[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Hörgerät mit einem Gehäuse, sowie mit einem in
das Gehäuse einsetzbaren Rahmen, zur Halterung von Hörgerätekomponenten.
[0002] Ein Hörgerät dient der Versorgung einer hörgeschädigten Person mit akustischen Umgebungssignalen,
die zu einer Kompensation der jeweiligen Hörschädigung entsprechend verarbeitet und
insbesondere verstärkt werden. Ein Hörgerät umfasst hierzu üblicherweise einen Eingangswandler,
beispielsweise in Form eines Mikrofons, eine Signalverarbeitungseinheit mit einem
Verstärker, sowie einen Ausgangswandler. Der Ausgangswandler ist in der Regel als
Miniaturlautsprecher realisiert und wird auch als Hörer oder Receiver bezeichnet.
Er erzeugt insbesondere akustische Ausgabesignale, die zum Gehör des Patienten geleitet
werden und bei diesem die gewünschte Hörwahrnehmung erzeugen.
[0003] Um den zahlreichen individuellen Bedürfnissen entgegenzukommen, werden unterschiedliche
Bauformen von Hörgeräten angeboten. Bei BTE-Hörgeräten (Behind-The-Ear, auch Hinter-dem-Ohr
bzw. HdO) wird ein Gehäuse mit Komponenten wie einer Batterie und der Signalverarbeitungseinheit
hinter dem Ohr getragen. Je nach Ausgestaltung kann der Receiver entweder direkt im
Gehörgang des Trägers angeordnet sein (sogenannte Ex-Hörer-Hörgeräte oder Receiver-in-the-Canal
(RIC)-Hörgeräte). Alternativ ist der Receiver innerhalb des Gehäuses selbst angeordnet
und ein flexibler, auch als Tube bezeichneter Schallschlauch leitet die akustischen
Ausgabesignale des Receivers vom Gehäuse zum Gehörgang (Schlauch-Hörgeräte). Bei ITE-Hörgeräten
(In-the-Ear, auch IDO bzw. In-dem-Ohr) wird ein Gehäuse, welches sämtliche funktionale
Komponenten einschließlich des Mikrofons und des Receivers enthält, zumindest teilweise
im Gehörgang getragen. CIC-Hörgeräte (Completely-in-Canal) sind den ITE-Hörgeräten
ähnlich, werden jedoch vollständig im Gehörgang getragen.
[0004] In einer herkömmlichen Bauform umfasst ein BTE-Hörgerät beispielsweise eine hinter
dem Ohr eines Anwenders getragene Gehäuseschale, die häufig aus zwei Halbschalen zusammengesetzt
ist, wobei in der Gehäuseschale ein Rahmen ("Frame") aufgenommen ist, durch den die
Hörgerätekomponenten gehalten sind. Die Hörgerätekomponenten können hierdurch im Ganzen
in die Gehäuseschale eingesetzt werden. Ein Hörgerät mit einer solchen Gehäuseschale
und einem Rahmen ist beispielsweise aus der
DE 10 2007 010 014 B4 bekannt. Dabei ist der Rahmen in Längsrichtung in zwei annähernd flächige Rahmenteile
unterteilt, wobei die Hörgerätekomponenten im Wesentlichen zwischen den beiden Rahmenteilen
angeordnet und gehalten sind. In einer Weiterentwicklung eines solchen Rahmens ist
gemäß der
WO 2014/090419 A1 eine Antenne zur Übertragung von elektromagnetischen Wellen in Form einer elektrisch
leitenden Struktur in den Rahmen integriert.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Hörgerät mit einem in einer Gehäuseschale
aufgenommenen Rahmen zur Halterung von Hörgerätekomponenten anzugeben, wobei der Rahmen
besonders rationell herstellbar ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Weiterhin
wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 2. Vorteilhafte
Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden Beschreibung
dargelegt.
[0007] Das erfindungsgemäße Hörgerät umfasst eine Gehäuseschale, sowie einen in die Gehäuseschale
einsetzbaren Rahmen zur Halterung von Hörgerätekomponenten, insbesondere zur Halterung
eines Mikrofons, sowie einer Signalverarbeitung und einem Verstärker. Der Rahmen umfasst
zwei Rahmenteile, die in an sich herkömmlicher Weise im Wesentlichen entlang einer
Teilungsebene zusammensetzbar oder zusammengesetzt sind. Als "Teilungsebene" ist dabei
eine gedachte Ebene bezeichnet, die zwischen den beiden Rahmenteilen liegt, so dass
das eine Rahmenteil weitgehend auf der einen Seite der Teilungsebene liegt, während
das andere Rahmenteil weitgehend auf der anderen Seite der Teilungsebene liegt. Die
Bezeichnung "im Wesentlichen" bezieht sich dabei darauf, dass es auch im Rahmen der
Erfindung liegt, wenn zwei aufeinander treffende Verbindungsränder der beiden Rahmenteile
nicht oder nicht vollständig in der Teilungsebene liegen. Im zusammengesetzten Zustand
können einzelne Abschnitte eines Rahmenteils also auch über die (gedachte) Teilungsebene
hinausstehen. Erfindungsgemäß sind die beiden Rahmenteile mit Hilfe eines Verbindungs-Clips
mechanisch miteinander verbindbar oder verbunden. Der Begriff "mechanisch miteinander
verbunden" beinhaltet dabei, dass sowohl die Verbindung zwischen den beiden Rahmenteilen
als auch die Verbindung des Verbindungs-Clips mit den beiden Rahmenteilen zerstörungsfrei
lösbar ist. Bei dem Verbindungs-Clip handelt es sich insbesondere um ein von den beiden
Rahmenteilen separates (d.h. losgelöstes) Bauteil.
[0008] In einer ersten Variante der Erfindung umfasst der Verbindungs-Clip zwei Stifte (auch
"Zapfen"), die mit Abstand zueinander und dabei parallel zueinander angeordnet sind.
Bestimmungsgemäß, d.h. im korrekt zusammengesetzten Zustand der beiden Rahmenteile
und des Verbindungs-Clips greifen die beiden Stifte in zwei entsprechende Ausnehmungen
(auch: "Vertiefungen") in den jeweiligen Rahmenteilen ein - wobei eine Ausnehmung
in dem einen Rahmenteil angeordnet ist, während die andere Ausnehmung in dem anderen
Rahmenteil angeordnet ist. Die beiden Stifte umgreifen hierdurch zwei zwischen den
beiden Stiften liegende Abschnitte der jeweiligen Rahmenteile nach Art einer Klammer,
so dass die beiden Abschnitte - und hierdurch die beiden Rahmenteile insgesamt - quer
zu der Teilungsebene formschlüssig zusammen gehalten sind. Der Begriff "form-schlüssig"
bezieht sich darauf, dass die beiden Stifte für die beiden Rahmenteile jeweils einen
außenseitigen Anschlag bilden, der verhindert, dass sich die beiden Rahmenteile in
Querrichtung zu der Teilungsebene auseinander bewegen können.
[0009] In einer zweiten Variante der Erfindung ist umgekehrt vorgesehen, dass von jedem
Rahmenteil ein Stift abragt, wobei die Stifte beider Rahmenteile in entsprechende
Ausnehmungen in dem Verbindungs-Clip eingreifen, so dass wiederum die beiden Rahmenteile
quer zu der Teilungsebene formschlüssig zusammen gehalten sind.
[0010] Die Erfindung basiert auf der Erkenntnis, dass durch die in dem Rahmen gehaltenen
Hörgerätekomponenten, sowie insbesondere durch eine zwischen den beiden Rahmenteilen
eingesetzte Batterie, eine Kraft auf die beiden Rahmenteile wirkt, die die beiden
Rahmenteile entgegen ihres Zusammenbaus auseinander drückt. Diese Kraft ist dabei
insbesondere exakt oder zumindest annähernd orthogonal zu der Teilungsebene ausgerichtet,
entlang derer die beiden Rahmenteile zusammengesetzt sind.
[0011] Der erfindungsgemäße Verbindungs-Clip wirkt dieser Kraft durch die Klammerwirkung
der beiden Stifte (bei der ersten Erfindungsvariante) bzw. durch die Klammerwirkung
der Ausnehmungen (bei der zweiten Erfindungsvariante) vorteilhafterweise auf einfache
aber effektive Weise entgegen, so dass die Rahmenteile vorteilhafterweise besonders
stabil und zuverlässig miteinander verbunden sind. Der Verbindungs-Clip ist zudem
sehr einfach zu montieren, und stellt daher eine einfach zu realisierende Lösung dar,
die Montierbarkeit und Stabilität des Rahmens zu verbessern. Zudem ist der Verbindungs-Clip
vergleichsweise einfach zu demontieren, so dass der Rahmen vorteilhafterweise zur
Wartung oder Reparatur der gehaltenen Hörgerätekomponenten einfach und insbesondere
zerstörungsfrei geöffnet werden kann. Der Rahmen ist mithin vorteilhafterweise wiederverwendbar.
[0012] In einer vorteilhafterweise besonders kompakten Ausführungsform umfasst der Verbindungs-Clip
vorzugsweise einen als flaches Formteil ausgeführten Rücken, von dem die beiden Stifte
an einer Flachseite abragen. Um die platzsparende Ausgestaltung weiterhin zu unterstützen,
liegt der Verbindungs-Clip (und somit gegebenenfalls auch der vorstehend beschriebene
Rücken) in seinem Montagezustand vorzugsweise in einer in die beiden Rahmenteile eingeformten
Aufnahme ein, die komplementär zu dem Verbindungs-Clip ausgeformt ist. Insbesondere
liegt der Verbindungs-Clip vollständig in der Aufnahme ein, d.h. er ragt über eine
die Ausnahme umgebenden Oberfläche nicht hinaus. Der Verbindungs-Clip ist somit in
den beiden Rahmenteilen versenkt, und benötigt daher vorteilhafterweise keinen zusätzlichen
Bauraum.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform umfasst der Verbindungs-Clip einen Griff, der
im Zuge der Montage des Verbindungs-Clips an einer dafür vorgesehenen Sollbruchstelle
abtrennbar ist. Der Verbindungs-Clip wird in dieser Ausführungsform zunächst mit den
beiden Stiften in die dafür vorgesehenen Ausnehmungen eingesetzt. Anschließend wird
der Griff an der Sollbruchstelle abgetrennt. In dieser Ausführungsform vereint der
Verbindungs-Clip in vorteilhaft einfacher Weise eine gute Handhabbarkeit bei der Montage
mit einem geringen Bauraumbedarf im montierten Zustand.
[0014] Die Stifte oder Zapfen, sowie die korrespondierenden Ausnehmungen, sind bevorzugt
im Querschnitt rund ausgeführt. Andere Querschnittsformen sind jedoch auch denkbar.
Die Stifte oder Zapfen liegen insbesondere passgenau in den zugehörigen Ausnehmungen
ein. Zweckmäßigerweise sind die Stifte oder Zapfen vollständig in den jeweils zugehörigen
Ausnehmungen aufgenommen.
[0015] Besonders bevorzugt ist der Verbindungs-Clip aus einem Kunststoff gefertigt. Vorteilhafterweise
ist der Verbindungs-Clip hierdurch vergleichsweise kostengünstig herstellbar und somit
auch bei Verlust oder Zerstörung günstig zu ersetzen. Zudem verursacht Kunststoff
vorteilhafterweise keine Interferenzen bei einer drahtlosen Datenübertragung, wie
sie bei Hörgeräten meist eingesetzt ist. Der Verbindungs-Clip zeigt sich hierdurch
vorteilhaft gegenüber herkömmlicherweise oft zur Verbindung der Rahmenteile eingesetzten
Schrauben, die typischerweise aus Metall hergestellt sind.
[0016] In einer Weiterbildung der Erfindung ist mindestens eines der beiden Rahmenteile,
vorzugsweise sind beide Rahmenteile, mit einer integrierten Leiterstruktur gefertigt,
wobei das oder jedes Rahmenteil insbesondere als ein MID-Teil gefertigt ist (MID:
"Molded Interconnect Devices" - spritzgegossener Schaltungsträger).
[0017] Für einen mit einer Leiterstruktur versehenen Rahmen zeigt sich die erfindungsgemäße
Verbindungstechnik als besonders vorteilhaft: Durch die integrierte Leiterstruktur,
insbesondere durch die MID-Technologie, ist der Rahmen im Vergleich zu herkömmlichen
Rahmen ohne integrierte Leiterstruktur teurer in der Herstellung, so dass eine zerstörungsfreie
Demontage des Rahmens zu Wartungs- und Reparaturzwecken besonders essenziell ist.
Das für die Herstellung des Verbindungs-Clips eingesetzte Material, insbesondere der
dafür eingesetzte Kunststoff, weist zweckmäßigerweise günstigere mechanische Eigenschaften
als ein Kunststoff mit integrierter Elektronik auf. Daher ist es von besonderem Vorteil,
dass die in Querrichtung aufzunehmende mechanische Belastung hauptsächlich durch den
(mechanisch stabileren) Verbindungs-Clip aufgenommen wird. Da der Verbindungs-Clip
ein von den beiden Rahmenteilen separates Teil ist, kann vorteilhafterweise besonders
einfach zur Herstellung des Verbindungs-Clips ein Material gewählt werden, das sich
von dem Rahmenmaterial unterscheidet. Dies ist bei einem Rahmen mit integrierter Leiterstruktur
insbesondere auch so vorgesehen.
[0018] Vorzugsweise ist in mindestens eines der Rahmenteile, bevorzugt in beide Rahmenteile,
eine RF-Antenne (RF: "Radio Frequency") integriert. Die RF-Antenne ist dabei bevorzugt
als eine in das mindestens eine Rahmenteil integrierte Leiterstruktur ausgeführt.
Die RF-Antenne dient zur Übertragung von Funksignalen, die insbesondere bei einer
Frequenz von 2,4 GHz übertragen werden (wie nach dem Bluetooth-Standard typischerweise
eingesetzt).
[0019] Vorzugsweise umfasst der Verbindungs-Clip zwei Stifte mit einem dazwischen ausgebildeten
Zwischenraum. Es ist im Rahmen der Erfindung jedoch auch möglich, dass der Verbindungs-Clip
mehrere Stifte (und entsprechend mehrere Zwischenräume) aufweist. Weiterhin können
die beiden Rahmenteile des Rahmens auch mit Hilfe von mehreren Verbindungs-Clips aneinander
fixiert sein. Darüber hinaus kann der Rahmen auch aus mehr als zwei Rahmenteilen mit
Hilfe von jeweils zugeordneten Verbindungs-Clips zusammengesetzt sein.
[0020] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in einer Explosionsdarstellung einen in eine Hörgeräteschale einsetzbaren Rahmen,
umfassend zwei Rahmenteile, die mit einem Verbindungs-Clip mechanisch miteinander
verbunden werden, und
- Fig. 2
- in einer perspektivischen Einzeldarstellung den Verbindungs-Clip gemäß Fig. 1.
[0021] Einander entsprechende Teile und Größen sind in allen Figuren stets mit gleichen
Bezugszeichen versehen.
[0022] In Fig. 1 ist ein Rahmen 1 ("Frame") eines Hörgeräts gezeigt, der in an sich herkömmlicher
Weise in ein Gehäuse (hier nicht dargestellt) des Hörgeräts einsetzbar ist. Bei dem
Hörgerät handelt es sich insbesondere um ein BTE-Hörgerät (Behind-The-Ear), bei dem
das Gehäuse hinter dem Ohr eines Anwenders getragen wird. Beispielhaft ist das Hörgerät
als ein RIC-Hörgerät ("Receiver-in-the-Canal"-Hörgerät oder Ex-Hörer-Hörgerät) ausgebildet,
bei dem ein Hörer ("Receiver", Miniaturlautsprecher) des Hörgeräts im Gehörgang des
Anwenders angeordnet ist.
[0023] Der Rahmen 1 dient dazu, die typischerweise in dem Gehäuse aufgenommenen Hörgerätekomponenten,
wie z.B. Mikrofone und Signalverarbeitung, zu halten, so dass diese in einer fixen
Relativposition zueinander in dem Gehäuse aufgenommen sind. Die aufgenommenen Hörgerätekomponenten
sind zu Vereinfachungszwecken hier nicht dargestellt.
[0024] Ein derartiger Rahmen zur Halterung von Hörgerätekomponenten ist prinzipiell beispielsweise
aus der
DE 10 2007 010 014 B4 oder der
WO 2014/090419 bekannt, so dass auf den Aufbau des Rahmens 1 nur insoweit eingegangen wird, als
die Erfindung betroffen ist.
[0025] Der Rahmen 1 umfasst ein erstes Rahmenteil 3, sowie ein zweites Rahmenteil 4, wobei
beide Rahmenteile 3,4 als etwa halbschalenartige Formteile ausgeführt sind, die entlang
einer Teilungsebene 5 (die gemäß der hier gewählten Darstellung in etwa senkrecht
zur Zeichenebene steht) zu dem Rahmen 1 zusammensetzbar sind. Die beiden Rahmenteile
3,4 stoßen dabei mit korrespondierenden Verbindungsrändern 6,7 aneinander, die in
der dargestellten Ausführungsform zumindest annähernd in der (gedachten) Teilungsebene
5 liegen.
[0026] Im Ausführungsbeispiel sind die beiden Rahmenteile 3,4 jeweils als MID-Teil gefertigt,
d.h. die beiden Rahmenteile 3,4 sind als spritzgegossene Schaltungsträger ("Molded
Interconnect Device", kurz MID) ausgeführt. Demnach ist eine elektrische Leiterstruktur
im Zuge der Herstellung der Rahmenteile 3,4 in diese integriert. Die elektrische Leiterstruktur
bildet eine RF-Antenne, die zur Übertragung von Funksignalen nach dem Bluetooth-Standard
eingerichtet ist. Die RF-Antenne ist somit zur Übertragung von Funksignalen bei einer
Frequenz von 2,4 GHz ausgebildet und eingerichtet.
[0027] Die übrigen von dem Rahmen 1 gehaltenen Hörgerätekomponenten sind im Wesentlichen
zwischen den beiden Rahmenteilen 3,4 gehalten und durch diese geschützt. Wie der Darstellung
zu entnehmen ist, ergänzen sich im zusammengesetzten Zustand der beiden Rahmenteile
3,4 insbesondere zwei einander gegenüberliegende Aussparungen 8,9 in den beiden Rahmenteilen
3,4 zu einer Batterieaufnahme 10.
[0028] Die bestimmungsgemäß in die Batterieaufnahme 10 eingesetzte Batterie (hier nicht
dargestellt) ist in etwa in der Teilungsebene 5 liegend angeordnet. Die eingesetzte
Batterie neigt dazu, die Rahmenteile 3,4 in einer Richtung auseinander zu spreizen,
die in etwa quer zu der Teilungsebene 5 liegt. Mit anderen Worten übt die unter mechanischer
Spannung eingesetzte Batterie jeweils eine durch einen Pfeil angedeutete Querkraft
F (auch seitliche Kraft) auf die beiden Rahmenteile 3,4 aus, die in etwa senkrecht
zu der Teilungsebene 5 ausgerichtet ist.
[0029] Um der Querkraft F entgegenzuwirken ist zur Verbindung der beiden Rahmenteile 3,4
ein in Fig. 2 im Detail gezeigter Verbindungs-Clip 20 eingesetzt. Der Verbindungs-Clip
20 ist als Formteil aus Kunststoff gefertigt. Der Verbindungs-Clip 20 ist somit aus
einem zur Aufnahme der Querkraft F ausreichend starren Material hergestellt.
[0030] Wie in Fig. 2 gezeigt, umfasst der Verbindungs-Clip 20 einen länglichen (hier beispielhaft
flächig ausgedehnten) Griff 22 an dessen ersten Längsende ein ebenfalls länglicher,
flächig ausgedehnter (aber insgesamt kleinerer) Rücken 24 angeformt ist. Der Griff
22 und der Rücken 24 sind hinsichtlich ihrer Flächenausdehnung in etwa orthogonal
zueinander ausgerichtet. Der Griff 22 läuft zu seinem ersten Längsende hin spitz zu,
so dass durch diese Verjüngung zwischen dem Griff 22 und dem Rücken 24 eine Sollbruchstelle
25 gebildet ist.
[0031] Der Rücken 24 weist beispielsweise eine etwa rechteckige Form auf, wobei zwei - in
der Darstellung oben liegende - Ecken abgeschrägt sind. Von der dem Griff 22 abgewandten
Flächenseite des Rückens 24 ragen an beiden Längsenden des Rückens 24 zwei kurze zylinderförmige
Stifte 26,27 (auch "Steckköpfe") ab. Die beiden Stifte 26,27 sind hinsichtlich ihrer
Achsen parallel zueinander in Längserstreckung des Verbindungs-Clips 20 ausgerichtet
und liegen mit dem Griff 22 in einer Ebene. An ihren jeweiligen Freienden sind die
Stifte 26,27 randseitig angefasst. Zwischen den beiden Stiften 26,27 ist ein freier
Zwischenraum 28 ausgebildet. Diejenige Seite an der die beiden Stifte 26,27 angeordnet
sind, ist als Frontseite 29 des Verbindungs-Clips 29 bezeichnet.
[0032] Zur Montage des Verbindungs-Clips 20 sind in die beiden Rahmenteile 3,4 entsprechende
Ausnehmungen 30,31 eingeformt. Wie Fig. 1 zu entnehmen ist, liegen beide Ausnehmungen
30,31 jeweils in einer Innenfläche des jeweiligen Rahmenteils 3,4, die etwa senkrecht
zur Teilungsebene 5 ausgerichtet ist. Die beiden Ausnehmungen 30,31 ergänzen sich
in zusammengesetztem Zustand der beiden Rahmenteile 3,4 zu einer Clip-Aufnahme 32,
die komplementär zu der frontseitigen Außenkontur des Verbindungs-Clips 20 ausgeformt
ist. Entsprechend weisen die Ausnehmungen 30,31 bzw. die zusammengesetzte Clip-Aufnahme
32 eine Form auf, die als Negativ-Form des Rückens 24 inklusive der angeformten Stifte
26,27 ausgeführt ist. Demnach weist jede Ausnehmung 30,31 jeweils eine kreisrunde
Vertiefung 35,36 auf, wobei die beiden Vertiefungen 35,36 hinsichtlich ihrer Anordnung
und Dimensionierung auf die beiden Stifte 26,27 abgestimmt sind. Eine jeweilige Achse
jeder Vertiefung 35,36 ist jeweils parallel zu der Teilungsebene 5 ausgerichtet, wobei
die beiden Achsen (im zusammengesetzten Zustand der beiden Rahmenteile 3,4) parallel
zueinander ausgerichtet sind. Im Bereich der Clip-Aufnahme 32 stoßen in zusammengesetztem
Zustand der beiden Rahmenteile 3,4 ein erster Halteabschnitt 38 des ersten Rahmenteils
3 und ein zweiter Halteabschnitt 39 des zweiten Rahmenteils 4 aneinander. Beide Halteabschnitte
38,39 sind jeweils durch das zwischen den beiden Vertiefungen 35,36 und dem jeweils
zugeordneten Verbindungrand 6,7 liegende Material des jeweils zughörigen Rahmenteils
3,4 gebildet.
[0033] Zur Montage des Rahmens 1 weist das erste Rahmenteil 3 zudem in an sich herkömmlicher
Weise zwei Positionierstifte 40 auf, die in etwa senkrecht zur Flächenausdehnung des
Rahmenteils 3 (also auch etwa senkrecht zur Teilungsebene 5) von dem Rahmenteil 3
abragen, und in entsprechende Öffnungen (hier nicht gezeigt) an dem anderen Rahmenteil
4 eingreifen, so dass die beiden Rahmenteile 3,4 in montiertem Zustand entlang der
Teilungsebene 5 in einer festen Relativposition zueinander ausgerichtet sind.
[0034] Die Montage des Rahmens 1 erfolgt gemäß nachfolgender Beschreibung. Wie in Fig. 1
angedeutet, werden zunächst die beiden Rahmenteile 3,4 mit Hilfe der Positionierstifte
40 aneinander gefügt, so dass die korrespondierenden Verbindungsränder 6,7 der beiden
Rahmenteile 3,4 in etwa in der Teilungsebene 5 liegend aneinander stoßen.
[0035] Anschließend wird der Verbindungs-Clip 20 entlang einer durch einen Pfeil dargestellten
Montagerichtung 42 (die parallel zu der Längserstreckung der beiden Stifte 35,36,
mithin parallel zur jeweiligen Achse der Vertiefungen 35,36 ausgerichtet ist) montiert,
wobei er mit seiner Frontseite 29 passgenau in die dafür vorgesehene Clip-Aufnahme
32 eingesetzt wird. Die beiden Stifte 26,27 werden in etwa zeitgleich in die beiden
jeweils zugeordneten Vertiefungen 35,36 gesteckt, so dass die beiden Halteabschnitte
38,39 in dem Zwischenraum 28 des Verbindungs-Clips 20 zu liegen kommen. Die Stifte
26,27 wirken jeweils in Richtung der Querkraft F als außenseitiger Anschlag für die
beiden Halteabschnitte 38,39. Insbesondere sind die Stifte 26,27 dazu eingerichtet,
die Halteabschnitte 38,39 unter Ausübung einer gewissen Klemmkraft (d.h. unter Vorspannung)
aneinander zu halten. Der Verbindungs-Clip 20 ist durch eine zwischen Verbindungs-Clip
20 und Clip-Aufnahme 32 wirkende Haftreibung verliersicher in der Clip-Aufnahme 32
gehalten. Im eingesetzten Zustand schließt die rückseitige Oberfläche des Rückens
24 mit der die Clip-Aufnahme 32 umgebenden Innenfläche bündig ab.
[0036] Nach dem Einsetzten des Verbindungs-Clips 20 in die Clip-Aufnahme 32 wird der Griff
22 durch Abdrehen oder Abknicken an der Sollbruchstelle 25 von dem Rücken 24 abgetrennt
und entfernt.
[0037] Zur Demontage des Rahmens 1 (beispielsweise um die gehaltenen Hörgerätekomponenten
zu reparieren oder auszutauschen) wir der Verbindungs-Clip 20 auf einfache Weise entgegen
der Montagerichtung 42 wieder aus der Clip-Aufnahme 32 herausgezogen (optional mit
Hilfe eines Werkzeugs), so dass die Rahmenteile 3,4 auseinander genommen werden können.
Der die RF-Antenne tragende Rahmen 1 wird dabei nicht zerstört und kann nach der Wartung
der Hörgerätekomponenten wieder zusammengesetzt werden.
[0038] Die Erfindung wird an den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen besonders
deutlich, ist auf diese Ausführungsbeispiele gleichwohl aber nicht beschränkt. Vielmehr
können weitere Ausführungsformen der Erfindung aus den Ansprüchen und der vorstehenden
Beschreibung abgeleitet werden.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Rahmen
- 3
- Rahmenteil
- 4
- Rahmenteil
- 5
- Teilungsebene
- 6
- Verbindungsrand
- 7
- Verbindungsrand
- 8
- Aussparung
- 9
- Aussparung
- 10
- Batterieaufnahme
- 20
- Verbindungs-Clip
- 22
- Griff
- 24
- Rücken
- 25
- Sollbruchstelle
- 26
- Stift
- 27
- Stift
- 28
- Zwischenraum
- 29
- Frontseite
- 30
- Ausnehmung
- 31
- Ausnehmung
- 32
- Clip-Aufnahme
- 35
- Vertiefung
- 36
- Vertiefung
- 38
- Halteabschnitt
- 39
- Halteabschnitt
- 40
- Positionierstift
- 42
- Montagerichtung
- F
- Querkraft
1. Hörgerät
- mit einem Gehäuse, sowie
- mit einem in das Gehäuse einsetzbaren Rahmen (1) zur Halterung von Hörgerätekomponenten,
wobei der Rahmen (1) zwei im Wesentlichen entlang einer Teilungsebene (5) zusammensetzbare
oder zusammengesetzte Rahmenteile (3,4) umfasst, die mit Hilfe eines Verbindungs-Clips
(20) mechanisch miteinander verbindbar oder verbunden sind,
wobei der Verbindungs-Clip (20) zwei mit Abstand und parallel zueinander angeordnete
Stifte (26,27) aufweist, die in zwei entsprechende Ausnehmungen (35,36) in den jeweiligen
Rahmenteilen (3,4) eingreifen,
so dass die beiden Rahmenteile (3,4) quer zu der Teilungsebene (5) formschlüssig zusammen
gehalten sind.
2. Hörgerät
- mit einem Gehäuse, sowie
- mit einem in das Gehäuse einsetzbaren Rahmen (1) zur Halterung von Hörgerätekomponenten,
wobei der Rahmen (1) zwei im Wesentlichen entlang einer Teilungsebene (5) zusammensetzbare
oder zusammengesetzte Rahmenteile (3,4) umfasst, die mit Hilfe eines Verbindungs-Clips
(20) mechanisch miteinander verbindbar oder verbunden sind,
wobei jedes Rahmenteil (3,4) jeweils einen Stift aufweist, und wobei die beiden Stifte
in entsprechende Ausnehmungen in dem Verbindungs-Clip (30) eingreifen,
so dass die beiden Rahmenteile (3,4) quer zu der Teilungsebene (5) formschlüssig zusammen
gehalten sind.
3. Hörgerät nach Anspruch 1,
wobei der Verbindungs-Clip (20) einen als flaches Formteil ausgeführten Rücken (24)
umfasst, von dem die beiden Stifte (26,27) an einer Flachseite abragen.
4. Hörgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
wobei der Verbindungs-Clip (20) im Montagezustand in einer komplementär zu dem Verbindungs-Clip
(20) ausgeformten Aufnahme (32) einliegt, die in den beiden Rahmenteilen (3,4) ausgebildet
ist.
5. Hörgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
wobei der Verbindungs-Clip (20) einen Griff (22) umfasst, der im Zuge der Montage
des Verbindungs-Clips (20) an einer dafür vorgesehenen Sollbruchstelle (25) abtrennbar
ist.
6. Hörgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
wobei der Verbindungs-Clip (20) aus Kunststoff gefertigt ist.
7. Hörgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
wobei mindestens eines der beiden Rahmenteile (3,4) mit einer integrierten Leiterstruktur
gefertigt ist.
8. Hörgerät nach Anspruch 7,
wobei das mindestens eine Rahmenteil (3,4) als ein MID-Teil gefertigt ist.
9. Hörgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
wobei in mindestens eines der Rahmenteile (3,4) eine RF-Antenne integriert ist.
10. Verbindungs-Clip (20)
für ein Hörgerät gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9.