(19)
(11) EP 3 410 042 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
05.12.2018  Patentblatt  2018/49

(21) Anmeldenummer: 17450004.1

(22) Anmeldetag:  02.06.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F25C 1/14(2018.01)
F25C 3/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: IAG Industrie Automatisierungsgesellschaft mbH
2722 Weikersdorf (AT)

(72) Erfinder:
  • Cech, Christian
    2722 Weikersdorf (AT)
  • Turk, Helmut
    2722 Weikersdorf (AT)

(74) Vertreter: Rippel, Andreas 
Patentanwalt Dipl.-Ing., Maxingstrasse 34
1130 Wien
1130 Wien (AT)

 
Bemerkungen:
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
 


(54) VORRICHTUNG ZUR ERZEUGUNG VON SCHNEE


(57) Bei einer Vorrichtung zum Erzeugen von Schnee ist in einer Gehäusewanne (5) eine Verdampferwalze (1) drehbar gelagert und ein Drehverteiler (7) zum Einführen eines Kältemittels in die Verdampferwalze (1) angeordnet. Düsen (8) zum Aufsprühen von Wasser und Luft auf die Verdampferwalze (1) und ein Abstreifer (3) zum Glätten und ein Schabmesser (2) sind ferner vorgesehen.
Die Vorrichtung ermöglicht eine temperaturunabhängige Herstellung von Schnee.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Erzeugung von Schnee.

[0002] Das mit bekannten Vorrichtungen erzeugte Produkt ist "Scherbeneis", das für manche Anwendungen, beispielsweise für die Kühlung des menschlichen Körpers nach einem Saunabesuch jedoch nicht oder nur eingeschränkt geeignet ist.

[0003] Dieses Scherbeneis ist eine technisch hergestellte Form von Eis. Scherbeneis besteht aus einzelnen Eisplättchen mit einer unregelmäßigen, scherbenartigen, leicht gewellten Form. Die Eisplättchen sind 1 bis 5 mm stark und haben eine Temperatur von zirka -7 °C.

[0004] Scherbeneis kann zur Kühlung von Lebensmitteln, insbesondere von Fisch oder zur Produktion von Lebensmitteln verwendet werden.

[0005] Bei der Herstellung mit einer Scherbeneismaschine wird beispielsweise Wasser in einen zylindrischen Behälter gefüllt, in dem sich eine Edelstahlwalze befindet und dessen Wand über eine starke Kältemaschine gekühlt wird. An der Zylinderwandung bildet sich Eis, das durch eine Förderschnecke nach oben gelangt und von einem Schaber abgeschabt wird und dann in einen Vorratsbehälter fällt.

[0006] Ein anderes Herstellungsverfahren funktioniert über eine horizontal angeordnete Verdampferwalze, die in einem Wasserbad rotiert. Bei jeder Umdrehung friert Wasser an der stark gekühlten Verdampferoberfläche fest und platzt an einem Schaber ab.

[0007] Demgegenüber stehen Schneekanonen, die zwar im Regelfall Schnee und nicht Eis erzeugen, aber dafür nur in einem (sehr) eingeschränkten Temperaturbereich erfolgreich betrieben werden können. Technisch bekannt ist beispielsweise die Propellerkanone: Zentrales Element ist dabei ein Propeller, welcher einen starken Luftstrom erzeugt. Rings um den Rohrausgang befindet sich der Düsenstock mit zumeist mehreren Kränzen. Die äußeren Düsen sind meist als Mischdüsen (Wasser und Druckluft) zur Produktion von Schneekernen, die inneren meist als reine Wasserdüsen ausgeführt. Die Misch- oder Nukleatordüsen produzieren kleine Eiskristalle als Kristallisationskeime.

[0008] Die Menge der Wassertropfen muß den äußeren Witterungsbedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie der Wurfweite angepaßt werden, um optimale Eigenschaften des technischen Schnees zu erreichen. Die im aus der Propellerkanone austretenden Luftstrom enthaltenen Wassertropfen verdunsten in der trockenen Winterluft teilweise, wodurch die Tröpfchen abkühlen. Ist der Gefrierpunkt erreicht, kristallisieren sie an den Kristallisationskeimen. Je trockener die Umgebungsluft ist, desto besser wirkt der Abkühlungsvorgang. So funktioniert z.B. dieses Verfahren bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 30 % schon bei 1 °C über Null, bei 80 % relativer Luftfeuchtigkeit sind dagegen unter -3 °C erforderlich.

[0009] Gegenüber dem Stand der Technik hat sich die Erfindung zum Ziel gesetzt, eine Vorrichtung zu schaffen, mit der eine von der Temperatur unabhängige Produktion eines Produktes ermöglicht wird, welches dem natürlichen Schnee weitestgehend ähnlich ist.

[0010] Die Aufgabenstellung an die Erfindung umfaßt auch die Schaffung einer Vorrichtung, die neben der Erzeugung von Schnee oder eines schneeähnlichen Produktes geringere Abmessungen als herkömmliche Schneekanonen aufweist und daher auch in Skihallen, Sauna- und Wellnesslandschaften sowie Industrieanwendungen gut eingesetzt werden kann.

[0011] Erreicht wird dies dadurch, daß in einer Gehäusewanne eine Verdampferwalze drehbar gelagert ist und ein Drehverteiler zum Einführen eines Kältemittels in die Verdampferwalze angeordnet ist, dem Düsen zum Aufsprühen von Wasser und/oder von Wasser und Luft auf die Verdampferwalze zugeordnet sind, wobei ferner ein Abstreifer zum Glätten und ein Schabmesser vorgesehen sind.

[0012] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist das Schabmesser nahe dem tiefsten Punkt der Verdampferwalze angeordnet.

[0013] Die Drehzahl der Verdampferwalze beträgt 10 bis 50 U/min.

[0014] Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher beschrieben, ohne auf dieses Beispiel beschränkt zu sein.

[0015] Dabei zeigen:

Fig. 1 Die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Seitenansicht;

Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 in Ansicht von oben und

Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie A-A in Fig. 1.



[0016] Gemäß den Zeichnungen ist eine Verdampferwalze 1 in einer Gehäusewanne 5 die auch als Vernebelungsgehäuse dient auf einer tragenden Konstruktion aus einem Grundrahmen 4 und Seitenwangen 9 angeordnet. Zum Antrieb der Verdampferwalze 1 ist ein Getriebemotor 6 und zur Zufuhr eines Kältemittels ein Drehverteiler 7 vorgesehen.

[0017] Zur Zufuhr von Wasser und Luft sind Düsen 8 angeordnet.

[0018] Ein Schabmesser 2 und ein Abstreifer 3 zum Glätten des Sprühfilms wirken auf die Verdampferwalze 1.

[0019] Im Betrieb wird ein Kältemittel durch den Drehverteiler 7 in die Verdampferwalze 1 geführt und diese abgekühlt. Die Walze 1 wird durch einen Getriebemotor 6 angetrieben, sodaß diese im Betrieb rotiert. Zweckmäßig dreht sich die Verdampferwalze 1 im Bereich von 10 bis 50 U/min.

[0020] Durch die Düsen 8 (Wasserdüsen und/oder Zweistoffdüsen) wird Wasser und Luft in der Gehäusewanne 5 auf die Walze 1 aufgesprüht. Die auf der Walze 1 entstehende Schneeschicht wird mit dem Abstreifer 3 geglättet und mit dem nahe dem tiefsten Punkt der Verdampferwalze 1 angeordnete Schabmesser 2 abgeschabt. Das abgeschabte Material fällt durch den Schacht 10 in einen nicht gezeigten Auffangbehälter oder kann von dort seiner beabsichtigen Verwendung, so zum Beispiel durch Einblasen in ein System zugeführt werden.


Ansprüche

1. Vorrichtung zum Erzeugen von Schnee, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Gehäusewanne (5) eine Verdampferwalze (1) drehbar gelagert ist und ein Drehverteiler (7) zum Einführen eines Kältemittels in die Verdampferwalze (1) angeordnet ist, dem Düsen (8) zum Aufsprühen von Wasser und Luft auf die Verdampferwalze zugeordnet sind, wobei ferner ein Abstreifer (3) zum Glätten und ein Schabmesser (2) vorgesehen sind.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß das Schabmesser (2) nahe dem tiefsten Punkt der Verdampferwalze (1) angeordnet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehzahl der Verdampferwalze (1) 10 bis 50 U/min. beträgt.
 


Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.


1. Vorrichtung zum Erzeugen von Schnee, bei der in einer Gehäusewanne (5) eine Verdampferwalze (1) drehbar gelagert ist und ein Drehverteiler (7) zum Einführen eines Kältemittels in die Verdampferwalze (1) angeordnet ist, wobei ferner ein Flüssigkeitszulauf (8) zur Verdampferwalze (1) sowie ein Abstreifer (3) zum Glätten und ein Schabmesser (2) vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Flüssigkeitszulauf durch Düsen (8) zum Aufsprühen von Wasser und Luft auf die Verdampferwalze (1) gebildet ist.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet dass das Schabmesser (2) nahe dem tiefsten Punkt der Verdampferwalze (1) angeordnet ist.
 
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehzahl der Verdampferwalze (1) 10 bis 50 U/min. beträgt.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht