[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpressen einer Pressgutmatte im Zuge der
Herstellung von Holzwerkstoff, insbesondere Faserplatten, Spanplatten oder dergleichen,
in einer kontinuierlichen Presse,
wobei die Presse ein Pressengestell (z. B. mit mehreren in Pressenlängsrichtung hintereinander
angeordneten Pressenrahmen), zumindest eine (beheizbare/beheizte) obere Pressenplatte
und zumindest eine (beheizbare/beheizte) untere Pressenplatte aufweist, wobei die
obere Pressenplatte und/oder die untere Pressenplatte zur Einstellung eines zwischen
den Pressenplatten angeordneten Pressspaltes mit z. B. am Pressengestell abgestützten
Presszylindern beaufschlagt wird,
wobei von den Pressenplatten einlaufseitig ein Verdichtungsbereich vorgegebener Länge
gebildet wird, in dem die in den Pressspalt einlaufende Pressgutmatte während einer
Verdichtungsphase auf ein Verdichtungsmaß verdichtet wird, das bis zu 20 % (vorzugsweise
bis zu 15 %) größer als das Endmaß der aus der Presse auslaufenden Platte ist,
wobei von den Pressenplatten ein sich an den Verdichtungsbereich anschließender Hauptpressbereich
(zur Konsolidierung und/oder Kalibrierung) vorgegebener Länge gebildet wird, in dem
die Pressgutmatte lediglich noch vom Verdichtungsmaß auf das Endmaß restverdichtet
und konsolidiert sowie gegebenenfalls kalibriert wird.
[0002] Dabei sind vorzugweise im Pressenoberteil und im Pressenunterteil jeweils endlos
umlaufende Pressbänder, z. B. Stahlbänder vorgesehen, die unter Zwischenschaltung
von Wälzkörperaggregaten, z. B. Rollstangen, an den Pressenplatten abgestützt sind.
Die Pressgutmatte wird dabei mit Hilfe der Pressbänder in den Pressspalt geführt und
durch den Pressspalt mit einer Vorschubgeschwindigkeit hindurchgeführt und unter Anwendung
von Druck und Wärme zu einer Holzwerkstoffplatte bzw. einem (kontinuierlichen) Holzwerkstoffplattenstrang
verpresst. Holzwerkstoffplatte meint insbesondere Faserplatte oder Spanplatte. Bei
einer Faserplatte kann es sich z. B. um eine MDF-Platte oder auch um eine HDF- oder
LDF-Platte handeln.
[0003] Das Verfahren bezieht sich folglich auf die Herstellung von Holzwerkstoffplatten
in einer kontinuierlich arbeitenden Presse und insbesondere Doppelbandpresse, die
zumindest in dem einlaufseitigen Verdichtungsbereich flexibel und folglich biegeelastische
Pressenplatten (z. B. Einlaufplatten) aufweist, so dass sich die Einlaufkontur zumindest
im einlaufseitigen Verdichtungsbereich stufenlos und praktisch unter Erzeugung beliebiger
kontinuierlicher Biegelinien einstellen lässt.
[0004] Eine derartige kontinuierliche Presse ist z. B. aus der
DE 197 40 325 C5 bekannt. Bei dieser Ausführungsform weist die Presse einlaufseitig biegeelastische
Einlaufplatten auf, an welche in mehreren Reihen doppelt wirkende Differenzialzylinder
angeschlossen, so dass Zug- und Druckkräfte zur Einstellung kontinuierlicher Biegelinien
in vorgegebener Verteilung an die obere Einlaufplatte oder an die untere Einlaufplatte
angeschlossen sind.
[0005] Ausgehend von einer derartigen Presse wird in der
DE 199 18 492 C1 ein Verfahren zum Verpressen einer Pressgutmatte beschrieben, bei welchem die Pressgutmatte
zu Beginn der Einlaufphase im Einlaufbereich des Einlaufmauls unter Nennmaß komprimiert
und infolgedessen ihr Wärmetransportvermögen bei beschleunigter Wärmezufuhr erhöht
wird und wobei die Pressgutmatte nach einer vorgegebenen Kompressionsphase unter Erweiterung
des Pressspaltes zwischen den Einlaufplatten zur Erzeugung einer Dekompression entlastet
wird. Im Übrigen hat man sich in der Praxis bei kontinuierlichen Pressen mit der Problematik
befasst, die sich konstruktionsbedingt durch die Rahmenbauweise der Pressengestelle
ergibt, da es zu Druckschwankungen kommen kann, so dass bereits gebildete Leimbrücken
wieder aufgebrochen werden. Dieses kann zu einem Festigkeitsverlust in der hergestellten
Holzwerkstoffplatte führen. Um solche Druckschwankungen infolge der Rahmenbauweise
einer kontinuierlichen Presse zu vermeiden, wird in der
DE 199 26 258 B4 die Anwendung des sogenannten "Schmiegeprinzips" vorgeschlagen. Dazu sollen in der
Kalibrierzone der Pressstrecke die Abstützlinien an der Pressenplatte des festen Pressenholms
zu den Abstützlinien an der Pressenplatte des beweglichen Pressenholms versetzt zueinander
sein, so dass im Hauptpressenbereich sowohl die obere Pressenplatte als auch die untere
Pressenplatte parallel zueinander wellenförmig unter Bildung eines über die Pressenlängen
konstanten Pressspaltes verformt werden.
[0006] In der
EP 2 514 585 A1 wird der Einsatz von Druckverteilplatten zwischen jeweils in Pressenlängsrichtung
benachbarten Pressenrahmen mit entsprechenden Auflagern für die Pressenplatten beschrieben,
um das Schmiegeprinzip bei herkömmlichen Rahmenkonstruktionen zu verwirklichen. Solche
Druckverteilplatten mit Auflagern können z. B. im Bereich der unteren Pressenplatte
und im Bereich der unteren Einlaufplatte vorgesehen sein. Diese Überlegungen zum Schmiegeprinzip
beziehen sich jedoch in erster Linie auf den Hauptpressbereich, der im Stand der Technik
von den üblichen Hauptpressenplatten gebildet wird. Durch solche Konstruktionen sollen
insbesondere im Hauptpressbereich Pulsationen des Pressgutes reduziert werden, und
zwar insbesondere unter dem Aspekt der Leimeinsparung. Die
EP 1435281 A1 offenbart ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, die
DE 101 23 741 A1 zeigt eine gattungsgemäße Presse betreffend Anspruch 10.
[0007] Insgesamt stand beim Stand der Technik im Vordergrund in der Regel eine schnelle
Verdichtung der Pressgutmatte in einem verhältnismäßig kurzen Einlaufbereich, und
zwar mit dem Ziel, die Gesamtlänge der Presse insgesamt möglichst kurz zu halten bzw.
bei entsprechender Pressenlänge mit möglichst hohen Geschwindigkeiten arbeiten zu
können. Die bekannten Verfahren und die bekannten Pressen haben sich in der Praxis
grundsätzlich bewährt, sie sind jedoch weiterentwicklungsfähig. Hier setzt die Erfindung.
[0008] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Verpressen einer Pressgutmatte
im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten in einer kontinuierlichen Presse
der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, welches sich durch besonders hohe Wirtschaftlichkeit
bei gleichzeitig hoher Plattenqualität auszeichnet.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe lehrt die Erfindung ein Verfahren nach Anspruch 1 sowie
eine Kontinuierliche Presse unter Verwendung des Verfahrens nach Anspruch 10.
[0010] Besonders bevorzugt beträgt die Länge des Verdichtungsbereichs mehr als 50 % der
sich aus Verdichtungsbereich und Hauptpressbereich zusammensetzenden Gesamtlänge der
Presse (bzw. der Pressenplatten). Das bedeutet, dass in dieser besonders bevorzugten
Ausführungsform die Länge des Verdichtungsbereichs sogar größer als die Länge des
Hauptpressbereiches ist.
[0011] Die Erfindung geht dabei von der überraschenden Erkenntnis aus, dass sich der Pressprozess
insbesondere hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit optimieren lässt, wenn im Zuge des
Verpressens mit einem deutlich verlängerten Presseneinlauf bzw. einer deutlich verlängerten
Verdichtungszone gearbeitet wird, und zwar besonders bevorzugt in Verbindung mit einer
deutlich erhöhten Vorschubgeschwindigkeit, d. h. mit einer deutlich erhöhten Geschwindigkeit
der umlaufenden Pressbänder, welche die Durchlaufgeschwindigkeit der Pressgutmatte
durch die kontinuierliche Presse definieren.
[0012] Grundsätzlich ist man bestrebt, in der Presse eine möglichst schnelle Erwärmung der
Pressgutmatte (bis ins Matteninnere hin) zu erreichen, da die üblicherweise verwendeten
Leime bei einer bestimmten Temperatur von z. B. etwa 100°C aktiviert werden. Bislang
war man davon ausgegangen, dass es zweckmäßig ist, die Pressgutmatte in einem verhältnismäßig
kurzen Einlaufmaul in einem möglichst kurzen Pressenabschnitt schnell zu verdichten.
Überraschend hat sich herausgestellt, dass sich eine höhere Temperatur in der Matte
sehr viel schneller erreichen lässt, wenn mit einem deutlich verlängerten Einlauf
und folglich einem deutlich verlängerten Verdichtungsbereich und zugleich einem entsprechend
verkürzten Hauptpressbereich gearbeitet wird. Durch die entsprechende Verlängerung
dieses Verdichtungsbereiches lässt sich die Vorschubgeschwindigkeit der Pressgutmatte
erhöhen und überraschend hat sich herausgestellt, dass auf diese Weise ein sehr schneller
Wärmeintrag in die Matte gelingt und die jeweils kritische Temperatur (von z. B. 100°C)
zu einem deutlich früheren Zeitpunkt erreicht wird, als bei einer üblichen Einlaufkonstruktion
bzw. Einlaufeinstellung mit herkömmlichen Vorschubgeschwindigkeiten. Interessant ist
dabei die Tatsache, dass durch die Verdichtung der Matte in einem verhältnismäßig
langen Verdichtungsbereich mit entsprechend hoher Geschwindigkeit einerseits die kritische
Temperatur der Pressgutmatte im Matteninneren schnell erreicht wird und andererseits
eine Restverdichtung und Konsolidierung/Kalibrierung in einem verhältnismäßig kurzen
Hauptpressbereich möglich wird, da die Pressgutmatte bei Erreichen des Verdichtungsmaßes
am Ende der Verdichtungsphase nahezu "fertig" ist und keinen Gegendruck mehr erzeugt.
Es ist lediglich noch eine kurze Zeit der Restaushärtung zu Erreichen der Plattenfestigkeit
und zur Dickenkalibrierung erforderlich. Insgesamt lässt sich die Presse gegenüber
herkömmlichen Konstruktionen trotz des verlängerten Einlaufs bzw. Verdichtungsbereichs
verkürzen, da der Hauptpressbereich gegenüber herkömmlichen Pressen deutlich verkürzt
werden kann.
[0013] In diesem Zusammenhang ist besonders vorteilhaft, wenn mit verhältnismäßig hohen
Temperaturen gearbeitet wird, so lassen sich die Temperaturen der Pressenplatten gegenüber
herkömmlichen Betriebsweisen deutlich erhöhen. Es kann z. B. mit Temperaturen der
Pressenplatten von mehr als 250°C, vorzugsweise mehr als 270°C, besonders bevorzugt
mehr als 300°C gearbeitet werden. Dieses ist durch den Einsatz moderner Temperiermedien
bzw. Thermoöle möglich.
[0014] Von besonderer Bedeutung ist daher besonders bevorzugt eine Kombination, bei der
mit einem verlängerten Verdichtungsbereich bei gleichzeitig hohen Vorschubgeschwindigkeiten
und hohen Temperaturen gearbeitet wird, so dass insgesamt ein sehr schneller Wärmeeintrag
in die Matte gelingt. Dieses lässt sich besonders dann realisieren, wenn die Pressgutmatte
vor dem Einlauf befeuchtet wird, wobei bevorzugt eine oder beide Oberflächen der Pressgutmatte
befeuchtet werden. Diese Befeuchtung kann z. B. mit Wasser erfolgen, z. B. durch Besprühen
mit Wasser.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren mit einer zeitlich schnellen Verdichtung in einem
räumlich langen Verdichtungsbereich bei gleichzeitig reduziertem Hauptpressbereich
lässt sich folglich insbesondere bei hohen Vorschubgeschwindigkeiten und hohen Temperaturen
mit einer hohen Befeuchtung realisieren, die z. B. zumindest 1 Gewichts-%, vorzugsweise
zumindest 2 Gewichts-%, besonders bevorzugt mehr als 3 Gewichts-% beträgt und zwar
jeweils bezogen auf das Gewicht der noch zu befeuchtenden Streugutmatte. Diese Befeuchtung
kann (z. B. hälftig) auf die Oberseite und die Unterseite der Streugutmatte aufgeteilt
werden. Dabei besteht die Möglichkeit, die Oberseite und die Unterseite mit Wasser
zu besprühen. Im Zusammenhang mit der Unterseite besteht auch die Möglichkeit, das
Formband, auf welches die Streugutmatte aufgebracht wird, zu befeuchten. Jedenfalls
lassen sich die beschriebenen Effekte insbesondere im Zusammenhang mit hohen Geschwindigkeiten
und hohen Temperaturen bei einer hohen Befeuchtung der Matte optimieren.
[0016] Dabei geht die Erfindung von der Erkenntnis aus, dass sich die Presse mit besonders
hoher Geschwindigkeit fahren lässt, wenn eine ausreichend hohe Feuchtigkeit zur Verfügung
steht, um den Dampfstoßeffekt zu verstärken.
[0017] Entscheidend ist die Tatsache, dass der Verdichtungsprozess räumlich über einen größeren
Teil der Pressenlänge gestreckt wird. Diese Verdichtungsphase betrifft diejenige Phase
des Pressprozesses, in der die Pressgutmatte verdichtet wird, und zwar auf ein Verdichtungsmaß
V, welches nur noch etwas größer als das Endmaß N der fertigen Pressenplatte ist oder
sogar im Wesentlichen dem Endmaß entspricht. Es ist beim Verpressen von Pressgutmatten
üblich, die Pressgutmatte zunächst in einer Verdichtungsphase auf ein Verdichtungsmaß
V zu verdichten, das nur noch etwas größer als das Endmaß ist, z. B. bis zu 20 % größer,
vorzugsweise etwa 10 % bis 15 % größer als das Endmaß. Dieses Verdichtungsmaß V wird
daher in der Praxis auch als "Restdistanz" bezeichnet. Der Verdichtungsbereich endet
folglich dort, wo die Matte auf dieses Verdichtungsmaß verdichtet ist. Erfindungsgemäß
erfolgt nun die Verdichtung auf diese Restdistanz in einem verhältnismäßig langen
Einlaufbereich und folglich Verdichtungsbereich und daran schließt sich dann nur noch
ein verhältnismäßig kurzer Hauptpressbereich an, in dem die Endverdichtung von Restdistanz
auf Endmaß und die Konsolidierung sowie gegebenenfalls eine Kalibrierung erfolgt.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren, das auf einer deutlichen Verlängerung des Einlaufbereichs
bzw. Verdichtungsbereichs beruht, lässt sich grundsätzlich dadurch realisieren, dass
die Pressenplatten in diesem (langen) Verdichtungsbereich ein sich kontinuierlich
verjüngendes Einlaufmaul bilden. Der Pressspalt läuft folglich in diesem Verdichtungsbereich
(in grundsätzlich bekannter Weise) kontinuierlich zu. Bereits durch die beschriebene
Verlängerung des Einlaufbereichs und besonders bevorzugt bei dementsprechend erhöhter
Vorschubgeschwindigkeit und gegebenenfalls höheren Temperaturen sowie einer hohen
Befeuchtung lässt sich der Pressprozess beschleunigen.
[0019] In einer alternativen Weiterbildung besteht nun die Möglichkeit, die obere Pressenplatte
und/oder die untere Pressenplatte zumindest in dem Verdichtungsbereich zumindest bereichsweise
zyklisch pulsierend abzusenken und anzuheben, so dass die in den Verdichtungsbereich
einlaufende Pressgutmatte durch mehrfach zyklisches Verdichten und Entlasten mittels
deren Verdichtungsbereich an die obere Pressenplatte und/oder an die untere Pressenplatte
angeschlossenen Presszylinder nacheinander mehrere pulsierende variierende Kompressionsphasen
und Dekompressionsphasen durchläuft. Damit besteht insbesondere die Möglichkeit, die
Pressgutmatte in mehreren Kompressionsphasen zyklisch mehrfach auf das Verdichtungsmaß
oder unter das Verdichtungsmaß zu verdichten und folglich eine Überverdichtung zu
realisieren, wobei jeweils zwischen den Kompressionsphasen eine Entlastung in den
Dekompressionsphasen erfolgt. Bei dieser Variante wird folglich eine Pulsation im
Verdichtungsbereich gezielt und aktiv erzeugt und überraschend hat sich herausgestellt,
dass sich eine höhere Temperatur in der Matte sehr viel schneller erreichen lässt,
wenn die Pressgutmatte im Einlaufbereich zyklisch pulsierend komprimiert und dekomprimiert
wird, und zwar mit überraschendem Effekt, dass ein sehr schneller Wärmeeintrag in
die Matte gelingt und die jeweils kritische Temperatur (von z. B. 100°C) noch früher
in der Presse erreicht wird, als bei üblichen Einlaufeinstellungen. Durch die pulsierenden
Kompressionen und Dekompressionen kann der Dampf sehr schnell in das Matteninnere
eindringen, so dass eine sehr schnelle Erwärmung erfolgt.
[0020] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung besteht die Möglichkeit, dass die obere
Pressenplatte und/oder die untere Pressenplatte zumindest bereichsweise derart wellenförmig
ausgebildet ist oder eingestellt wird, dass die Pressgutmatte im Verdichtungsbereich
in Arbeitsrichtung nacheinander mehrere pulsierend variierende Kompressionsphasen
durchläuft. Bei dieser Ausgestaltung wird folglich das Einlaufmaul nicht insgesamt
pulsierend geöffnet und geschlossen, sondern eine Pressenplatte wird mit einer Wellenform
eingestellt, so dass die durchlaufende Pressgutmatte nacheinander Kompressions- und
Dekompressionsphasen durchläuft. Auch auf diese Weise kann der Wärmeeintrag weiter
beschleunigt werden.
[0021] Diese beiden Möglichkeiten - zyklisch pulsierende Einlauf einerseits oder wellenförmige
Einstellung des Einlaufbereiches andererseits - lassen sich besonders bevorzugt bei
dem eingangs beschriebenen langen Einlaufbereich bzw. Verdichtungsbereich realisieren.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren lässt sich mit einer kontinuierlichen Presse realisieren,
die in ihren grundsätzlichen Aufbau dem bislang bekannten Aufbau entspricht. Eine
solche Presse weist ein Pressengestell, eine beheizbare obere Pressenplatte im Pressenoberteil
und eine beheizbare untere Pressenplatte im Pressenunterteil auf, wobei die obere
Pressenplatte und/oder die untere Pressenplatte mit am Pressengestellt abgestützten
Presszylindern beaufschlagt ist. Im Pressenoberteil und im Pressenunterteil laufen
endlos umlaufende Pressbänder um, die unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten
an den Pressenplatten abgestützt sind. Eine solche Presse wird auch als Doppelbandpresse
bezeichnet. Sie wird nun erfindungsgemäß so ausgestaltet ausgelegt, dass die Länge
des Verdichtungsbereiches mehr als 25 %, vorzugsweise mehr als 50 % der sich aus dem
Verdichtungsbereich und dem Hauptpressbereich zusammensetzenden Gesamtlänge beträgt.
Dieses lässt sich z. B. bei einer Presse realisieren, die in grundsätzlich bekannter
Weise einerseits einlaufseitig flexible bzw. biegeelastische Einlaufplatten und andererseits
Hauptpressplatten aufweist, die sich an die Einlaufplatten anschließen. Denn es ist
grundsätzlich bekannt, bei einer kontinuierlichen Presse im Hauptpressbereich Hauptpressenplatten
bzw. Heizplatten vorzusehen, die eine verhältnismäßig große Dicke von z. B. 100 mm
aufweisen. Im Einlaufbereich können demgegenüber biegeelastische Einlaufplatten mit
geringerer Dicke von z. B. 60 mm verwendet werden. Das erfindungsgemäße Verfahren
lässt sich nun bei einer solchen Konstruktion z. B. dadurch realisieren, dass mit
deutlich verlängerten Einlaufplatten und dementsprechend verkürzten Hauptpressenplatten
gearbeitet wird. Die Einlaufplatten können dann den Verdichtungsbereich definieren
und die Hauptpressenplatten den Hauptpressbereich.
[0023] Nach einem weiteren Vorschlag der Erfindung mit selbstständiger Bedeutung wird jedoch
eine kontinuierliche Presse zur Verfügung gestellt, bei der auf eine Aufteilung zwischen
biegeelastischen Einlaufplatten einerseits und verhältnismäßig steifen Hauptpressenplatten
andererseits verzichtet wird. Vielmehr schlägt die Erfindung bei diesem (selbstständigen)
Aspekt vor, dass die obere Pressenplatte und/oder die untere Pressenplatte über ihre
gesamte Länge als flexible und folglich biegeelastische Pressenplatte ausgebildet
ist bzw. ausgebildet sind. Dieses lässt sich z. B. dadurch realisieren, dass die Dicke
der oberen Pressenplatte und/oder die Dicke der unteren Pressenplatte weniger als
80 mm, besonders bevorzugt weniger als 70 mm, z. B. etwa 60 mm beträgt. Die Pressenplatten
sind z. B. aus Stahl gefertigt. Sie können mit Heizkanälen für ein Heizmedium versehen
sein.
[0024] Diese erfindungsgemäße Presse weist folglich auf ihrer gesamten Länge verhältnismäßig
dünne Pressenplatten auf, die als Heizplatten und folglich beheizbare Pressenplatten
ausgebildet sind und die auf diese Weise eine größtmögliche Flexibilität über die
gesamte Pressenlänge erlauben. Der Einlaufbereich ist dann nicht mehr ein konstruktiv
isolierter Bereich, sondern er entsteht durch variable Einstellung der Pressenplatten
(mit durchgehender Dicke), so dass eine universelle einsetzbare kontinuierlich arbeitende
Presse zur Verfügung gestellt wird, bei der - je nach Produkt und Anforderungen -
allein durch die jeweiligen Einstellungen ein Einlaufbereich bzw. Verdichtungsbereich
der gewünschten Länge und Geometrie zur Verfügung gestellt wird. Dieser Verdichtungsbereich
ist dabei so definiert, dass er den Bereich meint, in dem die Pressgutmatte auf das
Verdichtungsmaß bzw. die Restdistanz verdichtet wird, so dass anschließend allenfalls
noch die Restverdichtung von der Restdistanz auf Endmaß und eine entsprechende Konsolidierung
erfolgen muss. Mit einer solchen Presse lässt sich nun besonders bevorzugt das eingangs
beschriebene Verfahren realisieren. Die Presse wird jedoch auch unabhängig von dem
beschriebenen Verfahren unter Schutz gestellt.
[0025] Grundsätzlich ist man beim Stand der Technik davon ausgegangen, dass im Hauptpressbereich
allein aus Steifigkeitsgründen mit verhältnismäßig dicken Pressenplatten gearbeitet
werden muss, die in der Regel deutlich dicker als die aus dem Stand der Technik ebenfalls
bekannten biegeelastischen Einlaufplatten sind. Nach einem weiteren Vorschlag der
Erfindung soll die erforderliche Steifigkeit zur Bedienung unterschiedlicher Druckzonen
durch entsprechend variable Abstände zwischen den Pressenrahmen und/oder durch die
Anzahl der Presszylinder in dem Pressenrahmen erreicht werden. Dabei ist in besonders
bevorzugter Weiterbildung vorgesehen, dass das Pressengestell eine Vielzahl von in
Pressenlängsrichtung hintereinander angeordneten Pressenrahmen aufweist, wobei das
Pressengestell über die gesamte Länge Pressenrahmen mit identischer Rahmenstärke aufweist.
Diese Überlegung trägt dem Bestreben nach Reduktion der Teilevielfalt Rechnung, denn
auf diese Weise lässt sich das Pressengestell aus einer Vielzahl von Pressenrahmen
identischer Rahmenstärke aufbauen, wobei in verschiedenen Bereichen der Presse mit
Mehrfachrahmen (z. B. Doppelrahmen oder Dreifachrahmen) gearbeitet werden kann, die
aus zwei oder mehr Pressenrahmen der einheitlichen Rahmenstärke zusammengesetzt werden.
[0026] Eine weitere Reduktion der Teilevielfalt lässt sich realisieren, indem über die gesamte
Pressenlänge Presszylinder identischer Bauart und ggf. identischer Dimension verwendet
werden. Die Presse wird folglich bevorzugt mit einem einzigen Zylindertyp (bezogen
auf die Presszylinder) konstruiert. Dabei besteht die Möglichkeit, dass als Presszylinder
über die gesamte Pressenlänge einerseits einfach wirkende Plunger-Zylinder und andererseits
einfach wirkende Rückzugszylinder realisiert werden. Die Presszylinder sind folglich
an den Pressenrahmen und folglich auf Rahmenniveau angeordnet, während die Rückzugszylinder
bevorzugt zwischen den Pressenrahmen aufgehängt sind.
[0027] Über Plunger-Zylinder einerseits und Rückzugszylinder andererseits lassen sich dann
die beschriebenen kontinuierlichen Biegelinien realisieren, und zwar mit Presszylindern
verhältnismäßig einfacher Bauart. Alternativ liegt es jedoch ebenso im Rahmen der
Erfindung, über die gesamte Pressenlänge mit doppelt wirkenden Differenzialzylindern
zu arbeiten, und zwar besonders bevorzugt mit identisch dimensionierten Differenzialzylindern,
so dass sich auf diese Weise die Teilevielfalt reduzieren lässt.
[0028] Von besonderer Bedeutung ist ein Verfahren bzw. eine Presse, bei der mit gegenüber
üblichen Pressen besonders hoher Vorschubgeschwindigkeit gearbeitet wird. Grundsätzlich
hängt die Vorschubgeschwindigkeit von der herzustellenden Plattenstärke ab. Beispielhaft
kann bei einer Platte mit einem Endmaß von mehr als 15 mm die Vorschubgeschwindigkeit
mehr als 300 mm/s, vorzugsweise mehr als 400 mm/s betragen kann, und zwar vorzugsweise
bei einer Pressenlänge von 20 m bis 45 m, z. B. 30 m bis 40 m. Bei der Herstellung
deutlich dünnerer Platten wird dann mit deutlich höheren Vorschubgeschwindigkeiten
gearbeitet.
[0029] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich einer am Ausführungsbeispiel
dargestellten Zeichnung näher erläutert.
Es zeigen
[0030]
- Fig. 1
- schematisch stark vereinfacht eine kontinuierliche Presse zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens und
- Fig. 2a
- eine erfindungsgemäße Presse in einer abgewandelten Ausführungsform in einer vereinfachten
Seitenansicht,
- Fig. 2b
- beispielhaft den Druckverlauf in einer Presse nach Fig. 2a.
[0031] Der erste Aspekt der Erfindung, der sich in besonderem Maße auf das beanspruchte
Verfahren bezieht, soll anhand der Fig. 1 erläutert werden. Dargestellt sind die obere
Pressenplatte 1 und die untere Pressenplatte 2 einer kontinuierlich arbeitenden Doppelbandpresse.
Eine solche Doppelbandpresse weist ein in Fig. 1 nicht dargestelltes Pressengestell
und eine Vielzahl von Presszylindern auf, die in Fig. 1 ebenfalls nicht dargestellt
sind und die z. B. die obere Pressenplatte beaufschlagen. Ferner weist eine solche
Presse endlos umlaufende Pressbänder auf, die unter Zwischenschaltung von Rollstangen
an den Pressenplatten 1, 2 abgestützt sind. Auch diese sind in Fig. 1 nicht dargestellt.
Die Pressenplatten 1, 2 sind beheizt, so dass eine die Presse durchlaufende Pressgutmatte
unter Anwendung von Druck und Wärme zu einer Platte, z. B. Holzwerkstoffplatte verpresst
wird. Von denen Pressenplatten 1, 2 wird einlaufseitig ein Verdichtungsbereich gebildet,
der eine Länge L1 aufweist. In diesem Verdichtungsbereich wird die in der Arbeitsrichtung
A in den Pressspalt (zwischen den Pressbändern) einlaufende Pressgutmatte während
einer Verdichtungsphase auf ein Verdichtungsmaß V verdichtet, das auch als Restdistanz
bezeichnet wird. Dieses Verdichtungsmaß ist nur noch bis zu 20 %, vorzugsweise bis
zu 15 % größer als das Endmaß N der aus der Presse auslaufenden Platte. Der Verdichtungsbereich
endet folglich dort, wo dieses Verdichtungsmaß erreicht ist. Ferner wird von den Pressenplatten
ein sich an den Verdichtungsbereich anschließender Hauptpressbereich der Länge L2
gebildet. In diesem Hauptpressbereich wird die Pressgutmatte dann (nur noch) von dem
Verdichtungsmaß V auf das Endmaß N restverdichtet und die Platte wird konsolidiert
und gegebenenfalls kalibriert. Die jeweilige Dicke der Pressgutmatte bezieht sich
dabei auf die nicht dargestellten Pressbänder, zwischen denen die Matte angeordnet
ist.
[0032] Während beim Stand der Technik der Verdichtungsbereich einen sehr geringen Teil der
Gesamtlänge der Presse bzw. deren Pressenplatten einnimmt, ist nun erfindungsgemäß
vorgesehen, dass die Länge L1 des Verdichtungsbereiches mehr als 25 % der Gesamtlänge
L beträgt, die sich aus dem Verdichtungsbereich und dem Hauptpressbereich zusammensetzt.
In dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist die Länge L1 des Verdichtungsbereiches
größer als die Länge L2 des Hauptpressbereiches, d. h. die Länge L1 des Verdichtungsbereiches
beträgt mehr als 50 % der Gesamtlänge L.
[0033] Dieses erfindungsgemäße Konzept lässt sich grundsätzlich dadurch realisieren, dass
in bekannter Weise einerseits für den Verdichtungsbereich flexible Einlaufplatten
und für den Hauptpressbereich verhältnismäßig steife Hauptpressenplatten verwendet
werden, so dass dann mit verhältnismäßig langen Einlaufplatten gearbeitet wird. In
Fig. 1 ist jedoch eine besonders bevorzugte Ausführungsform der Erfindung dargestellt,
bei der sowohl die obere Pressenplatte 1 als auch die untere Pressenplatte 2 über
ihre gesamte Länge als flexible, biegeelastische Pressenplatten 1, 2 ausgebildet sind,
die eine verhältnismäßig geringe Dicke von z. B. weniger als 70 mm aufweisen. Diese
Ausgestaltung hat den Vorteil, dass der Verdichtungsbereich einerseits und der Hauptpressenbereich
andererseits nicht konstruktiv festgelegt werden, sondern flexibel eingestellt und
damit an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst werden können. Es besteht folglich
die Möglichkeit, bei einer solchen Presse mit verschiedenen Verdichtungsbereichen
stark unterschiedlicher Länge zu arbeiten.
[0034] Dieses lässt sich z. B. mit einer Presse realisieren, die in Fig. 2a dargestellt
ist. Fig. 2a zeigt wiederum eine kontinuierlich arbeitende Presse mit oberer Pressenplatte
1 und unterer Pressenplatte 2 und mit einem Pressengestell 3, das aus Oberholm 4 und
Unterholm 5 sowie einer Vielzahl von Pressenrahmen 6 besteht. Auch bei dieser Presse
sind endlos umlaufende Pressbänder und z. B. Rollstangen vorgesehen, die in der Figur
nicht dargestellt sind.
[0035] Die Presse ist z. B. als Oberkolbenpresse ausgebildet, d. h. die obere Pressenplatte
1 ist mit einer Vielzahl von Presszylindern 7 beaufschlagt, die an den Pressenrahmen
6 abgestützt sind. Es ist auch bei dieser Ausführungsform erkennbar, dass sowohl die
obere Pressenplatte 1 als auch die untere Pressenplatte 2 über die gesamte Länge eine
durchgehende bzw. identische Dicke von z. B. etwa 60 mm aufweist, so dass eine größtmögliche
Flexibilität über die gesamte Pressenlänge realisierbar ist. Ferner ist angedeutet,
dass das Pressengestell über die gesamt Pressenlänge Pressenrahmen 6 mit identischer
Rahmenstärke aufweist. Die erforderliche Steifigkeit zur Bedienung unterschiedlicher
Druckzonen wird durch engere oder weitere Rahmenabstände a1, a2, a3 und außerdem durch
den Einsatz von Einfachrahmen einerseits oder Mehrfachrahmen andererseits realisiert.
So ist erkennbar, dass im Einlaufbereich Doppelrahmen realisiert sind, die jeweils
aus den Einzelrahmen identischer Stärke zusammengesetzt sind.
[0036] Außerdem ist angedeutet, dass über die gesamte Pressenlänge und folglich sowohl im
Verdichtungsbereich als auch im Hauptpressbereich Presszylinder 7 identischer Bauart
und Dimension verwendet werden. Auch dadurch wird die Teilevielfalt reduziert. In
dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Presszylinder als doppelt wirkende
Differenzialzylinder ausgebildet, mit denen zur Einstellung beliebiger kontinuierlicher
Biegelinien sowohl Druckkräfte als auch Zugkräfte auf die jeweilige Pressenplatte,
z. B. die obere Pressenplatte aufgebracht werden können.
[0037] Dabei ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, bei dem zunächst mehrere Doppelrahmen
mit einem Rahmenabstand a1 von z. B. 50 mm angeordnet sind. Daran können sich dann
wiederum Einzelrahmen ebenfalls mit einem Abstand a1 von 50 mm anschließen. Dieser
Bereich kann z. B. die Verdichtungszone mit der bereits erwähnten Länge L1 bilden.
Daran schließen sich dann mehrere Einzelrahmen mit einem Rahmenabstand a2 von z. B.
etwa 1200 mm an. Dieser Bereich kann z. B. den Konsolidierungsbereich darstellen.
Daran schließt sich an einem Bereich mit mehreren Einzelrahmen mit einem Rahmenabstand
a3 von z. B. 800 mm an. Dieser Abschnitt der Presse kann z. B. den Kalibrierungsbereich
bilden. Allerdings sind die Längen dieser Bereiche bei dieser Bauart nicht fest vorgegeben,
sondern Verdichtungsbereich L1 kann sich bis weit in die Presse erstrecken, z. B.
bis etwa zur Hälfte der Gesamtlänge. Insgesamt kann das Prinzip einer starren Zoneneinteilung
überwunden werden, da eine vollflexible Presse, z. B. ein vollflexibles Pressenoberteil
oder Pressenunterteil vorgesehen ist, so dass sich die notwendigen technologischen
Abläufe in der Presse beliebig verschleifen lassen.
[0038] Es ist ferner erkennbar, dass in einem hinteren Teilbereich der Presse Druckverteilplatten
8 vorgesehen sind. Diese sind im Bereich der unteren Pressenplatte vorgesehen, so
dass die untere Pressenplatte unter Zwischenschaltung von Druckverteilplatten 8 auf
den Pressenrahmen 6 aufliegt. Auch durch den Einsatz solcher Druckverteilplatten 8,
die aus dem Stand der Technik grundsätzlich bekannt sind, lässt sich dann die Pressensteifigkeit,
z. B. im Kalibrierbereich, lokal erhöhen. Dies ist insbesondere deshalb interessant,
weil hier auch im Kalibrierbereich mit den bereits beschriebenen biegeelastischen
Pressenplatten gearbeitet wird.
[0039] In Fig. 2b ist beispielhaft ein Druckverlauf in einer solchen Presse nach Fig. 2a
angedeutet und es sind beispielhaft der Verdichtungsbereich x1, der Konsolidierungsbereich
x2 und der Kalibrierungsbereich x3 erkennbar. Aufgetragen ist dort der spezifische
Druck (N/cm
2) über die Pressenlänge. Die Restverdichtung vom Verdichtungsmaß auf das Endmaß erfolgt
in dem Konsolidierungsbereich. Dabei kann im Einlaufbereich im Maximum z. B. ein Druck
von 400 N/cm
2 aufgebaut werden, der dann in einem Teil der Verdichtungsphase z. B. aus 250 N/cm
2 und schließlich im weiteren Verlauf der Verdichtung und dann auch in der Konsolidierung
und Kalibrierung beispielsweise 150 N/cm
2 beträgt.
1. Verfahren zum Verpressen einer Pressgutmatte im Zuge der Herstellung von Holzwerkstoffplatten,
insbesondere Faserplatten, in einer kontinuierlichen Presse, wobei die Presse ein
Pressengestell, zumindest eine obere Pressenplatte (1) und zumindest eine untere Pressenplatte
(2) aufweist, wobei die obere Pressenplatte (1) und/oder die untere Pressenplatte
(2) zur Einstellung eines zwischen den Pressenplatten (1, 2) angeordneten Pressspaltes
mit am Pressengestell abgestützten Presszylinder (7) beaufschlagt wird,
wobei von den Pressenplatten (1, 2) einlaufseitig ein Verdichtungsbereich vorgegebener
Länge L1 gebildet wird, in dem die in den Pressspalt einlaufende Pressgutmatte während
einer Verdichtungsphase auf ein Verdichtungsmaß V verdichtet wird, dass bis zu 20
% größer als das Endmaß N der aus der Presse auslaufenden Platte ist und
wobei von den Pressenplatten (1, 2) ein sich an den Verdichtungsbereich anschließender
Hauptpressbereich vorgegebener Länge L2 gebildet wird, in dem die Pressgutmatte von
dem Verdichtungsmaß V auf das Endmaß N restverdichtet und konsolidiert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Länge L1 des Verdichtungsbereiches mehr als 8 m und mehr als 25 % der sich aus
dem Verdichtungsbereich und dem Hauptpressbereich zusammensetzenden Gesamtlänge L
= L1 + L2 der Presse bzw. der Pressenplatte beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge L1 des Verdichtungsbereiches mehr als 50 % der Gesamtlänge L = L1 + L2
der Presse beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge L1 mehr als 10 m beträgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Herstellung einer Platte mit einem Endmaß von mehr als 15 mm die Vorschubgeschwindigkeit
mehr als 300 mm/s, vorzugsweise mehr als 400 mm/s beträgt, und zwar vorzugsweise bei
einer Pressenlänge von 20 m bis 45 m, z. B. 30 m bis 40 m.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur der oberen und/oder unteren Pressenplatte mehr als 250°C, vorzugsweise
mehr als 270°C, vorzugsweise mehr als 300°C beträgt.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressgutmatte vor dem Einlauf befeuchtet wird, z. B. mit Wasser, wobei bevorzugt
eine oder beide Oberflächen der Pressgutmatte befeuchtet werden, z. B. mit zumindest
1 Gewichts-%, vorzugsweise mit zumindest 2 Gewichts-%, besonders bevorzugt mehr als
3 Gewichts-%, jeweils bezogen auf das Gewicht der Streugutmatte.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Pressenplatten im Verdichtungsbereich ein sich kontinuierlich verjüngendes Einlaufmaul
bilden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Pressenplatte (1) und/oder die untere Pressenplatte (2) zumindest in dem
Verdichtungsbereich zumindest bereichsweise zyklisch pulsierend abgesenkt und angehoben
wird, so dass die in den Verdichtungsbereich einlaufende Pressgutmatte durch mehrfach
zyklisches Verdichten und Entlasten mittels der im Verdichtungsbereich an die obere
Pressenplatte (1) und/oder die untere Pressenplatte (2) angeschlossenen Presszylinder
(7) nacheinander mehrere pulsierend variierende Kompressionsphasen und Dekompressionsphasen
durchläuft.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Pressenplatte (1) und/oder die untere Pressenplatte (2) zumindest bereichsweise
derart wellenförmig ausgebildet oder eingestellt wird, dass die Pressgutmatte im Verdichtungsbereich
in Arbeitsrichtung (A) nacheinander mehrere pulsierend variierende Kompressionsphasen
durchläuft.
10. Kontinuierliche Presse zum Verpressen einer Pressgutmatte im Zuge der Herstellung
von Holzwerkstoffplatten mittels eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
wobei die Presse ein Pressengestell (3), eine beheizbare obere Pressenplatte (1) im
Pressenoberteil und eine beheizbare untere Pressenplatte (2) im Pressenunterteil aufweist,
wobei die obere Pressenplatte (1) und/oder die untere Pressenplatte (2) mit z. B.
am Pressengestell abgestützten Presszylindern (7) beaufschlagt ist,
und wobei die Presse im Pressenoberteil und im Pressenunterteil endlos umlaufenden
Pressbändern aufweist, die unter Zwischenschaltung von Wälzkörperaggregaten an den
Pressenplatten abgestützt sind,
wobei das Pressengestell (3) eine Vielzahl von in Pressenlängsrichtung hintereinander
angeordneten Pressenrahmen (6) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die obere Pressenplatte (1) und/oder die untere Pressenplatte (2) über ihre gesamte
Länge (2) als flexible Pressenplatte (1, 2) ausgebildet ist/sind, die eine Dicke von
weniger als 70 mm aufweist,
dass das Pressengestell (3) über die gesamte Länge Pressenrahmen (6) mit identischer
Rahmenstärke aufweist,
dass in der Presse über die gesamte Pressenlänge Presszylinder (7) identischer Bauart
und Dimension vorgesehen sind,
und dass die Pressenrahmen (6) in verschiedenen über die Pressenlänge verteilten Bereichen
mit unterschiedlichen Rahmenabständen angeordnet sind.
11. Presse nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die den Presszylindern (7) gegenüberliegende Pressenplatte (2, 1) an Druckverteilplatten
(8) abgestützt ist, die an den Pressenrahmen (3) befestigt sind, wobei vorzugsweise
lediglich im Hauptpressbereich Druckverteilplatten (8) angeordnet sind.
12. Kontinuierliche Presse nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Presszylinder (7) über die gesamte Pressenlänge doppelt wirkende Differenzialzylinder
vorgesehen sind.
13. Kontinuierliche Presse nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass als Presszylinder (7) über die gesamte Pressenlänge einerseits einfach wirkende Plunger-Zylinder
und andererseits einfach wirkende Rückzugszylinder vorgesehen sind.
1. Method of pressing a pressing material mat during the course of manufacturing wood
based boards, in particular fibreboards, in a continuous press, wherein the press
comprises a press stand, at least one upper press plate (1) and at least one lower
press plate (2), wherein in order to adjust a press gap arranged between the press
plates (1, 2), the upper press plate (1) and/or the lower press plate (2) is/are acted
upon by press cylinders (7) supported on the press stand,
wherein on the inlet side, the press plates (1, 2) form a compression area of predetermined
length L1, in which, during a compression phase, the pressing material mat entering
the press gap is compressed to a compression dimension V, which is up to 20% larger
than the end dimension N of the board leaving the press, and
wherein the press plates (1, 2) form a main pressing area of predetermined length
L2 adjoining the compression area, in which the pressing material mat is residually
compressed from the compression dimension V to the end dimension N and consolidated,
characterised in that the length L1 of the compression area is greater than 8 m and more than 25% of the
total length L = L1 + L2 of the press and/or the press plates, composed of the compression
area and the main area.
2. Method according to claim 1, characterised in that the length L1 of the compression area is more than 50% of the total length L = L1
+ L2 of the press.
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that the length L1 is more than 10 m.
4. Method according to any one of claims 1 to 3, characterised in that in the manufacturing of a board with a final dimension of more than 15 mm, the advancing
speed is more than 300 mm/s, preferably more than 400 mm/s, and preferably with a
press length of 20 m to 45 m, e.g. 30 m to 40 m.
5. Method according to any one of claims 1 to 4 characterised in that the temperature of the upper and/or lower press plate is more than 250°C, preferably
more than 270°C, preferably more than 300°C.
6. Method according to any one of claims 1 to 5, characterised in that before inputting, the pressing material mat is moistened, for example with water,
wherein preferably one or both surfaces of the pressing material mat is/are moistened,
for example with at least 1% by weight, preferably with at least 2% by weight, particularly
preferably with more than 3% by weight in each case in relation to the weight of the
dispersed material mat.
7. Method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that that in the compression area, the press plates form a continuously tapering inlet
mouth.
8. Method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that at least in the compression area the upper press plate (1) and/or the lower press
plate (2) is/are at least in parts lowered and raised in a cyclically pulsating manner,
so that the pressing material mat entering the compression area, through multiple
cyclical compression and decompression by way of the press cylinders (7) connected
to the upper press plate (1) and/or the lower press plate (2) in the compression area,
goes through several pulsating, varying compression phases and decompression phases.
9. Method according to any one of claims 1 to 6, characterised in that the upper press plate (1) and/or the lower press plate (2) is/are at least in parts
configured or adjusted in an undulating manner so that in the compression area in
the operating direction (A), the pressing material mat successively undergoes several
pulsating, varying compression phases.
10. Continuous press for pressing a pressing material mat during the course of manufacturing
wood based boards by way of a method according to any one of claims 1 to 9,
wherein the press comprises a press frame (3), a heatable upper press plate (1) in
the upper part of the press and a heatable lower press plate (2) in the lower part
of the press, wherein the upper press plate (1) and/or the lower press plate (2) is/are
acted upon by press cylinders (7) supported on the press frame, for example,
and wherein in the upper part of the press and in the lower part of the press, the
press comprises continuously circulating press belts which are supported on the press
plates with the interposition of roller body assemblies,
wherein the press stand (3) comprises a plurality of press frames (6) arranged one
behind the other in the longitudinal direction of the press,
characterised in that the upper press plate (1) and/or the lower press plate (2) is/are designed as a flexible
press plate (1, 2) over its/their entire length (2) with a thickness of less than
70 mm,
in that over the entire length the press stand (3) comprises press frames (6) with an identical
frame thickness,
in that in the press, over the entire press length, press cylinders (7) of identical type
and dimensions are provided,
and in that the press frames (6) are arranged in different areas distributed over the press length
with different frame distances.
11. Press according to claim 10, characterised in that the press plate (2, 1) opposite the press cylinders (7) is supported on pressure
distribution plates (8) which are fastened to the press stand (3), wherein preferably
pressure distribution plates (8) are only arranged in the main press area.
12. Continuous press according to any one of claims 10 or 11, characterised in that double-acting differential cylinders are provided as press cylinders (7) over the
entire press length.
13. Continuous press according to any one of claims 10 or 11, characterised that as press
cylinders (7) over the entire press length on the one hand single-acting plunger cylinders
and on the other hand single-acting retraction cylinders are provided.
1. Procédé de compression d'une nappe de matière à presser au cours de la fabrication
de panneaux à base de dérivés du bois, en particulier de panneaux de fibres, dans
une presse continue, sachant que la presse comporte un bâti de presse, au moins un
plateau de presse supérieur (1) et au moins un plateau de presse inférieur (2), sachant
que le plateau de presse supérieur (1) et/ou le plateau de presse inférieur (2), est
sollicité par des vérins de pressage (7) supportés sur le bâti de presse pour le réglage
d'un interstice de pressage disposé entre les plateaux de presse (1, 2),
sachant qu'une zone de compactage est formée du côté admission par les plateaux de
presse (1, 2) d'une longueur L1 prédéfinie , dans laquelle la natte de matière à presser
entrant dans l'interstice de pressage est compactée pendant une phase de compactage
à une mesure de compactage V, qui est jusqu'à 20 % supérieure à la cote finale N du
panneau sortant de la presse et
sachant qu'une zone de pressage principale se raccordant à la zone de compactage d'une
longueur L2 prédéfinie est formée par les plateaux de presse (1, 2), dans laquelle
la natte de matière à presser est recompactée et consolidée de la mesure de compactage
V à la cote finale N,
caractérisé en ce que la longueur L1 de la zone de compactage représente plus de 8 m et plus de 25 % de
la longueur totale L = L1 + L2 de la presse ou du plateau de presse, se composant
de la zone de compactage et de la zone de pressage principale.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la longueur L1 de la zone de compactage représente plus de 50 % de la longueur totale
L = L1 + L2 de la presse.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la longueur L1 est supérieure à 10 m.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que lors d'une fabrication d'un panneau avec une cote finale de plus de 15 mm, la vitesse
d'avance est supérieure à 300 mm/s, de préférence supérieure à 400 mm/s et à savoir
de préférence pour une longueur de pressage de 20 m à 45 m, par ex. : 30 m à 40 m.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que la température du plateau de presse supérieur et/ou inférieur est supérieure à 250°C,
de préférence supérieure à 270°C, de préférence supérieure à 300°C.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la natte de matière à presser est humidifiée avant l'entrée, par ex. avec de l'eau,
sachant de préférence qu'une ou les deux surfaces de la natte de matière à presser
sont humidifiées, par ex. avec au moins 1 %/poids, de préférence avec au moins 2 %/poids,
en particulier de préférence plus de 3 %/poids, en se référant respectivement au poids
de la natte de matière dispersée.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que les plateaux de presse dans la zone de compactage forment une bouche d'admission
se réduisant en continu.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le plateau de presse supérieur (1) et/ou le plateau de presse inférieur (2) est,
au moins dans la zone de compactage, abaissé et relevé de façon cyclique par impulsion
au moins par endroits de telle sorte que la natte de matière à presser entrant dans
la zone de compactage passe à plusieurs reprises par un compactage et un dégagement
cyclique au moyen des vérins de pressage (7) raccordés dans la zone de compactage
au plateau de presse supérieur (1) et/ou au plateau de presse inférieur (2) dans plusieurs
phases de compression et de décompression à impulsions variables se succédant l'une
derrière l'autre.
9. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le plateau de presse supérieur (1) et/ou le plateau de presse inférieur (2) est constitué
de forme ondulée au moins par endroits ou réglée de telle manière que la natte de
matière à presser passe dans la zone de compactage dans la direction de travail (A)
par plusieurs phases de compression à impulsions variables les unes après les autres.
10. Presse continue pour comprimer une natte de matière à presser au cours de la fabrication
de panneaux à base de dérivés du bois au moyen d'un procédé selon l'une quelconque
des revendications 1 à 9,
sachant que la presse comporte un bâti de presse (3), un plateau de presse supérieur
(1) chauffable dans la partie supérieure de presse et un plateau de presse inférieur
(2) chauffable dans la partie inférieure de presse, sachant que le plateau de presse
supérieur (1) et/ou le plateau de presse inférieur (2), est sollicité par des vérins
de presse (7) supportés par exemple sur le bâti de presse,
et sachant que la presse comporte dans la partie supérieure de presse et dans la partie
inférieure de presse des bandes de pressage circulant en continu, qui sont supportées
sur les plateaux de presse en intercalant des groupes de corps de roulement,
sachant que le bâti de presse (3) comporte une pluralité de cadre de presse (6) disposés
les uns derrière les autres dans la direction longitudinale de pressage,
caractérisé en ce que le plateau de presse supérieur (1) et/ou le plateau de presse inférieur (2) est/sont
constitué(s) sur toute leur longueur (2) comme des plateaux de presse souples (1,
2), qui comportent une épaisseur inférieure à 70 mm,
en ce que le bâti de presse (3) comporte des cadres de presse (6) avec une épaisseur de cadre
identique sur toute la longueur,
en ce que des vérins de pressage (7) de conception et dimension identiques sont prévus dans
la presse sur toute la longueur de pressage,
et en ce que les cadres de presse (6) sont disposés dans différentes zones réparties sur la longueur
de pressage à des distances de cadre différentes.
11. Presse continue selon la revendication 10, caractérisée en ce que le plateau de presse (2, 1) opposé aux vérins de pressage (7) est appuyé sur des
plateaux de répartition de pression (8), qui sont fixés sur le cadre de presse (3),
sachant de préférence que les plateaux de répartition de pression (8) ne sont disposés
que dans la zone de pressage principale.
12. Presse continue selon l'une quelconque des revendications 10 ou 11, caractérisée en ce que des vérins différentiels à double effet sont prévus comme vérins de pressage (7)
sur toute la longueur de pressage.
13. Presse continue selon l'une quelconque des revendications 10 ou 11, caractérisée en ce que d'une part des vérins à piston plongeur à simple effet et d'autre part des vérins
de rappel à simple effet sont prévus comme vérins de pressage (7) sur toute la longueur
de pressage.