(19)
(11) EP 3 421 139 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.01.2019  Patentblatt  2019/01

(21) Anmeldenummer: 18179809.1

(22) Anmeldetag:  26.06.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B05B 9/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 26.06.2017 DE 102017114161

(71) Anmelder: LcM GmbH
32120 Hiddenhausen (DE)

(72) Erfinder:
  • LUDEWIG, Daniel
    32257 Bünde (DE)

(74) Vertreter: Rössler, Matthias 
Kahlhöfer Rößler Kreuels Patentanwälte PartG mbB (Karo IP Professionals) Postfach 32 01 02
40416 Düsseldorf
40416 Düsseldorf (DE)

   


(54) VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM SPRÜHEN EINER FLÜSSIGKEIT AUF EIN PLATTENFÖRMIGES WERKSTÜCK


(57) Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks (1), aufweisend zumindest die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen eines Sprühmittelbehälters (2) mit einer Flüssigkeit (3),
b) Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter (2) zur Erzeugung eines Überdrucks in einem Flüssigkeitsraum (4) des Sprühmittelbehälters (2), sodass die Flüssigkeit (3) aus einer mit dem Sprühmittelbehälter (2) verbundenen Düse (5) gesprüht wird,
c) Beenden des Pumpens des Gases in den Sprühmittelbehälter (2), sodass das Sprühen der Flüssigkeit gestoppt wird,
wobei während Schritt b) und Schritt c) zumindest ein Teil des Gases aus einer Gasöffnung (6) des Sprühmittelbehälters (2) aus dem Sprühmittelbehälter (2) entweicht, sodass der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum (4) nach dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit (3) in Schritt c) sinkt. Zudem wird eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit und eine Verwendung einer entsprechenden Vorrichtung zur durchlaufenden Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks vorgeschlagen.




Beschreibung


[0001] Der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks, eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit und eine Verwendung einer solchen Vorrichtung zur durchlaufenden Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks.

[0002] Es ist bekannt, dass plattenförmige Werkstücke, wie zum Beispiel Möbelplatten aus Holz oder einem Holzwerkstoff, kantenseitig bzw. an ihrer Schmalseite mit einem sogenannten Kantenband beschichtet werden. Dies erfolgt in modernen Möbel-Fertigungsbetrieben in der Regel mittels einer mindestens eine Möbelplatte im Durchlauf bearbeitenden Maschine. Solche Maschinen werden auch als Durchlaufmaschine und/oder Kantenanleimmaschine bezeichnet. Innerhalb dieser Maschine wird die Möbelplatte beispielsweise mittels mindestens eines Förderbands (kontinuierlich) fortschreitend von einer Bearbeitungsstation zur nächsten bewegt. Somit durchläuft die Möbelplatte die Maschine.

[0003] Das Kantenband dient insbesondere auch dazu, die Optik der Möbelplatte zu verbessern und ergänzt hierbei die regelmäßig auf der oberen und/oder unteren Breitseite der Möbelplatte bereits vorhandene Dekorschicht. Darüber hinaus wird auch der hölzerne Kern der Möbelplatte durch das Kantenband und die Dekorschichten geschützt. Das Kantenband ist in der Regel aus polierbarem Kunststoff, wie z. B. Acryl oder dergleichen und kann durch eine thermische Behandlung zumindest einseitig klebfähig werden, wobei die thermische Behandlung beispielsweise mittels mindestens eines Laserstrahls oder mittels Plasmastrahlen erfolgt. Alternativ oder kumulativ kann auf das Kantenband und/oder die Schmalseite der Möbelplatte vor dem Anbringen ein Klebstoff aufgetragen werden.

[0004] Beim Anbringen des Kantenbands bzw. beim Beschichten der Schmalseite der Möbelplatte mit dem Kantenband sollte jedoch verhindert werden, dass die auf der unterseitigen und/oder oberseitigen Breitseite der Möbelplatte bereits vorhandene Dekorschicht beschädigt und/oder dauerhaft verunreinigt wird. In diesem Zusammenhang ist insbesondere darauf zu achten, dass Klebstoffreste, aus der Klebefuge zwischen Kantenband und Möbelplatte heraustretendes Material (Klebstoff und/oder verflüssigter bzw. geschmolzener Kunststoff) und/oder (Fräs-)Späne nicht dauerhaft an der bzw. den Dekorschicht(en) anhaften kann bzw. können.

[0005] Hierzu kann ein Trennmittel und/oder ein antistatisches Mittel und/oder ein sonstiges Fluid zumindest auf Teilbereiche der unterseitigen und/oder oberseitigen Breitseite der Möbelplatte aufgebracht. Das Trennmittel wird hierbei zumindest in einem dem anzubringenden Kantenband zugeordneten Randbereich der Breitseite aufgetragen, um ein Anhaften von Klebstoff in diesem randseitigen Teilbereich der Breitseite zu verhindern. Hierbei konnten besonders gute Ergebnisse mit Trennmitteln erzielt werden, die relativ stark bzw. fest an der Oberfläche der Möbelplatte haften. Weiterhin können das Trennmittel und/oder das antistatische Mittel auch auf Bearbeitungswerkzeuge, wie zum Beispiel Fräsen, Abziehmesser und/oder Schwabbelscheiben, der Maschine aufgetragen werden.

[0006] Zum Auftragen des Trennmittels und/oder des antistatischen Mittels und/oder sonstigen Fluids können Sprühvorrichtungen vorgesehen sein, die mit Sprühmittelbehälter zusammenwirken, in denen das Fluid gelagert wird. Der Sprühmittelbehälter kann mit einem Druckerzeuger verbunden, mittels dem in dem Sprühmittelbehälter ein Überdruck erzeugbar ist, sodass Fluid durch eine mit dem Sprühmittelbehälter verbundene Düse auf die Möbelplatte oder die Bearbeitungswerkzeuge gesprüht wird. Nachteilig an diesen Sprühvorrichtungen ist jedoch, dass das Fluid nicht exakt dosierbar ist, weil sich der Überdruck in dem Sprühmittelbehälter nach dem Abschalten des Druckerzeugers nur langsam abbaut. Weiterhin baut sich der Überdruck in dem Sprühmittelbehälter nach dem Abschalten des Druckerzeugers auch häufig nicht vollständig ab, sodass der Überdruck vor einem Wechsel des Sprühmittelbehälters durch vorsichtiges Öffnen eines Deckels des Sprühmittelbehälters manuell abgebaut werden muss. Außerdem können derartige Systeme aufwändig und kostenintensiv sein sowie ggf. zusätzliche Zulassungen benötigen.

[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die geschilderten Probleme zumindest teilweise zu lösen und insbesondere ein Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks anzugeben, bei dem das Auftragen einer Flüssigkeit besonders exakt dosierbar ist. Zudem soll auch eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit angegeben werden, mit dem die Flüssigkeit besonders exakt dosierbar ist. Weiterhin soll eine Verwendung einer entsprechenden Vorrichtung angegeben werden, durch die eine Flüssigkeit besonders exakt dosierbar ist.

[0008] Zur Lösung dieser Aufgaben tragen ein Verfahren, eine Vorrichtung und eine Verwendung gemäß den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche bei. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den abhängigen Patentansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen der Erfindung definieren. Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen Merkmale in der Beschreibung näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung dargestellt werden.

[0009] Hierzu dient ein Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks weist zumindest die folgenden Schritte auf:
  1. a) Bereitstellen eines Sprühmittelbehälters mit einer Flüssigkeit,
  2. b) Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter zur Erzeugung eines Überdrucks in einem Flüssigkeitsraum des Sprühmittelbehälters, sodass die Flüssigkeit aus einer mit dem Sprühmittelbehälter verbundenen Düse gesprüht wird,
  3. c) Beenden des Pumpens des Gases in den Sprühmittelbehälter, wenn das Sprühen der Flüssigkeit gestoppt werden soll,
wobei zumindest während Schritt b) oder Schritt c) zumindest ein Teil des Gases aus einer Gasöffnung des Sprühmittelbehälters aus dem Sprühmittelbehälter entweicht, sodass der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum nach dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit in Schritt c) sinkt.

[0010] Das vorgeschlagene Verfahren dient insbesondere zur durchlaufenden Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks. Bei dem plattenförmigen Werkstück kann es sich beispielsweise um eine Holzplatte, Möbelplatte, Tischplatte, Arbeitsplatte oder dergleichen handeln.

[0011] In Schritt a) wird ein Sprühmittelbehälter mit einer Flüssigkeit im Bereich des plattenförmigen Werkstücks bzw. einer Bearbeitungsmaschine, wie zum Beispiel einer Kantenanleimmaschine, für das plattenförmige Werkstück bereitgestellt. Bei der Flüssigkeit kann es sich um ein Trennmittel und/oder ein antistatisches Mittel und/oder ein Poliermittel und/oder ein Reinigungsfluid handeln. Bei dem Sprühmittelbehälter handelt es sich insbesondere um einen (Kunststoff-)Behälter bzw. (Kunststoff-)Kanister. Der Sprühmittelbehälter weist einen Flüssigkeitsraum für die Flüssigkeit auf, der insbesondere ein Volumen von 5 Liter bis 25 Liter aufweist.

[0012] In Schritt b) wird ein Gas in den Sprühmittelbehälter zur Erzeugung eines Überdrucks in dem Flüssigkeitsraum gepumpt. Hierzu kann ein Druckerzeuger, beispielsweise nach Art einer (elektrischen) Pumpe, über eine Druckleitung mit dem Sprühmittelbehälter verbunden sein. Bei dem Gas handelt es sich insbesondere um Luft aus einer Umgebung des Sprühmittelbehälters. Durch den Überdruck wird die Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsraum über eine Flüssigkeitsleitung einer Düse zugeführt, die die Flüssigkeit (nach Art eines Sprays) versprüht. Das Versprühen der Flüssigkeit kann beispielsweise auf das plattenförmige Werkstück und/oder auf ein Bearbeitungswerkzeug für das plattenförmige Werkstück erfolgen.

[0013] In Schritt c) wird das Pumpen des Gases in den Sprühmittelbehälter beendet, sodass das Sprühen der Flüssigkeit gestoppt wird. Hierfür kann eine Sensorik oder dergleichen vorgesehen sein, mit der erfassbar ist, wann sich ein plattenförmiges Werkstück vor der Düse befindet bzw. wann ein Spalt zwischen nacheinander zu bearbeitenden plattenförmigen Werkstücken vorliegt. Bevorzugt wird das Sprühen (immer) gestoppt, wenn sich kein plattenförmiges Werkstück vor der Düse.

[0014] Die Verfahrensschritte a) bis c) können sich demnach sehr oft und schnell wiederholen.

[0015] Während Schritt b) und/oder Schritt c) entweicht zumindest ein Teil des Gases aus einer Gasöffnung des Sprühmittelbehälters aus dem Sprühmittelbehälter. Bei der Gasöffnung handelt es sich insbesondere um eine Öffnung in dem Sprühmittelbehälter, durch die der Flüssigkeitsraum des Sprühmittelbehälters mit einer Umgebung verbunden ist. Die Gasöffnung kann permanent geöffnet sein und/oder weist insbesondere einen Durchmesser von bis zu 10 mm [Millimetern] auf. Die Gasöffnung kann zeitweise geöffnet sein, z. B. indem ein Verschlussmittel bzw. Ventil darin betätigt (geöffnet / geschlossen) wird. Die Gasöffnung kann ggf. druckabhängig geöffnet werden, z. B. (automatisch) bei Erreichen bzw. Überschreiten eines Grenzdrucks im Sprühmittelbehälter.

[0016] Weiterhin ist die Gasöffnung insbesondere an einer Decke, insbesondere im Bereich eines Verschlusselements, des Flüssigkeitsraums angeordnet. Weiterhin tritt aus der Gasöffnung während des Sprühens der Flüssigkeit bevorzugt keine Flüssigkeit aus. Hierdurch sinkt der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum unmittelbar nach dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit in Schritt c), sodass mit Abschalten des Druckerzeugers das Versprühen der Flüssigkeit unmittelbar beendet wird. Hierdurch kann die Flüssigkeit besonders exakt aufgetragen und dosiert werden.

[0017] Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum nach dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit in Schritt c) auf Atmosphärendruck sinkt. Bei dem Atmosphärendruck handelt es sich insbesondere um einen hydrostatischen Druck der Luft in der Umgebung des Sprühmittelbehälters. Der Atmosphärendruck beträgt insbesondere ca. 1 bar.

[0018] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn durch das Pumpen des Gases in den Sprühmittelbehälter in Schritt b) ein Überdruck in dem Flüssigkeitsraum von 0,05 bar bis 0,3 bar oberhalb eines Atmosphärendrucks erzeugt wird. Der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum beträgt bevorzugt 0,1 bar bis 0,2 bar, ganz besonderes bevorzugt ca. 0,15 bar.

[0019] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass das Gas beim Entweichen aus der Gasöffnung gefiltert wird. Hierzu ist in der Gasöffnung insbesondere ein Filter angeordnet. Durch den Filter ist insbesondere ein Austreten von Flüssigkeit, Aerosolen, Dämpfen und/oder Gerüchen aus dem Sprühmittelbehälter verhinderbar.

[0020] Ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn ein beim Entweichen des Gases aus der Gasöffnung erzeugter Schall gedämpft wird. Zu diesem Zweck kann im Bereich der Gasöffnung einen Schalldämpfer angeordnet sein.

[0021] Weiter wird eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit angegeben, die zumindest die folgenden Komponenten aufweist:
  • einen Sprühmittelbehälter mit einem Flüssigkeitsraum für eine Flüssigkeit,
  • einen Druckerzeuger zum Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter zur Erzeugung eines Überdrucks in dem Flüssigkeitsraum,
  • eine Düse zum Versprühen der Flüssigkeit, wobei die Düse über eine Flüssigkeitsleitung mit dem Flüssigkeitsraum verbunden ist, und
  • eine Gasöffnung, durch die das Gas aus dem Flüssigkeitsraum entweichen kann.


[0022] Die Vorrichtung ist insbesondere so eingerichtet, dass sie zur Durchführung des hier vorgeschlagenen Verfahrens dient. Auch unabhängig davon wird für weitere Einzelheiten wird auf die Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwiesen.

[0023] Durch die Gasöffnung kann einen Auslass von Gas in die Umgebung erreicht werden. Die Gasöffnung kann derart gebildet sein (nach Art einer Blende), dass der Druckabfall abgestimmt erfolgt und/oder in Abhängigkeit des bereitgestellten Drucks in dem Sprühmittelbehälter gewünscht eingestellt wird.

[0024] Die Gasöffnung kann einen Filter aufweisen. Bei dem Filter handelt es sich insbesondere um einen Gasfilter.

[0025] Die Gasöffnung kann einen Schalldämpfer aufweisen.

[0026] Die Gasöffnung kann ein (druckabhängiges) Ventil aufweisen.

[0027] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Gasöffnung in einem Deckel des Sprühmittelbehälters ausgebildet ist. Bei dem Deckel handelt es sich insbesondere um einen Schraubverschluss des Sprühmittelbehälters.

[0028] Zudem wird eine Verwendung einer obigen Vorrichtung zur durchlaufenden Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks vorgeschlagen. Bei der durchlaufenden Bearbeitung des plattenförmigen Werkstücks wird das plattenförmige Werkstück bzw. eine Mehrzahl von plattenförmigen Werkstücken an der Vorrichtung vorbeigeführt. Alternativ kann die Vorrichtung auch an dem plattenförmigen Werkstück bzw. der Mehrzahl von plattenförmigen Werkstücken vorbeigeführt werden.

[0029] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren besonders bevorzugte Ausführungsvarianten der Erfindung zeigen, diese jedoch nicht darauf beschränkt ist. Es zeigen beispielhaft und schematisch:
Fig. 1:
eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit auf ein plattenförmiges Werkstück, und
Fig. 2:
eine Ausführungsvariante eines Anschlussadapters für einen Sprühmittelbehälter.


[0030] Die Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 12 zum Sprühen einer Flüssigkeit 3 auf ein plattenförmiges Werkstück 1. Die Vorrichtung 12 umfasst einen Sprühmittelbehälter 2 mit einem Flüssigkeitsraum 4, der durch einen Boden 13, eine Decke 16 und Seitenwände 17 begrenzt ist. In dem Flüssigkeitsraum 4 befindet sich die Flüssigkeit 3. In der Decke 16 ist ein Deckel 11 des Sprühmittelbehälters 2 angeordnet. Durch den Deckel 11 ist eine Druckleitung 14 von einem Druckerzeuger 7 in den Flüssigkeitsraum 4 geführt. Mittels des Druckerzeugers 7 ist ein Gas bzw. Luft aus einer Umgebung 15 in den Flüssigkeitsraum 4 pumpbar, sodass in dem Flüssigkeitsraum 4 ein Überdruck erzeugbar ist. Durch den Überdruck in dem Flüssigkeitsraum 4 ist die Flüssigkeit 3 über eine Flüssigkeitsleitung 8, die von dem Boden 13 des Flüssigkeitsraums 4 durch den Deckel 11 zu einer Düse 5 führt, zu der Düse 5 führbar, sodass die Flüssigkeit 3 auf das plattenförmige Werkstück 1 sprühbar ist. Der Deckel 11 weist zudem eine permanent geöffnete Gasöffnung 6 auf, durch die zumindest ein Teil des Gases bzw. ein Teil der Luft aus dem Flüssigkeitsraum 4 entweichen kann. Hierdurch sinkt der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum 4 unmittelbar nach der Deaktivierung des Druckerzeugers 7, bis das ein Druck in dem Flüssigkeitsraum 4 (im Wesentlichen) einem Atmosphärendruck im Bereich der Umgebung 15 entspricht. In der Gasöffnung 6 ist zudem ein Filter 9 und einen Schalldämpfer 10 angeordnet.

[0031] Fig. 2 veranschaulicht einen Anschlussadapter 18, wie er zusammen mit einem Deckel 11 eines Sprühmittelbehälters 2 zur Realisierung einer Vorrichtung 12 eingesetzt werden kann.

[0032] Der Anschlussadapter 11 kann einen z. B. metallischen Grundkörper 19 umfassen, der ein Oberteil 20 und ein Unterteil 21 hat, welche durch einen äußeren, umlaufenden Absatz 22 voneinander abgegrenzt sind. Das Unterteil 21 kann nach Art eines Konus geformt sein, beispielsweise um das Einführen des Anschlussadapters 18 in den Sprühmittelbehälter 11 zu erleichtern. Der Absatz 22 kann zur Auflage/Anschlag bzw. als Stopp fungieren, wenn der Anschlussadapter 18 in den Sprühmittelbehälter 11 eingesetzt wird. Ein Deckel 11, der (auch) zum Verschluss des Sprühmittelbehälter 11 einsetzbar ist, weist eine zentrale Durchbrechung auf, und kann damit über das Oberteil 20 gestülpt und auf der dem Sprühmittelbehälter 11 gegenüberliegenden Seite mit dem Absatz 22 in Kontakt gebracht werden. Der Deckel 11 kann zur Fixierung bzw. Verspannung des Anschlussadapters 18 mit dem Sprühmittelbehälters 11 dienen.

[0033] Der Anschlussadapter 18 kann drei durchgehende Bohrungen aufweisen. Der Anschlussadapter 18 kann eine erste Anschlussleitung 23 für die Druckleitung 14 und eine zweite Anschlussleitung 24 für die Flüssigkeitsleitung 8 umfassen. Es ist möglich, dass diese Anschlussleitungen 23, 24 mit Gewinden 25 versehen sind, die eine fluiddichte und stabile Anbindung gewährleisten. Weiter ist eine Gasöffnung 6 vorgesehen, in die ein Ventil eingebracht ist. Das Ventil 26 kann differenzdruckgeregelt (selbststätig) öffnen, wenn ein gewisser Grenzruck im Sprühmittelbehälter 2 auftritt und ggf. wieder (selbststätig) schließen, wenn ein gewisser Grenzruck im Sprühmittelbehälter 2 unterschritten wird.

[0034] Durch die vorliegende Erfindung ist eine Flüssigkeit besonders exakt dosierbar.

Bezugszeichenliste



[0035] 
1
plattenförmiges Werkstück
2
Sprühmittelbehälter
3
Flüssigkeit
4
Flüssigkeitsraum
5
Düse
6
Gasöffnung
7
Druckerzeuger
8
Flüssigkeitsleitung
9
Filter
10
Schalldämpfer
11
Deckel
12
Vorrichtung
13
Boden
14
Druckleitung
15
Umgebung
16
Decke
17
Seitenwand
18
Anschlussadapter
19
Grundkörper
20
Oberteil
21
Unterteil
22
Absatz
23
erste Anschlussleitung
24
zweite Anschlussleitung
25
Gewinde
26
Ventil



Ansprüche

1. Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks (1), aufweisend zumindest die folgenden Schritte:

a) Bereitstellen eines Sprühmittelbehälters (2) mit einer Flüssigkeit (3),

b) Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter (2) zur Erzeugung eines Überdrucks in einem Flüssigkeitsraum (4) des Sprühmittelbehälters (2), sodass die Flüssigkeit (3) aus einer mit dem Sprühmittelbehälter (2) verbundenen Düse (5) gesprüht wird,

c) Beenden des Pumpens des Gases in den Sprühmittelbehälter (2), wenn das Sprühen der Flüssigkeit gestoppt werden soll,

wobei zumindest während Schritt b) oder Schritt c) zumindest ein Teil des Gases aus einer Gasöffnung (6) des Sprühmittelbehälters (2) aus dem Sprühmittelbehälter (2) entweicht, sodass der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum (4) nach dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit (3) in Schritt c) sinkt.
 
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, wobei der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum (4) nach dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit (3) in Schritt c) auf Atmosphärendruck sinkt.
 
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei durch das Pumpen des Gases in den Sprühmittelbehälter (2) in Schritt b) ein Überdruck in dem Flüssigkeitsraum (4) von 0,05 bar bis 0,3 bar oberhalb eines Atmosphärendrucks erzeugt wird.
 
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei das Gas beim Entweichen aus der Gasöffnung (6) gefiltert wird.
 
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei ein beim Entweichen des Gases aus der Gasöffnung (6) erzeugter Schall gedämpft wird.
 
6. Vorrichtung (12) zum Sprühen einer Flüssigkeit (3), aufweisend:

- einen Sprühmittelbehälter (2) mit einem Flüssigkeitsraum (4) für eine Flüssigkeit (3),

- einen Druckerzeuger (7) zum Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter (2) zur Erzeugung eines Überdrucks in dem Flüssigkeitsraum (4),

- eine Düse (5) zum Versprühen der Flüssigkeit (3), wobei die Düse (5) über eine Flüssigkeitsleitung (8) mit dem Flüssigkeitsraum (4) verbunden ist, und

- eine Gasöffnung (6), durch die das Gas aus dem Flüssigkeitsraum (4) entweichen kann.


 
7. Vorrichtung (12) nach Patentanspruch 6, wobei die Gasöffnung (6) einen Filter (9) aufweist.
 
8. Vorrichtung nach Patentanspruch 6 oder 7, wobei die Gasöffnung (6) einen Schalldämpfer (10) aufweist.
 
9. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 6 bis 8, wobei die Gasöffnung (6) ein Ventil (26) aufweist
 
10. Vorrichtung (12) nach einem der Patentansprüche 6 bis 9, wobei die Gasöffnung (6) in einem Deckel (11) des Sprühmittelbehälters (2) ausgebildet ist.
 
11. Verwendung einer Vorrichtung (12) nach einem der Patentansprüche 6 bis 10 zur durchlaufenden Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks (1).
 




Zeichnung










Recherchenbericht















Recherchenbericht