[0001] Die Erfindung betrifft das technische Gebiet der Drucktechnik. Insbesondere betrifft
die Erfindung eine Druckvorrichtung, ein Verfahren zum Herstellen einer Druckvorrichtung,
eine Verwendung einer Druckvorrichtung, insbesondere die Verwendung einer Druckvorrichtung
in einer Druckmaschine.
[0002] EP 0 710 508 A1 betrifft eine Herstellung von dreidimensionale optische Effekte aufweisenden Beschichtungen
durch Ausrichtung magnetisch orientierbarer, plättchenförmiger Pigmente, indem man
die Pigmente in der noch flüssigen Beschichtung durch das Magnetfeld eines zuvor magnetisch
konfigurierten flächenförmigen Transfermediums ausrichtet.
[0004] In der Drucktechnik sind bisher Verfahren bekannt, die sich des physikalischen Phänomens
bedienen bzw. auf der Wirkung des Magnetismus beruhen, um optische Effekte auf einem
Druckerzeugnis zu bewirken. Hierbei ist bekannt, Farben oder Lacke mit magnetisch
orientierbaren Partikeln zu verwenden, die mit der Druckvorrichtung zusammenwirken.
Die bisher bekannten Techniken haben jedoch den Nachteil, dass sie aufwendig sind
und nur sehr umständlich oder überhaupt nicht individuell nach Datenvorgabe Druckerzeugnisse
bereitstellen können.
[0005] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine Lösung anzugeben, um im Gebiet der
Drucktechnik auf einfache Weise optische Effekte mit magnetischen Mitteln hervorzurufen.
Diese Aufgabe wird mit den Gegenständen der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Weitere
bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen
offenbart.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird mit einer Druckvorrichtung gemäß den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0007] Die erfindungsgemäße Druckvorrichtung kann auch als "Druckform", Klischee", Magnetform"
oder "Magnetfolie" bezeichnet werden. Die Druckvorrichtung oder das Klischee weist
eine Druckoberfläche oder Druckseite auf, die im bestimmungsgemäßen Gebrauch dem zu
bedruckendem Substrat zugewandt ist und eine Befestigungsseite, die auf einem Untergrund
befestigt werden kann, beispielsweise auf einer Unterlage, Druckwalze oder Gegendruckzylinder.
Es können beliebige Klischeegrößen bereitgestellt werden, beispielsweise mit einem
Außenmaß von etwa 1000 mm x etwa 675 mm oder etwa 1000 mm x etwa 750 mm (mm = Millimeter).
Weitere beliebige Außenmaße sind ebenso möglich. Ferner ist bevorzugt, dass das Klischee
bzw. die hergestellte Druckvorrichtung eine Materialstärke (Dicke) von weniger als
einem Millimeter, vorzugsweise von nur etwa 0,8 mm, mit einem Toleranzbereich von
etwa ± 0,1 mm aufweist. Hierbei ist das Klischee vorzugsweise biegsam.
[0008] Es wird demnach eine Druckvorrichtung bereitgestellt, beispielsweise eine Druckplatte
oder eine Druckfolie, die mindestens einen ersten Bereich und mindestens einen zweiten
Bereich aufweist. Die Druckvorrichtung kann auch als Druckform verstanden werden.
Die Druckvorrichtung kann als Klischee, Druckplatte sowie Druckfolie oder Magnetfolie
bezeichnet werden.
[0009] Unter einem "Volumen" ist eine dreidimensionale Ausdehnung zu verstehen. Unter einer
"Grenzfläche" ist im vorliegenden Fall eine Fläche zu verstehen, die an ein Volumen
angrenzt wobei die Fläche als zweidimensionale Fläche oder als dreidimensionale Fläche
ausgebildet sein kann. Ebenso kann ein Bereich, wie der erste und der zweite Bereich
der Druckvorrichtung, eine zweidimensionale wie auch eine dreidimensionale Fläche
sein. Eine dreidimensionale Fläche entsteht dann, wenn eine ebene Fläche gekrümmt
oder auf sonstige Weise verformt ist. Ferner wird unter "Druckfläche" eine Fläche
verstanden, die zum magnetischen Drucken geeignet ist. Hierbei kann die Druckfläche
selbst einen magnetischen Bereich aufweisen, d.h. der magnetische Bereich ist Teil
der Druckfläche. Ferner ist es auch möglich, dass die Druckfläche selbst nicht den
magnetischen Bereich aufweist, sondern der magnetische Bereich lediglich auf die Druckfläche
wirkt, so dass beispielsweise der magnetische Bereich unterhalb der Druckfläche angeordnet
ist und die Druckfläche beispielsweise durch eine Beschichtung ausgebildet ist.
[0010] Ein Übergang zwischen zwei Bereichen (magnetischer Bereich und nicht-magnetischer
Bereich oder magnetischer Bereich und magnetischer Bereich) bildet in einer zweidimensionalen
Betrachtung wie auch bei einer dreidimensionalen Betrachtung eine Grenzlinie an der
Druckoberfläche oder zumindest unterhalb der Oberfläche der Druckvorrichtung. Diese
Grenzlinie ist Teil einer flächigen Grenzschicht, die eben, also zweidimensional,
oder auch dreidimensional sein kann, und die sich bei dreidimensionaler Betrachtung
ausbildet durch ein Angrenzen von zwei Volumen, beispielsweise einem magnetischen
Volumen und einem nicht-magnetischen Volumen. Die Grenzlinie bewirkt einen sprungartigen
Übergang zwischen einem magnetischen Bereich und einem nicht-magnetischen Bereich.
[0011] Mit der Druckvorrichtung können optisch erscheinende dreidimensionale Konturen bewirkt
werden, wobei der Verlauf der Grenzlinie an der Druckoberfläche zwischen den beiden
Bereichen die Form der Kontur vorgibt. Hierbei ist unter Bereich eine zweidimensionale
oder dreidimensionale Geometrie zu versehen, die beliebig im Raum liegt und Teil der
Druckoberfläche ist oder zumindest unterhalb der Druckoberfläche auf das magnetische
Drucken Auswirkung hat. Bei einer ebenen Druckoberfläche, die bevorzugt ist, ist der
erste und der zweite Bereich ein Fläche, die an ihrer gemeinsamen Grenzfläche eine
Grenzlinie bilden, die auf der Druckoberfläche oder unterhalb der Druckoberfläche
liegt und magnetisch orientierbare Partikel einer Farbe oder eines Lacks in der Nähe
der Druckoberfläche beeinflussen kann.
[0012] Es kann vorgesehen werden, dass das magnetische Volumen durch einen Permanentmagneten
gebildet wird. Hierbei kann ein Pol des Permanentmagneten einen ersten Pol des magnetischen
Volumens und ein zweiter Pol des Permanentmagneten einen zweiten Pol des magnetischen
Volumens ausbilden. Für das Bedrucken eines Substrates können eine Vielzahl von magnetischen
Volumen verwendet werden, um Grenzlinien beliebiger Form zu bilden.
[0013] Ein Permanentmagnet kann als magnetisches Volumen verstanden werden, das zeitlich
gesehen dauerhaft eine magnetische Wirkung bereitstellt. Die Verwendung eines oder
mehrerer Permanentmagneten hat den Vorteil, dass mit der Druckvorrichtung dauerhaft
magnetische Wirkung bereitgestellt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, die
Druckvorrichtung mehrfach einzusetzen bzw. zu verwenden, so dass die Druckvorrichtung
wiederverwendbar ist, da sich die Magnetwirkung eines Dauermagneten zeitlich gesehen
nicht oder nur gering verändert und langfristig an der gebildeten Grenzlinie zu nicht-magnetischem
Material eine magnetische Wirkung bereitstellt, die technisch genutzt werden kann.
[0014] Ferner kann in einer weiteren Ausgestaltung der Druckvorrichtung vorgesehen sein,
dass die Druckvorrichtung als Folie bzw. "Magnetfolie" ausgebildet ist. Die Folie
kann ebenfalls Permanentmagnete bzw. Bereiche mit magnetischer Wirkung aufweisen,
die dauerhaft ist.
[0015] Unter einer "Folie" wird im Bereich der Drucktechnik ein Metall- oder Kunststoffblatt
verstanden. Eine Folie hat den Vorteil, dass diese eine geringe Dicke aufweist. Ferner
ist von Vorteil, wenn die Folie biegsam ist, um sich einer vorgegebenen Geometrie
anpassen zu können, beispielsweise einem Zylinder oder einer Walze einer Druckmaschine.
Desweiteren ist von Vorteil, dass eine Folie eine beliebige Geometrie und Größe der
Druckfläche aufweisen kann. Beispielsweise kann die Druckvorrichtung hergestellt als
Folie eine Dicke von etwa 0,8 mm oder weniger aufweisen. Ferner kann die Größe der
Druckvorrichtung nach Vorgaben einer Druckmaschine bemessen werden. Demnach kann durch
die Verwendung einer Folie das Anwendungsgebiet der Druckvorrichtung in Bezug auf
beliebige Druckmaschinen erweitert werden. Ferner kann die Folie auf einem Trägermaterial
aufgebracht sein, beispielsweise einem Trägermaterial mit haftenden oder klebenden
Eigenschaften, um z.B. eine Befestigung der Folie auf einer Druckwalze zu ermöglichen.
[0016] Bei einem Druckvorgang kann vorgesehen werden, dass auf das Substrat Farbe oder Lack
mit Partikeln oder Pigmenten aufgetragen wird, wobei die Partikel bzw. Pigmente magnetisch
orientierbar sind. Auf diese Weise ist es möglich, dass sich die magnetisch orientierbaren
Partikel in Bezug auf die Grenzlinie der Druckvorrichtung ausrichten. Durch den Austritt
von magnetischen Feldlinien an der Grenzlinie haben die magnetisch orientierbaren
Partikel bzw. magnetisch orientierbaren Pigmente die Tendenz, sich auch entlang der
magnetischen Feldlinien auszurichten. Es wurde herausgefunden, dass auf diese Weise
optische Effekte bewirkt werden können. Es wirkt der magnetische Bereich im bestimmungsgemäßen
Gebrauch während eines Druckvorgangs auf Farbpartikel mit magnetischen Eigenschaften,
so dass durch die magnetisch orientierbaren Partikel bzw. magnetisch orientierbaren
Pigmente ein dreidimensionaler optischer Effekt auf dem Druckerzeugnis bereitgestellt
wird. Somit kann vorgesehen werden, dass die Grenzlinie ein Druckbild bestimmt, das
dreidimensionale optische Effekte hervorruft, indem die Druckoberfläche im bestimmungsgemäßen
Gebrauch mit Farbpartikeln einer Druckfarbe bzw. eines Drucklacks zusammenwirkt. Im
vorliegenden Zusammenhang wird der Ausdruck "Farbe" und "Lack" gleichwertig verwendet,
da beide Arten von Beschichtungen geeignet sind, um magnetisch orientierbare Partikel
aufzuweisen. Auch werden die Begriffe "Walze" bzw. "Druckwalze" und "Zylinder" bzw.
"Gegendruckdruckzylinder" im vorliegenden Zusammenhang gleichwertig verwendet, da
beide Arten als substratführende Vorrichtungen geeignet sind, um daran eine oder mehrere
erfindungsgemäße Druckvorrichtungen anzubringen.
[0017] Die erfindungsgemäße Druckvorrichtung wirkt beispielsweise bei einem Druckvorgang
durch das zu bedruckende Substrat hindurch auf den Farb- bzw. Lackauftrag der Vorderseite
des Substrats ein, ohne dass es notwendiger Weise mit diesem in Berührung kommt, da
die magnetische Wirkung der Druckvorrichtung im Millimeter-Bereich magnetische Kräfte
ausüben kann. Von Vorteil ist ein Drucken mit Kontakt zwischen Druckvorrichtung und
Substrat, da dann die schwache magnetische Wirkung der Druckvorrichtung besser wirken
kann. Hierbei ist eine Direktkontaktierung von Druckvorrichtung und Substrat erwünscht,
wobei die Druckoberfläche der Druckvorrichtung an der Rückseite des Substrates beim
Drucken flächig oder zumindest teilweise flächig anliegt. Dies bedeutet, dass auf
der Substratrückseite, die nicht bedruckt wird, die Druckvorrichtung vorhanden ist
und die Effekte der Druckvorrichtung auf der Vorderseite des Substrates, d.h. auf
der Druckseite, in Erscheinung treten.
[0018] Insgesamt wird die Grenzlinie oder eine Vielzahl von Grenzlinien der erfindungsgemäßen
Druckvorrichtung verwendet, um ein magnetisches Drucken auf einem Substrat mit Hilfe
der erfindungsgemäßen Druckvorrichtung zur ermöglichen. Hierbei können zusammenhängende
Grenzlinien ausgebildet sein, beispielsweise als Umrandung eines Buchstabens. Auch
können voneinander getrennte Grenzlinien verwendet werden, um beispielsweise mit zwei
geraden Grenzlinien zwei parallele Linien zu drucken. Vorzugsweise werden mit der
Druckvorrichtung dekorative Effekte beim Bedrucken eines Druckerzeugnisses erzeugt.
Hierbei legt ein Image die Erscheinungsform der dekorativen Effekte fest.
[0019] Unter dem Begriff "magnetisches Drucken" wird im vorliegenden Zusammenhang ein Drucken
auf einem Substrat verstanden, ohne dass es zu einer mechanischen Einwirkung zur Abbildung
eines Images in Form eines Musters, eines Schriftzuges oder ähnlichem auf dem Substrat
kommt. Das Drucken des Images basiert ausschließlich auf einem magnetischen Effekt
der Druckvorrichtung, die im bestimmungsgemäßen Gebrauch mit magnetisch orientierbaren
Elementen in einer Farbe oder einem Lack zusammenwirkt, der auf dem Substrat aufgetragen
wird. Es werden durch die Vorgabe des Images mit seinen Grenzlinien Effekte auf ein
zu bedruckendes Substrat übertragen. Es findet somit eine "Effektübertragung" statt,
die im vorliegenden Zusammenhang als Drucken oder magnetisches Drucken verstanden
wird.
[0020] Unter "Image" wird in diesem Zusammenhang eine Kontur oder ein Druckergebnis auf
einem Substrat verstanden, die durch die Druckeffekte der Druckvorrichtung hervorgerufen
werden. Das Substrat kann beliebige Images aufweisen, wie Linien, Formen, Buchstaben,
Muster oder ähnliches. Unter "Druckerzeugnis" wird das bedruckte Substrat mit dem
Image verstanden.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Druckvorrichtung kann
vorgesehen werden, dass der zweite Bereich ein nicht-magnetischer Bereich ist.
[0022] Dementsprechend wird eine Druckvorrichtung bereitgestellt, wobei die Druckvorrichtung
eine Druckoberfläche mit mindestens einem magnetischen Bereich und mit mindestens
einem nicht-magnetischen Bereich aufweist, wobei einer der magnetischen Bereiche und
einer der nicht-magnetischen Bereiche zumindest teilweise aneinander angrenzen und
mindestens eine Grenzlinie an der Druckoberfläche oder unterhalb der Druckoberfläche
bilden, und beispielsweise die Grenzlinie parallel zu der Druckoberfläche verläuft.
Hierbei ist der magnetische Bereich Teil eines magnetischen Volumens, wobei das magnetische
Volumen einen ersten magnetischen Pol und einen zweiten magnetischen Pol aufweist.
Hierbei ist der erste magnetische Pol der Druckoberfläche zugewandt und der zweite
magnetische Pol der Druckoberfläche abgewandt. Ferner ist mit der Grenzlinie eine
Kontur auf einem zu bedruckenden Substrat hervorrufbar.
[0023] Bei dieser Ausführungsform wird der Übergang zwischen einem magnetischen und einem
nicht-magnetischen Bereich bzw. einem magnetischen und einem nicht-magnetischen Volumen
verwendet, um möglichst einen sprungartigen Übergang zwischen den beiden Bereichen
bereitzustellen. Dieser sprungartige Übergang in Form einer Grenzfläche in dreidimensionaler
bzw. in Form einer Grenzlinie in zweidimensionaler Betrachtung wird dazu verwendet,
um magnetische Effekte, insbesondere den Verlauf von magnetischen Feldlinien, technisch
zu nutzen, um optische Effekte auf einem Druckerzeugnis zu bewirken. Mit der Grenzlinie
ist eine magnetische Wirkung auf einem Druckerzeugnis hervorrufbar.
[0024] Es wird die Grenzlinie zwischen einem magnetischem Bereich und einem nicht-magnetischen
Bereich verwendet, um mit der Grenzlinie beispielsweise Buchstaben, Linien oder Muster
nachzubilden. Demnach kann die Grenzlinie eine beliebige Form annehmen. Es wird sozusagen
mit der Grenzlinie ein zu bedruckendes Substrat beschrieben, ohne dass die Grenzlinie
aus der Oberfläche der Druckform hervortritt. Durch die magnetische Wirkung der Grenzlinie
auf das zu bedruckendes Substrat kann das Druckerzeugnis magnetisch beschrieben bzw.
bedruckt werden. Hierbei nutzt man die magnetische Wirkung an einem Materialübergang
eines magnetischen und eines nicht-magnetischen Materials aus.
[0025] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Druckvorrichtung kann vorgesehen
werden, dass der zweite Bereich der Druckoberfläche ein zweiter magnetischer Bereich
ist, der Teil eines zweiten magnetischen Volumens ist, wobei das zweite magnetische
Volumen einen ersten magnetischen Pol und einen zweiten magnetischen Pol aufweist.
Ferner kann vorgesehen sein, dass die beiden magnetischen Bereiche unterschiedlich
bezüglich ihrer magnetischen Pole ausgerichtet sind.
[0026] Dementsprechend weist die Druckvorrichtung wenigstens vier magnetische Pole auf,
jeweils zwei Nordpole und jeweils zwei Südpole. Die Orientierung der Pole ist abwechselnd
auf der Druckoberfläche ausgebildet, so dass mindestens ein Nordpol und mindestens
ein Südpol der Druckoberfläche zugewandt sind und ihre magnetische Wirkung auf die
magnetisch orientierbaren Partikel entfalten.
[0027] In einer weiteren Ausführungsform kann vorgesehen werden, dass die Druckvorrichtung
eine Vielzahl von magnetischen Bereichen aufweist, wobei mindestens zwei magnetische
Bereiche gleichartig bezüglich ihrer magnetischen Polen ausgerichtet sind.
[0028] Zusätzlich zu der Vielzahl der magnetischen Bereiche kann auch vorgesehen werden,
dass die Druckvorrichtung eine Vielzahl von nicht-magnetischen Bereichen aufweist.
Diese können beispielsweise jeweils zwischen zwei magnetischen Bereichen angeordnet
sein. Ferner ist es möglich, dass alle magnetischen Bereiche der Druckoberfläche gleichartig
bezüglich ihrer magnetischen Pole ausgerichtet sind.
[0029] Unter einer gleichartigen Ausrichtung der magnetischen Bereiche ist zu verstehen,
dass die vorhandenen magnetischen Pole mit einem magnetischen Nordpol und einem magnetischen
Südpol jeweils in gleicher Richtung angeordnet sind. Es kann beispielweise vorgesehen
werden, dass alle magnetischen Bereiche, die der Druckoberfläche zugewandt sind, den
magnetischen Nordpol aufweisen. Dementsprechend kann jeweils der magnetische Südpol
eines jeden magnetischen Bereiches der Druckoberfläche abgewandt sein. Alternativ
kann vorgesehen werden, dass alle magnetischen Bereiche, die der Druckoberfläche zugewandt
sind, den magnetischen Südpol aufweisen. Dementsprechend kann jeweils der magnetische
Nordpol eines Bereiches der Druckoberfläche abgewandt sein.
[0030] Als eine alternative Ausführungsform können auch die magnetischen Pole unterschiedlich
orientiert sein. Beispielsweise können innerhalb einer Druckform Nordpol- und Südpolvolumen
nebeneinander angeordnet sein. Die Anordnung kann direkt sein, d.h. ohne weitere nicht-magnetische
Volumen dazwischen, wobei mindestens ein Nordpol und ein Südpol nebeneinander angeordnet
sind und jeweils dem Substrat zugewandt sind. Ferner kann auch die Anordnung der magnetischen
Pole indirekt nebeneinander dem Substrat zugewandt sein, d.h. zwischen den Magnetpolen
ist ein weiteres nicht-magnetisches Volumen angeordnet.
[0031] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Druckvorrichtung kann vorgesehen werden, dass
mindestens einer der Bereiche durch ein Polymer gebildet ist.
[0032] Unter einem Polymer wird ein beliebiger Kunststoff verstanden, der keine oder nahezu
keine magnetische Eigenschaften aufweist. Aus diesem Polymer können ein oder mehrere
nicht-magnetische Bereiche gebildet werden. Auch können unterschiedliche Polymere
oder Polymergemische für eine einzige Druckvorrichtung verwendet werden. Hierzu kann
dem Polymer für das Ausbilden von magnetischen Bereichen magnetisches oder magnetisierbares
Material beigemischt werden.
[0033] Ein Polymer hat den Vorteil, auf einfache Weise zwei unterschiedliche Bereiche einer
Druckoberfläche, wie einen magnetischen und einen nicht-magnetischen Bereich, ohne
Lücken miteinander zu verbinden. Eine formschlüssige Verbindung zwischen einem magnetischen
Volumen und einem nicht-magnetischen Volumen bzw. einem weiteren magnetischen Volumen,
kann eine Grenzlinie zum magnetischen Drucken bilden, die scharf in ihrer Kontur ist
und somit zum magnetischen Drucken besonders geeignet ist. Geeignete Polymere können
Epoxidharze, Polyethylen und Polyurethan sein. Ferner können auch Polymere für die
Bereitstellung des magnetischen Volumens verwendet werden, indem diesem Polymer ein
Träger mit magnetischen Eigenschaften zugefügt wird. Auf diese Weise lassen sich beispielsweise
zur Herstellung der Druckvorrichtung zwei unterschiedliche Polymere verwenden. Somit
können nicht-magnetische wie auch magnetisierbare Polymere verwendet werden.
[0034] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Druckvorrichtung kann
vorgesehen werden, dass die Druckvorrichtung ein Image mit komplexen Strukturen aufweist.
[0035] Es sind mit der Druckvorrichtung beliebige Images bereitstellbar. Dies ist möglich,
da die erfindungsgemäße Druckvorrichtung einfach herstellbar ist. Die Images bewirken
einen gewünschten Druckeffekt und bilden die vorgegebenen Strukturen auf einem bedruckten
Substrat ab. Beliebige Images umfassen auch komplexe Strukturen, wie beispielsweise
Figuren oder Muster, die von den bisher üblichen druckbaren Grundgeometrien mit einfachen
Formen, wie Quadrate, Kreise oder Dreiecke, abweichen. Es können mit der Druckvorrichtung
beispielsweise eine Landschaft, Fahrzeuge oder Häuserstrukturen gedruckt werden, die
beispielsweise in einem digitalen Datenformat zuvor erstellt wurden. Dies ist insbesondere
einfach möglich, wenn eine Datenverarbeitungsanlage verwendet wird, um eine Bearbeitung
der Rohmagnetfolie aufgrund der digitalen Daten zu bewirken. Hierbei werden durch
die Daten des Images magnetische und nicht-magnetische Bereiche auf der Rohmagnetfolie
festgelegt und somit die Konturen des Images definiert.
[0036] Ferner kann vorgesehen werden, dass die Druckoberfläche im bestimmungsgemäßen Gebrauch
eine Krümmung aufweist.
[0037] Dies ist beispielsweise möglich, wenn die Druckvorrichtung eine geringe Dicke hat
und biegsam ist, so dass sie sich beispielsweise einer Krümmung am Umfang einer Druckwalze
oder eines Druckzylinders anpassen kann. Dies ist einfach möglich, wenn die Druckvorrichtung
als Druckfolie ausgestaltet ist. Dementsprechend weist die Druckvorrichtung im bestimmungsgemäßen
Gebrauch einen Radius oder Biegeradius auf. Sofern die Druckvorrichtung elastisch
verformbar ist, kann sie zur Lagerung eine flache Form annehmen und im bestimmungsgemäßen
Gebrauch die Form eines Umfangs oder Teilumfangs einer Druckwalze oder eines Druckzylinders
annehmen und daran befestigt werden.
[0038] In einer weiteren Ausführungsform der Druckvorrichtung kann vorgesehen werden, dass
die Druckvorrichtung eine Beschichtung aufweist.
[0039] Eine solche Beschichtung kann auf der Unterseite und/oder der Oberseite der Druckvorrichtung
vorgesehen sein. Hierbei wird unter "Oberseite" der Druckvorrichtung die Seite bzw.
Fläche der Druckvorrichtung verstanden, die dem Druckerzeugnis im bestimmungsgemäßen
Gebrauch zugewandt ist. Mit anderen Worten weist die Oberseite der Druckvorrichtung
die Druckoberfläche auf. Dementsprechend wird unter "Unterseite" der Druckvorrichtung
die Seite bzw. Fläche der Druckvorrichtung verstanden, die dem Druckerzeugnis im bestimmungsgemäßen
Gebrauch abgewandt ist. Demnach kann die Unterseite der Druckvorrichtung beispielsweise
an einer Walze oder Zylinder einer Druckmaschine befestigt werden. Hierbei kann von
Vorteil sein, dass die Unterseite der Druckvorrichtung eine adhäsive Oberfläche in
Form einer Beschichtung aufweist. Auch kann vorgesehen werden, dass anstelle einer
ganzflächigen Beschichtung an der Unterseite der Druckvorrichtung ein teilweise flächig
oder punktuell aufgebrachtes adhäsives Material vorhanden ist, um die Druckvorrichtung
an einem Untergrund, wie einer Druckwalze zu befestigen bzw. aufzukleben oder zumindest
zu fixieren. Ferner kann von Vorteil sein, dass die Oberseite der Druckvorrichtung
eine Schicht aufweist, die beispielsweise als Schutzschicht dient.
[0040] Eine Beschichtung auf der Oberseite kann aus einem oder mehreren Materialschichten
gebildet werden, welche die magnetische Wirkung der magnetischen Bereiche unterhalb
der Beschichtung ungehindert durchlassen. Somit ist vorteilhafterweise die Beschichtung
an der Oberseite der Druckvorrichtung magnetisch unwirksam. Ferner kann die Beschichtung
auf der Oberseite der Druckvorrichtung als Schutzschicht verwendet werden, dass die
magnetischen und nicht-magnetischen Bereiche direkt unterhalb der Schutzschicht mechanisch
schützt. Dies hat den Vorteil, dass auch bei mehrfacher Anwendung der Druckvorrichtung
die magnetischen und nicht-magnetischen Bereiche nicht abgenutzt oder beschädigt werden.
Die Beschichtung als Schutzschicht an der Oberseite der Druckvorrichtung ist vorteilhafterweise
einheitlich glatt über die gesamte Oberfläche.
[0041] Ferner wird erfindungsgemäß ein Verfahren zum Herstellen einer Druckvorrichtung gemäß
den Merkmalen des Patentanspruchs 8 vorgesehen.
[0042] Ferner kann gemäß eines Ausführungsbeispiels ein Herstellungsverfahren für eine Druckvorrichtung
vorgesehen werden. Hierbei weist das Verfahren ein Bereitstellen eines ersten Bereiches,
beispielsweise eines magnetischen Bereiches, und eines zweiten Bereiches auf, beispielsweise
eines nicht-magnetischen Bereiches. Ferner weist das Verfahren ein Anordnen des ersten
Bereiches und des zweiten Bereiches derart auf, dass der erste Bereich und der zweite
Bereich aneinander grenzen und eine Grenzlinie bilden, wobei der erste Bereich Teil
eines magnetischen Volumens ist und das magnetische Volumen einen ersten magnetischen
Pol und einen zweiten magnetischen Pol aufweist, wobei der erste magnetische Pol der
Druckoberfläche zugewandt ist und der zweite magnetische Pol der Druckoberfläche abgewandt
ist. Ferner ist hierbei mit der Grenzlinie eine Kontur auf einem zu bedruckendem Substrat
hervorrufbar. Hierbei ist vorgesehen, dass die Druckvorrichtung eine Dicke von weniger
als einem Millimeter aufweist und biegsam ist. Zusätzlich ist die Druckoberfläche
kompressibel.
[0043] Mit der Grenzlinie ist im bestimmungsgemäßen Gebrauch der Druckvorrichtung ein optischer
Effekt bzw. ein Image auf einem Substrat bewirkbar, um ein Druckerzeugnis herzustellen.
[0044] In einer weiteren Ausführungsform des Verfahrens kann ein Bereitstellen einer Rohmagnetfolie
vorgesehen werden, auf die in einem Bearbeitungsvorgang ein Image auf die Rohmagnetfolie
übertragen wird, wobei bei dem Bearbeitungsvorgang der Rohmagnetfolie Kanten entstehen,
an denen sich magnetische Feldlinien ausbilden. Ferner kann das Verfahren ein Vergießen
der Rohmagnetfolie mit einem nicht-magnetischem Polymer und ein Herstellen einer einheitlichen
Dicke der Druckvorrichtung aufweisen.
[0045] Zur Herstellung der Druckvorrichtung wird eine Rohmagnetfolie verwendet, die bei
dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren bearbeitet und beschichtet wird. Durch
den erfindungsgemäßen Herstellungsprozess bzw. das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren
wird eine Druckvorrichtung bzw. eine Magnetfolie bereitgestellt, die einen Schichtaufbau
aufweist. Innerhalb des Schichtaufbaus können magnetische Volumen und nicht-magnetische
Volumen sowie Deckschichten vorhanden sein.
[0046] Bevorzugterweise liegt die magnetische Haftkraft der Rohmagnetfolie im Bereich von
etwa 0,15 N/cm
2 bis etwa 0,7 N/cm
2, vorzugsweise im Bereich von etwa 0,3 N/cm
2 bis etwa 0,5 N/cm
2, vorzugsweise 0,4 N/cm
2. Dies bedeutet, dass die Rohmagnetfolie eine relativ schwache Magnetkraft aufweist,
die ausreichend ist, um ein magnetische Drucken zu erzielen. Vorteilhafterweise ist
die Rohmagnetfolie eine anisotrope Folie, d.h. sie ist zunächst unmagnetisiert, die
dann magnetisierbar ist.
[0047] Die Dicke der Rohmagnetfolie liegt in einem Bereich von etwa 0,4 mm bis 0,6 mm, vorzugsweise
etwa 0,5 mm. Mit dem erfindungsgemäßen Herstellungsverfahren werden Druckvorrichtungen
bzw. Magnetfolien mit einer Dicke im Bereich von etwa 0,7 mm bis etwa 0,9 mm bereitgestellt.
Es kann demnach eine Druckvorrichtungen als dünne Magnetfolie hergestellt werden.
Die Größe (Fläche) der Rohmagnetfolie ist unterschiedlich und kann dem geplanten Einsatzzweck,
wie Druckmaschine, Druckverfahren und Druckformat angepasst werden.
[0048] Vorzugsweise werden Partikel zum Bedrucken eines Bedruckstoffes bzw. eines Materials
verwendet, beispielsweise magnetisch ausrichtbare Pigmente oder Partikel in einer
Größe von etwa 8 µm bis etwa 12 µm, vorzugsweise etwa 9 µm bis etwa 11 µm, weiter
vorzugsweise etwa 10 µm.
[0049] Die Erfindung bedient sich der Tatsache der magnetischen Anziehung, d.h. dass Feldlinien
am Nordpol des Magneten austreten und am Südpol eintreten. Durch Bearbeitung einer
Rohmagnetfolie wird ein Image auf diese übertragen. Dabei werden Daten verwendet,
die Formen festlegen, die dem späteren gedruckten Effekt entsprechen, beispielsweise
Logos, Schriften, Elemente etc.. Die Daten werden vorzugsweise als digitale Daten
in Form von Vektordaten, beispielsweise im pdf- Format (pdf = portable document format),
zur Verfügung gestellt. Das Anlegen der Daten ist vergleichbar mit denen einer Stanzform,
d.h. es handelt sich um Konturen-Linien in Form von Vektordaten.
[0050] Durch das Bearbeiten der Rohmagnetfolie wird diese "zerstört" und dadurch können
sich entlang der Kanten magnetische Feldlinien bilden, die die Ausrichtung der eisenhaltigen
Pigmente in Lack/Farbe beim Druckprozess bestimmen.
[0051] Im Anschluss daran erfolgt die Trennung der nicht gewünschten Bildelemente aus der
Rohmagnetfolie. In einem abschließenden Arbeitsschritt erfolgt ein Einbinden der Magnetflächen
in eine Polymerschicht. Dafür wird die vorbereitete Magnetfolie in eine Vergieß-Vorrichtung
gelegt. In dieser Vorrichtung wird die Magnetfolie als hergestelltes Zwischenprodukt
mit einem flüssigen Polymer übergossen. Die tieferliegenden Bereiche zwischen den
einzelnen magnetischen Bereichen werden dabei aufgefüllt und die Magnetform bekommt
eine einheitliche Höhe. Nach Aushärtung des Polymers ist die Magnetform bzw. Druckvorrichtung
einsatzbereit für einen Druckvorgang.
[0052] Die hergestellte Magnetform ist flexibel, strapazierfähig, biegefähig, kompressibel
und weist eine glatte und einheitliche Oberfläche auf. Die Dicke des gesamten Aufbaus
der Magnetform liegt vorzugsweise bei etwa 0,8 mm. Die vorzugsweise Kompressibilität
ist vorteilhaft beim Druckvorgang, da sich die Druckoberfläche den Gegebenheiten anpassen
kann. Dies bedeutet, dass die Druckvorrichtung in der Dicke flexible ist und sich
ihrer Druckumgebung anpassen kann. Diese Anpassung geschieht reversibel, so dass nach
einem zeitlich begrenzten Anpressen der Druckvorrichtung beispielsweise an eine Gegendruckwalze,
die ursprüngliche Dicke der Druckvorrichtung wieder zurückkehrt.
[0053] Eine abschließende Fixierung der Magnetform in der Druckmaschine ist abhängig vom
Druckverfahren, von dem Typ der Druckmaschine und gegebenenfalls von technischen Besonderheiten.
Bei allen Druckverfahren kann die Magnetform aufgeklebt werden und entweder direkt
beim Lack-/Farbauftrag oder unmittelbar danach ihre Wirkung entfaltet.
[0054] In einer Ausführungsform des Verfahrens kann vorgesehen werden, dass mindestens ein
magnetischer Bereich durch Gießen eines magnetischen Materials, Ausschneiden eines
magnetischen Materials, durch Stanzen eines magnetischen Materials, durch Drucken
eines magnetischen Materials, insbesondere 3D-Drucken (dreidimensionales Drucken),
und/oder durch Verwenden einer magnetischen Flüssigkeit oder Paste bereitgestellt
wird.
[0055] Hierbei wird unter einer magnetischen "Paste" ein Material verstanden, das eine höhere
Viskosität als eine Flüssigkeit hat und eine Zusammensetzung ist, die mindestens eine
Substanz aufweist, die magnetische Eigenschaften hat und dauerhaft magnetisierbar
ist, um magnetische Eigenschaften der Druckvorrichtung bereitzustellen. Anstelle einer
Rohmagnetfolie kann eine "Paste" verwendet werden. Eine anisotrope Paste kann gedruckt
werden, beispielsweise im 3D-Druck, und anschließend magnetisiert werden.
[0056] Hierbei ist es möglich, eine pastöse Masse zur Herstellung der Druckvorrichtung zu
verwenden, die beispielsweise vergossen, gepresst, gespritzt oder im 3D-Druck gedruckt
werden kann. Die magnetische Paste kann als Grundsubstanz durch ein Polymer hergestellt
werden. Ferner kann die magnetische Paste neben den magnetischen Eigenschaften weitere
Eigenschaften durch Zumischung weiterer Substanzen aufweisen, beispielsweise eine
Substanz für Ultraviolett-Licht-Stabilität oder eine Substanz für hydrophobe oder
hydrophile Eigenschaften.
[0057] Demnach ist es möglich, vorgefertigte Magnetvolumen in die Druckvorrichtung zu integrieren.
Alternativ ist es auch möglich, dass während der Herstellung der Druckvorrichtung
als Arbeitsschritt eine Magnetisierung eines vorhandenen Materials, beispielsweise
einer magnetischen Paste, durchgeführt wird.
[0058] In einem weiteren Ausführungsbeispiel des Verfahrens kann vorgesehen werden, dass
eine erste Formgebung des ersten Bereiches und zweite Formgebung des zweiten Bereiches
durch Vorgabe einer Datenstruktur bereitgestellt werden.
[0059] Die Vorgabe der Geometrie der einzelnen Bereiche erfolgt vorzugsweise digital in
einer Datenstruktur, insbesondere wird ein Verlauf der Grenzlinie durch Parameter
in der Datenstruktur ausgebildet. Auf diese Weise ist es möglich, eine Druckvorrichtung
digital zu programmieren, um in Anschluss daran maschinell oder zumindest teilweise
maschinell die Druckvorrichtung unter Verwendung der programmierten Datenvorgabe herzustellen.
[0060] Somit können Datenvorgaben in Form einer Datenstruktur vorgegeben werden, die als
Kontur bzw. als Image gedruckt werden sollen. Die Vorgabe der Konturen erfolgt beispielsweise
in Form einer digitalen Datei mit vordefiniertem Dateiformat unter Definition der
Konturen. Hierbei werden beispielsweise Vektordaten verwendet. Es können Strukturen
als Image gedruckt werden, insbesondere sehr komplexe Strukturen. Eine entsprechende
Druckvorrichtung kann nach individuellen Vorgaben hergestellt werden, so dass beliebig
gestaltete Images mit der Druckvorrichtung gedruckt werden können, indem die Grenzlinien
zwischen den magnetischen und nicht-magnetischen Bereichen digital abgebildet werden.
Somit kann die erfindungsgemäße Druckvorrichtung vielfältig verwendet werden, um beispielsweise
Schriften, Muster, Logos oder andere geometrische Formen drucken zu können. Mit der
erfindungsgemäßen Druckvorrichtung können beliebige Images gedruckt werden, ohne dass
starre Materialien, wie Dauermagneten bearbeitet werden müssen.
[0061] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens kann ein Erstellen einer Datenstruktur
vorgesehen werden, die das Image für die Druckvorrichtung vorgibt.
[0062] In einer weiteren Ausgestaltung kann das Verfahren ferner ein Übertragen des Images
auf die Rohmagnetfolie mit einer Datenverarbeitungsanlage aufweisen.
[0063] Es kann das Herstellungsverfahren vollständig oder zumindest teilweise computergestützt
durchgeführt werden. Das Image für die Druckvorrichtung ist mit einer digitalen Datenstruktur
auf einfache Weise verfügbar, so dass das Image auf die Rohmagnetfolie übertragbar
ist.
[0064] Ferner betrifft die Erfindung eine Verwendung einer Druckvorrichtung zum magnetischen
Drucken unter Verwendung einer Schicht mit magnetisch orientierbaren Partikeln, der
auf einer Substratoberfläche eines Substrats auftragbar ist. Hierbei ist vorgesehen,
dass die Druckvorrichtung auf diese Substratoberfläche wirkt, indem die Druckvorrichtung
durch das zu bedruckende Substrat hindurch wirkt.
[0065] Die verwendete Schicht ist beispielsweise eine Farbe oder ein Lack, die jeweils magnetische
Eigenschaften aufweisen, beispielsweise hervorgerufen durch magnetisch orientierbare
Partikel oder magnetisch orientierbare Pigmente bzw. Partikel oder Pigmente mit magnetischen
Eigenschaften, die der Farbe oder dem Lack beigemischt worden sind. Die Druckvorrichtung
wird entsprechend auf das Substrat ein, wobei die Druckvorrichtung durch das Substrat
hindurchwirkt, so dass auf einer ersten Seite des Substrates die Druckvorrichtung
angeordnet ist und auf einer zweiten Seite, der ersten Seite gegenüberliegend, die
Schicht mit magnetischen Eigenschaften bei einem Druckvorgang aufgetragen werden kann.
[0066] Auf diese Weise kommt die Druckvorrichtung nicht mit der Farbe oder dem Lack in Kontakt
und kann so ohne Verschleiß mehrfach verwendet werden. Ein Farbwechsel geschieht über
die Wahl der Farbe, ohne dass die Druckvorrichtung für einen Farbwechsel gereinigt
werden braucht.
[0067] In einer weiteren Ausführung der Verwendung der Druckvorrichtung ist vorgesehen,
dass die Druckvorrichtung auf einer Walze einer Druckmaschine befestigt ist und bei
einem Druckvorgang das Substrat mit seiner Substratrückseite die Druckvorrichtung
flächig kontaktiert, und wobei auf der Substratoberfläche als Vorderseite des Substrats
magnetisch orientierbare Partikel ausgerichtet werden.
[0068] Die Druckvorrichtung ist besonders für das Verwenden in einer Druckmaschine geeignet,
da die Druckvorrichtung leicht montierbar und leicht demontierbar ist. Durch die Biegsamkeit
der Druckvorrichtung kann jede beliebige Walzengröße zum Einsatz kommen, ohne dass
Veränderungen an der Druckvorrichtung vorgenommen werden müssen.
[0069] Eine Druckmaschine kann mindestens eine Walze oder einen Zylinder, eine Zuführeinrichtung
für ein Substrat oder Druckmedium und eine Farbzufuhreinrichtung oder Lackzufuhreinrichtung
zum Zuführen einer Farbe bzw. eines Lacks aufweisen, wobei die Farbe bzw. der Lack
magnetisch orientierbare Partikel aufweist. Hierbei kann vorgesehen werden, dass an
der Walze oder dem Zylinder eine Druckvorrichtung angeordnet ist, die mindestens einen
magnetischen Bereich aufweist. Hierbei ist mit der Druckmaschine ein Druckerzeugnis
durch eine magnetische Wirkung des mindestens einen magnetischen Bereiches der Druckvorrichtung
herstellbar. Ferner ist vorgesehen, dass mindestens ein magnetischer Bereich der Druckvorrichtung
auf die magnetisch orientierbaren Partikel während eines Druckvorgangs der Druckmaschine
wirkt und die magnetisch orientierbaren Partikeln durch diese Wirkung ausrichtbar
sind und eine Kontur auf dem zu bedruckenden Substrat hervorrufbar ist. Ferner kann
vorgesehen werden, dass mindestens ein magnetischer Bereich der Druckvorrichtung auf
die magnetisch orientierbaren Partikel durch das zu bedruckende oder zu lackierende
Substrat hindurch während eines Druckvorgangs mit einer Druckmaschine wirkt. Ein Kontakt
zwischen Druckvorrichtung und Substratrückseite erfolgt, um auf der Vorderseite des
Substrats das magnetische Drucken zu bewirken. Dies bedeutet, dass von der Rückseite
des Substrates der magnetische Effekt beim Drucken bewirkt wird.
[0070] Es kann demnach eine Druckmaschine verwendet werden, die mit der erfindungsgemäßen
Druckvorrichtung ausgestattet werden kann, um ein Druckerzeugnis, basierend auf einer
magnetischen Wirkung der Druckvorrichtung, herstellen zu können, wobei die magnetischen
Partikel während des Druckvorgangs mit einem magnetischen Bereich der Druckvorrichtung
zusammenwirken.
[0071] In einer Ausgestaltungsform der Druckmaschine kann vorgesehen sein, dass die Druckmaschine
eine Offsetrotationsdruckmaschine, eine Flexorotationsdruckmaschine, eine Siebdruckrotationsmaschine,
eine Tiefdruckrotationsmaschine, eine Bogenoffsetdruckmaschine, Bogenflexodruckmaschine,
eine Bogentiefdruckmaschine oder eine Bogensiebdruckmaschine ist.
[0072] Es kann demnach die erfindungsgemäße Druckvorrichtung für ein maschinelles Bedrucken
in einer Druckmaschine verwendet werden. Hierbei kann die Druckvorrichtung mehrfach
zum Drucken verwendet werden. In einer Ausgestaltungsform der Druckmaschine kann vorgesehen
sein, dass die Druckvorrichtung an einer Gegendruckvorrichtung, insbesondere an einem
Gegendruckzylinder und/oder an einer Führungsrolle und/oder einer Umlenkwalze angeordnet
ist.
[0073] Ein Druckerzeugnis, das durch eine erfindungsgemäße Druckvorrichtung bearbeitet wurde,
weist ein Substrat auf, das mit einer Schicht beschichtet ist, wobei die Schicht magnetisch
orientierbare Partikel aufweist. Ferner weist das Druckerzeugnis mindestens eine durch
Magnetismus hervorgerufene Kontur auf, wobei die Kontur auf dem Druckerzeugnis durch
ausgerichtete magnetisch orientierte Partikel der Schicht hervorgerufen ist.
[0074] Hierbei kann die Kontur durch mindestens eine Grenzlinie zwischen einem ersten Bereich
und einem zweiten Bereich der Druckvorrichtung ausgerichtet worden sein. Dementsprechend
weist das Druckerzeugnis durch Magnetismus hergestellte Konturen auf, wobei die Konturen
ein dreidimensionales Erscheinungsbild aufweisen.
[0075] Die Schicht kann eine Farbschicht oder ein Lackschicht sein. Als zu bedruckende Substrate
können Papiere, Kartonagen, Kunststoffträger und Metallträger oder ähnliches verwendet
werden, maßgeblich Substrate, die in der Druckindustrie maschinell verarbeitet werden
können.
[0076] Ferner kann gemäß eines Ausführungsbeispiels ein Verfahren zum Herstellen eines Druckerzeugnisses
vorgesehen werden. Hierbei weist das Verfahren ein Bereitstellen von Angaben auf,
die ein Image des Druckerzeugnisses beschreiben und ein Hinterlegen der Daten in einer
Fertigungsmaschine für eine Druckvorrichtung. Ferner weist das Verfahren ein Bereitstellen
von mindestens einem ersten Bereich, beispielsweise einem magnetischen Bereich, und
einen zweiten Bereich auf, beispielsweise ein weiterer magnetischer Bereich oder ein
nicht-magnetischer Bereiche auf. Die Geometrie der Bereiche wird beispielsweise basierend
auf Datenstruktur bereitgestellt. Ferner ist ein Montieren der Druckvorrichtung in
einer Druckmaschine vorgesehen. Ferner weist das vorgeschlagene Verfahren ein Zuführen
eines Substrates an der Druckvorrichtung und ein Zuführen von Lack mit magnetisch
orientierbaren Partikeln auf. Ferner sind ein Aufbringen des Lacks auf dem Substrat
und ein Einwirken einer Druckoberfläche der Druckvorrichtung auf das Substrat vorgesehen,
wobei die Druckoberfläche mindestens einen magnetischen Bereich und mindestens einen
nicht-magnetischen Bereich aufweist und eine Grenzlinie zwischen dem magnetischen
Bereich und dem nicht-magnetischen Bereich auf das Substrat wirkt.
[0077] Insgesamt wird eine magnetische Wirkung technisch genutzt, um auf Substraten beim
magnetischen Drucken dreidimensionale optische Wirkungen zu erzeugen. Die optischen
Effekte werden durch magnetisch orientierbare Partikel auf dem Druckerzeugnis hervorgerufen.
Ferner kann individuell angepasst an ein Image oder Druckmotiv eine Druckvorrichtung
nach Datenangaben hergestellt werden. Die Druckvorrichtung kann in Ihrer Größe an
eine Druckmaschine bzw. an eine Walze der Druckmaschine angepasst werden und an dieser
leicht montiert und danach wieder demontiert werden, wobei die Druckvorrichtung nach
der Demontage mehrfach wieder verwendet werden kann. Insgesamt ist die vorgeschlagene
Lösung weniger aufwendig und unkompliziert in ihrer Anwendung. Ferner hat die vorgeschlagene
Druckvorrichtung einen einfachen Aufbau.
[0078] Die erfindungsgemäße Druckvorrichtung kann individuell, insbesondere nach gängigen
Datenformaten der Druckindustrie, erstellt werden. Die Druckvorrichtung hat eine Stärke
bzw. Dicke von weniger als einem Millimeter. Ferner können mit der Druckvorrichtung
dekorative Effekte erzeugt werden, die nach individuellen Vorgaben in Form von digitalen
Daten bereitgestellt werden können.
[0079] Die Erfindung, sowie weitere Merkmale, Ziele, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
derselben, wird bzw. werden nachfolgend anhand einer Beschreibung von bevorzugten
Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
In den Zeichnungen bezeichnen dieselben Bezugszeichen dieselben bzw. entsprechende
Elemente.. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung in
perspektivischer Ansicht;
Fig. 2 die Druckvorrichtung der Fig. 1 in einer Draufsicht;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines magnetischen Volumens;
Fig. 4 das magnetische Volumen der Fig. 2 mit beispielhaften magnetischen Feldlinien;
Fig. 5 ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung in
Schnittansicht;
Fig. 6 ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung in
Schnittansicht;
Fig. 7 ein viertes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung in
Schnittansicht;
Fig. 8 ein fünftes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung in
perspektivischer Ansicht;
Fig. 9 ein Druckerzeugnis, das mit der Druckvorrichtung der Fig. 8 bedruckt wurde;
Fig. 10 ein Ausführungsbeispiel einer Druckmaschine für die Herstellung eines erfindungsgemäßen
Druckerzeugnisses unter Verwendung der erfindungsgemäßen Druckvorrichtung;
Fig. 11 eine Detailansicht der Druckmaschine der Fig. 10 in einem ersten Zustand;
und
Fig. 12 eine Detailansicht der Druckmaschine der Fig. 10 in einem zweiten Zustand.
[0080] Fig. 1 zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung
10 in perspektivischer dreidimensionaler Ansicht. In Fig. 1 ist zur Verdeutlichung
der Dreidimensionalität ein Koordinatensystem eingezeichnet mit den Achsen x, y und
z, die jeweils eine Dimension der Druckvorrichtung 10 kennzeichnen. Die Druckvorrichtung
10 weist ein dreidimensionales magnetisches Volumen 20 mit einem ersten magnetischen
Pol 21 und einem zweiten magnetischen Pol 22 auf. Das magnetische Volumen 20 ist in
diesem Ausführungsbeispiel als quaderförmiges Volumen ausgebildet und weist ebene
Flächen an sechs Außenseiten des Volumens 20 auf. Ferner stoßen der erste magnetische
Pol 21 und der zweite magnetische Pol 22 flächig aufeinander und bilden eine ebene
zweidimensionale Grenzfläche aus, wobei eine Grenzlinie 23 der Grenzfläche in Fig.
1 gezeigt ist, die teilweise im Inneren der Druckvorrichtung 10 liegt. Im vorliegenden
Ausführungsbeispiel ist der erste magnetische Pol 21 der magnetische Nordpol des magnetischen
Volumens 20 und der zweite magnetische Pol 22 der magnetische Südpol des magnetischen
Volumens 20. Allerdings können in weiteren Ausführungsbeispielen auch die Pole vertauscht
werden, so dass der erste magnetische Pol 21 der magnetische Südpol und der zweite
magnetische Pol 22 der Nordpol ist. In beiden Fällen bildet einer der magnetischen
Pole eine Druckoberfläche 11, während der andere magnetische Pol der Druckoberfläche
11 abgewandt ist.
[0081] Die Druckoberfläche 11 weist einen magnetischen Bereich 24 auf, der durch einen der
magnetischen Pole bzw. durch ein Magnetpol gebildet wird. Die Druckoberfläche 11 wird
zum magnetischen Drucken verwendet und ist im bestimmungsgemäßen Gebrauch einem zu
bedruckendem Substrat zugewandt. Der magnetische Bereich 24 wird durch den ersten
magnetischen Pol 21 des magnetischen Volumens 20 ausgebildet. Auch ist es möglich,
dass der magnetische Pol durch eine zusätzliche Schicht bedeckt ist und somit die
Druckoberfläche 11 nur indirekt auf ein Substrat wirkt, da sie dann mit der Substratoberfläche
nicht in Kontakt kommt. Dieser magnetische Bereich 24 ist in einem solchen Fall uneingeschränkt
wirksam, auch wenn der magnetische Pol 21 unterhalb einer Außenfläche der Druckvorrichtung
10 liegt, wenn beispielsweise eine Schicht zwischen der Druckoberfläche 11 und der
Oberfläche der Druckvorrichtung 10 ausgebildet ist. In den Ausführungsbeispielen der
Fig. 5 bis 8 ist dies der Fall, d.h. das magnetische Volumen 20 liegt mindestens teilweise
oder vollständig innerhalb der Druckvorrichtung 10. Im Ausführungsbeispiel der Fig.
1 bildet das magnetische Volumen mit seiner Druckoberfläche 11 eine Außenfläche der
Druckvorrichtung 10.
[0082] Demnach kann der magnetische Bereich 24, der durch einen magnetischen Pol 21 des
magnetischen Volumens 20 gebildet wird, direkt an der Druckoberfläche 11 wirken. In
einem solchen Fall bildet der magnetische Pol 21 die Druckoberfläche 11.
[0083] Fig. 1 zeigt ferner zwei nicht-magnetische Bereiche 25, die jeweils an den magnetischen
Bereich 24 angrenzen. Jeder der magnetischen Bereiche 25 bildet im vorliegenden Fall
jeweils ein Randbereich der Druckvorrichtung 10.
[0084] Fig. 2 zeigt die Druckvorrichtung 10 der Fig. 1 in einer Draufsicht, d.h. in den
Koordinaten z und y aus Fig. 1, bei der die nicht-magnetischen Bereiche 25 teilweise
den magnetischen Bereich 24 umgeben, insbesondere grenzt das magnetische Volumen an
zwei nicht magnetische Volumen an. Hierbei ist die Druckoberfläche 11 in einer Draufsicht
dargestellt, wobei der in Fig. 2 sichtbare magnetische Bereich 24 und die beiden nicht-magnetischen
Bereiche 25 mit der Druckoberfläche 11 identisch sind.
[0085] An dem Übergang zwischen dem magnetischen Bereich 24 und dem nicht-magnetischen Bereich
25 bildet sich im Inneren der Druckvorrichtung 10 eine Grenzfläche 27 aus. An der
Grenzfläche 27 bilden sich Grenzlinien 28 aus, welche die Grenzfläche 27 begrenzen,
wobei eine der Grenzlinien 28 der Druckoberfläche 11 zugewandt ist und dabei parallel
zur Druckoberfläche 11 verläuft. Diese in Fig. 2 beispielhaft dargestellten Grenzlinien
28 werden verwendet, um ein Substrat magnetisch zu bedrucken. In einem Ausgestaltungsform
der erfindungsgemäßen Druckvorrichtung 10, wie in Fig. 1 dargestellt, kommt das Substrat
mit der Druckoberfläche 11 der Druckvorrichtung 10 beim magnetischen Bedrucken in
Kontakt. Ein indirekter Kontakt ist auch möglich, indem zwischen der Druckoberfläche
11 und dem magnetischen Volumen eine weitere Schicht vorhanden ist, beispielsweise
eine Schutzschicht, die in den Ausführungsformen der Fig. 5 bis Fig. 7 gezeigt ist.
[0086] Die erfindungsgemäße Druckvorrichtung 10 kann manuell oder in einer Druckmaschine
verwendet werden. In beiden Fällen wird ein Lack mit magnetisch orientierbaren Partikeln
auf dem Substrat flächig aufgetragen oder zumindest teilweise flächig aufgetragen.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Fig. 1 und 2 ergeben sich zwei Linien als
Druckergebnis oder Image auf dem zu bedruckenden Substrat entsprechend der Kontur
der beiden Grenzlinien 28 der Druckvorrichtung 10. Es wird somit eine Kontur auf dem
Substrat magnetisch aufgedruckt, die dauerhaft auf dem Substrat verbleibt. Durch die
Verwendung von magnetisch orientierbaren Partikeln in dem aufgetragenen Lack ergeben
sich optisch dreidimensional wirkende Effekte auf dem Substrat. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
der Fig. 2 wird ein einfarbiges Image mit einer dreidimensionalen Kontur mit zwei
zueinander parallelen Linie entsprechend dem Verlauf der beiden Grenzlinien 28 erzeugt.
Der optisch dreidimensionale Effekt wird durch die Wirkung der Grenzlinie 28 bewirkt.
Die aufgetragenen magnetisch orientierbaren Partikel richten sich entsprechend dem
Verlauf der Grenzlinie 28 aus, so dass an diesen Stellen die Partikel eine andere
Orientierung haben als an der magnetischen Fläche 24 und an der nicht-magnetischen
Fläche 25. Dies bedeutet, dass die Fläche 24 und die Fläche 25 ein gleiches optisches
Aussehen auf dem Image bewirken und lediglich die Grenzlinie 28 eine dreidimensionale
Kontur bewirkt, wobei das Druckerzeugnis an der Substratoberfläche keine Rauheiten
zeigt und flächig einheitlich glatt ist.
[0087] In einer alternativen Ausgestaltung in Bezug auf Fig. 3 und Fig. 4 kann der magnetische
Pol 21 unterhalb der Druckoberfläche 11 im Inneren der Druckvorrichtung 10 ausgebildet
sein. Die Lage des magnetischen Volumens 20 kann von zusätzlich optionalen Beschichtungen
der Druckvorrichtung 10 abhängen. Beispielsweise kann an dem magnetischen Bereich
24 eine Beschichtung angeordnet sein, um die Druckvorrichtung 10 mechanisch zu schützen.
[0088] Zur Verdeutlichung des genutzten technischen Effektes beim Bedrucken eines Druckerzeugnisses
mit der erfindungsgemäßen Druckvorrichtung 10 ist in Fig. 3 und Fig. 4 das magnetische
Volumen 20 des Ausführungsbeispiels der Druckvorrichtung nach Fig. 1 dargestellt.
An der Oberfläche des magnetischen Volumens 20 werden Randeffekte des magnetischen
Bereiches 24 verwendet, um Konturen auf einem Druckerzeugnis zu drucken. Hierfür wird
auf dem Druckerzeugnis Material aufgebracht, beispielsweise Lack mit magnetisch orientierbaren
Partikeln, der sich besonders an den Randbereichen des magnetischen Bereiches 24 ausrichtet.
[0089] Wie in Fig. 4 schematisch dargestellt ist, werden die besonders starken Randeffekte
des Verlaufes von magnetischen Feldlinie 26 verwendet, um magnetische Partikel oder
Pigmente auf einem in unmittelbarer Nähe vorhandenen Druckerzeugnis auszurichten.
Diese Ausrichtung der magnetischen Partikel oder Pigmente bewirkt einen visuellen
dreidimensionalen Effekt auf dem Druckerzeugnis, ohne dass das Druckerzeugnis uneben
oder rauh auf seiner bedruckten Oberfläche durch den Druckvorgang wird.
[0090] Fig. 5 zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung
10 im Querschnitt bei dem ein magnetisches Volumen 20 einen Teilbereich einer Druckoberfläche
11 bildet. Die Druckoberfläche 11 weist einen magnetischen Bereich 24 auf, der durch
einen ersten Pol 21 des magnetischen Volumens 20 gebildet wird. Ferner weist der magnetische
Bereich 24 einen zweiten magnetischen Pol 22 auf, der an den ersten magnetischen Pol
angrenzt. Die Druckoberfläche 11 der Druckvorrichtung 10 weist einen nicht-magnetischen
Bereich 25 auf, der beispielsweise durch ein Polymer gebildet ist. Hierbei grenzen
der magnetischen Bereich 24 und der nicht-magnetische Bereich 25 aneinander und bilden
jeweils eine Grenzlinie 28. Die Grenzlinie 28 liegt unterhalb der Druckoberfläche
11 und wirkt durch eine Schutzschicht 13 hindurch auf die Druckoberfläche 11. Die
Schutzschicht 13 kann beispielsweise zum mechanischen Schutz der Druckoberfläche 11
dienen. Ferner weist die Druckvorrichtung 10 eine Trägerschicht 12 auf. Die Trägerschicht
12 kann beispielsweise als Unterlage dienen und dazu verwendet werden, um mehrere
Bereiche 24, 25 in ihrer Position zueinander zu fixieren. Die Grenzlinie 28 wird im
bestimmungsgemäßen Gebrauch der Druckvorrichtung 10 dazu verwendet, um eine optische
Wirkung auf einem Druckerzeugnis zu bewirken, insbesondere um magnetisch orientierbare
Partikel in einem Lack oder in einer Farbe magnetisch auszurichten. Die Trägerschicht
12 wie auch die Schutzschicht 13 sind jeweils optional vorhanden.
[0091] Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 5 werden zwei Grenzlinien 28 gebildet, bewirkt
durch einen ersten Übergang von dem magnetischen Bereich 24 zu dem nicht-magnetischen
Bereich 25 und durch einen zweiten Übergang von dem nicht-magnetischen Bereich 25
zu einem zweiten magnetischen Bereich 24.
[0092] Fig. 6 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung
10, wobei die Druckvorrichtung 10 zwei nicht-magnetische Bereiche 25 aufweist, die
durch einen magnetischen Bereich 24 voneinander getrennt werden. Die magnetischen
Pole der beiden magnetischen Bereiche 24 sind gleichartig ausgerichtet. Dies bedeutet,
dass im vorliegenden Ausführungsbeispiel beispielsweise die magnetischen Nordpole
der Druckoberfläche 11 zugewandt sind und die magnetischen Südpole der Druckoberfläche
11 abgewandt sind. Hierbei weist die Druckvorrichtung der Fig. 6 eine optionale Trägerschicht
12 und eine optionale Schutzschicht 13 auf, wie auch in Fig. 5 gezeigt.
[0093] Bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 6 werden ebenfalls wie in Fig. 5 zwei Grenzlinien
28 gebildet. Bei Fig. 6 wird eine erste Grenzlinien 28 durch einen Übergang von dem
ersten nicht-magnetischen Bereich 25 zu dem magnetischen Bereich 24 gebildet. Ferner
wird in Fig. 6 eine zweite Grenzlinie 28 durch einen Übergang von dem magnetischen
Bereich 24 zu dem zweiten nicht-magnetischen Bereich 25 gebildet. Hierbei weist die
Druckvorrichtung 10 der Fig. 6 eine optionale Trägerschicht 12 und eine optionale
Schutzschicht 13 auf.
[0094] Grundsätzlich kann mit den Ausführungsformen der Fig. 5 und Fig. 6 jeweils das gleiche
Image bzw. Druckbild erzeugt werden, da es auf den Verlauf der Grenzlinien 28 für
das Image ankommt. Sind beispielsweise die ausgebildeten Grenzlinien 28 in der Schnittansicht
der Fig. 5 und Fig. 6 jeweils Geraden, wie in Fig. 1 gezeigt, so können mit den Druckvorrichtungen
10 der Fig. 5 und Fig. 6 jeweils zwei Geraden als Kontur magnetische gedruckt werden.
Dies ist möglich, wenn die beiden Ausführungsformen der Fig. 5 und Fig. 6 geometrisch
gleichverlaufende Grenzlinien 28 haben, die jedoch auf unterschiedliche Weise durch
die Anordnung der magnetischen und nicht-magnetischen Bereiche 24, 25 hervorgerufen
wurden.
[0095] Fig. 7 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung
10 in Schnittansicht. Hierbei ist sowohl ein erster Bereich ein magnetischer Bereich
24 wie auch ein zweiter Bereich ein magnetischer Bereich 24. Ferner weist die Druckvorrichtung
10 einen dritten magnetischen Bereich 24 auf. Die magnetischen Bereiche 24 weisen
jeweils magnetische Pole 21, 22 auf, wobei einer der Pole eines jedes Bereiches 24
der Druckoberfläche 11 zugewandt ist und einer der Pole eines jeden Bereiches 24 der
Druckoberfläche 11 abgewandt ist. Ferner grenzen jeweils zwei der magnetischen Bereiche
24 aneinander und bilden jeweils eine Grenzlinie 28. Zwei benachbarte magnetische
Bereiche 24 unterscheiden sich hierbei bezüglich ihrer Ausrichtung der magnetischen
Pole 21, 22. So sind abwechselnd magnetischer Nordpol und magnetischer Südpol der
Druckoberfläche 11 zugewandt. Eine untere Schicht 12 und eine obere Schicht 13 sind
wie in den anderen Ausführungsbeispielen optional, da die Wirkung der Druckvorrichtung
10 durch diese Schichten 12, 13 nicht beeinflusst wird.
[0096] Ferner ist es möglich, dass im Rahmen der vorliegenden Erfindung die gezeigten und
beschriebenen Ausführungsbeispiele kombiniert werden können. So ist es beispielsweise
möglich, dass die Druckvorrichtung 10 gemäß Fig. 7 auch nicht-magnetische Bereiche
25 aufweist. Diese können beispielsweise zwischen den magnetischen Bereichen 24 liegen.
Auf diese Weise können abwechselnd magnetische Bereiche 24 und nicht-magnetische Bereiche
25 aneinandergrenzen, wobei sich zusätzlich die Orientierung der magnetischen Pole
21, 22 in Bezug auf die Druckoberfläche 11 abwechselnd ändern.
[0097] Im Rahmen der vorliegenden Erfindung ist es auch gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
möglich, dass die Seitenflächen 27 der magnetischen Pole 21, 22 nicht im rechten Winkel
oder nahezu im rechten Winkel in Bezug auf die Druckoberfläche 11 ausgerichtet sind,
wobei beispielsweise in Fig. 1 der rechtwinklige oder nahezu rechtwinklige Fall dargestellt
ist. Stattdessen können die Seitenflächen 27 geneigt in Bezug auf die Druckoberfläche
11 angeordnet sein. Auf diese Weise können sich magnetische Volumen 20 ähnlich wie
in Fig. 3 ergeben, die jedoch in Seitenansicht bzw. Schnittansicht nach Fig. 4 eine
Trapezform, eine Rautenform, eine Dreiecksform oder ähnliche Geometrien mit schrägen
Seitenbegrenzungen ausbilden. Es sind demnach geneigte Seitenflächen 27 möglich, die
beliebige Winkel zueinander ausbilden können. Diese Formen haben Auswirkung auf das
magnetische Drucken, da durch ihre Geometrie die magnetische Wirkung auf der Druckoberfläche
11 veränderbar ist.
[0098] Es können zwar durch die magnetische Wirkung des magnetischen Volumens 20 auch magnetische
Effekte in dem nicht-magnetischen Bereich 25 auftreten, diese werden aber dem magnetischen
Volumen bzw. dem magnetischen Bereich nahe der Druckoberfläche 11 der Druckvorrichtung
10 zugerechnet. Der nicht-magnetische Bereich 25 weist ein nicht-magnetisches Material
auf, so dass sich mindestens eine Seitenfläche 27 zwischen dem magnetischen Volumen
und dem nicht-magnetischen Volumen ausbildet. Die Seitenfläche 27 ist in dem Ausführungsbeispiel
der Fig. 1 senkrecht bzw. im rechten Winkel oder nahezu im rechten Winkel zur Druckoberfläche
11 angeordnet. An den geometrischen Orten, wo die Grenzfläche 27 den zweidimensionalen
magnetischen Bereich 24 begrenzt, bildet sich eine Grenzlinie 28, die für ein "magnetisches
Drucken" der vorliegenden Erfindung technisch genutzt wird.
[0099] Fig. 8 zeigt ein fünftes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Druckvorrichtung
10 in perspektivischer Ansicht. Mit diesem Ausführungsbeispiel soll der Buchstabe
"T" magnetisch gedruckt werden. Hierfür weist die Druckvorrichtung 10 ein magnetisches
Volumen 20 auf, das der Form des Buchstaben "T" entspricht. An diese Formgebung des
Buchstabens ist ein nicht-magnetisches Volumen angrenzend an seitliche Grenzflächen
27. Somit wird statt der quaderförmigen Form der Fig. 1 eine andere Ausgestaltung
des magnetischen Volumens verwendet.
[0100] Fig. 9 zeigt ein Druckerzeugnis 30, das mit der Druckvorrichtung der Fig. 8 bedruckt
wurde. Ebenso wie in Fig. 9 dargestellt sieht die Draufsicht der Druckvorrichtung
10 aus Fig. 8 aus. Hierzu wären die Bezugszahlen 30, 31 und 32 der Fig. 9 durch die
Bezugszahlen 10, 11 und 28 zu ersetzen.
[0101] Zur Bereitstellung eines Druckerzeugnisses 30 nach Fig. 9 wurde ein Substrat 31 der
Druckvorrichtung 10 zugeführt, so dass das Substrat 31 direkt oder durch eine Zwischenlage
auf der Druckvorrichtung 10 mindestens kurzzeitig aufgelegt wird. Das Substrat 31
kann beispielsweise Papier, Karton, Folie aus Kunststoff oder Metall sein. Durch ein
Auftragen einer Farbschicht oder Lackschicht mit magnetisch orientierbaren Partikeln
während der Einwirkung der Druckvorrichtung 10 auf das Substrat 31 wird an der Grenzfläche
zwischen dem magnetischen Bereich 24 und dem nicht-magnetischen 25 Bereich der Druckvorrichtung
10 eine Kontur 32 des Buchstaben "T" magnetisch gedruckt. Hierbei bewirken die magnetisch
orientierbaren Partikel an den Grenzlinien 28 einen dreidimensionalen optischen Effekt,
so dass die Kontur 32 des Buchstabens "T" dreidimensional von einem Betrachter wahrgenommen
wird. Die bedruckte Oberfläche des Substrats 31 ist hierbei glatt, ohne dass die magnetisch
ausgerichteten Partikel haptisch wahrgenommen werden können. Auch ist die Größe der
einzelnen magnetisch orientierbaren Partikel so gering, dass einzelne Partikel optisch
nicht wahrnehmbar sind. Vielmehr ist eine Ansammlung von magnetisch orientierten Partikeln
als dreidimensionaler optischer Effekt wahrnehmbar.
[0102] Es liegt im Rahmen der vorliegenden Erfindung, dass eine beliebige Anzahl von Buchstaben,
Zahlen, Zeichen und geometrischer Formen mit einer einzigen Druckvorrichtung 10 magnetisch
gedruckt werden, so dass die Druckvorrichtung 10 entsprechende Grenzlinien 28 aufweist,
die diese Imagegestaltung wiederspiegelt.
[0103] Fig. 10 zeigt ein Ausführungsbeispiel eines Ausschnittes einer Druckmaschine 40,
insbesondere einer Bogenoffsetdruckmaschine, die in einem Arbeitsabschnitt eine Druckschicht
als Farbe 33 bzw. Lack 33 mit magnetisch orientierbaren Partikeln auf ein Substrat
31 aufbringt. Der dargestellte Abschnitt der Druckmaschine 40 kann auch als Druckwerk
oder als Druckeinheit bezeichnet werden, die im vorliegenden Ausführungsbeispiel in
Form eines Flexodruckwerks, auch als Flexodruckeinheit bezeichnet, ausgebildet ist.
[0104] Im Ausführungsbeispiel der Fig. 10 weist die Druckmaschine 40 bzw. das Flexodruckwerk
eine Rasterwalze 41, einen Lackformzylinder 42 und einen Gegendruckzylinder 43 auf.
Ferner weist die Druckmaschine 40 eine Farbzufuhreinrichtung 44 auf, die Farbe 33
mit magnetisch orientierbaren Partikeln bzw. Lack 33 mit magnetisch orientierbaren
Partikeln bereitstellt. Die Farbe 33 bzw. der Lack 33 wird auf das Substrat 31, d.h.
auf das Druckmedium 31 aufgetragen, um nach Auftragen der Farbe 33 des bzw. des Lacks
33 ein Druckerzeugnis bereitzustellen.
[0105] Die Richtungen der Walzen und Zylinder sind entsprechend in Fig. 10 mit Pfeilen eingezeichnet.
Ferner zeigt ein horizontal verlaufender Pfeil die Förderrichtung des Substrats 31
an, das durch die Druckmaschine 40 über mehrere Druckstationen durchgeführt wird.
[0106] Hierbei führt die gezeigte Druckstation der Druckmaschine 40 in Fig. 10 beispielsweise
eine Abschlussbearbeitung des Substrates 31 durch, indem als letzte Schicht die Farbe
33 mit magnetisch orientierbaren Partikeln bzw. der Lack 33 mit magnetisch orientierbaren
Partikeln aufgetragen wird. Es kann sich hierbei beispielsweise um ein Flexolackierwerk
einer Bogenoffsetmaschine handeln, mit dem ein Bedrucken des Substrates 31 durchgeführt
wird.
[0107] Bei einem Druckvorgang stellt die Farbzufuhreinrichtung 44 bzw. ein Kammerrakel die
Farbe 33 mit magnetisch orientierbaren Partikeln bzw. den Lack 33 mit magnetisch orientierbaren
Partikeln zur Verfügung. Diese Farbe 33 bzw. der Lack 33 gelangt über die Rasterwalze
41 auf den Lackformzylinder 42, der die Farbe bzw. den Lack 33 als Schicht 34 dem
Substrat 31 zuführt. Das Substrat 31 kann beispielsweise Papier, Karton oder Folie
sein.
[0108] Fig. 10 zeigt einen Ausschnitt aus einem Druckvorgang. In vorherigen Druckstationen
der Druckmaschine 40 wurde beispielsweise das Substrat 31 bereits mit Farbe oder Lack
bedruckt und in einem letzten Schritt des Druckvorgangs wird als letzte Schicht die
Farbe 33 mit magnetisch orientierbaren Partikeln bzw. der Lack 33 mit magnetisch orientierbaren
Partikeln aufgetragen. Beispielsweise wurde in den vorherigen Arbeitsschritten innerhalb
der Druckmaschine 40 das Substrat 31 mit einem einheitlichen beliebigen Farbton bedruckt,
so dass im Anschluss daran eine Kontur 32 bzw. ein Image 32 auf diesen Hintergrund
magnetisch aufgedruckt werden kann.
[0109] Für ein magnetisches Drucken wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel der Fig. 10
eine erfindungsgemäße Druckvorrichtung 10 an dem Gegendruckzylinder 43 befestigt,
so dass die Druckvorrichtung 10 mit der Drehgeschwindigkeit des Gegendruckzylinders
43 bewegt wird. Die Druckvorrichtung 10 ist hierbei als Folie ausgebildet und auf
dem Gegendruckzylinder 43 aufgeklebt, insbesondere auf einem Teil des Umfangs des
Gegendruckzylinders 43. Hierbei weist die Druckvorrichtung 10 eine Krümmung mit einem
Krümmungsradius auf, wobei der Krümmungsradius der Druckvorrichtung 10 dem Radius
des Gegendruckzylinders 43 entspricht. Ferner ist es auch möglich mehrere Druckvorrichtungen
10 innerhalb der Druckmaschine 40 zu verwenden, beispielsweise durch Befestigung von
einer Vielzahl der erfindungsgemäßen Druckvorrichtungen 10. Auch ist es möglich, dass
die erfindungsgemäße Druckvorrichtung 10 den gesamten Umfang des Gegendruckzylinders
43 bedeckt, so dass bei einer Rotation des Gegendruckzylinders 43 mehrere zugeführte
Substrate 31 magnetisch bedruckt werden können.
[0110] In Fig. 11 und Fig. 12 wird schematisch jeweils ein zeitlicher Zustand der Druckmaschine
40 aus Fig. 10 zum magnetischen Bedrucken des Substrats 31 gezeigt. Fig. 10 zeigt
einen zeitlichen Zustand der Druckmaschine 40, in dem das Substrat 31 dem Lackformzylinder
42 und dem Gegendruckzylinder 43 bereits zugeführt wurde. Das Substrat 31 befindet
sich zwischen dem Lackdruckzylinder 42 und dem Gegendruckzylinder 43 und kommt in
dieser Position mit der zugeführten Farbe 33 bzw. dem zugeführten Lack 33 auf dem
Lackformzylinder 42 in Kontakt. Die Druckvorrichtung 10 wirkt beim Durchführen des
Substrates 31 zwischen den beiden Zylindern 42, 43 auf das Substrat 31 ein. Das Substrat
31 weist eine Druckseite auf, die dem Lackdruckzylinder 42 zugewandt ist. Auf der
Rückseite der Druckseite weist das Substrat 31 eine Einwirkseite auf, die dem Gegendruckzylinder
43 zugewandt ist. Dem Substrat 31 wird auf der Druckseite die Farbe 33 bzw. der Lack
33 zugeführt. Auf der Einwirkseite des Substrates 31 wirkt eine Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Druckvorrichtung 10 auf das Substrat 31. Dies bedeutet, dass die
Druckvorrichtung 10 nicht mit der Farbe 33 bzw. dem Lack 33 in Kontakt kommt, sondern
lediglich magnetisch auf die Farbe 33 bzw. den Lack 33 mit magnetisch orientierbaren
Partikeln an der Druckseite des Substrates 31 wirkt. Folglich wirkt die Druckvorrichtung
10 durch das Substrat hindurch und entfaltet seine Wirkung auf der Druckseite des
Substrates, wo die Farbe 33 bzw. der Lack 33 durch die Druckvorrichtung 10 beeinflusst
wird, um magnetisch orientierbaren Partikel der Farbe 33 bzw. des Lacks 33 auszurichten,
wobei die eine Ausrichtung an den Grenzlinien der Druckvorrichtung 10 oder annähernd
im Bereich der Grenzlinien 28 erfolgt. Der Verlauf der Grenzlinie 28 braucht hierbei
nicht auf der Druckoberfläche 11 der Druckvorrichtung 10 liegen, da eine Grenzlinie
28 auch unterhalb der Druckoberfläche 11 eine magnetische Wirkung entfaltet. Insgesamt
wird beim Einwirken der Druckoberfläche 11 der Druckvorrichtung 10 auf das Substrat
31 das gewünschte Image mit einer Kontur auf dem Substrat 31 erzeugt. Hierzu wird
vorteilhafterweise die Kontur durch Datenvorgaben bei der Herstellung der Druckvorrichtung
10 vorgegeben, um eine Druckvorrichtung maschinell oder zumindest teilweise maschinell
herstellen zu können. Somit kann eine Druckvorrichtung 10 mehrfach für ein und dieselbe
Kontur verwendet werden.
[0111] Fig. 11 und Fig. 12 zeigen schematisch jeweils einen zeitlichen Zustand der Druckmaschine
40 mit einem zu bedruckenden Substrat (Fig. 11) bzw. mit einem bedruckten Substrat
31 (Fig. 12) als Druckerzeugnis 30 nach einem Druckvorgang. Das Druckerzeugnis 30
weist nach dem Druckvorgang eine Druckkontur bzw. ein Image auf, was durch orientierte
Partikel 35 der aufgetragenen Farbe 33 bzw. des Lacks 33 hervorgerufen wurde. Diese
ausgerichteten Partikel 35 bewirken einen optischen dreidimensionalen Effekt, der
visuell von einem Betrachter wahrgenommen werden kann.
[0112] Alternativ zu der in den Fig. 10 bis 12 schematisch dargestellten Teil einer Druckmaschine
40 mit einer Flexodruckeinheit können auch andere Typen von Druckmaschinen zum Einsatz
kommen, um die erfindungsgemäße Technik zu verwenden. Beispielsweise kann im Tiefdruckverfahren
die erfindungsgemäße Druckvorrichtung auf einem Presseur befestigt sein. Ferner kann
bei Rotationsdruckverfahren die erfindungsgemäße Druckvorrichtung auf einer Umlenkwalze
befestigt sein.
Bezugszeichenliste
[0113]
- 10
- Druckvorrichtung
- 11
- Druckoberfläche
- 12
- Trägerschicht
- 13
- Schutzschicht
- 20
- magnetisches Volumen
- 21
- erster magnetischer Pol
- 22
- zweiter magnetischer Pol
- 23
- Grenzlinie zwischen magnetischen Polen
- 24
- magnetischer Bereich
- 25
- nicht-magnetischer Bereich
- 26
- magnetische Feldlinie
- 27
- Grenzfläche zwischen einem ersten Bereich und einem zweiten Bereich
- 28
- Grenzlinie zwischen einem ersten Bereich und einem zweiten Bereich
- 29
- nicht-magnetisches Volumen
- 30
- Druckerzeugnis
- 31
- Druckmedium bzw. Substrat
- 32
- Kontur bzw. Druckkontur mit dreidimensionalem Effekt
- 33
- Farbe mit magnetisch orientierbaren Partikeln
- 34
- Schicht, wie beispielsweise ein Lackfilm oder ein Farbfilm
- 35
- magnetische orientierte Partikel bzw. magnetisch ausgerichtete Partikel
- 40
- Druckmaschine, insbesondere als Ausführungsbeispiel mit einer Flexodruckeinheit
- 41
- Rasterwalze
- 42
- Lackformzylinder
- 43
- Gegendruckzylinder
- 44
- Farbzufuhreinrichtung
1. Dispositif d'impression (10) présentant
une surface d'impression (11) comprenant une première zone et une deuxième zone, dans
lequel la première zone et la deuxième zone sont au moins en partie adjacentes l'une
à l'autre et forment au moins une ligne de délimitation (28),
dans lequel la première zone est une première zone magnétique (24) et fait partie
d'un premier volume magnétique (20), dans lequel le volume magnétique (20) présente
un premier pôle magnétique (21) et un deuxième pôle magnétique (22), dans lequel le
premier pôle magnétique (21) est dirigé vers la surface d'impression (11) et le deuxième
pôle magnétique (22) est opposé à la surface d'impression (11), et dans lequel la
ligne de délimitation (28) peut être utilisée pour créer un contour (32) sur un substrat
(31) à imprimer,
dans lequel le dispositif d'impression (10) présente une épaisseur inférieure à un
millimètre,
dans lequel le dispositif d'impression (10) est flexible, et dans lequel la surface
d'impression (11) est compressible et dans lequel le dispositif d'impression (10)
peut être disposé sur un dispositif de contre-pression d'une machine d'impression
(40) dans une utilisation prévue.
2. Dispositif d'impression (10) selon la revendication 1, dans lequel la deuxième zone
est une zone non magnétique (25).
3. Dispositif d'impression (10) selon la revendication 1 ou la revendication 2, dans
lequel le dispositif d'impression (10) présente une image avec des structures complexes.
4. Dispositif d'impression (10) selon l'une au moins des revendications 1 à 3, dans lequel
le dispositif d'impression (10) présente une pluralité de zones magnétiques (24),
dans lequel au moins deux zones magnétiques (24) sont orientées de manière similaire
par rapport à leurs pôles magnétiques (21, 22).
5. Dispositif d'impression (10) selon l'une au moins des revendications 1 à 4, dans lequel
au moins une des zones est formée par un polymère.
6. Dispositif d'impression (10) selon l'une au moins des revendications 1 à 5, dans lequel
la surface d'impression (11) présente une courbure dans l'utilisation prévue.
7. Dispositif d'impression (10) selon l'une au moins des revendications 1 à 6, dans lequel
le dispositif d'impression (10) présente un revêtement (16).
8. Procédé pour fabriquer un dispositif d'impression (10) présentant fournir une surface
d'impression (11) comprenant une première zone et une deuxième zone, et
disposer la première zone et la deuxième zone de telle manière que la première zone
et la deuxième zone (25) soient adjacentes l'une à l'autre et forment une ligne de
délimitation (28),
dans lequel la première zone fait partie d'un volume magnétique (20) et le volume
magnétique (20) présente un premier pôle magnétique (21) et un deuxième pôle magnétique
(22), dans lequel le premier pôle magnétique (21) est dirigé vers la surface d'impression
(11) et le deuxième pôle magnétique (22) est opposé à la surface d'impression (11),
dans lequel la ligne de délimitation (28) peut être utilisée pour créer un contour
(32) sur un substrat (31) à imprimer, dans lequel le dispositif d'impression (10)
présente une épaisseur inférieure à un millimètre et est flexible, et dans lequel
la surface d'impression (11) est compressible, et dans lequel le dispositif d'impression
(10) peut être disposé, dans l'utilisation prévue, sur un dispositif de contre-impression
d'une machine d'impression (40).
9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel au moins une zone magnétique (24) est
fournie par moulage d'un matériau magnétique, par découpe d'un matériau magnétique,
par estampage, par impression, en particulier par impression tridimensionnelle, et/ou
par utilisation d'une pâte magnétique.
10. Procédé selon la revendication 8 ou la revendication 9, dans lequel une première mise
en forme de la première zone et une deuxième mise en forme de la deuxième zone sont
fournies par spécification d'une structure de données.
11. Procédé selon l'une au moins des revendications 8 à 10, présentant fournir un film
magnétique brut sur lequel une image est transférée sur le film magnétique brut dans
un processus d'usinage, dans lequel le processus d'usinage du film magnétique brut
permet de créer des bords sur lesquels se forment des lignes de champ magnétique,
couler le film magnétique brut avec un polymère non magnétique et fabriquer une épaisseur
uniforme du dispositif d'impression (10).
12. Procédé selon la revendication 11, présentant en outre de créer une structure de données
qui spécifie l'image pour le dispositif d'impression (10).
13. Procédé selon la revendication 11 ou la revendication 12, présentant en outre de transférer
l'image sur le film magnétique brut avec une installation de traitement de données.
14. Utilisation d'un dispositif d'impression (10) selon l'une des revendications 1 à 7
pour l'impression magnétique en utilisant une couche (34) comprenant des particules
orientables magnétiquement qui peut être appliquée sur une surface de substrat d'un
substrat (31), et dans laquelle le dispositif d'impression (10) agit sur la surface
de substrat en ce que le dispositif d'impression (10) agit à travers le substrat (31)
à imprimer.
15. Utilisation d'un dispositif d'impression (10) selon la revendication 14, dans laquelle
le dispositif d'impression (10) est fixé sur un rouleau (43) d'une machine d'impression
(40) et, lors d'un processus d'impression, le substrat (31) entre en contact avec
sa face arrière de substrat avec le dispositif d'impression (10) de manière plane,
et dans laquelle des particules orientables magnétiquement (35) sont alignées sur
la surface du substrat en tant que face avant du substrat (31).