[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenspleißvorrichtung zum pneumatischen Verbinden der
Fadenenden eines Oberfadens und eines Unterfadens, insbesondere von Elasthangarnen,
mit einem Spleißprisma, das einen druckluftbeaufschlagbaren Spleißkanal aufweist,
mit Halte- und Auflöseröhrchen zum pneumatischen Vorbereiten der zu verbindenden Fadenenden,
mit Fadenklemmvorrichtungen und Fadenschneidvorrichtungen zur Handhabung bzw. zum
Ablängen der Fadenenden sowie beabstandet zum Spleißkanal des Spleißprismas angeordneten
Haltemitteln zum Fixieren der freien Längen der Fadenenden nach deren Ablängung.
[0002] Fadenspleißvorrichtungen zum pneumatischen Verbinden von Fadenenden sind insbesondere
im Zusammenhang mit Kreuzspulautomaten seit langem bekannt und zahlreichen Patentschriften,
beispielsweise in der
DE 40 05 752 A1 oder in der
DE 44 20 979 A1, ausführlich beschrieben.
[0003] Mit derartigen Fadenspleißvorrichtungen können zwei Fadenenden, die nach einer Spulunterbrechung,
beispielsweise durch einen Fadenbruch oder durch einen kontrollierten Reinigerschnitt
entstanden sind, pneumatisch so verbunden werden, dass eine nahezu garngleiche Fadenverbindungsstelle
entsteht. Das heißt, bei diesen bekannten Fadenspleißvorrichtungen wird das Fadenende
eines Oberfadens, das nach einem Fadenbruch in der Regel auf die Oberfläche einer
Kreuzspule aufgelaufen ist, mittels einer so genannten Saugdüse aufgenommen und in
den Spleißkanal eines Spleißprismas der Fadenspleißvorrichtungen eingelegt.
[0004] Nahezu gleichzeitig wird durch ein so genanntes Greiferrohr das Fadenende eines Unterfadens
von einem Fadenspanner, der etwas oberhalb einer Ablaufspule angeordnet ist, oder
von einer in einer Abspulstellung positionierten Ablaufspule abgeholt und ebenfalls
in den Spleißkanal des Spleißprismas eingelegt, wo die Fadenenden von Ober- und Unterfaden
anschließend pneumatisch verwirbelt werden.
[0005] Damit eine solche Fadenverbindung ein nahezu garngleiches Aussehen aufweist und annähernd
Garnfestigkeit besitzt, müssen die beiden Fadenenden vorher allerdings exakt abgelängt
und für den Spleißvorgang vorbereitet werden.
[0006] Die bekannten Fadenspleißvorrichtungen weisen zu diesem Zweck entsprechende Fadenklemmeinrichtungen,
Fadenschneideinrichtungen sowie so genannte Halte- und Auflöseröhrchen auf. Das heißt,
die beiden Fadenenden werden, während sie durch die vorgenannten Handhabungselemente
in den Spleißkanal eingefädelt werden, jeweils auch zwischen den Haltebacken einer
der Fadenklemmeinrichtungen sowie dem Schneidwerkzeug einer der Fadenschneideinrichtungen
positioniert.
[0007] Wenn sowohl das Fadenende des Oberfadens als auch das Fadenende des Unterfadens sicher
in den zugehörigen Fadenklemmeinrichtungen fixiert sind, werden die Fäden durch die
Fadenschneideinrichtungen abgelängt.
Die abgelängten Fadenenden werden anschließend in das jeweils benachbart angeordnete
Halte- und Auflöseröhrchen eingesaugt und dort pneumatisch vorbereitet.
Das heißt, die Fadenenden werden zunächst weitestgehend von ihrer Garndrehung befreit,
wobei außerdem die Kurzfasern entfernt werden.
[0008] Im Anschluss werden die vorbereiteten Fadenenden durch einen so genannten Schlaufenzieher
so in den Spleißkanal des Spleißprismas gezogen, dass sie etwa auf gleicher Höhe parallel
nebeneinander im Spleißkanal liegen, dabei jedoch eine entgegengesetzte Ausrichtung
aufweisen.
[0009] Ein über entsprechende Einblasöffnungen in den Spleißkanal eingeleiteter Druckluftstoß
sorgt dann für eine Verwirbelung der zunächst im Wesentlichen parallel liegenden Fasern
der beiden Fadenenden, mit dem Ergebnis, dass eine nahezu garngleiche Fadenverbindung
und damit ein neuer durchgehender Faden entsteht.
[0010] Das beschriebene Verfahren sowie die entsprechenden Fadenspleißvorrichtungen haben
sich in der Praxis beim Spleißen reiner Baumwollgarne oder beim Spleißen von Mischungen
aus Baumwollfasern und Synthetikfasern durchaus bewährt.
[0011] Ungleich schwieriger gestaltet sich die Situation allerdings dann, wenn sogenannte
Elasthangarne verspleißt werden sollen, die in der Regel einen hochelastischen Kernfaden
aufweisen, der zum Beispiel von Baumwollfasern umgeben ist.
Derartige Elasthangarne haben aufgrund des hochelastischen Kernfadens das Bestreben,
sich nach einem Fadenschnitt stark zusammenzuziehen, das heißt, sich stark zu kringeln.
[0012] Wenn solche Elasthangarne in einer der vorbeschriebenen Fadenspleißvorrichtungen
verbunden werden sollen, tritt häufig das Problem auf, dass die Fadenenden aufgrund
ihrer starken Kringelneigung entweder nicht in die Halte- und Auflöseröhrchen eingesaugt
und entsprechend nicht vorbereitet werden können, oder dass die Überlappung der Fadenenden
innerhalb des Spleißkanals des Spleißprismas der Fadenspleißvorrichtungen ungenügend
ist.
[0013] Beide Ereignisse führen in der Regel dazu, dass entweder keine Fadenverbindung erstellt
werden kann, oder dass die erstellte Fadenverbindung nicht den geforderten Qualitätsmerkmalen
entspricht.
[0014] Um Elasthangarne zuverlässig spleißen zu können, ist daher bereits vorgeschlagen
worden, im Bereich des Spleißkanals des Spleißprismas beziehungsweise im Bereich der
etwas beabstandet angeordneten Halte- und Auflöseröhrchen Arretierungsmittel anzuordnen,
die die Fadenenden nach dem Ablängen durch die Fadenschneideinrichtungen fixieren.
Das heißt, es ist grundsätzlich bekannt, Arretierungsmittel vorzusehen, die verhindern,
dass sich die freien Enden der abgelängten Fadenenden zu sehr kringeln können.
[0015] Es ist beispielsweise bereits vorgeschlagen worden, den Spleißkanal des Spleißprismas
auf seiner gesamten Länge mit einer gewindeartigen Struktur zu versehen und auf diese
Weise der Kringelneigung von Elasthangarnen entgegenzuwirken.
Solche auf ihrer gesamten Länge ihres Spleißkanals mit einer gewindeartigen Struktur
versehenen Spleißprismen weisen allerdings den Nachteil auf, dass sie einerseits in
ihrer Herstellung relativ aufwendig und damit relativ kostenintensiv sind und anderseits
die erstellten Spleißverbindungen nicht immer überzeugen können.
[0016] In der
EP 1 118 570 A2 ist des Weiteren eine Fadenspleißvorrichtung beschrieben, die in Höhe der Halte-
und Auflöseröhrchen zusätzliche Fadenarretierungsmittel in Form gezackter Bleche aufweist.
[0017] Diese Bleche, die jeweils eines der Fadenenden fixieren, sind etwa auf halber Strecke
zwischen der eigentlichen Fadenklemmeinrichtung und dem zugehörigen Halte- und Auflöseröhrchen
angeordnet.
Das bedeutet, die nach dem Ablängen der Fadenenden durch die Fadenschneideinrichtung
entstehende, freie, zum Kringeln neigende Fadenlänge wird durch die zusätzlichen Fadenarretierungsmittel
etwa halbiert.
[0018] Mit einer derartig ausgebildeten Fadenspleißvorrichtung konnte die Anzahl erfolgreicher
Spleißverbindungen bei Elasthangarnen zwar etwas erhöht werden, das grundsätzliche
Problem konnte aber nicht beseitigt werden.
[0019] Durch die
DE 100 60 623 A1 ist außerdem eine Fadenspleißvorrichtung bekannt, bei der das Problem des Kringelns
von Elasthangarnen dadurch beseitigt werden soll, dass pro Fadenende zwei Fadenklemmeinrichtungen
zum Einsatz kommen.
[0020] Das heißt, bei dieser bekannten Fadenspleißvorrichtung sind auf beiden Seiten des
Spleißkanals des Spleißprismas zwei mechanisch ansteuerbare Fadenklemmeinrichtungen
installiert, die die Fadenenden sowohl vor als auch hinter dem Spleißkanal fixieren.
[0021] In der
DE 103 30 988 A1 ist eine Fadenspleißvorrichtung beschrieben, bei der im Bereich des Kanalgrundes
des Spleißkanals des Spleißprismas eine relativ schmale Axialnut angeordnet ist.
[0022] In dieser Axialnut sollen die in das Spleißprisma eingelegten Fadenenden fixiert
und insbesondere die Fadenenden von Elasthangarnen daran gehindert werden, sich zu
stark zu kringeln.
[0023] Schließlich ist durch die
DE 101 24 832 A1 eine Fadenspleißvorrichtung bekannt, bei der im Bereich der Halte- und Auflöseröhrchen
Arretierungsmittel für die abgelängten Fadenenden angeordnet sind.
Die Arretierungsmittel sind dabei als unterdruckbeaufschlagbare Siebe ausgebildet,
die die abgelängten Fadenenden auf ihrer Oberfläche pneumatisch fixieren und dabei
dafür sorgen, dass die Länge der zum Kringeln neigenden Fadenenden etwa halbiert wird.
[0024] Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
die bekannten Fadenspleißvorrichtungen zum pneumatischen Verbinden von Fadenenden
so zu modifizieren, dass mit solchen Vorrichtungen auch das Spleißen von problematischen
Garnen, insbesondere Elasthangarnen, zuverlässig gewährleistet ist. Die Herstellungskosten
der erfindungsgemäßen Fadenspleißvorrichtung sollen dabei in einem vertretbaren Rahmen
bleiben.
[0025] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Fadenspleißvorrichtung gelöst, bei
der die Haltemittel als Fadenbremselemente ausgebildet sind, die jeweils endseitig
des Spleißkanals des Spleißprismas angeordnet sind und durch Aufsatzbleche gebildet
werden, die eine Ausnehmung mit einer auf die Fadenenden von Ober- und Unterfaden
bewegungshemmend wirkenden Struktur aufweisen.
[0026] Vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Fadenspleißvorrichtung sind in
den Unteransprüchen beschrieben.
[0027] Die erfindungsgemäße Ausbildung der Fadenbremselemente hat dabei insbesondere den
Vorteil, dass die Fadenenden von Ober- und Unterfaden jeweils beidseitig des Spleißkanals
des Spleißprismas fixiert werden und dadurch zuverlässig verhindert wird, dass sich
die Fadenenden nach ihrem Ablängen durch die Fadenschneideinrichtungen sofort stark
kringeln können.
[0028] Die Fadenenden werden durch die Strukturen in den Ausnehmungen der Aufsatzbleche
so fixiert, dass zwar eine Kringelung der Fadenenden nach dem Ablängen weitestgehend
vermieden wird, die Fadenenden aber trotzdem problemlos in die Halte- und Auflöseröhrchen
eingesaugt und vorbereitetet werden können.
Auch die anschließende, definierte Positionierung der Fadenenden im Spleißkanal des
Speißprismas wird nicht behindert. Das heißt, die Fadenenden können mittels eines
so genannten Schlaufenziehers oder dergleichen problemlos mit vorgebbarer Überdeckung
im Spleißkanal positioniert werden.
Da die Fadenenden nur in den endseitigen Bereichen des Spleißkanals und nur im Bereich
relativ kurzer Fadenabschnitte fixiert sind, wird außerdem die Verwirbelung der Fasern
der vorbereiteten Fadenenden während des Spleißvorganges kaum gestört.
Das bedeutet, mit erfindungsgemäß ausgebildeten Fadenspleißvorrichtungen lassen sich
Fadenverbindungen erstellen, die relativ kurz, aber ausreichend fest sind und die
außerdem ein nahezu garngleiches Aussehen aufweisen.
[0029] Die erfindungsgemäße Ausbildung und Anordnung der Fadenbremselemente ermöglicht folglich
auf relativ einfache Weise eine sichere Erstellung ordnungsgemäßer Spleiße auch bei
problematischen Garnen.
[0030] In vorteilhafter Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Struktur der Ausnehmung
der Aufsatzbleche gewindeartig ausgebildet ist.
Eine solche gewindeartige Struktur hat den Vorteil, dass sie einerseits bewegungshemmend
auf die eingelegten Fadenenden wirkt, andererseits aber den Spleißvorgang nicht behindert.
Das heißt, beim Einblasen der Spleißluft werden die Fasern der Fadenenden stets ordnungsgemäß
verwirbelt.
[0031] In weiterer vorteilhafter Ausführungsform ist vorgesehen, dass im Montagezustand
der Aufsatzbleche die Ausnehmungen eine Verlängerung des Spleißkanals des Spleißprismas
bilden.
[0032] Durch eine solche Ausbildung wird nicht nur erreicht, dass, obwohl die Breite des
Spleißprismas minimiert ist, die Herstellung zwar relativ kurzer aber dennoch ordnungsgemäßer
Fadenspleiße gewährleistet ist, sondern es wird auch sichergestellt, dass es innerhalb
des Spleißkanals zur Ausbildung einer guten Spleißluftströmung kommt, die für eine
ausreichende Verwirbelung der Fasern der vorbereiteten Fadenenden sorgt.
[0033] Vorzugsweise sind die Aufsatzbleche auswechselbar am Spleißprisma angeordnet und
jeweils mit einem Schraubenbolzen befestigt.
[0034] Eine solche Ausbildung hat den Vorteil, dass im Bedarfsfall, wenn zum Beispiel bei
einem Garnpartiewechsel ein Wechsel der Aufsatzbleche sinnvoll erscheint, die Aufsatzbleche
problemlos ausgewechselt werden können oder das beschädigte Aufsatzblech jederzeit
schnell und problemlos erneuerbar ist.
[0035] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform, die optional zum Einsatz kommen
kann, ist vorgesehen, dass zusätzlich zu den erfindungsgemäßen Fadenbremselementen
weitere Fadenbremseinrichtungen vorgesehen sind, die die freie Länge der abgelängten
Fadenenden beaufschlagen.
[0036] Solche zusätzlichen Fadenbremseinrichtungen können beispielsweise Arretierungsmittel
sein, die, wie durch die
DE 101 24 832 A1 bekannt, als unterdruckbeaufschlagbare Siebe ausgebildet und im Bereich der Halte-
und Auflöseröhrchen angeordnet sind. Allerdings können als zusätzliche Fadenbremseinrichtungen
auch Einrichtungen zum Einsatz kommen, die im Bereich der Halte- und Auflöseröhrchen
angeordnet sind und jeweils eine raue Auflagefläche aufweisen, auf der die abgelängten
Fadenenden fixiert werden.
[0037] Auch bezüglich des allgemeinen Aufbaues und der Funktion derartiger Fadenspleißvorrichtungen
sind verschiedene Varianten denkbar.
[0038] Es ist beispielsweise bekannt, eine Fadenspleißvorrichtung so zu konstruieren, dass
während des Spleißvorganges auf den Einsatz eines Deckelelementes, das den Spleißkanal
des Spleißprismas verschließt, verzichtet werden kann.
[0039] In vorteilhafter Ausführungsform ist allerdings vorgesehen, dass ein Spleißprisma
zum Einsatz kommt, dessen Spleißkanal während des Spleißvorganges mittels eines Deckelelementes
verschließbar ist.
[0040] Durch ein solches Deckelelement wird auf einfache Weise verhindert, dass die Fadenenden
während des Spleißprozesses durch die Spleißluft nach oben aus dem Spleißkanal geblasen
werden können, was in jedem Fall zu einem Fehlspleiß führen würde.
[0041] Weitere Einzelheiten der Erfindung sind nachfolgend anhand der in den Zeichnungen
dargestellten Ausführungsbeispiele erläutert.
[0042] Es zeigt:
- Fig. 1
- in Seitenansicht eine Arbeitsstelle eines Kreuzspulautomaten mit einer Fadenspleißvorrichtung,
- Fig. 2
- in Draufsicht eine Fadenspleißvorrichtung während des Einlegens der zu verbindenden
Fadenenden, mit einem erfindungsgemäß ausgebildeten Spleißprisma,
- Fig. 3
- in Draufsicht eine erste Ausführungsform einer Fadenspleißvorrichtung, mit einem erfindungsgemäß
ausgebildeten Spleißprisma,
- Fig. 4
- in Draufsicht eine zweite erste Ausführungsform einer Fadenspleißvorrichtung, mit
einem erfindungsgemäß ausgebildeten Spleißprisma.
[0043] In Figur 1 ist in Seitenansicht schematisch eine Kreuzspulen herstellende Textilmaschine,
im Ausführungsbeispiel ein sogenannter Kreuzspulautomat 1, dargestellt.
Wie bekannt, weisen derartige Kreuzspulautomaten 1 zwischen ihren (nicht dargestellten)
Endgestellen eine Vielzahl gleichartiger Arbeitsstellen, im vorliegenden Fall Spulstellen
2, auf.
[0044] Auf diesen Spulstellen 2 werden, wie bekannt und daher nicht näher erläutert, auf
einer Ringspinnmaschine produzierte Spinnkopse 9, die relativ wenig Garnmaterial aufweisen,
zu großvolumigen Kreuzspulen 15 umgespult, die nach ihrer Fertigstellung mittels eines
selbsttätig arbeitenden (nicht dargestellten) Serviceaggregates, vorzugsweise mittels
eines so genannten Kreuzspulenwechslers, auf eine maschinenlange Kreuzspulentransporteinrichtung
21 überführt und zu einer maschinenendseitig angeordneten Spulenverladestation oder
dergleichen transportiert werden.
[0045] Solche Kreuzspulautomaten 1 weisen oft außerdem eine Logistikeinrichtung in Form
eines Spulen- und Hülsentransportsystems 3 auf, in dem auf Transporttellern 8 die
Spinnkopse 9 beziehungsweise die abgespulten Leerhülsen umlaufen.
Von einem solchen Spulen- und Hülsentransportsystem 3 sind in Figur 1 lediglich die
Kopszuführstrecke 4, die reversierend antreibbare Speicherstrecke 5, eine der zu den
Spulstellen 2 führenden Quertransportstrecken 6 sowie die Hülsenrückführstrecke 7
dargestellt.
Wie bekannt, werden die angelieferten Spinnkopse 9 in Abspulstellungen AS, die sich
jeweils im Bereich der Quertransportstrecken 6 an den Spulstellen 2 befinden, zu großvolumigen
Kreuzspulen 15 umgespult.
[0046] Die einzelnen Spulstellen verfügen zu diesem Zweck, wie ebenfalls bekannt und daher
nur angedeutet, über verschiedene Einrichtungen, die einen ordnungsgemäßen Betrieb
dieser Arbeitsstellen gewährleisten.
Diese Einrichtungen sind beispielsweise eine Saugdüse 12, ein Greiferrohr 25 sowie
eine Fadenverbindungseinrichtung 10.
[0047] Die Saugdüse 12 und das Greiferrohr 25 sind dabei jeweils über einen Saugluftanschluss
an einen maschinenlangen Saugkanal 37 angeschlossen.
Außerdem sind die Saugdüse 12 um eine Drehachse 16 und das Greiferrohr 25 um eine
Drehachse 26 begrenzt schwenkbar gelagert.
[0048] Weitere, in den Figuren nicht näher dargestellte Einrichtungen solcher Spulstellen
2 sind beispielsweise ein Fadenspanner, ein Fadenreiniger, eine Paraffiniereinrichtung,
eine Fadenschneideinrichtung, ein Fadenzugkraftsensor sowie ein Unterfadensensor.
[0049] Die Fadenverbindungseinrichtung ist dabei als pneumatische Fadenspleißvorrichtung
10 ausgebildet und bezüglich des regulären Fadenlaufes der Spulstelle 2 etwas zurückgesetzt
angeordnet. Im Bereich der Fadenspleißvorrichtung 10 sind außerdem, wie in Figur 2
angedeutet, verschiedene Fadenbehandlungseinrichtungen positioniert.
Oberhalb der Fadenspleißvorrichtung 10 ist beispielsweise eine Fadenklemm- und -schneideinrichtung
11 angeordnet, während unterhalb der Fadenspleißvorrichtung 10 eine Fadenklemm- und
-schneideinrichtung 17 installiert ist.
[0050] Wie ersichtlich, erfolgt auf solchen Spulstellen 2 das Wickeln der Kreuzspulen 15
auf einer maschinenoberseitig angeordneten Spulvorrichtung 24.
Derartige Spulvorrichtungen 24 verfügen unter anderem über einen Spulenrahmen 28,
der um eine Schwenkachse 13 beweglich gelagert ist und eine Einrichtung zum drehbaren
Haltern einer Kreuzspulenhülse aufweist.
Während des Spulprozesses liegt die im Spulenrahmen 28 frei drehbar gelagerte Kreuzspule
15 mit ihrer Oberfläche zum Beispiel auf einer Nuttrommel 14 und wird von dieser über
Reibschluss mitgenommen. Die Nuttrommel 14 sorgt dabei außerdem dafür, dass der auf
die Kreuzspule 15 auflaufende Faden während des Auflaufens changiert wird.
[0051] Anstelle einer vorstehend beschriebenen Nuttrommel 14 kann an der Spulvorrichtung
24 selbstverständlich auch eine andere Art von Spulenantriebs- bzw. Fadenchangiereinrichtung
zum Einsatz kommen.
[0052] Der Antrieb der Kreuzspule 15 kann beispielsweise auch über eine so genannte Spulenantriebswalze
erfolgen, während die Changierung des Fadens dann zum Beispiel mittels eines so genannten
Fingerfadenführers erfolgt.
[0053] Des Weiteren verfügen solche Kreuzspulautomaten 1 üblicherweise über eine (nicht
dargestellte) Zentralsteuereinheit, die über einen Maschinenbus sowohl mit den separaten
Arbeitsstellenrechnern 29 der einzelnen Spulstellen 2 als auch mit einer Steuereinrichtung
des Serviceaggregates verbunden ist.
[0054] Die Figur 2 zeigt schematisch in Draufsicht eine Fadenspleißvorrichtung 10 mit einem
erfindungsgemäß ausgebildeten Spleißprisma 19 während des Einlegens der zu verbindenden
Fadenenden eines Oberfadens 31 und eines Unterfadens 32.
Wie ersichtlich, hat das Greiferrohr 25 das Fadenende des Unterfadens 32 in den Spleißkanal
20 eines Spleißprismas 19, in eine unterhalb der Fadenspleißvorrichtung 10 angeordnete
Fadenklemmeinrichtung 17' sowie in eine oberhalb der Fadenspleißvorrichtung 10 angeordnete
Fadenschneideinrichtung 11" eingelegt.
Die Saugdüse 12 hat entsprechend das Fadenende des Oberfadens 31 in den Spleißkanal
20 eines Spleißprismas 19, in eine oberhalb der Fadenspleißvorrichtung 10 angeordnete
Fadenklemmeinrichtung 11' sowie in eine unterhalb der Fadenspleißvorrichtung 10 angeordnete
Fadenschneideinrichtung 17" eingefädelt.
Die Fadenspleißvorrichtung 10 selbst besteht im Wesentlichen aus einem Luftverteilungsblock
33, in den sogenannte Halte- und Auflöseröhrchen 34 eingelassen sind, einem Spleißprisma
19 mit einem pneumatisch beaufschlagbaren Spleißkanal 20 sowie einem in einer Schwenkachse
30 begrenzt drehbar gelagerten Deckelelement 23.
Das Spleißprisma 19 ist dabei, vorzugsweise über eine Schraubverbindung 39, am Luftverteilungsblock
33 festgelegt.
[0055] Im Einbauzustand des Spleißprismas 19 stehen die in den Spleißkanal 20 mündenden
Einblasöffnungen 22 mit einer (nicht dargestellten) Pneumatikbohrung im Luftverteilungsblock
33 in Verbindung, die über eine entsprechende Leitung, in die zum Beispiel ein definiert
ansteuerbares Elektromagnetventil eingeschaltet ist, an eine Druckluftquelle angeschlossen
ist.
[0056] Wie ersichtlich, ist beidseitig des Spleißkanals 20 des Spleißprismas 19 als Haltemittel
für die Fadenenden von Ober- und Unterfaden 31, 32 außerdem jeweils ein Fadenbremselement
35 angeordnet. Die Fadenbremselemente 35 sind dabei vorzugsweise als Aufsatzbleche
18 ausgebildet, die jeweils eine Ausnehmung 27 aufweisen.
[0057] Die Ausnehmungen 27, die eine Verlängerung des Spleißkanals 20 des bezüglich seiner
Breite B relativ schmalen Spleißprismas 19 bilden, sind mit einer gewindeartigen Struktur
ausgestattet, die bewegungshemmend auf die eingelegten Fadenenden 31, 32 wirkt.
[0058] Wie vorstehend bereits angedeutet, verfügt die Fadenspleißvorrichtung 10 außerdem
über ein Deckelelement 23, das um eine Schwenkachse 30 begrenzt drehbar gelagert ist
und über einen (lediglich schematisch dargestellten) Schwenkantrieb 40 definiert angesteuert
werden kann.
[0059] In den Figuren 3 und 4 sind verschiedene Fadenspleißvorrichtungen 10 dargestellt,
bei denen ein Spleißprisma 19 zum Einsatz kommen kann, das die erfindungsgemäße Ausbildung
aufweist.
[0060] Bei der in Fig.3 dargestellten Ausführungsform einer Fadenspleißvorrichtung 10 kommen
außer den erfindungsgemäßen Fadenbremselementen 35 noch weitere zusätzliche Fadenbremseinrichtungen
36 zum Einsatz. Das heißt, das bezüglich seiner Breite B relativ schmale Spleißprisma
19, das mittels einer Schraubverbindung 39 auf einem Luftverteilerblock 33 befestigt
ist, ist nicht nur mit Fadenbremselementen 35 ausgestattet, die durch Aufsatzbleche
18 gebildet werden, sondern weist im Bereich der Halte- und Auflöseröhrchen 34 weitere
Fadenbremseinrichtungen 36 auf.
[0061] Die vorzugsweise jeweils mittels eines Schraubenbolzens 38 endseitig des Spleißkanals
20 am Spleißprisma 19 befestigten Aufsatzbleche 18 weisen dabei jeweils eine Ausnehmung
27 mit einer gewindeartig ausgebildeten Struktur auf, die bewegungshemmend auf die
in den Ausnehmungen 27 liegenden Fadenenden 31, 32 von Ober- und Unterfaden wirkt,
während die Fadenbremseinrichtungen 36 beispielsweise durch Auflageflächen im Bereich
der Halte- und Auflöseröhrchen 34 gebildet werden, die eine relativ raue Oberfläche
aufweisen.
[0062] Wie aus Figur 3 ersichtlich, sind die Halte- und Auflöseröhrchen 34, in denen die
Fadenenden für den Spleißvorgang vorbereitet werden, dabei wie üblich, etwas beabstandet
zum Spleißprisma 19 angeordnet.
[0063] Die in Figur 4 gezeigte zweite Ausführungsform einer Fadenspleißvorrichtung 10 unterscheidet
sich von der vorstehend beschriebenen Ausführungsform gemäß Figur 3 im Wesentlichen
dadurch, dass auf den Einsatz zusätzlicher, im Bereich der Halte- und Auflöseröhrchen
34 angeordneter Fadenbremseinrichtungen 36 verzichtet wird.
[0064] Das heißt, die Fadenspleißvorrichtung 10 gemäß Figur 4 verfügt über ein auf einem
Luftverteilerblock 33 festgelegtes Spleißprisma 19 mit einem pneumatisch beaufschlagbaren
Spleißkanal 20 sowie etwas beabstandet zum Spleißprisma 19 angeordneten Halte- und
Auflöseröhrchen 34.
Wie bei der Ausführungsform gemäß Figur 3 sind jeweils endseitig des Spleißkanals
20 des Spleißprismas 19 Fadenbremselemente 35 angeordnet, die durch Aufsatzbleche
18 gebildet werden.
[0065] Wie von der Fadenspleißvorrichtung 10 gemäß Figur 3 bekannt, weisen die Aufsatzbleche
18 jeweils eine Ausnehmung 27 auf, die mit einer gewindeartig ausgebildeten Struktur
ausgestattet ist, die bewegungshemmend auf die in den Ausnehmungen 27 eingelegten
Fadenenden 31, 32 von Ober- und Unterfaden wirkt und insbesondere bei Elasthangarnen
verhindert, dass sich die Fadenenden nach dem Ablängen zu stark kringeln.
Funktion einer Fadenspleißvorrichtung 10, die die in Figur 2 und 4 dargestellte Ausführungsform
aufweist:
[0066] Wenn es an einer Spulstelle 2 eines Kreuzspulautomaten 1 zu einer Spulunterbrechung
kommt, beispielsweise aufgrund eines Fadenbruches oder eines kontrollierten Fadenreinigerschnittes,
läuft das Fadenende des Oberfadens 31 in der Regel auf die Oberfläche der im Spulenrahmen
28 der Spulstelle 2 rotierbar gelagerten Kreuzspule 15 auf, während das Fadenende
des Unterfadens 3 in einem etwas beabstandet oberhalb des Spinnkopses 9 angeordneten
Fadenspanner fixiert wird. Das heißt, der Fadenreiniger der Spulstelle 2 löst beim
Ausbleiben eines dynamischen Fadensignals die Fadenklemmfunktion des Fadenspanners
aus.
[0067] Im Anschluss wird das im Fadenspanner gehaltene Fadenende des Unterfadens 32 durch
das Greiferrohr 25 abgeholt, das zu diesem Zweck zunächst in den Bereich des Fadenspanners
schwenkt und dort das Fadenende des Unterfadens 32 ansaugt, das vom Fadenspanner freigegeben
wird.
[0068] Wenn die erfolgreiche Aufnahme des Fadenendes des Unterfadens 32, zum Beispiel durch
einen innerhalb des Greiferrohres 25 angeordneten (nicht dargestellten) Sensor registriert
wird, schwenkt das Greiferrohr 25 in seine obere Arbeitsposition. Der Unterfaden 32
wird dabei in den Spleißkanal 20 des Spleißkopfes 19, in das Fadenklemmelement 17'
der unteren und das Fadenschneidelement 11" der oberen Fadenschneid- und -klemmeinrichtung
17 beziehungsweise 11 sowie in die jeweils beidseitig des Spleißkanals 20 angeordneten
Fadenbremselemente 35 eingelegt.
[0069] Gleichzeitig oder nahezu gleichzeitig wird auch das Fadenende des auf die Kreuzspule
15 aufgelaufenen Oberfadens 31 aufgenommen. Das heißt, die Saugdüse 12 schwenkt in
den Bereich der Oberfläche der Kreuzspule 15 und saugt das auf der Oberfläche liegende
Fadenende des Oberfadens 31 an. Die Saugdüse 12 fädelt den Oberfaden 31 ebenfalls
in den Spleißkanal 20 der Fadenspleißvorrichtung 10, in die beidseitig des Spleißkanals
20 angeordneten Fadenbremselemente 35 sowie in das Fadenklemmelement 11' der oberen
und das Fadenschneidelement 17" der unteren Fadenklemm- und -schneideinrichtung 11
beziehungsweise 17 ein.
[0070] Im Anschluss wird der Spleißkanal 20 geschlossen, das heißt, das Deckelelement 23
wird mittels des Schwenkantriebes 40 in die Spleißposition überführt.
Nach dem Verschließen des Spleißkanals 20 werden die Fadenschneid- und -klemm-einrichtungen
11 und 17 aktiviert und die Unter- sowie Oberfäden 31 bzw. 32 geschnitten. Das abgeschnittene
Fadenende des Unterfadens 32 wird dabei durch das Greiferrohr 25 und das abgeschnittene
Fadenende des Oberfadens 31 durch die Saugdüse 12 entsorgt.
[0071] Die im Bereich des Spleißprismas 19 im Spleißkanal 20 liegenden, an sich freien Fadenenden
von Ober- und Unterfaden 31, 32 sind dabei durch die Fadenbremselemente 35 so sicher
fixiert, dass sie zuverlässig daran gehindert werden, sich zu stark zu kringeln.
[0072] Die aus dem Spleißkanal 20 des Spleißprismas 19 herausragenden, durch die Fadenbremselemente
35 fixierten Fadenenden von Oberfaden 31 und Unterfaden 32 werden anschließend jeweils
in eines der unterdruckbeaufschlagten Halte- und Auflöseröhrchen 34 eingesaugt und
dort vorbereitet. Das heißt, die Fadenenden von Ober- und Unterfaden 31, 32 werden
in den Halte- und Auflöseröhrchen pneumatisch, wenigstens teilweise, von ihrer Fadendrehung
sowie von Kurzfasern befreit.
[0073] Im Anschluss werden die so vorbereiteten, in den Fadenbremselementen 35 fixierten
Fadenenden von Oberfaden 31 und Unterfaden 31, z. B. durch einen sogenannten (nicht
dargestellten) Schlaufenzieher oder dergleichen, so in den Spleißkanal 20 des Spleißprismas
19 gezogen, dass die Fadenenden 31, 32 im Spleißkanal 20 mit vorgegebener Überlappung
nebeneinander positioniert sind.
Durch entsprechendes Ansteuern eines Elektromagnetventiles wird anschließend über
die Einblasöffnungen 22 Spleißluft in den Spleißkanal 20 geblasen und die im Spleißkanal
20 befindlichen, nach wie vor durch die Fadenbremselemente 35 fixierten Fadenenden
von Oberfaden 31 und Unterfaden 32 durch die Spleißluft so miteinander verwirbelt,
dass eine nahezu garngleiche Fadenverbindung entsteht. Das bedeutet, durch die beidseitig
des Spleißkanals 20 des Spleißprismas 19 angeordneten Fadenbremselemente 35 wird sichergestellt,
dass sich die Fadenenden 31, 32 nach dem Ablängen durch die Fadenschneid- und -klemmeinrichtungen
11 und 17 nicht so stark kringeln können, dass sie entweder nicht mehr in die Auflöseröhrchen
34 eingesaugt werden können, oder dass die im Spleißkanal 20 angeordneten, sich überlappenden
Fadenabschnitte von Ober - und Unterfaden 31, 32 zu kurz sind, um eine ordnungsgemäße
Fadenverbindung realisieren zu können.
Bezugszeichenliste
[0074]
- 1
- Kreuzspulautomat
- 2
- Spulstelle
- 3
- Spulen- und Hülsentransportsystem
- 4
- Kopszuführstrecke
- 5
- Speicherstrecke
- 6
- Quertransportstrecke
- 7
- Hülsenrückführstrecke
- 8
- Transportteller
- 9
- Spinnkops
- 10
- Fadenspleißvorrichtung
- 11
- Fadenklemm- und -schneideinrichtung (oben)
- 12
- Saugdüse
- 13
- Schwenkachse
- 14
- Nuttrommel
- 15
- Kreuzspule
- 16
- Drehachse
- 17
- Fadenklemm- und -schneideinrichtung (unten)
- 18
- Aufsatzblech
- 19
- Spleißprisma
- 20
- Spleißkanal
- 21
- Kreuzspulentransporteinrichtung
- 22
- Einblasöffnung
- 23
- Deckelelement
- 24
- Spulvorrichtung
- 25
- Greiferrohr
- 26
- Drehachse
- 27
- Ausnehmung
- 28
- Spulenrahmen
- 29
- Arbeitsstellenrechner
- 30
- Schwenkachse
- 31
- Oberfaden
- 32
- Unterfaden
- 33
- Luftverteilerblock
- 34
- Halte- und Auflöseröhrchen
- 35
- Fadenbremselement
- 36
- Fadenbremseinrichtung
- 37
- Saugkanal
- 38
- Schraubenbolzen
- 39
- Schraubverbindung
- 40
- Schwenkantrieb