[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung
einer dekorativen Oberfläche und ein Werkstück.
[0002] Eine dekorative Oberfläche für Möbel, Fußbodenpaneele oder Wandpaneele ist Stand
der Technik. Dabei werden Oberflächen von Werkstücken, wie z.B. Spanplatten oder MDF-Platten,
mit einem dekorativ bedruckten Papier beschichtet oder direkt nach Aufbringen einer
weißen Grundierung bedruckt und mit einem Schutzlack versehen. Die Oberflächen sind
häufig Nachbildungen von echten Holzoberflächen, Steinen oder Fliesen. Dabei wird
sowohl das Bild (Dekor) der Holzoberfläche als auch die fühlbare "haptische" Struktur
(fühlbare Holzporen und Astlöcher) nachgebildet. Die Oberflächen, die beschichtet
werden, können (auch im Sinne der vorliegenden Erfindung) aber auch Rollenware wie
bedrucktes Papier oder bedruckte Kunststofffolien sein.
[0003] Die optische Nachbildung von Dekorbildern wird nach dem Stand der Technik sowohl
mit analogen Druckverfahren als auch mit digitalen Druckverfahren nach einer digitalen
Bildvorlage erzeugt. Zur Erzeugung der haptischen, fühlbaren Struktur mit einer Strukturtiefe
von üblicherweise 5 - 500 µm, bevorzugt 10 - 100 µm, wird nach dem Stand der Technik
ein analoges Verfahren, wie z.B. die Prägung mit strukturierten Prägeblechen ("Matrizen"),
eingesetzt. Es ist zudem bekannt, solche Strukturen mit digitalen Verfahren zu erzeugen,
wie dies in der
DE 10 2015 110 236 A1 und
DE 10 2009 044 802 A1 gezeigt ist.
[0004] Die
DE 10 2007 055 053 A1 offenbart ein Verfahren zur Bearbeitung einer strukturierten Oberfläche eines Prägewerkzeuges
("Matrize"), wobei sich der Glanzgrad einer ersten Beschichtung von dem einer zweiten
Beschichtung unterscheidet, um beispielsweise Holzporen besser nachzuempfinden. Bei
anschließender Verwendung eines solchen Prägewerkzeuges zur Herstellung eines fertigen
Produktes, z.B. eines Fußbodenpaneels, bestehend aus einer HDF-Trägerplatte und einem
bedruckten, Melamin-imprägnierten Papier als Dekorschicht, werden nach der Verpressung
mit dem Prägewerkzeug bei einem optischen Sichtwinkel von weniger als 45 Grad im Gegenlicht
die im Papier dekorativ gedruckten Holzporen auch durch Glanzgradunterschiede der
ausgehärteten Melaminoberfläche, abgeformt von der unterschiedlich bearbeiteten Oberfläche
der Matrize, sichtbar. Die Herstellung eines solchen Prägewerkzeuges ist ein aufwendiger
Prozess. Außerdem werden die Prägewerkzeuge meist in Kurztaktpressen verwendet, bei
denen der Wechsel von einem Prägewerkzeug zum anderen längere Zeit dauert, zumindest
ca. 15 - 30 min.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine optisch und haptisch ansprechende
Oberfläche mit einer optimierten Strukturierung zu erzeugen. Weiterhin soll es möglich
sein, optische und haptische Eigenschaften an einer Oberfläche räumlich passend anzuordnen,
also z.B. eine glänzende Pore auch räumlich genau über der optisch gedruckten Holzpore
anordnen zu können.
[0006] Diese Aufgabe wird mit Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird zunächst ein Werkstück, beispielsweise eine
Platte aus einem Holzwerkstoff, zu einer Beschichtungsstation zugeführt, um dann an
einer Oberfläche vollflächig einen ersten flüssigen Lack mit einer groben Strukturierung
aufzutragen, bei der ein Dickenunterschied zwischen dickeren Bereichen und dünneren
Bereichen mindestens 50 µm, insbesondere mindestens 100 µm, beispielsweise zwischen
150 µm und 400 µm beträgt.
[0008] Vorzugsweise wird die erste Lackschicht mit grober Strukturierung dann mindestens
teilweise ausgehärtet.
[0009] Vorzugsweise kann dann auf diese erste Lackschicht ein Dekorbild durch einen mehrfarbigen
Druck aufgedruckt werden, wobei optional das Dekorbild auch schon vor der ersten Lackschicht
aufgedruckt werden kann, wobei dann der erste Lack zumindest teilweise transparent
ist, damit das Dekorbild sichtbar bleibt. Alternativ kann das Werkstück auch zu Beginn
mit einem Dekorbild versehen sein.
[0010] Auf die Lackschicht mit grober Strukturierung und beispielsweise sichtbarem Dekorbild
wird nun erfindungsgemäß ein zweiter flüssiger, zumindest teilweise transparenter
Lack zum bereichsweisen Erzeugen einer feinen Strukturierung aufgebracht.
[0011] Vorzugsweise wird dieser zweite Lack dann ausgehärtet, wobei der Dickenunterschied
im Bereich der feinen Strukturierung an der zweiten Lackschicht kleiner 50 µm, insbesondere
kleiner 30 µm, beispielsweise zwischen 5 µm und 25 µm, ist.
[0012] Dadurch ist ein sichtbares Dekorbild mit mindestens zwei Lackschichten beschichtet,
die eine unterschiedliche Strukturierung an der Oberfläche erzeugen, eine grobe Strukturierung
mit größeren Dickenunterschieden und eine feine Strukturierung mit kleineren Dickenunterschieden.
Dadurch wird die Oberfläche optisch und haptisch weniger gleichförmig.
[0013] Vorzugsweise ist der Glanzgrad im Bereich der feinen Strukturierung um mindestens
10 Glanzeinheiten unterschiedlich als im Bereich der groben Strukturierung. Der Glanzgrad
der ersten Lackschicht kann dabei vorzugsweise mindestens 20 Glanzeinheiten von dem
Glanzgrad der zweiten Lackschicht abweichen, wobei die Glanzeinheiten nach DIN EN
ISO 2813:2015-02 bei einem Winkel von 60° gemessen werden. Dadurch wird ein optisch
deutlich wahrnehmbarer Glanzeffekt erkennbar. Das Einstellen des Glanzgrades kann
beim Aufdrucken durch die Tröpfchengröße und/oder die Tröpfchenanzahl pro Fläche oder
durch den Einsatz von Mattierungsmitteln variiert werden.
[0014] Die Glanzmessung erfolgt nach DIN EN ISO 2813:2015-02. Für die Glanzmessung wird
die Lichtmenge, die eine Oberfläche im Verhältnis zu einem Referenzstandard aus poliertem
Glas reflektiert, gemessen. Die dabei verwendete Maßeinheit ist GU (Gloss Units bzw.
Glanzeinheiten). Die an der Oberfläche reflektierte Lichtmenge ist abhängig vom Einfallswinkel
und den Eigenschaften der Oberfläche. Bei der Glanzmessung können unterschiedliche
Einfallswinkel (20°, 60° und 85°) verwendet werden, um den Reflexionsgrad zu erfassen,
wobei vorzugsweise mit dem Einfallswinkel von 60° gemessen wird. Alternativ kann auch
der Mittelwert von Messungen zu den drei Einfallswinkeln verwendet werden. Der Reflexionsgrad
vergleicht die von einem Glanzmessgerät abgestrahlte und empfangene Lichtenergie in
Prozent bei einem bestimmten Einfallswinkel.
[0015] Alle Oberflächen oder Abschnitte von Oberflächen, die nach der Norm bei der Messung
mit einem Glanzgradmessgerät weniger als 20 Glanzeinheiten erzielen, werden als "matt"
definiert, und alle Oberflächen oder Abschnitte von Oberflächen, die mehr als 60 Glanzeinheiten
erzielen, werden als "glänzend" bezeichnet. Eine der beiden Lackschichten kann matt
und die andere glänzend ausgebildet sein.
[0016] Für eine feine Einstellung des Glanzgrades werden die Tröpfchen der zweiten Lackschicht
mit einer Tröpfchengröße vorzugsweise kleiner als 100 pL, insbesondere kleiner als
10 pL, aufgespritzt. Dabei können optional an der zweiten Lackschicht ebenfalls unterschiedliche
Glanzgrade eingestellt werden, so dass auch innerhalb der zweiten Lackschicht Glanzunterschiede
vorhanden sein können.
[0017] Der Auftrag des ersten Lackes erfolgt vorzugsweise mit mindestens einer Druckwalze,
die an einer Oberfläche des Werkstückes abrollt. Die Druckwalze kann beispielsweise
graviert sein und ein elastisches Material an einer äußeren Oberfläche oder einem
inneren Ring aufweisen. Dann kann die gravierte Walze unmittelbar an der Oberfläche
des Werkstückes abrollen. Alternativ kann ein Auftrag des ersten Lackes über mindestens
zwei Walzen erfolgen, wobei von einer ersten Walze der erste Lack auf eine zweite
Auftragswalze übertragen wird, die dann den ersten Lack auf die Oberfläche des Werkstückes
überträgt.
[0018] Der Auftrag des zweiten Lackes zur Erzeugung der feinen Strukturierung erfolgt vorzugsweise
durch mindestens einen digitalen Druckkopf. Dadurch kann besonders genau ein optischer
Bereich eines Dekorbildes an seine haptischen Eigenschaften räumlich passend angeordnet
werden. Beispielsweise kann über die feine Strukturierung eine leichte Holzmaserung
nachempfunden werden, die deckungsgleich zu einer Holzmaserung des Dekorbildes angeordnet
ist.
[0019] Alternativ oder zusätzlich kann der Auftrag des zweiten Lackes auch nach dem Auftrag
eines zunächst flüssigen Lackes erfolgen, wobei dann Lacktröpfchen der zweiten Lackschicht
in das noch flüssige Material zur Erzeugung einer feinen Strukturierung aufgespritzt
werden. Dabei können die Lacktröpfchen aus dem gleichen Material wie die flüssige
Schicht bestehen. Das Aufbringen einer Vielzahl von Lacktröpfchen in die noch flüssige
Lackschicht mit digitalen Druckköpfen erfolgt beispielsweise mit Lacktröpfchen mit
einem Volumen von weniger als 10 pL, die mit einer Geschwindigkeit größer als 1 m/sec
auf den noch flüssigen Lack aufgespritzt werden.
[0020] In einer alternativen Ausgestaltung bestehen die Lacktröpfchen aus einem anderen
Material als der flüssige Lack, die nach dem Auftreffen eine chemische Reaktion mit
dem flüssigen Lack eingehen, der die Oberfläche an den Stellen optisch und/oder haptisch
verändert. Der flüssige Lack kann statt einer chemischen Reaktion auch eine physikalische
Reaktion durch das Auftreffen auf den flüssigen Lack bewirken, wobei sich die aufgespritzten
Tröpfchen innerhalb von weniger als 5 Minuten durch Verdunsten verflüchtigen.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren wird vorzugsweise bei plattenförmigen Werkstücken,
insbesondere aus einem Holzwerkstoff eingesetzt. Es ist aber auch möglich, in einer
alternativen Ausführungsform an Stelle eines plattenförmigen Werkstückes eine Rollenware
zu beschichten. Dabei kann es sich beispielsweise um dekorativ bedrucktes Papier oder
eine Kunststofffolie, beispielsweise aus ABS, PP, PE oder ähnliche Materialien handeln.
Das Papier kann ein Flächengewicht zwischen 20 g/m
2 und 300 g/m
2 haben. Die Kunststofffolien können eine Dicke von 0,05 mm bis zu 5 mm haben. Bei
der Rollenware kann es sich beispielsweise um Kantenbänder handeln, die an Stirnseiten
von plattenförmigen Werkstücken bei der Möbelplattenherstellung fixiert werden.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Detail anhand
der beigefügten Figuren näher erläutert. Sie zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellten,
plattenförmigen Werkstückes im Querschnitt,
- Figur 2
- eine weitere schematische Darstellung eines mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens
hergestellten, plattenförmigen Werkstückes mit einer angedeuteten Holzpore in der
Draufsicht,
- Figur 3
- eine Oberfläche eines bedruckten Werkstückes, und
- Figur 4
- eine Ansicht eines erfindungsgemäßen Werkstückes mit mehreren Schichten.
[0023] In
Figur 1 ist ein plattenförmiges Werkstück 1.0 gezeigt, an dem an einer Oberfläche eine optionale
erste Grundschicht 1.1 aufgebracht ist. Außerdem ist optional auf dem Werkstück 1.0
bereits vor dem Auftrag der ersten Grundschicht 1.1 ein Dekorbild aufgedruckt, z.B.
eine Holznachbildung oder eine Fliesendarstellung. In einer alternativen Ausführungsform
kann auch nach dem Auftrag der ersten Grundschicht 1.1 oder nach dem Auftrag einer
strukturieren zweiten Grundschicht 1.2 ein Dekorbild aufgedruckt werden, beispielsweise
unter Nutzung eines 4-farbigen Digitaldruckers. Auf die erste Grundschicht 1.1. ist
eine zweite flüssige Grundschicht 1.2 aufgebracht. Diese zweite Grundschicht 1.2 ist
durch digital aufgespritzte Tröpfchen 1.3 strukturiert worden, so dass die Oberfläche
nicht mehr eben ist, sondern eine Struktur aufweist und eine erste Lackschicht mit
einer groben Strukturierung ausbildet. Anschließend wird eine weitere Lackschicht
1.4 aufgebracht, die einen ersten Glanzgrad aufweist. Auf die erste Lackschicht 1.4
wird dann eine zweite Lackschicht 1.5 über Digitaldruckköpfe zur Erzeugung einer feinen
Strukturierung aufgebracht, wobei die zweite Lackschicht 1.5 die Oberfläche der ersten
Lackschicht 1.4 nur teilweise bedeckt. Die Lackschichten 1.4 und 1.5 werden nacheinander
oder gemeinsam ausgehärtet, beispielsweise über UV-Strahlung. Die zweite Lackschicht
1.5 hat nach der Aushärtung einen anderen Glanzgrad als die erste Lackschicht.
[0024] Statt der Strukturierung der zweiten Grundschicht 1.2 durch digital aufgespritzte
Tröpfchen ist es auch möglich, eine Grundschicht durch andere Verfahren zu strukturieren,
beispielsweise über nur bereichsweisen Auftrag oder Prägematrizen. Zudem ist es möglich,
das Dekorbild statt auf einer ebenen Oberfläche auch auf eine strukturierte Oberfläche
aufzutragen.
[0025] In
Figur 2 ist eine Draufsicht auf das plattenförmige Werkstück 1.0 der Figur 1 gezeigt und
es ist erkennbar, dass das Dekorbild eine Holzpore 2.5 und gemaserte Holzbereiche
2.4 umfasst. Die unterschiedlichen Bereiche der Holzpore 2.5 und der gemaserten Holzbereiche
2.4 können durch die zweite Lacksicht 1.5 auch einen unterschiedlichen Glanzgrad aufweisen,
wobei die Dekorbereiche des Bildes und die unterschiedlichen Glanzbereiche durch den
Lackauftrag vorzugsweise deckungsgleich sind.
[0026] In einem weiteren Ausführungsbeispiel wird auf eine Trägerplatte aus einem Holzwerkstoff
oder eine Platte aus einem anderen Werkstoff mit einer Dicke von mindestens 4 mm,
vorzugsweise 8 bis 16 mm und äußeren Abmessungen von mindestens 200 mm Breite und
mindestens 400 mm Länge zunächst mit einem UV-härtenden, weißen Grundlack beschichtet,
beispielsweise mit einer Menge von etwa 20 g/qm. Dieser weiße Grundlack wird anschließend
unter UV-Bestrahlung ausgehärtet.
[0027] Anschließend wird die Trägerplatte einer digitalen Druckvorrichtung zugeführt, in
der ein Druckbild, beispielsweise eine Nachbildung von kleinen Fliesen als Mosaik,
einem Holzdekor oder einem anderen Muster, mit einem 4-Farbendruck als CMYK aufgebracht
wird.
[0028] In
Figur 3 ist beispielhaft für ein Druckbild ein Muster mit zwei verschiedenfarbigen Mosaikfliesen
gezeigt, das auf ein plattenförmiges Werkstück 3.0 gedruckt ist, wobei helle Mosaikfliesen
3.1 und dunklere Mosaikfliesen 3.2 vorgesehen sind. In einer alternativen Ausführungsform
können auch eine Vielzahl anderer Farben von Fliesen oder Mosaiken mit bildhaften
Darstellungen verwendet werden.
[0029] Anschließend wird auf das so bedruckte Werkstück 3.0 eine dünne Grundlackschicht
von 5-15 g/qm eines ebenfalls UV-härtenden Lackes aufgetragen und (teilweise) mit
UV-Licht ausgehärtet. In einer alternativen Ausführungsform kann diese Grundlackschicht
auch komplett entfallen oder durch einen Lösemittellack oder einen wässrigen Acrylatlack
ersetzt werden, der anschließend physikalisch getrocknet wird.
[0030] Auf die erste Grundlackschicht oder alternativ direkt auf das gedruckte Bild wird
anschließend eine Grundlackschicht 1.2 als eine strahlenhärtende Lackschicht mit grober
Strukturierung, vorzugsweise auf Acrylatbasis aufgebracht, in einer Schichtstärke
von 100 - 500 µm. Die Grundlackschicht 1.2 kann durch Digitaldruckköpfe oder durch
Druckwalzen oder andere Verfahren aufgebracht werden. Direkt nach dem Aufbringen dieser
zweiten Grundlackschicht 1.2 wird vor dem Aushärten in die noch flüssige Schicht optional
mittels einer digitalen Druckvorlage mit Digitaldruckköpfen eine zweite, transparente
Lackschicht 1.3 gedruckt. Bei dem Auftragen dieser Lackschicht 1.3 kann die Tröpfchengröße
zwischen 1 pL und 100 pL variieren. Als digitale Druckvorlage wird diejenige verwendet,
die auch zu dem Druck des oben beschriebenen Fliesenmosaiks genutzt wurde. Diese Druckvorlage
wird vorher elektronisch so abgewandelt, dass nur in die Zwischenräume 3.3 der Mosaikfliesen
3.1 und 3.2 gedruckt wird. Anschließend wird die strahlenhärtende Grundlackschicht
1.2 zusammen mit der Lackschicht 1.3 mit einer UV-Lampe ausgehärtet. In einer alternativen
Ausführungsform kann die Aushärtung auch mittels Elektronenstrahlung erfolgen.
[0031] Im Ergebnis erhält man eine mit einem Fliesenmosaik bedruckte Trägerplatte, in der
die Zwischenräume 3.3 als Fugen zwischen den Mosaikfliesen 3.1 und 3.2 um 10 - 60
µm vertieft sind.
[0032] Anschließend wird der Glanzgrad von zumindest Teilen der gesamten Oberfläche durch
den mindestens teilweisen Auftrag einer zweiten Lackschicht 1.4 mit anschließender
Trocknung auf den gewünschten Wert eingestellt, wobei der Glanzgrad der ersten Lackschicht
1.3 von dem Glanzgrad der zweiten Lackschicht abweicht.
[0033] In einer alternativen Ausführungsform kann außerdem der zusätzliche Auftrag einer
dritten Lackschicht 1.5 vor oder nach dem Aushärten der zweiten Lackschicht 1.4 durchgeführt
werden, wobei die dritte Lackschicht 1.5 ebenfalls durch eine Vielzahl von auf die
Oberfläche abgegebenen Tröpfchen mit einer Größe von 3 - 100 pL besteht. Mit dieser
dritten Lackschicht kann sowohl der Glanzgrad in Teilbereichen nochmals verändert
werden als auch die Oberflächenstrukturtiefe der noch nicht ausgehärteten Lackschicht
1.4 beeinflusst werden.
[0034] Die Lackschichten 1.4 und 1.5 können auch komplett entfallen, wenn gleichzeitig mit
der zur Strukturierung aufgebrachten zweiten Grundlackschicht 1.2 auch der Glanzgrad
durch Aufbringen der ersten Lackschicht 1.3 verändert wird.
[0035] Die Oberfläche der Mosaikfliesen 3.1 und 3.2 hat nun einen Wert von beispielsweise
60 - 90 Glanzeinheiten, während der Glanzgrad an den Zwischenräumen 3.3 beispielsweise
nur 20 bis 40 Glanzeinheiten beträgt.
[0036] Optional kann der Glanzgrad an den Zwischenräumen 3.3 auch durch eine weitere Lackschicht
abgesenkt werden, die abschließend durch eine weitere digitale Druckeinrichtung mit
einem transparenten, UV-härtenden Lack in die abgesenkten Zwischenräume gedruckt wird.
Dann werden mehr als nur zwei Lackschichten zur Einstellung des Glanzgrades aufgebracht.
[0037] Zum Aufdrucken einer eher matteren Lackschicht werden Tröpfchengrößen von 3-6 pL
verwendet, die innerhalb von 0,5 - 2 sec. nach dem Auftreffen auf der Oberfläche mittels
UV-LED Strahlung soweit angehärtet werden, dass sie nicht mehr verfließen können.
Dadurch entsteht in diesen Bereichen eine Oberflächenstruktur, die das auftreffende
Licht nicht mehr gerade reflektiert. Der Glanzgrad ist damit auf Werte von 30 Glanzeinheiten
und weniger abgesenkt.
[0038] Die zweite Lackschicht kann bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wahlweise einen höheren
oder niedrigeren Glanzgrad als die erste Lackschicht besitzen. Das Einstellen des
Glanzgrades kann beispielsweise über folgende Verfahren erfolgen:
Variante 1:
[0039] Matte Bereiche durch die erste Lackschicht bestehen aus vorher (analog oder digital)
aufgetragenem mattem Lack, beispielsweise mit Mattierungsmitteln oder durch eine Excimer-Mattierung.
Glänzende Bereiche der zweiten Lackschicht bestehen aus durch digitale Druckköpfe
aufgetragenem Lack, der aus einer Vielzahl von einzelnen Tröpfchen gebildet wird,
was eine abschnittsweise sehr glatte Oberfläche und damit einen hohen Glanzgrad ergibt.
Dabei haben die Tröpfchen eine Größe von mindestens 6 pL, und die Aushärtung erfolgt
erst nach einer Verlaufsphase von mindestens 1 sec, bevorzugt erst nach mehr als 5
sec.
Variante 2:
[0040] Die glänzenden Bereiche der ersten Lackschicht bestehen aus vorher (analog oder digital)
aufgetragenem glänzenden Lack, matte Bereiche der zweiten Lackschicht bestehen aus
digital aufgetragenem Lack aus einer Vielzahl kleinster Tröpfchen mit einer Tröpfchengröße
von kleiner als 8 pL, bevorzugt kleiner als 3 pL, welche innerhalb von weniger als
3 sec nach dem Auftragen, bevorzugt weniger als 1 sec nach dem Auftrag, mindestens
teilweise ausgehärtet werden.
[0041] Die Aushärtung erfolgt bei beiden Varianten bevorzugt durch eine UV-LED Lampe, die
in Durchlaufrichtung innerhalb von weniger als 100 mm nach den Digitaldruckköpfen
angeordnet ist, welche die Vielzahl der Tröpfchen auf die Oberfläche auftragen.
[0042] Für die Herstellung einer matten Lackschicht können dem Lack Mattierungsmittel zugesetzt
werden, beispielsweise PE-Wachse oder Kieselsäuren. Der Anteil der Mattierungsmittel
an dem Lack kann zwischen 2% bis 6%, insbesondere 3% bis 5% (Gewichtsprozent) liegen.
[0043] Die unterschiedlichen Ausführungsbeispiele der Figuren 1 und 3 können im Hinblick
auf den Auftrag und die Strukturierung einer Schicht beliebig miteinander kombiniert
werden. Auch die Anzahl der Schichten auf dem Werkstück ist frei wählbar, je nachdem,
welche Oberflächenstruktur mit dem Verfahren erzeugt werden soll.
[0044] In alternativen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens können die verwendeten
Lacke an Stelle von acrylat-haltigen, UV-härtenden Lacken durch wässrige oder lösemittelhaltige
Lacke ersetzt werden. In diesem Fall werden die Schritte zur UV-Trocknung mittels
UV-LED oder UV-Bogenlampe durch jeweils eine physikalische Trocknung mittels Heißluft
oder IR-Strahlern oder einer Kombination von beiden ersetzt.
[0045] In
Figur 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel eines beschichteten plattenförmigen Werkstückes
4.1 gezeigt.
[0046] Ein Werkstück 4.1, beispielsweise eine Platte aus einem Holzwerkstoff mit einer Breite
von 200 bis 2000 mm und einer Länge zwischen 500 und 3000 mm sowie einer Dicke zwischen
8 mm und 18 mm wird einer Beschichtungsstation zugeführt. Das Werkstück 4.1 ist bereits
mit einem Dekorbild, wie einer Holznachbildung, z.B. einem Eiche-Dekor, bedruckt.
[0047] In der Beschichtungsstation wird optional eine glatte Zwischenlackschicht 4.2, wie
ein Haftgrund oder Primer aufgebracht. Anschließend wird mittels einer lasergravierten
Gummiwalze eine strahlenhärtende, transparente erste Lackschicht 4.3 von 100 bis 200
g/m
2 auf das Werkstück 4.1 aufgetragen, wobei durch die Gravur in der Gummiwalze die Struktur
einer groben Holzpore auf der Oberfläche entsteht. Die Höhenunterschiede zwischen
den "Porentälern" und den Erhöhungen, also die Dickenunterschiede der ersten Lackschicht
4.3, betragen zwischen 150 µm und 300 µm (Mikrometer) und bilden eine grobe Strukturierung
aus. Anschließend wird der aufgetragene Lack mit einer UV-Lampe ausgehärtet. In einer
alternativen Ausführungsform kann nach dem Aushärten ein dekoratives Bild 4.4 mit
Hilfe eines Digitaldruckers mit einem 4-Farbendruck auf die so strukturierte Fläche
aufgedruckt werden, wenn vor der Beschichtung noch kein Bild auf dem Werkstück war.
In diesem Fall kann die Lackschicht 4.3 auch eingefärbt sein, beispielsweise weiß.
[0048] Auf die jetzt ausgehärtete Lackschicht 4.3 mit oder ohne der farbigen Dekordruckschicht
4.4 wird in einer weiteren Beschichtungsstation mittels einer glatten Gummiwalze eine
weitere flüssige Lackschicht 4.5 aufgetragen. Anschließend wird das Werkstück einer
digitalen Druckstation 4.6 zugeführt, wo in die noch flüssige Lackschicht 4.5 nach
einer digitalen Bildvorlage eine Vielzahl von Tröpfchen 4.7 aufgebracht wird, die
die noch flüssige Lackschicht 4.5 mit einer feinen Strukturierung versehen. Dabei
ist die digitale Bildvorlage auf das vorher aufgedruckte Dekorbild, beispielsweise
Eiche rustikal, so abgestimmt, dass die optisch erkennbaren Bildbestandteile, wie
ein Astloch, oder ein schwarz gedruckter Riss im Holz, genau räumlich übereinstimmen
mit der in die flüssige Pore gedruckten Struktur. Damit kann der Endnutzer das optisch
gedruckte Astloch auch fühlen. Gleichzeitig liegt über allem aber auch noch die sehr
tiefe und grobe Struktur aus der Lackschicht 4.3, die den rustikalen Charakter der
Eichennachbildung hervorhebt.
[0049] Abschließend erfolgt die Beschreibung bevorzugter Aspekte der Erfindung.
[0050] Ein erster Aspekt der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines dekorativen
Werkstückes mit einer strukturierten Oberfläche mit folgenden Schritten:
- A Zuführung des Werkstückes zu einer Beschichtungsstation;
- B vollflächiger Auftrag eines ersten flüssigen Lackes mit einer groben Strukturierung,
bei der ein Dickenunterschied zwischen dickeren Bereichen und dünneren Bereichen mindestens
50 µm, insbesondere mindestens 100 µm beträgt;
- C mindestens teilweise Aushärtung des aufgetragenen ersten Lackes;
- D Aufbringen eines Dekorbildes durch mehrfarbigen Druck vor Schritt B oder nach Schritt
C;
- E Aufbringen eines zweiten flüssigen, zumindest teilweise transparenten Lackes zum
bereichsweise Erzeugen einer feinen Strukturierung;
- F Aushärten des zweiten Lackes, wobei der Dickenunterschied im Bereich der feinen
Strukturierung an der zweiten Lackschicht kleiner 50 µm, insbesondere kleiner 30 µm
ist.
[0051] Ein zweiter Aspekt des Verfahrens entsprechend des vorhergehenden Absatzes besteht
darin, dass der Glanzgrad im Bereich der feinen Strukturierung um mindestens 10 Glanzeinheiten
unterschiedlich ist als in der groben Strukturierung.
[0052] Ein dritter Aspekt des Verfahrens entsprechend einem der beiden vorhergehenden Absätze
besteht darin, dass der Auftrag des ersten Lackes mit mindestens einer Druckwalze
erfolgt, die an einer Oberfläche des Werkstückes abrollt.
[0053] Ein vierter Aspekt des Verfahrens entsprechend einem der drei vorhergehenden Absätze
besteht darin, dass der Auftrag des zweiten Lackes durch mindestens einen digitalen
Druckkopf erfolgt.
[0054] Ein fünfter Aspekt des Verfahrens entsprechend einem der vier vorhergehenden Absätze
besteht darin, dass das Material für den ersten und den zweiten Lack identisch ist.
[0055] Ein sechster Aspekt des Verfahrens entsprechend einem der fünf vorhergehenden Absätze
besteht darin, dass zur Erzeugung der zweiten Lackschicht zunächst ein flüssiger Lack
aufgebracht wird und dann Lacktröpfchen der zweiten Lackschicht in das noch flüssige
Material zur Erzeugung einer feinen Strukturierung aufgespritzt werden.
[0056] Ein siebter Aspekt des Verfahrens entsprechend dem vorhergehenden Absatz besteht
darin, dass die Lacktröpfchen aus dem gleichen Material wie die flüssige Schicht bestehen.
[0057] Ein achter Aspekt des Verfahrens entsprechend einem der beiden vorhergehenden Absätze
besteht darin, dass das Aufbringen einer Vielzahl von Lacktröpfchen in die noch flüssige
Lackschicht mit digitalen Druckköpfen erfolgt, wobei jedes Lacktröpfchen ein Volumen
von weniger als 10 pL hat, und die Geschwindigkeit jedes Lacktröpfchens beim Auftreffen
auf die noch flüssige Lackschicht größer als 1 m/sec ist.
[0058] Ein neunter Aspekt des Verfahrens entsprechend dem sechsten Aspekt besteht darin,
dass die Lacktröpfchen aus einem anderen Material bestehen als der flüssige Lack und
nach dem Auftreffen eine chemische Reaktion mit dem flüssigen Lack eingehen, die die
Oberfläche an den Stellen optisch und/oder haptisch verändert.
[0059] Ein zehnter Aspekt des Verfahrens entsprechend dem sechsten Aspekt besteht darin,
dass die Lacktröpfchen aus einem anderen Material bestehen als der flüssige Lack und
nach einer physikalischen Reaktion durch das Auftreffen auf den flüssigen Lack sich
innerhalb von weniger als 5 Minuten durch Verdunsten verflüchtigen.
[0060] Ein elfter Aspekt des Verfahrens entsprechend einem der vorhergehenden Aspekte besteht
darin, dass zwischen dem Werkstück und der ersten Lackschicht noch mindestens ein
Auftrag einer Zwischenbeschichtung erfolgt.
[0061] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Durchführung des zuvor
beschriebenen Verfahrens mit:
einer Beschichtungsstation A und einer Einrichtung zur Zuführung des Werkstückes zu
der Beschichtungsstation;
einer ersten Druckstation B zum vollflächigen Auftrag eines ersten flüssigen Lackes
auf das Werkstück mit einer groben Strukturierung, bei der ein Dickenunterschied zwischen
dickeren Bereichen und dünneren Bereichen mindestens 50 µm, insbesondere mindestens
100 µm beträgt;
einer Station C zum zumindest teilweisen Aushärten des ersten Lackes;
einer Station D zum Aufbringen eines zweiten flüssigen, zumindest teilweise transparenten
Lackes zum bereichsweisen Erzeugen einer feinen Strukturierung, und einer Station
E zum Aushärten des zweiten Lackes, wobei
der Dickenunterschied im Bereich der feinen Strukturierung an der zweiten Lackschicht
kleiner 50 µm, insbesondere kleiner 30 µm ist.
[0062] Ein weiterer Aspekt der Erfindung ist ein Werkstück, insbesondere ein plattenförmiges
Werkstück aus einem Holzwerkstück, einem Trägermaterial, auf dem mindestens ein Dekorbild
gedruckt ist, und mindestens einer Lackschicht mit einer groben Strukturierung, bei
der ein Dickenunterschied zwischen dickeren Bereichen und dünneren Bereichen mindestens
50 µm, insbesondere mindestens 100 µm beträgt, und mindestens einer zweiten Lackschicht
aus einem zumindest teilweise transparenten Material mit einer feinen Strukturierung,
bei der der Dickenunterschied kleiner 50 µm, insbesondere kleiner 30 µm ist.
[0063] Ein weiterer Aspekt des Werkstückes ist, dass die erste Lackschicht eine Schichtdicke
zwischen 100 bis 500 µm besitzt.
[0064] Ein dritter Aspekt des Werkstückes nach einem der beiden vorangegangenen Absätze
ist, dass die zweite Lackschicht eine Schichtdicke zwischen 10 bis 100 µm besitzt.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 1.0
- Werkstück
- 1.1
- erste Grundschicht
- 1.2
- zweite Grundschicht
- 1.3
- digital aufgespritzte Tröpfchen
- 1.4
- erste Lackschicht
- 1.5
- zweite Lackschicht
- 2.4
- gemaserte Holzbereiche
- 2.5
- Holzpore
- 3.0
- Werkstück
- 3.1
- helle Mosaikfliesen
- 3.2
- dunklere Mosaikfliesen
- 3.3
- Zwischenräume
- 4.1
- Werkstück
- 4.2
- Zwischenlackschicht, z.B. Haftgrund / Primer
- 4.3
- analog aufgetragener Strukturlack
- 4.4
- digitaler Dekordruck
- 4.5
- flüssige Lackschicht
- 4.6
- digitale Druckstation
- 4.7
- Tröpfchen
1. Verfahren zur Herstellung eines dekorativen Werkstückes mit einer strukturierten Oberfläche
mit folgenden Schritten:
(B) vollflächiger Auftrag eines ersten flüssigen Lackes mit einer groben Strukturierung,
bei der ein Dickenunterschied zwischen dickeren Bereichen und dünneren Bereichen mindestens
50 µm, insbesondere mindestens 100 µm beträgt;
(E) Aufbringen eines zweiten flüssigen, zumindest teilweise transparenten Lackes zum
bereichsweisen Erzeugen einer feinen Strukturierung.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
der Glanzgrad im Bereich der feinen Strukturierung um mindestens 10 Glanzeinheiten
unterschiedlich ist als in der groben Strukturierung.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der Auftrag des ersten Lackes mit mindestens einer Druckwalze erfolgt, die an einer
Oberfläche des Werkstückes abrollt, und/oder dass
ein Schritt (A) vorgesehen ist, in dem eine Zuführung des Werkstückes zu einer Beschichtungsstation
durchgeführt wird, und/oder dass
ein Schritt (C) vorgesehen ist, in dem eine mindestens teilweise Aushärtung des aufgetragenen
ersten Lackes durchgeführt wird, und/oder dass
ein Schritt (F) vorgesehen ist, in dem ein Aushärten des zweiten Lackes durchgeführt
wird, wobei der Dickenunterschied im Bereich der feinen Strukturierung an der zweiten
Lackschicht kleiner 50 µm, insbesondere kleiner 30 µm ist.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Auftrag des zweiten Lackes durch mindestens einen digitalen Druckkopf erfolgt.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Material für den ersten und den zweiten Lack identisch ist.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
zur Erzeugung der zweiten Lackschicht zunächst ein flüssiger Lack aufgebracht wird
und dann Lacktröpfchen der zweiten Lackschicht in das noch flüssige Material zur Erzeugung
einer feinen Strukturierung aufgespritzt werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lacktröpfchen aus dem gleichen Material wie die flüssige Schicht bestehen.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass
das Aufbringen einer Vielzahl von Lacktröpfchen in die noch flüssige Lackschicht mit
digitalen Druckköpfen erfolgt, wobei jedes Lacktröpfchen ein Volumen von weniger als
10 pL hat, und die Geschwindigkeit jedes Lacktröpfchens beim Auftreffen auf die noch
flüssige Lackschicht größer als 1 m/sec ist.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die Lacktröpfchen aus einem anderen Material bestehen als der flüssige Lack und nach
dem Auftreffen eine chemische Reaktion mit dem flüssigen Lack eingehen, die die Oberfläche
an den Stellen optisch und/oder haptisch verändert.
10. Verfahren nach Anspruch 6 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass
die Lacktröpfchen aus einem anderen Material bestehen als der flüssige Lack und nach
einer physikalischen Reaktion durch das Auftreffen auf den flüssigen Lack sich innerhalb
von weniger als 5 Minuten durch Verdunsten verflüchtigen.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Werkstück und der ersten Lackschicht noch mindestens ein Auftrag einer
Zwischenbeschichtung erfolgt, und/oder dass
ein weiterer Schritt (D) vorgesehen ist in dem ein Aufbringen eines Dekorbildes durch
einen mehrfarbigen Druck vor Schritt (B) oder nach Schritt (C) durchgeführt wird.
12. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
mit:
(B) einer ersten Beschichtungsstation zum vollflächigen Auftrag eines ersten flüssigen
Lackes auf das Werkstück mit einer groben Strukturierung, bei der ein Dickenunterschied
zwischen dickeren Bereichen und dünneren Bereichen mindestens 50 µm, insbesondere
mindestens 100 µm beträgt;
(D) einer Station zum Aufbringen eines zweiten flüssigen, zumindest teilweise transparenten
Lackes zum bereichsweisen Erzeugen einer feinen Strukturierung.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, weiterhin aufweisend:
eine Aufbringungsvorrichtung, die dazu ausgebildet ist, ein Dekorbild auf Werkstück
und/oder eine der aufgetragenen Lackschichten aufzutragen, wobei
die Aufbringungsvorrichtung insbesondere einen Mehrfarb-Digitaldrucker aufweist, und/oder
eine Beschichtungsstation und/oder eine Einrichtung zur Zuführung des Werkstückes
zu der Beschichtungsstation, und/oder
eine Station zum zumindest teilweisen Aushärten des ersten Lackes, und/oder
eine Station zum Aushärten des zweiten Lackes, wobei der Dickenunterschied im Bereich
der feinen Strukturierung an der zweiten Lackschicht kleiner 50 µm, insbesondere kleiner
30 µm ist.
14. Werkstück, insbesondere plattenförmiges Werkstück aus
einem Holzwerkstück, einem Trägermaterial, auf dem mindestens ein Dekorbild gedruckt
ist, und mindestens einer Lackschicht mit einer groben Strukturierung, bei der ein
Dickenunterschied zwischen dickeren Bereichen und dünneren Bereichen mindestens 50
µm, insbesondere mindestens 100 µm beträgt, und mindestens einer zweiten Lackschicht
aus einem zumindest teilweise transparenten Material mit einer feinen Strukturierung,
bei der der Dickenunterschied kleiner 50 µm, insbesondere kleiner 30 µm ist.
15. Werkstück nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Lackschicht eine Schichtdicke zwischen 100 bis 500 µm besitzt, und/oder
dass
die zweite Lackschicht eine Schichtdicke zwischen 10 bis 100 µm besitzt.