[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Anordnen und den Vortrieb
eines Werkzeuges bei Arbeiten über Kopf, beispielsweise an einer bzw. in eine Decke,
ein höhenverstellbarer Halter für eine Bohrmaschine bei Arbeiten über Kopf sowie ein
Verfahren zum Erzeugen von Bohrlöchern in einer Betondecke.
[0002] Für das Anordnen von Werkzeugen, Maschinen und dgl., wie insbesondere von Bohrmaschinen
für Arbeiten über Kopf, beispielsweise im Bereich einer Decke sind eine Reihe von
Vorrichtungen bekannt.
[0003] So beschreibt beispielsweise die
US 5 295 620 eine Stange, an welcher endständig eine Bohrmaschine gehalten wird, welche Stange
mittels eines Fusshebels gehoben werden kann, um die Bohrmaschine gegen eine Decke
zu treiben für das Bohren von Löchern.
[0004] In der
US 5 322 397 sowie der
DE 195 01 663 wird je eine ähnliche Vorrichtung beschrieben, bei welcher der Vortrieb einer Bohrmaschine
jedoch mittels eines manuell betätigbaren Handhebels bewerkstelligt wird.
[0005] Die
DE 42 16 710 schlussendlich zeigt einen Ständer mit ausstossbarer Stange, an welcher endständig
eine Bohrmaschine gehalten wird. Das Ausstossen der Stange erfolgt manuell mit mittels
eines Kurbelgetriebes.
[0006] Alle vorgeschlagenen Lösungen haben den Nachteil, dass während dem Bohrvorgang durch
eine Bedienungsperson bzw. durch einen Arbeiter gleichzeitig ein Mechanismus betätigt
werden muss, um die Bohrmaschine voranzutreiben. Speziell bei Arbeiten über Kopf ist
volle Konzentration erforderlich, welche dadurch aber gestört ist, womit die Arbeitsausführung
ungenau wird. Zudem sind die beschriebenen Arbeitsweisen relativ kraftaufwendig, so
dass rasch mit der Ermüdung des bedienenden Arbeiters zu rechnen ist.
[0007] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zu schaffen,
welche ein einfaches Arbeiten über Kopf ermöglicht ohne die eingangs erwähnten, unerwünschten,
manuellen Arbeitsschritte.
[0008] Erfindungsgemäss wird die gestellte Aufgabe mittels einer Vorrichtung gemäss dem
Wortlaut nach Anspruch 1 gelöst.
[0009] Vorgeschlagen wird, dass an einem in seiner Längsausdehnung veränderbaren, rohrförmig
bzw. ständerartigen Element an einem Endbereich eine Halterung für das Werkzeug vorgesehen
ist, welche Halterung in Längsrichtung verschieblich mit dem Rohr bzw. dem Ständer
verbunden ist. Diese Halterung am rohrförmigen bzw. ständerartigen Element ist mit
einem verschiebbaren Gewicht derart gekoppelt, dass bei Bewegung des Gewichtes infolge
Gravitation die Halterung vom Rohr bzw. Ständer-Mittelpunkt weggetrieben wird, d.h.
die Halterung wird durch die gravitationsbedingte Bewegung des Gewichtes gegen das
obere Ende des Rohres bzw. des Ständers oder über dieses Ende hinaus, beispielsweise
gegen eine Decke, getrieben.
[0010] Bevorzugte Ausführungsvarianten der erfindungsgemäss definierten Vorrichtung sind
in den abhängigen Ansprüchen 2 - 13 charakterisiert.
[0011] Die erfindungsgemäss beschriebene Vorrichtung eignet sich insbesondere für das Anordnen
und das Arbeiten mit einer Bohrmaschine bei Arbeiten über Kopf, beispielsweise beim
Anbringen von Löchern in einer Betondecke.
[0012] Die Erfindung wird nun beispielsweise und unter Bezug auf die beigefügten Figuren
näher erläutert.
[0013] Dabei zeigen:
- Fig. 1
- schematisch im Längsschnitt eine erfindungsgemässe Vorrichtung für das Arbeiten mit
einer Bohrmaschine über Kopf zum Anbringen von Löchern in einer Betondecke,
- Fig. 2
- das obere Ende der Vorrichtung von Fig. 1 in vergrösserter Darstellung, zeigend schematisch
den Antrieb für das Bewegen der Bohrmaschine (nicht dargestellt) in die Decke,
- Fig. 3
- wiederum das obere Ende der erfindungsgemässen Vorrichtung, zeigend die Befestigung
der Halterung für die Bohrmaschine,
- Fig. 4
- darstellend das obere Ende der Vorrichtung, gesehen in Pfeilrichtung A in Fig. 2,
- Fig. 5
- den Schnitt entlang der Linie I-I aus Fig. 2,
- Fig. 6
- den Schnitt entlang der Linie II-II aus Fig. 2,
- Fig. 7
- das Bodenteil der Vorrichtung gemäss Fig. 1, und
- Fig. 8
- eine weitere Ausführungsvariante des Bodenteils der Vorrichtung aus Fig. 1.
[0014] Fig. 1 zeigt schematisch in Längsansicht eine erfindungsgemässe Vorrichtung 1, aufweisend
einen rohrförmigen Ständer 5, an dessen oberem Ende eine Bohrmaschine 3 angeordnet
ist für Arbeiten über Kopf und für das Erzeugen von Bohrlöchern in einer Betondecke.
Der rohrförmige Ständer 5 besteht aus einer Reihe teleskopartig ineinander steckbarer
Rohrteile 7, welche beispielsweise mittels einsteckbarer oder einrastbarer Arretierelementen
31 bzw. 33 in einer bestimmten Länge festlegbar sind. Zu diesem Zweck ist beispielsweise
das in Fig. 1 dargestellte mittlere Rohrsegment mit Lochungen bzw. Kerben 35 bzw.
an der entgegengesetzten Rohrseite 37 versehen, in welche Lochungen Verbindungselemente
31 bzw. 33 eingesteckt werden können. Die auf der entgegengesetzten Rohrseite angeordneten
Lochungen 37 sind jeweils versetzt in Bezug auf die frontseitig angeordneten Lochungen
35 angeordnet, um eine möglichst feine Längeneinstellung des Rohres bzw. Ständers
5 zu ermöglichen.
[0015] Am oberen Rohr ende ist ein das oberste Rohrsegment 7 teleskopartig überhüllendes
Rohrendteil oder Rohrkopfteil 9 angeordnet, an welchem die Bohrmaschine 3 angeordnet
ist. Die Halterung 41 der Bohrmaschine 3 an diesem Kopfteil 9 wird unter Bezug auf
Fig. 3 näher erläutert. Dieses Kopfteil 9 ist mittels Rollen 11 bzw. 13 längsverschieblich
am obersten Rohrsegment 7 angeordnet bzw. mit diesem verbunden. Schlussendlich weist
dieses Kopfteil 9 endständig einen Anschlag 15 auf, welcher dazu vorgesehen ist, beispielsweise
den Vortrieb einer Bohrmaschine durch Anstossen des Kopfteiles an einer Decke zu begrenzen.
[0016] Der Vortrieb der Bohrmaschine 3 bzw. des Kopfteiles 9 erfolgt nun primär unter Einwirkung
eines Gewichtes 17, welches innerhalb des Rohres 5 angeordnet ist Das Gewicht 17 hängt
an einem Band 19, welches über eine Umlenkrolle 21 geführt ist, welche Umlenkrolle
am obersten Rohrsegment 7, mit diesem festverbunden, angeordnet ist. Diese Umlenkrolle
21 erstreckt sich durch eine schlitzartige Öffnung im obersten Rohrsegment 7 nach
aussen, und ist im äusseren Bereich durch eine Abdeckung 24 geschützt. Das Band 19
erstreckt sich über die Umlenkrolle 21 durch das Abdeckgehäuse 24 nach unten, und
an dem, dem Gewicht 17 entgegengesetzten Ende ist am Band 19 ein Haltegriff oder eine
Aufwickelspule 23 angeordnet, auf welche unter Bezug auf Fig. 3 zurückzukommen ist.
[0017] Damit das Kopfteil 9 gegenüber dem obersten Rohrsegment 7 des Rohres 5 verschiebbar
ist, weist dieses seitlich im Bereich der Umlenkrolle 21 einen Längsschlitz auf, welcher
sich weitgehendst entlang der ganzen Länge des Kopfteiles 9 erstreckt.
[0018] Schlussendlich ist in der Drehachse der Umlenkrolle, seitlich zur Umlenkrolle 21
mindestens ein Zahnrad 25 vorgesehen, welches in eine Zahnstange 27 eingreift, welche
sich längsseitlich des Schlitzes im Innern des Kopfteils 9 erstreckt.
[0019] Unter Bezug der Fig. 1 und 2 soll nun die Funktionsweise der erfindungsgemässen Vorrichtung
näher erläutert werden. Falls in einer Betondecke Bohrlöcher zu erstellen sind, wird
die Vorrichtung 1 am gewünschten Ort aufgestellt, und die Bohrmaschine derart in Bezug
auf die Decke ausgerichtet, dass am gewünschten Ort ein Loch erstellt werden kann.
Die elektrische Bohrmaschine 3 wird dabei über ein erstes Anschlusskabel 4, einen
Schalter 29 und ein weiteres Anschlusskabel 6 mit Strom versorgt. Zunächst kann durch
Betätigen des Schalters 29 die Bohrmaschine in Betrieb genommen werden, worauf mittels
eines Handgriffes 23 das Absenken des Gewichtes 17 ausgelöst werden kann. Auf diese
Auslösung des Gewichtes wird später, unter Bezug auf Fig. 3, zurückgekommen. Indem
das Gewicht 17 infolge Gravitation sich innerhalb des obersten Rohrsegmentes 7 nach
unten bewegt wird gleichzeitig über das Band 19 die Umlenkrolle 21 in Bewegung gesetzt.
Dadurch wird gleichzeitig das Zahnrad 25 in Bewegung gesetzt, welches in die Zahnstange
27 eingreift. Durch dieses Eingreifen des Zahnrades 25 in die Zahnstange 27 wird nun
aber das Kopfteil 9 nach oben getrieben und damit die Bohrmaschine 3, welche über
eine Halterung 41 mit dem Kopfteil 9 verbunden ist. Dieser Vortrieb der Bohrmaschine
kann entweder manuell gestoppt werden, indem der Handgriff 23 festgehalten wird, oder
aber durch entsprechendes Einstellen des kopfseitigen Anschlages 15 am Kopfteil 9,
welcher Anschlag beispielsweise an der Decke anstösst.
[0020] Dass dieser Bohrvorgang möglichst gleichmässig und ruhig vor sich geht wird dadurch
sichergestellt, dass einerseits das Gewicht 17 mittels seitlichen Rollen oder Pufferelementen
18 innerhalb des obersten Rohrsegmentes 7 einwandfrei geführt ist und andererseits,
dass das Band 19 durch Rollen 16 sowie Führungselementen 20 weitgehendst schwingungsfrei
zur Umlenkrolle 21 geführt wird. Es ist auch möglich in der Umlenkrolle 21 einen Bremsmechanismus
vorzusehen, derart, dass das Gewicht 19 nur mit einer sehr reduzierten Geschwindigkeit
nach unten bewegt wird, was den grossen Vorteil mit sich bringt, dass der Bohrvortrieb
der Bohrmaschine 3 gleichmässig und immer mit gleicher Vortriebskraft erfolgt.
[0021] Sobald der Bohrvorgang beendet ist kann am Handgriff 23 das Gewicht 17 innerhalb
des obersten Rohrsegmentes 7 wieder nach oben gezogen werden, bis es beispielsweise
in einem Anschlag, wie einem Gummipuffer 14, ansteht und arretiert werden kann. Dadurch
wird die Bohrmaschine 3 gleichzeitig wieder abgesenkt.
[0022] Es ist nun möglich den Schalter 29 derart auszubilden, dass einerseits der Strom
erst von Kabel 6 zu Kabel 4 fliesst, wenn der Vortrieb des Kopfteiles 9 ausgelöst
worden ist und andererseits der Strom wieder unterbrochen wird, wenn das Kopfteil
nach erfolgtem Bohrvorgang wieder zurückgezogen wird. Selbstverständlich ist es auch
möglich, durch das Anbringen eines weiteren Schalters am Anschlag 15 die Stromzufuhr
bereits zu unterbrechen, wenn der Anschlag 15 an der Decke ansteht.
[0023] Unter Bezug auf Fig. 3 wird auf einige Details eingegangen, welche bevorzugt in der
erfindungsgemässen Vorrichtung angeordnet werden können. So sind in Fig. 3 an der
äusseren Wandung der Abdeckung 24 Einkerbungen 26 erkennbar, in welchen Einkerbungen
ein Haltebügel 41 der Halterung 44 einrastend festgelegt werden kann. Dadurch wird
es möglich, die Halterung 44 in unterschiedlichen Stellungen entlang des Kopfteils
9 anzuordnen, beispielsweise um so die Bohrtiefe eines Bohrers 2 der Bohrmaschine
3 festzulegen. Weiter ist es möglich, den Sitz 45 der Halterung 44 derart auszugestalten,
dass unterschiedliche Fabrikate von Bohrmaschinen in der Halterung angeordnet werden
können. Dieser Sitz 45 kann auch derart ausgebildet sein, dass beispielsweise ein
seitliches Verschieben der Rückseite des Bohrers vom oder zum obersten Rohrsegment
hin möglich ist, um ein genaues, senkrechtes Ausrichten der Bohrmaschine in Bezug
auf die Decke zu ermöglichen. Das rückseitige Halteelement 43 schlussendlich der Halterung
44 kann derart ausgebildet sein, dass diese Halterung im Halteelement 43 einschnappend
eingerastet werden kann, um die Halterung jederzeit schnell auswechseln zu können,
um beispielsweise wiederum unterschiedliche Typen von Bohrmaschinen am Kopfteil 9
anzuordnen.
[0024] Ein weiteres bevorzugtes Ausführungsmerkmal bildet eine Arretiereinrichtung im Bereich
der Umlenkrolle 21, mittels welcher das Gewicht 17 in Ausgangslage festgelegt werden
kann. Diese Einrichtung umfasst eine Lasche 48, welche sich je beidseits der Umlenkrolle
21 erstreckt, wie insbesondere besser in Fig. 4 erkennbar. Weiter ist im peripheren
Bereich der Umlenkrolle 21 ein je beidseits vorstehender Nocken 50 vorgesehen, welcher
in einer Vertiefung in einem Durchlass 49 im Frontbereich der Lasche 48 arretierbar
ist. Diese arretierte Stellung ist in Fig.3 ausgezogen dargestellt. Wenn nun ein Arbeiter
am Griff 23 das Band 19 nach unten zieht, wird dieser Nocken 50 aus der Vertiefung
im Durchgang 49 auf die rückseitige Oberfläche der Lasche 48 getrieben, und beim Loslassen
des Griffes 23 wird nun infolge des Gewichtes 17 das Band im Uhrzeigersinn über die
Umlenkrolle 21 bewegt und gleichzeitig der Nocken 50 entlang der rückseitigen Oberfläche
48a der Lasche 48. Mit anderen Worten gibt die Lasche 48 die Umlenkrolle 21 frei und
diese lässt sich im Prinzip beliebig weit im Uhrzeigersinn bewegen. Nachdem der Bohrvorgang
beendet ist und am Griff 23 über das Band 19 das Gewicht 17 wieder nach oben gezogen
wird, bewegt sich der Nocken 50 zur Lasche 48 und entlang der vorderseitigen Oberfläche
48b bis zum Durchlass 49, wo dann erneut der Nocken 50 in der Vertiefung eingreift
und so die Umlenkrolle 21 arretiert wird. Damit ist aber auch das Gewicht 17 festgelegt
und kann vor einem nächsten Bohrvorgang nicht von selbst nach unten fallen.
[0025] Weiter sei auf die besondere Ausgestaltung des Griffes 23 in Fig. 3 verwiesen, bei
welchem Griff es sich beispielsweise um eine selbstaufrollende Trommel handeln kann,
mittels welcher das Zugband 19 automatisch aufgerollt bzw. bei Freigabe wieder abgerollt
wird. Bei diesem Zugband 19 kann es sich beispielsweise um ein kettenartiges Element
handeln, um ein Lochband, um ein perforiertes Band oder um ein ungelochtes Band, einseitig
aufweisend Noppen oder Einkerbungen, welche in entsprechenden Vertiefungen in der
Peripherie der Umlenkrolle 21 eingreifen. Wesentlich ist, dass das Zugband 19 beim
Überrollen der Umlenkrolle 21 fest mit deren peripheren Oberfläche verbunden ist,
damit bei Bewegung des Gewichtes 17 nach unten eine Drehbewegung der Umlenkrolle 21
ausgelöst wird, um gleichzeitig das vorzugsweise je beidseitig angeordnete Zahnrad
25 anzutreiben. Bekanntlich wird durch dieses Zahnrad 25 über die Zahnstange 27 das
Kopfteil 9 nach oben getrieben.
[0026] Schlussendlich sei darauf hingewiesen, dass das Kopfteil 9 auf das oberste Segment
7 aufgesetzt ist und zwar derart, dass beim Bohrvorgang entstehender Staub nicht in
das Innere des Rohres bzw. des Ständers 5 eindringen kann. Dies wird einerseits dadurch
erreicht, dass das Kopfteil 9 endständig durch den Anschlag 15 verschlossen ist, und
andererseits, indem die Wandungen des unteren, offenen Endes des Kopfteiles 9 das
oberste Rohrsegment 7 aussen nach unten offen umgreift. selbstverständlich ist es
möglich, im Bereich der unteren Öffnung des Kopfteiles 9 weitere Massnahmen vorzusehen,
damit kein Staub zwischen die Wandungen des Kopfteils 9 und des obersten Rohrsegmentes
7 eindringen kann.
[0027] Fig. 4 zeigt das Kopfteil 9 bzw. das endständige Rohrelement 7 in Pfeilrichtung A,
gemäss Fig. 2 gesehen. Dabei ist einerseits die Arretiereinrichtung zum Arretieren
der Umlenkrolle 21 deutlich erkennbar, wie auch vorstehende Noppen 51 im peripheren
Umfang der Umlenkrolle 21, beispielsweise vorgesehen um in Lochungen des Zugbandes
19 einzugreifen.
[0028] Fig. 5 wiederum zeigt den Schnitt entlang der Linie I-I aus Fig. 2, darstellend die
Führungsrollen 11, mittels welchen das Kopfteil 9 am kopfseitigen Rohrelement 7 geführt
ist.
[0029] Fig. 6 zeigt den Schnitt entlang der Linie II-II aus Fig. 2, in welchem Schnitt die
Umlenkrolle 21 sowie das die Umlenkrolle nach aussen überdeckende Gehäuse 24 erkennbar
sind. Wiederum erkennbar sind Noppen 51, welche in Lochungen des Zugbandes 19 eingreifen
können, um bei Bewegen des Bandes 19 eine Drehbewegung der Umlenkrolle 21 zu bewirken.
Deutlich in Fig. 6 erkennbar sind auch die beiden seitlich je angeordneten Zahnräder
25, welche in entsprechenden Zahnstangen 27 des Rohrteiles 9 eingreifen, um dieses
in Längsrichtung entlang des Rohrsegmentes 7 zu bewegen. Schlussendlich zeigt Fig.
6, dass im Bereich der Umlenkrolle 21 sowohl Rohrelement 7 wie auch das Kopfteil 9
in der entsprechenden Seitenwandung einen Längsschnitt aufweisen.
[0030] Fig. 7 zeigt ein Bodenteil 39 des Rohres 5, wobei das unterste Rohrsegment 7a über
ein Scharnier 63 mit einer Bodenplatte 65 verbunden ist. Durch das Anordnen eines
Scharniers 63 kann das Rohr 5 in Pfeilrichtung B gegenüber der Bodenplatte 65 kippbar
bewegt werden, beispielsweise, falls der Boden nicht horizontal ist, oder aber falls
schräge Bohrlöcher in einer Betondecke anzubringen sind. Weiter weist das Bodenteil
39 auf der Unterseite der Bodenplatte 65 Gummizapfen 61 zur Auflage auf, wobei entweder
in jeder Ecke der Bodenplatte 65 derartige Gummizapfen angeordnet werden können, oder
je mittig in einer Seitenkante unten abgerundete Gummizapfen, damit die Bodenplatte
65 in Pfeilrichtung C kippbar auf dem Boden aufliegt.
[0031] Fig. 8 schlussendlich zeigt eine weitere Ausgestaltung des Bodenteils 39 sowie ein
zusätzliches Rohrteil 67, welches über das unterste Rohrteil 7a aufgesteckt und mittels
Arretierstiften 73 mit diesem fest verbunden werden kann. Dadurch wird es möglich,
das Rohr 5 weiter zu verlängern, falls beispielsweise in sehr hohen Räumen an einer
Betondecke Bohrlöcher angebracht werden müssen. Wiederum ist dieses zusätzliche Rohrteil
67 über ein Scharnier 63 mit einer Bodenplatte 65 verbunden, wobei zusätzlich zum
Scharnier 63 ein Auflagekörper 69 vorgesehen ist, aufweisend mehrere Auflageabstufungen
71. Durch diese unterschiedlichen Auflageabstufungen 71 wird es möglich, untere Rohrteile,
wie beispielsweise das Rohrteil 7a oder das zusätzliche Rohrteil 67, mit unterschiedlichem
Durchmesser fest auf diesem Auflagekörper 69 anzuordnen.
[0032] Wiederum erkennbar sind an der Unterseite Auflagekörper 61, welche beispielsweise
abgerundet ausgebildet sein können, um die Bodenplatte 65 in Pfeilrichtung C kippen
zu können. Falls nur ein Kippen in Pfeilrichtung B erwünscht ist, ist es vorteilhaft
diese Auflagekörper 61 in den vier Ecken der Bodenplatte 65 vorzusehen.
[0033] Bei den in den Fig. 1 bis 8 dargestellten Ausführungsvarianten sowie den Details
der erfindungsgemässen Vorrichtung handelt es sich selbstverständlich nur um Beispiele,
welche in x-beliebiger Art und Weise abgeändert, variiert oder durch weitere Elemente
ergänzt werden können. So ist es unerheblich, ob die teleskopartig ineinander stossbaren
Rohrelemente aus einem Metall, wie vorteilhafterweise aus Aluminium hergestellt sind,
oder aus einem faserverstärktem Kunststoffmaterial. Bezüglich Materialwahl gelten
dieselben Aussagen in Bezug auf das Gewicht, die Halteelemente, usw., welche allesamt
aus Metall oder einem entsprechend geeigneten Kunststoff gefertigt sein können. Auch
über konstruktive Besonderheiten, wie beispielsweise das Abheben und wieder Aufsetzen
des Kopfteiles 9, beispielsweise zum Auswechseln des Gewichtes soll an dieser Stelle
nicht weiter eingegangen werden, da es sich dabei um handwerkliche Besonderheiten
handelt, welche an sich nicht direkt erfindungswesentlich sind.
[0034] Erfindungswesentlich ist, dass am oberen Ende eines rohrförmigen oder ständerartigen
Elementes, für das Arbeiten über Kopf, eine Halterung für das Anordnen eines Werkzeuges
vorgesehen ist, welche Halterung mit einem am oder im Rohr angeordneten Gewicht derart
wirkverbunden ist, dass bei Bewegen dieses Gewichtes infolge von Gravitation nach
unten gleichzeitig die Halterung vom Rohrmittelpunkt weg bzw. gegen oder über das
obere Rohrende hinausgetrieben wird, um mit dem Werkzeug eine Operation ausführen
zu können.
1. Vorrichtung zum Anordnen und für den Vortrieb eines Werkzeuges bei Arbeiten über Kopf,
beispielsweise an einer bzw. in eine Betondecke, dadurch gekennzeichnet, dass an einem in seiner Längsausdehnung veränderbaren, rohrförmigen bzw. ständerartigen
Element an einem Endbereich eine Halterung für das Werkzeug vorgesehen ist, welche
in Längsrichtung verschieblich mit dem
Rohr bzw. Ständer verbunden ist, und welche Halterung mit einem verschiebbaren Gewicht
derart gekoppelt ist, dass bei Bewegung des Gewichtes infolge Gravitation die Halterung
vom Rohr- oder Ständermittelpunkt weggetrieben wird.
2. Vorrichtung, insbesondere nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewicht und die Halterung über eine frei
drehbare Umlenkrolle durch ein Band derart miteinander wirkverbunden sind, dass bei
Bewegen des Gewichtes infolge Gravitation
die Halterung vom Rohr- oder Ständermittelpunkt weggetrieben wird.
3. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewicht innerhalb des Rohres geführt verschiebbar ist und über eine mit dem Rohr
fest verbundene Umlenkrolle mittels eines Lochungen oder Einkerbungen aufweisenden
Bandes mit der Halterung wirkverbunden ist, wobei
das Band mit den Lochungen bzw. Einkerbungen im Umfang der Umlenkrolle eingreifend
über die Rolle geführt ist und diese bei Verschieben des Gewichtes in Rotation versetzt,
welche Rotationsbewegung die Verschiebung der Halterung auslöst.
4. Vorrichtung, insbesondere nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Umlenkrolle eine Übersetzung vorgesehen
ist, derart, dass bei Bewegen des Gewichtes infolge Schwerkraft
die Halterung um eine wesentlich kleinere Wegstrecke vom RohrMittelpunkt wegbewegt
wird, als die vom Gewicht zurückgelegte Strecke.
5. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass konzentrisch an der Umlenkrolle mindestens ein Zahnrad angeordnet ist, mit einem
wesentlich kleineren Durchmesser als die Umlenkrolle und dass die Halterung seitlich
an einem auf das Rohrende aufgesetztes und dieses übergreifendes, einseitig geschlossenes,
teleskopartig verschiebbares Rohrendteil bzw. Kopfteil angeordnet ist, welches
an seiner inneren Wandung eine längsausgedehnte Gewinde- oder Zahnstange aufweist,
in welche das Zahnrad eingreift.
6. Vorrichtung, insbesondere nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass am verschiebbaren Rohrendteil oder Kopfteil, an
der Halterung und/oder im Bereich der Führung des Gewichtes ein Endanschlag vorgesehen
ist, um den Vortrieb des Werkzeuges nach einer vorbestimmten Weglänge zu begrenzen.
7. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass am Rohr bzw. Ständer im Bereich der Halterung oder eines Endanschlages zur Begrenzung
der Verschiebung der Halterung Mittel zum elektrischen Anschliessen eines gegebenenfalls
elektrisch betriebenen Werkzeuges vorgesehen sind, weiche optional derart mit der
Halterung bzw. dem Rohrendteil oder dem Endanschlag wirkverbunden sind, dass die Stromversorgung
des Werkzeuges in zurückgezogener Ausgangsstellung und/oder bei Erreichen des Endanschlages
automatisch unterbrochen wird.
8. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass das Gewicht in seiner angehobenen Ausgangslage festlegbar bzw. arretierbar ist.
9. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 2 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, dass an der Umlenkrolle einrastbare Mittel vorgesehen sind zum Festlegen bzw. Arretieren
des Gewichtes in der Ausgangslage, welche Einrastmittel entriegelbar
sind, beispielsweise mittels Anlegen eines Zuges auf das Band in die das Gewicht nach
oben ziehende Richtung.
10. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr bzw. der Ständer aus mehreren Elementen bestehend, teleskopartig ineinander
verschieblich ausgebildet ist und im Bereich der jeweiligen Verbindungen
der einzelnen Elemente Verriegelungs- bzw. Festlegemittel vorgesehen sind, um die
Elemente in einer vorbestimmten Länge des Rohres bzw. des Ständers fest miteinander
zu verbinden.
11. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr bzw. der Ständer ein Bodenteil aufweist, mit welchem das Rohr bzw. der Ständer
mindestens
in eine Richtung kippbar bzw. schwenkbar über eine Achse verbunden ist, und dass optional
an der Unterseite des Bodenteils abgerundete Auflageflächen vorgesehen sind, derart,
dass das Bodenteil und damit verbunden das Rohr bzw. der Ständer in mindestens eine
weitere Richtung kippbar ist.
12. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 5 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung längsverschieblich
mit dem Rohrendteil bzw. Kopfteil verbunden ist, und in
verschiedenen, vorzugsweise einem vorgegebenen Raster entsprechenden Positionen fest
mit dem Rohrendteil verbindbar ist.
13. Vorrichtung, insbesondere nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein weiteres Rohrelement
vorgesehen ist, welches zwischen Rohr bzw. Ständer und
dem Bodenteil angeordnet werden kann, derart, dass es auf dem
unteren Ende des Rohres aufschiebbar und mit diesem fest verbindbar
ist, um das Rohr bzw. den Ständer weiter zu verlängern.
14. Höhenverstellbarer Werkzeughalter für das Anordnen einer
Bohrmaschine für Arbeiten über Kopf, insbesondere für das Erstellen
von Bohrlöchern in einer Betondecke, dadurch gekennzeichnet,
dass es sich um eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche
1 bis 13 handelt.
15. Verfahren zum Erzeugen von Bohrlöchern in einer Betondecke mittels einer Vorrichtung
nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch
gekennzeichnet, dass die für das Erstellen notwendige
Bohrmaschine endständig in einer Halterung an einem rohrförmigen
bzw. ständerartigen Element angeordnet wird, welche Halterung längsverschieblich mit
dem Rohr bzw. dem Ständer verbunden
ist, und dass am bzw. im Rohr ein Gewicht infolge Gravitation
nach unten bewegt wird, welches Gewicht über eine Umlenkrolle
mit der Halterung wirkverbunden ist, wobei durch die nach unten
erfolgte Bewegung des Gewichtes die Halterung zusammen mit der
Bohrmaschine nach oben bzw. gegen die Decke getrieben wird, um
so ein Bohrloch in der Betondecke zu erzeugen.