[0001] Der Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks,
eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit und eine Verwendung einer solchen Vorrichtung
zur durchlaufenden Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks.
[0002] Es ist bekannt, dass plattenförmige Werkstücke, wie zum Beispiel Möbelplatten aus
Holz oder einem Holzwerkstoff, kantenseitig bzw. an ihrer Schmalseite mit einem sogenannten
Kantenband beschichtet werden. Dies erfolgt in modernen Möbel-Fertigungsbetrieben
in der Regel mittels einer mindestens eine Möbelplatte im Durchlauf bearbeitenden
Maschine. Solche Maschinen werden auch als Durchlaufmaschine und/oder Kantenanleimmaschine
bezeichnet. Innerhalb dieser Maschine wird die Möbelplatte beispielsweise mittels
mindestens eines Förderbands (kontinuierlich) fortschreitend von einer Bearbeitungsstation
zur nächsten bewegt. Somit durchläuft die Möbelplatte die Maschine.
[0003] Das Kantenband dient insbesondere auch dazu, die Optik der Möbelplatte zu verbessern
und ergänzt hierbei die regelmäßig auf der oberen und/oder unteren Breitseite der
Möbelplatte bereits vorhandene Dekorschicht. Darüber hinaus wird auch der hölzerne
Kern der Möbelplatte durch das Kantenband und die Dekorschichten geschützt. Das Kantenband
ist in der Regel aus polierbarem Kunststoff, wie z. B. Acryl oder dergleichen und
kann durch eine thermische Behandlung zumindest einseitig klebfähig werden, wobei
die thermische Behandlung beispielsweise mittels mindestens eines Laserstrahls oder
mittels Plasmastrahlen erfolgt. Alternativ oder kumulativ kann auf das Kantenband
und/oder die Schmalseite der Möbelplatte vor dem Anbringen ein Klebstoff aufgetragen
werden.
[0004] Beim Anbringen des Kantenbands bzw. beim Beschichten der Schmalseite der Möbelplatte
mit dem Kantenband sollte jedoch verhindert werden, dass die auf der unterseitigen
und/oder oberseitigen Breitseite der Möbelplatte bereits vorhandene Dekorschicht beschädigt
und/oder dauerhaft verunreinigt wird. In diesem Zusammenhang ist insbesondere darauf
zu achten, dass Klebstoffreste, aus der Klebefuge zwischen Kantenband und Möbelplatte
heraustretendes Material (Klebstoff und/oder verflüssigter bzw. geschmolzener Kunststoff)
und/oder (Fräs-)Späne nicht dauerhaft an der bzw. den Dekorschicht(en) anhaften kann
bzw. können.
[0005] Hierzu kann ein Trennmittel und/oder ein antistatisches Mittel und/oder ein sonstiges
Fluid zumindest auf Teilbereiche der unterseitigen und/oder oberseitigen Breitseite
der Möbelplatte aufgebracht. Das Trennmittel wird hierbei zumindest in einem dem anzubringenden
Kantenband zugeordneten Randbereich der Breitseite aufgetragen, um ein Anhaften von
Klebstoff in diesem randseitigen Teilbereich der Breitseite zu verhindern. Hierbei
konnten besonders gute Ergebnisse mit Trennmitteln erzielt werden, die relativ stark
bzw. fest an der Oberfläche der Möbelplatte haften. Weiterhin können das Trennmittel
und/oder das antistatische Mittel auch auf Bearbeitungswerkzeuge, wie zum Beispiel
Fräsen, Abziehmesser und/oder Schwabbelscheiben, der Maschine aufgetragen werden.
[0006] Zum Auftragen des Trennmittels und/oder des antistatischen Mittels und/oder sonstigen
Fluids können Sprühvorrichtungen vorgesehen sein, die mit Sprühmittelbehälter zusammenwirken,
in denen das Fluid gelagert wird. Der Sprühmittelbehälter kann mit einem Druckerzeuger
verbunden, mittels dem in dem Sprühmittelbehälter ein Überdruck erzeugbar ist, sodass
Fluid durch eine mit dem Sprühmittelbehälter verbundene Düse auf die Möbelplatte oder
die Bearbeitungswerkzeuge gesprüht wird. Nachteilig an diesen Sprühvorrichtungen ist
jedoch, dass das Fluid nicht exakt dosierbar ist, weil sich der Überdruck in dem Sprühmittelbehälter
nach dem Abschalten des Druckerzeugers nur langsam abbaut. Weiterhin baut sich der
Überdruck in dem Sprühmittelbehälter nach dem Abschalten des Druckerzeugers auch häufig
nicht vollständig ab, sodass der Überdruck vor einem Wechsel des Sprühmittelbehälters
durch vorsichtiges Öffnen eines Deckels des Sprühmittelbehälters manuell abgebaut
werden muss. Außerdem können derartige Systeme aufwändig und kostenintensiv sein sowie
ggf. zusätzliche Zulassungen benötigen.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die geschilderten Probleme zumindest teilweise
zu lösen und insbesondere ein Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks
anzugeben, bei dem das Auftragen einer Flüssigkeit besonders exakt dosierbar ist.
Zudem soll auch eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit angegeben werden, mit
dem die Flüssigkeit besonders exakt dosierbar ist. Weiterhin soll eine Verwendung
einer entsprechenden Vorrichtung angegeben werden, durch die eine Flüssigkeit besonders
exakt dosierbar ist.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgaben tragen ein Verfahren, eine Vorrichtung und eine Verwendung
gemäß den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche bei. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen
der Erfindung sind in den abhängigen Patentansprüchen angegeben. Es ist darauf hinzuweisen,
dass die in den abhängigen Patentansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger
technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen
der Erfindung definieren. Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen
Merkmale in der Beschreibung näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte
Ausgestaltungen der Erfindung dargestellt werden.
[0009] Hierzu dient ein Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks weist
zumindest die folgenden Schritte auf:
- a) Bereitstellen eines Sprühmittelbehälters mit einer Flüssigkeit,
- b) Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter zur Erzeugung eines Überdrucks in
einem Flüssigkeitsraum des Sprühmittelbehälters, sodass die Flüssigkeit aus einer
mit dem Sprühmittelbehälter verbundenen Düse gesprüht wird,
- c) Beenden des Pumpens des Gases in den Sprühmittelbehälter, wenn das Sprühen der
Flüssigkeit gestoppt werden soll,
wobei zumindest während Schritt b) oder Schritt c) zumindest ein Teil des Gases aus
einer Gasöffnung des Sprühmittelbehälters aus dem Sprühmittelbehälter entweicht, sodass
der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum nach dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit
in Schritt c) sinkt.
[0010] Das vorgeschlagene Verfahren dient insbesondere zur durchlaufenden Bearbeitung eines
plattenförmigen Werkstücks. Bei dem plattenförmigen Werkstück kann es sich beispielsweise
um eine Holzplatte, Möbelplatte, Tischplatte, Arbeitsplatte oder dergleichen handeln.
[0011] In Schritt a) wird ein Sprühmittelbehälter mit einer Flüssigkeit im Bereich des plattenförmigen
Werkstücks bzw. einer Bearbeitungsmaschine, wie zum Beispiel einer Kantenanleimmaschine,
für das plattenförmige Werkstück bereitgestellt. Bei der Flüssigkeit kann es sich
um ein Trennmittel und/oder ein antistatisches Mittel und/oder ein Poliermittel und/oder
ein Reinigungsfluid handeln. Bei dem Sprühmittelbehälter handelt es sich insbesondere
um einen (Kunststoff-)Behälter bzw. (Kunststoff-)Kanister. Der Sprühmittelbehälter
weist einen Flüssigkeitsraum für die Flüssigkeit auf, der insbesondere ein Volumen
von 5 Liter bis 25 Liter aufweist.
[0012] In Schritt b) wird ein Gas in den Sprühmittelbehälter zur Erzeugung eines Überdrucks
in dem Flüssigkeitsraum gepumpt. Hierzu kann ein Druckerzeuger, beispielsweise nach
Art einer (elektrischen) Pumpe, über eine Druckleitung mit dem Sprühmittelbehälter
verbunden sein. Bei dem Gas handelt es sich insbesondere um Luft aus einer Umgebung
des Sprühmittelbehälters. Durch den Überdruck wird die Flüssigkeit aus dem Flüssigkeitsraum
über eine Flüssigkeitsleitung einer Düse zugeführt, die die Flüssigkeit (nach Art
eines Sprays) versprüht. Das Versprühen der Flüssigkeit kann beispielsweise auf das
plattenförmige Werkstück und/oder auf ein Bearbeitungswerkzeug für das plattenförmige
Werkstück erfolgen.
[0013] In Schritt c) wird das Pumpen des Gases in den Sprühmittelbehälter beendet, sodass
das Sprühen der Flüssigkeit gestoppt wird. Hierfür kann eine Sensorik oder dergleichen
vorgesehen sein, mit der erfassbar ist, wann sich ein plattenförmiges Werkstück vor
der Düse befindet bzw. wann ein Spalt zwischen nacheinander zu bearbeitenden plattenförmigen
Werkstücken vorliegt. Bevorzugt wird das Sprühen (immer) gestoppt, wenn sich kein
plattenförmiges Werkstück vor der Düse.
[0014] Die Verfahrensschritte a) bis c) können sich demnach sehr oft und schnell wiederholen.
[0015] Während Schritt b) und/oder Schritt c) entweicht zumindest ein Teil des Gases aus
einer Gasöffnung des Sprühmittelbehälters aus dem Sprühmittelbehälter. Bei der Gasöffnung
handelt es sich insbesondere um eine Öffnung in dem Sprühmittelbehälter, durch die
der Flüssigkeitsraum des Sprühmittelbehälters mit einer Umgebung verbunden ist. Die
Gasöffnung kann permanent geöffnet sein und/oder weist insbesondere einen Durchmesser
von bis zu 10 mm [Millimetern] auf. Die Gasöffnung kann zeitweise geöffnet sein, z.
B. indem ein Verschlussmittel bzw. Ventil darin betätigt (geöffnet / geschlossen)
wird. Die Gasöffnung kann ggf. druckabhängig geöffnet werden, z. B. (automatisch)
bei Erreichen bzw. Überschreiten eines Grenzdrucks im Sprühmittelbehälter.
[0016] Weiterhin ist die Gasöffnung insbesondere an einer Decke, insbesondere im Bereich
eines Verschlusselements, des Flüssigkeitsraums angeordnet. Weiterhin tritt aus der
Gasöffnung während des Sprühens der Flüssigkeit bevorzugt keine Flüssigkeit aus. Hierdurch
sinkt der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum unmittelbar nach dem Beenden des Sprühens
der Flüssigkeit in Schritt c), sodass mit Abschalten des Druckerzeugers das Versprühen
der Flüssigkeit unmittelbar beendet wird. Hierdurch kann die Flüssigkeit besonders
exakt aufgetragen und dosiert werden.
[0017] Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum nach dem Beenden
des Sprühens der Flüssigkeit in Schritt c) auf Atmosphärendruck sinkt. Bei dem Atmosphärendruck
handelt es sich insbesondere um einen hydrostatischen Druck der Luft in der Umgebung
des Sprühmittelbehälters. Der Atmosphärendruck beträgt insbesondere ca. 1 bar.
[0018] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn durch das Pumpen des Gases in den Sprühmittelbehälter
in Schritt b) ein Überdruck in dem Flüssigkeitsraum von 0,05 bar bis 0,3 bar oberhalb
eines Atmosphärendrucks erzeugt wird. Der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum beträgt
bevorzugt 0,1 bar bis 0,2 bar, ganz besonderes bevorzugt ca. 0,15 bar.
[0019] Darüber hinaus kann vorgesehen sein, dass das Gas beim Entweichen aus der Gasöffnung
gefiltert wird. Hierzu ist in der Gasöffnung insbesondere ein Filter angeordnet. Durch
den Filter ist insbesondere ein Austreten von Flüssigkeit, Aerosolen, Dämpfen und/oder
Gerüchen aus dem Sprühmittelbehälter verhinderbar.
[0020] Ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn ein beim Entweichen des Gases aus der Gasöffnung
erzeugter Schall gedämpft wird. Zu diesem Zweck kann im Bereich der Gasöffnung einen
Schalldämpfer angeordnet sein.
[0021] Weiter wird eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit angegeben, die zumindest
die folgenden Komponenten aufweist:
- einen Sprühmittelbehälter mit einem Flüssigkeitsraum für eine Flüssigkeit,
- einen Druckerzeuger zum Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter zur Erzeugung
eines Überdrucks in dem Flüssigkeitsraum,
- eine Düse zum Versprühen der Flüssigkeit, wobei die Düse über eine Flüssigkeitsleitung
mit dem Flüssigkeitsraum verbunden ist, und
- eine Gasöffnung, durch die das Gas aus dem Flüssigkeitsraum entweichen kann.
[0022] Die Vorrichtung ist insbesondere so eingerichtet, dass sie zur Durchführung des hier
vorgeschlagenen Verfahrens dient. Auch unabhängig davon wird für weitere Einzelheiten
wird auf die Beschreibung des erfindungsgemäßen Verfahrens verwiesen.
[0023] Durch die Gasöffnung kann einen Auslass von Gas in die Umgebung erreicht werden.
Die Gasöffnung kann derart gebildet sein (nach Art einer Blende), dass der Druckabfall
abgestimmt erfolgt und/oder in Abhängigkeit des bereitgestellten Drucks in dem Sprühmittelbehälter
gewünscht eingestellt wird.
[0024] Die Gasöffnung kann einen Filter aufweisen. Bei dem Filter handelt es sich insbesondere
um einen Gasfilter.
[0025] Die Gasöffnung kann einen Schalldämpfer aufweisen.
[0026] Die Gasöffnung kann ein (druckabhängiges) Ventil aufweisen.
[0027] Darüber hinaus ist es vorteilhaft, wenn die Gasöffnung in einem Deckel des Sprühmittelbehälters
ausgebildet ist. Bei dem Deckel handelt es sich insbesondere um einen Schraubverschluss
des Sprühmittelbehälters.
[0028] Zudem wird eine Verwendung einer obigen Vorrichtung zur durchlaufenden Bearbeitung
eines plattenförmigen Werkstücks vorgeschlagen. Bei der durchlaufenden Bearbeitung
des plattenförmigen Werkstücks wird das plattenförmige Werkstück bzw. eine Mehrzahl
von plattenförmigen Werkstücken an der Vorrichtung vorbeigeführt. Alternativ kann
die Vorrichtung auch an dem plattenförmigen Werkstück bzw. der Mehrzahl von plattenförmigen
Werkstücken vorbeigeführt werden.
[0029] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der beiliegenden
Figuren näher erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figuren besonders bevorzugte
Ausführungsvarianten der Erfindung zeigen, diese jedoch nicht darauf beschränkt ist.
Es zeigen beispielhaft und schematisch:
- Fig. 1:
- eine Vorrichtung zum Sprühen einer Flüssigkeit auf ein plattenförmiges Werkstück,
und
- Fig. 2:
- eine Ausführungsvariante eines Anschlussadapters für einen Sprühmittelbehälter.
[0030] Die Fig. 1 zeigt eine Vorrichtung 12 zum Sprühen einer Flüssigkeit 3 auf ein plattenförmiges
Werkstück 1. Die Vorrichtung 12 umfasst einen Sprühmittelbehälter 2 mit einem Flüssigkeitsraum
4, der durch einen Boden 13, eine Decke 16 und Seitenwände 17 begrenzt ist. In dem
Flüssigkeitsraum 4 befindet sich die Flüssigkeit 3. In der Decke 16 ist ein Deckel
11 des Sprühmittelbehälters 2 angeordnet. Durch den Deckel 11 ist eine Druckleitung
14 von einem Druckerzeuger 7 in den Flüssigkeitsraum 4 geführt. Mittels des Druckerzeugers
7 ist ein Gas bzw. Luft aus einer Umgebung 15 in den Flüssigkeitsraum 4 pumpbar, sodass
in dem Flüssigkeitsraum 4 ein Überdruck erzeugbar ist. Durch den Überdruck in dem
Flüssigkeitsraum 4 ist die Flüssigkeit 3 über eine Flüssigkeitsleitung 8, die von
dem Boden 13 des Flüssigkeitsraums 4 durch den Deckel 11 zu einer Düse 5 führt, zu
der Düse 5 führbar, sodass die Flüssigkeit 3 auf das plattenförmige Werkstück 1 sprühbar
ist. Der Deckel 11 weist zudem eine permanent geöffnete Gasöffnung 6 auf, durch die
zumindest ein Teil des Gases bzw. ein Teil der Luft aus dem Flüssigkeitsraum 4 entweichen
kann. Hierdurch sinkt der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum 4 unmittelbar nach der
Deaktivierung des Druckerzeugers 7, bis das ein Druck in dem Flüssigkeitsraum 4 (im
Wesentlichen) einem Atmosphärendruck im Bereich der Umgebung 15 entspricht. In der
Gasöffnung 6 ist zudem ein Filter 9 und einen Schalldämpfer 10 angeordnet.
[0031] Fig. 2 veranschaulicht einen Anschlussadapter 18, wie er zusammen mit einem Deckel
11 eines Sprühmittelbehälters 2 zur Realisierung einer Vorrichtung 12 eingesetzt werden
kann.
[0032] Der Anschlussadapter 11 kann einen z. B. metallischen Grundkörper 19 umfassen, der
ein Oberteil 20 und ein Unterteil 21 hat, welche durch einen äußeren, umlaufenden
Absatz 22 voneinander abgegrenzt sind. Das Unterteil 21 kann nach Art eines Konus
geformt sein, beispielsweise um das Einführen des Anschlussadapters 18 in den Sprühmittelbehälter
11 zu erleichtern. Der Absatz 22 kann zur Auflage/Anschlag bzw. als Stopp fungieren,
wenn der Anschlussadapter 18 in den Sprühmittelbehälter 11 eingesetzt wird. Ein Deckel
11, der (auch) zum Verschluss des Sprühmittelbehälter 11 einsetzbar ist, weist eine
zentrale Durchbrechung auf, und kann damit über das Oberteil 20 gestülpt und auf der
dem Sprühmittelbehälter 11 gegenüberliegenden Seite mit dem Absatz 22 in Kontakt gebracht
werden. Der Deckel 11 kann zur Fixierung bzw. Verspannung des Anschlussadapters 18
mit dem Sprühmittelbehälters 11 dienen.
[0033] Der Anschlussadapter 18 kann drei durchgehende Bohrungen aufweisen. Der Anschlussadapter
18 kann eine erste Anschlussleitung 23 für die Druckleitung 14 und eine zweite Anschlussleitung
24 für die Flüssigkeitsleitung 8 umfassen. Es ist möglich, dass diese Anschlussleitungen
23, 24 mit Gewinden 25 versehen sind, die eine fluiddichte und stabile Anbindung gewährleisten.
Weiter ist eine Gasöffnung 6 vorgesehen, in die ein Ventil eingebracht ist. Das Ventil
26 kann differenzdruckgeregelt (selbststätig) öffnen, wenn ein gewisser Grenzruck
im Sprühmittelbehälter 2 auftritt und ggf. wieder (selbststätig) schließen, wenn ein
gewisser Grenzruck im Sprühmittelbehälter 2 unterschritten wird.
[0034] Durch die vorliegende Erfindung ist eine Flüssigkeit besonders exakt dosierbar.
Bezugszeichenliste
[0035]
- 1
- plattenförmiges Werkstück
- 2
- Sprühmittelbehälter
- 3
- Flüssigkeit
- 4
- Flüssigkeitsraum
- 5
- Düse
- 6
- Gasöffnung
- 7
- Druckerzeuger
- 8
- Flüssigkeitsleitung
- 9
- Filter
- 10
- Schalldämpfer
- 11
- Deckel
- 12
- Vorrichtung
- 13
- Boden
- 14
- Druckleitung
- 15
- Umgebung
- 16
- Decke
- 17
- Seitenwand
- 18
- Anschlussadapter
- 19
- Grundkörper
- 20
- Oberteil
- 21
- Unterteil
- 22
- Absatz
- 23
- erste Anschlussleitung
- 24
- zweite Anschlussleitung
- 25
- Gewinde
- 26
- Ventil
1. Verfahren zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks (1), aufweisend zumindest
die folgenden Schritte:
a) Bereitstellen eines Sprühmittelbehälters (2) mit einer Flüssigkeit (3),
b) Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter (2) zur Erzeugung eines Überdrucks
in einem Flüssigkeitsraum (4) des Sprühmittelbehälters (2), sodass die Flüssigkeit
(3) aus einer mit dem Sprühmittelbehälter (2) verbundenen Düse (5) gesprüht wird,
c) Beenden des Pumpens des Gases in den Sprühmittelbehälter (2), wenn das Sprühen
der Flüssigkeit gestoppt werden soll,
wobei zumindest während Schritt b) oder Schritt c) zumindest ein Teil des Gases aus
einer Gasöffnung (6) des Sprühmittelbehälters (2) aus dem Sprühmittelbehälter (2)
entweicht, sodass der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum (4) nach dem Beenden des Sprühens
der Flüssigkeit (3) in Schritt c) sinkt.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, wobei der Überdruck in dem Flüssigkeitsraum (4) nach
dem Beenden des Sprühens der Flüssigkeit (3) in Schritt c) auf Atmosphärendruck sinkt.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei durch das Pumpen des
Gases in den Sprühmittelbehälter (2) in Schritt b) ein Überdruck in dem Flüssigkeitsraum
(4) von 0,05 bar bis 0,3 bar oberhalb eines Atmosphärendrucks erzeugt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei das Gas beim Entweichen
aus der Gasöffnung (6) gefiltert wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei ein beim Entweichen
des Gases aus der Gasöffnung (6) erzeugter Schall gedämpft wird.
6. Vorrichtung (12) zum Sprühen einer Flüssigkeit (3), aufweisend:
- einen Sprühmittelbehälter (2) mit einem Flüssigkeitsraum (4) für eine Flüssigkeit
(3),
- einen Druckerzeuger (7) zum Pumpen eines Gases in den Sprühmittelbehälter (2) zur
Erzeugung eines Überdrucks in dem Flüssigkeitsraum (4),
- eine Düse (5) zum Versprühen der Flüssigkeit (3), wobei die Düse (5) über eine Flüssigkeitsleitung
(8) mit dem Flüssigkeitsraum (4) verbunden ist, und
- eine Gasöffnung (6), durch die das Gas aus dem Flüssigkeitsraum (4) entweichen kann.
7. Vorrichtung (12) nach Patentanspruch 6, wobei die Gasöffnung (6) einen Filter (9)
aufweist.
8. Vorrichtung nach Patentanspruch 6 oder 7, wobei die Gasöffnung (6) einen Schalldämpfer
(10) aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 6 bis 8, wobei die Gasöffnung (6) ein Ventil
(26) aufweist
10. Vorrichtung (12) nach einem der Patentansprüche 6 bis 9, wobei die Gasöffnung (6)
in einem Deckel (11) des Sprühmittelbehälters (2) ausgebildet ist.
11. Verwendung einer Vorrichtung (12) nach einem der Patentansprüche 6 bis 10 zur durchlaufenden
Bearbeitung eines plattenförmigen Werkstücks (1).