprechen
(cross talk) zwischen den Anregungskanälen wird dadurch konstruktiv verhindert.
[0036] Der Begriff "Anregungskanal" bezeichnet in dieser Anmeldung ein optisches System
mit mindestens einem mit Brechkraft ausgestalteten optischen Element, beispielsweise
einer Linse, und gegebenenfalls weiteren optischen Elementen, wie beispielsweise mindestens
einem Strahlformer und/oder mindestens einem Filter. Ein Anregungskanal führt Strahlung
von einer oder mehreren Strahlungsquellen in definierter Weise in die Indikatorfläche.
[0037] Die Anordnung kann so getroffen sein, dass für jeden Indikatorbereich genau ein Anregungskanal
vorgesehen ist, so dass die Anzahl der Anregungskanäle der Anzahl der Indikatorbereiche
entspricht. Der Begriff "Indikatorbereich" bezeichnet den Ort der Indikatorsubstanz
bzw. den Bereich, in dem sich eine Indikatorsubstanz befindet. Es ist auch möglich,
einen Anregungskanal zur Leitung von Anregungsstrahlung auf zwei oder mehr voneinander
separierte Indikatorbereiche zu nutzen.
[0038] Für den Emissionsstrahlengang können ebenfalls mehrere voneinander gesonderte Emissionskanäle
vorgesehen sein.
[0039] Bei einer Ausführungsform ist dagegen vorgesehen, dass der Emissionsstrahlengang
für alle Emissionen ein gemeinsames Abbildungssystem (zweites Abbildungssystem) aufweist,
das eine optische Achse des Emissionsstrahlengangs definiert. Es kann also ein einziger
Emissionskanal ausreichen. Dieser kann mehrere Sub-Kanäle für die vom Indikator zur
Empfangsebene laufenden Emissionen bei einer gemeinsamen optischen Achse bereitstellen.
[0040] Bei einer Ausführungsform mit mehreren Anregungskanälen bilden die Anregungskanäle
in Bezug auf den Emissionskanal eine symmetrische Anordnung. Insbesondere kann die
Anordnung eine Spiegelsymmetrie zu mindestens einer die optische Achse des Emissionsstrahlengangs
enthaltenden Symmetrieebene aufweisen.
[0041] Bei einer Ausführungsform mit mehreren Anregungskanälen bilden die Anregungskanäle
und der Emissionskanal eine kegelförmige Anordnung, wobei optische Achsen der Anregungskanäle
auf einer Kegelmantelfläche angeordnet sind, die den Emissionskanal umgibt, und die
optische Achse des Emissionskanals in der Achse des Kegels angeordnet ist. Hierdurch
können in sehr kompakten Abmessungen eine Vielzahl von strahlungsführenden Kanälen
zwischen den Strahlungsquellen, dem Indikator und der Empfangsebene bzw. den Empfängern
bereitgestellt werden. Die Kegelspitze der kegelförmigen Anordnung, also der Schnittpunkt
der optischen Achsen der Anregungskanäle, liegt bei bevorzugten Ausführungsformen
nicht in der Indikatorfläche, sondern mit Abstand von dieser entfernt, insbesondere
vor der Indikatorfläche.
[0042] In manchen Fällen kann es zweckmäßig sein, wenn in einem Anregungskanal zwischen
einer Strahlungsquelle und der Indikatorebene ein Strahlformer angeordnet ist. Der
Begriff "Strahlformer" bezeichnet hier allgemein eine nichtabbildende Optik, die die
Form bzw. das Aussehen eines Gegenstandes ändern kann. Ein Strahlformer kann z.B.
eine Diffusorfunktion haben. Der Strahlformer kann z.B. ein mikrostrukturiertes Bauelement
(z.B. ein diffraktives optisches Element) aufweisen und/oder dafür ausgelegt sein,
ein ungleichmäßiges Intensitätsprofil in ein gleichmäßiges und steiles Intensitätsprofil
umzuwandeln. Hiermit kann auch bei Verwendung von kleinen, quasi punktförmigen Strahlungsquellen
mit ungleichmäßiger Abstrahlcharakteristik eine gleichmäßige bzw. homogene Ausleuchtung
von anzuregenden Bereichen (Spots) der Indikatorsubstanzen erreicht werden, wodurch
aussagekräftige quantitative Vergleiche ermöglicht und die Messgenauigkeit gesteigert
werden kann.
[0043] Bei manchen Ausführungsformen ist ein Taktgeber zum Ansteuern von Strahlungsquellen
vorgesehen, wobei der Taktgeber derart konfiguriert ist, dass alle Strahlungsquellen
seriell nacheinander oder dass ein Teil der Strahlungsquellen oder alle Strahlungsquellen
gleichzeitig getaktet wird/werden oder dass Strahlungsquellen abwechselnd getaktet
werden. Die Strahlungsquellen können dadurch im Blitzbetrieb arbeiten, so dass sie
zeitlich in definierter Weise mit einem Taktgenerator ein- und ausgeschaltet werden
können. Diese Varianten können so beschrieben werden, dass die Strahlungsfläche nicht
nur ein Muster von Strahlungsquellen in Abhängigkeit vom Ort darstellt, sondern auch
ein Muster in Abhängigkeit von der Zeit. In diesem Fall kann ein Muster immer dann
vorliegen, wenn mindestens eine Abhängigkeit (Ort, Zeit) besteht.
[0044] Mithilfe eines Taktgebers ist es auch möglich, in einem Anregungskanal eine sekundäre
oder virtuelle Strahlungsquelle zu erzeugen, die unterschiedliche Anregungswellenlängen
wahlweise abgeben kann. Bei manchen Ausführungsformen sind mindestens einem der Anregungskanäle
zwei oder mehr Strahlungsquellen zur Abgabe unterschiedlicher Anregungswellenlängen
zugeordnet, wobei die Strahlungsquellen mittels eines Taktgebers wechselweise taktbar
sind und eine Strahlungsvereinigungseinrichtung zur wahlweisen Einkopplung von Anregungsstrahlung
der Strahlungsquellen in den Anregungskanal vorgesehen ist. Die Strahlungsvereinigungseinrichtung
kann beispielsweise einen Strahlformer in Form eines Diffusors aufweisen.
[0045] Eine besonders kompakte und robuste Ausgestaltung wird bei manchen Ausführungsformen
dadurch erreicht, dass alle optischen Elemente der Vorrichtung, das heißt alle optischen
Elemente des Anregungsstrahlengangs und des Emissionsstrahlengangs, in einem einzigen
Bauteil eingebaut bzw. integriert sind. Das Bauteil kann als Optikhalter für alle
optischen Elemente dienen. Es kann aus einem einzigen Stück bestehen (monolithisches
Bauteil) oder aber aus zwei, drei oder mehr Komponenten fest zusammengefügt werden.
Ein solches Bauteil kann beispielsweise als Spritzgussteil hergestellt werden, oder
durch Sintern oder durch materialabtragende Bearbeitung aus dem Vollen. Als optische
Elemente werden alle Komponenten in der Vorrichtung angesehen, die die Eigenschaften
von Strahlung räumlich, zeitlich und spektral verändern können. Das sind vornehmlich
Funktionen der Abbildung, Lenkung und Leitung sowie Formung der Strahlung. Durch die
gemeinsame Unterbringung aller optischen Elemente in ein und demselben als Optikhalter
dienenden Bauteil bleibt die relative Anordnung der optischen Elemente zueinander
auch bei stärkeren Bewegungen der gesamten Vorrichtung, bei Stößen oder Erschütterungen
durchgängig erhalten. Das Gerät kann also auch in rauen Umgebungen eingesetzt werden,
Messungen sind selbst dann mit hoher Genauigkeit möglich, wenn ein Bediener das Gerät
mit Hand hält und das gesamte Gerät dadurch leicht bewegt wird.
[0046] Vorzugsweise sind in dem Bauteil mehrere Aufnahmekanäle zur Aufnahme der optischen
Elemente von mindestens einem Anregungskanal und einem Emissionskanal ausgebildet.
Die Aufnahmekanäle, die z.B. durch Bohren oder Erodieren in ein zunächst massives
Bauteil eingebracht werden können, können z.B. jeweils rotationssymmetrische Gestalt
haben, andere Querschnittsformen sind möglich. Vorzugsweise sind die optischen Elemente
einzeln oder in Gruppen in z.B. hülsenförmigen Fassungselementen gefasst, die in zugeordnete
Abschnitte der Aufnahmekanäle im Bauteil passen und beim Zusammenbau der Vorrichtung
in die Aufnahmekanäle einführbar und dort fixierbar sind.
[0047] Ein Gerät, das spezifisch zur Detektion von Explosivstoffen konfiguriert ist, hat
vorzugsweise eine an die Empfänger angeschlossene Auswerteeinrichtung zum Empfang
von elektrischen Signalen der Empfänger und zur Auswertung der in den Signalen enthaltenen
spektralen Information über die Emissionen, wobei die Auswerteeinrichtung so konfiguriert
ist, dass mindestens eine der folgenden Informationen ermittelbar und an einen Bediener
oder Nutzer der Information ausgebbar ist: Informationen über die Menge eines oder
mehrerer gesuchter Analyten; Information über die Art einer oder mehrerer Analyten.
Dabei umfassen die Analyten jeweils einen oder mehrere Explosivstoffe oder Gruppen
von Explosivstoffen. In einem Speicher der Auswerteeinrichtung kann Information über
spektrale Charakteristika von Fluoreszenzspektren und/oder Lumineszenzspektren der
Zielsubstanzen in Form von Zielsubstanz-Daten gespeichert sein, auf die bei der Auswertung
für Vergleichsoperationen zurückgegriffen werden kann.
[0048] Die Erfindung betrifft auch die Verwendung des Geräts zur Detektion von Explosivstoffen,
wobei ein Indikator verwendet wird, der mindestens eine Indikatorsubstanz aufweist,
die bei Bestrahlung mit Anregungsstrahlung und Kontakt mit einem mindestens einen
Explosivstoff enthaltenden Analyten eine Verminderung oder Verstärkung der von der
Indikatorsubstanz abgegebenen Fluoreszenzintensität zeigt.
KURZBESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0049] Weitere Vorteile und Aspekte der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und aus
der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung,
die nachfolgend anhand der Figuren erläutert sind.
Fig. 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel eines portablen Geräts zur Detektion
von Explosivstoffen mithilfe von Fluoreszenzmessungen;
Fig. 2 zeigt in schrägperspektivischer Darstellung Komponenten einer optischen Vorrichtung,
die in richtiger räumlicher Anordnung zusammen mit einer angekoppelten Haltevorrichtung
für einen Indikator dargestellt sind;
Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch Komponenten einer optischen Vorrichtung, die in richtiger
räumlicher Anordnung zusammen mit einer angekoppelten Haltevorrichtung für einen Indikator
dargestellt ist;
Fig. 4 zeigt Verläufe von Strahlen in einem Anregungskanal des Anregungsstrahlengangs
und im Emissionsstrahlengang, wobei am Indikator spektral reflektierte Strahlung nicht
in den Emissionsstrahlengang fällt;
Fig. 5 zeigt schematisch einige Komponenten einer Vorrichtung zur Erzeugung und Detektion
optischer Emissionen von Indikatoren gemäß einer Ausführungsform mit nur einem Anregungskanal
und einem Emissionskanal;
Fig. 6 bis 12 zeigen schematisch räumliche Verteilungen bzw. Muster von Strahlungsquellen,
bestrahlten Flächen und Emissionen in verschiedenen aufeinanderfolgenden ausgezeichneten
Flächen entlang der Strahlengänge unterschiedlicher Beispiele.
DETAILLIERTE BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSBEISPIELE
[0050] Bei der folgenden Darstellung von Ausführungsbeispielen werden gelegentlich strukturell
und/oder funktional gleiche oder einander entsprechende Komponenten aus Gründen der
Übersichtlichkeit mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet, auch wenn sie zu unterschiedlichen
Ausführungsbeispielen gehören oder dort verwendet werden können.
[0051] In Fig. 1 ist schematisch ein Ausführungsbeispiel eines Geräts 100 zur Detektion
von Explosivstoffen dargestellt. Das Gerät nutzt für diesen Zweck u.a. Fluoreszenzmessungen,
also optische Verfahren.
[0052] Es handelt sich um ein portables Gerät, welches insbesondere mit nur einer Hand eines
Bedieners gehalten und herumgetragen werden kann (Handheld-Gerät). Bevorzugte Anwendungsgebiete
liegen z.B. im Bereich der Gepäckkontrolle, der Fahrzeugkontrolle, der Personenkontrolle
und/oder der Gebäudekontrolle auf Explosivstoffe. Das Gerät ist innerhalb und außerhalb
von Gebäuden einsetzbar, z.B. bei zeitlich befristeten Einzelkontrollen und/oder Spot
Checks. Es kann in vielen Fällen als Ersatz für den Einsatz von Spürhunden dienen.
[0053] Das Gerät hat ein stabiles, lichtdichtes Gehäuse 110, das z.B. aus Metall, einem
schlagfesten Kunststoff oder einer Kombination dieser Materialien bestehen kann. Das
Gehäuse dient der Handhabung des Geräts sowie der Halterung und dem Schutz der daran
und darin untergebrachten Komponenten.
[0054] An der Unterseite des Gehäuses 110 des Geräts ist ein Handgriffabschnitt 112 angebracht
oder ausgebildet. Dieser dient zur einhändigen Handhabung des Geräts. Innerhalb des
Handgriffabschnitts 112 kann beispielsweise ein Batteriepaket oder Akkumulatorpaket
oder eine andere netzunabhängige elektrische Leistungsversorgung 114 untergebracht
sein. Eine Steuereinheit 115 mit einem oder mehreren Mikrocontrollern enthält alle
zur Steuerung der Funktionen des Geräts erforderlichen elektrischen und elektronischen
Komponenten. In der Steuereinheit ist auch eine Auswerteeinrichtung integriert. Die
Bedienung des Geräts erfolgt über ein an der Gehäuseoberseite angebrachtes Bedienfeld
116. Über eine Anzeigeeinrichtung 117 kann Bedienerinformation angezeigt werden. Es
ist möglich, das Bedienfeld und die Anzeigeeinrichtung durch einen berührungsempfindlichen
Bildschirm (Touchscreen) zu realisieren.
[0055] Im vorderen Teil des Gehäuses 110 ist eine Vorrichtung 200 zur Erzeugung und Messung
von Emissionen eines Indikators 120 angeordnet. Der Indikator weist einen Träger 122
auf, der im Beispielsfall durch eine planparallele Platte aus Glas oder einem für
die genutzte Strahlung (sichtbares Spektrum und nahes UV-Spektrum) transparenten Kunststoff
besteht. Der Träger kann, wie im Beispielsfall, einteilig (monolithisch) sein oder
aus mehreren Komponenten zusammengesetzt sein.
[0056] An der der Vorrichtung 200 abgewandten Seite (Rückseite) des Trägers sind mehrere
Indikatorsubstanzen 125-1, 125-2, etc. jeweils als dünne Schicht auf dem Träger 122
aufgebracht. Die Indikatorsubstanzen können unmittelbar auf eine Fläche des Trägers
aufgebracht sein. Es ist auch möglich, eine transparente Zwischenschicht vorzusehen,
die dann als Teil des Trägers angesehen werden kann.
[0057] Die Indikatorsubstanzen können mit einem fluiden, insbesondere gasförmigen Analyten
190 beaufschlagt bzw. mit diesem in Kontakt gebracht werden.
[0058] Der Indikator ist in einer Haltevorrichtung 180 untergebracht und dort in präzise
definierter Position gehalten. Die Haltevorrichtung 180 selbst ist auswechselbar am
Gehäuse 110 des Geräts 100 angebracht. Bei anderen Ausführungsformen ist eine Haltevorrichtung
in das Gerät integriert und selbst nicht auswechselbar, jedoch ist der Indikator auswechselbar.
Im dargestellten betriebsfertig montierten Zustand des Geräts (mit angekoppelter Haltevorrichtung
180 und darin untergebrachtem Indikator 120) sind die Indikatorsubstanzen 125-1, 125-2
präzise in einer Indikatorfläche 130 positioniert, bei der es sich im Beispielsfall
um eine ebene Fläche handelt, die auch als Indikatorebene bezeichnet werden kann.
Wie schon die schematische Fig. 1 zeigt, sind die Indikatorsubstanzen 125-1, 125-2
in unterschiedlichen, das heißt räumlich voneinander getrennten Bereichen des Trägers
122 derart angeordnet, dass die Indikatorsubstanzen in der Indikatorfläche 130 ein
Muster von Indikatorsubstanzen in Abhängigkeit vom Ort darstellen. Die jeweils räumlich
begrenzten, relativ kleinflächig aufgebrachten Indikatorsubstanzen sind also in wohl
definierten Positionen innerhalb der Indikatorfläche 130 positioniert. Die Indikatorsubstanzen
können z.B. in Form von kreisrunden kleinflächigen Beschichtungen mit einigen Millimetern
Durchmesser auf einen Kreis um ein Zentrum angeordnet sein (vgl. Fig. 2). Sie können
unmittelbar oder unter Zwischenschaltung einer transparenten Zwischenschicht auf den
Träger aufgebracht sein.
[0059] Die Haltevorrichtung 180 hat ein eigenes Gehäuse 181 und ist vom Gehäuse 110 abnehmbar
und in präzise vorgebbarer Position ankoppelbar. Die Haltevorrichtung 180 weist einen
Zuluftanschluss 182 mit einer Einlassöffnung zum Ansaugen gasförmiger Medien auf,
die den oder die gesuchten Analyten tragen. Mithilfe einer Heizeinrichtung 185 kann
das angesaugte Medium vor Kontakt mit den Indikatorsubstanzen auf geeignete Temperaturen
aufgeheizt werden. Das gegebenenfalls temperierte Medium mit den Analyten wird dann
mithilfe eines geeigneten, vorzugsweise beheizbaren, Fluidkanalsystems über die Indikatorsubstanzen
geführt und nach Kontakt mit diesen über einen Abluftanschluss 184 aus der Haltevorrichtung
180 ausgegeben.
[0060] An die Zuluftseite der Haltevorrichtung 180 kann ein mit einer eigenen Heizung ausgestattetes
Wischprobenmodul 187 angekoppelt werden, mit welchem Analyten, die über Wischproben
aufgenommen wurden, der Zuluft zugeführt werden. Die Strömung des Analyten durch das
Fluidkanalsystem der Haltevorrichtung wird mittels einer elektrischen Pumpe 188 erzeugt,
die an die Leistungsversorgung 114 angeschlossen und im Gehäuse 110 untergebracht
ist.
[0061] In der in Fig. 1 gezeigten Längsrichtung (von links nach rechts) ist das Gerät inklusive
der daran angebrachten Haltevorrichtung 180 für den Indikator 120 nicht länger als
40 Zentimeter. Das Gerät wiegt weniger als 1.5 Kilogramm. Es kann daher bequem einhändig
gehandhabt werden.
[0062] Die im Gehäuse 110 untergebrachte Vorrichtung 200 ist als eine kompakte optische
bzw. optoelektronische Einheit ausgeführt, mit der Emissionen des Indikators 120 bzw.
der Indikatorsubstanzen 125-1 etc. erzeugt und diese Emissionen mithilfe optischer
und optoelektronischer Einrichtungen gemessen werden können. Der Begriff "Emission"
ist hier im Sinne einer optischen Emission zu verstehen. Bei der Emission handelt
es sich also um elektromagnetische Strahlung, die von den Indikatorsubstanzen ausgeht
bzw. abgegeben wird.
[0063] Anhand der Fig. 1 bis 4 werden konstruktive und funktionale Details der Vorrichtung
200 gemäß der Ausführungsform oder Varianten davon erläutert. Die Vorrichtung 200
hat mehrere Strahlungsquellen 210-1, 210-2, die jeweils zur Abgabe quasi-monochromatischer
Anregungsstrahlung ausgebildet sind. Der Begriff "quasi-monochromatische Anregungsstrahlung"
bezeichnet hierbei Anregungsstrahlung aus einem relativ engen Wellenlängenbereich,
beispielsweise mit einer spektralen Bandbreite von deutlich weniger als 100 nm. Die
spektrale Bandbreite kann zum Beispiel in der Größenordnung von ca. 10 nm oder wenigen
10 nm liegen. Die Anregung wird hier auch als schmalbandige Anregungsstrahlung bezeichnet.
Wenn der Begriff "Anregungswellenlänge" gebraucht wird, so bezieht sich dieser dementsprechend
auf einen relativ engen Wellenlängenbereich.
[0064] Im Beispielsfall weisen die Strahlungsquellen 210-1, 210-2 jeweils eine lichtemittierende
Diode (LED) als aktives, Anregungsstrahlung emittierendes Element auf. Die Strahlungsquellen
sind zur Steuerung und Leistungsversorgung an die Steuereinheit 115 angeschlossen.
Die kleinflächigen, annähernd punktförmigen Strahlungsquellen sind räumlich getrennt
voneinander an verschiedenen Orten in einer Strahlungsfläche 240 angeordnet. Die Strahlungsfläche
ist diejenige Fläche, in der die Strahlungsquellen liegen. Die Strahlungsfläche kann,
wie im Beispiel von Fig. 1, eine ebene Strahlungsfläche (Strahlungsebene) sein, so
dass alle Strahlungsquellen in einer gemeinsamen Ebene liegen. Dies ist jedoch nicht
zwingend. Die Strahlungsfläche kann auch einfach oder mehrfach gekrümmt sein. Die
Strahlungsfläche kann so beschrieben werden, dass sie ein Muster von Strahlungsquellen
in Abhängigkeit vom Ort darstellt, also eine gewisse örtliche Verteilung räumlich
voneinander getrennter Strahlungsquellen. Zwischen den Strahlungsquellen existieren
lateral Abstände ohne Strahlungsquelle.
[0065] Die Vorrichtung 200 umfasst einen Anregungsstrahlengang zur Abbildung von Anregungsstrahlung
in die Indikatorfläche 130 in der Weise, dass Emissionen der Indikatorsubstanzen 125-1,
125-2 an denjenigen Orten oder Bereichen erzeugt bzw. angeregt werden können, an denen
von den Strahlungsquellen emittierte Anregungsstrahlung auf die Indikatorfläche bzw.
die dort angeordnete Indikatorsubstanz abgebildet wird.
[0066] Bei dem Ausführungsbeispiel weist der Anregungsstrahlengang mehrere Anregungskanäle
auf, wobei jeder Anregungskanal ein erstes Abbildungssystem 220-1, 220-2 aufweist,
das eine optische Achse 222-1, 222-2 des jeweiligen Anregungskanals definiert. Die
Anregungskanäle sind in Fig. 1 lediglich mittels Linsensymbolen dargestellt, Einzelheiten
und Besonderheiten werden anhand der nachfolgenden Figuren erläutert.
[0067] Der Begriff "Anregungskanal" bezeichnet hierbei die Gesamtheit aller optischen Komponenten,
die dazu beitragen, Anregungsstrahlung von einer primären oder sekundären (virtuellen)
Strahlungsquelle zur zugeordneten Indikatorsubstanz bzw. einem zugeordneten Ort oder
Bereich der Indikatorfläche zu führen. Ein Abbildungssystem kann eine Einzellinse
(zum Beispiel eine plankonvexe oder bikonvexe Linse, eine Zerstreuungslinse oder eine
Balllinse) oder auch eine Linsengruppe mit zwei oder mehr Linsen enthalten. In einem
Anregungskanal können auch ein oder mehrere Strahlformer und/oder ein oder mehrere
wellenlängenselektive Elemente, wie zum Beispiel Filter, untergebracht sein.
[0068] Die von den Indikatorsubstanzen abgegebenen Emissionen werden über einen Emissionsstrahlengang
geführt, der zur Abbildung der Indikatorfläche 130 in eine Empfangsfläche 245 der
Vorrichtung 200 ausgelegt ist. Der Emissionsstrahlengang ist vorzugsweise so ausgelegt,
dass im Wesentlichen nur die mit Anregungsstrahlung beaufschlagten Bereiche der Indikatorsubstanzen
messtechnisch erfasst werden. Die Empfangsfläche kann eine ebene Fläche (Empfangsebene)
sein, das ist jedoch nicht zwingend. Die Abbildung erfolgt derart, dass im Messbetrieb
in der Empfangsfläche 245 ein Muster von Emissionen in Abhängigkeit vom Ort vorliegt.
Dieses Muster korrespondiert im Beispielsfall hinsichtlich der räumlichen Verteilung
von bestrahlten Bereichen mit dem Muster, welches die Emissionen an den durch Anregungsstrahlung
beleuchteten Orten bzw. Bereichen in der Indikatorfläche 130 bilden. Die Muster sind
einander somit im geometrischen Sinne ähnlich (was aber nicht zwingend ist). Die Abbildung
der Anregungsstrahlung, die Anordnung der Indikatorsubstanzen und die Abbildung der
Emissionen sind aufeinander abgestimmt.
[0069] Im Beispielsfall weist der Emissionsstrahlengang für alle Emissionen ein gemeinsames
zweites Abbildungssystem 250 auf, das eine optische Achse 252 des Emissionsstrahlengangs
definiert. Das zweite Abbildungssystem 250, das in Fig. 1 lediglich durch eine Linse
symbolisiert ist, ist so konfiguriert, dass eintrittsseitig Emissionen von allen angeregten
Indikatorsubstanzen empfangen und austrittsseitig auf bzw. in die Empfangsfläche 240
übertragen werden können. Der Emissionsstrahlengang kann als ein einziger Emissionskanal
beschrieben werden, der bei einer einzigen gemeinsamen optischen Achse mehrere Sub-Kanäle
für die von unterschiedlich angeordneten Indikatorsubstanzen kommenden Emissionen
bereitstellt bzw. aufweist.
[0070] Der Empfangsfläche 245 ist eine optionale wellenlängenselektive Einrichtung 260 optisch
nachgeschaltet. Die wellenlängenselektive Einrichtung hat eine Eintrittsfläche 262,
die mit der in der Empfangsfläche empfangenen Emission beaufschlagbar ist. Die Eintrittsfläche
kann mit der Empfangsfläche 245 zusammenfallen oder einen Abstand von dieser haben.
Gegebenenfalls können ein oder mehrere optische Elemente zwischen der Empfangsfläche
und Eintrittsfläche liegen. Es ist eine wesentliche Funktion der wellenlängenselektiven
Einrichtung, aus dem in der Regel relativ breiten Spektrum der Emissionen, die auf
die Empfangsfläche auftreffen, ein für die Erfassung und Auswertung besonders geeignetes
oder gewünschtes engeres Spektrum zu selektieren bzw. auszuwählen. In der Austrittsfläche
264 der wellenlängenselektiven Einrichtung 260 liegen wellenlängenselektierte Emissionen
vor.
[0071] In der Austrittsfläche 264 sind Empfänger 270-1, 270-2 zum Empfang von wellenlängenselektierten
Emissionen und zur Wandlung dieser Emissionen in elektrische Signale angeordnet. Die
Empfänger weisen entsprechende optoelektronische Komponenten auf, die signalleitend
mit der in die Steuereinheit 115 integrierten Auswerteeinheit verbunden sind. Die
von den Empfängern empfangenen elektrischen Signale werden in der Auswerteeinheit
zur Charakterisierung der von den Empfängern empfangenen spektralen Information über
die Emissionen ausgewertet.
[0072] Das Gerät 100 ist besonders für die Detektion von Analyten in Form von Explosivstoffen
(Sprengstoffen) im Feldeinsatz ausgelegt. Dazu können insbesondere zeitliche Änderungen
der Fluoreszenzintensität der Indikatorsubstanzen nach Bestrahlung mit Anregungsstrahlung
erfasst und ausgewertet werden. Beispielsweise findet in vielen Fällen bei Kontakt
eines Analyten mit einer darauf ansprechenden Indikatorsubstanz eine Fluoreszenzauslöschung
(Quenching) statt, also eine Verminderung der von der Indikatorsubstanz abgegebenen
Fluoreszenzintensität. In der Auswerteeinrichtung können dann z.B. Informationen über
die Menge einer oder mehrerer gesuchter Zielsubstanzen (Analyten) und/oder Information
über die Art der detektierten Zielsubstanzen ermittelt und beispielsweise über die
Anzeigeeinrichtung 117 ausgegeben werden.
[0073] Eines der Ziele der vorliegenden Entwicklung ist es, spektroskopische Messungen von
Emissionen mit hoher Empfindlichkeit in einem für den Feldeinsatz tauglichen, portablen
Gerät zu realisieren. Ein wichtiger Beitrag dazu besteht darin, die für die Erzeugung
und Führung von Anregungsstrahlung und Emissionsstrahlung erforderlichen optischen
und elektrooptischen Komponenten so auszulegen und anzuordnen, dass die optische Vorrichtung
200 von der Bauform kompakt genug ist, um in ein handgehaltenes Gerät eingebaut werden
zu können. Außerdem sollte die Vorrichtung 200 robust genug sein, um auch im rauen
Feldeinsatz (beispielsweise bei oder nach Erschütterungen) dauerhaft funktionsfähig
zu bleiben. Zudem werden eine hohe Messempfindlichkeit und hohe Messsicherheit angestrebt.
Nachfolgend werden weitere Maßnahmen erläutert, die einzeln oder in Kombination miteinander
für die Tauglichkeit des Geräts für den Feldeinsatz förderlich sind.
[0074] Fig. 2 zeigt in schrägperspektivischer Darstellung einiger Komponenten der Vorrichtung
200, die in richtiger räumlicher Anordnung zusammen mit der angekoppelten Haltevorrichtung
180 dargestellt sind (vgl. auch Fig. 3). Alle optischen Elemente der Vorrichtung 200,
das heißt insbesondere alle zur Beeinflussung der Strahlung vorgesehenen optischen
Elemente des Abbildungsstrahlengangs und alle zur Beeinflussung der Strahlung vorgesehenen
optischen Elemente des Emissionsstrahlengangs, sind in einem einzigen massiven quaderförmigen
Bauteil 290 integriert, das hier auch als Optikhalter 290 bezeichnet wird. Bei dem
Bauteil handelt es sich im Beispielsfall um einen monolithischen Block aus einem geeigneten
verwindungssteifen Material, beispielsweise einem Metall oder einer Keramik. Es kann
sich um ein Spritzgussteil oder um ein Sinterteil handeln oder um ein Bauteil, welches
durch materialabtragende Bearbeitung aus dem Vollen gearbeitet ist. Auch eine Herstellung
im 3D-Druck ist möglich. Das Bauteil kann auch aus mehreren Teilen zusammengesetzt
sein, die z.B. mittels Schrauben oder stoffschlüssig fest miteinander verbunden sind.
Das Bauteil 290 bzw. die Vorrichtung 200 kann so klein sein, dass es bzw. sie in einen
Würfel mit zehn Zentimetern Kantenlänge vollständig hineinpasst.
[0075] In dem Bauteil 290 sind mehrere rotationssymmetrische Aufnahmekanäle 292-1, 292-2,
293 zur Aufnahme der optischen Elemente der Anregungskanäle sowie des Emissionskanals
ausgebildet. Die Längsmittelachse des Aufnahmekanals 293 für die optischen Elemente
des Emissionskanals verläuft senkrecht zur ebenen Vorderseite 291 des Bauteils und
(bei richtig angekoppelter Haltevorrichtung 180) senkrecht zur ebenen Indikatorfläche.
Die Längsmittelachsen 294-1, 294-2, etc. der Aufnahmekanäle für die optischen Elemente
der Anregungsstrahlengänge verlaufen schräg zu derjenigen des Emissionskanals und
liegen auf einer Kegelmantelfläche, deren verjüngtes Ende der Haltevorrichtung 180
zugewandt ist. Der Kegelwinkel bzw. der Winkel zwischen den Längsmittelachsen von
Emissionskanal und Anregungskanal liegt bei ca. 40°, kann aber auch kleiner (z.B.
20° oder mehr) oder größer (z.B. 60° oder weniger) sein. Die Längsmittelachsen schneiden
sich mit Abstand vor der Indikatorfläche.
[0076] Die Vorrichtung 200 hat sechs gleichmäßig um den Emissionskanal herum verteilte separate,
optisch voneinander getrennte Anregungskanäle und dementsprechend sechs gleichmäßig
über die Kegelmantelfläche verteilte Aufnahmekanäle 292-1 etc.. Diese haben Abschnitte
abgestufter, zum Indikator hin stufenweise kleiner werdender Durchmesser. Wie in Fig.
3 beispielhaft dargestellt, sind die optischen Elemente der Strahlengänge einzeln
oder in Gruppen in hülsenförmigen Fassungselementen gefasst, die hier auch als Tubus
(Einzahl) oder Tuben (Mehrzahl) bezeichnet werden können. Die Fassungselemente passen,
vorzugsweise spielfrei, in die zugeordneten Abschnitte der Aufnahmekanäle im Bauteil
290 und werden beim Zusammenbau der Vorrichtung 200 nacheinander so in die Aufnahmekanäle
geschoben und dort fixiert, dass die gehaltenen optischen Elemente mit hoher Präzision
in ihren vorgesehenen Positionen entlang der Kanäle liegen.
[0077] Die optischen Achsen der ersten Abbildungssysteme für die Anregungsstrahlung fallen
dann mit den Längsmittelachsen der Aufnahmekanäle 292-1 etc. des Optikhalters 290
zusammen, so dass auch die Anregungskanäle und der Emissionskanal eine kegelförmige
Anordnung bilden, wobei die optischen Achsen der Anregungskanäle auf einer Kegelmantelfläche
angeordnet sind, die den Emissionskanal umgibt. Die optische Achse des Emissionskanals
ist dann in der Achse des Kegels angeordnet.
[0078] Die optischen Elemente sind durch Auswechslung der sie aufnehmenden Tuben leicht
auswechselbar und können ggf. durch passende Tuben mit anderen optischen Elementen
ersetzt werden, um das Gerät für eine andere Messaufgabe umzurüsten.
[0079] In Fig. 2 sind die räumlichen Anordnungen der Strahlungsquellen 210-1 etc. in der
Strahlungsfläche 240, der Indikatorsubstanzen 125-1 etc. in der Indikatorfläche 120
und der Empfangsbereiche der Emissionsstrahlung in der Empfangsfläche 245 besonders
anschaulich dargestellt. Die sechs separaten Strahlungsquellen 210-1 etc. bilden eine
ringförmige Anordnung bzw. ringförmige Matrix in der ebenen Strahlungsfläche, die
in der Nähe der Vorderseite 291 des Bauteils 290 liegt. Die Indikatorsubstanzen 125-1
etc. bilden ebenfalls eine ringförmige Anordnung, die in der ebenen Indikatorfläche
130 liegt. Nach Durchtritt der Emissionen durch den Emissionsstrahlengang bilden die
Emissionen in der Empfangsfläche 245 ebenfalls ein ringförmiges Muster mit sechs räumlich
voneinander separierten Bereichen, in denen Emissionsstrahlung auf die Empfängerfläche
trifft. Das Muster der Emissionen in der Empfangsfläche 245 ist das integrale Ergebnis
aus den Mustern der Strahlungsquellen, der Indikatorsubstanzen und der Emissionen.
Dieses Muster ist durch das Muster der Strahlungsquellen und der den Strahlungsquellen
nachgeordneten Optik bestimmt. Das heißt, dass das Muster der Emissionen in der Eintrittsfläche
der wellenlängenselektiven Einrichtung vorgebbar ist durch die Anordnung der Strahlungsquellen,
der optischen Elemente im Anregungsstrahlengang und die optischen Elemente im Emissionsstrahlengang.
[0080] Die Anordnung ist so getroffen, dass jede der Indikatorsubstanzen 125-1 etc. ein
separater Empfänger 270-1 etc. zugeordnet ist. Im Beispielsfall sind also sechs separate
Empfänger vorgesehen, so dass die Anzahl der Empfänger der Anzahl der effektiven Strahlungsquellen
bzw. der Anzahl der Anregungskanäle entspricht. Zwischen den Empfängern liegen Zwischenräume
ohne Empfänger. Die Empfänger sind separat justierbar. Als Empfänger sind im Beispielsfall
halbleiterbasierte Photomultiplier, insbesondere auf Basis von Silizium (Si-Photomultiplier,
Si-PMT) vorgesehen. Diese zeichnen sich durch hohe Empfindlichkeit und Robustheit
gegen Erschütterungen aus. Alternativ können z.B. konventionelle Photomultiplier geringer
Baugröße oder Photodioden verwendet werden. Bei der Anordnung gibt es keine zwei oder
mehr Indikatorsubstanzen, denen derselbe Empfänger zugeordnet ist, so dass jeder Empfänger
maximal Emissionen von genau einer Indikatorsubstanz empfangen kann. Hierdurch sind
hochselektive Messungen möglich.
[0081] Der Anregungsstrahlengang und der Emissionsstrahlengang sind in Rückwärtsgeometrie
angeordnet. Dies bedeutet, dass der Anregungsstrahlengang und der Emissionsstrahlengang
auf derselben Seite des Indikators 120 bzw. der Indikatorfläche 130 angeordnet sind.
Dies ermöglicht es, dass alle optischen Komponenten innerhalb der optischen Vorrichtung
200 bzw. innerhalb des Gehäuses 110 untergebracht werden können und dass der für die
Messung vorgesehene Indikator 120 in einer vom Gehäuse abnehmbaren gesonderten Haltevorrichtung
180 untergebracht werden kann. Der im Betrieb ggf. gasführende Bereich der Halteeinrichtung
180 ist von dem Bereich der optischen Strahlengänge durch ein für die Anregungsstrahlung
und die Emissionsstrahlung transparentes Schutzfenster 360 hermetisch getrennt (vgl.
Fig. 3). Das leicht auswechselbare Schutzfenster wird von einer eigenen Fassungseinrichtung
gehalten, die zwei ineinander steckbare hülsenförmige Fassungselemente umfasst.
[0082] Bei Messungen in Rückwärtsgeometrie kann grundsätzlich das Problem auftreten, dass
spekular reflektierte Intensität der Anregungsstrahlung bis zum Empfänger gelangt
und die Messempfindlichkeit bzw. das Signal/Rausch-Verhältnis verschlechtert. Spekular
reflektierte Strahlung zeichnet sich dadurch aus, dass es sich um Strahlung handelt,
deren Ausfallswinkel von einer reflektierenden Fläche (z.B. Grenzfläche Luft - Indikator)
gleich deren Einfallswinkel ist. Bei Ausführungsformen der Erfindung sind besondere
Vorkehrungen getroffen, um den Einfluss spekular reflektierter Strahlung auf die Messempfindlichkeit
zu verringern.
[0083] Die Messgeometrie ist so eingestellt, dass vom Indikator spekular reflektierte und
damit für die Emissionsmessung störende Strahlung praktisch nicht auf die Empfangsfläche
treffen und damit die Messung stören kann. Dies wird zum einen dadurch erreicht, dass
unterschiedliche Winkel der Anregung und der Emission bezüglich der Oberflächennormalen
am Indikator auf der Auftrefffläche von Anregungsstrahlung vorgesehen sind. Während
die Anregungsstrahlung schräg auf die ebene Indikatorfläche trifft, steht die optische
Achse des Emissionsstrahlengangs senkrecht auf der Indikatorfläche. Zum anderen ist
als Besonderheit in der Erfindung vorgesehen, dass sich die optischen Achsen der Abbildungssysteme
des Anregungsstrahlengangs (erste Abbildungssysteme) und des Emissionsstrahlengangs
(zweite Abbildungssysteme) nicht in der Indikatorfläche kreuzen, sondern mit deutlichem
Abstand (z.B. in der Größenordnung von einem oder mehreren Millimetern) vor der Indikatorfläche,
so dass Durchstoßpunkte der optischen Achsen in der Indikatorfläche auseinanderliegen
bzw. räumlich voneinander getrennt sind.
[0084] Zur Erläuterung zeigt Fig. 4 eine Darstellung in einer Ebene, die durch die optische
Achse 252 des Emissionskanals und die optische Achse 222-1 eines einzigen Anregungskanals
aufgespannt wird. Die von der Strahlungsquelle 210-1 ausgehende divergente Anregungsstrahlung
wird zunächst durch eine Sammellinse 225 kollimiert und trifft danach auf einen Strahlformer
226 in Form eines Diffusors, der das zunächst ungleichmäßige Intensitätsprofil der
Strahlung vergleichmäßigt. Dem Diffusor 226 ist eine Lochblende 227 nachgeschaltet,
die durch die vom Diffusor austretende Anregungsstrahlung gleichmäßig ausgeleuchtet
wird. Die Lochblende bildet somit eine (kreisrunde) sekundäre effektive Strahlungsquelle
mit sehr gleichmäßigem Intensitätsprofil. Der Lochblende ist im geeigneten Abstand
eine Einzellinse 228 in Form einer Plankonvexlinse nachgeschaltet, an deren Austrittsseite
ein Anregungsfilter 229 folgt. Der Anregungsfilter ist als Bandpassfilter ausgelegt
und hat die Aufgabe, aus dem schon relativ schmalbandigen Spektrum der von der primären
Strahlungsquelle 210-1 abgegebenen Anregungsstrahlung einen für die Anregung der Indikatorsubstanz
gewünschten engeren Wellenlängenbereich zu selektieren. Insbesondere werden längerwellige
Strahlungsanteile (z.B. längerwellige Intensitätsausläufer von LEDs) geblockt, die
in demjenigen Wellenlängenbereich liegen, in denen Fluoreszenz gemessen werden soll.
[0085] Diese schmalbandige Anregungsstrahlung trifft auf die erste Indikatorsubstanz 125-1
in der Indikatorfläche 130. Ein für die Auswertung vorgesehener Anteil der emittierten
Strahlung (Emission) gelangt durch den Emissionskanal zu den Empfängern. Im Emissionskanal
befindet sich das zweite Abbildungssystem, das hier ein einziges mit Brechkraft behaftetes
optisches Element, nämlich eine Plankonvexlinse 254 aufweist, deren Austrittsseite
ein Emissionsfilter 255 folgt. Der Emissionsfilter ist als relativ breitbandiges Bandpassfilter
ausgelegt und hat u.a. die Aufgabe, Wellenlängen aus dem Wellenlängenbereich der Anregungsstrahlung
(hier um ca. 370 nm) zu blocken. Die längerwellige Fluoreszenzstrahlung innerhalb
der Emission wird dagegen im Wesentlichen unbeeinflusst transmittiert.
[0086] Es ist in Fig. 3 oder 4 gut ersichtlich, dass sich die optischen Achsen des Anregungsstrahlengangs
und des Emissionsstrahlengangs an einem Kreuzungspunkt 253 mit Abstand vor der Indikatorfläche
130 kreuzen, so dass diejenige Anregungsstrahlung, die von der Strahlungsquelle 210-1
oberhalb des Emissionsstrahlengangs abgegeben wird, in der Indikatorfläche auf der
gegenüberliegenden Seite des Emissionsstrahlengangs, nämlich unterhalb des Durchstoßpunkts
der optischen Achse 252 des Emissionsstrahlengangs, auftrifft. Der Kreuzungspunkt
kann z.B. einen oder mehrere Millimeter vor der Indikatorfläche liegen. Die Beaufschlagung
des Indikators 120 in der Indikatorfläche 130 mit Anregungsstrahlung erfolgt also
auf der optischen Achse des dem Anregungskanal zugehörigen Abbildungssystems (welches
unter anderem die Linse 228 enthält). Die Anregung erfolgt unterhalb der optischen
Achse des Abbildungssystems für die Emission. Das hat zur Folge, dass die von der
Indikatorsubstanz 125-1 emittierte Emission, welche in den Emissionsstrahlengang fällt,
durch das zweite Abbildungssystem (Abbildungssystem des Emissionsstrahlengangs) in
einen räumlich begrenzten Bereich oberhalb der optischen Achse 252 des Emissionskanals
abgebildet wird.
[0087] Dies ist zum einen vorteilhaft für den Betrieb der Vorrichtung 200 mit mehreren Anregungskanälen,
die im Beispielsfall symmetrisch um die optische Achse des Emissionskanals herum angeordnet
sind. Dadurch ergibt sich eine gute Ortsauflösung in der Empfangsfläche 245. Des Weiteren
hat diese Anordnung den Vorteil, dass keinerlei vom Indikator spekular reflektierte
Anregungsstrahlung in den Emissionskanal gelangen kann. Das bringt unter anderem den
Vorteil, dass preiswerte Filter mit geringerer Blockung verwendet werden können oder
dass auf Filter gänzlich verzichtet werden kann. Fig. 4 zeigt anschaulich, dass die
spekular reflektierte Strahlung 256 nicht in die Apertur des Abbildungssystems des
Emissionsstrahlengangs (zweites Abbildungssystem) fällt. Die Anregungsstrahlung läuft
entlang der optischen Achse des Abbildungssystems des entsprechenden Anregungskanals.
Die Emissionsstrahlung läuft dagegen nicht entlang der optischen Achse des Abbildungssystems
des Emissionskanals, sondern kreuzt diese optische Achse zwischen der Indikatorfläche
und der Empfangsfläche. Dies gilt für die Emissionsstrahlungen aller Kanäle. Diese
verlaufen innerhalb des Abbildungssystems des Emissionsstrahlengangs in Sub-Kanälen,
die jedenfalls im Bereich der Indikatorfläche 130 und der Empfangsfläche 245 räumlich
voneinander separat liegen.
[0088] Es ist möglich, das Gerät 100 bzw. die optische Vorrichtung 200 mit nur einer einzigen
Anregungswellenlänge zu betreiben. Die Anregungswellenlänge kann beispielsweise im
nahen Ultraviolettbereich (zum Beispiel zwischen 350 nm und 400 nm) liegen, so dass
die durch Rotverschiebung spektral zu längeren Wellenlängen verschobene Fluoreszenzstrahlung
(Emissionsstrahlung) im sichtbaren Wellenlängenbereich liegen und durch entsprechende
Empfänger detektiert werden kann. Es ist auch möglich, dass die Indikatorsubstanzen
chemisch-physikalisch untereinander identisch sind, so dass mit der Vorrichtung zeitgleich
sechs nominell identische Messungen durchgeführt werden könnten.
[0089] Es ist aber auch möglich, zwei oder mehr chemisch-physikalisch unterschiedliche Indikatorsubstanzen
zu verwenden. Beispielsweise können unterschiedliche Indikatorsubstanzen für unterschiedliche
Klassen oder Gruppen von Explosivstoffen optimiert sein. Die Vorrichtung kann beispielsweise
so genutzt werden, dass drei unterschiedliche Arten von Indikatorsubstanzen in jeweils
zwei der genutzten Positionen innerhalb der Indikatorfläche liegen. Diese können alle
mit der gleichen Anregungswellenlänge bestrahlt werden. Es ist jedoch auch möglich,
unterschiedliche, an die unterschiedlichen Indikatorsubstanzen angepasste Anregungswellenlängen
zu nutzen.
[0090] Die Vorrichtung 200 kann so betrieben werden, dass alle Strahlungsquellen gleichzeitig
aktiv geschaltet werden. Durch die Konfiguration ist sichergestellt, dass die Emissionen
in der Eintrittsfläche der wellenlängenselektiven Einrichtung örtlich bzw. räumlich
voneinander getrennt und damit so entkoppelt sind, dass die Emissionen ohne gegenseitige
Überlagerung von Emissionen auflösbar sind. Durch die Konfiguration ist automatisch
sichergestellt, dass die Beaufschlagung der Eintrittsfläche der wellenlängenselektiven
Einrichtung mit mehreren Emissionen nicht zum selben Zeitpunkt am gleichen Ort erfolgt.
Für die Empfänger ist eine örtliche Separierung vorgesehen, so dass es zu keiner Überlagerung
verschiedener Spektren kommen kann.
[0091] Es ist bei der Anordnung auch möglich, in den unterschiedlichen Anregungskanälen
wenigstens zum Teil mit unterschiedlichen Anregungswellenlängen zu arbeiten. So können
beispielsweise zwei oder mehr Typen von Strahlungsquellen verwendet werden, die jeweils
Anregungsstrahlung in unterschiedlichen Wellenlängenbereichen erzeugen. Beispielsweise
können drei unterschiedliche Wellenlängenbereiche genutzt werden, wobei dann in jeweils
zwei der Anregungskanäle die gleiche Anregungswellenlänge verwendet wird.
[0092] Anhand von Fig. 3 wird ein Ausführungsbeispiel erläutert, bei dem es möglich ist,
einen einzigen Anregungskanal wahlweise mit zwei unterschiedlichen Anregungswellenlängen
zu betreiben. An einem Träger 312 sind zwei Strahlungsquellen 310-1, 310-2 in Form
von LEDs mit unterschiedlichen Anregungswellenlängen angebracht. Die Strahlungsquellen
sind an einen Taktgenerator bzw. Taktgeber 320 angeschlossen, der ein funktionaler
Bestandteil der Steuereinrichtung 115 des Geräts 100 sein kann. Mit dem Taktgenerator
können die Lichtquellen separat voneinander geschaltet werden, insbesondere im Wechsel,
so dass jeweils nur eine Anregungswellenlänge in den Anregungskanal eingekoppelt wird.
[0093] Die von den Strahlungsquellen abgehende divergente Strahlung trifft auf einen Strahlformer
326 in Form eines Diffusors. Diesem ist eine Lochblende 327 nachgeschaltet, deren
Loch zentrisch zur optischen Achse sitzt. Die Anordnung ist so konfiguriert, dass
unabhängig davon, welche der Strahlungsquellen 310-1, 310-2 eingeschaltet ist, das
Loch der Lochblende gleichmäßig mit der Strahlung der eingeschalteten Strahlungsquelle
ausgeleuchtet ist. Im Bereich des Lochs wird also eine sekundäre Strahlungsquelle
mit derjenigen Anregungswellenlänge gebildet, die der Wellenlänge der eingeschalteten
primären Strahlungsquelle entspricht.
[0094] Damit "sieht" das nachgeschaltete erste Abbildungssystem (hier mit einer einzigen
Plankonvexlinse) nur einen einzigen Ort (Loch der Lochblende) für mehrere primäre
Strahlungsquellen. Der Diffusor mit nachgeordneter Lochblende erfüllt somit die Funktion
einer Strahlungsquellenvereinigungseinrichtung bzw. einer Strahlungsvereinigungseinrichtung
328. Die im Bereich der Lochblende gebildete virtuelle bzw. sekundäre Strahlungsquelle
kann unterschiedliche Anregungswellenlängen abgeben, je nachdem, welche Strahlungsquelle
durch den Taktgenerator aktiv geschaltet wird. Entsprechende Anordnungen mit drei
oder mehr primären Strahlungsquellen sind ebenfalls möglich. Eine derartige Vervielfachung
von effektiven Strahlungsquellen kann in einem einzigen Anregungskanal, in mehreren
Anregungskanälen oder in allen Anregungskanälen vorgesehen sein.
[0095] Wie schon erwähnt, hat die wellenlängenselektive Einrichtung 260 unter anderem die
Funktion, aus der auf die Empfangsfläche 245 auftreffenden Emissionsstrahlung einen
engeren Wellenlängenbereich oder mehrere unterschiedliche engere Wellenlängenbereiche
zu selektieren, deren Intensität dann mittels der Empfänger gemessen werden kann.
Bei dem Beispiel von Fig. 3 weist die wellenlängenselektive Einrichtung 260 eine Bandpassfilteranordnung
auf, die für alle Empfänger den gleichen Wellenlängenbereich hindurchlässt und nicht
für die Auswertung gewünschte Strahlungsanteile blockt. Es ist auch möglich, eine
wellenlängenselektive Einrichtung so auszulegen, dass für unterschiedliche Empfänger
oder unterschiedliche Gruppen von Empfängern unterschiedliche Wellenlängenbereiche
für den Empfang und die Auswertung durchgelassen werden. Somit können dann in einem
breiteren Fluoreszenzspektrum mehrere relativ enge Wellenlängenbereiche bei Bedarf
gleichzeitig gemessen und ausgewertet werden.
[0096] Im dargestellten Beispiel von Fig. 3 sind folgende Elemente im Emissionskanal angeordnet
bzw. anordenbar. Eine Plankonvexlinse 254, ein optionaler Emissionsfilter 255 (gemeinsamer
Filter für alle Empfänger), ein Kurzpassfilter 257 als gemeinsamer Filter für alle
Empfänger, ein Langpassfilter 258 als gemeinsamer Filter für alle Empfänger. Bezugszeichen
365 bezeichnet eine Halterung für z.B. Bandpassfilter, die separat für jeden Empfänger
vorgesehen sein können. Dieser Halter ist im Beispiel nicht belegt. Die Kombination
von Kurzpassfilter 257 und Langpassfilter 258 kann bei Bedarf die Funktion eines Emissionsfilters
übernehmen, so dass ein gesonderter Emissionsfilter entfallen kann.
[0097] Bei dem Ausführungsbeispiel können prinzipiell bis zu sechs unterschiedliche, spektral
voneinander separierte Wellenlängenbereiche gemeinsam gemessen und ausgewertet werden,
falls dies gewünscht ist. Wie in Fig. 3 zu erkennen, sind die Filterelemente der wellenlängenselektiven
Einrichtung in einer eigenen Fassungseinrichtung 365 gefasst, die nach Abnehmen des
Trägers für die Empfänger 270-1 etc. leicht auswechselbar ist. Somit können allein
durch Auswechslung der wellenlängenselektiven Einrichtung unter Verwendung der gleichen
Empfänger unterschiedliche Spektralbereiche für die Anwendung ausgewählt werden. Bewegliche
Einrichtungen, wie z.B. ein Filterrad, sind nicht erforderlich.
[0098] Es gibt auch Ausführungsbeispiele, die ohne wellenlängenselektive Einrichtung auskommen,
so dass die Emissionen in der Empfangsfläche ohne weitere spektrale Beschränkung in
die Empfänger gelangen können. In diesem Fall können die aktiven Flächen der Empfänger
unmittelbar in der Empfangsfläche 245 oder in deren Nähe angeordnet sein.
[0099] Wenn eine wellenlängenselektive Einrichtung vorgesehen ist, kann beispielsweise in
deren Eintrittsebene der Spalt eines Gittermonochromators angeordnet sein. Es ist
auch möglich, dass in der Eintrittsfläche eine Öffnung für einen definierten Durchgang
der Emission in einen Filtermonochromator mit separaten Bandpassfiltern oder mit einem
Verlaufsfilter lokalisiert ist. Zwischen der Empfangsfläche und der Eintrittsfläche
können andere optische Elemente angeordnet sein. Beispielsweise kann dort ein Abbildungssystem
mit einem Abbildungselement oder mehreren Abbildungselementen vorgesehen sein, um
eine Abbildung der Emissionen der Empfangsfläche auf die Eintrittsfläche zu realisieren.
[0100] Das hier vorgeschlagene Konzept bietet die Möglichkeit, bei Bedarf bei einer größeren
Anzahl von Anregungs- und Emissionswellenlängen zu messen. Damit kann sich ggf. der
Informationsgehalt der Messwerte erhöhen. Da die Anzahl der Wellenlängen und die spektrale
Auflösung im Vergleich zu komplett scannenden Spektrometern aufgrund deren Verwendung
von schmalbandigen Lichtquellen begrenzt werden kann, können Vorrichtungen mit kleiner
Baugröße bereitgestellt werden, die in einem feldtauglichen Gerät untergebracht werden
können.
[0101] Bei manchen Ausführungsbeispielen werden drei bis neun Anregungswellenlängen im Ultrawellenspektralbereich
(300 nm bis 400 nm) und drei bis neun Emissionswellenlängen im sichtbaren Spektralbereich
(400 nm bis 700 nm) verwendet. Es wurde erkannt, dass ein vollständiger Wellenlängenscan
für die im Vordergrund stehenden Anwendungen nicht erforderlich ist. Vielmehr reichen
schmalbandige Wellenlängenbereiche, die aus einem breiteren Spektrum stammen können.
[0102] Der Indikator kann zwei oder mehr unterschiedliche Indikatorsubstanzen aufweisen,
wodurch die Selektivität erhöht und Störungen reduziert werden können. Bei einer Verwendung
mehrerer unterschiedlicher Indikatorsubstanzen (beispielsweise zwei, drei, vier oder
fünf unterschiedliche Indikatorsubstanzen) können ggf. Änderungen der Emission besser
charakterisiert und dadurch die Signalinterpretation genauer werden. Das kann zu einer
Reduzierung von Ungenauigkeiten und zur Verbesserung der Messsicherheit auf dem Gebiet
der Erkennung von Explosivstoffen und anderen gesundheits- und umweltrelevanten Substanzen
führen.
[0103] Nachfolgend werden zahlreiche weitere Beispiele erläutert, die jeweils mit einer
optionalen wellenlängenselektiven Einrichtung zwischen Empfangsfläche und den Empfängern
(einer oder mehrere) ausgestattet sind. Der Anregungsstrahlengang der Beispiele hat
jeweils nur einen einzigen Anregungskanal, der zeitgleich oder zeitlich gestaffelt
von der Strahlung aller Strahlungsquellen (eine oder mehrere) genutzt wird. Die Ausführungsbeispiele
nutzen vorzugsweise mehr als eine Anregungswellenlänge, z.B. zwei oder drei bis neun
spektral unterschiedliche Anregungswellenlängen. Bei den schematischen Darstellungen
werden für gleiche oder ähnliche Komponenten oder Merkmale jeweils die gleichen Bezugszeichen
verwendet.
[0104] Fig. 5 zeigt eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer Vorrichtung
500 zur Erzeugung und Messung von Emissionen eines Indikators 520, der einen Träger
522 aufweist, auf dem mit Analyten 590 beaufschlagbare Indikatorsubstanzen 525 (ein
oder mehrere) als dünne Schicht aufgebracht sind. Die Haltevorrichtung, die den Indikator
trägt, ist nicht dargestellt. Die Indikatorsubstanzen befinden sich bei betriebsfertig
montierter Vorrichtung bzw. betriebsfertig montiertem Gerät in der Indikatorfläche
530, die gekrümmt sein kann, im Beispielsfall aber eine Ebene (Indikatorebene) ist.
In der (ebenen) Strahlungsfläche 540 befinden sich Strahlungsquellen 510 (eine oder
mehrere). Diese sind jeweils schmalbandig und geben bei Aktivierung quasi-monochromatische
Anregungsstrahlung ab. Ein optionaler Taktgeber 524 dient zum Ein- und Ausschalten
einiger oder aller Strahlungsquellen, so dass in der Strahlungsfläche ein Muster von
Strahlungsquellen in Abhängigkeit vom Ort und/oder in Abhängigkeit von der Zeit erzeugt
werden kann.
[0105] Der Anregungsstrahlengang zur Abbildung von Anregungsstrahlung in die Indikatorfläche
530 hat im Beispielsfall nur einen einzigen Anregungskanal, der schräg zur Indikatorfläche
verläuft und ein erstes Abbildungssystem 520-1 umfasst, das eine optische Achse des
Anregungskanals definiert. Der Anregungskanal stellt mehrere Sub-Kanäle für zum Indikator
laufende Anregungsstrahlung bereit. Das erste Abbildungssystem kann eine einzige Linse
(Einzellinse) aufweisen, gegebenenfalls aber auch mehrere optische Elemente mit Brechkraft.
Im Abbildungsstrahlengang befindet sich in der Regel noch ein Anregungsfilter 529,
bei manchen Ausführungsformen auch noch ein optionaler erster Strahlformer 526.
[0106] Ein Emissionsstrahlengang dient zur Abbildung der Indikatorfläche 530 in eine Empfangsfläche
545, die im Beispielsfall eine ebene Fläche (Empfangsebene) ist. Der Emissionssstrahlengang
zur Abbildung von Emissionsstrahlung hat nur einen einzigen Emissionskanal. Dieser
stellt mehrere Sub-Kanäle für die vom Indikator zur Empfangsfläche laufenden Emissionen
bereit. Der Emissionsstrahlengang umfasst ein zweites Abbildungssystem 520-2, dessen
optische Achse im Beispielsfall senkrecht auf der ebenen Indikatorfläche 530 steht.
Im Beispiel von Fig. 5 enthält der Emissionsstrahlengang noch einen Emissionsfilter
555, welcher bei anderen Varianten entfallen kann. Der Empfangsebene 545 folgt in
Strahlungsrichtung eine wellenlängenselektive Einrichtung 560, deren Eintrittsfläche
562 in Fig. 5 mit der Empfangsfläche 545 zusammenfällt. In der Austrittsfläche 564
der wellenlängenselektiven Einrichtung oder in deren Nähe sind Empfänger 570 (einer
oder mehrere) für die Emissionen angeordnet. Die Empfänger dienen dem Empfang von
Emissionen aus der Empfangsfläche 545 und zur Wandlung der empfangenen Emissionen
in elektrische Signale. Die Empfänger können beispielsweise als Photomultiplier, insbesondere
als Silizium-Photomultiplier, ausgestaltet sein.
[0107] Wie bei den vorher beschriebenen Ausführungsformen können die optischen Elemente
des Anregungsstrahlengangs und des Emissionsstrahlengangs in einem gemeinsamen Optikhalter
integriert sein. Die Realisierung (mit Aufnahmekanälen für optische Elemente in einem
einteiligen oder mehrteiligen Block) kann ähnlich sein wie bei den vorhergehenden
Beispielen.
[0108] Die Vorrichtung 500 ist dafür ausgelegt, Emissionen bei einer größeren Anzahl von
Anregungswellenlängen und Emissionswellenlängen zu erfassen. Damit kann bei bestimmten
Anwendungen der Informationsgehalt gegenüber Varianten mit nur einer einzigen Anregungswellenlänge
erhöht werden. Allerdings ist die Anzahl von nutzbaren Wellenlängen und die spektrale
Auflösung im Vergleich zu scannenden Spektrometern bewusst durch die Vorrichtung begrenzt,
so dass die Vorrichtung 500 in einem feldtauglichen Gerät zur Detektion von Explosivstoffen
und/oder anderen umwelt- und gesundheitsgefährdenden Substanzen genutzt werden kann.
[0109] Bei den nachfolgend erläuterten Ausführungsbeispielen werden drei bis neun Anregungswellenlängen
im ultravioletten Spektralbereich (300 nm bis 400 nm) und drei bis neun Emissionswellenlängen
im sichtbaren Spektralbereich (400 nm bis 700 nm) verwendet. Ein vollständiger Wellenlängenscan
ist nicht erforderlich und konstruktiv auch nicht vorgesehen. Ausreichende Messgenauigkeit
wird bei der Vorrichtung durch die Verwendung schmalbandiger Wellenlängenbereiche
aus einem breiteren Spektrum erzielt.
[0110] Der Indikator 520 kann mehrere Indikatorsubstanzen aufweisen und ist austauschbar,
wodurch die Selektivität erhöht und Störungen reduziert werden können. Damit kann
erreicht werden, dass die Änderungen der Emissionen besser charakterisiert und dadurch
die Signalinterpretation genauer wird, was bei manchen Klassen von Analyten von Vorteil
sein kann. Im Vergleich zu Lösungen des Standes der Technik kann dies zur Reduzierung
von Ungenauigkeiten und zur Verbesserung der Messsicherheit auf dem Gebiet der Erkennung
von Explosivstoffen und anderen gesundheits- und umweltrelevanten Substanzen genutzt
werden.
[0111] Die Strahlungsquellen 510 in der Strahlungsfläche 540 sind für die entkoppelte Abgabe
von Anregungsstrahlung zuständig, wobei sich diese Entkopplung sowohl auf den Ort
als auch auf die Zeit beziehen kann. Die Anregungsstrahlung kann beispielsweise an
einem Ort zu unterschiedlichen Zeiten oder an verschiedenen Orten zu einem Zeitpunkt
oder auch an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten abgegeben werden. Die schmalbandige
Anregungsstrahlung wird im Beispielsfall durch Spektralstrahler (LED) erzeugt, kann
aber auch mithilfe wellenlängenselektiver Einrichtungen, wie zum Beispiel Gitter oder
Filter, erzeugt werden.
[0112] Jeder mit einer Strahlungsquelle 510 belegte Ort in der Strahlungsfläche 540 repräsentiert
eine bestimmte Anregungswellenlänge. Die Strahlungsfläche stellt somit ein Muster
von Strahlungsquellen in Abhängigkeit vom Ort dar. Mithilfe des Taktgebers 524 können
die Strahlungsquellen auch im Blitzbetrieb arbeiten, das heißt, sie sind zeitlich
in definierter Weise mit dem Taktgenerator 524 taktbar (ein- und ausschaltbar). Damit
stellt die Strahlungsfläche nicht nur ein Muster von Strahlungsquellen 510 in Abhängigkeit
vom Ort dar, sondern auch ein Muster von Strahlungsquellen 510 in Abhängigkeit von
der Zeit. Die Strahlungsfläche kann eben oder gekrümmt ausgebildet sein. Im Beispielsfall
handelt es sich um eine Strahlungsebene.
[0113] In Fig. 6 sind für ein Ausführungsbeispiel die Verhältnisse in der Strahlungsfläche
540, der Indikatorfläche 530, der Empfangsfläche 545 und der Eintrittsfläche 562 der
wellenlängenselektiven Einrichtung 560 dargestellt.
[0114] Im Beispielsfall besteht der Indikator im Wesentlichen aus einem Träger, auf dem
mehrere Indikatorsubstanzen 525-1 bis 525-3 in Form nebeneinanderliegender Streifen
aufgebracht sind. Die Indikatorfläche stellt somit ein Muster von (drei) Indikatorsubstanzen
in Abhängigkeit vom Ort dar. Die Strahlungsquellen sind durch geeignete Maßnahmen,
nämlich durch den Aufbau des Abbildungsstrahlengangs, in die Indikatorfläche abbildbar.
Die Indikatorsubstanzen werden auf diese Weise durch die Anregungsstrahlung zur Emission
angeregt. Die Emission der Indikatorsubstanzen wird genau an denjenigen Orten bzw.
kleinflächigen Bereichen erzeugt, wo die Anregungsstrahlung auf die Indikatorfläche
abgebildet wird. Die Indikatorfläche stellt damit nicht nur ein Muster von Indikatorsubstanzen
in Abhängigkeit vom Ort dar, sondern auch ein Muster von Emissionen in Abhängigkeit
von der Zeit. Dabei sind beide Muster aufeinander abstimmbar in der Weise, dass zum
einen die Indikatorsubstanzen 525-1 etc. jeweils von Strahlungsquellen verschiedener
Wellenlängen zur Emission angeregt werden. Zum anderen ist die Orts- und Zeitabhängigkeit
der Emissionen so eingestellt, dass damit die Eigenschaften der wellenlängenselektiven
Einrichtung (beispielsweise die Art der Eintrittsfläche und der Austrittsfläche der
wellenlängenselektiven Einrichtung 560 sowie die Art der Empfänger 570) berücksichtigt
werden können. Die Konfiguration ist derart, dass die spektral aufgelösten Emissionen
ohne gegenseitige Überlagerung an den Empfängern messbar sind.
[0115] Die Muster der Strahlungsquellen und der Indikatorsubstanzen sind an die Strömungsverhältnisse
bzw. an die Geometrie der Beaufschlagung des Indikators mit dem Analyten 590 anpassbar
und umgekehrt. Die Beaufschlagung kann, wie bereits dargestellt, zum Beispiel in Form
eines geführten Luftstroms erfolgen. Der Indikator 520 wird, wie bei den anderen Ausführungsbeispielen
beschrieben, mithilfe der Haltevorrichtung mit der Vorrichtung 500 in der Weise mechanisch
gekoppelt, dass die Indikatorsubstanzen 525-1 etc. exakt und definiert in der Indikatorfläche
530 positioniert sind. Der Indikator ist über diese Haltevorrichtung leicht auswechselbar.
[0116] Die von den Indikatorsubstanzen ausgehenden Emissionen werden durch geeignete Maßnahmen,
nämlich den Aufbau des Emissionsstrahlengangs, in die Empfangsfläche definiert abgebildet.
Die Empfangsfläche 545 stellt somit ein Muster von Emissionen in Abhängigkeit von
Ort und von der Zeit dar. Die Emissionen können direkt von der Empfangsebene zur Eintrittsebene
der wellenlängenselektiven Einrichtung gelangen oder durch zwischengeschaltete optische
Mittel beeinflusst werden. Mithilfe der wellenlängenselektiven Einrichtung 560 erfolgt
eine spektrale Auflösung aller Emissionen, die dann auf definierte Orte der Austrittsfläche
der wellenlängenselektiven Einrichtung gerichtet werden. Dort befinden sich die Empfänger
570 (ein oder mehrere). Durch die Beaufschlagung der Austrittsfläche mit spektral
aufgelösten Emissionen an definierten Orten und/oder zu definierten Zeiten (durch
die zeitliche Taktung der Strahlungsquellen) kann erreicht werden, dass die spektral
selektierten Emissionen von jedem Ort der Indikatorfläche separat und ohne gegenseitige
Überlagerung von den Empfängern (einer oder mehrere) empfangen und in Signale umgewandelt
werden können.
[0117] Die Taktung mithilfe des Taktgebers 524 kann unterschiedlich durchgeführt werden.
Beispielsweise können alle Strahlungsquellen zeitlich versetzt nacheinander (das heißt
seriell) oder ein Teil davon auch gleichzeitig getaktet werden. Die Konfiguration
ist so eingerichtet, dass stets die Bedingung eingehalten wird, dass die Beaufschlagung
des oder der Empfänger 570 mit mehreren Emissionen nicht zum selben Zeitpunkt am gleichen
Ort erfolgen kann. Für die Empfänger kann eine örtliche und/oder eine zeitliche Separierung
vorgegeben werden, damit es zu keiner Überlagerung unterschiedlicher Spektren kommt.
Beispielsweise können mehrere Empfänger in einem eindimensionalen oder zweidimensionalen
Empfänger-Array gemäß einem bestimmten Muster mit Abstand zueinander in der Austrittsfläche
angeordnet sein.
[0118] Die gesamte Vorrichtung 500 ist modular aufgebaut. So können beispielsweise Strahlungsquellen
510, Indikatoren 520 und/oder Empfänger 570 ohne Eingriff in den Anregungsstrahlengang
und/oder den Emissionsstrahlengang ausgetauscht werden. Die spektralen Bandbreiten
zum Beispiel des Anregungsfilters und/oder des Emissionsfilters und/oder der wellenlängenselektiven
Einrichtung können durch Austausch dieser Komponenten geändert werden. Die Vorrichtung
500 ist auch dafür geeignet, nur mit einem einzigen Indikator mit einer einzigen Indikatorsubstanz
und mit nur einer einzigen Strahlungsquelle ausgestattet zu werden. Die Vorrichtung
500 kommt ohne bewegliche Teile aus. Dies trägt zur Robustheit der Vorrichtung und
für die Tauglichkeit für den Feldeinsatz bei. Weiterhin ist kein geometrischer oder
physikalischer Strahlteiler erforderlich oder vorgesehen. Dies ist u.a. förderlich
für die Messempfindlichkeit.
[0119] Bei der Vorrichtung 500 ist das Muster der Emissionen in der Eintrittsfläche 562
der wellenlängenselektiven Einrichtung durch Art und gegebenenfalls Verteilung von
Strahlungsquellen sowie die abbildenden optischen Systeme im Anregungsstrahlengang
und Emissionsstrahlengang vorgebbar. Im Beispielsfall ist die Strahlungsfläche 540
außerhalb der einfachen Brennweite des ersten Abbildungssystems 520-1 und die Indikatorfläche
530 außerhalb der einfachen Brennweite des zweiten Abbildungssystems 520-2 lokalisiert.
Damit kann erreicht werden, dass das erste Abbildungssystem die Strahlungsfläche in
die Indikatorfläche abbildet. Das Muster der Strahlungsquellen 510 findet sich dann
auf der Indikatorfläche wieder und erzeugt ein entsprechendes Muster von Emissionen.
Das zweite Abbildungssystem 520-2 bildet die Indikatorfläche in die Empfangsfläche
rückwärtig ab. Das Muster der Emissionen findet sich dann in der Empfangsebene 545
wieder. Die Ebenen liegen jeweils mit Abstand auseinander.
[0120] Der Indikator 520 kann aufgrund dieser Anordnung in Rückwärtsgeometrie besonders
einfach als separates Element konstruiert und hermetisch trennbar von der optischen
Vorrichtung 500 ausgebildet sein. Das kann unter anderem dann von Vorteil sein, wenn
der Indikator ausgewechselt werden muss, ohne dabei optische Elemente zu beschädigen
oder zu verschmutzen. Außerdem ist es dadurch auch möglich, den Indikator zwecks Adsorption
und Desorption von Analyten einer definierten Wärmebehandlung auszusetzen, ohne den
Messvorgang zu stören.
[0121] In der Vorrichtung 500 ist die Strahlungsfläche 540 entlang und/oder quer zur optischen
Achse des ersten Abbildungssystems 520-1 justierbar. Die Indikatorfläche 530 ist entlang
und/oder quer zu den optischen Achsen der ersten und zweiten Abbildungssysteme justierbar.
Eine Justierbarkeit entlang und/oder quer zu einer optischen Achse bedeutet dabei,
dass der Abstand zwischen der Strahlungsfläche und dem Abbildungssystem sowie der
Abstand und der Winkel zwischen Strahlungsfläche und der optischen Achse des ersten
Abbildungselements eingestellt werden kann. Dies gilt analog für die Indikatorfläche.
Die Messgeometrie kann damit so eingestellt werden, dass vom Indikator 520 spekular
reflektierte und damit für die Emissionsmessung störende Strahlung nicht in die Empfangsfläche
treffen und damit auch nicht in die wellenlängenselektive Einrichtung 560 gelangen
kann (vgl. Fig. 4).
[0122] Außerdem kann erreicht werden, dass unterschiedliche Muster der Emission auf der
Indikatorfläche realisiert werden können. So kann beispielsweise die Größe (Durchmesser)
der einzelnen Elemente des Musters durch definierte Abstände der Strahlungsfläche
zum ersten Abbildungssystem 520-1 eingestellt bzw. verstellt werden. Es kann dann
von Vorteil sein, wenn die Größe der einzelnen Elemente der Emission (Spots entsprechend
der Abbildung der einzelnen Strahlungsquellen in die Indikatorfläche) auf die flächenhafte
Ausdehnung der einzelnen auf den Träger aufgebrachten Indikatorsubstanzen angepasst
werden soll.
[0123] Der Anregungsfilter 529 und der Emissionsfilter 555 können die gleichen Funktionen
haben wie bereits im Zusammenhang mit dem ersten Ausführungsbeispiel beschrieben.
Unter Verwendung dieser Komponenten können Emissionsmessungen mit großem Signal-Rausch-Verhältnis
durchgeführt werden.
[0124] Bei der wellenlängenselektiven Einrichtung 560 kann es sich um einen Filtermonochromator
mit einem oder mehreren Kantenfiltern handeln. Es wäre auch möglich, einen Gittermonochromator
als wellenlängenselektive Einrichtung zu nutzen. Bei einem Gittermonochromator ist
die Eintrittsebene häufig in Form eines Spalts ausgebildet, über den die Emissionen
einkoppeln müssen. Im Beispielsfall von Fig. 6 sind die Strahlungsquellen 510 gemäß
Fig. 6A in Form einer geraden Reihe bzw. einer Spalte angeordnet. Über das erste Abbildungssystem
520-1 werden diese Strahlungsquellen in die Indikatorfläche 530 gemäß Fig. 6B abgebildet.
In der Indikatorfläche liegen im Beispielsfall drei Indikatorsubstanzen, die in Form
nebeneinanderliegender Streifen auf dem Träger horizontal aufgetragen sind. Jede Indikatorsubstanz
wird mit Anregungsstrahlung bei drei unterschiedlichen Wellenlängen λi beaufschlagt.
Es entsteht ein Muster von Anregungsstrahlung, das als Spalte (eindimensionale Matrix)
ausgebildet ist. Durch die Abbildung über den Emissionsstrahlengang entsteht ein entsprechendes
Muster (eindimensionale Matrix) von Emissionen in der Empfangsebene 545 (Fig. 6C).
Dies sind die Bilder der in der Indikatorfläche beleuchteten Bereiche der Indikatorsubstanzen.
Die Anordnung ist so justiert, dass alle Emissionen dieser Reihe in den Eintrittsspalt
des Gittermonochromators fallen.
[0125] Die Abbildungen der Emissionen in die Eintrittsfläche sind gemäß Fig. 6C oder 6D
in drei Gruppen λ1 bis λ3, λ4 bis λ6 und λ7 bis λ9 angeordnet. Jede Gruppe repräsentiert
die Emissionen einer Indikatorsubstanz bei drei Wellenlängen der Anregungsstrahlung.
Die Größe der ausgeleuchteten "Spots" in der Indikatorfläche kann beispielsweise im
Bereich von ein bis zwei Millimetern liegen, davon aber auch substanziell abweichen.
Die zeitliche Taktung der Strahlungsquellen mit dem Taktgenerator ist so konfiguriert,
dass in jeder Gruppe die Strahlungsquellen zeitlich nacheinander angesteuert werden.
Somit gibt es keine Überlagerung verschiedener spektral aufgelöster Emissionen auf
einen zugeordneten Empfänger. Durch die Konfiguration kann erreicht werden, dass jede
Indikatorsubstanz bei drei unterschiedlichen Anregungswellenlängen und je nach Art
des Monochromators bei mindestens drei Emissionswellenlängen gemessen werden kann.
Damit ergibt sich ein hoher Informationsgehalt für die Auswertung.
[0126] Es sind auch andere räumliche und/oder zeitliche Muster der Anordnung von Strahlungsquellen,
Emissionen und/oder Indikatorsubstanzen und Kombinationen davon möglich. Bei dem schematischen
Beispiel von Fig. 7 wird die zugehörige Vorrichtung so aufgebaut, dass als wellenlängenselektives
Element ein Filtermonochromator mit einem oder mehreren spektralselektiven Filtern
genutzt wird. Die Strahlungsquellen sind gemäß Fig. 7A in Form einer rechteckigen
Matrix mit insgesamt 15 separat nutzbaren Strahlungsquellen angeordnet. Dabei weisen
die Strahlungsquellen in derselben Zeile jeweils die gleichen Anregungswellenlängen
(λ1, λ2 oder λ3) auf, die Strahlungsquellen in derselben Spalte, jedoch unterschiedliche
Anregungswellenlängen. Der Einfachheit halber werden hier drei verschiedene Anregungswellenlängen
λ1 bis λ3 verwendet. Die Abbildung in die Indikatorfläche führt dazu, dass die ausgeleuchteten
Spots ebenfalls als zweidimensionale 3x5-Matrix vorliegen (Fig. 7B). Der Indikator
trägt hier nur eine einzige Indikatorsubstanz, die an insgesamt 15 räumlich voneinander
entfernt liegenden Orten bzw. Bereichen mit insgesamt drei unterschiedlichen Anregungswellenlängen
bestrahlt wird. Die Fläche der aufgetragenen Indikatorsubstanz kann jedoch auch nur
im Wesentlichen der jeweils bestrahlten Fläche entsprechen. Durch die Abbildung im
Emissionsstrahlengang liegt auch die Empfangsebene 545 mit einem Muster abgebildeter
Emissionen in Form einer 3x5-Matrix vor. Die wellenlängenselektive Einrichtung hat
ein Array von Filtern, wobei das Muster der Filter mit dem Muster der abgebildeten
Emissionen übereinstimmt. Die Filter können beispielsweise in derselben Zeile unterschiedliche
Wellenlängen und die Filter in derselben Spalte gleichen Wellenlängen transmittieren.
Die Wellenlängen der Filter sind auf die Wellenlängen der Emissionen abgestimmt. Da
üblicherweise der Wellenlängenbereich der Emissionen bei längeren Wellenlängen liegt
als der Wellenlängenbereich der Anregungsstrahlung, sind die Wellenlängen der Filter
λ
em1 bis λ
em5 größer als die Wellenlängen λ1 bis λ3 der Anregungsstrahlung.
[0127] So können beispielsweise die Anregungswellenlängen λ1 bis λ3 im Bereich 350 nm bis
400 nm und die Emissionswellenlängen λ
em1 bis λ
em5 im Bereich 450 nm bis 650 nm angeordnet sein.
[0128] In der Austrittsfläche der wellenlängenselektiven Einrichtung ist wieder ein Empfängerarray
mit insgesamt 15 Empfängern angeordnet. Diese sind so örtlich verteilt, dass das Muster
der Empfängerelemente mit dem Muster der abgebildeten Emissionen bzw. mit dem Muster
der Filter übereinstimmt. Somit ist jedem Empfängerelement genau ein Filter zugeordnet.
Der Empfänger besteht im Beispielsfall also aus drei übereinanderliegenden Zeilen,
die jeweils fünf Empfängerelemente enthalten (3x5-Empfängerarray). Die spektrale Auflösung
der Emissionen in dieser Anordnung erfolgt in Zeilenrichtung. Jede Zeile repräsentiert
eine definierte Anregungswellenlänge, so dass sich spektral aufgelöste Emissionen
bei fünf verschiedenen Emissionswellenlängen und drei verschiedenen Anregungswellenlängen
ergeben. Bei dieser Anordnung ist eine zeitliche Entkopplung der Strahlungsquellen
nicht erforderlich, alle Strahlungsquellen können mit dem Taktgenerator gleichzeitig
angesteuert werden.
[0129] Wenn anstelle eines Empfängerarrays mit mehreren separaten Empfängern nur ein einziger
Empfänger verwendet werden soll, können die Strahlungsquellen nacheinander getaktet
werden. Der Indikator kann auch mehrere Indikatorsubstanzen aufweisen.
[0130] Anhand Fig. 8 wird ein Ausführungsbeispiel erläutert, bei dem in der Indikatorfläche
530 genau zwei verschiedene Indikatorsubstanzen 525-1 und 525-2 vorgesehen sind und
die wellenlängenselektive Einrichtung mit einem oder mehreren spektralselektiven Filtern
aufgebaut ist. Es werden zwei Strahlungsquellen 510 genutzt, die gemäß Fig. 8A mit
Abstand zueinander in einer Spalte angeordnet sind. Eine entsprechende Anordnung ergibt
sich in der Indikatorfläche (Fig. 8B), in der genau zwei verschiedene Indikatorsubstanzen
angebracht sind. Durch die Abbildung im Emissionsstrahlengang entsteht in der Empfangsfläche
bzw. der Eintrittsfläche der wellenlängenselektiven Einrichtung das in Fig. 8C gezeigte
Muster von zwei mit Abstand zueinender liegenden Emissionen. Die Filterung erfolgt
für beide Emissionen im gleichen Wellenlängenbereich, wozu ein gemeinsamer Filter
oder ein Filterarray genutzt werden kann. Das zugeordnete Empfängerarray besteht aus
zwei separaten Empfängerelementen. Die Strahlungsquellen können mit dem Taktgenerator
gleichzeitig angesteuert werden. Es ist auch eine Taktung möglich. So kann prinzipiell
ein einziger Empfänger für beide Emissionen verwendet werden, wenn dann die Strahlungsquellen
nacheinander getaktet werden, so dass eine zeitliche Entkopplung realisiert wird.
[0131] Es ist prinzipiell möglich, im Anregungsstrahlengang und/oder im Emissionsstrahlengang
zusätzlich zu einem Abbildungssystem auch noch eine nicht abbildende Optik bzw. einen
Strahlformer zu nutzen, der ebenfalls justierbar sein kann. Im Beispielsfall von Fig.
9 wird in der zugehörigen Vorrichtung 500 ein Strahlformer genutzt, um bei Verwendung
einer zweidimensionalen 3x5-Matrix von 15 Strahlungsquellen 510 in der Strahlungsfläche
540 im Bereich der Empfangsfläche 545 eine Anordnung der Emissionen in nur einer einzigen
Reihe (eindimensionale Matrix) zu erzielen. Es wird also mittels eines Strahlformers
eine Bildwandlung integriert. Im Beispielsfall ist im Anregungsstrahlengang zwischen
dem ersten Abbildungssystem 520-1 und der Indikatorfläche 530 ein Strahlformer 526
in Form einer Zylinderlinse eingefügt. Dadurch kann eine zweidimensionale Matrixanordnung
von Strahlungsquellen 510 in eine eindimensionale Matrix, das heißt eine Reihe von
beleuchteten Spots, abgebildet werden. Die Empfänger eines Empfängerarrays können
dementsprechend dann auch in einer Reihe angeordnet sein.
[0132] Die Strahlungsquellen können für die verschiedenen Anregungswellenlängen λ1 bis λ3
mit dem Taktgenerator nacheinander angesteuert werden. Strahlungsquellen gleicher
Anregungswellenlänge (also in einer Reihe nebeneinanderliegende Strahlungsquellen)
können gleichzeitig getaktet werden.
[0133] Sofern ein Strahlformer zur Umverteilung der Anordnung von Anregungsstrahlung und/oder
Emissionen gewünscht ist, kann auch ein Lichtwellenleiterbündel als Strahlformer genutzt
werden. Im Beispiel von Fig. 10 findet eine solche Strahlformung zwischen der Empfangsfläche
545 und der im Strahlengang folgenden Eintrittsfläche 562 einer wellenlängenselektiven
Einrichtung statt, die mit optischem und räumlichem Abstand hinter der Empfangsfläche
liegt. In der Strahlungsfläche 540 werden insgesamt neun Strahlungsquellen mit insgesamt
neun Anregungswellenlängen genutzt. Die Strahlungsquellen sind in Form einer zweidimensionalen
3x3-Matrix angeordnet. Die Indikatorsubstanzen liegen in Form dreier separater Streifen
unterschiedlicher Indikatorsubstanzen vor. Diese werden zeitlich aufeinanderfolgend
mit jeweils drei der Wellenlängen angeregt. In der Empfangsfläche 545 ergibt sich
somit ein Muster von Emissionen in Abhängigkeit vom Ort, ebenfalls in Form einer 3x3-Matrix.
Die Strahlformung zwischen der Empfangsfläche 545 und der Eintrittsfläche 562 der
wellenlängenselektiven Einrichtung 560 ist dann so gewählt, dass die neun Emissionen
in drei Gruppen mit jeweils drei unterschiedlichen Wellenlängen in einer einzigen
Reihe bzw. Spalte angeordnet sind (Fig. 10D). In dieser Konfiguration kann ein Gittermonochromator
oder ein Filtermonochromator als wellenlängenselektive Einrichtung genutzt werden.
[0134] Anhand von Fig. 11 wird eine Variante erläutert, bei der sowohl im Anregungsstrahlengang
(zwischen Strahlungsfläche 540 und Indikatorfläche 530) als auch im Emissionsstrahlengang
(zwischen Indikatorfläche 530 und Empfangsebene 545) ein Strahlformer bzw. eine nichtabbildende
Optik angeordnet ist. Beispielsweise kann eine Zylinderlinse als Strahlformer im Anregungsstrahlengang
und im Emissionsstrahlengang genutzt werden. Die Strahlungsquellen (Fig. 11A) sind
wieder in Form einer 5x3-Matrix angeordnet, wobei drei Anregungswellenlängen genutzt
werden. Durch den Strahlformer im Anregungsstrahlengang erfolgt eine Abbildung auf
die Indikatorfläche 530, in der sich fünf unterschiedliche Indikatorsubstanzen in
Form von nebeneinanderliegenden Streifen befinden. Die Abbildung erfolgt so, dass
jede der Indikatorsubstanzen zeitlich separiert mit jeder der drei Anregungswellenlängen
bestrahlt werden kann. Die Strahlungsquellen werden in Form einer einzigen Reihe auf
die Indikatorsubstanzen abgebildet. Der Strahlformer in Form einer Zylinderlinse innerhalb
des Emissionsstrahlengangs ist so gestaltet, dass die Emissionen der Indikatorfläche
in der Empfangsfläche 545 auf einen einzigen Punkt (Spot mit endlicher Fläche) abgebildet
werden. Das zweite Abbildungssystem besteht dabei aus mehreren Linsen, nämlich einem
Linsenarray, welches als Teiler ausgebildet ist, wobei jeder der Indikatorsubstanzen
in der Indikatorfläche und damit jeder Emission eine Linse zugeordnet ist, die die
divergente Strahlung der Emission kollimiert. Der nachgeschalteten Zylinderlinse wird
somit Parallelstrahlung an fünf verschiedenen Orten als Zeile zugeführt. Die Zylinderlinse
ist so ausgerichtet, dass sie die Richtung der Emissionen links und rechts der mittleren
Emission ändert, nicht jedoch die Richtung der mittleren Emission. Die Zylinderlinsen
von Anregungsstrahlengang und Emissionsstrahlengang sind um 90° gegeneinander verdreht.
[0135] Als wellenlängenselektive Einrichtung kann z.B. ein Gittermonochromator genutzt werden,
dessen Eintrittsspalt punktförmig bzw. kreisförmig mit definierter Fläche ausgebildet
ist. Über diese Öffnung koppelt die Emission in der Eintrittsfläche 562 immer am selben
Ort in die wellenlängenselektive Einrichtung ein. Im Gittermonochromator erfolgt eine
spektrale Auflösung der Emission, die zeilenförmig ausgebildet ist. In der Austrittsfläche
des Gittermonochromators ist ein zeilenförmiges Empfängerarray angeordnet, dessen
Empfänger an die spektrale Auflösung der Emission angepasst sind.
[0136] Die Strahlungsquellen werden in diesem Fall für die verschiedenen Anregungswellenlängen
λ1 bis λ3 mit dem Taktgenerator in der Weise nacheinander angesteuert, dass jeweils
nur eine einzige Indikatorsubstanz in der Indikatorfläche mit Anregungsstrahlung bei
nur einer einzigen Wellenlänge beaufschlagt wird. Damit kann erreicht werden, dass
die spektral aufgelösten Emissionen separat, ohne sich störend zu überlagern, in die
wellenlängenselektive Einrichtung gelangen und mit den Empfängern gemessen werden
können.
[0137] Anhand von Fig. 12 wird eine weitere Variante erläutert. Die Emission der Indikatoren
kann einerseits durch Anregungsstrahlung erzeugt werden (Fluoreszenz, Phosphoreszenz).
Andererseits kann die Emission auch durch chemische Reaktionen verursacht sein (Chemilumineszenz).
Deshalb ist bei dieser Variante in der Indikatorfläche 530 neben zwei fluoreszenzfähigen
Indikatorsubstanzen 525-1, 525-2 auch (mindestens) eine chemilumineszenzfähige Indikatorsubstanz
525-3 angeordnet. Das Muster der Emissionen in der Eintrittsfläche der wellenlängenselektiven
Einrichtung ist hier durch die Strahlungsquellen 510, abbildende Optik und durch die
Anordnung der chemilumineszierenden Indikatorsubstanzen in der Indikatorfläche vorgebbar.
Die Emission der chemilumineszierenden Substanzen wird durch eine chemische Reaktion
zwischen den Analyten und den Indikatorsubstanzen erzeugt. Für diese Form der Lumineszenz
ist somit eine Anregungsstrahlung nicht erforderlich. Es können eine oder mehrere
Indikatorsubstanzen in definierter Weise auf dem Träger aufgebracht sein. Dabei liegt
dieser Bereich außerhalb des Bereiches, der mit Anregungsstrahlung der Strahlungsquellen
für die Emission in Form der Fluoreszenz beaufschlagbar ist. Damit können die durch
Analyten erzeugten Emissionen an Orten in der Empfangsebene abgebildet werden, die
von mit Anregungsstrahlung erzeugten Emissionen frei sind. Es finden keine störenden
Überlagerungen der verschiedenen Emissionen statt. Somit sind unterschiedliche Indikatoren,
deren Emissionen einerseits durch Anregungsstrahlung und andererseits durch Analyten
durch eine chemische Reaktion erzeugbar sind, in einer gemeinsamen optischen Einheit
verwendbar. Damit werden die Selektivität erhöht und Störungen reduziert. Es ist aber
auch möglich, in der optischen Einheit nur chemilumineszierende Indikatorsubstanzen
zu verwenden. Strahlungsquellen für Anregungsstrahlung müssen dann nicht angeordnet
oder genutzt werden.
[0138] In jedem der beispielhaft dargestellten Fälle wird stets die Bedingung eingehalten,
dass die Beaufschlagung der Eintrittsfläche mit mehreren Emissionen (bei gleichen
oder unterschiedlichen Emissionswellenlängen) nicht zum selben Zeitpunkt am gleichen
Ort erfolgt. Für die Beaufschlagung der Empfangsebene und/oder einer Eintrittsfläche
einer wellenlängenselektiven Einrichtung mit Emissionen an einem Ort oder verschiedenen
Orten und/oder zu verschiedenen Zeiten werden unter anderem Abbildungssysteme, Strahlformer
und/oder Taktgeber geeignet angeordnet und betrieben.
[0139] Die Offenbarung dieser Anmeldung beschreibt somit außerhalb des Schutzumfangs der
Ansprüche eine Vorrichtung zur Erzeugung und Messung der Emission eines Indikators,
der einen Träger und mindestens eine mit Analyten (590) beaufschlagbare Indikatorsubstanz
aufweist, mit mindestens einer Strahlungsquelle für Anregungsstrahlung und mindestens
einem Empfänger für die Messung der Emission, wobei die Vorrichtung dadurch gekennzeichnet
ist, dass eine oder mehrere Strahlungsquellen mit quasi-monochromatischer Anregungsstrahlung
an einem oder verschiedenen Orten in einer Strahlungsfläche angeordnet sind, der Indikator
mit mehreren Indikatorsubstanzen in einer Indikatorfläche an verschiedenen Orten und/oder
zu verschiedenen Zeiten zur Erzeugung der Emission mit Anregungsstrahlung beaufschlagbar
ist, für einen oder verschiedene Orte einer Empfangsfläche die Emission empfangbar
ist, die Eintrittsfläche einer wellenlängenselektiven Einrichtung mit der in der Empfangsfläche
empfangenen Emission beaufschlagbar ist und in einer Austrittsfläche der wellenlängenselektiven
Einrichtung ein oder mehrere Empfänger für den Empfang von Emissionen angeordnet sind,
wobei die Strahlungsfläche, die Indikatorfläche und die Empfangsfläche definiert beabstandet
sind und die Vorrichtung so konfiguriert ist, dass die Emissionen in der Eintrittsfläche
der wellenlängenselektiven Einrichtung örtlich und/oder zeitlich derart entkoppelt
sind, dass die Emissionen durch die wellenlängenselektive Einrichtung ohne gegenseitige
Überlagerung von Emissionen auflösbar sind.
[0140] Die optische Vorrichtung zur Erzeugung und Messung von Emissionen befindet sich vorzugsweise
bei betriebsfertig zusammengebauten Geräten innerhalb eines nicht näher dargestellten
robusten Gehäuses mit Display. Ein angekoppelter Indikator kann sich im gleichen Gehäuse
oder in einem separaten, vom Gehäuse abnehmbaren eigenen Gehäuse befinden. In dem
Gehäuse können auch eine Adsorptions- und Desorptionsvorrichtung zur Führung von Analyten,
Elektronik sowie eine autonome, nicht leitungsgebundene Energieversorgung (Batterie
oder Akku) aufgenommen sein. Bei bevorzugten Ausführungsformen ist das komplette System
als leicht transportierbares, kompaktes handgehaltenes (handheld) Gerät ausgebildet,
das weitestgehend unanfällig gegenüber Störungen durch Stoß und Vibrationen ist. Es
ist staub- und wasserdicht und über einen großen Temperaturbereich betriebssicher
zu betreiben.
1. Portables Gerät (100) zur Detektion von Explosivstoffen mit einer Vorrichtung (200)
zur Erzeugung und Messung von Emission eines Indikators (120),
wobei der Indikator einen Träger (122) und mehrere mit Analyten (190) beaufschlagbare
Indikatorsubstanzen (125-1, 125-2) aufweist, die als dünne Schicht auf dem Träger
(122) aufgebracht sind und mittels einer Haltevorrichtung (180) in einer Indikatorfläche
(130) positionierbar sind, wobei die Indikatorsubstanzen (125-1, 125-2) in unterschiedlichen
Bereichen des Trägers (122) derart angeordnet sind, dass die Indikatorsubstanzen in
der Indikatorfläche (130) ein Muster von Indikatorsubstanzen in Abhängigkeit vom Ort
darstellen, wobei die Vorrichtung (200) umfasst:
mehrere Strahlungsquellen (210-1, 210-2) zur Abgabe quasi-monochromatischer Anregungsstrahlung,
wobei die Strahlungsquellen an verschiedenen Orten in einer Strahlungsfläche (240)
derart angeordnet sind, dass die Strahlungsfläche ein Muster von Strahlungsquellen
(210-1, 210-2) in Abhängigkeit vom Ort darstellt;
einem Anregungsstrahlengang mit mindestens einem ersten Abbildungssystem (220-1, 220-2)
zur Abbildung von Anregungsstrahlung in die Indikatorfläche (130) derart, dass Emission
der Indikatorsubstanzen an den Orten erzeugbar ist, an denen die Anregungsstrahlung
auf der Indikatorfläche abgebildet wird;
einem Emissionsstrahlengang mit mindestens einem zweiten Abbildungssystem (250) zur
Abbildung der Indikatorfläche in eine Empfangsfläche (245) derart, dass in der Empfangsfläche
ein Muster von Emissionen in Abhängigkeit vom Ort erzeugbar ist;
mehrere Empfänger (270-1, 270-2) für den Empfang von Emissionen aus der Empfangsfläche
und zur Wandlung der empfangenen Emissionen in elektrische Signale,
wobei der Anregungsstrahlengang und der Emissionsstrahlengang in Rückwärtsgeometrie
angeordnet sind, so dass der Anregungsstrahlengang und der Emissionsstrahlengang auf
ein und derselben Seite der Indikatorfläche (130) angeordnet sind, und
wobei der Anregungsstrahlengang mehrere Anregungskanäle aufweist, wobei jeder Anregungskanal
ein erstes Abbildungssystem (220-1, 220-2) aufweist, das eine optische Achse (222-1,
222-2) des Anregungskanals definiert,
dadurch gekennzeichnet, dass
die optischen Achsen (222-1, 222-2, 252) der ersten Abbildungssysteme (220-1, 220-2)
des Anregungsstrahlengangs und von einem oder mehreren zweiten Abbildungssystemen
(250) des Emissionsstrahlengangs sich mit Abstand vor der Indikatorfläche (130) kreuzen,
so dass Durchstoßpunkte der optischen Achsen (222-1, 222-2, 252) in der Indikatorfläche
(130) lateral auseinanderliegen.
2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Anregungsstrahlengang zwischen zwei und zehn, insbesondere drei bis sechs separate
Anregungskanäle aufweist und/oder dass für jeden Indikatorbereich genau ein Anregungskanal
vorgesehen ist, so dass die Anzahl der Anregungskanäle der Anzahl der Indikatorbereiche
entspricht.
3. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Emissionsstrahlengang für alle Emissionen ein gemeinsames zweites Abbildungssystem
(250) aufweist, das eine optische Achse (252) des Emissionsstrahlengangs definiert.
4. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anregungskanäle in Bezug auf den Emissionskanal eine symmetrische Anordnung bilden,
wobei die Anordnung eine Spiegelsymmetrie zu mindestens einer die optische Achse (252)
des Emissionsstrahlengangs enthaltenden Symmetrieebene aufweist, wobei vorzugsweise
die Anregungskanäle und der Emissionskanal eine kegelförmige Anordnung bilden, wobei
optische Achsen (222-1, 222-2) der Anregungskanäle auf einer Kegelmantelfläche angeordnet
sind, die den Emissionskanal umgibt, und die optische Achse (252) des Emissionskanals
in der Achse des Kegels angeordnet ist.
5. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Messgeometrie so eingestellt ist, dass vom Indikator (120) spekular reflektierte
Anregungsstrahlung nicht auf die Empfangsfläche (245) trifft, wobei unterschiedliche
Winkel von Anregungsstrahlung und Emissionsstrahlung zur Oberflächennormalen des Indikators
im Bereich des Auftreffens der Anregungsstrahlung vorgesehen sind.
6. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass optische Achsen (222-1, 222-2, 252) der ersten Abbildungssysteme (220-1, 220-2) des
Anregungsstrahlengangs und des mindestens einen zweiten Abbildungssystem (250) des
Emissionsstrahlengangs einen Winkel einschließen, wobei der Winkel vorzugsweise im
Bereich von 20° bis 60°, insbesondere im Bereich von 30° bis 50° liegt.
7. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Indikatorsubstanz (125-1, 125-2) ein separater Empfänger (270-1, 270-2) zugeordnet
ist und/oder dass zwischen den Empfängern (270-1, 270-2) Zwischenräume ohne lichtempfindliche
Flächen liegen
und/oder dass die Empfänger (270-1, 270-2) individuell justierbar sind und/oder dass
jeder Indikatorsubstanz (125-1, 125-2) eine oder mehrere Strahlungsquellen (210-1,
210-2) zugeordnet sind, wobei eine Strahlungsquelle höchstens einer Indikatorsubstanz
zugeordnet ist, so dass es keine zwei oder mehr Indikatorsubstanzen gibt, denen dieselbe
Strahlungsquelle zugeordnet ist.
8. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Anregungskanal zwischen einer Strahlungsquelle und der Indikatorebene ein
Strahlformer (326) angeordnet ist, wobei vorzugsweise der Strahlformer dafür ausgelegt
ist, ein ungleichmäßiges Intensitätsprofil in ein gleichmäßiges und steiles Intensitätsprofil
umzuwandeln.
9. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Taktgeber (320) zum Ansteuern von Strahlungsquellen (210-1, 210-2), wobei der
Taktgeber derart konfiguriert ist, dass alle Strahlungsquellen seriell nacheinander
oder dass ein Teil der Strahlungsquellen gleichzeitig getaktet wird oder dass alle
Strahlungsquellen gleichzeitig getaktet werden.
10. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens einem Anregungskanal, dem zwei oder mehr Strahlungsquellen (310-1, 310-2)
zur Abgabe unterschiedlicher Anregungswellenlängen zugeordnet sind, wobei die Strahlungsquellen
mittels eines Taktgebers (320) wechselweise taktbar sind und eine Strahlungsvereinigungseinrichtung
(328) zur wahlweisen Einkopplung von Anregungsstrahlung der Strahlungsquellen in den
Anregungskanal vorgesehen ist, wobei die Strahlungsvereinigungseinrichtung vorzugsweise
einen als Diffusor wirkenden Strahlformer (326) und eine Lochblende (327) aufweist.
11. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass alle optischen Elemente des Abbildungsstrahlengangs und des Emissionsstrahlengangs
in einem einzigen Bauteil (290) integriert sind, das als Optikhalter für die optischen
Elemente fungiert.
12. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch eine an die Empfänger angeschlossene Auswerteeinrichtung zum Empfang von elektrischen
Signalen der Empfänger und zur Auswertung der in den Signalen enthaltenen spektralen
Information über die Emissionen, wobei die Auswerteeinrichtung so konfiguriert ist,
dass mindestens eine der folgenden Informationen ermittelbar und an einen Bediener
ausgebbar ist:
Informationen über die Menge einer oder mehrerer gesuchter Analyten,
Information über die Art einer oder mehrerer Analyten,
wobei die Analyten einen oder mehrere Explosivstoffe umfassen.
13. Gerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch mindestens eines der folgenden Merkmale:
das Gerät ist als Handheld-Gerät ausgelegt, so dass das Gerät bei der Benutzung mit
nur einer Hand gehalten werden kann;
das Gerät hat ein Gewicht von weniger als 2 Kilogramm, insbesondere weniger als 1.5
Kilogramm;
das Gerät hat inklusive der Halteeinrichtung für den Indikator eine Baugröße von weniger
als 50 cm, insbesondere weniger als 40 cm, jeweils gemessen in der Richtung größter
Ausdehnung;
die Haltevorrichtung ist in Bezug auf die Vorrichtung (200) derart angebracht, dass
die auf dem Träger des Indikators angebrachte dünne Schicht mit Indikatorsubstanzen
(125-1, 125-2) in der Indikatorfläche (130) positioniert ist,
wobei vorzugsweise die Haltevorrichtung (180) einen Zuluftanschluss (182) mit einer
Einlassöffnung zum Ansaugen eines gasförmigen Mediums aufweist, das den oder die gesuchten
Analyten trägt, wobei das Medium mit den Analyten mithilfe eines Fluidkanalsystems
über die Indikatorsubstanzen (125-1, 125-2) führbar und nach Kontakt mit diesen über
einen Abluftanschluss (184) aus der Haltevorrichtung (180) ausgebbar ist, wobei die
Haltevorrichtung vorzugsweise eine Heizeinrichtung (185) zum Aufheizen des angesaugten
Mediums vor Kontakt mit den Indikatorsubstanzen aufweist.
14. Verwendung eines Geräts nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Detektion von
Explosivstoffen, wobei ein Indikator verwendet wird, der mindestens eine Indikatorsubstanz
aufweist, die bei Bestrahlung mit Anregungsstrahlung und Kontakt mit einem mindestens
einen Explosivstoff enthaltenden Analyten eine Verminderung oder Verstärkung der von
der Indikatorsubstanz abgegebenen Fluoreszenzintensität zeigt.
1. Portable appliance (100) for detecting explosive materials, having an apparatus (200)
for generating and measuring emission of an indicator (120),
wherein the indicator has a carrier (122) and a plurality of indicator substances
(125-1, 125-2) that can be impinged upon by analytes (190), said indicator substances
being applied onto the carrier (122) as a thin layer and being positionable in an
indicator area (130) by means of a holding apparatus (180), wherein the indicator
substances (125-1, 125-2) are arranged in different regions of the carrier (122) in
such a way that the indicator substances in the indicator area (130) represent a pattern
of indicator substances depending on the location, wherein the apparatus (200) comprises:
a plurality of radiation sources (210-1, 210-2) for emitting quasi-monochromatic excitation
radiation, wherein the radiation sources are arranged at various locations in a radiation
area (240) in such a way that the radiation area represents a pattern of radiation
sources (210-1, 210-2) depending on the location;
an excitation beam path with at least one first imaging system (220-1, 220-2) for
imaging excitation radiation into the indicator area (130) in such a way that emission
of the indicator substances is producible at the locations at which the excitation
radiation is imaged on the indicator area;
an emission beam path having at least one second imaging system (250) for imaging
the indicator area into a reception area (245) in such a way that a pattern of emissions
is producible in the reception area depending on the location;
a plurality of receivers (270-1, 270-2) for receiving emissions from the reception
area and for converting the received emissions into electrical signals
wherein the excitation beam path and the emission beam path are arranged in a backward
geometry such that the excitation beam path and the emission beam path are arranged
on one and the same side of the indicator area (130), and
wherein the excitation beam path has a plurality of excitation channels, wherein each
excitation channel has a first imaging system (220-1, 220-2) that defines an optical
axis (222-1, 222-2) of the excitation channel,
characterized in that
the optical axes (222-1, 222-2, 252) of the first imaging systems (220-1, 220-2) of
the excitation beam path and of one or more second imaging systems (250) of the emission
beam path cross at a distance in front of the indicator area (130), and so points
of intersection of the optical axes (222-1, 222-2, 252) in the indicator area (130)
are laterally spaced apart.
2. Appliance according to Claim 1, characterized in that the excitation beam path comprises between two and ten, in particular three to six,
separate excitation channels and/or in that exactly one excitation channel is provided for each indicator region such that the
number of excitation channels corresponds to the number of indicator regions.
3. Appliance according to either of the preceding claims, characterized in that the emission beam path has a common second imaging system (250) for all emissions,
said second imaging system defining an optical axis (252) of the emission beam path.
4. Appliance according to any of the preceding claims, characterized in that the excitation channels form a symmetric arrangement in relation to the emission
channel, wherein the arrangement is mirror symmetric in relation to at least one symmetry
plane that contains the optical axis (252) of the emission beam path,
wherein preferably the excitation channels and the emission channel form a conical
arrangement, wherein optical axes (222-1, 222-2) of the excitation channels are arranged
on a lateral conical face that surrounds the emission channel and the optical axis
(252) of the emission channel is arranged along the axis of the cone
5. Appliance according to any of the preceding claims, characterized in that a measurement geometry is set in such a way that excitation radiation that has undergone
specular reflection at the indicator (120) does not strike the reception area (245),
wherein different angles of excitation radiation and emission radiation in relation
to the surface normal of the indicator are provided in the region where the excitation
radiation strikes.
6. Appliance according to any of the preceding claims, characterized in that optical axes (222-1, 222-2, 252) of the first imaging systems (220-1, 220-2) of the
excitation beam path and of the at least one second imaging system (250) of the emission
beam path include an angle, wherein the angle preferably lies in the range from 20°
to 60°, in particular in the range from 30° to 50°.
7. Appliance according to any of the preceding claims,
characterized in that a separate receiver (270-1, 270-2) is assigned to each indicator substance (125-1,
125-2)
and/or in that interstices without light-sensitive areas lie between the receivers (270-1, 270-2)
and/or in that the receivers (270-1, 270-2) are individually adjustable
and/or in that one or more radiation sources (210-1, 210-2) are assigned to each indicator substance
(125-1, 125-2), wherein a radiation source is assigned to at most one indicator substance,
and so there are not two or more indicator substances that are assigned the same radiation
source.
8. Appliance according to any of the preceding claims, characterized in that a beam shaper (326) is arranged in an excitation channel between a radiation source
and the indicator plane, wherein preferably the beam shaper is designed to convert
a non-uniform intensity profile into a uniform and steep intensity profile.
9. Appliance according to any of the preceding claims, characterized by a clock (320) for actuating radiation sources (210-1, 210-2), wherein the clock is
configured in such a way that all radiation sources are clocked sequentially in series
or that some of the radiation sources are clocked simultaneously or that all radiation
sources are clocked simultaneously.
10. Appliance according to any of the preceding claims, characterized by at least one excitation channel that is assigned two or more radiation sources (310-1,
310-2) for emitting different excitation wavelengths, wherein the radiation sources
are alternately clockable by means of a clock (320) and a radiation merging device
(328) is provided for selective input coupling of excitation radiation from the radiation
sources into the excitation channel, wherein the radiation merging device preferably
has a beam shaper (326) that acts as a diffuser and a pinhole diaphragm (327).
11. Appliance according to any of the preceding claims, characterized in that all optical elements of the imaging beam path and of the emission beam path are integrated
in a single component (290) that acts as an optics holder for the optical elements.
12. Appliance according to any of the preceding claims,
characterized by an evaluation device, connected to the receivers, for receiving electrical signals
of the receivers and for evaluating the spectral information about the emissions contained
in the signals, wherein the evaluation device is configured in such a way that at
least one of the following information items is establishable and can be output to
an operator:
information items about the amount of one or more searched-for analytes
information about the type of one or more analytes, wherein the analytes comprise
one or more explosive materials.
13. Appliance according to any of the preceding claims,
characterized by at least one of the following features:
the appliance is designed as a hand-held appliance such that the appliance can be
held by only one hand during use;
the appliance has a mass of less than 2 kilograms, in particular less than 1.5 kilograms;
the appliance has an installation size, including the holding device for the indicator,
of less than 50 cm, in particular of less than 40 cm, respectively measured in the
direction of greatest extent;
the holding apparatus is attached in relation to the apparatus (200) in such a way
that the thin layer with indicator substances (125-1, 125-2) that is applied to the
carrier of the indicator is positioned in the indicator area (130),
wherein preferably the holding apparatus (180) has a delivery air connector (182)
with an inlet opening for suctioning a gaseous medium that carries the searched-for
analyte or analytes, wherein the medium with the analytes can be guided over the indicator
substances (125-1, 125-2) with the aid of a fluid channel system and can be output
from the holding apparatus (180) after contact with said indicator substances by way
of an exhaust air connector (184), wherein the holding apparatus preferably has a
heating device (185) for heating the suctioned medium prior to contact with the indicator
substances.
14. Use of an appliance according to any of the preceding claims for detecting explosive
materials, wherein use is made of an indicator that has at least one indicator substance
which, in the case of irradiation by excitation radiation and contact with an analyte
containing at least one explosive material, exhibits a reduction or increase in the
fluorescence intensity emitted by the indicator substance.
1. Appareil portatif (100) permettant de détecter des explosifs à l'aide d'un dispositif
(200) pour générer et mesurer l'émission d'un indicateur (120),
dans lequel l'indicateur présente un support (122) et plusieurs substances indicatrices
(125-1, 125-2) pouvant être soumises à des analytes (190) et qui sont appliquées en
couche mince sur le support (122) et peuvent être positionnées dans une surface indicatrice
(130) au moyen d'un dispositif de retenue (180), dans lequel les substances indicatrices
(125-1, 125-2) sont disposées dans différentes zones du support (122) de telle sorte
que les substances indicatrices représentent dans la surface indicatrice (130) un
motif de substances indicatrices en fonction de l'emplacement, le dispositif (200)
comprenant:
plusieurs sources de rayonnement (210-1, 210-2) pour émettre un rayonnement d'excitation
quasi-monochromatique, dans lequel les sources de rayonnement sont disposées à différents
emplacements dans une surface de rayonnement (240) de telle sorte que la surface de
rayonnement représente un motif de sources de rayonnement (210-1, 210-2) en fonction
de l'emplacement;
une trajectoire de faisceau d'excitation pourvue d'au moins un premier système de
formation d'image (220-1, 220-2) pour former une image d'un rayonnement d'excitation
dans la surface indicatrice (130) de telle sorte que l'émission des substances indicatrices
peut être générée aux emplacements où une image du rayonnement d'excitation est formée
sur la surface indicatrice;
une trajectoire de faisceau d'émission pourvue d'au moins un deuxième système de formation
d'image (250) pour former une image de la surface indicatrice dans une surface de
réception (245) de telle sorte qu'un motif d'émissions peut être généré dans la surface
de réceptionen fonction de l'emplacement;
plusieurs récepteurs (270-1, 270-2) pour recevoir des émissions à partir de la surface
de réception et pour convertir les émissions reçues en signaux électriques,
dans lequel la trajectoire de faisceau d'excitation et la trajectoire d'émission sont
disposées dans une géométrie inverse de sorte que la trajectoire de faisceau d'excitation
et la trajectoire de faisceau d'émission sont disposées sur un seul et même côté de
la surface indicatrice (13(, et
dans lequel la trajectoire de faisceau d'excitation présente plusieurs canaux d'excitation
chaque canal d'excitation présentant un premier système de formation d'image (220-1,
220-2) qui définit un axe optique (222-1, 222-2) du canal d'excitation
caractérisé en ce que les axes optiques (222-1, 222-2, 252) des premiers systèmes de formation d'image
(220-1, 220-2) de la trajectoire de faisceau d'excitation et d'un ou de plusieurs
deuxièmes systèmes de formation d'image (250) de la trajectoire de faisceau d'émission
se croisent à distance devant la surface indicatrice (130) de sorte que des points
de percée des axes optiques (222-1, 222-2, 252) sont écartés latéralement dans la
surface indicatrice(130).
2. Appareil selon la revendication 1, caractérisé en ce que la trajectoire de faisceau d'excitation présente entre deux et dix, en particulier
de trois à six canaux d'excitation séparés, et/ou en ce qu'un canal d'excitation exactement est prévu pour chaque zone indicatrice de sorte que
le nombre des canaux d'excitation correspond au nombre des zones indicatrices
3. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la trajectoire de faisceau d'émission présente pour toutes les émissions un deuxième
système de formation d'image (250) commun qui définit un axe optique (252) de la trajectoire
de faisceau d'émission
4. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les canaux d'excitation constituent un agencement symétrique par rapport au canal
d'émission, l'agencement présentant une symétrie miroir par rapport à au moins un
plan de symétrie contenant l'axe optique (252) de la trajectoire de faisceau d'émission
dans lequel de préférence les canaux d'excitation et le canal d'émission constituent
un agencement conique, les axes optiques (222-1, 222-2) des canaux d'excitation étant
disposés sur une surface latérale de cône qui entoure le canal d'émission, et l'axe
optique (252) du canal d'émission est disposé dans l'axe du cône.
5. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une géométrie de mesure est réglée de telle sorte qu'un rayonnement d'excitation réfléchi
de manière spéculaire par l'indicateur (120) n'est pas incident sur la surface de
réception (245), dans lequel différents angles du rayonnement d'excitation et du rayonnement
d'émission par rapport à la normale à la surface de l'indicateur sont prévus dans
la zone d'incidence du rayonnement d'excitation
6. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que les axes optiques (222-1, 222-2, 252) des premiers systèmes de formation d'image
(220-1, 220-2) de la trajectoire de rayonnement d'excitation et dudit au moins un
deuxième système de formation d'image (250) de la trajectoire de faisceau d'émission
définissent un angle, l'angle étant de préférence compris dans la plage de 20° à 60°,
en particulier dans la plage de30° à 50°.
7. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce qu'un récepteur séparé (270-1, 270-2) est associé à chaque substance indicatrice (125-1,
125-2), et/ou
en ce que des espaces sans surfaces photosensibles se trouvent entre les récepteurs (270-1,
270-2),
et/ou en ce que les récepteurs (270-1, 270-2) sont ajustables individuellement
et/ou en ce qu'une ou plusieurs sources de rayonnement (210-1, 210-2) sont associées à chaque substance
indicatrice (125-1, 125-2), dans lequel une source de rayonnement est associée au
maximum à une substance indicatrice de sorte qu'il n'existe jamais deux ou plusieurs
substances indicatrices auxquelles est associée la même source de rayonnement
8. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un formateur de faisceau (326) est disposé dans un canal d'excitation entre une source
de rayonnement et le plan d'indicateur, dans lequel de préférence le formateur de
faisceau est conçu pour convertir un profil d'intensité irrégulier en un profil d'intensité
régulier et à forte pente.
9. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par une horloge (320) pour piloter des sources de rayonnement (210-1, 210-2), l'horloge
étant configurée de telle sorte que toutes les sources de rayonnement sont cadencées
en série les unes après les autres, ou en ce qu'une partie des sources de rayonnement
est cadencée en même temps, ou en ce que toutes les sources de rayonnement sont cadencées
en même temps
10. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé par au moins un canal d'excitation auquel sont associées deux ou plusieurs sources de
rayonnement (310-1, 310-2) pour émettre différentes longueurs d'onde d'excitation,
dans lequel les sources de rayonnement peuvent être cadencées en alternance au moyen
d'une horloge (320), et un dispositif de concentration de rayonnement (328) pour une
injection sélective d'un rayonnement d'excitation des sources de rayonnement dans
le canal d'excitation est prévu, le dispositif de concentration de rayonnement présentant
de préférence un formateur de faisceau (326) agissant comme un diffuseur et un diaphragme
à trou (327)
11. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que tous les éléments optiques de la trajectoire de formation d'image et de la trajectoire
d'émission sont intégrés dans un seul composant (290) qui sert de support d'optique
pour les éléments optiques
12. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par un dispositif d'évaluation connecté aux récepteurs pour recevoir des signaux électriques
des récepteurs et pour évaluer l'information spectrale contenue dans les signaux concernant
les émissions, dans lequel le dispositif d'évaluation est configuré de telle sorte
qu'au moins l'une des informations suivantes peut être établie et sortie pour un utilisateur:
des informations concernant la quantité d'un ou de plusieurs analytes recherchés,
des informations concernant le type d'un ou de plusieurs analytes,
les analytes comprenant un ou plusieurs explosifs
13. Appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé par au moins l'une des particularités suivantes:
l'appareil est conçu comme un appareil portable de sorte que l'appareil peut être
tenu d'une seule main par l'utilisateur pendant l'utilisation;
l'appareil présente un poids inférieur à 2 kilogrammes, en particulier inférieur à
1,5 kilogrammes ;
l'appareil avec son dispositif de retenue pour l'indicateur présente un format inférieur
à 50 cm, en particulier inférieur à 40 cm, respectivement mesuré dans la direction
de sa plus grande dimension ;
le dispositif de retenue est fixé par rapport au dispositif (200) de telle sorte que
la couche mince appliquée sur le support de l'indicateur avec des substances indicatrices
(125-1, 125-2) est positionnée dans la surface indicatrice(130),
dans lequel de préférence le dispositif de retenue (180) présente une prise d'air
frais (182) pourvue d'une ouverture d'entrée pour aspirer un milieu gazeux qui porte
le ou les analytes recherchés, dans lequel le milieu avec les analytes peut être amené
à l'aide d'un système de canaux de fluide sur les substances indicatrices (125-1,
125-2), et après un contact avec celles-ci, peut être sorti du dispositif de retenue
(180) par l'intermédiaire d'une prise d'air vicié (184), dans lequel le dispositif
de retenue présente de préférence un dispositif de chauffage (185) pour chauffer le
milieu aspiré avant le contact avec les substances indicatrices
14. Utilisation d'un appareil selon l'une quelconque des revendications précédentes pour
détecter des explosifs, dans laquelle un indicateur est utilisé qui présente au moins
une substance indicatrice qui indique sous rayonnement avec un rayonnement d'excitation
et en cas de contact avec un analyte contenant au moins un explosif une diminution
ou une augmentation de l'intensité de fluorescence émise par la substance indicatrice.