TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Blechbiegemaschine mit einem unteren Maschinenteil
und einem oberen Maschinenteil, die in einer Zuführrichtung eines zu biegendes Werkteiles
gegeneinander beweglich angeordnet sind, mit einer unteren Haltewange und mit einer
unteren Biegewange, die dem unteren Maschinenteil zugeordnet sind, mit einer oberen
Haltewange und mit einer oberen Biegewange, die dem oberen Maschinenteil zugeordnet
sind, wobei die vier Wangen quer zur besagten Zuführrichtung ausgerichtet sind und
zwischen den besagten vier Wangen zwischen den Maschinenteilen das zu biegende Werkteil
einlegbar ist, wobei die obere Haltewange in einer ersten Klemmposition gegenüber
der unteren Haltewange das zu biegende Werkteil klemmt, wobei die obere Haltewange
in einer zweiten Klemmposition gegenüber der unteren Haltewange horizontal in der
Zuführrichtung versetzt das zu biegende Werkteil klemmt, wobei in der ersten Klemmposition
die untere Biegewange eingerichtet ist, um das zu biegende Werkteil um die Vorderkante
der oberen Haltewange nach oben zu biegen, wobei in der zweiten Klemmposition die
obere Biegewange eingerichtet ist, um das zu biegende Werkteil um die Vorderkante
der unteren Haltewange nach unten zu biegen.
STAND DER TECHNIK
[0002] Aus der
EP 2 014 381 ist eine Blechbiegemaschine mit einem unteren Maschinenteil und einem oberen Maschinenteil
bekannt, die in einer Zuführrichtung eines zu biegenden Werkteils gegenüber beweglich
angeordnet sind. Dabei ist eine untere Haltewange und eine untere Biegewange dem unteren
Maschinenteil zugeordnet und eine obere Haltewange und eine obere Biegewange sind
im oberen Maschinenteil zugeordnet. Diese vier Wangen sind quer zur besagten Zuführrichtung
ausgerichtet und zwischen diesen ist das zu biegende Werkteil einlegbar. Bei einer
ersten Klemmposition hält die obere Haltewange gegenüber der unteren Haltewange das
zu biegende Werkteil und klemmt es fest. Dann kann eine Biegewange um eine Achse verschwenkt
werden, die das zu biegende Blechteil verschwenkt. Dabei hat die Biegemaschine nach
der
EP 2 014 381 ein Biegewerkzeug an der Oberwange und an der Unterwange, das dann in einer gegenseitig
horizontal gleitenden Verbindung gelagert ist, sodass eine zweite Klemmposition vorgegeben
ist, bei der die obere Haltewange gegenüber der unteren Haltewange horizontal in der
Zuführrichtung versetzt das zu biegende Werkteil klemmt. Dabei sind die Halte- und
Biegewangen so angeordnet, dass in der ersten Klemmposition die untere Biegewange
eingerichtet ist, um das biegende Werkteil um die Vorderkante der oberen Haltewane
nach oben zu biegen und in der zweiten Klemmposition die obere Biegewange eingerichtet
ist, um das zu biegende Werkteil um die Vorderkante der unteren Haltewange nach unten
zu biegen. Damit kann in sehr einfacher Weise die synergetische Wirkung von zwei neben
einander angeordneten Wangen ausgenutzt werden, um in interessanten Taktzahlen ein
zu bearbeitendes Blechteil in beide Richtungen zu biegen.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0003] Ausgehend vom diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
eine einfacher zu bedienende Maschine anzugeben, bei der die Öffnung zwischen unterem
und oberen Maschinenteil leichter einstellbar ist und zudem beim Umbiegen eines Werkteils,
wie einem Blech, zu einer doppelten Lage eine höhere Klemmkraft erreichbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das obere Maschinenteil
gegenüber dem unteren Maschinenteil um eine horizontal und quer zur Zuführrichtung
ausgerichtete erste Verschwenkachse verschwenkbar ist und dass das obere Maschinenteil
gegenüber dem unteren Maschinenteil um eine horizontal und quer zur Zuführrichtung
ausgerichtete zweite Verschwenkachse verschwenkbar ist, so dass die beiden Klemmpositionen
über eine aus der Zuführrichtung abweichende Kurvenbahn erreicht wird.
[0005] Eine Biegemaschine hat also ein unteres und ein oberes Maschinenteil mit jeweils
einer Haltewange und einer Biegewange, die in einer Zuführrichtung eines zu biegenden
Werkteiles gegeneinander beweglich angeordnet sind. Die vier Wangen sind quer zur
besagten Zuführrichtung ausgerichtet und dazwischen ist das zu biegende Werkteil einlegbar.
Dann klemmt die obere Haltewange in zwei horizontal in der Zuführrichtung zu einander
verschobenen Klemmpositionen gegenüber der unteren Haltewange das zu biegende Werkteil.
In der einen Klemmposition biegt die obere Biegewange das zu biegende Werkteil um
die Vorderkante der unteren Biegewange nach unten und in der anderen Klemmposition
biegt die untere Biegewange das zu biegende Werkteil um die Vorderkante der oberen
Biegewange nach oben. Dabei ist das obere Maschinenteil gegenüber dem unteren Maschinenteil
um zwei horizontal und quer zur Zuführrichtung ausgerichtete Verschwenkachsen verschwenkbar,
so dass die beiden Klemmpositionen über eine aus der Zuführrichtung abweichende Kurvenbahn
erreicht werden und eine dritte dazwischenliegende Umschlagposition für das Werkteil
besteht.
[0006] Bei einer vorteilhaften Biegemaschine sind die erste und die zweite Verschwenkachse
oberhalb des jeweiligen Anlenkpunktes des oberen Maschinenteils angeordnet ist.
[0007] Es ergibt sich eine vorteilhafte dritte Klemmposition, bei der die erste und die
zweite Verschwenkachse so verschwenkt sind, dass die obere Haltewange und die untere
Haltewange in einem gegenüber dem Abstand der Haltewangen in der ersten bzw. zweiten
Klemmposition geringeren Abstand angeordnet sind, insbesondere für eine Umschlagfaltung
des zu biegenden Werkteils.
[0008] Dabei kann der besagte geringere Abstand von der Klemmfläche der oberen Haltewange
zur entsprechenden Klemmfläche der unteren Haltewange auch dem entsprechenden Abstand
der gegenüberliegenden Flächen der Biegewangen entsprechen. Dieser geringere Abstand
kann bei üblichen Maschinen mit einer Bearbeitungstiefe von mehr als einem Meter ein
Millimeter betragen, also bei einem Abstand zwischen den Klemmflächen in der ersten
und zweiten Klemmposition von beispielsweise 2,5 Millimeter, dann kann der Abstand
der Klemmflächen in der dritten Position nur mehr 1,5 Millimeter betragen.
[0009] Der Aktuator des oberen Maschinenteils, der auf das den Wangen gegenüberliegende
freie Ende des oberen Maschinenteils wirkt, wirkt auf das freie Ende eines Hebels,
wobei die Verschwenkachse am anderen freien Ende vorgesehen ist, und das obere Maschinenteil
ist zwischen den beiden freien Enden an dem Hebel angelenkt.
[0010] Der Aktuator des oberen Maschinenteils, der auf einen Bereich des oberen Maschinenteils
zwischen den Wangen und dem gegenüberliegenden freien Ende des oberen Maschinenteils
wirkt, wirkt dann vorteilhafterweise auf einen Bereich eines weiteren Hebels wirkt,
wobei die Verschwenkachse an einem freien Ende vorgesehen ist und das obere Maschinenteil
an dem anderen freien Ende an dem weiteren Hebel angelenkt ist. Dadurch wird die Kurvenbewegung
für den die Höhe der dritten Klemmposition vorgegebene Anlenkung des oberen Maschinenteils
in der Mitte festgelegt.
[0011] Die untere Biegewange und die obere Biegewange können in Zuführrichtung eine gleiche
Breite ihrer Klemmfläche aufweisen, die der Hälfte des horizontalen Abstands in Zuführrichtung
der Verschwenkbewegung des oberen Maschinenteils zur Erreichung der ersten und der
zweiten Klemmposition entspricht.
[0012] Die untere Haltewange und die obere Haltewange können in Zuführrichtung eine gleiche
Breite ihrer Klemmfläche aufweisen.
[0013] Bei Vorliegen der beiden genannten Merkmale kann die besagte Breite der Klemmfläche
der Haltewangen dem besagten horizontalen Abstand in Zuführrichtung der Verschwenkbewegung
des oberen Maschinenteils entsprechen. Dann wird beim Klemmen durch die Haltewangen
immer mindestens 40 bis 50% der Haltewangen für die Klemmung aktiviert.
[0014] Auf mindestens einer Aussenseite von einer der Biegewangen kann eine Verjüngung der
entsprechenden Biegewange vorgesehen sein, deren Länge der Klemmfläche der Biegewange
dem besagten horizontalen Abstand in Zuführrichtung der Verschwenkbewegung des oberen
Maschinenteils entspricht. Die Länge des verjüngten Abschnitts von der Spitze der
Kante bis zur Verdickung ist so gewählt, dass die Unterseite der oberen Biegewange
vollkommen um die Kante herumgebogen werden kann, um dann auf diesem verjüngten Abschnitt
aufzuliegen. Die Verjüngung erlaubt mit ihrer Länge der Klemmfläche der Biegewange
in Zuführrichtung ein Umschwenken der oberen Biegewange um einen grösseren Winkelbereich,
so dass bereits gebogene Abschnitte gebogener Profile einen noch grösseren Freiraum
belegen können
[0015] Weitere Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
[0016] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung werden im Folgenden anhand der Zeichnungen
beschrieben, die lediglich zur Erläuterung dienen und nicht einschränkend auszulegen
sind. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Biegemaschine;
- Fig. 2
- eine schematische Seitenansicht der Biegemaschine nach Fig. 1 in der ersten Klemmposition;
- Fig. 3
- eine schematische Seitenansicht der Biegemaschine nach Fig. 1 in der zweiten Klemmposition;
- Fig. 4
- eine stark vergrösserte schematische Seitenansicht des Wangenbereichs der Fig. 2;
- Fig. 5
- eine stark vergrösserte schematische Seitenansicht des Wangenbereichs der Fig. 3;
- Fig. 6
- eine stark vergrösserte schematische Seitenansicht des Wangenbereichs beim Übergang
zwischen der ersten und zweiten Klemmposition;
- Fig. 7
- eine vergrösserte schematische Seitenansicht des Wangenbereichs beim Biegen mit der
unteren Biegewange; und
- Fig. 8
- eine vergrösserte schematische Seitenansicht des Wangenbereichs beim Biegen mit der
oberen Biegewange.
BESCHREIBUNG BEVORZUGTER AUSFÜHRUNGSFORMEN
[0017] Die Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht einer Biegemaschine 1, genauer gesagt
einer Sektion einer Biegemaschine 10, wobei das Unterteil 20 mit Füssen 24 auf einem
Boden montiert ist. Das Unterteil 20 ist im wesentlichen flächig ausgebildet und bildet
ein C. Eine Biegemaschine 10 verfügt über mindestens zwei solcher Sektionen 20 mit
jeweils einem an dem Unterteil 20 angelenkten Oberteil 30. Die Sektionen sind unter
anderem über die horizontale Welle 92' des oberen Drehpunkts und die horizontale Welle
44 eines unteren Drehpunktes für die Wangenaktuation verbunden. Zudem reichen die
nachher beschriebenen Wangen über benachbarte Sektionen hinaus.
[0018] Jede Sektion der Biegemaschine 10 verfügt über das besagte Unterteil 20, welches
fest mit dem Boden verbunden ist oder auf diesem steht. An dem besagten Unterteil
20 ist das Oberteil 30 angelenkt, von dem in der Fig. 1 nur eine rückseitige Platte
dargestellt ist. Am Unterteil 20 ist im rückwärtigen Bereich ein erster Antrieb 95
angebracht, mit dem der Stössel 21 im Wesentlichen in horizontaler Richtung nach vorne
bewegt werden kann. Der Stössel 21 ist an einem freien Ende eines im Wesentlichen
senkrecht ausgerichteten Hebels 22 angelenkt, der im Bereich seines gegenüberliegenden
freien Endes an der Anlenkhülse 91' mit dem Unterteil 20 verschwenkbar verbunden ist.
Dabei besteht der Hebel 22 aus zwei parallelen miteinander verbundenen Platten, an
deren unterem Ende die Schwenkachse 23 von beiden Seiten den Stössel 21 schwenkbar
umgreift.
[0019] Die hintere Platte des Oberteils 30 ist zeichnerisch in der Fig. 1 hinter der hinteren
Platte 22 angeordnet, eine vordere, hier nicht dargestellte Platte des Oberteils 30
ist vor der vorderen Platte 22 angeordnet. Dabei wird der Abstand zwischen den beiden
Platten des Oberteils 30 unteranderem durch eine Abstandshülse 33 sichergestellt.
Gleichzeitig umgreifen die beiden Platten des Oberteils 30 die Anlenkhülse 93' am
Hebel 22, an der sie verschwenkbar befestigt sind. Mit einer Bewegung des Stössels
21 nach vom wird somit auch das Oberteil 30 um die in der Anlenkhülse 91' befindliche
Drehachse verschwenkt.
[0020] Am gegenüberliegenden freien Ende des Hebels 22 ist ein zweiter Antrieb 96 angelenkt,
dessen Stössel 31 nach vorne verlängert auf den weiteren Hebel 32 wirkt. Der weitere
Hebel 32 ist an seinem unteren Ende mit der Anlenkhülse 94' verbunden. Der in der
Fig. 1 nicht sichtbare Teile der Anlenkhülse 94' ist mit der sichtbaren hinteren Platte
des Oberteils 30 verbunden während der sichtbare Teil in derselben Ebene wie die Anlenkhülse
93' mit der hier nicht eingezeichneten vorderen Platte des Oberteils 30 gelenkig verbunden
ist. Das gegenüberliegende obere Ende des weiteren Hebels 32 greift in die horizontale
Welle 92' des oberen Drehpunktes ein, welcher von einer seitlichen Aufnahme in dem
Endbereich des Unterteils 20 gehalten wird. Diese Elemente, wie auch folgende Beschreibung,
lesen sich in gleicher Weise auf die beiden folgenden Zeichnungen.
[0021] Die Fig. 2 zeigt eine schematische Seitenansicht der Biegemaschine 10 nach Fig. 1
mit den Haltewangen 50, 60 in einer ersten Klemmposition; und die Fig. 3 zeigt eine
schematische Seitenansicht derselben Biegemaschine 10 nach Fig. 1 mit den Haltewangen
in der zweiten Klemmposition, die vergrössert in der Fig. 4 bzw. Fig. 5 als erste
Klemmposition 110 bzw. zweite Klemmposition 120 dargestellt sind. Die beiden Endpositionen
der Bewegung der Wangen werden durch die Betätigung der Aktuatoren 95 und 96 erreicht,
die auf die Anordnung der Wangen Einfluss haben. Dabei verbleibt die untere Klemmwange
50 an Ort und Stelle. Mit den Bezugszeichen 97' und 98' sind die Anlenkpunkte des
unteren beziehungsweise oberen Biegewangenantriebs bezeichnet. Nur der Aktuator des
unteren Biegewangenantriebs 97 ist in der Fig. 3 eingezeichnet. Der der Aktuator des
oberen Biegewangenantriebs ist in gleicher Weise an dem Oberteil 30 befestigt.
[0022] Die Biegemaschine 10 verfügt dabei über eine untere Klemmwange 50 und eine obere
Klemmwange 60, die jeweils am Unterteil 20 bzw. am Oberteil 30 befestigt sind. Mit
dem Bezugszeichen 100 ist die Zuführrichtung für ein Werkteil bezeichnet, welches
in den Figs. 2 bis 5 zeichnerisch von links zwischen die Wangen eingeführt wird. Vor
der Unterwange 50, entgegen der Zuführrichtung 100, ist die untere Biegewange 70 angeordnet
und vor der Oberwange 60 ist entsprechend die obere Biegewange 80 angeordnet, wobei
die entsprechenden Klemmpositionen gemäss Fig. 2 und 3 in den Detailzeichnungen der
Figs. 4 bzw. 5 dargestellt sind. Der Stössel 21 ist zwischen den zwei parallel angeordneten
flachen Hebelflächen des Hebels 22 angeordnet, was eine einfachere zentrale Überleitung
der Kräfte ermöglicht. In gleicher Weise ist der Antrieb 96 mittig zwischen den Platten
des Hebels 22 und denen des Hebels 32 angeordnet.
[0023] In der Darstellung der Fig. 2 ist zu erkennen, dass mit dem Bezugszeichen 90 die
Lotrechte unterhalb des ersten Drehpunkts 91 und unterhalb des zweiten Drehpunkts
92 eingezeichnet worden sind. Mit anderen Worten, in der ersten Klemmposition 110,
die in der Fig. 2 dargestellt ist, befindet sich der Anlenkpunkt 93 des hinteren Hebels
22 zeichnerisch links von der Vertikalen, ebenso wie sich der Anlenkpunkt 94 des vorderen
Hebels zeichnerisch links von der Vertikalen 90 im mittleren Bereich des Oberteils
30 befindet. Damit ist das Oberteil 30 gegenüber dem Unterteil 20 insgesamt gegen
die Zuführrichtung 100 nach links verschoben, was sich darin manifestiert, dass die
obere Biegewange 80 über die untere Biegewange 70 hervorsteht. Dies ist dann besser
im Detail in der Fig. 4 zu erkennen. Die untere Klemmfläche 52 der unteren Haltewange
50 liegt parallel zur oberen Klemmfläche 62 der oberen Haltewange 60. In Einführungsrichtung
100 eines Bleches ist die obere bzgl. untere Haltewange 60 bzw. 50 doppelt so lang
wie die Länge der oberen bzw. unteren Biegewange 80 bzw. 70. Insofern ist die obere
Klemmfläche 62 der oberen Haltewange 60 gegenüber einem Teil der Fläche 52 der unteren
Haltewange 50 und gegenüber der unteren Klemmfläche 72 der unteren Biegewange 70 angeordnet.
Mit anderen Worten, die obere Biegewange 80 steht mit ihrer vollständigen oberen Klemmfläche
82 über die Vorderkante 71 der unteren Biegewange 70 über. Bei einem Verdrehen der
oberen Biegewange 80 um die Vorderkante 71 der unteren Biegewange 70 herum wird ein
in die Biegemaschine 10 eingelegtes Metallblech nach unten umgebogen. Damit diese
Funktion so ausgeübt werden kann, besteht zwischen den unteren Biegeflächen 52 und
72 und der oberen Biegefläche 62 ein Abstand 99 von etwas weniger als der Dicke eines
einzulegenden Blechs als Werkteil. Der durch die aufeinander gerichteten Pfeile symbolisierte
Abstand 99 beträgt beispielsweise bei einem Blech von 1.5mm Durchmesser 1mm. Dadurch
wird zwischen den Blechen 62 auf der einen Seite und 52 und 72 auf der anderen Seite
eine ausreichende Klemmkraft erzeugt.
[0024] Mit dem Bezugszeichen 74 ist die verjüngte Aussenfläche der unteren Biegewange 70
bezeichnet. Die Länge des verjüngten Abschnitts 74 von der Spitze der Kante 71 bis
zur Verdickung ist so gewählt, dass, wie in der Fig. 8 erkennbar ist, die Unterseite
82 der oberen Biegewange 80 vollkommen um die Kante 71 herumgebogen werden kann, um
dann auf diesem verjüngten Abschnitt 74 aufzuliegen. Die Verjüngung 74 erlaubt mit
ihrer Länge der Klemmfläche 72 der Biegewange 70 in Zuführrichtung 100 ein Umschwenken
der oberen Biegewange 80 um einen grösseren Winkelbereich, so dass bereits gebogene
Abschnitte gebogener Profile einen noch grösseren Freiraum belegen können.
[0025] Die zweite definierte Klemmposition der Biegemaschine 10 ist in der Fig. 5 dargestellt.
Dabei sind das Unterteil 20 und damit die untere Haltewange 50 an derselben Stelle
verblieben. Gleiches gilt für die untere Biegewange 70, die sich mit ihrer schrägen
Innenfläche 73 an die komplementäre schräge Aussenfläche der Haltewange 50 anschliesst.
Aus der ersten Klemmposition 110 der Fig. 4 bewegt sich dann das Oberteil 30 mit der
mit ihm verbundenen oberen Haltewange 60 und der oberen Biegewange 80 um die doppelte
Länge der Haltefläche 82 oder 72 einer Biegewange 80 oder 70 zurück, sodass jetzt
die Vorderkante 81 der oberen Biegewange 80 gegenüber der Unterkante 51 der unteren
Haltewange 50 zu liegen kommt, sodass die untere Biegewange 70 ein allfällig eingelegtes
Blech um diese Unterkante 81 biegen kann.
[0026] Die Bewegung von Fig. 4 zu Fig. 5 wird durch die Schwenkbewegung des Oberteiles 30
erreicht, wobei sich insbesondere der an dem Anlenkpunkt 93 am hinteren Hebel 22 befindliche
Teil des Oberteils 30 verschwenkt nach hinten bewegt unter Passieren eines Tiefpunkts
in Vertikalrichtung, wenn die Lotrechte 90 passiert wird. Der mittlere Teil vorderen
des oberen Teils 30 wird dabei in gleicherweise über die Lotrechte 90 durch eine nach
unten ausweichende Schwenkbewegung nach hinten verschwenkt. Dafür werden die Aktuatoren
95 und 96 in folgender Weise bewegt. Durch ein Zurückziehen des Stössels 21 bewegt
sich die hintere Aufhängung 93 von der in der Fig. 2 dargestellten Position links
der Vertikalen 90 in die Position 93 der Fig. 3, die zeichnerisch rechts der Vertikalen
angeordnet ist, wobei der untere Anhängepunkt des Oberteils 30 nach hinten raus verschwenkt
wird. Gleichzeitig bewegt sich der Drehpunkt 94, der in der Fig. 2 links der Achse
90 angeordnet gewesen ist, in die Position der Fig. 3, bei der dieser Drehpunkt 94
rechts der Achse 90 zu liegen kommt. Die mit der Steuerung der Biegewangen 60 und
80 verbundene Mechanik wird jetzt hier nicht ausführlich beschrieben, sondern kann
wie beim Stand der Technik ausgestaltet sein. Der Aktuator 97 ist ein unterer Biegewangenantrieb
für das Steuerparallelogramm 75. Wesentlich ist einzig, dass die untere Biegewange
70 um die Vorderkante 81 der oberen Biegewange 80 führbar ist und dass die obere Biegewange
80 um die Vorderkante 71 der unteren Biegewange 70 führbar ist.
[0027] Die Fig. 6 zeigt den vorderen Klemmbereich mit den vier Wangen 50, 60, 70, 80, die
einander direkt gegenüber in einer dritten Position angeordnet sind, bei der die untere
Klemmfläche 52 direkt gegenüber der oberen Klemmfläche 62 und die untere Klemmfläche
72 genau gegenüber der oberen Klemmfläche 82 angeordnet sind. Damit liegen sich die
Vorderkanten 71 und 81 der unteren Biegewangen 70 bzw. 80 in dieser Position gegenüber.
Um in diese dritte Position 130 zu gelangen, haben die Aktuatoren 95 und 96 in der
Bewegung die Drehhülsen 93 und 94 ungefähr in die Lotrechte gebracht, was nichts anderes
bedeutet, als dass sie gegenüber den Endpositionen der Bahnkurven tiefer angeordnet
sind. Da dann die Drehhülsen 93 und 94 in ihrer tiefsten Position sind, ist auch das
an diesen aufgehängte Oberteil 30 in seiner tiefsten Position. Damit ist es dann möglich,
Bleche als Werkteile sehr leicht auf sich selbst zu klemmen, also einen Umschlag zu
erzeugen, da hier dann ein kleinerer Abstand 99 zwischen den Flächen 52 und 62 bzw.
72 und 82 vorliegt, beispielsweise ein um 0,5 bis 2 Millimeter, insbesondere um 1
Millimeter, verringerter Abstand.
[0028] Die Fig. 7 zeigt eine vergrösserte schematische Seitenansicht des Wangenbereichs
beim Biegen mit der unteren Biegewange 70, wobei die obere Haltewange 60 und obere
Biegewange 80 in Kontakt aneinander liegen, nämlich, dass die obere Biegewange 80,
die sich mit ihrer schrägen Innenfläche 83 an die komplementäre schräge Aussenfläche
der oberen Haltewange 60 anschliesst. Dabei bilden die untere Klemmfläche 62 und die
obere Klemmfläche 82 eine fluchtende Linie miteinander.
[0029] Für die Bewegung der unteren Biegewange 70 ist eine Parallelogrammmechanik 75 vorgesehen,
die durch einen entsprechenden Aktuator 97 betätigt wird. Diese Elemente sind direkt
am Unterteil 20 befestigt, welches insofern ortsfest verbleibt. Die Parallelogrammmechanik
75 kann in anderen Ausführungsbeispielen durch eine andere bekannte Biegewangenbewegungseinrichtung
ersetzt werden.
[0030] Die Fig. 8 schliesslich zeigt eine vergrösserte schematische Seitenansicht des Wangenbereichs
beim Biegen mit der oberen Biegewange 80. Das zu Fig. 7 gesagte gilt genauso hier.
Die Parallelogrammmechanik 85 wird durch den Aktuator 98 als oberen Biegewangenantrieb
betätigt und sie kann in anderen Ausführungsbeispielen durch eine andere bekannte
Biegewangenbewegungseinrichtung ersetzt werden.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0031]
| 10 |
Biegemaschine |
75 |
Parallelogramm |
| 20 |
Unterteil |
80 |
obere Biegewange |
| 21 |
Stössel |
81 |
Vorderkante der oberen Biegewange |
| 22 |
Hebel |
| 23 |
Schwenkachse |
82 |
obere Klemmfläche |
| 24 |
Sektionsfuss |
83 |
Innenfläche |
| 30 |
hinteres Oberteil |
85 |
Parallelogramm |
| 31 |
Stössel |
90 |
Senkrechte |
| 32 |
Hebel |
91 |
erster Drehpunkt |
| 33 |
Abstandshülse |
91' |
Anlenkhülse |
| 40 |
Vakuumgreifer und Anschlag |
92 |
zweiter Drehpunkt |
| 41 |
vorderer Abschnitt |
92' |
horizontale Welle des Drehpunkts |
| 42 |
Klemmwangenträger |
| 44 |
horizontale Welle des Drehpunkts |
93 |
Anlenkpunkt hinterer Hebel |
| |
93' |
Anlenkhülse |
| 50 |
untere Haltewange |
94 |
Anlenkpunkt vorderer Hebel |
| 61 |
Vorderkante der oberen Haltewange |
94' |
Anlenkhülse |
| |
95 |
erster Antrieb |
| 52 |
untere Klemmfläche |
96 |
zweiter Antrieb |
| 60 |
obere Haltewange |
97 |
unterer Biegewangenantrieb |
| 61 |
Vorderkante der oberen Haltewange |
97' |
Anlenkpunkt unterer Biegewangenantrieb |
| 62 |
obere Klemmfläche |
98' |
Anlenkpunkt oberer Biegewangenantrieb |
| 70 |
untere Biegewange |
| 71 |
Vorderkante der unteren Biegewange |
100 |
Zuführrichtung |
| |
110 |
erste Klemmposition |
| 72 |
untere Klemmfläche |
120 |
zweite Klemmposition |
| 73 |
Innenfläche |
130 |
dritte Position |
| 74 |
Aussenfläche |
|
|
1. Biegemaschine (10) mit einem unteren Maschinenteil (20) und einem oberen Maschinenteil
(30), die in einer Zuführrichtung (100) eines zu biegendes Werkteiles gegeneinander
beweglich angeordnet sind, mit einer unteren Haltewange (50) und mit einer unteren
Biegewange (70), die dem unteren Maschinenteil (20) zugeordnet sind, mit einer oberen
Haltewange (60) und mit einer oberen Biegewange (80), die dem oberen Maschinenteil
(30) zugeordnet sind, wobei die vier Wangen (50, 60, 70 80) quer zur besagten Zuführrichtung
(100) ausgerichtet sind und zwischen den besagten vier Wangen zwischen den Maschinenteilen
(20, 30) das zu biegende Werkteil einlegbar ist, wobei die obere Haltewange (60) in
einer ersten Klemmposition (110) gegenüber der unteren Haltewange (50) das zu biegende
Werkteil klemmt, wobei die obere Haltewange (60) in einer zweiten Klemmposition (120)
gegenüber der unteren Haltewange (50) horizontal in der Zuführrichtung (100) versetzt
das zu biegende Werkteil klemmt, wobei in der ersten Klemmposition (110) die obere
Biegewange (80) eingerichtet ist, um das zu biegende Werkteil um die Vorderkante (71)
der unteren Biegewange (70) nach unten zu biegen, wobei in der zweiten Klemmposition
(120) die untere Biegewange (70) eingerichtet ist, um das zu biegende Werkteil um
die Vorderkante (81) der oberen Biegewange (80) nach oben zu biegen, dadurch gekennzeichnet, dass das obere Maschinenteil (30) gegenüber dem unteren Maschinenteil (20) um eine horizontal
und quer zur Zuführrichtung (100) ausgerichtete erste Verschwenkachse (91) verschwenkbar
ist und dass das obere Maschinenteil (30) gegenüber dem unteren Maschinenteil (20)
um eine horizontal und quer zur Zuführrichtung (100) ausgerichtete zweite Verschwenkachse
(92) verschwenkbar ist, so dass die beiden Klemmpositionen (110, 120) über eine aus
der Zuführrichtung (100) abweichende Kurvenbahn erreicht wird.
2. Biegemaschine (10) nach Anspruch 1, bei der die erste (91) und die zweite (92) Verschwenkachse
oberhalb des jeweiligen Anlenkpunktes (93 und 94) des oberen Maschinenteils (30) angeordnet
ist.
3. Biegemaschine (10) nach Anspruch 2, umfassend eine dritte Klemmposition (130), bei
der die erste (91) und die zweite (92) Verschwenkachse so verschwenkt sind, dass die
obere Haltewange (70) und die untere Haltewange (50) in einem gegenüber dem Abstand
(99) der Haltewangen (50, 70) in der ersten (110) bzw. zweiten (120) Klemmposition
geringeren Abstand angeordnet sind, insbesondere für eine Umschlagfaltung.
4. Biegemaschine (10) nach Anspruch 3, dass der besagte geringere Abstand von der Klemmfläche
(72) der oberen Haltewange (70) zur entsprechenden Klemmfläche (52) der unteren Haltewange
(50) auch dem entsprechenden Abstand der gegenüberliegenden Flächen (62, 82) der Biegewangen
(60, 80) entspricht.
5. Biegemaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei der der Aktuator (95) des
Oberteils (30), der auf das den Wangen (60, 80) gegenüberliegende freie Ende des oberen
Maschinenteils (30) wirkt, auf das freie Ende eines Hebels (22) wirkt, wobei die Verschwenkachse
(91) am anderen freien Ende (91) vorgesehen ist, und das obere Maschinenteil (30)
zwischen den beiden freien Enden an dem Hebel (22) angelenkt ist.
6. Biegemaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei der der Aktuator (96) des
oberen Maschinenteils (30), der auf einen Bereich des oberen Maschinenteils (30) zwischen
den Wangen (60, 80) und dem gegenüberliegenden freien Ende des oberen Maschinenteils
(30) wirkt, auf einen Bereich eines weiteren Hebels (32) wirkt, wobei die Verschwenkachse
(92) an einem freien Ende vorgesehen ist und das obere Maschinenteil (30) an dem anderen
freien Ende an dem weiteren Hebel (32) angelenkt ist.
7. Biegemaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei der die untere Biegewange
(70) und die obere Biegewange (80) in Zuführrichtung (100) eine gleiche Breite ihrer
Klemmfläche (72 bzw. 82) aufweisen, die der Hälfte des horizontalen Abstands in Zuführrichtung
(100) der Verschwenkbewegung des oberen Maschinenteils (30) zur Erreichung der ersten
(110) und der zweiten (120) Klemmposition entspricht.
8. Biegemaschine (10) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei der die untere Haltewange
(50) und die obere Haltewange (60) in Zuführrichtung (100) eine gleiche Breite ihrer
Klemmfläche (52 bzw. 62) aufweisen.
9. Biegemaschine (10) nach Anspruch 7 und nach Anspruch 8, bei der die besagte Breite
der Klemmfläche (52, 62) der Haltewangen (50, 60) dem besagten horizontalen Abstand
in Zuführrichtung (100) der Verschwenkbewegung des oberen Maschinenteils (30) entspricht.
10. Biegemaschine (10) nach einem der Ansprüche 7 oder 9, bei der auf mindestens einer
Aussenseite (74) von einer der Biegewangen (70, 80) eine Verjüngung der entsprechenden
Biegewange (70, 80) vorgesehen ist, deren Länge der Länge der Klemmfläche (72, 82)
der Biegewange (70, 80) in Zuführrichtung (100) entspricht.