[0001] Die Erfindung betrifft einen Sonnenschirm gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1, insbesondere einen Großflächen-Sonnenschirm, dessen Öffnungs- und/oder Schließmechanismus
gegenüber den bislang bekannten Sonnenschirmen, insbesondere herkömmlichen Großflächen-Sonnenschirmen,
verbessert, insbesondere bezüglich der Kraftübertragung optimiert, ist.
[0002] Bekannt sind Großflächen-Sonnenschirme beispielsweise aus der Gastronomie. Dabei
besteht der Bedarf, dass ein Großflächenschirm einfach und kontrolliert auf- und zugeklappt
werden kann.
[0003] Die häufigsten Sonnenschirmöffnungssysteme setzen dazu beispielsweise eine Gegengewicht-
und/oder Rollentechnik unter Umständen mit Gasfedersystem ein, welche in der Regel
über eine Kurbel oder einen Kurbelmechanismus auf- und zugeklappt wird.
[0004] Die bekannten Kurbelsysteme sind an einen Seilzug oder mehrere Seilzüge gekoppelt,
so dass die Kurbel einen Seilzug aufrollt oder abspult, je nach Anforderung. Seilzüge
sind zwar sehr belastbar und kompakt, allerdings besteht bei einem Seilzug immer die
Gefahr, dass er bei hohen Belastungen durchrutscht und/oder dass er beim Aufrollen
sich verheddert und/oder verdreht.
[0005] So besteht weiterhin der Bedarf, die Öffnungs- und Schließsysteme von Großflächen-Sonnenschirme
weiter zu verbessern, insbesondere hinsichtlich ihrer Sicherheit zu optimieren.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein System zu schaffen, durch das
ein Großflächen-Sonnenschirm einfach und leicht zu öffnen und/oder zu schließen ist.
Insbesondere ist Aufgabe der Erfindung, ein Kurbelsystem zum Auf- und/oder Zuklappen
eines Sonnenschirms derart zu verbessern, dass die Belastung, die an einen oder mehrere
Seilzüge des öffnungs- und/oder Schließmechanismus anliegt, reduziert wird.
[0007] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung durch einen Sonnenschirm, wie er in der vorliegenden
Beschreibung, Figur und den Ansprüchen offenbart ist, gelöst.
[0008] Dementsprechend ist Gegenstand der Erfindung ein Sonnenschirm, umfassend einen Mast,
ein Schirmdach und eine Kurbel zum Öffnen und Schließen des Sonnenschirms, wobei zumindest
ein am Schirmgestell, insbesondere am Mast, fixierter Zahnriemen und ein mit der Kurbel
verbundenes Zahnrad vorgesehen ist, derart, dass beim Öffnen und beim Schließen des
Schirmdachs die Zähne des Zahnriemens und des Zahnrads eingesetzt werden, indem sie
formschlüssig ineinandergreifen.
[0009] Allgemeine Erkenntnis der Erfindung ist es, dass durch das formschlüssige Ineinandergreifen
von Zahnriemen und Zahnrad die Kraft, die durch das Gewicht eines Großflächen-Sonnenschirmdachs
auf den Öffnungs- und/oder Schließmechanismus eines Sonnenschirms ausgeübt wird, portioniert
wird und so ein kontrollierbares Öffnen und/oder Schließen ermöglicht. Hinzu kommt,
dass die Betätigung sukzessive Schritt für Schritt erfolgt, was der Sicherheit dient.
[0010] Als Zahnriemen wird vorliegend ein Treibriemen mit Zahnung bezeichnet, der die Eigenschaften
einer Kette und eines Flachriemens vereint. Beispielsweise weist der Zahnriemen auf
der Innenseite des Riemens Zähne auf, die formschlüssig in ein Zahnrad eingreifen.
Als Material der Zähne kommt Elastomer, Gummi und/oder Kunststoff in Frage. Durch
die Formschlüssigkeit der Zahnung sind hohe Kräfte bei geringerer Vorspannung übertragbar.
[0011] Die Kraft im Zahnriemen wird durch den eingebetteten, im Vergleich zum Elastomer
steifen Zugstrang übertragen, der beispielsweise Glas- oder Aramidfaser umfasst.
[0012] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die beiden Enden des
Zahnriemens über ein Seil, beispielsweise ein Verbindungsseil, welches aus Stahldraht
oder Polyamid hergestellt werden kann, zum Beispiel ein Draht- und/oder ein Kunststoffseil,
miteinander verbunden.
[0013] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform des Sonnenschirms ist der Zahnriemen oder
das seine Enden verbindende Seil über eine Feder mit dem Schirmgestell verbunden.
[0014] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Seil, der Riemen und/oder der Zahnriemen
um eine Umlenkrolle und/oder Stifte und/oder ein oder mehrere Zahnräder gelegt.
[0015] Dabei ist es beispielsweise vorteilhaft, wenn die Lage des Zahnriemens, des Riemens
und/oder des damit verbundenen Seils im Schirmgestell zusätzlich durch weitere Haltemittel,
wie ein weiteres Seil, eine Feder, einen weiteren Riemen, festgelegt ist.
[0016] Beispielsweise ist das Zahnrad mit der Kurbel derart verbunden, dass beim Betätigen
der Kurbel ein am Mast über ein Gelenk befestigter Auslegearm, an dessen einem Ende
das Schirmdach und am anderen Ende die Kurbel angeordnet sind, durch das Gelenk hindurch
relativ zum Mast nach vorne oder zurück bewegbar ist. Dies betrifft insbesondere die
Ausführungsform eines Sonnenschirms, wie sie aus der
DE 10 2015 113 993 A1 bekannt ist.
[0017] Dabei ist es insbesondere vorteilhaft, wenn die Lage des Zahnriemens grundsätzlich
unverändert zwischen dem Gelenk am oberen Ende des Masts einerseits und an der Kurbel
andererseits festgelegt ist und die Kurbel über das Zahnrad das Ende des Auslegearms
entlang dem Zahnriemen hin- und herbewegt.
[0018] Insbesondere vorteilhaft ist dabei, wenn diese Bewegung des Auslegearms mit dem Öffnen
und Schließen des Schirmdachs gekoppelt ist.
[0019] Wiederum beispielsweise kann diese Bewegung mit einer Schwenkbewegung des Auslegearms
hin zum Mast und weg vom Mast gekoppelt sein.
[0020] Nach dieser bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist am Sonnenschirm ein seitlich
unter dem Schirmdach angeordneter Mast vorgesehen, der über ein Gelenk mit einem Auslegearm
verbunden ist. Der Auslegearm hat an einem Ende eine Verbindung zum Schirmdach und
am anderen Ende eine Kurbel.
[0021] Zusammengeklappt liegt der Auslegearm am Mast und das Schirmdach am Auslegearm an.
Beim Öffnen wird der Auslegearm nach außen geschwenkt und gleichzeitig durch das Gelenk
am oberen Ende des Masts nach vorne geschoben. Dadurch öffnet sich das Schirmdach
am Ende des Auslegearms. Der Zahnriemen ist einerseits mit dem oberen Ende des Masts
fest verbunden und andererseits läuft er über ein Zahnrad, wobei das Zahnrad - vorzugsweise
direkt - mit der Kurbel verbunden ist. Wird die Kurbel am - dem Schirmdach entgegengesetzten
- Ende des Auslegearms betätigt, so läuft das Zahnrad entlang dem Zahnriemen und schiebt
dabei den Auslegearm durch das Gelenk am oberen Ende des Masts nach vorne und spannt
das Schirmdach auf.
[0022] Ein Vorteil der Technik mit Zahnriemen und Zahnrad liegt darin, dass das Schirmdach
sukzessive aufgespannt wird und kontrolliert wieder eingefahren werden kann.
[0023] Der Zahnriemen ist direkt oder indirekt am oberen Ende des Masts, beispielsweise
über ein oder mehrere Seil(e) und/oder über eine Feder mit einer Halterung befestigt.
[0024] Beispielsweise liegt der Zahnriemen um das Zahnrad herum nur an einer schmalen Stelle
am Zahnrad an, wobei Umlenkrolle(n) und/oder Stifte, wie beispielsweise Umlenkstifte,
die Lage des Zahnriemens ansonsten festlegen. Der Zahnriemen erstreckt sich entsprechend
vom Gelenk am Mast bis zur Kurbel im Auslegearm, wobei das Zahnrad an einer Stelle
die Lage des Zahnriemens festlegt, der ansonsten über beispielsweise eine Umlenkrolle
und/oder einen oder mehrere Haltevorrichtungen wie Stifte in Position gehalten wird.
Der Zahnriemen kann dabei in beliebiger Länge durch ein Seil und/oder durch einen
sonstigen Riemen ergänzt sein.
[0025] Vorteilhaft dabei ist, dass die Kraft zur Spannung des vollständig aufgeklappten
Schirmdachs durch die Kurbel und das Zahnrad einerseits und den Zahnriemen andererseits
schrittweise übertragen wird.
[0026] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung wird zumindest ein Teil des
Zahnriemens außerhalb des Gehäuses des Sonnenschirmgestells geführt. Dadurch entsteht
eine besonders ansprechende Zahnriemen - und/oder Ketten - Optik.
[0027] Im Folgenden wird die Erfindung noch anhand zweier Figuren näher erläutert.
- Figur 1
- zeigt eine Ausführungsform eines Sonnenschirms mit seitlich angeordnetem Mast;
- Figur 2
- zeigt ein Detail aus Figur 1 im Querschnitt, so dass die Anordnung des Zahnriemens
und des Zahnrads erkennbar ist.
[0028] Figur 1 zeigt einen Sonnenschirm mit einem Mast 1, der über ein entsprechendes Fußteil
fixierbar ist. An dem, dem Fußteil entgegengesetzten Ende des Masts 1 befindet sich
ein Gelenk 2, durch das ein axial verschiebbarer Auslegearm 3, der an seinem Schirmdach-seitigen
Ende 3' eine Schirmaufhängung 4 hat, mit dem oberen Mastende verbunden ist. Beim Ausstellen
oder Anheben des Auslegearms 3 öffnet sich selbsttätig per zwischen Schirmschieber
5 und Mast 1 verspanntem Seilzug 6 das Schirmdach.
[0029] An dem dem Schirmdach gegenüberliegenden Ende des Auslegearms 3 befindet sich eine
Kurbel 11. Diese ist direkt oder indirekt mit einem Zahnrad - hier nicht gezeigt -
verbunden, so dass mittels der Kurbel 11 das mit dem Ende des Auslegearms 3 verbundene
Zahnrad (hier nicht zu sehen) entlang dem Zahnriemen 12 den Auslegearm nach vorne
und oben schiebt und damit über den Mechanismus 5 und 6 das Schirmdach öffnet.
[0030] In Figur 2 ist das Detail auf Figur 1 mit der Kurbel 11, dem Zahnriemen 12 und dem
Gelenk 2 näher gezeigt. Vor allem werden in Figur 2 die Gehäuse zum Gelenk 2, dem
Auslegearm 3 und der Kurbel 11 nur angedeutet, so dass die innen liegenden Bauteile
schematisch erkennbar sind.
[0031] Insbesondere liegt im Kurbelgehäuse 11 das Zahnrad 14, das formschlüssig in den Zahnriemen
12 eingreift. Der Zahnriemen verläuft teilweise außerhalb des Gehäuses des Auslegearms
3. Teilweise verläuft der Zahnriemen aber auch innerhalb des Auslegearms 3, so dass
ein Drahtseil 15, das in der hier gezeigten Ausführungsform an beiden Enden des Zahnriemens
anschließt, zu sehen ist. Der Zahnriemen 12 oder das Drahtseil 15 führen im Gelenk
2 um die Umlenkrolle 13 und am anderen Ende im Kurbelgehäuse 11 um das Zahnrad 14
und gegebenenfalls noch um Umlenkstifte die hier der Übersichtlichkeit wegen nicht
gezeigt sind, herum.
[0032] Das Drahtseil 15 und/oder die Umlenkrolle 13 oder der Zahnriemen 12 sind nach der
hier gezeigten Ausführungsform über eine Feder 16 und/oder eine Halterung 17 fest
mit dem Schirmgestell, also hier mit dem Gelenk 2 des Masts 1, verbunden.
[0033] Bezüglich der genannten Umlenkrolle 13 wird dabei vorsorglich darauf hingewiesen,
dass diese nicht dazu dient, eine Bewegung des Zahnriemens 12 in Bezug auf die Feder
16 bzw. die Halterung 17 zu ermöglichen. Wie weiter oben ausgeführt, ist der Zahnriemen
12 nämlich fest am Schirmgestell, insbesondere am Mast 1 bzw. - noch genauer - am
Gelenk 2 befestigt, so dass eine Betätigung der Kurbel 11 zu einer Verschiebung des
Auslegearms 3 in Bezug auf das Gelenk 2 führt.
[0034] Durch die hier erstmals vorgestellte Mechanik mit Zahnrad und Zahnriemen zum Öffnen
und Schließen eines Großflächen-Sonnenschirms wird die Kraftbelastung durch das Gewicht
des Schirmdachs beim Öffnen und Schließen portioniert und dadurch besser kontrollierbar
gestaltet.
1. Sonnenschirm, umfassend einen Mast (1), ein Schirmdach (S) und eine Kurbel (11) zum
Öffnen und Schließen des Sonnenschirms,
dadurch gekennzeichnet,
dass zumindest ein am Schirmgestell fixierter Zahnriemen (12) und ein mit der Kurbel (11)
verbundenes Zahnrad (14) vorgesehen sind, derart, dass beim Öffnen und beim Schließen
des Schirmdachs (S) die Zähne des Zahnriemens (12) und des Zahnrads (14) eingesetzt
werden, indem sie formschlüssig ineinandergreifen.
2. Sonnenschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Sonnenschirm einen seitlich angeordneten Mast (1) hat.
3. Sonnenschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die beiden Enden des Zahnriemens (12) über ein Seil (15) miteinander verbunden sind.
4. Sonnenschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zahnriemen (12) oder das seine Enden verbindende Seil (15) über eine Umlenkrolle
(13) geführt werden.
5. Sonnenschirm nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zahnriemen (12) oder das seine Enden verbindende Seil (15) über eine Feder (16)
mit dem Schirmgestell verbunden sind.