[0001] Die Erfindung betrifft einen Abstandshalter für Isolierverglasungen, ein Verfahren
zu dessen Herstellung, eine Isolierverglasung und deren Verwendung.
[0002] Die Wärmeleitfähigkeit von Glas ist etwa um den Faktor 2 bis 3 niedriger als die
von Beton oder ähnlichen Baustoffen. Da Scheiben in den meisten Fällen jedoch deutlich
dünner als vergleichbare Elemente aus Stein oder Beton ausgelegt sind, verlieren Gebäude
dennoch häufig den größten Wärmeanteil über die Außenverglasung. Die notwendigen Mehrkosten
für Heizung und Klimaanlagen machen einen nicht zu unterschätzenden Teil der Unterhaltungskosten
eines Gebäudes aus. Zudem werden im Zuge strengerer Bauvorschriften niedrigere Kohlendioxid
Emissionen gefordert. Ein wichtiger Lösungsansatz hierfür sind Isolierverglasungen.
Isolierverglasungen sind vor allem im Zuge immer schneller steigender Rohstoffpreise
und strengeren Umweltschutzauflagen nicht mehr aus dem Gebäudebau wegzudenken. Isolierverglasungen
machen daher einen zunehmend größeren Teil der nach außen gerichteten Verglasungen
aus. Isolierverglasungen enthalten in der Regel mindestens zwei Scheiben aus Glas
oder polymeren Materialien. Die Scheiben sind über einen vom Abstandshalter (Spacer)
definierten Gas- oder Vakuumraum voneinander getrennt. Das Wärmedämmvermögen von Isolierglas
ist deutlich höher als Einfachglas und kann in Dreifachverglasungen oder mit speziellen
Beschichtungen noch weiter gesteigert und verbessert werden. So ermöglichen beispielsweise
silberhaltige Beschichtungen eine verringerte Transmission von infraroter Strahlung
und senken so die Aufheizung eines Gebäudes im Sommer. Neben der wichtigen Eigenschaft
der Wärmeisolierung spielen im Bereich der Gebäudeverglasung zunehmend auch optische
und ästhetische Merkmale eine wichtige Rolle.
[0003] Neben der Beschaffenheit und dem Aufbau des Glases sind auch die weiteren Komponenten
einer Isolierverglasung von großer Bedeutung. Die Dichtung und vor allem der Abstandshalter
haben einen großen Einfluss auf die Qualität der Isolierverglasung.
[0004] Die Wärme-isolierenden Eigenschaften von Isolierverglasungen werden ganz wesentlich
vom Wärmeleitvermögen im Bereich des Randverbunds, insbesondere des Abstandhalters
beeinflusst. Bei üblichen Abstandshaltern aus Aluminium kommt es durch die hohe thermische
Leitfähigkeit des Metalls zur Ausbildung einer Wärmebrücke am Rand des Glases. Diese
Wärmebrücke führt einerseits zu Wärmeverlusten im Randbereich der Isolierverglasung
und andererseits bei hoher Luftfeuchtigkeit und niedrigen Außentemperaturen zur Bildung
von Kondensat auf der Innenscheibe im Bereich des Abstandshalters. Um diese Probleme
zu lösen, werden vermehrt thermisch optimierte, sogenannte "Warme-Kante"-Systeme eingesetzt,
bei denen die Abstandhalter aus Materialien mit geringerer Wärmeleitfähigkeit, wie
zum Beispiel Kunststoffen bestehen.
[0005] Eine Herausforderung bei der Verwendung von Kunststoffen ist die korrekte Abdichtung
des Abstandhalters. Undichtigkeiten innerhalb des Abstandshalters können sonst leicht
zu einem Verlust eines inerten Gases zwischen den Isolierverglasungen führen. Neben
einer schlechteren Dämmwirkung können Undichtigkeiten zudem leicht zum Eindringen
von Feuchtigkeit in die Isolierverglasung führen. Durch Feuchtigkeit gebildeter Niederschlag
zwischen den Scheiben der Isolierverglasung verschlechtert ganz wesentlich die optische
Qualität und macht in vielen Fällen einen Austausch der gesamten Isolierverglasung
notwendig. Mögliche Ansätze zur Verbesserung der Abdichtung und eine damit verbundene
Reduzierung der Wärmeleitfähigkeit ist die Aufbringung einer Barrierefolie auf dem
Abstandshalter. Diese Folie wird in der Regel im Bereich der Außendichtung auf dem
Abstandshalter befestigt. Gebräuchliche Folienmaterialien beinhalten Aluminium oder
Edelstahl, welche eine gute Gasdichtigkeit aufweisen. Die Metalloberfläche gewährleistet
gleichzeitig eine gute Verklebung des Abstandshalters mit der Dichtmasse.
[0006] WO2013/104507 A1 offenbar einen Abstandhalter mit einem polymeren Grundkörper und einer Isolationsfolie.
Die Isolationsfolie enthält dabei eine polymere Folie und mindestens zwei metallische
oder keramische Schichten, die alternierend mit mindestens einer polymeren Schicht
angeordnet sind, wobei bevorzugt die außen liegenden Schichten polymere Schichten
sind. Die metallischen Schichten weisen eine Dicke unter einem µm auf und müssen durch
polymere Schichten geschützt werden. Ansonsten kommt es bei der automatisierten Verarbeitung
der Abstandhalter beim Zusammenbau der Isolierverglasungen leicht zu Beschädigungen
der metallischen Schichten.
[0007] EP 0 852 280 A1 offenbart einen Abstandshalter für Mehrscheiben-Isolierverglasungen. Der Abstandshalter
umfasst eine Metallfolie mit einer Dicke unter 0,1 mm an der Verklebungsfläche und
einen Glasfaseranteil im Kunststoff des Grundkörpers. Die außen liegende Metallfolie
ist während der Weiterverarbeitung in der Isolierverglasung hohen mechanischen Belastungen
ausgesetzt. Insbesondere wenn Abstandshalter auf automatisierten Fertigungslinien
weiterverarbeitet werden, kommt es leicht zu Beschädigungen der Metallfolie und damit
zur Verschlechterung der Barrierewirkung.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung liegt darin, einen Abstandshalter für eine Isolierverglasung
bereitzustellen, der besonders kostengünstig hergestellt werden kann und eine gute
Abdichtung bei gleichzeitig einfacher Montage ermöglicht und so zu einer verbesserten
langzeitstabilen Isolierwirkung beiträgt.
[0009] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch einen Abstandshalter
(Spacer) gemäß dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungen gehen aus
den Unteransprüchen hervor. Ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Abstandshalter, eine erfindungsgemäße Isolierverglasung und deren erfindungsgemäße
Verwendung gehen aus weiteren unabhängigen Ansprüchen hervor.
[0010] Der erfindungsgemäße Abstandshalter für Mehrfachscheiben-Isolierverglasung umfasst
mindestens einen polymeren Grundkörper und eine mehrschichtige Isolationsfolie. Der
Grundkörper umfasst zwei parallel verlaufende Scheibenkontaktflächen, eine Verklebungsfläche
und eine Verglasungsinnenraumfläche. Die Scheibenkontaktflächen und die Verklebungsfläche
sind direkt oder alternativ über Verbindungsflächen miteinander verbunden. Die bevorzugt
zwei Verbindungsflächen weisen bevorzugt einen Winkel von 30° bis 60° zu den Scheibenkontaktflächen
auf. Auf der Verklebungsfläche oder der Verklebungsfläche und den Verbindungsflächen
befindet sich die Isolationsfolie. Die Isolationsfolie umfasst mindestens eine metallhaltige
Barriereschicht, eine polymere Schicht und eine metallhaltige Dünnschicht. Eine Dünnschicht
im Sinne der Erfindung bezeichnet eine Schicht mit einer Dicke unter 100 nm. Die metallhaltige
Barriereschicht hat eine Dicke von 1 µm bis 20 µm und dichtet den Abstandhalter gegen
Gas- und Feuchtigkeitsverlust ab. Die metallhaltige Barriereschicht weist zur Verklebungsfläche
und ist mit der Verklebungsfläche direkt oder über einen Haftvermittler verbunden.
Im Sinne der Erfindung ist die zur Verklebungsfläche weisende Schicht, die Schicht
der Isolationsfolie, die von allen Schichten der Isolationsfolie den geringsten Abstand
zur Verklebungsfläche des polymeren Grundkörpers hat. Die polymere Schicht hat eine
Dicke von 5 µm bis 80 µm und dient der zusätzlichen Abdichtung. Die polymere Schicht
schützt gleichzeitig die metallhaltige Barriereschicht vor mechanischer Beschädigung
während der Lagerung und des automatisierten Zusammenbaus der Isolierverglasung. Die
metallhaltige Dünnschicht weist eine Dicke von 5 nm bis 30 nm auf. Es war überraschend,
dass durch eine so dünne metallhaltige Schicht eine zusätzliche Barrierewirkung erzielt
werden kann. Die metallhaltige Dünnschicht grenzt an die polymere Schicht an, was
aus produktionstechnischer Sicht besonders vorteilhaft ist, da derartige Folien separat
hergestellt werden können und kostengünstig verfügbar sind.
[0011] Somit wird durch die Erfindung ein Abstandhalter bereitgestellt, der eine geringe
thermische Leitfähigkeit aufgrund eines geringen Metallanteils aufweist, der durch
eine mehrfache Barriere hervorragend abgedichtet ist und der zudem aufgrund des einfachen
Aufbaus der Isolationsfolie kostengünstig in großen Mengen herzustellen ist. Zudem
ist die metallhaltige Barriereschicht durch die polymere Schicht sehr gut geschützt,
sodass keine Beschädigung der ansonsten empfindlichen metallhaltigen Barriereschicht
auftreten kann.
[0012] Die Isolationsfolie besteht bevorzugt aus der metallhaltigen Barriereschicht, der
polymeren Schicht und der metallhaltigen Dünnschicht. Bereits mit diesen drei Schichten
wird eine sehr gute Abdichtung erreicht. Die einzelnen Schichten können über Klebstoffe
verbunden sein.
[0013] In einer bevorzugten Ausführung des erfindungsgemäßen Abstandhalters liegt die metallhaltige
Dünnschicht außen und weist somit vom polymeren Grundkörper weg. Erfindungsgemäß hat
die außen liegende Schicht von allen Schichten der Isolationsfolie den größten Abstand
zur Verklebungsfläche des polymeren Grundkörpers. Damit weist die metallhaltige Dünnschicht
in der fertigen Isolierverglasung zur Versiegelungsschicht. Die Schichtenfolge in
der Isolationsfolie ausgehend von der Verklebungsfläche ist dann: Metallhaltige Barriereschicht-
polymere Schicht - metallhaltige Dünnschicht. In dieser Anordnung dient die Dünnschicht
nicht nur als zusätzliche Barriere gegen Gasverlust und Eindringen von Feuchtigkeit
sondern übernimmt gleichzeitig die Aufgabe eines Haftvermittlers. Die Haftung dieser
dünnen Schicht zu den üblichen Materialien der äußeren Versiegelung ist so hervorragend,
dass auf einen zusätzlichen Haftvermittler verzichtet werden kann.
[0014] In einer alternativen Ausführungsform liegt die polymere Schicht außen, sodass die
Schichtenfolge in der Isolationsfolie ausgehend von der Verklebungsfläche metallhaltige
Barriereschicht - metallhaltige Dünnschicht - polymere Schicht ist. In dieser Anordnung
ist auch die metallhaltige Barriereschicht vor Beschädigung geschützt.
[0015] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die Isolationsfolie mindestens
eine zweite metallhaltige Dünnschicht. Eine weitere metallhaltige Dünnschicht verbessert
die Barrierewirkung. Bevorzugt liegt die metallhaltige Dünnschicht außen, sodass sie
als Haftvermittler wirkt. Besonders bevorzugt ist eine Schichtenfolge in der Isolationsfolie
ausgehend von der Verklebungsfläche metallhaltige Barriereschicht - metallhaltige
Dünnschicht - polymere Schicht - metallhaltige Dünnschicht. In dieser Anordnung ist
die Barrierewirkung durch die zweite metallhaltige Dünnschicht weiter verbessert und
gleichzeitig wirkt die außen liegende metallhaltige Dünnschicht als Haftvermittler.
[0016] Die metallhaltige Dünnschicht wird bevorzugt durch einen PVD-Prozess (physikalische
Gasphasenabscheidung) abgeschieden. Beschichtungsverfahren für Folien mit metallhaltigen
Dünnschichten im Nanometerbereich sind bekannt und werden zum Beispiel in der Verpackungsindustrie
eingesetzt. Die metallhaltige Dünnschicht kann auf eine polymere Folie zum Beispiel
durch Sputtern in der erforderlichen Dicke zwischen 5 nm und 30 nm aufgebracht werden.
Anschließend kann diese beschichtete Folie mit einer metallhaltigen Barriereschicht
in einer Dicke im µm-Bereich laminiert werden und so die Isolationsfolie für den erfindungsgemäßen
Abstandshalter erhalten werden. Eine solche Beschichtung kann einseitig oder beidseitig
erfolgen. So kann überraschend ausgehend von einem leicht zugänglichen Produkt in
einem Produktionsschritt eine Isolationsfolie erhalten werden, die im Verbund mit
dem polymeren Grundkörper einen Abstandhalter mit hervorragender Abdichtung liefert.
[0017] Bevorzugt wird die Isolationsfolie an der Verklebungsfläche, den Verbindungsflächen
und einem Teil der Scheibenkontaktflächen angebracht. In dieser Anordnung werden die
Verklebungsflächen und die Verbindungsflächen vollständig von der Isolationsfolie
bedeckt und zusätzlich die Scheibenkontaktflächen zu einem Teil bedeckt. Besonders
bevorzugt erstreckt sich die Isolationsfolie über zwei Drittel oder die Hälfte der
Höhe h der Scheibenkontaktflächen. In dieser Anordnung wird eine besonders gute Abdichtung
erzielt, da in der fertigen Isolierverglasung die Isolationsfolie mit dem Dichtmittel
überlappt, das sich zwischen den Scheiben und den Scheibenkontaktflächen befindet.
So kann eine mögliche Diffusion von Feuchtigkeit in den Scheibeninnenraum und eine
Diffusion von Gasen in den bzw. aus dem Scheibeninnenraum verhindert werden.
[0018] Die metallhaltige Barriereschicht enthält bevorzugt Aluminium, Silber, Kupfer und/oder
Legierungen oder Gemische davon. Besonders bevorzugt enthält die metallhaltige Schicht
Aluminium. Aluminiumfolien zeichnen sich durch eine besonders gute Gasdichtigkeit
aus. Die metallische Schicht weist eine Dicke von 5 µm bis 10 µm auf, besonders bevorzugt
von 6 µm bis 9 µm auf. Innerhalb der genannten Schichtdicken konnte eine besonders
gute Dichtigkeit der Isolationsfolie beobachtet werden. Da die metallhaltige Barriereschicht
im erfindungsgemäßen Aufbau durch eine polymere Schicht geschützt wird, können im
Vergleich zu handelsüblichen Abstandshaltern (ca. 30 µm bis 100 µm Dicke der metallhaltigen
Schichten) dünnere metallhaltige Schichten eingesetzt werden, wodurch die Wärme-isolierenden
Eigenschaften des Abstandshalters verbessert werden.
[0019] Die metallhaltige Dünnschicht enthält bevorzugt Metalle und/oder Metalloxide. Insbesondere
Metalloxide stellen eine gute Haftung zu den Materialien der äußeren Versiegelung
her, wenn die Dünnschicht außen liegt. Besonders bevorzugt besteht die metallhaltige
Dünnschicht aus Aluminium und / oder Aluminiumoxid. Diese Materialien stellen eine
gute Haftung her und haben gleichzeitig eine besonders gute Barrierewirkung.
[0020] Die metallhaltige Dünnschicht hat bevorzugt eine Dicke von 10 nm bis 30 nm, besonders
bevorzugt von 15 nm. In einer solchen Dicke wird eine gute zusätzliche Barrierewirkung
erzielt ohne dass es zu einer Verschlechterung der thermischen Eigenschaften durch
Ausbildung einer Wärmebrücke kommt.
[0021] In einer bevorzugten Variante wird die Isolationsfolie mit der Verklebungsfläche
über einen nichtgasenden Kleber verklebt, wie zum Beispiel einen Polyurethan-Schmelzklebstoff,
der unter Feuchtigkeit aushärtet. Dieser Kleber stellt eine besonders gute Haftung
zwischen dem glasfaserverstärkten polymeren Grundkörper und der metallhaltigen Barriereschicht
her und vermeidet die Bildung von Gasen, die durch den Abstandhalter in den Scheibeninnenraum
diffundieren.
[0022] Die Isolationsfolie weist bevorzugt eine Gaspermeation von kleiner als 0,001 g/(m
2 h) auf.
[0023] Die Isolationsfolie kann auf dem Grundkörper aufgebracht werden, beispielsweise geklebt
werden. Alternativ kann die Isolationsfolie mit dem Grundkörper zusammen coextrudiert
werden.
[0024] Die polymere Schicht umfasst bevorzugt Polyethylenterephthalat, Ethylenvinylalkohol,
Polyvinylidenchlorid, Polyamide, Polyethylen, Polypropylen, Silikone, Acrylonitrile,
Polyacrylate, Polymethylacrylate und/oder Copolymere oder Gemische davon.
[0025] Die polymere Schicht weist bevorzugt eine Dicke von 5 µm bis 24 µm, besonders bevorzugt
12 µm, auf. Bei diesen Dicken wird die darunter liegende metallische Barriereschicht
besonders gut geschützt.
[0026] Der Grundkörper weist bevorzugt entlang der Verglasungsinnenraumfläche eine Breite
b von 5 mm bis 45 mm auf, besonders bevorzugt 8 mm bis 20 mm. Der genaue Durchmesser
richtet sich nach den Abmessungen der Isolierverglasung und der gewünschten Zwischenraumgröße.
[0027] Der Grundkörper weist bevorzugt entlang der Scheibenkontaktflächen eine Gesamthöhe
g von 5,5 mm bis 8 mm, besonders bevorzugt 6,5 mm auf.
[0028] Der Grundkörper enthält bevorzugt ein Trockenmittel, bevorzugt Kieselgele, Molekularsiebe,
CaCl
2, Na
2SO
4, Aktivkohle, Silikate, Bentonite, Zeolithe und/oder Gemische davon. Das Trockenmittel
kann sowohl innerhalb eines zentralen Hohlraums oder in den glasfaserverstärkten polymeren
Grundkörper selbst eingearbeitet sein. Das Trockenmittel ist bevorzugt innerhalb des
zentralen Hohlraums enthalten. Das Trockenmittel kann dann direkt vor dem Zusammenbau
der Isolierverglasung eingefüllt werden. So wird eine besonders hohe Aufnahmekapazität
des Trockenmittels in der fertigen Isolierverglasung sichergestellt. Die Verglasungsinnenraumfläche
weist bevorzugt Öffnungen auf, welche eine Aufnahme der Luftfeuchtigkeit durch das
im Grundkörper enthaltene Trockenmittel erlauben.
[0029] Der Grundkörper enthält bevorzugt Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polypropylen
(PP), Polystyrol, Polyester, Polyurethane, Polymethylmetacrylate, Polyacrylate, Polyamide,
Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT), bevorzugt Acrylnitril-Butadien-Styrol
(ABS), Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol - Polycarbonat
(ABS/PC), Styrol-Acrylnitril (SAN), PET/PC, PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische
davon.
[0030] Der Grundkörper ist bevorzugt glasfaserverstärkt. Durch die Wahl des Glasfaseranteils
im Grundkörper kann der Wärmeausdehnungskoeffizient des Grundkörpers variiert und
angepasst werden. Durch Anpassung des Wärmeausdehnungskoeffizienten des Grundkörpers
und der Isolationsfolie lassen sich temperaturbedingte Spannungen zwischen den unterschiedlichen
Materialien und ein Abplatzen der Isolationsfolie vermeiden. Der Grundkörper weist
bevorzugt einen Glasfaseranteil von 20 % bis 50 %, besonders bevorzugt von 30 % bis
40 % auf. Der Glasfaseranteil im Grundkörper verbessert gleichzeitig die Festigkeit
und Stabilität.
[0031] Die Erfindung umfasst des Weiteren eine Isolierverglasung umfassend mindestens zwei
Scheiben, einen zwischen den Scheiben im Randbereich der Scheiben umlaufend angeordneten
erfindungsgemäßen Abstandshalter, ein Dichtmittel und eine äußere Versiegelungsschicht.
Dabei liegt eine erste Scheibe an der ersten Scheibenkontaktfläche des Abstandshalters
an und eine zweite Scheibe an der zweiten Scheibenkontaktfläche an. Zwischen der ersten
Scheibe und der ersten Scheibenkontaktfläche und der zweiten Scheibe und der zweiten
Scheibenkontaktfläche ist ein Dichtmittel angebracht. Die beiden Scheibe ragen über
den Abstandshalter hinaus, so dass ein umlaufender Randbereich entsteht, der mit einer
äußeren Versiegelungsschicht, bevorzugt einer plastischen Abdichtmasse, verfüllt ist.
Der Randraum liegt dem inneren Scheibenzwischenraum gegenüber und wird durch die beiden
Scheiben und den Abstandshalter begrenzt. Die äußere Versiegelungsschicht steht in
Kontakt mit der Isolationsfolie des erfindungsgemäßen Abstandshalters. Die äußere
Versiegelungsschicht enthält bevorzugt Polymere oder silanmodifizierte Polymere, besonders
bevorzugt Polysulfide, Silikone, RTV (raumtemperturvernetzenden)-Silikonkautschuk,
HTV-(hochtemperturvernetzenden) Silikonkautschuk, peroxidischvernetzten-Silikonkautschuk
und/oder additionsvernetzten-Silikonkautschuk, Polyurethane, Buthylkautschuk und/oder
Polyacrylate. Die Scheiben enthalten Materialien wie Glas und/oder transparente Polymere.
Die Scheiben weisen bevorzugt eine optische Transparenz von > 85 % auf. Grundsätzlich
sind verschiedene Geometrien der Scheiben möglich, beispielsweise rechteckige, trapezförmige
und abgerundete Geometrien. Die Scheiben weisen bevorzugt eine Wärmeschutzbeschichtung
auf. Die Wärmeschutzbeschichtung enthält bevorzugt Silber. Um Energieeinsparmöglichkeiten
ausschöpfen zu können, kann die Isolierverglasung mit einem Edelgas, vorzugsweise
Argon oder Krypton befüllt werden, die den Wärmeübergangswert im Isolierverglasungszwischenraum
reduzieren.
[0032] Die Erfindung umfasst weiterhin ein Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen
Abstandshalters umfassend die Schritte
- Extrusion des polymeren Grundkörpers,
- Herstellung der Isolationsfolie durch
- a) Aufbringen der metallhaltigen Dünnschicht auf der polymeren Schicht durch einen
PVD-Prozess (physikalische Gasphasenabscheidung)
- b) Laminieren des erhaltenen Schichtaufbaus mit der metallhaltigen Barriereschicht
und
- Anbringung der Isolationsfolie auf dem polymeren Grundkörper.
[0033] Der polymere Grundkörper wird durch Extrusion hergestellt. In einem weiteren Schritt
wird die Isolationsfolie hergestellt. Zunächst wird dazu eine polymere Folie in einem
PVD-Prozess metallisiert. Dadurch erhält man den für die Isolationsfolie benötigten
Aufbau aus polymerer Schicht und metallhaltiger Dünnschicht. Dieser Prozess wird für
die Herstellung von Folien in der Verpackungsindustrie bereits im großen Maßstab angewendet,
sodass der Schichtaufbau aus polymerer Schicht und metallhaltiger Dünnschicht kostengünstig
hergestellt werden kann. In einem weiteren Schritt wird die metallisierte polymere
Schicht mit der metallhaltigen Barriereschicht laminiert. Dazu wird eine dünne Metallfolie
(entspricht der metallhaltigen Barriereschicht) mit der vorbereiteten metallisierten
polymeren Schicht durch Lamination verbunden.
[0034] Die metallhaltige Barriereschicht kann sowohl auf der polymeren Schicht als auch
auf der metallhaltigen Dünnschicht angebracht werden. Im ersten Fall liegt die metallhaltige
Dünnschicht in der fertigen Isolationsfolie außen und kann so nach dem Anbringen auf
dem Abstandhalter auch als Haftvermittler zum Material der äußeren Versiegelung dienen.
Im zweiten Fall liegt die metallhaltige Dünnschicht innen und ist so vor Beschädigungen
geschützt. Die Isolationsfolie wird bevorzugt über einen Kleber auf der Verklebungsfläche
des polymeren Grundkörpers angebracht.
[0035] Die Erfindung umfasst weiterhin die Verwendung eines erfindungsgemäßen Abstandshalters
in Mehrfachverglasungen, bevorzugt in Isolierverglasungen.
[0036] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnung
ist eine rein schematische Darstellung und nicht maßstabsgetreu. Sie schränkt die
Erfindung in keiner Weise ein. Die Zeichnung zeigt in:
Figur 1 einen Querschnitt des erfindungsgemäßen Abstandshalters,
Figur 2 einen Querschnitt der erfindungsgemäßen Isolierverglasung,
Figur 3 einen Querschnitt der erfindungsgemäßen Isolationsfolie und
Figur 4 einen Querschnitt einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Isolationsfolie,
Figur 5 einen Querschnitt einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Isolationsfolie,
Figur 6 einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Abstandhalters.
[0037] Figur 1 zeigt einen Querschnitt des erfindungsgemäßen Abstandshalters 1. Der glasfaserverstärkte
polymere Grundkörper 2 umfasst zwei parallel verlaufende Scheibenkontaktflächen 3.1
und 3.2, welche den Kontakt zu den Scheiben einer Isolierverglasung herstellen. Die
Scheibenkontaktflächen 3.1 und 3.2 sind über eine äußere Verklebungsfläche 5 und eine
Verglasungsinnenraumfläche 4 verbunden. Zwischen der Verklebungsfläche 5 und den Scheibenkontaktflächen
3.1 und 3.2 sind bevorzugt zwei gewinkelte Verbindungsflächen 6.1 und 6.2 angeordnet.
Die Verbindungsflächen 6.1, 6.2 verlaufen bevorzugt in einem Winkel □ (Alfa) von 30°
bis 60° zur Verklebungsfläche 5. Der glasfaserverstärkte polymere Grundkörper 2 enthält
bevorzugt Styrol-Acryl-Nitril (SAN) und etwa 35 Gew.-% Glasfaser. Die abgewinkelte
Form der ersten Verbindungsfläche 6.1 und der zweiten Verbindungsfläche 6.2 verbessert
die Stabilität des glasfaserverstärkten polymeren Grundkörpers 2 und ermöglicht wie
in Figur 2 gezeigt eine bessere Verklebung und Isolierung des erfindungsgemäßen Abstandshalters.
Der Grundkörper weist einen Hohlraum 8 auf und die Wandstärke des polymeren Grundkörpers
2 beträgt zum Beispiel 1 mm. Die Breite b (siehe Figur 5) des polymeren Grundkörpers
2 entlang der Verglasungsinnenraumfläche 4 beträgt zum Beispiel 12 mm. Die Gesamthöhe
des polymeren Grundkörpers beträgt 6,5 mm. Auf der Verklebungsfläche 5 ist eine Isolationsfolie
10 angebracht, welche mindestens eine in Figur 3 gezeigte metallhaltige Barriereschicht
12, eine polymere Schicht 13 sowie eine metallhaltige Dünnschicht 14 umfasst. Der
gesamte erfindungsgemäße Abstandshalter weist eine Wärmeleitfähigkeit von kleiner
als 10 W/(m K) und eine Gaspermeation von kleiner 0,001 g/(m
2 h) auf. Der erfindungsgemäße Abstandshalter verbessert die Isolationswirkung.
[0038] Figur 2 zeigt einen Querschnitt der erfindungsgemäßen Isolierverglasung mit dem Abstandshalter
1 beschrieben in Figur 1. Zwischen einer ersten Isolierglasscheibe 15 und einer zweiten
Isolierglasscheibe 16 ist der glasfaserverstärkte polymere Grundkörper 2 mit der darauf
befestigten Isolationsfolie 10 angeordnet. Die Isolationsfolie 10 ist auf der Verklebungsfläche
5, der ersten Verbindungsfläche 6.1 und der zweiten Verbindungsfläche 6.2 und auf
einem Teil der Scheibenkontaktflächen angeordnet. Die erste Scheibe 15, die zweite
Scheibe 16 und die Isolationsfolie 10 begrenzen den äußeren Randraum 20 der Isolierverglasung.
Im äußeren Randraum 20 ist die äußere Versiegelungsschicht 17, die zum Beispiel Polysulfid
enthält angeordnet. Die Isolationsfolie 10 isoliert zusammen mit der äußeren Versiegelungsschicht
17 den Scheibeninnenraum 19 und vermindert den Wärmeübergang vom glasfaserverstärkten
polymeren Grundkörper 2 in den Scheibeninnenraum 19. Die Isolationsfolie kann beispielsweise
mit PUR-Hotmeltkleber auf dem polymeren Grundkörper 2 befestigt werden. Zwischen den
Scheibenkontaktflächen 3.1, 3.2 und den Isolierglasscheiben 15, 16 ist bevorzugt ein
Dichtmittel 18 angeordnet. Dies enthält zum Beispiel Butyl. Das Dichtmittel 18 überlappt
mit der Isolationsfolie, um mögliche Grenzflächendiffusion zu verhindern. Die erste
Isolierglasscheibe 15 und die zweite Isolierglasscheibe 16 weisen bevorzugt dieselben
Abmessungen und Dicken auf. Die Scheiben weisen bevorzugt eine optische Transparenz
von > 85 % auf. Die Isolierglasscheiben 15,16 enthalten bevorzugt Glas und/oder Polymere,
bevorzugt Flachglas, Floatglas, Quarzglas, Borosilikatglas, Kalk-Natron-Glas, Polymethylmethacrylat
und/oder Gemische davon. In einer alternativen Ausführungsform können die erste Isolierglasscheibe
15 und/oder die zweite Isolierglasscheibe 16 als Verbundglasscheibe ausgebildet sein.
Die erfindungsgemäße Isolierverglasung bildet in diesem Fall eine Dreifach- oder Vierfachverglasung.
Innerhalb des glasfaserverstärkten polymeren Grundkörpers 2 ist ein Trockenmittel
9, zum Beispiel Molsieb, innerhalb des zentralen Hohlraums 8 angeordnet. Dieses Trockenmittel
9 kann in den Hohlraum 8 des Abstandshalters 1 vor dem Zusammenbau der Isolierverglasung
eingefüllt werden. Die Verglasungsinnenraumfläche 4 umfasst kleinere Öffnungen 7 oder
Poren, die einen Gasaustausch mit dem Scheibeninnenraum 19 ermöglichen.
[0039] Figur 3 zeigt einen Querschnitt der erfindungsgemäßen Isolationsfolie 10. Die Isolationsfolie
10 umfasst eine metallhaltige Barriereschicht 12 aus 7 µm dickem Aluminium, eine polymere
Schicht aus 12 µm dickem Polyethylenterephthalat (PET) und eine metallhaltige Dünnschicht
aus 10 nm dickem Aluminium. Polyethylenterephthalat ist besonders geeignet, um die
7 µm dicke Aluminiumschicht vor mechanischer Beschädigung zu schützen, da PET-Folien
sich durch eine besonders hohe Reißfestigkeit auszeichnen. Die Folienschichten sind
so angeordnet, dass die Aluminiumschichten, das heißt die metallhaltige Barriereschicht
12 und die metallhaltige Dünnschicht 14, außen liegen. Die Folie wird auf einem erfindungsgemäßen
polymeren Grundkörper so angeordnet, dass die metallhaltige Barriereschicht 12 zur
Verklebungsfläche 5 zeigt. Dann zeigt die metallhaltige Dünnschicht 14 nach außen
und wirkt zugleich als Haftschicht gegenüber dem Material der äußeren Versiegelungsschicht
17. So erfüllt die metallhaltige Dünnschicht 14 nicht nur eine Barrierewirkung sondern
auch die Aufgabe eines Haftvermittlers. Durch geschickte Anordnung eines einfach herzustellenden
Folienaufbaus kann somit ein effektiver Abstandhalter erhalten werden.
[0040] Der Aufbau der erfindungsgemäßen Isolationsfolie 10 senkt die Wärmeleitfähigkeit
der Isolationsfolie im Vergleich zu den Isolationsfolien, die ausschließlich aus einer
Aluminiumfolie bestehen, da die Dicken der metallhaltigen Schichten der erfindungsgemäßen
Isolationsfolie 10 geringer sind. Isolationsfolien, die nur aus einer Aluminiumfolie
bestehen müssen dicker sein, da Aluminiumfolien mit Dicken unter 0,1 mm hochempfindlich
sind gegenüber mechanischen Beschädigungen, die zum Beispiel während des automatisierten
Einbaus in eine Isolierverglasung auftreten können. Ein mit der genannten erfindungs-gemäßen
Isolationsfolie 10 und dem glasfaserverstärkten polymeren Grundkörper 2 versehener
Abstandshalter 1 weist eine thermische Wärmeleitfähigkeit von 0,29 W/(m K) auf. Ein
Abstandshalter nach dem Stand der Technik, bei dem die erfindungsgemäße Isolationsfolie
10 durch eine 30 µm dicke Aluminiumschicht ersetzt ist, weist eine thermische Wärmeleitfähigkeit
von 0,63 W/(m K) auf. Dieser Vergleich zeigt, dass mit dem erfindungsgemäßen Aufbau
des Abstandshalters aus polymerem Grundkörper und Isolationsfolie trotz insgesamt
geringerem Metallgehalt eine höhere mechanische Beständigkeit und eine gleichwertige
Dichtigkeit (gegenüber Gas- und Feuchtigkeits-diffusion) bei gleichzeitig niedrigerer
Wärmeleitfähigkeit erzielt werden kann, was deutlich die Effizienz einer Isolierverglasung
erhöht.
[0041] Figur 4 zeigt einen Querschnitt einer alternativen Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Isolationsfolie. Die Materialien und Dicken sind wie in Figur 3 beschrieben, allerdings
unterscheidet sich die Reihenfolge der einzelnen Schichten. Die metallhaltige Dünnschicht
14 liegt zwischen der metallhaltigen Barriereschicht 12 und der polymeren Schicht
13. In dieser Anordnung wird die metallhaltige Barriereschicht 12 durch die polymere
Schicht 13 vor Beschädigung geschützt, wodurch eine uneingeschränkte Barrierewirkung
sichergestellt wird.
[0042] Figur 5 zeigt einen Querschnitt einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Isolationsfolie. Der Aufbau der Isolationsfolie 10 ist im Wesentlichen wie in Figur
4 beschrieben. Zusätzlich ist angrenzend an die polymere Schicht 13 eine weitere metallhaltige
Dünnschicht 14 angeordnet. Diese Dünnschicht 14 verbessert insbesondere die Haftung
zum Material der äußeren Versiegelungsschicht 17 in der fertigen Isolierverglasung.
[0043] Figur 6 zeigt einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Abstandhalters umfassend
einen glasfaserverstärkten polymeren Grundkörper 2 und eine Isolationsfolie 10, die
auf der Verklebungsfläche 5, den Verbindungsflächen 6.1. und 6.2 sowie auf etwa zwei
Dritteln der Scheibenkontakflächen 3.1 und 3.2 angebracht ist. Die Breite b des polymeren
Grundkörpers entlang der Vergasungsinnenraumfläche 4 beträgt 12 mm und die Gesamthöhe
g des polymeren Grundkörpers 2 beträgt 6,5 mm. Der Aufbau der Isolationsfolie 10 ist
wie in Figur 3 gezeigt. Die Isolationsfolie 10 ist über einen Kleber 11, in diesem
Fall ein Polyurethan-Schmelzkleber angebracht. Der Polyurethan-Schmelzkleber verklebt
die zur Verklebungsfläche 5 weisende metallhaltige Barriereschicht 12 besonders gut
mit dem polymeren Grundkörper 2. Es handelt sich bei dem Polyurethan-Schmelzkleber
um einen nichtgasenden Klebestoff, um zu vermeiden, dass Gase in den Scheibeninnenraum
19 diffundieren und es dort zur Bildung von sichtbaren Niederschlägen kommt.
Bezugszeichenliste
[0044]
- (1)
- Abstandshalter
- (2)
- polymerer Grundkörper
- (3.1)
- erste Scheibenkontaktfläche
- (3.2)
- zweite Scheibenkontaktfläche
- (4)
- Verglasungsinnenraumfläche
- (5)
- Verklebungsfläche
- (6.1)
- erste Verbindungsfläche
- (6.2)
- zweite Verbindungsfläche
- (7)
- Öffnungen
- (8)
- Hohlraum
- (9)
- Trockenmittel
- (10)
- Isolationsfolie
- (11)
- Kleber
- (12)
- metallhaltige Barriereschicht
- (13)
- polymere Schicht
- (14)
- metallhaltige Dünnschicht
- (15)
- erste Scheibe
- (16)
- zweite Scheibe
- (17)
- äußere Versiegelungsschicht
- (18)
- Dichtmittel
- (19)
- Scheibeninnenraum
- (20)
- äußerer Randraum der Isolierverglasung
- h
- Höhe der Scheibenkontaktflächen
- b
- Breite des polymeren Grundkörpers entlang der Verglasungsinnenraumfläche
- g
- Gesamthöhe des Grundkörpers entlang der Scheibenkontaktflächen
1. Abstandshalter (1) für Mehrfachscheiben-Isolierverglasungen mindestens umfassend:
einen polymeren Grundkörper (2) umfassend zwei parallel verlaufende Scheibenkontaktflächen
(3.1, 3.2), eine Verglasungsinnenraumfläche (4), eine Verklebungsfläche (5), wobei
die Scheibenkontaktflächen (3.1, 3.2) und die Verklebungsfläche (5) direkt oder über
Verbindungsflächen (6.1, 6.2) miteinander verbunden sind, und eine Isolationsfolie
(10), die zumindest auf der Verklebungsfläche (5) aufgebracht ist, wobei die Isolationsfolie
(10) eine zur Verklebungsfläche (5) weisende metallhaltige Barriereschicht (12) mit
einer Dicke von 1 µm bis 20 µm aufweist, und die Isolationsfolie (10) eine polymere
Schicht (13) mit einer Dicke von 5 µm bis 80 µm und eine an die polymere Schicht (13)
angrenzende metallhaltige Dünnschicht (14) mit einer Dicke unter 100 nm umfasst.
2. Abstandhalter (1) nach Anspruch 1, wobei die metallhaltige Dünnschicht (14) eine Dicke
von 5 nm bis 30 nm hat.
3. Abstandhalter (1) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Isolationsfolie (10) aus der metallhaltigen
Barriereschicht (12), der polymeren Schicht (13) und der metallhaltigen Dünnschicht
(14) besteht.
4. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die metallhaltige Dünnschicht
(14) außen liegt, sodass die Schichtenfolge in der Isolationsfolie (10) ausgehend
von der Verklebungsfläche (5) metallhaltige Barriereschicht (12) - polymere Schicht
(13) - metallhaltige Dünnschicht (14) ist.
5. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die polymere Schicht (13)
außen liegt, sodass die Schichtenfolge in der Isolationsfolie (10) ausgehend von der
Verklebungsfläche (5) metallhaltige Barriereschicht (12) - metallhaltige Dünnschicht
(14) - polymere Schicht (13) ist.
6. Abstandshalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei die Isolationsfolie (10)
die Verklebungsfläche (5) und die Verbindungsflächen (6.1, 6.2) vollständig und die
Scheibenkontaktflächen (3.1, 3.2) teilweise abdeckt.
7. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die metallhaltige Barriereschicht
(12) Aluminium, Silber, Kupfer und/oder Legierungen davon enthält.
8. Abstandshalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei die metallhaltige Barriereschicht
(12) eine Dicke von 5 µm bis 10 µm, bevorzugt von 6 µm bis 9 µm, aufweist.
9. Abstandshalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei die metallhaltige Dünnschicht
(14) eine Dicke von 10 nm bis 20 nm aufweist, bevorzugt 14 nm bis 16 nm.
10. Abstandhalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Isolationsfolie (10)
mit der Verklebungsfläche (5) über einen Polyurethan-Schmelzkleber (11) verklebt ist.
11. Abstandshalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei die polymere Schicht (13)
eine Dicke von 5 µm bis 24 µm, bevorzugt von 12 µm aufweist.
12. Abstandshalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, wobei der polymere Grundkörper
(2) Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polypropylen (PP), Polystyrol, Polyester,
Polyurethane, Polymethylmetacrylate, Polyacrylate, Polyamide, Polyethylenterephthalat
(PET), Polybutylenterephthalat (PBT), bevorzugt Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS),
Acrylester-Styrol-Acrylnitril (ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol - Polycarbonat (ABS/PC),
Styrol-Acrylnitril (SAN), PET/PC, PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische davon enthält.
13. Abstandshalter (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, wobei der polymere Grundkörper
(2) glasfaserverstärkt ist.
14. Isolierverglasung umfassend mindestens zwei Scheiben (15, 16), einen zwischen den
Scheiben (15, 16) im Randbereich der Scheiben (15, 16) umlaufend angeordneten Abstandshalter
(1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13, ein Dichtmittel (18) und eine äußere Versiegelungsschicht
(17), wobei
- die erste Scheibe (15) an der ersten Scheibenkontaktfläche (3.1) anliegt,
- die zweite Scheibe (16) an der zweiten Scheibenkontaktfläche (3.2) anliegt,
- zwischen der ersten Scheibe (15) und der ersten Scheibenkontaktfläche (3.1) und
der zweiten Scheibe (16) und der zweiten Scheibenkontaktfläche (3.2) das Dichtmittel
(18) angebracht ist und
- zwischen der ersten Scheibe (15) und der zweiten Scheibe (16) im äußeren Randraum
(20) angrenzend an die Isolationsfolie (10) die äußere Versiegelungsschicht (17) angebracht
ist.
15. Verfahren zur Herstellung eines Abstandshalters (1) nach einem der Ansprüche 1 bis
13, wobei zumindest
- der polymere Grundkörper (2) extrudiert wird,
- die Isolationsfolie (10) hergestellt wird, indem zumindest
a) eine polymere Schicht (13) mithilfe eines PVD-Prozesses (physikalische Gasphasenabscheidung)
mit einer metallhaltigen Dünnschicht (14) versehen wird und
b) der erhaltene Schichtaufbau mit der metallhaltigen Barriereschicht (12) laminiert
wird und
- die Isolationsfolie (10) auf dem polymeren Grundkörper (2) angebracht wird.
16. Verwendung eines Abstandshalters (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 in Mehrfachverglasungen,
bevorzugt in Isolierverglasungen.