[0001] Die Erfindung betrifft das technische Gebiet der Silanisierung von hellen Füllstoffen.
Unter hellen Füllstoffen versteht der Fachmann mineralische natürliche und synthetische
Füllstoffe, welchen nicht auf Ruß basieren, wie z.B. Glimmer, Kaoline, Kreiden, Calciumcarbonaten,
Talk, Zinkoxide, Aluminiumoxide, Titandioxide, Kieselsäure und Silikaten. Zur Verbesserung
der Verarbeitbarkeit werden die hellen Füllstoffe durch Silanisierung hydrophobiert,
wodurch sich die Eigenschaften der elastomeren Vulkanisate deutlich verbessern. Insbesondere
in Kautschukmischungen für Reifenlaufflächen führt die Verwendung von silanisierten
Füllstoffen im Vergleich zum schwarzen Füllstoff Ruß zu einer Verbesserung der Nassrutschfestigkeit
und des Rollwiderstands, ohne den Abrieb des Reifens zu erhöhen.
[0002] Bei der Herstellung von z.B. Reifenlaufflächenmischungen wird die Kieselsäure mit
einem Silanisierungsmittel in einem 1. Mischschritt im Kautschuk in einem Innenmischer
diskontinuierlich dispergiert. Der Mischprozess wird dabei durch Einstellung der Mischparameter
(Drehzahl, Füllgrad, Temperierung, etc.) so gefahren, dass die Auswurftemperatur im
Bereich von 140°C bis 160°C liegt. In einem zweiten Mischschritt im Innenmischer wird
die Mischung noch einmal im Bereich von 140°C bis 160°C homogenisiert. Unterhalb von
140°C findet keine Reaktion des Silans mit der Kieselsäure statt, oberhalb von 160°C
zersetzt sich das Silan (vgl. z.B.
F. Röthemeyer, F. Sommer; "Kautschuktechnologie Werkstoffe, Verarbeitung Produkte",
Hanser Verlag 2. Überarbeitete Auflage; ISBN 10: 3-446-40480-5; Seite 272). Als Innenmischer kommen in der Gummiindustrie auch Innenmischer mit einem Austragsextruder
zur Anwendung. Neben diskontinuierlichen Herstellungsverfahren werden auch kontinuierliche
Verfahren mit Extrudern getestet wie in der
DE69728538T2 offenbart. Die Silanisierung in einer Kautschukmischung wird als in situ Silanisierung
bezeichnet. Dieses ist beispielsweise beschrieben in
EP-A-0911359 wie auch in
EP-A- 1 357156.
[0003] Da die Temperaturen und Mischzeiten bei der in situ Silanisierung exakt eingehalten
werden müssen, sind diese Verfahren sehr störanfällig. Prüfungen sollten daher möglichst
schnell (inline), volumetrisch und repräsentativ durchgeführt werden. Nur in diesem
Fall kann die in situ Silanisierung zuverlässig gesteuert, die thermische Belastung
der Kautschukmischung niedrig und die Verfahrenseffizienz hoch gehalten und die Ausschussraten
reduziert werden. Dies gilt umso mehr beim kontinuierlichen Verfahren zur in situ
Silanisierung, welche sich auch wegen der unzureichenden Möglichkeit der inline Prüfung
noch nicht auf dem Markt durchsetzen konnte.
[0004] Entgegen den Anforderungen zur Kontrolle der in situ Silanisierung können Messungen
von unvernetzten Kautschukmischungen in der Gummiindustrie in der Regel erst mehrere
Minuten oder sogar Tage nach der Herstellung der Kautschukmischung, durchgeführt werden
(sogenannte offline Verfahren), da die Messungen zeitintensiv sind und eine zeitgleiche
Messung von mehreren Proben eine Vielzahl teurer Messaparaturen erfordert. Daher wird
die Qualität einer unvernetzten Kautschukmischung bislang lediglich stichprobenartig
(< 0,1% der Gesamtmenge) überprüft. Typischerweise wird die Mooney-Viskosität der
Stichproben der Kautschukmischung ermittelt, um die Vollständigkeit der Silanisierungsreaktion
zu überprüfen (vgl.
F. Röthemeyer, F. Sommer; "Kautschuktechnologie Werkstoffe, Verarbeitung Produkte",
Hanser Verlag 2. Überarbeitete Auflage; ISBN 10: 3-446-40480-5; Seite 390). Die geringe Anzahl der Stichproben ist jedoch nicht repräsentativ für die gesamte
Kautschukmischung. Zudem können die beschriebenen Möglichkeiten der Qualitätskontrolle
verfahrensbedingt bislang nicht automatisiert durchgeführt werden, was den Zeitaufwand
erhöht.
[0005] Für die Analyse von mit Extrudern compoundierten Kunststoffen sind eine Vielzahl
repräsentativer inline Qualitätskontrollen bekannt, zum Beispiel NIR, Raman und UV/VIS
Spektroskopie, bei denen die Proben durchstrahlt werden (vgl.
Hochrein et al., Plastverarbeiter, Sept. 2009, S. 92). Bei Verwendung elektromagnetischer Wellen stört jedoch der Ruß, da die elektromagnetischen
Wellen schon bei sehr geringen Anteilen von Ruß nahezu vollständig absorbiert werden.
Bei Verwendung von mechanischen Druckwellen im hohen Frequenzbereich > 1 MHz (Ultraschallwellen)
stört Ruß hingegen vergeleichsweise wenig. Hier sind jedoch helle Füllstoffe mit einer
hohen Dichte wie Kieselsäure, Kaolin oder Kreide störend (vgl.
A. Schröder, L. Gräff. L. Wawrzinski , Rubber World 251 (2015) 28), da diese die Ultraschallwellen stärker dämpfen als Ruß mit einer niedrigeren Dichte.
Zudem besitzen unvernetzte Kautschuke im Gegensatz zu Kunststoffen aufgrund ihrer
viskoelastischen Eigenschaften an sich schon eine relative hohe Dämpfung. Aufgrund
dieser hohen Dämpfung gibt es bei volumetrischen Messungen in Transmission eine obere
Grenze für den Abstand zwischen dem sendenden und dem empfangenden Ultraschallwandler.
Wird diese Grenze überschritten, ist das Signal/Rauschverhältnis zu schlecht um verwertbare
Messwerte zu erhalten.
[0006] Auf der anderen Seite gibt es eine untere Grenze, da die hochviskose Kautschukmischung
noch zwischen den Ultraschallwandlern hindurch fließen muss. So wird in
Rubber World 251 (2015) 28 die Verwendung von Ultraschall als inline Qualitätskontrolle für die Detektion von
variierenden Anteilen an Füllstoff und Vernetzerbatches mit Markern sowie der Detektion
von Verunreinigungen größer als 100 µm und der Makrodispersion von Füllstoffen beschrieben,
allerdings nur bis zu einem Anteil von 30 phr an hellen Füllstoffen. Der Anteil an
hellen Füllstoffen in Kautschukmischungen für Reifenlaufflächen liegt in der Regel
oberhalb von 60 phr, was zu einer Zunahme der Viskosität der Kautschukmischung führt.
Zudem wurde die Verwendung von Ultraschall zur Kontrolle einer chemischen Reaktion
der in situ Silanisierung weder offenbart noch nahegelegt.
[0007] Die Verfolgung einer chemischen Reaktion, nämlich die Vernetzung eines unvernetzten
Kautschuks mit Schwefel, wird in
M. Jaunich, B. Stark, B. Hoster, Polymer Testing 28 (2009) 84 beschrieben. Hierbei wird jedoch die Änderung der Vernetzungsdichte mit Hilfe der
Schallgeschwindigkeit und nicht der relative Schalldämpfungskoeffizient verfolgt.
Dabei werden Ultraschallwandler mit einer Mittenfrequenz von f=4 MHz verwendet. Eine
Extrusion der Mischung findet nicht statt.
[0008] Es bestand daher Bedarf an einem repräsentativen inline Verfahren zur Überprüfung
der in situ Silanisierung von hellen Füllstoffen. Das Verfahren sollte eine inline
Kontrolle der in situ Silanisierung von hellen Füllstoffen, insbesondere Kieselsäuren
erlauben. Dabei sollte mit möglichst geringem Zeitversatz festgestellt werden können,
ob und in wie weit die Silanisierung der Füllstoffoberfläche stattgefunden hat. Vorzugsweise
sollte das Ergebnis der Qualitätskontrolle spätestens eine Minute nach Austritt aus
dem Extruder vorliegen, um so eine umgehende Rückkopplung zur Verfahrenssteuerung
zu erlauben und eine Steigerung der Produktivität und/oder eine Verringerung der Ausschussraten
des Prozesses zu ermöglichen. Bevorzugt sollte das Verfahren auch eine repräsentative
Kontrolle erlauben, d.h. eine Überprüfung von wenigstens 1% der silanisierten hellen
Füllstoff enthaltenden Kautschukmischung ermöglichen, vorzugsweise unter Produktionsbedingungen,
d.h. bei Durchsätzen von ≥ 5 kg/h besonders bevorzugt 50 kg/h. Von besonderem Vorteil
wäre dabei ein zerstörungsfrei erfolgendes Verfahren. Um eine Verwendung des Verfahrens
bei der Produktion von Kautschukmischungen für Reifen zu ermöglichen wäre es wünschenswert,
dass Ruß als zusätzlicher Bestandteil der Kautschukmischung die Qualitätskontrolle
nicht oder nur in geringem Umfang stört.
[0009] Überraschend wird die Aufgabe gelöst durch ein Verfahren zur Prüfung der Silanisierung
von hellen Füllstoffen, wobei eine Mischung enthaltend mindestens einen silanisierten
hellen Füllstoff aus der Gruppe der Kieselsäuren, vorzugsweise der gefällten Kieselsäuren,
oder der Dual Phase Filler und mindestens einen Kautschuk extrudiert, das dadurch
erhaltene Extrudat mit Ultraschallwellen im Frequenzbereich von 4 bis 10 MHz beschallt
und die Signalstärke der Ultraschallwellen nach Transmission durch das Extrudat ermittelt
wird. Daraus kann die Schallwellenamplitude und/oder Schallwellenintensität der Ultraschallwellen
nach Transmission durch das Extrudat bestimmt werden. In einer bevorzugten Ausführungsform
wird der relative Dämpfungskoeffizient α
rel des Extrudats im Frequenzbereich der Ultraschallwellen bestimmt.
[0010] Bevorzugt liegt die Temperatur des Extrudats während der Beschallung oberhalb des
Glasübergangsbereiches der Kautschukmischung im Frequenzbereich der Ultraschallwellen.
Typischerweise liegt die Temperatur des Extrudats mindestens bei 100°C.
[0011] Bevorzugt beträgt der Druck im Extrudat während der Beschallung mindestens 10 bar.
[0012] Bevorzugt werden Ultraschallwellen im Frequenzbereich von 5 bis 7 MHz verwendet.
Zur Messung können Ultraschalwellen einer oder mehrerer Frequenzen f verwendet werden.
Bei der Beaufschlagung mit einem Frequenzspektrum ist die Verwendung von Ultraschallwellen
im Bereich von z. B. von 5 bis 7 MHz typischerweise so zu verstehen, dass bei der
emittierten Ultraschallfrequenz f das arithmetische Mittel der Grenzfrequenzen, also
der unteren und der oberen Frequenz, bei der die Ultraschallwellenamplitude bzw. die
Ultraschallwellenintensität 50% des Maximalwerts beträgt, von 5 bis 7 MHz liegt.
[0013] Im Sinne der vorliegenden Erfindung kann die Prüfung der Silanisierung sowohl die
qualitative Bestimmung der Silanisierung als auch die quantitative Bestimmung des
Silanisierungsgrads des Füllstoffs umfassen.
[0014] Bei dem Extrudat handelt es sich typischerweise um eine unvernetzte Kautschukmischung,
welche vorzugsweise keine Vernetzungsmittel enthält.
[0015] Als Kautschuke eignen sich insbesondere Naturkautschuk (NR), Isoprenkautschuk (IR),
Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Butadienkautschuk (BR), Isopren-Isobutylen-Kautschuk
(IIR), Polychloroprenkautschuk (CR), Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (NBR), hydrierter
Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (HNBR), carboxylierter Acrylnitril-Butadien-Kautschuk
(XNBR), hydrierter carboxylierter Acrylnitril-Butadien-Kautschuk (HXNBR), Ethylen-Propylen-Dien-Kautschuk
(EPDM), Ethylen-Propylen-Kautschuk (EPM), Fluorkautschuk (FKM), perfluorierter Fluorkautschuk
(FFKM), Acrylat-Ethylen-Kautschuk (AEM), Acrylatkautschuk (ACM), Ethylen-Methylen-Acrylatkautschuk
(EMA), chloriertes Polyethylen, chlorsulfoniertes Polyethylen, Ethylen-Vinylacetat-Kautschuk
(EVA), Siliconkautschuk, Fluro-Silicon-Kautschuk, Ethylen-Epichlorhydrin Kautschuk
(ECO), Epichlorhydrin-Kautschuk (CO) und/oder Polyurethan-Kautschuk (PU). Besonders
bevorzugt sind Naturkautschuk (NR), Isoprenkautschuk (IR), Styrol-Butadien-Kautschuk
(SBR), Butadienkautschuk (BR),
[0016] Bevorzugte helle Füllstoffe im Sinne der Erfindung sind gefällte Kieselsäuren. In
einer speziellen Ausführungsform der vorliegenden Erfindung können sogenannte Dual
Phase Fillers als heller Füllstoff eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um Rußpartikel
mit einem einem Anteil von > 5% an Kieselsäuren, welche dem Fachmann bekannt sind.
[0017] Der Füllstoffanteil in der Kautschukmischung beträgt typischerweise 50 bis 250 phr,
vorzugsweise 60 bis 150 phr und besonders bevorzugt 70 bis 100 phr.
[0018] In einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Extrudate mit
mindestens einem Paar, vorzugsweise mit mindestens einem Detektionsband von wenigstens
zwei Paaren Ultraschallwandlern analysiert. Die jeweiligen Wandler eines Paares sind
gegenüberliegend, die Paare sind in Reihe nebeneinander angeordnet. Der Abstand zwischen
den Wandlern eines Paares beträgt vorzugsweise mehr als 5 mm bis 30 mm, besonders
bevorzugt von 10 bis 25 mm und meist bevorzugt 15 bis 20 mm.
[0019] Ein Ultraschallwandler eines Paares fungiert dabei als Sender und der andere Wandler
als Empfänger des Ultraschallsignals. Im Sender werden Spannungspulse, generiert in
der Prüfelektronik, mit Hilfe des piezoelektrischen Effektes in Ultraschallwellen
umgewandelt. Typerweise weist ein Spannungspuls bei der Anregung des Senders die Form
eines Rechteckpulse oder eines Nadelpulses auf. Bevorzugt werden mindestens zwei Spannungspulse
(Burst-Signal) hintereinander mit einem zeitlichen Abstand ≥ 0,01 µs verwendet, besonders
bevorzugt werden mindestens sieben Spannungspulse, ganz besonders bevorzugt werden
mindestens vierzehn Spannungspulse verwendet. Besonders bevorzugt entspricht der reziproke
zeitliche Abstand zwischen den Spannungspulsen eines Burst-Signales der Eigenfrequenz
der verwendeten Ultraschallwandler. Das Aussenden eines Ultraschallsignales bestehend
aus einem einzelnen Spannungspuls bzw. aus Burst-Signalen wird bevorzugt mit einer
Frequenz von mindestens 1 Hz wiederholt, besonders bevorzugt mindestens 10 Hz. Im
Empfänger werden die Ultraschallwellen während der Extrusion nach Durchschallung (Transmission)
durch die Kautschukmischung wieder in Spannungssignale umgewandelt und können zeitnah
(in weniger als 1 min) ausgewertet werden.
[0020] Im Spalt zwischen den Ultraschallwandlern befindet sich das Extrudat. Dabei besteht
vorzugsweise ein direkter Kontakt zwischen den Ultraschallwandlern und dem Extrudat.
[0021] Der Spalt ist vorzugsweise an den Seiten begrenzt, wodurch ein Fließkanal mit einer
Höhe von ≥ 5 mm, besonders bevorzugt mit einer Höhe von ≥ 10 mm ganz besonders bevorzugt
mit einer Höhe von ≥ 20 mm entsteht. Vorzugsweise beträgt die Breite des Fließkanals
≥ 20 mm, besonders bevorzugt ≥ 50 mm, ganz besonders bevorzugt ≥ 100 mm. Das Extrudat
durchläuft mit einer Geschwindigkeit von vorzugsweise 0,1 m/min. oder mehr, besonders
bevorzugt 1 m/min. oder mehr, ganz besonders bevorzugt 10 m/min. oder mehr das Detektionsband.
Hierfür wird vorzugsweise ein Extruder verwendet. Dabei wird ein Teil der Kautschukmischung,
vorzugsweise ≥ 1%, bevorzugt ≥ 10% besonders bevorzugt 100% der extrudierten Kautschukmischung
mit dem Ultraschall analysiert. Auf diese Weise ist eine repräsentative und nicht
nur stichprobenartige Qualitätskontrolle von Kautschukmischungen möglich.
[0022] In einer Ausführungsform der Erfindung wird die Amplitude der in Spannungssignale
umgewandelten Schallwellen in Abhängigkeit der Zeitspanne seit dem Aussenden des Schallsignales
im Sender gemessen. Diese sogenannte A-Scans werden in Abhängigkeit der Zeit registriert.
[0023] In einer Ausführungsform der Erfindung wird zur Quantifizierung der Signalstärke
der Ultraschallwellen aus dem Ultraschallsignal eines A-Scans der Wert einer Ultraschallwellenamplitude,
vorzugsweise die maximale Ultraschallwellenamplitude, ermittelt und der Logarithmus
der Ultraschallwellenamplitude a gegen die Zeit t dargestellt.
[0024] Vorzugsweise wird das Ultraschallsignal eines A-Scans und nicht die Echos des Ultraschallsignales
ausgewertet.
[0025] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird durch Quadrieren der Ultraschallwellenamplitude
a die Ultraschallwellenintensität i ermittelt und der Logarithmus der Ultraschallwellenintensität
i gegen die Zeit t dargestellt..
[0026] Bevorzugt wird der relative Dämpfungskoeffizient α
rel. gemäß der Formel (1a)

aus der Ultraschallwellenamplitude a und der Ultraschallwellenamplitude a
ref. einer Referenz und dem Abstand x zwischen den Ultraschallwandlern ermittelt. Alternativ
kann der relative Dämpfungskoeffizient α
rel. aus der Ultraschallwellenintensität i, Ultraschallwellenintensität i
rel einer Referenz und dem Abstand x zwischen den Ultraschallwandlern ermittelt werden.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden die Werte des Ultraschallsignales
quadriert und anschließend integriert und so die integrale Ultraschallwellenintensität
I ermittelt. Alternativ kann die integrierte Ultraschallwellenamplitude A aus der
Quadratwurzel der Ultraschallwellenintensität I ermittelt werden.
[0028] Besonders bevorzugt wird der relative Dämpfungskoeffizient α
rel. gemäß der Formel (1b) mit Hilfe der integrierten Ultraschallwellen Intensität I und
bzw. der integrierten Ultraschallwelenamplitude ermittelt.

[0029] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird mit Hilfe der Fast Fourier
Transformation (FFT) das Frequenzspektrum a(f) des Ultraschallwellenamplitude bzw.
der Ultraschallwellenintensität i(f) ermittelt.
[0030] Bevorzugt wird der relative Dämpfungskoeffizient α
rel. in Abhängigkeit der Frequenz f gemäß der Formel (1c)

aus der Ultraschallwellenamplitude a der Ultraschallwellenamplitude a
ref. einer Referenz bzw. aus der Ultraschallwellenintewnsität i der Ultraschallwellenintensität
i
ref. einer Referenz und dem Abstand x zwischen den Ultraschallwandlern ermittelt.
[0031] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Frequenzspektrum
in Frequenzbereiche mit einer minimalen Frequenz von f
min. und einer maximalen Frequenz f
max unterteilt und integriert. Bevorzugt enthalten diese Frequenzbereiche ein Maximum
der Ultraschallwellenamplitude bzw. der Ultraschallwellenintensität.
[0032] Bevorzugt wird der relative Dämpfungskoeffizient α
rel. in Abhängigkeit des Frequenzbereiches von einschließlich f
min. bis einschließlich f
max. gemäß der Formel (1d)

aus der Ultraschallwellenamplitude a der Ultraschallwellenamplitude a
ref. einer Referenz und dem Abstand x zwischen den Ultraschallwandlern ermittelt.
[0033] Alternativ kann der relative Dämpfungskoeffizient α
rel. aus der Ultraschallwellenintensität i, Ultraschallwellenintensität i
rel einer Referenz und dem Abstand x gemäß der Formel (1b) ermittelt werden.
[0034] Bevorzugt wird der relative Dämpfungskoeffizient α
rel bei der Eigenfrequenz der Ultraschallwandler ermittelt.
[0035] In einer Ausführungsform der Erfindung wird die Signalstärke des Ultraschallwellensignals
der Referenz durch die Extrusion einer Kautschukmischung von mindestens 1 kg bei vergleichbaren
Prozess- und Messbedingungen während der Extrusion ermittelt. Vergleichbare Prozess-
und Messbedingungen während der Extrusion und der Messung liegen dann vor, wenn die
Änderungen des Durchsatzes kleiner als 10%, die Änderungen der Temperatur des Extrudats
zwischen den Ultraschallwandlern und der Ultraschallwandler kleiner als < ± 5 K und
Änderungen des Druckes p im Extrudat zwischen den Ultraschallwandlern kleiner als
< ± 5 bar sind. Bevorzugt sind Prozess- und Messbedingungen wenn die Änderungen des
Durchsatzes kleiner als 5%, die Änderungen der Temperatur des Extrudates zwischen
den Ultraschallwandlern und der Ultraschallwandler kleiner als < ± 2 K und Änderungen
des Druckes im Extrudat zwischen den Ultraschallwandlern kleiner als < ± 2 bar sind.
Besonders bevorzugt sind Prozess- und Messbedingungen wenn die Änderungen des Durchsatzes
kleiner als 2%, die Änderungen der Temperatur des Extrudates zwischen den Ultraschallwandlern
und der Ultraschallwandler kleiner als < ± 1 K und Änderungen des Druckes im Extrudat
zwischen den Ultraschallwandlern kleiner als < ± 1 bar sind.
[0036] Besonders bevorzugt wird als Referenzmischungen eine Kautschukmischung mit gleicher
Zusammensetzung verwendet, wie die zu überprüfende Kautschukmischung, wobei bei der
Referenzmischung die Silanisierung optimal durchgeführt wurde.
[0037] In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Abstand x zwischen den Ultraschallwandlern
mit Hilfe eines Innentasters mit einer Genauigkeit von besser als 0,1 mm ermittelt.
[0038] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird zudem der Variationskoeffizient
(Coefficient of Variation CV) des Logarithmus der Ultraschallwellenamplitude bzw.
der Ultraschallwellenintensität ermittelt. Bevorzugt werden dabei weniger als 1000
Messwerte, besonders bevorzugt weniger als 100 Messwerte ganz besonders bevorzugt
weniger als 10 Messwerte verwendet.
[0039] In einer bevorzugten Ausführungsform wird neben dem relativen Dämpfungskoeffizienten
die Standardabweichung σ des relativen Dämpfungskoeffizienten ermittelt. Bevorzugt
werden dabei weniger als < 1000 Messwerte, besonders bevorzugt weniger als 100 Messwerte
ganz besonders bevorzugt weniger als 10 Messwerte verwendet.
[0040] In einer weiteren Ausführungsform wird neben dem relativen Dämpfungskoeffizienten
die Schallgeschwindigkeit Vs des Extrudates gemäß Formel (2) ermittelt.

[0041] Die Zeitspanne t
oF benötigt das Ultraschallsignal vom Zeitpunkt des Ausendens im Sender bis zum empfangen
im Empfänger. Die Zeitspanne tus benötigt das Ultraschallsignal in den Ultraschallwandlern.
Die Zeitspanne tus wird bei vergleichbaren Temperaturen für Ultraschallwandler wie
während der Extrusion ermittelt. Die Ermittlung der Zeitspanne tus erfolgt durch Bestimmung
von t
oF bei variierendem Abstand x der Ultraschallwandler. Dabei wird bevorzugt die Referenzmischung
zwischen den Ultraschallwandlern verwendet. Bevorzugt werden mindestens vier Abstände
im Bereich von 5 mm bis 30 mm eingestellt. Die Zeitspanne tus ergibt sich aus dem
Achsenabschnitt einer linearen Regression der Auftragung von t
oF gegen den Abstand x der Ultraschallwandler.
[0042] Ungenügend silanisierte helle Füllstoffe führen zu einer Erniedrigung der Ultraschallwellenamplitude
a bzw. der Ultraschallintensität i am Empfänger und einer Erhöhung des relativen Dämpfungskoeffizienten
α
rel. Die Schallgeschwindigkeit V
s bleibt unverändert. Der Variationskoeffizient CV bzw. die Standardabweichung σ des
relativen Schalldämpfungskoeffizienetn α
rel. gibt die Homogenität der Kautschukmischung wieder.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsform durchläuft der Kautschuk ein Detektionsband
aus einem oder mehreren Ultraschallsensorpaaren, die über die gesamte Breite des Fließkanals
angeordnet sind.
[0044] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform durchläuft die Kautschukmischung zwei
Detektionsbänder, die leicht versetzt angeordnet sind. Hierdurch wird gewährleistet,
dass die komplette Kautschukmischung analysiert wird.
[0045] Bevorzugte Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind in Fig.1 bis
Fig. 3 dargestellt. Fig. 1 beschreibt exemplarisch das Detektionsband, bestehend aus
den Ultraschallsensorpaaren (4), d.h. pro Paar jeweils ein Sender und ein Empfänger
und dem Fließkanal (5) in Aufsicht, in Fig. 2 ist die Anordnung in Fig. 1 in Seitenansicht
dargestellt. Fig. 3 zeigt eine Anordnung aus einem Extruder (1), dem Detektionsband,
bestehend aus den Ultraschallwandlerpaaren (4) und dem Fließkanal (5) und der Ultraschallprüfelektronik
(2) sowie einem Rechner als Auswerteeinheit (3).
[0046] Gegenstand der Erfindung ist zudem ein Verfahren zur Herstellung von silanisierte
helle Füllstoffe enthaltenden Kautschukmischungen, wobei mindestens ein heller Füllstoff
aus der Gruppe der Kieselsäuren, vorzugsweise der gefällten Kieselsäuren oder der
Dual Phase Filler mit mindestens einem Kautschuk und mindestens einem Silanisierungsmittel
gemischt und silanisiert wird und wobei zumindest ein Teil der erhaltenen Kautschukmischung
durch das erfindungsgemäße Verfahren zur Prüfung der Silanisierung geprüft wird. Vorzugsweise
werden mehr als 1 Vol.-%, besonders bevorzugt mehr als 10 Vol.-%, meist bevorzugt
100 Vol.-% der erhaltenen Kautschukmischung durch das erfindungsgemäße Verfahren zur
Prüfung der Silanisierung geprüft. Das erfindungsgemäße Verfahren kann dabei kontinuierlich
oder als Batchverfahren, vorzugsweise kontinuierlich betrieben werden.
[0047] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
der Extruder gleichzeitig als Mischaggregat für die Herstellung der Kautschukmischung,
nebst in situ Silanisierung und zur Herstellung des Extrudats gemäß dem erfindungsgemäßen
Prüfungsverfahren verwendet. Hierbei wird mindestens je ein heller Füllstoff, ein
Silanisierungsmittel und ein Kautschuk dem Extruder zugeführt und in diesem aus dem
Silanisierungsmittel und dem hellen Füllstoff der silanisierte Füllstoff gebildet.
[0048] Bevorzugt wird als Silanierungsmittel mindestens ein Silan verwendet. Als Silane
im Sinne der Erfindung gelten Verbindungen, die Silizium und Wasserstoff sowie weitere
Atome anderer chemischer Elemente enthalten. Bevorzugt sind Silane mit Trilalkoxysilygruppen.
Weiter bevorzugt sind bifunktionelle Silane, bei denen eine funktionelle Gruppe mit
der Oberfläche eines hellen Füllstoffs reagieren kann, z.B. Trialkoxsilygruppen und
die andere funktionelle Gruppe an der Vernetzungsreaktion des Kautschuks teilnehmen
kann, wie zum Beispiel Vinyl, Thiol, oder Polysulfangruppen.
[0049] Ganz besonders bevorzugt sind folgende Silane:
Bis(3-triethoxysilypropyl)tetrasulfid (Si69), Bis(triethoxysilylpropyl)disulfid (Si75),
Bis(triethoxysilylpropyl)disulfid (Si266), 3-Thiocyanatopropyltriethoxysilan (Si264),
VP Si 363
® (von Evonik Industries), Vinylthriethoxysilan, Vinyltris(betamethoxyethoxy)silan,
Gammamercaptopropyltrimethoxysilan, Gammaaminopropylthrimethoxysilan, Gammaglycidoxypropylthrimethoxysilan,
Aminoethylgammaaminopropyltrimethoxysilan, triaminofunktionelle Silane, Gammachlorpropyltriethoxysilan,
Tris(1-methoxyethoxypropyl-2-oxy)vinylsilan.
[0050] Bei der Silanisierung handelt es sich um eine chemische Anbindung eines Silans an
die Oberfläche des hellen Füllstoffs. Die Anbindung erfolgt durch Kondensationsreaktionen
zwischen hydrolysierbaren Gruppen der verwendeten Silane und chemischen Gruppen an
der Oberfläche des Füllstoffs. Die Silanisierung des hellen Füllstoffes wird vorzugsweise
in einer Kautschukmischung (in situ Silanisierung) bei Temperaturen im Bereich von
140°C bis 160°C durchgeführt. Hierfür werden jeweils mindestens ein Kautschuk, Silan
und heller Füllstoff vermischt und einer Temperatur im oben angegeben Bereich ausgesetzt.
[0051] Die Kautschukmischung enthält dabei typischerweise 5 bis 15 Gew.-% Silanierungsmittel
bezogen auf den Gesamtanteil an hellen Füllstoffen.
[0052] Die Kautschukmischungen können dabei weitere Füllstoffe, weitere Additive wie Alterungsschutzmittel,
Weichmacher, etc., Vernetzungsmittel, Vulkanisationsbeschleuniger und/oder Vulkanisationsverzögerer
und/oder weitere Hilfsmittel enthalten.
[0053] Weitere Füllstoffe sind z.B. Kohlenstoff-basierte Füllstoffe, wie z.B. Ruß, Graphit,
Carbon Nanotubes, sowie magnetisierbare Füllstoffe wie Carbonyl-Eisenpulver, Eisenoxide,
Ferrite und/oder Fasern wie z.B. Aramidfaserpulpe und Kohlefasern.
[0054] Als Alterungsschutzmittel sind verfärbende und nicht verfärbende Alterungsschutzmittel,
wie z.B. Paraphenylendiamine, Isopropylphenylparaphenylendiamin (IPPD), Para-Phenylen-Diamin
(6PPD), N,N-ditoly-p-phenylendiamin (DTPD), etc., Amine, wie z.B. Trimethyl-1,2-dihydrochinolin
(TMQ), (Phenyl)amine]-1,4-naphthalendion (PAN), Bis(4-octylphenyl)amin (ODPA), styrolisiertes
Diphenylamin (SDPA), Mono- und Bisphenole, wie z.B. 2,2'-Methy)en-bis-(4-methyl-6-tert.butyipheno)
(BPH), 2,2'-Isobutyliden-bis-(4,6-dimethyl-phenol) (NKF), 2,2'-Dicyclo-pentadienyl-bis-(4-methyl-6-tert.-butyl-phenol)
(SKF), 2,2'-Methylen-bis-(4-methyl-6-cyclohexyl-phenol (ZKF), 2,6-Di-tert.-butyl-p-kresol
(BHT), substituiertes Phenol (DS), styrolisierte Phenole (SPH), Mercatobenzimidazole,
wie z.B. 2-Mercaptobenzimidazol (MBI), 2-Mercaptomethyl-benzimidazole (MMBI), Zink-4-
und -5-methyl-2-mercapto-benzimidazole (ZMMBI) geeignet.
[0055] Weichmacher sind z.B. langkettige Ester und/oder Ether, wie Thioester, Phthalsäureseter,
Alkylsulfonsäureester, Adipinsäureester, Sebacinsäuresester, Dibenzylether, und/oder
Mineralöle (paraffinische, aromatische naphthenische oder synthetische Öle).
[0056] Vernetzungsmittel im Sinne der Erfindung sind Netzknotenbildner. Netzknotenbildner
sind Moleküle, die zwei einzelne Polymerketten mit einander verbinden können, wie
z.B.
- Schwefel (löslich oder unlöslich) und/oder Schwefelspender, wie z.B. Dithiomorpholine
(DTDM), Tetramethylthiuramdisulphide (TMTD), Tetraethylthiuramdisulphid (TETD), Dipentamethylenthiuramterasulphide
(DPTT), Phosphorylpolysulfide, wie z.B. Rhenocure® SDT/S der Firma Rhein Chemie Rheinau GmbH und/oder
- Peroxide, wie z.B. Di-tert.Butyl-Peroxide, Di-(tert,Butyl-Peroxy-Timethyl-Cyclohexane,
Di-(tert.-Butyl-peroxy-isopropyl)benzene, Dicumylperoxide, Dimethyl-di(tert.butyl-Peroxy)hexin,
Butyl-Di-(tert,Butyl-Peroxy-)valerat,
- Resorcinol, Aldehyd-Amin-Kondensationsprodukte, wie z.B. Hexamethylentetramin, Resorcinol-Formaldehyd-Vorkondensate
und/oder Vulkanisationsharze, wie zum Beispiel Halomethylphenolharz,
- Chinondioxime
- Bisphenole.
[0057] Beschleuniger, sind beispielsweise:
- Carbamate bzw. Triazine, wie z.B. Hexamethylendiamincarbamat (HMDC), organische Triazine,
- Thiazole, wie z.B. 2-Mercaptobenzothiazol (MBT), Zinkmercaptobenzothiazol (ZnMBT),
Thiadiazole (TDD),
- Sulfenamide, wie Cyclohexyl-benzothiazol-Sulphenamide (CBS), Di-benzothiazyl-disulphid
(MBTS), Butyl-benzothiazole-Sulphenamide (TBBS), Dicyclohexyl-Benzothiazol-Sulphenamid
(DCBS), 2-(4-Morpholinylmercapto)-benzothiazol (MBS),
- Thiurame, wie Tetramethyl-thiuram-monosulphid (TMTM), Tetraethyl-thiuram-disulphid
(TETD), Tetramethyl-thiuram-disulphid (TMTD), Tetrabenzylthiuram Disulphid (TBTD),
Dipentamethylene-Thiuram-Tetra(Hexa)-Sulphid (DPTT),
- Dithiocarbamate, wie Zn-Dimethyldithiocarbamate (ZDMC), Cu-Dimethyldithiocarbamate,
Bi- Dimethyldithio-carbamate, Zn-Diethyldithiocarbamate (ZDEC), Tellurdiethyldithio-carbamate
(TDEC), Zn-Dibuthyldithiocarbamate (ZDBC), Zn-Ethyl-Phenyl-Dithiocarbamate (ZEPC),
Zn-Dibenzyl-Dithiocarbamate (ZBEC), Ni-Dibuthyl-Dithiocarbamate (NBC), Selendiethyldithiocarbamate
(SeEDC), Selendimethyldithiocarbamate (SeDMC), Tellurdiethyldithiocarbamate (TeEDC),
- Thiophosphat- und Dithiophosphat, wie z.B. Zink-O,O-di-n-butyl-dithiophosphat (ZBDP),
Zink-O-butyl-O-hexyl-dithiophosphat, Zink-O,O-diisooctyl-dithiophosphat (ZOPD), Dodecylammonium-diisooctyl-dithiophosphat
(AOPD), wie z.B. die Rhenogran®-Typen ZDT, ZAT, ZBOP der Firma Rhein Chemie Rheinau GmbH,
- Harnstoff/Thioharnstoffe, wie z.B. Ethylenthioharnstoff (ETU), N,N,N'N'-Tetramethylthioharnstoff
(TMTU), Diethylthioharnstoff (DETU), Dibutylthioharnstoff (DBTU), 3-(3,4-Dichlorphenyl)-1,1-dimethylharnstoff
(Diuron) etc., und/oder
- Xanthogenatbeschleuniger, wie z.B. Zinkisopropylxanthogenat (ZIX),
- Guanidine, wie z.B. Diphenylguanidin (DPG) und/oder N',N-di-ortho-tolyl-Guanidin (DOTG)
und die Guanidine-frei Ersatzbeschleuniger, wie Rhenogran ® XLA 60,
[0058] Vulkanisationsverzögerer, sind z.B. N-Nitrososdiphenylamin, N-Cylcohexylthiophthalimid
(CPT), z.B. Vulkalent
® G), Sulfonamidderivate (z.B. Vulkalent
® E/C), Phthalsäureanhydrid (z.B. Vulkalent
® B/C), oder Benzoesäureanhydrid.
[0059] Hilfsmittel sind z.B. Dispergierhilfsmittel, wie z.B. Fettsäuren, Stearinsäure, Ölsäure,
Aktivatoren wie zum Beispiel Zinkoxid, Bleioxid, Bismuthoxid, Lithiumcarbonat, Natriumcarbonat
und/oder Calciumhydroxid, Magnesiumoxid, Flammschutzmittel wie Antimonoxid, etc.
[0060] Die vorgenannten Füllstoffe, Additive, Weichmacher, Vernetzungsmittel, Vulkanisationsseschleuniger
und/oder Vulkanisationsverzögerer, Hilfsmittel usw. sind dem Fachmann vertraut und
können auch in granulierter Form, z.B. als polymergebundene Additive oder als die
in
EP2314442A beschriebenen Vernetzerbatches eingesetzt werden.
[0061] Die Kautschukmischungen können weiterverarbeitet werden beispielsweise zu Masterbatches,
Grundmischungen und vernetzbaren Kautschukmischungen.
[0062] Masterbatches haben typischerweise einen hohen Anteil an Additiven bezogen auf Kautschuk
und enthalten beispielsweise:
2,5 bis 90 Gew.-% Kautschuk
0 bis 50 Gew.-% Weichmacher
2 bis 80 Gew.-% silanisierte helle Füllstoffe
0 bis 20 Gew.-% Dispergierhilfsmittel
0 bis 10 Gew.-% Silan
[0063] Grundmischungen sind Kautschumischungen, denen vor der praktischen Anwendung nur
noch Vernetzungsmittel und ggf. Vulkanisationsbeschleuniger zugesetzt werden müssen,
beispielsweise:
100 phr Kautschuk
0 bis 100 phr Weichmacher
0 bis 200 phr Füllstoffe, davon mindestens 10% silanisierte helle Füllstoffe
0 bis 30 phr Hilfsmittel und
0 bis 10 phr Alterungsschutzmittel.
[0064] Vernetzbare Kautschukmischungen sind Kautschukmischungen, die zusätzlich 0.01 bis
20 phr Vernetzungsmittel und optional Vulkanisationsbeschleuniger und Vulkanisationsverzögerer
enthalten.
[0065] Besonders bevorzugt sind vernetzbare Kautschukmischungen, die unter anderen 30 bis
110 phr Ruß und gefällte Kieselsäure, 3 bis 9 phr Silan, 2 bis 7 phr Zinkoxid sowie
0,5 phr bis 4 phr Schwefel und 1 bis 5 phr Beschleuniger enthalten.
[0066] Die Erfindung umfasst auch ein Verfahren zur Herstellung von vernetzbaren, silanisierten
hellen Füllstoff enthaltenden Kautschukmischungen in dem vor, während und/oder nach
der Herstellung der erfindungsgemäßen Kautschukmischung ein oder mehrere Vernetzungsmittel
zugefügt werden. Die Vernetzungsmittel können also vor, während und/oder nach dem
Mischen des hellen Füllstoffs mit Silanisierungsmittel und Kautschuk zugefügt werden.
[0067] Die Herstellung der Masterbatches, der Grundmischung und der vernetzbaren Kautschukmischung
erfolgt vorzugsweise nach den, dem Fachmann geläufigen Verfahren, wie beispielsweise
beschrieben in
PCT/EP2009/058041. Füllstoffe, Hilfsmittel, Vernetzungsmittel und/oder Alterungsschutzmittel werden
dabei zusammen mit dem Kautschuk in einem Mischaggregat vermischt. Geeignete Mischaggregate
sind zum Beispiel Innenmischer, Walzwerke, Extruder. Besonders geeignet sind Innenmischer
mit Austragsextruder.
[0068] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung wird in einem ersten Schritt die
Grundmischung in einem Mischaggregat hergestellt. Dabei können Temperaturen von mehr
als 140°C bis 160°C erreicht werden. In einem zweiten Herstellungsschritt werden nach
Abkühlen der Grundmischung auf Temperaturen kleiner 130°C Vernetzungsmittel zur Grundmischung
in einem weiteren Mischaggregat hinzugegeben. Ein Teil der Vernetzungsmittel, Vulkanisationsbeschleuniger
und/oder Vulkanisationsverzögerer kann dabei schon im ersten Herstellungsschritt zur
Grundmischung hinzugegeben werden.
[0069] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird die Grundmischung im ersten Schritt
in einem Mischaggregat hergestellt. Dabei können Temperaturen von mehr als 140°C bis
160°C erreicht werden. In einem zweiten Schritt wird die Mischung homogenisiert Dabei
können ebenfalls Temperaturen von mehr als 140°C bis 160°C erreicht werden. In einem
dritten Herstellungsschritt werden nach Abkühlen der Grundmischung auf Temperaturen
kleiner 130°C Vernetzungsmittel zur Grundmischung in einem weiteren Mischaggregat
hinzugegeben. Ein Teil der Vernetzungsmittel, Vulkanisationsbeschleuniger und/oder
Vulkanisationsverzögerer kann dabei schon im ersten oder zweiten Herstellungsschritt
zur Grundmischung hinzugegeben werden.
[0070] Besonders bevorzugt sind dabei kontinuierliche Verfahren, bei denen die Masterbatche,
Grundmischungen oder auch die vernetzbaren Kautschukmischungen in einem oder mehreren
Prozessschritten mit einem oder mehreren Extrudern hergestellt werden.
[0071] Ganz besonders bevorzugt ist das in
DE-A-102008040138 beschriebene Herstellungsverfahren für vernetzbare Kautschukmischungen, in dem die
Grundmischung in mindestens einem diskontinuierlichen Kneterprozess hergestellt wird,
und Vernetzungsmittel in Form der in beschriebenen
EP-A-2314442 beschriebenen Vernetzerbatche zur Grundmischung hinzugefügt werden und die Vernetzerbatche
in einem kontinuierlichen Prozess mit einem Extruder mit der Grundmischung vermischt
werden.
[0072] Weiterhin betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Vulkanisaten umfassend
die erfindungsgemäße Herstellung von vernetzbaren, silanisierte helle Füllstoffe enthaltenden
Kautschukmischungen und die nachfolgende Vulkanisation bei einer Temperatur im Bereich
von 100 °C bis 200 °C.
[0073] Ebenfalls mitumfasst von der Erfindung ist die Verwendung von Messvorrichtungen zur
Bestimmung der Ultraschallwellenamplitude a, integrierten Ultraschallwellenamplitude
A und/oder der Ultraschallwellenintensität i, der integrierten Ultraschallwellenamplitude
I einer oder mehreren Frequenzen in einem Bereich von 4 bis 10 MHz, vorzugsweise von
5 bis 7 MHz für das erfindungsgemäße Prüfverfahren, für die erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren
von Kautschukmischungen im allgemeinen und vernetzbaren Kautschukmischungen im speziellen.
Vorzugsweise umfasst dies auch die Verwendung der genannten Messvorrichtungen zur
Bestimmung des relativen Dämpfungskoeffizienten α
rel. bei den oben genannten Verfahren.
[0074] Somit stellt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Überprüfung der Silanisierung,
zur Verfügung, welches eine inline Kontrolle der in situ Silanisierung von hellen
Füllstoffen, insbesondere gefällten Kieselsäuren erlaubt. Dadurch wird eine kontinuierliche
in situ Silanisierung bei der Herstellung von silanisierten hellen Füllstoffen enthaltenden
Kautschukmischungen und eine repräsentative Kontrolle der Kautschukmischung unter
Produktionsbedingungen ermöglicht. Das Verfahren arbeitet zudem zerstörungsfrei und
weist eine hohe Toleranz für Ruß als zusätzlichem Bestandteil der Kautschukmischung
auf.
[0075] Die nachfolgenden Beispiele, Abbildungen und Figuren dienen der Erläuterung der Erfindung,
ohne dabei limitierend zu wirken.
Beispiele:
[0076] Die Komponenten einer typischen Kautschukmischung für Reifenlaufflächen gemäß Tabelle
1 wurden bereitgestellt.
Tabelle 1: Rezeptur einer typischen Kautschukmischung für Reifenlaufflächen
| Handelsname |
|
|
Dichte [g/cm3] |
Menge [phr] |
| Buna CB 24 |
Butylkautschuk |
Lanxess Deutschland GmbH |
0,91 |
30 |
| Buna VSL 5025-2 HM |
Lösungs-Styrol-Butadien-Kautschuk |
Lanxess Deutschland GmbH |
0,95 |
70 |
| CB N-330 |
Ruß |
|
1,8 |
5 |
| Ultrasil GR 7000 |
Kieselsäure |
Evonik Industries AG |
2 |
90 |
| ASM-TMQ |
2,2,4-Trimethyl-1,2-dihydrochinolin |
|
1,1 |
1,5 |
| ASM-6PPD |
N-1,3-Dimethylbutyl-N'-phenyl-p-phenylendiamin |
|
1 |
2 |
| Stearinsäure |
|
|
0,89 |
1 |
| Zinkoxid WS |
|
Norzinco GmbH |
5,6 |
2 |
| Si-69 |
Bis-(triethoxy-silyl-propyl)-tetrasulfid |
Evonik Industries AG |
0,866 |
10 |
[0077] Diese Komponenten wurden gemäß der Mischvorschrift in Tabelle 2 in verschiedenen
Chargen gemischt.
Tabelle 2: Mischvorschrift
| Zeit |
Mischungsbestandteil |
Bemerkung |
| 0-0,75' |
Polymere |
|
| 0,75'-1'20" 1'20" |
Kieselsäure + Si69 + ZnO |
Stempel oben Stempel ab |
| 2' |
Alterungsschutzmittel + Stearinsäure |
|
| 3,5' |
|
kehren |
| 5' |
|
Auswurf |
[0078] Bei den Chargen R1M1 bis R5M2 wurden die Mischparameter Drehzahl und Vorlauftemperatur
variiert gemäß Tabelle 3.
Tabelle 3: Gemischte Chargen einer typischen Kautschukmischung aus Tabelle 1
| |
|
1. Mischstufe |
2. Mischstufe |
| Batch |
|
R1M1 |
R2M1 |
R3M1 |
R4M1 |
R5M2 |
| Mischparameter |
|
|
|
|
|
|
| Füllgrad |
[%] |
70 |
70 |
70 |
70 |
70 |
| Drehzahl |
[U/min.] |
70 |
40 |
40 |
40 |
70 |
| Vorlauftemperatur |
[°C] |
70 |
70 |
50 |
40 |
70 |
| Mischzeit |
[min.] |
5 |
5 |
5 |
5 |
3 |
| Energieeintrag |
[W] |
135 |
134 |
149 |
146 |
110 |
| Auswurftemperatur TA |
[°G] |
147 |
126 |
117 |
112 |
142 |
[0079] Die Mischung wird, wie in Tabelle 3 angegeben, im 1,5 I Innenmischer (Intermesh)
der Firma Gumix S.A. für 5 min. gemischt. Die Kautschukmischung enthält dabei u.a.
Kieselsäure und Silan, sowie etwas Ruß.
[0080] Das Silan reagiert oberhalb von 140°C mit der Kieselsäureoberfläche. Unterhalb von
140°C findet keine Reaktion statt. Durch die verschiedenen Mischparameter werden unterschiedliche
Werte für die Auswurftemperatur T
A unterhalb (Charge R2M1 bis R4M1) und oberhalb (Charge R1M1 und R5M2) von 140°C erreicht.
Die Charge R5M2 wurde zudem noch ein zweites Mal im Innenmischer gemischt, um die
Reaktion zu vervollständigen (R5M2). Dies entspricht einem typischen Verfahren für
in situ Silanisierungen in der Reifenindustrie. Nach dem Mischprozess im Innenmischer
wurden die Mischungschargen auf einer Doppelwalze Firma Rubicon Gummitechnik und Maschinentechnik
GmbH bei einer Temperierung von 50°C homogenisiert (dreimal links und dreimal rechts
eingeschnitten) und zu einem Mischungsfell ausgezogen. Aus dem Fell wurden Streifen
geschnitten. Diese Streifen wurden zu einem Einwellenextruder EEK32.12L der Firma
Rubicon Gummitechnik und Maschinentechnik GmbH mit geringer Mischwirkung gefüttert.
Am Ausgang des Extruders befindet sich ein Sensorkopf, ausgestattet mit zwei gegenüberliegenden
Ultraschallwandlern mit einem Abstand von 10 mm, zudem ein Temperatursensor T1 mit
einem Schwert das in den Mischungsfluss hinein ragt und ein Druck-/Temperatur-Sensor.
Dieser Temperatursensor misst den Druck p und die Temperatur T2 an der Kautschuk-Metall-Grenzfläche.
Der Fließkanal im Sensorkopf hat eine Breite von 20 mm und eine Höhe von 10 mm. Der
Durchmesser der Ultraschallwandler beträgt 8 mm. Sensorkopf und Extruder wurden bei
120°C temperiert.
[0081] Die Schneckendrehzahl betrug 20 U/min. Dies entspricht einem Durchsatz von ca. 1
kg Kautschukmischung pro 10 min.
[0082] Die inline Qualitätskontrolle wurde mit einem Paar von Ultraschallwandlern K6V1 der
Firma GE Sensing & Inspection Technologies GmbH in Transmission durchgeführt. Die
Ultraschallwandler wurden mit der Prüfelektronik PCM 100LAN der Firma Inoson GmbH
angesteuert. Es wurden 10 bis 40 Ultraschallpulse pro Sekunde mit Hilfe des piezoelektrischen
Effektes im Ultraschallwandler erzeugt. Der Ultraschallwandler wandelt die Spannungspulse
in Ultraschallsignale um. Dabei wurden die Ultraschallwandler mit 7 Bursts bei der
Eigenfrequenz der Ultraschallwandler von 6 MHz angeregt. Der Ultraschallpuls des Transmitters
wandert durch die extrudierte Kautschukmischung und wird dabei durch die Kautschukmischung
gedämpft. Die Schwingungsamplitude a des Ultraschallsignales wird erniedrigt. Der
Receiver empfängt das Schallsignal und wandelt es in ein Spannungssignal um. Das Spannungssignal
wird von der Hardware des PCM100LAN mit 32,45 dB verstärkt und zu einem Rechner geleitet.
Mit Hilfe des Rechners wird der erste Schallpuls des sogenannten A-Scans mit der sogenannten
Fast Fourier Transformation (FFT) ausgewertet. Das so erhaltene Amplitudenspektrum
a(f) in Abhängigkeit der Ultraschallfrequenz f wurde bei fünf unterschiedlichen Frequenzbereichen
(vgl. Tabelle 4) integriert und logarithmiert. Die so erhaltenen Werte In A(f
min.,f
max.) für das logarithmierte Integral werden für die verschiedenen Mischungschargen R1M1
bis R4M1 und R5M2 in Abhängigkeit der Zeit t aufgezeichnet. Dies geschieht noch vor
Austritt der Mischung aus dem Sensorkopf am Ausgang des Extruders. Die Verweilzeit
der Mischung im Sensorkopf betrug weniger als 1 Minute. Das Ergebnis für den Frequenzbereich
f
rmin. = 5,2 MHz bis f
rmax. = 6,9 MHz ist für jede Mischungscharge in den Fig. 4 bis 8 dargestellt. Zusätzlich
ist der Variationskoeffizient CV zu den Werten In A(f
min.,f
max.) für 50 Messpunkte angegeben. Der Variationskoeffizient CV ist ein Maß für die Mischungsgüte.
[0083] Aus den Werten für In A(f
min.,f
max.) wird der relative Dämpfungskoeffzient α
rel. (f
min.,f
max.) nach dem Lambert Beer'schen Gesetz berechnet.

[0084] Hierbei ist x der Abstand zwischen den Ultraschallwandlern. In Gl. (1d) ist der Mittelwert
von In A
ref.(f
min.,f
max.) der Referenzmischung R5M2 (Standardmischverfahren) für eine Zeitspanne für die Extrusion
von Δt = 5 min.. In Tabelle 4 sind die Mittelwerte für den relativen Dämpfungskoeffizient
α
rel.(f
min.,f
max.) für eine Zeitspanne von Δt = 4 min bis Δt = 8 min. für die Extrusion für jede Mischungscharge
dargestellt. Zudem wurde die Standardabweichung σ der relativen Dämpfungskoeffizienten
α
rel.(f
min.,f
max.) nach Gl. (1d) ermittelt. Außerdem ist der Mittelwert des Drucksensors p und die
Mittelwerte für der Temperatursensor T1 mit Schwert und T2 ohne Schwert angegeben.
Die Schallgeschwindigkeit Vs wird aus dem Abstand x und der Zeit t
oF bis zur ersten Spannungsamplitude ermittelt. Dabei muss die Zeit tus = 4,6 µs des
Ultraschallschallsignales im Vorlauf der Ultraschallwandler berücksichtigt nach Gl.
(2) werden.

[0085] Zusätzlich zu den Ultraschallkennwerten wurde die Viskosität nach Mooney ML1+4 (100°C)
als nicht-repräsentative offline Standard Qualitätskontrolle ermittelt.
Tabelle 4: Messung der extrudierten Chargen aus Tabelle 3
| Extrudierte Charge nach |
1. Mischstufe |
2. Mischstufe |
| Batch |
R1M1 |
R2M1 |
R3M1 |
R4M1 |
R5M2 |
| Standard Prozesskontrolle |
|
|
|
|
|
| Mooney Viskosität ML1+4 (100°C) |
[MU] |
143 |
150 |
151 |
nicht messbar |
122 |
| Messbedingungen |
|
|
|
|
|
| Druck p |
[bar] |
31 ± 3 |
34 ± 1 |
35 ± 1 |
38 ± 1 |
34 ± 2 |
| T1 |
[°C] |
124 ± 1 |
125 ± 1 |
125 ± 1 |
124 ± 1 |
124 ± 1 |
| T2 |
[°C] |
122 ± 1 |
122 ± 1 |
122 ± 1 |
121 ± 1 |
121 ± 1 |
| Ultraschallkennwerte |
|
|
|
|
|
| Vs Rel. Dämpf.koeff. αrel. |
[m/s] |
1214 ± 3 |
1218 ± 2 |
1220 ± 3 |
1222 ± 2 |
1218 ± 3 |
| (1,1 MHz bis 1,7 MHz) |
[1/m] |
1 ± 2 |
3 ± 2 |
3 ± 2 |
2 ± 2 |
0 ± 1 |
| (1,7 MHz bis 2,8 MHz) |
[1/m] |
3 ± 2 |
4 ± 2 |
3 ± 2 |
2 ± 2 |
0 ± 2 |
| (2,8 MHz bis 4,0 MHz) |
[1/m] |
4 ± 2 |
6 ± 2 |
6 ± 3 |
4 ± 2 |
0 ± 2 |
| (4,0 MHZ bis 5,2 MHz) |
[1/m] |
5 ± 2 |
9 ± 3 |
9 ± 3 |
9 ± 2 |
0 ± 2 |
| (5,2 MHz bis 6,9 MHz) |
[1/m] |
7 ± 3 |
14 ± 3 |
15 ± 4 |
14 ± 2 |
0 ± 2 |
[0086] Es zeigt sich in Tabelle 4, dass die Werte für die relative Schalldämpfung αrel.
ab 4 MHz der Charge R1M1 signifikant kleiner sind als die Werte der Chargen R2D1,
R3M1 und R4M1 (Fig. 9). Die Auswurftemperatur TA der Charge R1M1 liegt oberhalb von
140°C, sodass die Silanisierungsreaktion stattfinden konnte. Die Auswurftemperatur
TA der Chargen R2M1, R3M1 und R4M1 lag unterhalb von 140°C, sodass keine Silanisierungsreaktion
stattfinden konnte. Unterhalb von 4 MHz ist der Unterschied relativ zur Standardabweichung
σ der Werte für dne relativen Schalldämpfungskoeffizient α
rel.(f
min.,f
max.) eher gering, sodass keine eindeutige Aussage möglich ist.
[0087] Die niedrigen Werte für R1M1 und für R5M2 gegenüber R3M1 und R4M1 können dabei nicht
auf eine verbesserte Dispersion des Füllstoffs (hier: die Kieselsäure), wie in
A. Schröder, L. Gräff. L. Wawrzinski , Kautschuk Gummi Kunststoffe, 67 (2015), 11, beschrieben, zurückgeführt werden. Darin nimmt mit zunehmender Füllstoffdispersion
die Ultraschallamplitude zu, gleichzeitig nimmt der Variationskoeffizient CV ab. Im
Gegensatz dazu nimmt der Variationskoeffzient CV der Mischungen R1M1 und R5M2 (in
Fig. 4 und Fig. 8) Werte oberhalb von 0,2% an. Die Werte für den Variationskoeffizient
der Mischungen R3M1 und R4M1 sind dagegen alle kleiner als 0,2%. Offenbar führt der
höhere Energieeintrag während des Knetprozesses für die Chargen R3M1 und R4M1 aufgrund
der niedrigeren Temperatur zu einer verbesserten Füllstoffdispersion. Trotzdem sind
die Werte für In A.(f
min.,f
max.) der Chargen R3M1 und R4M1 geringer als für R1M1 und R5M2. Da Chargen mit gleicher
Zusammensetzung verwendet wurden und keine signifikanten Änderungen der Messbedingungen
(gleiche Werte für p, T1, und T2) bei der Inline Qualitätskontrolle beobachtet wurden,
können die unterschiedlichen relativen Schalldämpfungskoeffizienten α
rel.(f
min.,f
max.) nur mit einer chemischen Reaktion der Kieselsäureoberfläche mit dem Silan erklärt
werden.
[0088] Zudem sinkt der relative Schalldämpfungskoeffizient α
rel.(f
min.,f
max)weiter, wenn die Silanisierung entsprechend dem Standardverfahren σ in einem zweiten
Mischschritt vervollständigt wird (Vergleich R1M1 und R5M2). Die Werte für den relativen
Schalldämpfungskoeffizient α
rel.(f
min.,f
max.) bei einer Frequenz > 4 MHz korrelieren dabei mit den Werten für die Mooney Viskosität
ML1+4 (100°C) als offline Standardverfahren zur Qualitätskontrolle für nicht vernetzte
Kautschukmischungen (Fig. 10). Dies zeigt offensichtlich, dass die Güte der in situ
Silanisierung mit Hilfe der Bestimmung des relativen Schalldämpfungskoeffizienten
α
rel.(f
min.,f
max.) ermittelt werden kann.
1. Verfahren zur Prüfung der Silanisierung von hellen Füllstoffen, wobei eine Mischung
enthaltend mindestens einen silanisierten hellen Füllstoff aus der Gruppe der Kieselsäuren,
vorzugsweise der gefällten Kieselsäuren oder der Dual Phase Filler, und mindestens
einen Kautschuk extrudiert, das Extrudat mit Ultraschallwellen in einem Frequenzbereich
von 4 bis 10 MHz, vorzugsweise von 5 bis 7 MHz, beschallt und die Signalstärke der
Ultraschallwellen nach Transmission durch das Extrudat bestimmt wird.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei der relative Dämpfungskoeffizient αrel des Extrudats in dem Frequenzbereich der Ultraschallwellen bestimmt wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, wobei zusätzlich der Variationskoeffizient des
Logarithmus der Ultraschallwellenintensität oder der Ultraschallwellenamplitude In
A ermittelt und zur Kontrolle der Dispergierung des hellen Füllstoffes im Extrudat
verwendet wird.
4. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, wobei auch die Standardabweichung
des relativen Dämpfungskoeffizient αrel ermittelt und zur Kontrolle der Dispergierung des hellen Füllstoffes im Extrudat
verwendet wird.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, wobei der Abstand zwischen
einem Sender, der die Ultraschallwellen emittiert und einem Empfänger, der die Ultraschallwellen
empfängt mehr als 5 mm beträgt, bevorzugt im Bereich von 10 mm bis 25 mm, besonders
bevorzugt von 15 bis 20 mm.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, wobei der Füllstoff in
der Kautschukmischung mit 50 bis 250 phr, vorzugsweise 60 bis 150 und besonders bevorzugt
70 bis 100 phr enthalten ist.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, wobei der silanisierte
Füllstoff im Extruder aus mindestens einem hellen Füllstoff aus der Gruppe der Kieselsäuren,
vorzugsweise der gefällten Kieselsäuren, oder der Dual Phase Filler und mindestens
einem Silanisierungsmittel gebildet wird.
8. Verfahren zur Herstellung von silanisierten hellen Füllstoffen enthaltenden Kautschukmischungen,
wobei mindestens ein heller Füllstoff aus der Gruppe der Kieselsäuren, vorzugsweise
der gefällten Kieselsäuren, oder der Dual Phase Filler mit mindestens einem Kautschuk
und mindestens einem Silanisierungsmittel gemischt und silanisiert wird und wobei
zumindest ein Teil, vorzugsweise mehr als 1 Vol.-%, besonders bevorzugt mehr als 10
Vol.-%, meist bevorzugt 100 Vol.-% der Kautschukmischung durch das Verfahren gemäß
einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7 geprüft werden.
9. Verfahren gemäß Anspruch 7 oder 8, wobei die Silanisierung bei einer Temperatur von
140 bis 160 °C erfolgt.
10. Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, wobei das Verfahren kontinuierlich oder als Batchverfahren,
vorzugsweise kontinuierlich betrieben wird.
11. Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 10, wobei als Silanisierungsmittel
ein Silan, vorzugsweise Bis(3-triethoxysilypropyl)tetrasulfid verwendet wird.
12. Verfahren zur Herstellung von vernetzbaren, silanisierten hellen Füllstoff enthaltenden
Kautschukmischungen, umfassend das Verfahren gemäß einem oder mehreren der Ansprüche
8 bis 11, wobei vor, während und/oder nach der Herstellung der Kautschukmischung ein
oder mehrere Vernetzungsmittel zugefügt werden.
13. Verfahren zur Herstellung von Vulkanisaten umfassend die Herstellung von vernetzbaren,
silanisierte helle Füllstoffe enthaltenden Kautschukmischungen nach einem Verfahren
gemäß Anspruch 12, und eine nachfolgende Vulkanisation bei einer Temperatur im Bereich
von 100 °C bis 200 °C.
14. Verwendung von Messvorrichtungen zur Bestimmung der Schallwellenamplitude und/oder
Schallwellenintensität bei einer Frequenz der Ultraschallwellen in einem Bereich von
4 bis 10 MHz vorzugsweise von 5 bis 7 MHz für ein Verfahren gemäß einem der Ansprüche
1 bis 13.
15. Verwendung von Messvorrichtungen gemäß Anspruch 14, wobei der Dämpfungskoeffizient
im Bereich der Frequenz der Ultraschallwellen bestimmt wird.
1. Method of testing the silanization of light-coloured fillers, wherein a mixture comprising
at least one silanized light-coloured filler from the group of the silicas, preferably
the precipitated silicas, or the dual-phase fillers, and at least one rubber is extruded,
the extrudate is subjected to ultrasound waves within a frequency range from 4 to
10 MHz, preferably from 5 to 7 MHz, and the signal intensity of the ultrasound waves
is determined after transmission through the extrudate.
2. Method according to Claim 1, wherein the relative attenuation coefficient αrel of the extrudate is determined in the frequency range of the ultrasound waves.
3. Method according to Claim 1 or 2, wherein the coefficient of variation of the logarithm
of the ultrasound wave intensity or of the ultrasound wave amplitude In A is additionally
determined and used to monitor the dispersion of the light-coloured filler in the
extrudate.
4. Method according to one or more of Claims 1 to 3, wherein the standard deviation of
the relative attenuation coefficient αrel is also determined and used to monitor the dispersion of the light-coloured filler
in the extrudate.
5. Method according to one or more of Claims 1 to 4, wherein the distance between an
emitter that emits the ultrasound waves and a receiver that receives the ultrasound
waves is more than 5 mm, preferably in the range from 10 mm to 25 mm, more preferably
from 15 to 20 mm.
6. Method according to one or more of Claims 1 to 5, wherein the filler is present in
the rubber mixture at 50 to 250 phr, preferably 60 to 150 and more preferably 70 to
100 phr.
7. Method according to one or more of Claims 1 to 6, wherein the silanized filler is
formed in the extruder from at least one light-coloured filler from the group of the
silicas, preferably the precipitated silicas, or the dual-phase fillers, and at least
one silanizing agent.
8. Method of producing rubber mixtures comprising silanized light-coloured fillers, wherein
at least one light-coloured filler from the group of the silicas, preferably the precipitated
silicas, or the dual-phase fillers, is mixed with at least one rubber and at least
one silanizing agent and silanized, and wherein at least a portion, preferably more
than 1% by volume, more preferably more than 10% by volume, most preferably 100% by
volume, of the rubber mixture is tested by the method according to one or more of
Claims 1 to 7.
9. Method according to Claim 7 or 8, wherein the silanization is effected at a temperature
of 140 to 160°C.
10. Method according to Claim 8 or 9, wherein the process is conducted continuously or
as a batchwise process, preferably continuously.
11. Method according to one or more of Claims 8 to 10, wherein the silanizing agent used
is a silane, preferably bis(3-triethoxysilypropyl) tetrasulfide.
12. Method of producing crosslinkable rubber mixtures comprising silanized light-coloured
filler, comprising the method according to one or more of Claims 8 to 11, wherein
one or more crosslinking agents are added before, during and/or after the production
of the rubber mixture.
13. Method of producing vulcanizates comprising the production of crosslinkable rubber
mixtures comprising silanized light-coloured fillers by a method according to Claim
12, and a subsequent vulcanization at a temperature in the range from 100°C to 200°C.
14. Use of measurement devices for determining the sound wave amplitude and/or sound wave
intensity at a frequency of the ultrasound waves within a range from 4 to 10 MHz,
preferably from 5 to 7 MHz, for a method according to one of Claims 1 to 13.
15. Use of measurement devices according to Claim 14, wherein the attenuation coefficient
is determined in the region of the frequency of the ultrasound waves.
1. Procédé permettant de contrôler la silanisation de matières de charge claires, dans
lequel un mélange contenant au moins une matière de charge claire silanisée issue
du groupe des acides siliciques, de préférence des acides siliciques précipités ou
des matières de charge biphasées, et au moins un caoutchouc est extrudé, le produit
d'extrusion est exposé à des ondes ultrasonores dans une plage de fréquence de 4 à
10 MHz, de préférence de 5 à 7 MHz, et l'intensité de signal des ondes ultrasonores
après transmission à travers le produit d'extrusion est déterminée.
2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le coefficient d'amortissement relatif
αrel du produit d'extrusion est déterminé dans la plage de fréquence des ondes ultrasonores.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel en plus le coefficient de variation
du logarithme de l'intensité des ondes ultrasonores ou de l'amplitude des ondes ultrasonores
In A est établi et utilisé pour le contrôle de la dispersion de la matière de charge
claire dans le produit d'extrusion.
4. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 3, dans lequel aussi l'écart
type du coefficient d'amortissement relatif αrel est établi et utilisé pour le contrôle de la dispersion de la matière de charge claire
dans le produit d'extrusion.
5. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 4, dans lequel la distance entre
un émetteur qui émet les ondes ultrasonores et un récepteur qui reçoit les ondes ultrasonores
est supérieure à 5 mm, de préférence comprise entre 10 mm et 25 mm, de façon particulièrement
préférée entre 15 et 20 mm.
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 5, dans lequel la matière de
charge est contenue dans le mélange de caoutchouc à raison de 50 à 250 phr, de préférence
de 60 à 150, et de façon particulièrement préférée de 70 à 100 phr.
7. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 6, dans lequel la matière de
charge silanisée est formée dans l'extrudeuse à partir d'au moins une matière de charge
claire issue du groupe des acides siliciques, de préférence des acides siliciques
précipités, ou des matières de charge biphasées, et d'au moins un agent de silanisation.
8. Procédé de fabrication de mélanges de caoutchouc contenant des matières de charge
claires silanisées, dans lequel au moins une matière de charge claire issue du groupe
des acides siliciques, de préférence des acides siliciques précipités ou des matières
de charge biphasées, est mélangée avec au moins un caoutchouc et au moins un agent
de silanisation, et est silanisée, et dans lequel au moins une partie, de préférence
plus de 1 % en volume, de manière particulièrement préférée plus de 10 % en volume,
de la plus grande préférence 100 % en volume du mélange de caoutchouc sont contrôlés
par le procédé selon une ou plusieurs des revendications 1 à 7.
9. Procédé selon la revendication 7 ou 8, dans lequel la silanisation est effectuée à
une température de 140 à 160 °C.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9, dans lequel le procédé fonctionne en continu
ou sous forme de procédé par lots, de préférence en continu.
11. Procédé selon une ou plusieurs des revendications 8 à 10, dans lequel un silane, de
préférence le bis[3-(triéthoxysilyl)propyl]tétrasulfure est utilisé comme agent de
silanisation.
12. Procédé de fabrication de mélanges de caoutchouc réticulables, contenant des matières
de charge claires silanisées, comprenant le procédé selon une ou plusieurs des revendications
8 à 11, dans lequel avant, pendant et/ou après la fabrication du mélange de caoutchouc,
un ou plusieurs agents de réticulation est/sont ajouté(s).
13. Procédé de fabrication de produits de vulcanisation comprenant la fabrication de mélanges
de caoutchouc réticulables, contenant des matières de charge claires silanisées, selon
un procédé selon la revendication 12, et une vulcanisation consécutive à une température
dans la plage de 100 °C à 200 °C.
14. Utilisation de dispositifs de mesure pour déterminer l'amplitude d'onde sonore et/ou
l'intensité d'onde sonore à une fréquence des ondes ultrasonores dans une plage de
4 à 10 MHz, de préférence de 5 à 7 MHz, pour un procédé selon l'une quelconque des
revendications 1 à 13.
15. Utilisation de dispositifs de mesure selon la revendication 14, dans lequel le coefficient
d'amortissement est déterminé dans la plage de la fréquence des ondes ultrasonores.