[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein System, das einen Kran, insbesondere einen
Turmdrehkran, und einen externen Leitrechner umfasst, wobei der Kran ausgestattet
ist mit einem an einem Hubseil angebrachten Lastaufnahmemittel, Antriebseinrichtungen
zum Bewegen mehrerer Kranelemente und Verfahren des Lastaufnahmemittels, sowie einer
Steuervorrichtung zum Steuern der Antriebseinrichtungen derart, dass das Lastaufnahmemittel
entlang eines Verfahrwegs zwischen zumindest zwei Zielpunkten verfährt.
[0002] Die Schrift
DE 10 064 182 A1 zeigt ein System gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, bei dem in einer vorherigen
Fahrt des Krans im Rechner abgespeicherte Soll-Matrixpunkte von einem Bahnplanungsmodul
verwendet werden, um unter Berücksichtigung von maximalen Beschleunigungen und Geschwindigkeiten
der Verfahrantriebe eine Soll-Verfahrbahn zu planen. Eine Pendeldämpfungseinrichtung
greift dann gegebenenfalls in die Betätigung der Verfahrantriebe nochmals ein, um
ein Pendeln der Last zu vermeiden.
[0003] Ferner zeigt die Schrift
DE 10 2005 002 192 A1 einen Containerkran, bei dem ein Fahrwegsplaner einen Verfahrweg in einer horizontalen
Ebene um abgestellte Container herum festlegt und dabei die beiden Verfahrwegsschenkel
im Übergangsbereich abrundet, um schneller verfahren zu können.
[0005] Um den Lasthaken eines Krans zwischen zwei Zielpunkten verfahren zu können, müssen
üblicherweise diverse Antriebseinrichtungen betätigt und gesteuert werden. Beispielsweise
bei einem Turmdrehkran, bei dem das Hubseil von einer Laufkatze abläuft, die am Ausleger
des Krans verfahrbar ist, muss üblicherweise das Drehwerk, mittels dessen der Turm
mit dem darauf vorgesehenen Ausleger bzw. der Ausleger relativ zum Turm um eine aufrechte
Drehachse verdreht werden kann, sowie der Katzantrieb, mittels dessen die Laufkatze
entlang des Auslegers verfahren werden kann, und das Hubwerk, mittels dessen das Hubseil
verstellt und damit der Lasthaken angehoben und abgesenkt werden kann, jeweils betätigt
und gesteuert werden. Die genannten Antriebseinrichtungen werden hierbei üblicherweise
vom Kranführer über entsprechende Bedienelemente wie beispielsweise in Form von Joysticks,
Kippschaltern oder Drehknöpfe und dergleichen betätigt und gesteuert, was erfahrungsgemäß
viel Gefühl und Erfahrung benötigt, um die Zielpunkte rasch und dennoch sanft ohne
größere Pendelbewegungen anzufahren. Zwischen den Zielpunkten soll dabei möglichst
rasch gefahren werden, während am jeweiligen Zielpunkt sanft angehalten werden soll.
[0006] Ein solches Steuer der Antriebseinrichtungen eines Krans ist angesichts der erforderlichen
Konzentration für den Kranführer ermüdend, zumal oft immer wiederkehrende Verfahrwege
und monotone Aufgaben zu erledigen sind, beispielsweise wenn beim Betonieren ein am
Kranhaken aufgenommener Betonkübel vielfach zwischen einem Betonmischer, an dem der
Betonkübel befüllt wird, und einem Betonierbereich, in dem der Betonkübel entleert
wird, hin und her verfahren werden muss. Zum anderen kommt es bei nachlassender Konzentration
oder auch nicht ausreichender Erfahrung mit dem jeweiligen Krantyp zu größeren Pendelbewegungen
der aufgenommenen Last und damit zu einem entsprechenden Gefährdungspotential.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt hiervon ausgehend die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten
Kran der eingangs genannten Art zu schaffen, der Nachteile des Standes der Technik
vermeidet und Letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Insbesondere soll ein
ermüdungsfreierer Kranbetrieb mit reduziertem Risiko unerwünschter Lastpendelbewegungen
erreicht werden.
[0008] Erfindungsgemäß wird die genannte Aufgabe durch ein System gemäß Anspruch 1 gelöst.
Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
[0009] Es wird also vorgeschlagen, die Steuervorrichtung im Sinne eines Autopiloten auszubilden,
der das Lastaufnahmemittel des Krans automatisch zwischen zumindest zwei Zielpunkten
verfahren kann. In die Steuervorrichtung ist ein Automatikmodus implementiert, in
dem die Steuervorrichtung ohne manuelle Betätigung der Bedienelemente des Steuerstands
durch den Maschinenführer den Lasthaken bzw. das Lastaufnahmemittel zwischen den Zielpunkten
verfährt. Erfindungsgemäß besitzt die Steuervorrichtung ein Verfahrweg-Bestimmungsmodul
zum Bestimmen eines gewünschten Verfahrwegs zwischen den zumindest zwei Zielpunkten,
und ein automatisches Verfahr-Steuer-Modul zum automatischen Verfahren des Lastaufnahmemittels
entlang des bestimmten Verfahrwegs. Mit dem genannten Verfahrweg-Bestimmungsmodul
kann zwischen zwei Zielpunkten interpoliert werden bzw. eine Berechnung von Zwischenstellungen
vorgenommen werden, die den Verfahrweg zwischen zwei Zielpunkten näher bestimmen.
Das Verfahr-Steuer-Modul steuert dann anhand der interpolierten bzw. berechneten Zwischenstellungen
die Antriebsregler bzw. Antriebseinrichtungen an, um mit dem Lastaufnahmemittel die
genannten Zwischenstellungen und Zielpunkte anzufahren bzw. den bestimmten Verfahrweg
automatisch abzufahren.
[0010] Der genannte Automatikmodus der Steuervorrichtung vermeidet ein vorzeitiges Ermüden
des Kranführers und erleichtert insbesondere monotone Arbeiten wie ein ständiges Hin-
und Herfahren zwischen zwei festen Zielpunkten. Zum anderen können durch die automatische
Bestimmung des Verfahrwegs zwischen den Zielpunkten und die Ansteuerung der Antriebseinrichtungen
in Abhängigkeit des solchermaßen festgelegten Verfahrwegs unerwünschte Pendelbewegungen
der aufgenommenen Last durch ungeschickte Betätigung der manuellen Bedienelemente
oder schlecht gewählte Verfahrwege vermieden werden.
[0011] Die Bestimmung des Verfahrwegs zwischen den Zielpunkten kann dabei grundsätzlich
in verschiedener Art und Weise erfolgen. Beispielsweise kann das genannte Verfahrweg-Bestimmungsmodul
ein PTP- bzw. Punkt-zu-Punkt-Steuermodul aufweisen, welches dazu ausgebildet ist,
zwei Zielpunkte exakt anzufahren, wobei der Bahnverlauf zwischen den Punkten jedoch
nicht fest definiert ist.
[0012] Ein solches PTP-Steuermodul kann hierbei eine Überschleiffunktion beinhalten, mittels
derer der Verfahrweg so bestimmt wird, dass zum zeitoptimalen Verfahren ein definierter
Zielpunkt nicht genau angefahren, sondern bei Erreichen dessen Überschleifbereichs
zum nächsten Punkt abgebogen wird.
[0013] In Weiterbildung der Erfindung kann die genannte Überschleiffunktion des PTP-Steuermoduls
dabei asynchron arbeitend ausgebildet sein, so dass mit dem Überschleifen begonnen
wird, wenn die letzte zu betätigende Antriebsachse bzw. Antriebseinrichtung die Raumkugel
um den genannten Punkt herum erreicht. Alternativ kann die Überschleiffunktion auch
synchron ausgebildet bzw. gesteuert sein, so dass mit dem Überschleifen begonnen wird,
sobald die führende Bewegungs- bzw. Antriebsachse in die Raumkugel um den programmierten
Punkt herum eindringt.
[0014] Alternativ oder zusätzlich zu dem genannten PTP-Steuermodul kann das Verfahrweg-Bestimmungsmodul
jedoch auch ein Vielpunkt-Steuermodul aufweisen, welches zwischen zwei anzufahrenden
Zielpunkten eine Vielzahl von Zwischenpunkten bestimmt, vorzugsweise derart, dass
die genannten Zwischenpunkte eine dichte Folge von zeitäquidistanten Punkten bilden.
Das Anfahren solcher zeitäquidistanten Zwischenpunkte, die in dichter Folge angeordnet
sind, benötigt näherungsweise dieselbe Zeitspanne, so dass eine insgesamt harmonische
Betätigung der Antriebseinrichtungen und damit ein harmonisches Verfahren der Kranelemente
erreicht werden kann.
[0015] Alternativ oder zusätzlich zu einem solchen Multipunkt-Steuermodul kann die Bestimmung
des Verfahrweges auch durch ein Bahnsteuermodul erfolgen, welches eine kontinuierliche,
mathematisch definierte Bewegungsbahn zwischen den Zielpunkten berechnet. Ein solches
Bahnsteuermodul kann dabei einen Interpolator umfassen, der entsprechend einer vorgegebenen
Bahnfunktion oder -teilfunktion beispielsweise in Form einer Geraden, eines Kreises
oder eines Polynoms Zwischenwerte auf der berechneten Raumkurve ermittelt und sie
an die Antriebseinrichtungen bzw. deren Antriebsregler gibt. Ein solcher Interpolator
kann eine Linearinterpolation und/oder eine Kreisinterpolation und/oder eine Splineinterpolation
und/oder Sonderinterpolationen, beispielsweise Bezier- oder Spiralinterpolationen
ausführen, wobei dies mit oder ohne Überschleifen ausgeführt werden kann.
[0016] Die Programmierung bzw. Bestimmung der Bahnführung bzw. des Verfahrweges kann online
oder offline erfolgen.
[0017] Bei einer Online-Programmierung kann die Bestimmung des gewünschten Verfahrweges
insbesondere durch eine Teach-in-Einrichtung vorgenommen werden, mittels derer gewünschte
Ziel- und Zwischenpunkte des gewünschten Verfahrweges durch manuelle Betätigung der
Bedienelemente der Steuervorrichtung oder auch durch Betätigung eines Programmierhandgerätes
angefahren werden, wobei die Teach-in-Einrichtung die genannten Ziel- und Zwischenpunkte
speichert. Vorteilhafterweise kann ein erfahrener Kranführer mit der Steuerkonsole
den Kran bzw. dessen Lasthaken entlang eines gewünschten Verfahrwegs zwischen den
Endpunkten verfahren. Alle so erreichten Koordinaten bzw. Zwischenpunkte können in
der Steuerung gespeichert werden. Im Automatikbetrieb kann die Steuervorrichtung des
Krans dann alle gespeicherten Ziel- und Zwischenpunkte autonom anfahren.
[0018] Gemäß der Erfindung besitzt das Verfahrweg-Bestimmungsmodul eine Playback-Einrichtung
zum Bestimmen des gewünschten Verfahrweges durch manuelles Verfahren des Lasthakens
entlang des gewünschten Verfahrwegs. Während des manuellen Führens des Lasthakens
entlang des gewünschten Verfahrwegs werden Koordinaten bzw. Zwischenpunkte aufgezeichnet,
so dass die Steuervorrichtung des Krans die entsprechenden Bewegungen exakt wiederholen
kann.
[0019] Zusätzlich können zur Online-Programmierung des gewünschten Verfahrweges auch noch
weitere Maßnahmen ergriffen werden, beispielsweise eine Online-Programmierung vorgegebener
Programmblöcke oder eine sensorgestützte Programmierung.
[0020] Eine Offline-Bestimmung des gewünschten Verfahrweges erfolgt gemäß der Erfindung
durch Anbindung des Verfahrweg-Bestimmungsmoduls an einen externen Leitrechner , der
Zugriff auf ein Bauwerkdatenmodell besitzt und auf Basis der digitalen Daten des Bauwerkdatenmodells
Ziel- und/oder Zwischenpunkte für die Bestimmung des Verfahrweges bereitstellt. Anhand
der aus dem Bauwerkdatenmodell bereitgestellten Ziel- und/oder Zwischenpunkte kann
das Verfahrweg-Bestimmungsmodul dann in der zuvor erläuterten Weise den Verfahrweg
bestimmen, beispielsweise durch PTP-Steuerung, Vielpunktsteuerung oder Bahnsteuerung.
[0021] In einem solchen Bauwerkdatenmodell, das auch als BIM-Modell bezeichnet wird, sind
digitale Informationen über das zu errichtende bzw. zu bearbeitende Bauwerk enthalten,
wobei es sich hierbei insbesondere um ein Gesamtmodell handelt, das in der Regel die
dreidimensionalen Planungen aller Gewerke, den Zeitplan und auch den Kostenplan enthält.
Solche Bauwerkdaten- bzw. BIM-Modelle sind in der Regel computerlesbare Dateien oder
Dateikonglomerate und ggf. verarbeitende Computerprogrammbausteine zum Verarbeiten
solcher Daten, in denen Informationen und Charakteristika, die das zu errichtende
bzw. zu bearbeitende Bauwerk und dessen relevante Eigenschaften in Form digitaler
Daten beschreiben. Anhand der vorteilhafterweise dreidimensionalen Bauwerkdaten, die
als CAD-Daten vorliegen können, können für vorzunehmende Kranhübe die Zielpunkte bestimmt
werden, wobei hierfür vorteilhafterweise ein Kranhub-Bestimmungsmodul vorhanden sein
kann, das einerseits Zielpunkte für einen solchen Kranhub und deren Koordinaten identifiziert,
beispielsweise die Anlieferungsstation eines Betonmischers und der Entleerbereich
des Betonkübels für eine Betonieraufgabe. Zusätzlich werden dann für die Bestimmung
des Verfahrwegs Bauwerksdaten, die die Geometrie des Bauwerks in der jeweiligen Bauphase
wiedergeben, berücksichtigt, um Kollisionen mit bereits existierenden Konturen des
Bauwerks zu vermeiden.
[0022] Sind solchermaßen die Zielpunkte und Kollisionen vermeidende Zwischenpunkte für den
Verfahrweg identifiziert, können diese dem Verfahrweg-Bestimmungsmodul zur Verfügung
gestellt werden, welches dann anhand dieser Ziel- und Zwischenpunkte in der bereits
beschriebenen Weise den Verfahrweg bestimmt.
[0023] Für die Bestimmung des Verfahrwegs können auch Zwischenpunkte gesetzt werden, die
Arbeitsbereichsbegrenzungen des Krans berücksichtigen, beispielsweise um Kollisionen
mit anderen Kranen zu vermeiden. Solche Arbeitsbereichsbegrenzungen bzw. solche Arbeitsbereichsbegrenzungen
definierende Daten können ebenfalls aus dem genannten Bauwerkdatenmodell gewonnen
bzw. bereitgestellt werden. Alternativ oder zusätzlich ist auch eine manuelle Eingabe
solcher Arbeitsbereichsbegrenzungen direkt am Kran möglich, die dann ebenfalls berücksichtigt
werden können, wenn der gewünschte Verfahrweg für einen automatisierten Hub bestimmt
und Zwischenpunkte hierfür gesetzt werden. Vorteilhafterweise können solche Arbeitsbereichsbegrenzungen
auch dynamisch berücksichtigt werden, insbesondere wenn entsprechende digitale Daten
für die Arbeitsbereichsbegrenzungen aus dem Bauwerkdatenmodell bzw. BIM-Modell bereitgestellt
werden, welches Baufortschritte und sich ergebende Änderungen in verschiedenen Bauphasen
berücksichtigt.
[0024] Das automatische Verfahr-Steuer-Modul der Steuervorrichtung des Krans kann grundsätzlich
verschieden arbeiten, wobei das Verfahr-Steuer-Modul insbesondere autark arbeitend
ausgebildet sein kann dahingehend, dass Verfahrgeschwindigkeiten und/oder Beschleunigungen
und die entsprechenden Ansteuersignale für die Antriebseinrichtungen nicht den Verfahrgeschwindigkeiten
oder Beschleunigungen entsprechen müssen, die beispielsweise beim Teach-in-Prozess
oder bei der Playback-Programmierung vorgegeben wurden. Das Verfahr-Steuer-Modul kann
die Verfahrgeschwindigkeiten und/oder Beschleunigungen der Antriebe autark bestimmen,
insbesondere dahingehend, dass einerseits hohe Verfahrgeschwindigkeiten erreicht und
die Leistung der Antriebseinrichtungen ausgenutzt wird, andererseits jedoch ein sanftes
und pendelfreies Anfahren der Zielpunkte erreicht wird.
[0025] Insbesondere kann das genannte Verfahr-Steuer-Modul an eine Pendeldämpfungseinrichtung
angebunden sein und/oder Vorgaben einer Pendeldämpfungseinrichtung berücksichtigen.
Solche Pendeldämpfungseinrichtungen für Krane sind grundsätzlich in verschiedenen
Ausführungen bekannt, beispielsweise durch Ansteuerung der Drehwerk-, Wipp- und Laufkatzenantriebe
in Abhängigkeit von bestimmten Sensorsignalen, beispielsweise Neigungs- und/oder Gyroskopsignalen.
Beispielsweise zeigen die Schriften
DE 20 2008 018 260 U1 oder
DE 10 2009 032 270 A1 bekannte Lastpendeldämpfungen an Kranen, auf deren Gegenstand insoweit, d.h. hinsichtlich
der Ausbildung der Pendeldämpfungseinrichtung, ausdrücklich Bezug genommen wird.
[0026] In Weiterbildung der Erfindung kann das Verfahr-Steuer-Modul zur Pendeldämpfung insbesondere
den Auslenkwinkel bzw. den Schrägzug des Lasthakens des Krans gegenüber einer Vertikalen
berücksichtigen, die durch die Laufkatze bzw. den Aufhängungspunkt des Hubseils gehen
kann. Eine entsprechende Erfassungseinrichtung zum Erfassen der Auslenkung des Lastaufnahmemittels
gegenüber der Vertikalen kann beispielsweise optisch arbeitend ausgebildet sein und
eine bildgebende Sensorik, beispielsweise eine Kamera aufweisen, die vom Aufhängungspunkt
des Hubseils, beispielsweise der Laufkatze, im Wesentlichen senkrecht nach unten blickt.
Eine Bildauswerteeinrichtung kann in dem von der bildgebenden Sensorik bereitgestellten
Bild den Kranhaken identifizieren und dessen Exzentrizität bzw. dessen Verschiebung
aus dem Bildzentrum heraus bestimmen, welche ein Maß für die Auslenkung des Kranhakens
gegenüber der Vertikalen ist und damit das Lastpendeln charakterisiert.
[0027] Das genannte Verfahr-Steuer-Modul kann die solchermaßen bestimmten Auslenkung des
Lasthakens berücksichtigen und die Antriebseinrichtungen derart ansteuern und/oder
deren Beschleunigungen und Geschwindigkeiten derart bestimmen, dass die Auslenkungen
des Lasthakens gegenüber der Vertikalen minimiert werden bzw. ein bestimmtes Maß nicht
überschreiten.
[0028] Vorteilhafterweise kann die Positionssensorik dazu ausgebildet sein, die Last relativ
zu einem fixen Weltkoordinatensystem zu erfassen und/oder die Verfahr-Steuereinrichtung
dazu ausgebildet sein, die Last relativ zu einem fixem Weltkoordinatensystem zu postionieren.
[0029] Vorteilhafterweise kann eine Steuereinrichtung vorgesehen werden, welche die Last
relativ zum fixen Weltkoordinatensystem oder dem Kranfundament positioniert und somit
nicht direkt abhängig von der Kranstrukturschwingung und der Kranposition ist. Durch
eine solche Steuereinrichtung wird die Lastposition von der Kranschwingung entkoppelt,
wobei die Last nicht direkt relativ zum Kran, sondern relativ zum fixen Weltkoordinatensystem
oder dem Kranfundament geführt wird.
[0030] Insbesondere können Strukturschwingungen des Krans bzw. dessen Strukturteile in der
Steuereinrichtung mit berücksichtigt und durch das Fahrverhalten gedämpft werden.
Dies wirkt sich wiederum schonend auf den Stahlbau aus, welcher dadurch weniger beansprucht
wird.
[0031] Durch die Lastpositionserfassung kann dabei auch eine Schrägzugreglung realisiert
werden, welche eine statische Verformung durch die angehängte Last eliminiert bzw.
zumindest reduziert. Um eine Schwingungsdynamik zu reduzieren bzw. gar nicht erst
entstehen zu lassen, kann die Pendeldämpfungseinrichtung dazu ausgebildet sein, das
Drehwerk und das Katzfahrwerk so zu korrigieren, dass das Seil möglichst immer im
senkrechten Lot zur Last steht, auch wenn sich der Kran durch das zunehmende Lastmoment
immer mehr nach vorne neigt. Beispielsweise kann beim Anheben einer Last vom Boden
die Nickbewegung des Krans infolge seiner Verformung unter der Last berücksichtigt
und das Katzfahrwerk unter Berücksichtigung der erfassten Lastposition so nachgefahren
bzw. unter vorausschauender Abschätzung der Nickverformung so positioniert werden,
dass das Hubseil bei der sich ergebenden Kranverformung im senkrechten Lot über der
Last steht. Die größte statische Verformung tritt dabei an dem Punkt auf, an dem die
Last den Boden verlässt. Dann ist keine Schrägzugregelung mehr notwendig. In entsprechender
Weise kann alternativ oder zusätzlich auch das Drehwerk unter Berücksichtuigung der
erfassten Lastposition so nachgefahren und/oder unter vorausschauender Abschätzung
einer Querverformung so positioniert werden, dass das Hubseil bei der sich ergebenden
Kranverformung im senkrechten Lot über der Last steht.
[0032] Eine solche Schrägzugregelung kann zu einem späteren Zeitpunkt vom Bediener wieder
aktiviert werden, der dadurch den Kran als Manipulator verwenden kann. Hierddurch
kann dieser die Last nur durch Drücken und/oder Ziehen nachpositionieren. Die Schrägzugregelung
versucht dabei der Auslenkung, welche vom Bediener hervorgerufen wird, zu folgen.
Dadurch kann eine Manipulatorsteuerung realisiert werden.
[0033] Insbesondere kann das Verfahr-Steuer-Modul bei den pendeldämpfenden Maßnahmen nicht
nur die eigentliche Pendelbewegung des Seils an sich berücksichtigen, sondern auch
die Dynamik des Stahlbaus des Krans und dessen Antriebsstränge. Der Kran wird nicht
mehr als unbeweglicher Starrkörper angenommen, der Antriebsbewegungen der Antriebseinrichtungen
unmittelbar und identisch, d.h. 1:1 in Bewegungen des Aufhängungspunktes des Hubseils
umsetzt. Stattdessen betrachtet die Pendeldämpfungseinrichtung den Kran als weiche
Struktur, die in ihren Stahlbauteilen wie beispielsweise dem Turmgitter, und in Antriebssträngen
Elastizitäten und Nachgiebigkeiten bei Beschleunigungen zeigt, und berücksichtigt
diese Dynamik der Strukturteile des Krans bei der pendeldämpfenden Beeinflussung der
Ansteuerung der Antriebseinrichtungen.
[0034] Vorteilhafterweise kann die Pendeldämpfungseinrichtung Bestimmungsmittel zum Bestimmen
von dynamischen Verformungen und Bewegungen von Strukturbauteilen unter dynamischen
Lasten umfassen, wobei der Steuerbaustein der Pendeldämpfungseinrichtung, der das
Ansteuern der Antriebseinrichtung pendeldämpfend beeinflusst, dazu ausgebildet ist,
beim Beeinflussen der Ansteuerung der Antriebseinrichtungen die bestimmten dynamischen
Verformungen der Strukturbauteile des Krans zu berücksichtigen.
[0035] Die Pendeldämpfungseinrichtung betrachtet also vorteilhafterweise die Kran- bzw.
Maschinenstruktur nicht als starre, sozusagen unendlich steife Struktur, sondern geht
von elastisch verformbaren und/oder nachgiebigen und/oder relativ weichen Struktur
aus, die - zusätzlich zu den Stellbewegungsachsen der Maschine wie beispielsweise
der Auslegerwippachse oder der Turmdrehachse - Bewegungen und/oder Positionsänderungen
durch Verformungen der Strukturbauteile zulässt.
[0036] Die Berücksichtigung der Beweglichkeit der Maschinenstruktur infolge von Strukturverformungen
unter Last oder dynamischen Belastungen ist gerade bei langgestreckten, schlanken
und von den statischen und dynamischen Randbedingungen her bewusst - unter Berücksichtigung
der notwendigen Sicherheiten - ausgereizten Strukturen wie bei Turmdrehkranen von
Bedeutung, da hier spürbare Bewegungsanteile beispielsweise für den Ausleger und damit
die Lasthakenposition durch die Verformungen der Strukturbauteile hinzukommen. Um
die Pendelursachen besser bekämpfen zu können, berücksichtigt die Pendeldämpfung solche
Verformungen und Bewegungen der Maschinenstruktur unter dynamischen Belastungen.
[0037] Hierdurch können beträchtliche Vorteile erreicht werden:
Zunächst wird die Schwingungsdynamik der Strukturbauteile durch das Regelverhalten
der Steuereinrichtung reduziert. Dabei wird durch das Fahrverhalten die Schwingung
aktiv gedämpft bzw. durch das Regelverhalten erst gar nicht angeregt.
[0038] Ebenso wird der Stahlbau geschont und weniger beansprucht. Insbesondere Stoßbelastungen
werden durch das Regelverhalten reduziert.
[0039] Ferner kann durch dieses Verfahren der Einfluss des Fahrverhaltens definiert werden.
[0040] Durch die Kenntnisse der Strukturdynamik und das Reglerverfahren kann insbesondere
die Nickschwingung reduziert und gedämpft werden. Dadurch verhält sich die Last ruhiger
und schwankt später in Ruhelage nicht mehr auf und ab.
[0041] Die vorgenannten elastischen Verformungen und Bewegungen der Strukturbauteile und
Antriebsstränge und die sich hierdurch einstellenden Eigenbewegungen können grundsätzlich
in verschiedener Art und Weise bestimmt werden. In Weiterbildung der Erfindung können
die genannten Bestimmungsmittel eine Schätzeinrichtung umfassen, die die Verformungen
und Bewegungen der Maschinenstruktur unter dynamischen Belastungen, die sich in Abhängigkeit
von am Steuerstand eingegegebenen Steuerbefehlen und/oder in Abhängigkeit von bestimmten
Ansteueraktionen der Antriebseinrichtungen und/oder in Abhängigkeit bestimmter Geschwindigkeits-
und/oder Beschleunigungsprofile der Antriebseinrichtungen ergeben, unter Berücksichtigung
von die Kranstruktur charakterisierenden Gegebenheiten abschätzt.
[0042] Eine solche Schätzeinrichtung kann beispielsweise auf ein Datenmodell zugreifen,
in dem Strukturgrößen des Krans wie Turmhöhe, Auslegerlänge, Steifigkeiten, Flächenträgheitsmomente
und ähnliches abgelegt und/oder miteinander verknüpft sind, um dann anhand einer konkreten
Lastsituation, also Gewicht der am Lasthaken aufgenommenen Last und momentane Ausladung,
abzuschätzen, welche dynamischen Effekte, das heißt Verformungen im Stahlbau und in
den Antriebssträngen für eine bestimmte Betätigung einer Antriebseinrichtung ergeben.
In Abhängigkeit einer solchermaßen geschätzten dynamischen Wirkung kann die Pendeldämpfungseinrichtung
dann in die Ansteuerung der Antriebseinrichtungen eingreifen und die Stellgrößen der
Antriebsregler der Antriebseinrichtungen beeinflussen, um Pendelbewegungen des Lasthakens
und des Hubseils zu vermeiden bzw. zu reduzieren.
[0043] Insbesondere kann die Bestimmungseinrichtung zur Bestimmung solcher Strukturverformungen
eine Berechnungseinheit aufweisen, die diese Strukturverformungen und sich daraus
ergebende Strukturteilbewegungen anhand eines gespeicherten Berechnungsmodells in
Abhängigkeit der am Steuerstand eingegebenen Steuerbefehle berechnet. Ein solches
Modell kann ähnlich einem Finite-Elemente-Modell aufgebaut sein oder ein Finite-Elemente-Modell
sein, wobei vorteilhafterweise jedoch ein gegenüber einem Finite-Elemente-Modell deutlich
vereinfachtes Modell verwendet wird, das beispielsweise empirisch durch Erfassung
von Strukturverformungen unter bestimmten Steuerbefehlen und/oder Belastungszuständen
am echten Kran bzw. der echten Maschine bestimmt werden kann. Ein solches Berechnungsmodell
kann beispielsweise mit Tabellen arbeiten, in denen bestimmten Steuerbefehlen bestimmte
Verformungen zugeordnet sind, wobei Zwischenwerte der Steuerbefehle mittels einer
Interpolationsvorrichtung in entsprechende Verformungen umgerechnet werden können.
[0044] Alternativ oder zusätzlich zu einem Abschätzen oder Berechnen der elastischen Verformungen
und dynamischen Bewegungen der Strukturbauteile kann die Pendeldämpfungseinrichtung
auch eine geeignete Sensorik umfassen, mittels derer solche elastischen Verformungen
und Bewegungen von Strukturbauteilen unter dynamischen Belastungen erfasst werden.
Eine solche Sensorik kann beispielsweise Verformungssensoren wie Dehnungsmessstreifen
am Stahlbau des Krans, beispielsweise den Gitterfachwerken des Turms und/oder des
Auslegers umfassen. Alternativ oder zusätzlich können Beschleunigungs- und/oder Geschwindigkeitssensoren
vorgesehen sein, um bestimmte Bewegungen von Strukturbauteilen wie beispielsweise
Nickbewegungen der Auslegerspitze und/oder rotatorische Dynamikeffekte am Ausleger
zu erfassen.
[0045] Alternativ oder zusätzlich können auch Neigungssensoren oder Gyroskope beispielsweise
am Turm, insbesondere an dessen oberen Abschnitt, an dem der Ausleger gelagert ist,
vorgesehen sein, um die Dynamik des Turms zu erfassen. Beispielsweise führen ruckartige
Hubbewegungen zu Nickbewegungen des Auslegers, die mit Biegebewegungen des Turm einhergehen,
wobei eine Nachschwingen des Turm wiederum zu Nickschwingungen des Auslegers führt,
was mit entsprechenden Lasthakenbewegungen einhergeht. Alternativ oder zusätzlich
können auch den Antriebssträngen Bewegungs- und/oder Beschleunigungssensoren zugeordnet
sein, um die Dynamik der Antriebsstränge erfassen zu können. Beispielsweise können
den Umlenkrollen der Laufkatze für das Hubseil und/oder Umlenkrollen für ein Abspannseil
eines Wippauslegers Drehgeber zugeordnet sein, um die tatsächliche Seilgeschwindigkeit
am relevanten Punkt erfassen zu können.
[0046] Vorteilhafterweise sind auch den Antriebseinrichtungen selbst geeignete Bewegungs-
und/oder Geschwindigkeits- und/oder Beschleunigungssensoren zugeordnet, um die Antriebsbewegungen
der Antriebseinrichtungen entsprechend erfassen und in Zusammenhang mit den abgeschätzten
und/oder erfassten Verformungen der Strukturbauteile wie des Stahlbaus und in den
Antriebssträngen setzen zu können.
[0047] Alternativ oder zusätzlich zu einer solchen Berücksichtigung der Vorgaben einer Pendeldämpfungseinrichtung
durch das Verfahr-Steuer-Modul können pendeldämpfende Maßnahmen auch bereits bei der
Planung bzw. Bestimmung des gewünschten Verfahrwegs berücksichtigt werden. Beispielsweise
kann das Verfahrweg-Bestimmungsmodul Knicke des Verfahrwegs runden oder Kurvenradien
großzügig bemessen und/oder Schlangenlinien vermeiden.
[0048] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele und zugehöriger
Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Darstellung eines Turmdrehkrans, dessen Lasthaken zwischen zwei
Zielpunkten in Form einer Betonanlieferungsstation und eines Betonierfelds hin und
her zu verfahren ist,
- Fig. 2:
- ein schematisches Diagramm zur Verdeutlichung der Arbeitsweise eines PTP-Steuermoduls,
das den Verfahrweg im Sinne einer Punkt-zu-Punkt-Steuerung bestimmt,
- Fig. 3:
- ein schematisches Diagramm zur Verdeutlichung der Arbeitsweise eines Vielpunkt-Steuermoduls,
das den Verfahrweg im Sinne einer Vielpunkt-Steuerung bestimmt,
- Fig. 4:
- die durch eine Vielpunkt-Steuerung erzeugte Verfahrbahn, die durch eine dichte Folge
von zeitäquidistanten Punkten definiert wird, und
- Fig. 5:
- zwei schematische Diagramme zur Verdeutlichung der Arbeitsweise eines Bahnsteuermoduls,
das den Verfahrweg als kontinuierliche, mathematisch berechnete Bewegungsbahn bestimmt,
wobei das Teildiagramm (a) eine Bahnsteuerung ohne Überschleifen und das Teildiagramm
(b) eine Bahnsteuerung mit Überschleifen zeigt,
- Fig.6:
- eine schematische Darstellung eines Steuermoduls, das an den Lasthaken oder ein daran
befestigtes Bauteil angedockt werden kann, um den Lasthaken an einem Zielpunkt feinjustieren
zu können oder für eine Play-Back oder Teach-In Programmierung händisch entlang einer
gewünschten Bahn verfahren zu können, und
- Fig. 7:
- eine schematische Darstellung von Verformungen und Schwingungsformen eines Turmdrehkrans
unter Last und deren Dämpfung bzw. Vermeidung durch eine Schrägzugregelung, wobei
die Teilansicht a.) eine Nickverformung des Turmdehkrans unter Last und einen damit
verknüpften Schrägzug des Hubseils zeigt, die Teilansichten b.) und c.) eine Querverformung
des Turmdrehkrans in perspektivischer Darstellung sowie in Draufsicht von oben zeigen,
und die Teilansichten d.) und e.) einen mit solchen Querverformungen verknüpften Schrägzug
des Hubseils zeigen.
[0049] Wie Fig. 1 zeigt, kann der Kran als Turmdrehkran ausgebildet sein. Der in Fig. 1
gezeigte Turmdrehkran kann beispielsweise in an sich bekannter Weise einen Turm 201
aufweisen, der einen Ausleger 202 trägt, der von einem Gegenausleger 203 ausbalanciert
wird, an dem ein Gegengewicht 204 vorgesehen ist. Der genannte Ausleger 202 kann zusammen
mit dem Gegenausleger 203 um eine aufrechte Drehachse 205, die koaxial zur Turmachse
sein kann, durch ein Drehwerk verdreht werden. An dem Ausleger 202 kann eine Laufkatze
206 durch einen Katzantrieb verfahren werden, wobei von der Laufkatze 206 ein Hubseil
207 abläuft, an dem ein Lasthaken 208 befestigt ist.
[0050] Wie Fig. 1 ebenfalls zeigt, kann der Kran 2 dabei eine elektronische Steuervorrichtung
3 aufweisen, die beispielsweise einen am Kran selbst angeordneten Steuerungsrechner
umfassen kann. Die genannte Steuervorrichtung 3 kann hierbei verschiedene Stellglieder,
Hydraulikkreise, Elektromotoren, Antriebsvorrichtungen und andere Arbeitsaggregate
an der jeweiligen Baumaschine ansteuern. Dies können beispielsweise bei dem gezeigten
Kran dessen Hubwerk, dessen Drehwerk, dessen Katzantrieb, dessen -ggf. vorhandener
- Ausleger-Wippantrieb oder dergleichen sein.
[0051] Die genannte elektronische Steuervorrichtung 3 kann hierbei mit einem Endgerät 4
kommunizieren, das am Steuerstand bzw. in der Führerkabine angeordnet sein kann und
beispielsweise die Form eines Tablets mit Touchscreen und/oder Joysticks aufweisen
kann, so dass einerseits verschiedene Informationen vom Steuerungsrechner 3 an dem
Endgerät 4 angezeigt und umgekehrt Steuerbefehle über das Endgerät 4 in die Steuervorrichtung
3 eingegeben werden können.
[0052] Die genannte Steuervorrichtung 3 des Krans 1 kann insbesondere dazu ausgebildet sein,
die genannten Antriebsvorrichtungen des Hubwerks, der Laufkatze und des Drehwerks
auch dann anzusteuern, wenn der Lasthaken 208 und/oder ein daran aufgenommenes Bauteil
wie beispielsweise ein Betonkübel händisch von einem Maschinenbediener mittels eines
Handsteuermoduls 65 mit einem Handgriff 66 manipuliert, wie dies Fig. 6 zeigt, d.h.
in eine Richtung gedrückt oder gezogen und/oder verdreht wird bzw. dies versucht wird,
um ein händisches Feindirigieren der Lasthaken- und damit Betonkübelposition beispielsweise
beim Betonieren zu ermöglichen.
[0053] Hierzu kann der Kran 1 eine Erfassungseinrichtung 60 aufweisen, die einen Schrägzug
des Hubseils 207 und/oder Auslenkungen des Lasthakens 208 gegenüber einer Vertikalen
61, die durch den Aufhängungspunkt des Lasthakens 208, d.h. die Laufkatze 206 geht,
erfasst.
[0054] Die hierzu vorgesehenen Bestimmungsmittel 62 der Erfassungseinrichtung 60 können
beispielsweise optisch arbeiten, um die genannte Auslenkung zu bestimmen. Insbesondere
kann an der Laufkatze 206 eine Kamera 63 oder eine andere bildgebende Sensorik angebracht
sein, die von der Laufkatze 206 senkrecht nach unten blickt, so dass bei unausgelenktem
Lasthaken 208 dessen Bildwiedergabe im Zentrum des von der Kamera 63 bereitgestellten
Bilds liegt. Wird indes der Lasthaken 208 gegenüber der Vertikalen 61 ausgelenkt,
beispielsweise durch händisches Drücken oder Ziehen am Lasthaken 208 bzw. dem in Fig.
9 gezeigten Betonkübel 50, wandert die Bildwiedergabe des Lasthakens 208 aus dem Zentrum
des Kamerabilds heraus, was durch eine Bildauswerteeinrichtung 64 bestimmt werden
kann.
[0055] In Abhängigkeit der erfassten Auslenkung gegenüber der Vertikalen 61, insbesondere
unter Berücksichtigung der Richtung und Größe der Auslenkung, kann die Steuervorrichtung
3 den Drehwerksantrieb und den Laufkatzenantrieb ansteuern, um die Laufkatze 206 wieder
mehr oder minder exakt über den Lasthaken 208 zu bringen, d.h. die Steuervorrichtung
3 steuert die Antriebsvorrichtungen des Krans 1 derart an, dass der Schrägzug bzw.
die erfasste Auslenkung möglichst kompensiert wird. Hierdurch kann ein intuitives,
einfaches Dirigieren und feines Einstellen der Position des Lasthakens und einer daran
aufgenommenen Last erreicht werden.
[0056] Alternativ oder zusätzlich kann die genannte Erfassungseinrichtung 60 auch das genannte
Steuer-Modul 65 umfassen, das mobil ausgebildet und an den Lasthaken 208 und/oder
eine daran angeschlagene Last andockbar ausgebildet sein kann. Wie Fig. 6 zeigt, kann
ein solches Hand-teuer-Modul 65 beispielsweise einen Haltegriff 66 umfassen, der mittels
geeigneter Haltemittel 67 vorzugsweise lösbar an dem Lastaufnahmemittel 208 und/oder
einem daran angelenkten Bauteil wie beispielsweise dem Betonkübel befestigt werden
kann. Die genannten Haltemittel 67 können beispielsweise Magnethalter, Saugnäpfe,
Rasthalter, Bajonettverschlusshalter oder ähnliches umfassen.
[0057] Dem genannten Haltegriff 66 können Kraft- und/oder Momentensensoren 68 und ggf. bei
einer möglichen beweglichen Lagerung oder Ausbildung des Haltegriffs 66 auch Bewegungssensoren
zugeordnet sein, mittels derer auf den Haltegriff 66 ausgeübte Kräfte und/oder Momente
und/oder Bewegungen erfasst werden können. Die dem Haltegriff 66 zugeordnete Sensorik
ist dabei vorteilhafterweise derart ausgebildet, dass die Kräfte und/oder Momente
und/oder Bewegungen hinsichtlich ihrer Wirkrichtung und/oder betragsmäßigen Größe
erfasst werden können, vgl. Fig. 6.
[0058] Anhand der am Haltegriff 66 ausgeübten Manipulationskräfte und/oder -momente und/oder
-bewegungen, die von der Erfassungseinrichtung 60 erfasst werden, kann die Steuervorrichtung
3 die Antriebseinrichtungen des Krans 1 derart ansteuern, dass die erfassten händischen
Manipulationen in motorische Kranstellbewegungen umgesetzt werden.
[0059] Das solchermaßen ermöglichte manuelle Dirigieren des Betonkübels bzw. des Lastaufnahmemittels
208 ermöglicht es einerseits, automatisiert angefahrene Zielpositionen nochmals fein
nachzujustieren. Andererseits ermöglicht es auch ein Bestimmen des gewünschten Verfahrweges
zwischen zwei Zielpunkten im Sinne einer Playback-Steuerung.
[0060] Um automatisierte Kranhübe ausführen zu können, beispielsweise zwischen der Betonanlieferungsstation
und der Betonierfläche automatisch hin und her fahren zu können, umfasst die Steuervorrichtung
3 ein Verfahrweg-Bestimmungsmodul 300 zum Bestimmen eines gewünschten Verfahrwegs
zwischen zumindest zwei Zielpunkten sowie ein automatisches Verfahr-Steuer-Modul 310
zum automatischen Verfahren des Lastaufnahmemittels entlang des bestimmten Verfahrwegs
durch entsprechendes Ansteuern der Antriebseinrichtung des Krans 200.
[0061] Um verschiedene Betriebsarten zu ermöglichen, kann das genannte Verfahrweg-Bestimmungsmodul
300 verschiedene Arbeitsmodi haben und entsprechende Module aufweisen, insbesondere
ein PTP- bzw. Punkt-zu-Punkt-Steuermodul 301, ein Vielpunkt-Steuermodul 302 und ein
Bahnsteuermodul 303, vgl. Fig. 1.
[0062] Ein solches PTP-Steuermodul 301 kann hierbei eine Überschleiffunktion beinhalten,
mittels derer der Verfahrweg so bestimmt wird, dass zum zeitoptimalen Verfahren ein
definierter Zielpunkt nicht genau angefahren, sondern bei Erreichen dessen Überschleifbereichs
zum nächsten Punkt abgebogen wird, vgl. Fig. 2.
[0063] In Weiterbildung der Erfindung kann die genannte Überschleiffunktion des PTP-Steuermoduls
301 dabei asynchron arbeitend ausgebildet sein, so dass mit dem Überschleifen begonnen
wird, wenn die letzte zu betätigende Antriebsachse bzw. Antriebseinrichtung die Raumkugel
um den genannten Punkt herum erreicht. Alternativ kann die Überschleiffunktion auch
synchron ausgebildet bzw. gesteuert sein, so dass mit dem Überschleifen begonnen wird,
sobald die führende Bewegungs- bzw. Antriebsachse in die Raumkugel um den programmierten
Punkt herum eindringt.
[0064] Alternativ oder zusätzlich zu dem genannten PTP-Steuermodul 301 kann das Verfahrweg-Bestimmungsmodul
300 jedoch auch ein Vielpunkt-Steuermodul 302 aufweisen, vgl. Fig. 3, welches zwischen
zwei anzufahrenden Zielpunkten 500, 510 eine Vielzahl von Zwischenpunkten 501, 502,
503, 504 ...n bestimmt, vorzugsweise derart, dass die genannten Zwischenpunkte 501,
502, 503, 504 ...n eine dichte Folge von zeitäquidistanten Punkten bilden, vgl. Fig.
4. Das Anfahren solcher zeitäquidistanten Zwischenpunkte 501, 502, 503, 504 ...n ,
die in dichter Folge angeordnet sind, benötigt näherungsweise dieselbe Zeitspanne,
so dass eine insgesamt harmonische Betätigung der Antriebseinrichtungen und damit
ein harmonisches Verfahren der Kranelemente erreicht werden kann.
[0065] Alternativ oder zusätzlich zu einem solchen Multipunkt-Steuermodul 302 kann die Bestimmung
des Verfahrweges auch durch ein Bahnsteuermodul 303 erfolgen, welches eine kontinuierliche,
mathematisch definierte Bewegungsbahn zwischen den Zielpunkten berechnet, vgl. Fig.
5. Ein solches Bahnsteuermodul kann dabei einen Interpolator umfassen, der entsprechend
einer vorgegebenen Bahnfunktion oder -teilfunktion beispielsweise in Form einer Geraden,
eines Kreises oder eines Polynoms Zwischenwerte auf der berechneten Raumkurve ermittelt
und sie an die Antriebseinrichtungen bzw. deren Antriebsregler gibt. Ein solcher Interpolator
kann eine Linearinterpolation und/oder eine Kreisinterpolation und/oder eine Splineinterpolation
und/oder Sonderinterpolationen, beispielsweise Bezier- oder Spiralinterpolationen
ausführen, wobei dies mit oder ohne Überschleifen ausgeführt werden kann. Fig. 5a
zeigt eine Bahn ohne Überschleifen, Fig. 5b eine Bahn mit Überschleifen.
[0066] Die Programmierung bzw. Bestimmung der Bahnführung bzw. des Verfahrweges kann online
oder offline erfolgen.
[0067] Bei einer Online-Programmierung kann die Bestimmung des gewünschten Verfahrweges
insbesondere durch eine Teach-in-Einrichtung 320 vorgenommen werden, mittels derer
gewünschte Ziel- und Zwischenpunkte des gewünschten Verfahrweges durch manuelle Betätigung
der Bedienelemente der Steuervorrichtung oder auch durch Betätigung eines Programmierhandgerätes
angefahren werden, wobei die Teach-in-Einrichtung 320 die genannten Ziel- und Zwischenpunkte
speichert. Vorteilhafterweise kann ein erfahrener Kranführer mit der Steuerkonsole
den Kran 2 bzw. dessen Lasthaken 208 entlang eines gewünschten Verfahrwegs zwischen
den Endpunkten verfahren. Alle so erreichten Koordinaten bzw. Zwischenpunkte können
in der Steuerung 3 gespeichert werden. Im Automatikbetrieb kann die Steuervorrichtung
3 des Krans 2 dann alle gespeicherten Ziel- und Zwischenpunkte autonom anfahren.
[0068] Gemäß der Erfindung weist das Verfahrweg-Bestimmungsmodul 300 auch eine Playback-Einrichtung
330 zum Bestimmen des gewünschten Verfahrweges durch manuelles Verfahren des Lasthakens
entlang des gewünschten Verfahrwegs auf.
[0069] Während des manuellen Führens des Lasthakens 208 entlang des gewünschten Verfahrwegs,
was beispielsweise mittels des Handsteuermoduls 65, vgl. Fig. 6, erfolgen kann, werden
Koordinaten bzw. Zwischenpunkte aufgezeichnet, so dass die Steuervorrichtung 3des
Krans 2 die entsprechenden Bewegungen exakt wiederholen kann.
[0070] Das automatische Verfahr-Steuer-Modul 310 kann vorteilhafterweise Vorgaben einer
Pendeldämpfungseinrichtung 340 berücksichtigen, wobei die genannte Pendeldämpfungseinrichtung
340 vorteilhafterweise die Signale der vorgenannten Erfassungseinrichtung 60 nutzen
kann, die die Auslenkung des Lasthakens 208 gegenüber der Vertikalen 61 erfasst.
[0071] Wie Fig. 1 ferner zeigt, ist kann die Steuervorrichtung 3 an einen externen, separaten
Leitrechner 400 angebunden, der Zugriff auf ein Bauwerkdatenmodell im Sinne eines
BIM-Modells haben kann und digitale Daten aus diesem Bauwerkdatenmodell der Steuervorrichtung
3 bereitstellen kann. In der eingangs erläuterten Weise können diese digitalen Daten
aus dem Bauwerkdatenmodell insbesondere dazu genutzt werden, für die Bestimmung des
gewünschten Verfahrwegs Ziel- und Zwischenpunkte bereitzustellen, die Bauwerksdaten
in verschiedenen Phasen und Arbeitsbereichsbegrenzungen dynamisch berücksichtigen
können.
[0072] Die genannte Steuervorrichtung 3 des Krans 1 kann insbesondere dazu ausgebildet sein,
die genannten Antriebsvorrichtungen des Hubwerks, der Laufkatze und des Drehwerks
auch dann anzusteuern, wenn die genannte Pendeldämpfungseinrichtung 340 pendelrelevante
Bewegungsparameter erfaßt.
[0073] Hierzu kann der Kran 1 die genannte Erfassungseinrichtung 60 nutzen, die einen Schrägzug
des Hubseils 207 und/oder Auslenkungen des Lasthakens 208 gegenüber der Vertikalen
61, die durch den Aufhängungspunkt des Lasthakens 208, d.h. die Laufkatze 206 geht,
erfasst. Insbesondere kann der Seilzugwinkel gegen die Schwerkraftwirklinie, d.h.
die Vertikale 61 erfaßt werden, vgl. Fig. 1.
[0074] In Abhängigkeit der erfassten Auslenkung gegenüber der Vertikalen 61, insbesondere
unter Berücksichtigung der Richtung und Größe der Auslenkung, kann die Steuervorrichtung
3 mithilfe der Pendeldämpfungseinrichtung 340 den Drehwerksantrieb und den Laufkatzenantrieb
ansteuern, um die Laufkatze 206 wieder mehr oder minder exakt über den Lasthaken 208
zu bringen und Pendelbewegungen zu kompensieren, bzw. zu reduzieren oder gar nicht
erst eintreten zu lassen.
[0075] Hierzu kann die Pendeldämpfungseinrichtung 340 auch Bestimmungsmittel 342 zum Bestimmen
von dynamischen Verformungen von Strukturbauteilen aufweisen, wobei der Steuerbaustein
341 der Pendeldämpfungseinrichtung 340, der das Ansteuern der Antriebseinrichtung
pendeldämpfend beeinflusst, dazu ausgebildet ist, beim Beeinflussen der Ansteuerung
der Antriebseinrichtungen die bestimmten dynamischen Verformungen der Strukturbauteile
des Krans zu berücksichtigen.
[0076] Dabei können die Bestimmungsmittel 342 eine Schätzeinrichtung 343 umfassen, die die
Verformungen und Bewegungen der Maschinenstruktur unter dynamischen Belastungen, die
sich in Abhängigkeit von am Steuerstand eingegegebenen Steuerbefehlen und/oder in
Abhängigkeit von bestimmten Ansteueraktionen der Antriebseinrichtungen und/oder in
Abhängigkeit bestimmter Geschwindigkeits- und/oder Beschleunigungsprofile der Antriebseinrichtungen
ergeben, unter Berücksichtigung von die Kranstruktur charakterisierenden Gegebenheiten
abschätzt. Insbesondere kann eine Berechnungseinheit 348 die Strukturverformungen
und sich daraus ergebende Strukturteilbewegungen anhand eines gespeicherten Berechnungsmodells
in Abhängigkeit der am Steuerstand eingegebenen Steuerbefehle berechnen.
[0077] Alternativ oder zusätzlich kann die Pendeldämpfungseinrichtung 340 auch eine geeignete
Sensorik 344 umfassen, mittels derer solche elastischen Verformungen und Bewegungen
von Strukturbauteilen unter dynamischen Belastungen erfasst werden. Eine solche Sensorik
344 kann beispielsweise Verformungssensoren wie Dehnungsmessstreifen am Stahlbau des
Krans, beispielsweise den Gitterfachwerken des Turms 201 oder des Auslegers 202 umfassen.
Alternativ oder zusätzlich können Beschleunigungs- und/oder Geschwindigkeitssensoren
vorgesehen sein, um bestimmte Bewegungen von Strukturbauteilen wie beispielsweise
Nickbewegungen der Auslegerspitze oder rotatorische Dynamikeffekte am Ausleger 202
zu erfassen. Alternativ oder zusätzlich können auch Neigungssensoren oder Gyroskope
beispielsweise am Turm 201, insbesondere an dessen oberen Abschnitt, an dem der Ausleger
gelagert ist, vorgesehen sein, um die Dynamik des Turms 201 zu erfassen. Alternativ
oder zusätzlich können auch den Antriebssträngen Bewegungs- und/oder Beschleunigungssensoren
zugeordnet sein, um die Dynamik der Antriebsstränge erfassen zu können. Beispielsweise
können den Umlenkrollen der Laufkatze 206 für das Hubseil und/oder Umlenkrollen für
ein Abspannseil eines Wippauslegers Drehgeber zugeordnet sein, um die tatsächliche
Seilgeschwindigkeit am relevanten Punkt erfassen zu können.
[0078] Insbesondere kann die Pendeldämpfungseinrichtung 340 eine Filtereinrichtung bzw.
einen Beobachter 345 umfassen, der die Kranreaktionen beobachtet, die sich bei bestimmten
Stellgrößen der Antriebsregler 347 einstellen und unter Berücksichtigung vorbestimmter
Gesetzmäßigkeiten eines Dynamikmodells des Krans, das grundsätzlich verschieden beschaffen
sein kann und durch Analyse und Simulation des Stahlbaus gewonnen werden kann, anhand
der beobachteten Kranreaktionen die Stellgrößen des Reglers beeinflusst.
[0079] Eine solche Filter- bzw. Beobachtereinrichtung 345 kann insbesondere in Form eines
sogenannten Kalmanfilters 346 ausgebildet sein, dem als Eingangsgröße die Stellgrößen
der Antriebsregler 347 des Krans und die Kranbewegungen, insbesondere der Seilzugwinkel
ϕ gegenüber der Vertikalen 62 und/oder dessen zeitliche Änderung bzw. die Winkelgeschwindigkeit
des genannten Schrägzugs, zugeführt wird und der aus diesen Eingangsgrößen anhand
von Kalman-Gleichungen, die das Dynamiksystem der Kranstruktur, insbesondere dessen
Stahlbauteile und Antriebsstränge, modellieren, die Stellgrößen der Antriebsregler
347 entsprechend beeinflusst, um die gewünschte pendeldämpfende Wirkung zu erzielen.
[0080] Mithilfe einer solchen Schrägzugregelung können insbesondere Verformungen und Schwingungsformen
des Turmdrehkrans unter Last gedämpft bzw. von Anfang an vermieden werden, wie sie
in Fig. 7 beispielhaft gezeigt sind, wobei dort die Teilansicht a.) zunächst schematisch
eine Nickverformung des Turmdehkrans unter Last infolge eines Durchbiegens des Turms
201 mit dem damit einhergenden Absenken des Auslegers 202 und einen damit verknüpften
Schrägzug des Hubseils zeigt,.
[0081] Ferner zeigen die Teilansichten b.) und c.) der Fig. 7 beispielhaft in schematischer
Weise eine Querverformung des Turmdrehkrans in perspektivischer Darstellung sowie
in Draufsicht von oben mit den dabei auftretenden Verformungen des Turms 201 und des
Auslegers 202.
[0082] Schließlich zeigt die Fig. 7 in ihren Teilansichten d.) und e.) einen mit solchen
Querverformungen verknüpften Schrägzug des Hubseils.
[0083] Um der entsprechenden Schwingungsdynamik entgegenzuwirken, kann die Pendeldämpfungseinrichtung
340 eine Schrägzugregelung umfassen. Insbesondere wird mittels der Bestimmungsmittel
62 die Position des Lasthakens 208, insbesondere auch dessen Schrägzug gegenüber der
Vertikalen, das heißt die Auslenkung des Hubseils 207 gegenüber der Vertikalen erfasst
und dem genannten Kalmanfilter 346 zugeführt.
[0084] Vorteilhafterweise kann die Positionssensorik dazu ausgebildet sein, die Last bzw.
den Lasthaken 208 relativ zu einem fixem Weltkoordinatensystem zu erfassen und/oder
die Pendeldämpfungseinrichtung 340 dazu ausgebildet sein, die Last relativ zu einem
fixem Weltkoordinatensystem zu postionieren.
[0085] Durch die Lastpositionserfassung kann dabei eine Schrägzugreglung realisiert werden,
welche eine statische Verformung durch die angehängte Last eliminiert bzw. zumindest
reduziert. Um eine Schwingungsdynamik zu reduzieren bzw. gar nicht erst entstehen
zu lassen, kann die Pendeldämpfungseinrichtung 340 dazu ausgebildet sein, das Drehwerk
und das Katzfahrwerk so zu korrigieren, dass das Seil möglichst immer im senkrechten
Lot zur Last steht, auch wenn sich der Kran durch das zunehmende Lastmoment immer
mehr nach vorne neigt.
[0086] Beispielsweise kann beim Anheben einer Last vom Boden die Nickbewegung des Krans
infolge seiner Verformung unter der Last berücksichtigt und das Katzfahrwerk unter
Berücksichtigung der erfassten Lastposition so nachgefahren bzw. unter vorausschauender
Abschätzung der Nickverformung so positioniert werden, dass das Hubseil bei der sich
ergebenden Kranverformung im senkrechten Lot über der Last steht. Die größte statische
Verformung tritt dabei an dem Punkt auf, an dem die Last den Boden verlässt. Dann
ist keine Schrägzugregelung mehr notwendig. In entsprechender Weise kann alternativ
oder zusätzlich auch das Drehwerk unter Berücksichtuigung der erfassten Lastposition
so nachgefahren und/oder unter vorausschauender Abschätzung einer Querverformung so
positioniert werden, dass das Hubseil bei der sich ergebenden Kranverformung im senkrechten
Lot über der Last steht.
[0087] Eine solche Schrägzugregelung kann zu einem späteren Zeitpunkt vom Bediener wieder
aktiviert werden, der dadurch den Kran als Manipulator verwenden kann. Hierddurch
kann dieser die Last nur durch Drücken und/oder Ziehen nachpositionieren. Die Schrägzugregelung
versucht dabei der Auslenkung, welche vom Bediener hervorgerufen wird, zu folgen.
Dadurch kann eine Manipulatorsteuerung realisiert werden.
1. System, das einen Kran, insbesondere Turmdrehkran, und einen externen Leitrechner
umfasst, wobei der Kran ausgestattet ist mit einem an einem Hubseil (207) angebrachten
Lastaufnahmemittel (208), Antriebseinrichtungen zum Bewegen mehrerer Kranelemente
und Verfahren des Lastaufnahmemittels (208), sowie einer Steuervorrichtung (3) zum
Steuern der Antriebseinrichtungen derart, dass das Lastaufnahmemittel (208) entlang
eines Verfahrwegs zwischen zumindest zwei Zielpunkten (500, 510) verfährt, wobei die
Steuervorrichtung (3)
- ein Verfahrweg-Bestimmungsmodul (300) zum Bestimmen eines gewünschten Verfahrwegs
zwischen den zumindest zwei Zielpunkten (500, 510), das mit einer Playback-Einrichtung
(330) zum Bestimmen des gewünschten Verfahrwegs und/oder gewünschter Ziel- und Zwischenpunkte
(500 ... 510) des Verfahrwegs durch manuelles Verfahren des Lastaufnahmemittels entlang
des gewünschten Verfahrwegs verbunden ist, und
- ein automatisches Verfahr-Steuer-Modul (310) zum automatischen Verfahren des Lastaufnahmemittels
(208) entlang des bestimmten Verfahrwegs aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahrweg-Bestimmungsmodul (300) an dem externen Leitrechner (400) angebunden
ist, der Zugriff auf ein Bauwerkdatenmodell (BIM) besitzt und Ziel- und Zwischenpunkte
(500 ... 510) für die Bestimmung des Verfahrwegs bereitstellt, wobei von dem Leitrechner
(400) zyklisch oder kontinuierlich aktualisierte Daten betreffend die Bauwerkskonturen
verschiedener Bauphasen bereitgestellt werden und das Verfahrweg-Bestimmungsmodul
dazu ausgebildet ist, bei der Bestimmung des Verfahrwegs die aktualisierten Daten
betreffend die Bauwerkskonturen zu berücksichtigen.
2. System nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Verfahrweg-Bestimmungsmodul (300)
ein Punkt-zu-Punkt-Steuermodul (301) zum Bestimmen des Verfahrwegs zwischen den Zielpunkten
(500, 510) aufweist, wobei das Punkt-zu-Punkt-Steuermodul (301) eine Überschleiffunktion
aufweist und asynchron arbeitend ausgebildet ist derart, dass bei Erreichen eines
Überschleifbereichs eines Zielpunkts ohne genaues Anfahren dieses Zielpunkts zum nächsten
Zielpunkt abgebogen wird, wobei mit dem Überschleifen begonnen wird, wenn die letzte
Bewegungsachse eine Raumkugel um den Zielpunkt erreicht, oder synchron arbeitend ausgebildet
ist derart, dass bei Erreichen eines Überschleifbereichs eines Zielpunkts ohne genaues
Anfahren dieses Zielpunkts zum nächsten Zielpunkt abgebogen wird, wobei mit dem Überschleifen
begonnen wird, wenn die führende Bewegungsachse eine Raumkugel um den Zielpunkt erreicht.
3. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahrweg-Bestimmungsmodul
(300) ein Vielpunkt-Steuermodul (302) zum Bestimmen einer Vielzahl von Zwischenpunkten
(501, 502, 503 ...) zwischen zwei Zielpunkten (500, 510) aufweist, wobei das Vielpunkt-Steuermodul
(302) dazu ausgebildet ist, die Vielzahl der Zwischenpunkte äquidistant voneinander
festzulegen.
4. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahrweg-Bestimmungsmodul
(300) ein Bahnsteuermodul (303) zum Bestimmen einer kontinuierlichen, mathematisch
definierten Bahn zwischen zwei Zielpunkten (500, 510) aufweist.
5. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahrweg-Bestimmungsmodul
(300) mit einer Teach-in-Einrichtung (320) zum Bestimmen des gewünschten Verfahrwegs
durch manuelles Anfahren der gewünschten Ziel- und Zwischenpunkte (500 ... 510) verbunden
ist.
6. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Verfahrweg-Bestimmungsmodul
(300) dazu ausgebildet ist, Arbeitsbereichsbegrenzungen zu berücksichtigen und den
Verfahrweg um Arbeitsbereichsbegrenzungen herum zu bestimmen.
7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei eine Pendeldämpfungseinrichtung
(340) vorgesehen ist, wobei das automatische Verfahr-Steuer-Modul (310) Vorgaben und/oder
ein Signal der Pendeldämpfungseinrichtung (340) bei der Ansteuerung der Antriebseinrichtungen
und der Bestimmung der Verfahrgeschwindigkeiten und/oder -beschleunigungen der Antriebseinrichtungen
berücksichtigt.
8. System nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Pendeldämpfungseinrichtung (340)
eine Erfassungseinrichtung (60) zum Erfassen der Auslenkung des Hubseils (207) und/oder
des Lastaufnahmemittels (208) gegenüber einer Vertikalen (61) durch einen Aufhängungspunkt
des Hubseils (207) aufweist, wobei das automatische Verfahr-Steuer-Modul (310) die
Antriebseinrichtungen in Abhängigkeit eines Auslenkungs- und/oder Schrägzugsignals
der genannten Erfassungseinrichtung (61) ansteuert.
9. System nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei die Pendeldämpfungseinrichtung
(340) Bestimmungsmittel (342) zum Bestimmen von Verformungen und/oder Bewegungen von
Strukturbauteilen des Krans infolge dynamischer Belastungen aufweist, wobei der Steuerbaustein
(341) der Pendeldämpfungseinrichtung (340) dazu ausgebildet ist, beim Beeinflussen
der Ansteuerung der Antriebseinrichtungen die bestimmten Verformungen und/oder Bewegungen
der Strukturbauteile infolge dynamischer Belastungen zu berücksichtigen.
10. System nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Strukturbauteile einen Turm (201)
und/oder einen Ausleger (202) umfassen und die Bestimmungsmittel (342) dazu ausgebildet
sind, Verformungen und/oder Belastungen des Turms (201) und/oder des Auslegers (202)
infolge dynamischer Belastungen zu bestimmen.
11. System nach einem der beiden vorhergehenden Ansprüche, wobei die Strukturbauteile
Antriebsstrangteile wie Drehwerksteile, Katzantriebsteile und dergleichen, umfassen
und die Bestimmungsmittel (342) dazu ausgebildet sind, Verformungen und/oder Bewegungen
der Antriebsstrangteile infolge dynamischer Belastungen zu bestimmen.
12. System nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei die Bestimmungsmittel (342) eine Schätzeinrichtung
(343) zum Schätzen der Verformungen und/oder Bewegungen der Strukturbauteile infolge
dynamischer Lasten auf Basis von digitalen Daten eines die Kranstruktur beschreibenden
Datenmodells, und/oder eine Berechnungseinheit (348), die Strukturverformungen und
sich daraus ergebende Strukturteilbewegungen anhand eines gespeicherten Berechnungsmodells
in Abhängigkeit von am Steuerstand eingegebenen Steuerbefehle berechnet, und/oder
eine Sensorik (344) zum Erfassen der Verformungen und/oder Dynamikparameter der Strukturbauteile
aufweisen.
13. System nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei die Sensorik (344) einen Neigungs-
und/oder Beschleunigungssensor zum Erfassen von Turmneigungen und/oder -geschwindigkeiten,
einen Drehgeschwindigkeits- und/oder -beschleunigungssensor zum Erfassen der Drehgeschwindigkeit
und/oder -beschleunigung eines Auslegers und/oder einen Nickbewegungssensor zum Erfassen
von Nickbewegungen und/oder -beschleunigungen des Auslegers, und/oder einen Seilgeschwindigkeits-
und/oder -beschleunigungssensor zum Erfassen von Seilgeschwindigkeiten und/oder-beschleunigungen
des Hubseils (207) aufweist.
14. System nach einem der Ansprüche 9 bis 13 wobei die Pendeldämpfungseinrichtung (340)
eine Filter- und/oder Beobachtereinrichtung (345) zum Beeinflussen der Stellgrößen
von Antriebsreglern (347) zum Ansteuern der Antriebseinrichtungen aufweist, wobei
die genannte Filter- und/oder Beobachtereinrichtung (345) dazu ausgebildet ist, als
Eingangsgrößen die Stellgrößen der Antriebsregler (347) und die erfassten und/oder
geschätzten Bewegungen von Kranelementen und/oder Verformungen und/oder Bewegungen
von Strukturbauteilen, die infolge dynamischer Belastungen auftreten, zu erhalten
und in Abhängigkeit der für bestimmte Reglerstellgrößen erhaltenen dynamikinduzierten
Bewegungen von Kranelementen und/oder Verformungen von Strukturbauteilen die Reglerstellgrößen
zu beeinflussen, wobei die Filter- und/oder Beobachtereinrichtung (345) als Kalman-Filter
(346) ausgebildet ist, wobei in dem Kalman-Filter (346) erfasste und/oder geschätzte
und/oder berechnete und/oder simulierte Funktionen, die die Dynamik der Strukturbauteile
des Krans charakterisieren, implementiert sind.
15. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Steuervorrichtung (3) eine
Positionssensorik umfaßt, die dazu ausgebildet ist, das Lastaufnahmemittel (208) relativ
zu einem fixem Weltkoordinatensystem zu erfassen, und/oder dazu ausgebildet ist, das
Lastaufnahmemittel (208) relativ zu einem fixen Weltkoordinatensystem zu postionieren.
1. A system comprising a crane, in particular tower crane, and an external master computer,
wherein the crane is equipped with a load lifting means (208) mounted on a hoisting
cable (207), driving devices for moving several crane elements and traversing the
load lifting means (208), and a control device (3) for controlling the driving devices
such that the load lifting means (208) moves along a traversing path between at least
two target points (500, 510), wherein the control device (3) includes
- a traversing path determining module (300) for determining a desired traversing
path between the at least two target points (500, 510), which is connected to a playback
device (330) for determining the desired traversing path and/or desired target and
intermediate points (500 ... 510) of the traversing path by manually traversing the
load lifting means along the desired traversing path, and
- an automatic traversing control module (310) for automatically traversing the load
lifting means (208) along the determined traversing path,
characterized in that the traversing path control module (300) is coupled to the external master computer
(400) which has access to a building data module (BIM) and provides target and intermediate
points (500 ... 510) for determining the traversing path, wherein the master computer
(400) cyclically or continuously provides updated data concerning the building contours
of various building phases, and the traversing path determining module is configured
to take account of the updated data concerning the building contours when determining
the traversing path.
2. The system according to the preceding claim, wherein the traversing path determining
module (300) includes a point-to-point control module (301) for determining the traversing
path between the target points (500, 510), wherein the point-to-point control module
(301) includes an overlooping function and is configured to operate asynchronously
such that upon reaching an overlooping area of a target point without exactly approaching
this target point a turn is made to the next target point, wherein overlooping is
started when the last axis of movement reaches a sphere around the target point, or
is configured to operate synchronously such that upon reaching an overlooping area
of a target point without exactly approaching this target point a turn is made to
the next target point, wherein overlooping is started when the leading movement axis
reaches a sphere around the target point.
3. The system according to any of the preceding claims, wherein the traversing path determining
module (300) includes a multipoint control module (302) for determining a plurality
of intermediate points (501, 502, 503 ...) between two target points (500, 510), wherein
the multipoint control module (302) is configured to fix the plurality of intermediate
points equidistantly from each other.
4. The system according to any of the preceding claims, wherein the traversing path determining
module (300) includes a path control module (303) for determining a continuous, mathematically
defined path between two target points (500, 510).
5. The system according to any of the preceding claims, wherein the traversing path determining
module (300) is connected to a teach-in device (320) for determining the desired traversing
path by manually approaching the desired target and intermediate points (500 ... 510).
6. The system according to any of the preceding claims, wherein the traversing path determining
module (300) is configured to take account of working range limitations and determine
the traversing path around working range limitations.
7. The system according to any of the preceding claims, wherein a sway damping device
(340) is provided, wherein the automatic traversing control module (310) takes account
of specifications and/or a signal of the sway damping device (340) in the actuation
of the driving devices and the determination of the traversing speeds and/or accelerations
of the driving devices.
8. The system according to the preceding claim, wherein the sway damping device (340)
includes a detection device (60) for detecting the deflection of the hoisting cable
(207) and/or the load lifting means (208) with respect to a vertical (61) through
a suspension point of the hoisting cable (207), wherein the automatic traversing control
module (310) actuates the driving devices in dependence on a deflection and/or diagonal
pull signal of said detection device (61).
9. The system according to any of the two preceding claims, wherein the sway damping
device (340) includes determination means (342) for determining deformations and/or
movements of structural components of the crane as a result of dynamic loads, wherein
the control module (341) of the sway damping device (340) is configured to take account
of the determined deformations and/or movements of the structural components as a
result of dynamic loads when influencing the actuation of the driving devices.
10. The system according to the preceding claim, wherein the structural components comprise
a tower (201) and/or a boom (202) and the determination means (342) are configured
to determine deformations and/or loads of the tower (201) and/or the boom (202) as
a result of dynamic loads.
11. The system according to any of the two preceding claims, wherein the structural components
comprise drive train parts such as slewing gear parts, trolley drive parts and the
like, and the determination means (342) are configured to determine deformations and/or
movements of the drive train parts as a result of dynamic loads.
12. The system according to any of claims 9 to 11, wherein the determination means (342)
include an estimation device (343) for estimating the deformations and/or movements
of the structural components as a result of dynamic loads on the basis of digital
data of a data model describing the crane structure, and/or a calculation unit (348)
that calculates structural deformations and resulting movements of structural components
with reference to a stored calculation model in dependence on control commands entered
at the control stand, and/or a sensor system (344) for detecting the deformations
and/or dynamic parameters of the structural components.
13. The system according to the preceding claim, wherein the sensor system (344) includes
an inclination and/or acceleration sensor for detecting tower inclinations and/or
velocities, a rotational speed and/or acceleration sensor for detecting the rotational
speed and/or acceleration of a boom and/or a pitching movement sensor for detecting
pitching movements and/or accelerations of the boom, and/or a cable speed and/or acceleration
sensor for detecting cable speeds and/or accelerations of the hoisting cable (207).
14. The system according to any of claims 9 to13, wherein the sway damping device (340)
includes a filter and/or observer device (345) for influencing the actuating variables
of drive regulators (347) for actuating the driving devices, wherein said filter and/or
observer device (345) is configured to receive the actuating variables of the drive
regulators (347) and the detected and/or estimated movements of crane elements and/or
deformations and/or movements of structural components, which occur as a result of
dynamic loads, as input variables, and influence the regulator actuating variables
in dependence on the dynamic-induced movements of crane elements obtained for particular
regulator actuating variables and/or deformations of structural components, wherein
the filter and/or observer device (345) is configured as a Kalman filter (346), wherein
detected and/or estimated and/or calculated and/or simulated functions that characterize
the dynamics of the structural components of the crane are implemented in the Kalman
filter (346).
15. The system according to any of the preceding claims, wherein the control device (3)
comprises a position sensor system that is configured to detect the load lifting means
(208) relative to a fixed world coordinate system and/or is configured to position
the load lifting means (208) relative to a fixed world coordinate system.
1. Système comprenant une grue, en particulier une grue à tour, et un ordinateur maître
externe, dans lequel la grue est équipée d'un moyen de levage de charge (208) monté
sur un câble de levage (207), de dispositifs d'entraînement pour déplacer plusieurs
éléments de grue et traverser le moyen de levage de charge (208), et d'un dispositif
de commande (3) pour commander les dispositifs d'entraînement de telle sorte que le
moyen de levage de charge (208) se déplace le long d'une trajectoire de déplacement
entre au moins deux points cibles (500, 510), dans lequel le dispositif de commande
(3) comprend
- un module de détermination de trajectoire de déplacement (300) pour déterminer un
trajectoire de déplacement souhaité entre les au moins deux points cibles (500, 510),
qui est connecté à un dispositif de lecture (330) pour déterminer le trajectoire de
déplacement souhaité et/ou les points cibles et intermédiaires (500 ... 510) souhaités
du trajectoire de déplacement en déplaçant manuellement le moyen de levage de charge
le long du trajectoire de déplacement souhaité, et
- un module de commande de déplacement automatique (310) pour faire traverser automatiquement
le moyen de levage de charge (208) le long du trajectoire de déplacement déterminé,
caractérisé en ce que le module de détermination de trajectoire de déplacement (300) est couplé à l'ordinateur
maître externe (400) qui a accès à un module de données de bâtiment (BIM) et fournit
des points cibles et intermédiaires (500 ... 510) pour déterminer le trajectoire de
déplacement, l'ordinateur maître (400) fournissant de manière cyclique ou continue
des données actualisées concernant les contours de bâtiment de différentes phases
de construction, et le module de détermination de trajectoire de déplacement étant
configuré pour prendre en compte les données actualisées concernant les contours de
bâtiment lors de la détermination du trajectoire de déplacement.
2. Système selon la revendication précédente, dans lequel le module de détermination
de trajectoire de déplacement (300) comprend un module de commande point à point (301)
pour déterminer le trajectoire de déplacement entre les points cibles (500, 510),
dans lequel le module de commande point à point (301) comprend une fonction de surlooping
et est configuré pour fonctionner de manière asynchrone de telle sorte que lorsqu'il
atteint une zone de surlooping d'un point cible sans s'approcher exactement de ce
point cible, un virage est effectué vers le point cible suivant, dans lequel le surlooping
est démarré lorsque le dernier axe de mouvement atteint une sphère autour du point
cible, ou est configuré pour fonctionner de manière synchrone de telle sorte qu'en
atteignant une zone de surlooping d'un point cible sans s'approcher exactement de
ce point cible, un virage est effectué vers le point cible suivant, dans lequel le
surlooping est démarré lorsque l'axe de mouvement principal atteint une sphère autour
du point cible.
3. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le module
de détermination de trajectoire de déplacement (300) comprend un module de commande
multipoint (302) pour déterminer une pluralité de points intermédiaires (501, 502,
503...) entre deux points cibles (500, 510), dans lequel le module de commande multipoint
(302) est configuré pour fixer la pluralité de points intermédiaires à équidistance
les uns des autres.
4. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le module
de détermination de trajectoire de déplacement (300) comprend un module de contrôle
de trajectoire (303) pour déterminer un trajectoire continu, mathématiquement défini,
entre deux points cibles (500, 510).
5. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le module
de détermination du trajectoire de déplacement (300) est connecté à un dispositif
d'apprentissage (320) pour déterminer le trajectoire de déplacement souhaité en approchant
manuellement les points cibles et intermédiaires (500 ... 510) souhaités.
6. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le module
de détermination de trajectoire de déplacement (300) est configuré pour prendre en
compte des limites de plage de travail et déterminer la trajectoire de déplacement
autour des limites de plage de travail.
7. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel un dispositif
d'amortissement de balancement (340) est prévu, dans lequel le module de commande
de déplacement automatique (310) prend en compte des spécifications et/ou un signal
du dispositif d'amortissement de balancement (340) dans l'actionnement des dispositifs
d'entraînement et la détermination des vitesses de déplacement et/ou des accélérations
des dispositifs d'entraînement.
8. Système selon la revendication précédente, dans lequel le dispositif d'amortissement
de balancement (340) comprend un dispositif de détection (60) pour détecter la déviation
du câble de levage (207) et/ou du moyen de levage de charge (208) par rapport à une
verticale (61) à travers un point de suspension du câble de levage (207), dans lequel
le module de commande de déplacement automatique (310) actionne les dispositifs d'entraînement
en fonction d'un signal de déviation et/ou de traction diagonale dudit dispositif
de détection (61).
9. Système selon l'une quelconque des deux revendications précédentes, dans lequel le
dispositif d'amortissement de balancement (340) comprend des moyens de détermination
(342) pour déterminer des déformations et/ou des mouvements de composants structurels
de la grue à la suite de charges dynamiques, dans lequel le module de commande (341)
du dispositif d'amortissement de balancement (340) est configuré pour prendre en compte
les déformations et/ou les mouvements déterminés des composants structurels à la suite
de charges dynamiques lorsqu'il influence l'actionnement des dispositifs d'entraînement.
10. Système selon la revendication précédente, dans lequel les composants structurels
comprennent une tour (201) et/ou une flèche (202) et les moyens de détermination (342)
sont configurés pour déterminer les déformations et/ou les charges de la tour (201)
et/ou de la flèche (202) à la suite de charges dynamiques.
11. Système selon l'une quelconque des deux revendications précédentes, dans lequel les
composants structurels comprennent des parties de train d'entraînement telles que
des parties du mécanisme de rotation, des parties d'entraînement du chariot et analogues,
et les moyens de détermination (342) sont configurés pour déterminer des déformations
et/ou des mouvements des parties de train d'entraînement à la suite de charges dynamiques.
12. Système selon l'une quelconque des revendications 9 à 11, dans lequel les moyens de
détermination (342) comprennent un dispositif d'estimation (343) pour estimer les
déformations et/ou les mouvements des composants structurels à la suite de charges
dynamiques sur la base de données numériques d'un modèle de données décrivant la structure
de la grue, et/ou une unité de calcul (348) qui calcule les déformations structurelles
et les mouvements résultants des composants structurels à l'aide d'un modèle de calcul
mémorisé en fonction d'instructions de commande entrées sur le poste de commande,
et/ou un système de capteurs (344) pour détecter les déformations et/ou les paramètres
dynamiques des composants structurels.
13. Système selon la revendication précédente, dans lequel le système de capteurs (344)
comprend un capteur d'inclinaison et/ou d'accélération pour détecter les inclinaisons
et/ou les vitesses de la tour, un capteur de vitesse de rotation et/ou d'accélération
pour détecter la vitesse de rotation et/ou l'accélération d'une flèche et/ou un capteur
de mouvement de tangage pour détecter les mouvements de tangage et/ou les accélérations
de la flèche, et/ou un capteur de vitesse et/ou d'accélération du câble pour détecter
les vitesses et/ou les accélérations du câble de levage (207).
14. Système selon l'une quelconque des revendications 9 à 13, dans lequel le dispositif
d'amortissement de balancement (340) comprend un dispositif de filtrage et/ou d'observation
(345) pour influencer les variables d'actionnement des régulateurs d'entraînement
(347) pour l'actionnement des dispositifs d'entraînement, dans lequel ledit dispositif
de filtrage et/ou d'observation (345) est configuré pour recevoir les variables d'actionnement
des régulateurs d'entraînement (347) et les mouvements détectés et/ou estimés des
éléments de grue et/ou les déformations et/ou les mouvements des composants structurels,
qui se produisent à la suite de charges dynamiques, en tant que variables d'entrée,
et influencer les variables d'actionnement des régulateurs en fonction des mouvements
des éléments de grue induits par la dynamique, obtenus pour certaines variables d'actionnement
des régulateurs et/ou déformations des composants structurels, le dispositif de filtrage
et/ou d'observation (345) étant configuré comme un filtre de Kalman (346), des fonctions
détectées et/ou estimées et/ou calculées et/ou simulées, qui caractérisent la dynamique
des composants structurels de la grue, étant implémentées dans le filtre de Kalman
(346).
15. Système selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le dispositif
de commande (3) comprend un système de capteurs de position qui est configuré pour
détecter le moyen de levage de charge (208) par rapport à un système de coordonnées
mondiales fixe et/ou est configuré pour positionner le moyen de levage de charge (208)
par rapport à un système de coordonnées mondiales fixe.