Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Aktivieren von Haftmittel, insbesondere
nach dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Die Vorrichtung kann beispielsweise zum Versorgen einer Bearbeitungsmaschine mit
Haftmittel eingesetzt werden. Derartige Vorrichtungen können zum Einsatz kommen, wenn
Beschichtungsmaterial unter Einsatz von Haftmittel an ein Werkstück, beispielsweise
mittels einer Kantenanleimmaschine, angeleimt werden soll. Insbesondere ist die Verwendung
im Bereich der Möbelindustrie angedacht, wo an der Oberfläche des Werkstücks, beispielsweise
einer Möbelfront oder eines Korpusteils, Beschichtungsmaterial aufzubringen ist.
Stand der Technik
[0003] Häufig steht das Haftmittel in Form eines Granulats oder Blocks bereit, das/der vor
der Anwendung erwärmt und aufgeschmolzen bzw. aktiviert bzw. verflüssigt werden muss.
Dazu werden beispielsweise Vorrichtungen eingesetzt, die Haftmittelbehältnisse aufweisen,
in dem jeweils Haftmittel in Granulatform bevorratet ist (vgl.
EP 2 386 390 A1). Nachdem Haftmittel in ein Aufschmelzbehältnis geführt worden ist, wird von einer
Aktivierungseinheit Aktivierungsenergie zugeführt und das Haftmittel wird im Aufschmelzbehältnis
über einen Aktivierungsabschnitt aufgeschmolzen. Wenn verschiedene Haftmittel eingesetzt
werden, werden diese nacheinander in Kontakt mit dem Aktivierungsabschnitt kommen,
wo sie nacheinander aufgeschmolzen werden. Während des Aufschmelzens bzw. durch das
Aufschmelzen kommt es aber meist zu einem leichten Anhaften des Haftmittels an dem
Aktivierungsabschnitt.
[0004] Nach einem Wechsel des Haftmittels muss deshalb das Aufschmelzbehältnis gereinigt
werden, insbesondere der Aktivierungsabschnitt, bevor das andere Haftmittel aufgeschmolzen
wird, um zu verhindern, dass das nächste Haftmittel mit dem vorherigen Haftmittel
verunreinigt wird. Es ist offensichtlich, dass dies vor allem im Extremfall, in dem
beispielsweise schwarzes Haftmittel durch weißes Haftmittel ersetzt wird, besonders
problematisch sein kann.
[0005] Es werden vor diesem Hintergrund also immer höhere Anforderungen an die Vielseitigkeit
der Einsetzbarkeit und auch die Zeitvorgaben bzw. die damit einhergehende Produktivität
gestellt.
Darstellung der Erfindung
[0006] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, bei einfacher Konstruktion eine Vorrichtung
vorzusehen, mit der eine verbesserte und schnellere Versorgung mit aktiviertem Haftmittel,
bevorzugt auch mit verschiedenen Haftmitteln, möglich ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Vorrichtung von Anspruch 1 gelöst. Demzufolge
weißt die Vorrichtung zum Aktivieren von Haftmittel zumindest ein Haftmittelbehältnis
zum Bevorraten von Haftmittel und eine berührungslose Aktivierungseinheit zum berührungslosen
Zuführen von Aktivierungsenergie zum Haftmittel zum Aktivieren von Haftmittel auf.
Bevorzugt ist die Aktivierungseinheit außerhalb des Haftmittelbehältnisses angeordnet
ist. Die Aktivierungseinheit kann, wenn sie außerhalb des Haftmittelbehältnisses angeordnet
ist, vollständig oder abschnittsweise außerhalb des Haftmittelbehältnisses angeordnet
sein.
[0008] Dabei soll insbesondere die Aktivierungseinheit das im Haftmittelbehältnis bevorratete
Haftmittel beim Aktivieren nicht berühren. Mit anderen Worten soll insbesondere keine
Berührung zwischen der Aktivierungseinheit und dem Haftmittel bei der Aktivierung
vorliegen bzw. die Aktivierungseinheit und das Haftmittel frei von gegenseitiger Berührung
sein.
[0009] Ferner ist erfindungsgemäß das Verfahren von Anspruch 18 vorgesehen, wonach das Verfahren
zum Aktivieren von Haftmittel die Schritte umfasst: Bevorraten des Haftmittels in
einem Haftmittelbehältnis; Erzeugen von Aktivierungsenergie, bevorzugt außerhalb des
Haftmittelbehältnisses, durch eine Aktivierungseinheit; Berührungsloses Zuführen der
Aktivierungsenergie von der Aktivierungseinheit zu dem Haftmittel, wobei die Aktivierungseinheit
und das Haftmittel frei von gegenseitiger Berührung sind, und Aktivieren zumindest
eines Teils des innerhalb des Haftmittelbehältnisses befindlichen Haftmittels durch
die zugeführte Aktivierungsenergie.
[0010] Der Erfindung liegt der Gedanke zu Grunde, dass die Aktivierungseinheit berührungslos
angeordnet ist, sodass Haftmittel nicht direkt bzw. unmittelbar mit der Aktivierungseinheit
in Kontakt bzw. Berührung kommt. Haftmittel ist während des Aktivierens lediglich
mit dem Haftmittelbehältnis, insbesondere einem Aktivierungsabschnitt davon, in Kontakt
bzw. Berührung. Mit anderen Worten kann Haftmittel direkt in dem Haftmittelbehältnis,
in dem das Haftmittel bevorratet ist, aktiviert werden, ohne dass Kontakt zwischen
der Aktivierungseinheit und dem Haftmittel besteht.
[0011] Ein Haftmittel ist ein Mittel, das zur stoffschlüssigen Verbindung zweier Komponenten
eingesetzt werden kann. Unter einem Haftmittel ist vorliegend bevorzugt jedes Haftmittel
zu verstehen, das vom festen Zustand in den flüssigen Zustand durch Energiezufuhr
übergehen kann. Das Haftmittel kann Klebstoff sein. Insbesondere kann es sich bei
dem Haftmittel bzw. Klebstoff um thermoplastischen Kunststoff handeln.
[0012] Eine bevorzugte Form der Aktivierung ist das Aufschmelzen.
[0013] Der Haftmittel wird insbesondere im festen Zustand als Granulat oder Block (insbesondere
als Klebstoff-Granulat oder Klebstoff-Block) im Haftmittelbehältnis bevorratet und
wird dann durch Absorption von Aktivierungsenergie im Haftmittelbehältnis aufgeschmolzen.
[0014] Vorzugsweise weist die Vorrichtung eine Aufnahme zum Aufnehmen des Haftmittelbehältnisses
auf. Bevorzugt sind die Aufnahme und das Haftmittelbehältnis derart ausgestaltet,
dass das Haftmittelbehältnis in der Aufnahme lösbar bzw. entnehmbar, bevorzugt auswechselbar,
aufnehmbar ist. Dabei kann das Haftmittelbehältnis derart eingerichtet sein, dass
darin bevorratetes Haftmittel in dem Haftmittelbehältnis aktiviert werden kann. Des
Weiteren sind das Haftmittelbehältnis, die Aufnahme und die Aktivierungseinheit derart
angeordnet, dass Aktvierungsenergie dem in dem Haftmittelbehältnis bevorrateten Haftmittel
während der Aufnahme des Haftmittelbehältnisses in der Aufnahme über die Aktivierungseinheit
zuführbar ist, sodass Haftmittel im Haftmittelbehältnis aktiviert wird.
[0015] Ein Vorteil ist, dass Haftmittel in dem(selben) Haftmittelbehältnis aktiviert wird,
in dem das Haftmittel bevorratet ist, und das Haftmittelbehältnis lösbar bzw. auswechselbar
in der Aufnahme aufgenommen ist. Mit anderen Worten kann das Haftmittelbehältnis,
in dem das Haftmittel vorliegt, während es darin aktiviert wird, aus der Vorrichtung
herausgenommen werden. Somit ist die Komponente, die mit dem Haftmittel während des
Aktivierens in Kontakt ist, entfernbar bzw. auswechselbar.
[0016] Beispielsweise kann ein Haftmittelbehältnis, nachdem ein Haftmittel darin aktiviert
wurde, durch ein anderes Haftmittelbehältnis ausgewechselt werden kann, bevor anderes
Haftmittel darin aufgenommen wird. Alternativ kann das herausnehmbare Haftmittelbehältnis
auch schnell gereinigt werden, in dem es aus der Aufnahme herausgenommen wird und
nach dem Reinigen wieder eingesetzt wird. Dadurch, dass das Haftmittelbehältnis aus
der Aufnahme entnommen werden kann, kann es außerhalb leicht gereinigt werden. Die
Vorrichtung kann also mehrere miteinander auswechselbare Haftmittelbehältnisse aufweisen,
muss dies aber nicht.
[0017] Vorteilhaft ist es, eine Vorrichtung vorzusehen, bei der das Haftmittelbehältnis,
in dem das Haftmittel aktiviert wird, aus der Vorrichtung entnehmbar ist und somit
aus der Aufnahme herausgenommen bzw. gelöst werden kann. Entweder kann dasselbe Haftmittelbehältnis
oder ein anderes Haftmittelbehältnis anschließend eingesetzt werden. Es ist also denkbar,
dass zwei Haftmittelbehältnisse oder mehrere Haftmittelbehältnisse ausgewechselt werden,
wodurch ein schneller Haftmittelwechsel möglich ist. Dadurch ist eine verbesserte
und schnellere, effizientere Versorgung mit Haftmittel möglich.
[0018] Der Aktivierungsabschnitt kann der Abschnitt eines Haftmittelbehältnisses sein, mittels
dem bzw. durch den hindurch die Energiezufuhr erfolgt. Das Haftmittelbehältnis kann
einen Aktivierungsabschnitt, bevorzugt eine Schmelzplatte, aufweisen, über den/die
die Aktivierungsenergie dem Haftmittel von der Aktivierungseinheit zugeführt wird.
[0019] Vorzugsweise sind das Haftmittelbehältnis und die Aktivierungseinheit benachbart
zueinander angeordnet. Dadurch kann die Aktivierungsenergie besonders effizient übertragen
werden.
[0020] Das Haftmittelbehältnis weist bevorzugt eine Ausgabeöffnung zum Ausgeben von aktiviertem
Haftmittel auf, die weiter bevorzugt im Aktivierungsabschnitt liegt. Wenn die Ausgabe
von aktiviertem Haftmittel im Bereich des Aktivierungsabschnitts liegt, kann Haftmittel
unmittelbar nach der Aufnahme der Aktivierungsenergie, das heißt unmittelbar nach
dem Aktivieren, ausgegeben werden. Dies trägt dazu bei, dass nicht-aktiviertes Haftmittel
nicht durch die Ausgabeöffnung ausgegeben wird.
[0021] Das Haftmittelbehältnis kann des Weiteren eine Öffnung zum Einfüllen von Haftmittel
aufweisen. Über diese Öffnung kann Haftmittel eingefüllt und nachgefüllt werden. Bevorzugt
liegt diese Öffnung der Ausgabeöffnung im Wesentlichen gegenüber. So kann erreicht
werden, dass durch die Öffnung eingeführtes Haftmittel nicht unmittelbar durch die
Ausgabeöffnung, insbesondere nicht im ungeschmolzenen Zustand, austritt. Gleichzeitig
kann durch Nachfüllen des Haftmittels durch die Öffnung erreicht werden, dass Aktivieren
des Haftmittel durch die Ausgabeöffnung austritt, da es "nachgeschoben" wird.
[0022] Weiter vorzugsweise ist das Haftmittelbehältnis im Wesentlichen tassenförmig ausgebildet.
Dies ist eine einfache und technisch sinnvolle Ausgestaltung des Haftmittelbehältnisses,
wodurch eine einfache Handhabung gegeben ist.
[0023] Bevorzugt weist dabei der Tassenboden die Ausgabeöffnung auf. Dadurch, dass die Ausgabeöffnung
unten angeordnet ist, kann die Gravitationskraft zum Ausgeben von aktiviertem Haftmittel
beitragen.
[0024] Zusätzlich kann eine Fördereinrichtung zum Befördern von Haftmittel zur Ausgabeöffnung
hin vorgesehen sein. Dies ermöglicht, die Ausgabemenge an aktiviertem Haftmittel genauer
zu definieren bzw. sicherzustellen, dass kontinuierlich Haftmittel aus der Ausgabeöffnung
hinausgefördert wird.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die Fördereinrichtung einen Antrieb und
einen vom Antrieb angetriebenen Kolben auf. Dies ist eine einfachere Realisierung,
Haftmittel zur Ausgabeöffnung hin zu fördern.
[0026] Insbesondere kann die Fördereinrichtung derart ausgestaltet sein, dass der Kolben
in die Öffnung des Haftmittelbehältnisses eingreifen kann und der Kolben durch Bewegen
in das Haftmittelbehältnis hinein Haftmittel zu der Ausgabeöffnung befördern kann.
[0027] Die Öffnung ist im Falle eines tassenförmigen Haftmittelbehältnisses die Trinköffnung
der Tasse, die oben zwischen den Seitenwänden vorliegt.
[0028] Die Aufnahme kann einen Bodenabschnitt zum Aufnehmen eines Bodens des Haftmittelbehältnisses
und eine im Wesentlichen senkrecht zum Bodenabschnitt verlaufende Wand zum Aufnehmen
zumindest eines Abschnitts von Seitenwänden des Haftmittelbehältnisses aufweisen.
Dadurch kann eine stabile Lagerung des Haftmittelbehältnisses einerseits und andererseits
ein schnelles Herausnehmen bzw. Einsetzen des Haftmittelbehältnisses gewährleistet
werden.
[0029] Um Reinigungsschritte zwischen der Verwendung verschiedener Haftmittel zu sparen,
können mehrere Haftmittelbehältnisse verwendet werden, wobei jedes Haftmittelbehältnis
zum Bevorraten eines anderen Haftmittels dient. Die Haftmittelbehältnisse können wechselweise
in die Aufnahme aufgenommen werden. Dadurch, dass jedes Haftmittelbehältnis einen
Aktivierungsabschnitt bzw. eine Schmelzplatte aufweist, wobei das Haftmittel während
des Aktivierens mit dem Aktivierungsabschnitt bzw. der Schmelzplatte in Kontakt ist,
kann durch Auswechseln des Haftmittelbehältnisses erreicht werden, dass an dem Aktivierungsabschnitt
anhaftendes Haftmittel gleichzeitig mitentfernt wird. Mit anderen Worten weist jedes
Haftmittelbehältnis einen eigenen Aktivierungsabschnitt auf. Dadurch ist sortenreines
Aktivieren von Haftmittel leicht möglich.
[0030] Die Vorrichtung kann eine Beabstandungseinheit zum Beabstanden des in der Aufnahme
aufgenommenen Haftmittelbehältnisses von der Aktivierungseinheit aufweisen, sodass
ein derartiger Abstand herbeigeführt wird, dass das Zuführen von Aktivierungsenergie
zum Haftmittel zumindest reduziert, bevorzugt im Wesentlichen vollständig unterbunden,
wird. Dadurch kann, wenn kein Haftmittel aktiviert werden soll, ein Abstand zur Aktivierungseinheit
erreicht werden (bevorzugt durch Vergrößern des Abstands), insbesondere ein Abstand
zwischen der Aktivierungseinheit und dem Aktivierungsabschnitt des Haftmittelbehältnisses,
sodass verhindert wird, dass ungewünscht Haftmittel aktiviert wird.
[0031] Grundsätzlich sind verschiedene Formen an Aktivierungsenergie denkbar, die durch
die Aktivierungseinheit abgegeben werden. Beispielsweise kann die Aktivierungseinheit
eine Spule zur induktiven Erwärmung des Aktivierungsabschnitts des Haftmittelbehältnisses
aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann die Aktivierungsenergie ein Widerstandsheizelement
zur Übertragung von Wärme zu dem Aktivierungsabschnitt aufweisen. Alternativ oder
zusätzlich kann die Aktivierungseinheit einen Ultraschallerzeuger zum Beaufschlagen
des Haftmittels mit Ultraschallwellen und/oder eine Mikrowellenerzeuger zum Beaufschlagen
von Haftmittel mit Mikrowellen aufweisen. Die Ultraschallwellen oder Mikrowellen können
durch den Aktivierungsabschnitt hindurch auf das Haftmittel einwirken und dieses aktivieren.
[0032] Beispielsweise könnte die Aktivierungseinheit Ultraschallwellen emittieren, wobei
ein piezoelektrischer Kristall als "vertiefter Tassendeckel" ausgebildet ist. Ein
solcher Deckel könnte also das Haftmittelbehältnis in Tassenform abdecken, wobei nur
ein Teil der Aktivierungseinheit (nämlich der Teil im vertieften Deckel) in das Haftmittelbehältnis
hineinragt, sich also innerhalb des Haftmittelbehältnisses befindet.
[0033] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann in einer Bearbeitungsvorrichtung angeordnet
sein und zum Aktivieren und bevorzugt Zuführen von Haftmittel zu einem Beschichtungsmaterial
oder dem Werkstück dienen. Die Bearbeitungsvorrichtung kann eine Anleimmaschine, bevorzugt
eine Kantenanleimmaschine, sein, die zum Anleimen von Beschichtungsmaterial an ein
Werkstück, das bevorzugt aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoffen oder dergleichen
besteht, verwendet wird. Die Bearbeitungsvorrichtung kann des Weiteren eine Einrichtung
zum Zuführen von Beschichtungsmaterial zu dem Werkstück aufweisen.
[0034] Die Bearbeitungsvorrichtung kann eingerichtet sein, Haftmittel zu dem Beschichtungsmaterial
und/oder dem Werkstück zuzuführen.
[0035] Die Bearbeitungsvorrichtung kann ferner eine Einrichtung zum Zuführen von Beschichtungsmaterial
zu dem Werkstück aufweisen, wobei die Bearbeitungsvorrichtung bevorzugt ferner eine
Fügeeinrichtung zum Fügen des Beschichtungsmaterials an das Werkstück mittels des
Haftmittels aufweist.
[0036] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung werden anhand der nachfolgenden ausführlichen
Beschreibung noch näher ersichtlich werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0037]
Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Querschnittsansicht.
Figur 2 zeigt ein tassenförmiges Haftmittelbehältnis in einer Perspektivdarstellung.
Figur 3 zeigt eine Aufnahme mit einem Kolben in einer Perspektivdarstellung.
[0038] Ausführliche Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform Eine bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird nachfolgend ausführlich
unter Bezugnahme auf die begleitenden Zeichnungen beschrieben.
[0039] Figur 1 zeigt eine erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zum Aktivieren von Haftmittel 2.
Die Vorrichtung 1 weist ein Haftmittelbehältnis 3 auf, in dem das Haftmittel 2 bevorratet
ist. Des Weiteren weist die Vorrichtung 1 eine Aufnahme 4 zum Aufnehmen des Haftmittelbehältnisses
3 auf. Eine Aktivierungseinheit 5 zum Zuführen von Aktivierungsenergie zum Aktivieren
bzw. Aufschmelzen des Haftmittels 2 oder zumindest eines Teils des Haftmittels 2 ist
vorgesehen.
[0040] Bevorzugt ist die Vorrichtung 1 eine Aufschmelzvorrichtung, wobei bevorzugt die Aktivierung
durch Aufschmelzen des Haftmittels 2 erfolgt.
[0041] Die Aufnahme 5 und das Haftmittelbehältnis 3 sind dabei derart angeordnet, dass das
Haftmittelbehältnis 3 in der Aufnahme 5 auswechselbar bzw. lösbar aufgenommen ist.
Die Aufnahme 5 kann also ein anderes Haftmittelbehältnis 3 aufnehmen, nachdem das
vorherige Haftmittelbehältnis 3 entnommen worden ist. In einer bevorzugten nichtdargestellten
Ausführungsform umfasst die Vorrichtung 1 neben der Aufnahme 4 ein Zwischenlager für
ein aktuell nichtverwendetes Haftmittelbehältnis 3 oder für mehrere aktuell nicht
verwendete Haftmittelbehältnisse 3, wobei diese bevorzugt jeweils unterschiedliche
Haftmittel bevorraten.
[0042] Das Haftmittelbehältnis 3 ist derart eingerichtet, dass darin bevorratetes Haftmittel
in dem Haftmittelbehältnis 3 aufgeschmolzen bzw. aktiviert werden kann. Dies bedeutet
also insbesondere, dass das Haftmittelbehältnis 3 ein Material aufweist, mit dem die
von der Aktivierungseinheit 5 zugeführte Aktivierungsenergie zu dem Haftmittel 2 vordringen
kann bzw. von dem Haftmittelbehältnis 3 und/oder dem Haftmittel 2 absorbiert werden
kann. Dem Fachmann sind die entsprechenden Materialien in Zusammenhang mit den verschiedenen
Aktivierungsenergien geläufig, die nachfolgend genannt werden.
[0043] Das Haftmittelbehältnis 3 weist einen Aktivierungsabschnitt 15 auf, der bevorzugt
und beispielsweise als Schmelzplatte realisiert sein kann, wobei über den Aktivierungsabschnitt
15 Aktivierungsenergie dem Haftmittel 2 von der Aktivierungseinheit 5 zugeführt werden
kann. In Figur 1 ist der Aktivierungsabschnitt 15 benachbart zur Aktivierungseinheit
5 angeordnet. Bevorzugt ist die Aktivierungseinheit 5 unterhalb des Haftmittelbehältnisses
3 angeordnet.
[0044] Beispielsweise kann in der Aktivierungseinheit 5 eine Spule zur induktiven Erwärmung
des Aktivierungsabschnitts 15 verwendet werden. In der in den Figuren gezeigten Ausführungsform
weist die Aktivierungseinheit 5 ein Widerstandsheizelement auf, durch das Wärme zu
dem Aktivierungsabschnitt 15 des Haftmittelbehältnisses 3 übertragen werden kann.
[0045] Alternativ kann die Aktivierungseinheit 5 einen Ultraschallerzeuger zur Beaufschlagen
von Haftmittel mit Ultraschallwellen oder einen Mikrowellenerzeuger zum Beaufschlagen
von Haftmittel mit Mikrowellen aufweisen.
[0046] Das Haftmittelbehältnis 3, die Aufnahme 4 und die Aktivierungseinheit 5 sind derart
relativ zueinander angeordnet, dass die mit der Aktivierungseinheit 5 erzeugte Aktivierungsenergie
dem in dem Haftmittelbehältnis 3 bevorrateten Haftmittel 2 während der Aufnahme des
Haftmittelbehältnisses 3 in der Aufnahme 4 zuführbar ist, sodass das Haftmittel 2
in dem Haftmittelbehältnis 3 aufschmilzt.
[0047] Das Haftmittelbehältnis 2 weist des Weiteren eine Ausgabeöffnung 6 zum Ausgeben von
aktiviertem Haftmittel 2 auf. Die Ausgabeöffnung 6 liegt bevorzugt im Aktivierungsabschnitt
15.
[0048] Das Haftmittelbehältnis 3 weist eine Öffnung 7 zum Einfüllen des Haftmittels 2 auf.
Diese Öffnung 7 liegt der Ausgabeöffnung 6 bevorzugt im Wesentlichen gegenüber. Mit
anderen Worten befinden sich die Öffnung 7 zum Einfüllen von Haftmittel 2 und die
Ausgabeöffnung 6 bevorzugt an gegenüberliegenden Enden des Haftmittelbehältnisses
3.
[0049] Des Weiteren kann eine Fördereinrichtung 8 zum Befördern zumindest eines Teils des
aktivierten Haftmittels 2 zur Ausgabeöffnung 6 hin vorgesehen sein. Die Fördereinrichtung
8 weist einen Antrieb auf, der einen Kolben 9 antreibt. Der Kolben 9 kann durch die
Öffnung 7 des Haftmittelbehältnisses 3 eingreifen, sodass der Kolben 9 durch Bewegen
in das Haftmittelbehältnis 2 hinein Haftmittel 2 zu der Ausgabeöffnung 6 befördern
kann. Wie in Figur 1 mit dem Pfeil oben dargestellt, bewegt sich die Fördereinrichtung
bzw. der Kolben 9 bevorzugt in Gravitationsrichtung, das heißt nach unten. Die Fördereinrichtung
8 dient also zum Befördern von Haftmittel 2 in die Richtung hin, in der sich die Ausgabeöffnung
6 befindet. Der Durchmesser des Kolbens 9 entspricht bevorzugt dem Durchmesser des
Haftmittelbehältnisses 3. Mit anderen Worten kann der Kolben 9 in einer bevorzugten
Ausführungsform die Öffnung 7 des Haftmittelbehältnisses 3 vollständig abdecken.
[0050] Aus Figur 1 ist des Weiteren ersichtlich, dass die Vorrichtung 1 eine Beabstandungseinheit
13, 14 aufweist, durch die das in der Aufnahme 4 aufgenommene Haftmittelbehältnis
3 von der Aktivierungseinheit 5 beabstandet werden kann. Dadurch, dass der Abstand
durch Verschieben des Haftmittelbehältnisses entgegengesetzt zur Gravitationsrichtung
vergrößert werden kann, kann ein Abstand zwischen dem Haftmittelbehältnis 3 bzw. dem
Aktivierungsabschnitt 15 und der Aktivierungseinheit 5 herbeigeführt werden. Dies
führt dazu, dass das Zuführen von Aktivierungsenergie zum Haftmittel 2 zumindest reduziert,
bevorzugt im Wesentlichen vollständig unterbunden, wird. Die Beabstandungseinheit
weist insbesondere Abstandsbolzen 13 und elastische Elemente 14 wie beispielsweise
Federn auf, wobei eines der elastischen Elemente 14 jeweils eine entgegen der Gravitationsrichtung
wirkende mechanische Kraft auf einen der Abstandsbolzen ausüben kann.
[0051] Die in Figur 1 zwischen der Aktivierungseinheit 5 und dem Aktivierungsabschnitt 15
verlaufenden vertikalen Pfeile unten im Bild deuten den Energieeintrag bzw. Wärmeeintrag
an. In dieser Ausführungsform wird also die in der Aktivierungseinheit 5 erzeugte
Wärme an den Aktivierungsabschnitt 15 (auch als Schmelzplatte bezeichnet) übertragen,
wodurch sich wiederum das im Bereich des Aktivierungsabschnitts 15 befindliche Haftmittel
2 erwärmt und so vom festen in den flüssigen Zustand übergehen kann.
[0052] Figur 2 zeigt ein Haftmittelbehältnis 3, das als Tasse ausgebildet ist. Das Haftmittelbehältnis
weist Seitenwände 12 auf, die einen Boden 15 der Tasse umgeben. Das Haftmittelbehältnis
3 weist einen Henkel sowie eine Öffnung 7 auf, die durch die Seitenwände 12 des Haftmittelbehältnisses
definiert ist. Das Haftmittelbehältnis 3 kann also im Wesentlichen oben offen sein.
Aus Figur 1 ist ersichtlich, dass sich die Ausgabeöffnung 6 im Boden 15 befindet.
[0053] Figur 3 zeigt die Aufnahme 4, die einen Bodenabschnitt 10 zum Aufnehmen des Bodens
15 des Haftmittelbehältnisses 3 und eine im Wesentlichen senkrecht zum Bodenabschnitt
10 verlaufende Wand 11 zum Aufnehmen zumindest eines Abschnitts der Seitenwände 12
des Haftmittelbehältnisses 3 aufweist. Der Bodenabschnitt 10 der Aufnahme 4 weist
das Ausgabeloch 16 auf, das mit der Ausgabeöffnung 6 des Haftmittelbehältnisses korrespondiert,
sodass durch die Ausgabeöffnung 6 und das Ausgabeloch 16 aktiviertes Haftmittel ausgegeben
werden kann. Im Übrigen weist der Bodenabschnitt 10 der Aufnahme 4 Vertiefungen auf,
in die die Beabstandungseinheit 13, 14 aufgenommen ist. Die Beabstandungseinheit weist
bevorzugt mehrere (insb. vier) Teilbereiche auf, die gleichmäßig über den Bodenabschnitt
10 der Aufnahme bzw. den Aktivierungsabschnitt 15 des Haftmittelbehältnisses verteilt
angeordnet sind.
[0054] Die Vorrichtung 1 kann zum Aktivieren und Zuführen von Haftmittel zu einem Beschichtungsmaterial
oder einem Werkstück (nicht gezeigt) verwendet werden. Eine nichtgezeigte Einrichtung
zum Zuführen von Beschichtungsmaterial zu dem Werkstück kann vorgesehen sein.
1. Vorrichtung (1) zum Aktivieren, bevorzugt Aufschmelzen, von Haftmittel (2), die aufweist:
zumindest ein Haftmittelbehältnis (3) zum Bevorraten von Haftmittel (2),
gekennzeichnet dadurch, dass die Vorrichtung (1) ferner eine berührungslose Aktivierungseinheit (5) zum berührungslosen
Zuführen von Aktivierungsenergie zum Haftmittel zum Aktivieren zumindest eines Teils
des Haftmittels (2) aufweist, wobei bevorzugt ist, dass die Aktivierungseinheit (5)
vollständig oder abschnittsweise außerhalb des Haftmittelbehältnisses (3) angeordnet
ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, die eine Aufnahme (4) zum Aufnehmen des Haftmittelbehältnisses
aufweist, wobei
die Aufnahme (4) und das Haftmittelbehältnis (3) derart ausgestaltet sind, dass das
Haftmittelbehältnis in der Aufnahme (4) lösbar, bevorzugt auswechselbar, aufnehmbar
ist,
das Haftmittelbehältnis (3) derart eingerichtet ist, dass darin bevorratetes Haftmittel
in dem Haftmittelbehältnis (3) aktiviert werden kann, und
das Haftmittelbehältnis (3), die Aufnahme (4) und Aktivierungseinheit (5) derart angeordnet
sind, dass Aktivierungsenergie dem in dem Haftmittelbehältnis bevorrateten Haftmittel
während der Aufnahme des Haftmittelbehältnisses in der Aufnahme über die Aktivierungseinheit
zuführbar ist, sodass der zumindest eine Teil des Haftmittels im Haftmittelbehältnis
(3) aktiviert wird.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, bei der das Haftmittelbehältnis (3) einen
Aktivierungsabschnitt (15), bevorzugt eine Schmelzplatte, aufweist, über den/die Aktivierungsenergie
dem Haftmittel von der Aktivierungseinheit (5) zuführbar ist und der/die mit Haftmittel
während des Aktivierens in Kontakt ist, wobei der Aktivierungsabschnitt (15) und die
Aktivierungseinheit (5) bevorzugt benachbart zueinander angeordnet sind.
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Haftmittelbehältnis
(2) zumindest eine Ausgabeöffnung (6) zum Ausgeben von aktiviertem Haftmittel aufweist,
die bevorzugt im Aktivierungsabschnitt (15) liegt.
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Haftmittelbehältnis
(3) eine Öffnung (7) zum Einfüllen von Haftmittel aufweist, die bevorzugt der Ausgabeöffnung
(6) im Wesentlichen gegenüberliegt.
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der das Haftmittelbehältnis
(3) im Wesentlichen als Tasse ausgebildet ist.
7. Vorrichtung (1) nach Anspruch 6, bei der ein Tassenboden der Tasse den Aktivierungsabschnitt
(15) aufweist und bevorzugt der Aktivierungsabschnitt (15) die Ausgabeöffnung (6)
aufweist.
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 4 bis 7, die eine Fördereinrichtung
(8) zum Befördern von Haftmittel zur Ausgabeöffnung (6) hin aufweist.
9. Vorrichtung (1) nach Anspruch 8, bei der die Fördereinrichtung (8) einen Antrieb und
einen von dem Antrieb angetriebenen Kolben (9) aufweist.
10. Vorrichtung (1) nach den Ansprüchen 5 und 9, die derart ausgestaltet ist, dass der
Kolben (9) in die Öffnung (7) des Haftmittelbehältnisses (3) eingreifen kann und der
Kolben (9) durch Bewegen in das Haftmittelbehältnis (3) hinein Haftmittel zu der Ausgabeöffnung
(6) befördern kann.
11. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche 2 bis 10, bei der die Aufnahme
(4) einen Bodenabschnitt (10) zum Aufnehmen eines Bodens (15) des Haftmittelbehältnisses
(3) und eine im Wesentlichen senkrecht zum Bodenabschnitt verlaufende Wand (11) zum
Aufnehmen zumindest eines Abschnitts von Seitenwänden (12) des Haftmittelbehältnisses
(3) aufweist
und/oder die mehrere Haftmittelbehältnisse (3) zum Bevorraten von bevorzugt jeweils
unterschiedlichen Haftmitteln aufweist, die im Wechsel in die Aufnahme (4) aufgenommen
werden können,
und/oder die eine Beabstandungseinheit (13, 14) zum derartigen Beabstanden des in
der Aufnahme (4) aufgenommenen Haftmittelbehältnisses (3) von der Aktivierungseinheit
(5) aufweist, dass das Zuführen von Aktivierungsenergie zum Haftmittel zumindest reduziert,
bevorzugt im Wesentlichen vollständig unterbunden, wird.
12. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei der die Aktivierungseinheit
(5) zumindest eine Spule zur induktiven Erwärmung zumindest eines Aktivierungsabschnitts
(15) des Haftmittelbehältnisses und/oder ein Widerstandsheizelement zur Übertragung
von Wärme zu zumindest einem Aktivierungsabschnitt (15) des Haftmittelbehältnisses
und/oder einen Ultraschallerzeuger zum Beaufschlagen von Haftmittel mit Ultraschallwellen
und/oder einen Mikrowellenerzeuger zum Beaufschlagen von Haftmittel mit Mikrowellen
aufweist.
13. Bearbeitungsvorrichtung, insbesondere Anleimmaschine, weiter bevorzugt Kantenanleimmaschine,
zum Anleimen von Beschichtungsmaterial an ein Werkstück, das bevorzugt aus Holz, Holzwerkstoffen,
Kunststoffen oder dergleichen besteht,
mit einer Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche zum Aktivieren von
Haftmittel (2).
14. Bearbeitungsvorrichtung nach Anspruch 13, wobei die Vorrichtung (1) eingerichtet ist,
Haftmittel (2) zu dem Beschichtungsmaterial und/oder dem Werkstück zuzuführen,
und/oder wobei die Bearbeitungsvorrichtung ferner eine Einrichtung zum Zuführen von
Beschichtungsmaterial zu dem Werkstück aufweist,
wobei die Bearbeitungsvorrichtung bevorzugt ferner eine Fügeeinrichtung zum Fügen
des Beschichtungsmaterials an das Werkstück mittels des Haftmittels aufweist.
15. Verfahren zum Aktivieren von Haftmittel (2), umfassend die Schritte:
Bevorraten des Haftmittels (2) in einem Haftmittelbehältnis (3) ;
Erzeugen von Aktivierungsenergie, bevorzugt außerhalb des Haftmittelbehältnisses (3),
durch eine Aktivierungseinheit;
Berührungsloses Zuführen zumindest eines Teils der Aktivierungsenergie von der Aktivierungseinheit
zu dem Haftmittel, wobei die Aktivierungseinheit und das Haftmittel frei von gegenseitiger
Berührung sind; und
Aktivieren zumindest eines Teils des innerhalb des Haftmittelbehältnisses (3) befindlichen
Haftmittels (2) durch die zugeführte Aktivierungsenergie.