[0001] Die Erfindung betrifft einen Hydrospeicher, mit einem eine Längsachse definierenden
Gehäuse, in dem eine aus elastomerem Material bestehende Membran als bewegliches Trennelement
eine Flüssigkeitsseite von einer Gasseite trennt, wobei die Membran an ihrem Öffnungsrand
an der Innenseite des Gehäuses festgelegt ist.
[0002] Hydrospeicher in Form von Membranspeichern sind bekannt, vgl.
DE 34 04 897 A1 oder
DE 41 31 524 A1. Bei den bekannten Membranspeichern besitzt die Membran im unverformten Zustand,
bei dem die Gasseite das größte Volumen besitzt, die Form einer Halbkugel. In Anpassung
an die Kugelform besitzt auch das Gehäuse in dem die Membran umgebenden Gehäuseteil
eine kugelige Form. Bei der Auslegung der Gasseite auf ein hohes nutzbares Arbeitsgasvolumen
führt dies zu einer breit auslagernden, ungünstigen Bauform des Gehäuses, verglichen
mit anderen Speicherbauformen, wie Blasenspeichern, die ein wesentlich günstigeres
Verhältnis zwischen dem Volumen der Gasseite und der Gehäusebreite aufweisen.
[0003] Im Hinblick auf diese Problematik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen
Hydrospeicher in Form eines Membranspeichers zur Verfügung zu stellen, dessen Gasseite,
trotz schlanker Bauweise des Gehäuses, ein hohes Volumen besitzt.
[0004] Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe durch einen Hydrospeicher gelöst, der die Merkmale
des Patentanspruchs 1 in seiner Gesamtheit aufweist.
[0005] Gemäß dem kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 besteht eine wesentliche Besonderheit
der Erfindung darin, dass die Membran in unverformtem Zustand eine in Richtung der
Längsachse gemessene Länge besitzt, die zumindest das Zweifache des Durchmessers des
Öffnungsrandes beträgt, und dass die unverformte Membran zwischen dem Öffnungsrand
und ihrem geschlossenen Endbereich mit geraden Mantellinien verläuft, die in Richtung
auf den Endbereich konisch konvergieren. Bei dieser Formgebung der Membran, die zwischen
Öffnungsrand und geschlossenem Endbereich einem langen flachen Konus entspricht, lässt
sich, vergleichbar mit einem Blasenspeicher, ein hohes Volumen der Gasseite mit einem
schlanken, an die Form der Membran angepassten Speichergehäuse realisieren.
[0006] Besonders bevorzugt beträgt die unverformte Länge der Membran zumindest das 2,5-fache
des Durchmessers der freien Öffnung des Öffnungsrandes.
[0007] Vorteilhafterweise ist für den Hauptteil der Membran eine verhältnismäßig flache
Kegelform vorgesehen, bei der die vom Öffnungsrand zum Endbereich der unverformten
Membran verlaufenden Mantellinien zur Längsachse in einem Winkel zwischen 1,5° und
3° konvergieren.
[0008] Vorzugsweise ist der an die geraden Mantellinien anschließende Endbereich der Membran
halbkugelartig gewölbt. Bei der üblicherweise gewölbten Form des Bodenteils des Gehäuses
ergibt sich so eine formangepasste Anlage bei druckloser Flüssigkeitsseite.
[0009] Bei vorteilhaften Ausführungsbeispielen weist das Gehäuse ein Hauptteil in Form eines
länglichen, kreiszylindrischen, ein geschlossenes Bodenteil aufweisenden Topfes auf,
wobei der Öffnungsrand der Membran im Hauptteil in der Nähe des offenen Endes des
Topfes festgelegt ist.
[0010] Vorzugsweise ist der Topf am offenen Ende durch ein mit dem einen Schweißbereich
bildenden Rand des Topfes verschweißtes, gewölbtes Kopfteil geschlossen.
[0011] Beim Einsatz einer Membran, die am Öffnungsrand eine wulstartige Verdickung aufweist,
ist die Anordnung mit Vorteil so getroffen, dass für die Verdickung in der Innenwand
des Gehäuses eine ringnutartige Einkerbung gebildet ist, in der die Verdickung durch
einen Haltering gehalten ist, der ein die Verdickung teilweise umfassendes Halteteil
aufweist. Durch Einsetzen des Halteringes lässt sich die Membran mit geringem Montageaufwand
an der Gehäusewand unter Ausbildung einer fluiddichten Abdichtung festlegen.
[0012] Bei vorteilhaften Ausführungsbeispielen weist der Haltering einen Kranz nachgiebiger
Finger auf, die vom Halteteil weg in Richtung auf das Kopfteil axial über den Schweißbereich
hinaus vorstehen und einen Sitz für einen metallischen Schutzring bilden, der den
Schweißbereich zwischen Topf und Kopfteil innenseitig überdeckt. Bei dieser Anordnung
bildet der Schutzring eine thermische Abschirmung zwischen dem Schweißbereich und
dem Haltering, so dass dieser aus einem Kunststoffmaterial in einem Spritzgussverfahren
rationell und kostengünstig herstellbar ist.
[0013] Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
im Einzelnen erläutert, in deren einziger Figur der erfindungsgemäße Hydrospeicher
im Längsschnitt dargestellt ist.
[0014] Das dargestellte Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Hydrospeichers weist ein
zweiteiliges Gehäuse 2 aus metallischem Werkstoff auf, das sich entlang einer Längsachse
4 erstreckt und ein Hauptteil in Form eines kreiszylindrischen Topfes 6 mit einem
Bodenteil 8 aufweist. Dieses ist kreisbogenförmig gewölbt und bis auf einen zur Achse
4 koaxialen Anschluss 10 geschlossen, der für Hydraulikflüssigkeit den Zugang zur
Flüssigkeitsseite 12 im Gehäuse 2 bildet. Als zweites Gehäuseteil ist am offenen Ende
des Topfes 6 ein Kopfteil 14 entlang eines Schweißbereichs 16 mit dem Rand des Topfes
6 verschweißt, beim vorliegenden Beispiel mittels eines Elektronen-Schweißverfahrens.
Das Kopfteil 14, das eine ähnlich gewölbte Form wie das Bodenteil 8 besitzt, ist bis
auf einen koaxialen Anschluss 18 geschlossen, der den Zugang für ein Arbeitsgas, wie
N
2, zur im Gehäuseinneren befindlichen Gasseite 20 bildet. Ein gegebenenfalls am Anschluss
18 befindliches Füllventil und eine zugehörige Rohrleitung sind nicht dargestellt,
ebenso wie die Verbindung des am Bodenteil 8 befindlichen Anschlusses 10 mit einem
zugehörigen Hydrauliksystem weggelassen ist.
[0015] Wie gezeigt, hat das Gehäuse 2 mit dem langgestreckten, vom Topf 6 gebildeten Hauptteil
die Form einer schlanken Speicherflasche, die innerhalb des Topfes 6 eine elastomere
Membran 22 aufnimmt, die in dem in der Figur gezeigten unverformten Zustand eine entsprechend
schlanke, langgestreckte Form besitzt. Die unverformte Membran 22 bildet zwischen
ihrem Öffnungsrand 24 und einer Übergangsstelle 26 zum Endbereich 28 einen flachen,
langgestreckten Konus mit gerade verlaufenden Mantellinien 30. Der sich an der Übergangsstelle
26 anschließende, gewölbte Endbereich 28 weist, wie bei den bekannten Membranspeichern,
eine Endverstärkung 32 auf.
[0016] Wie bei Membranspeichern üblich, weist die Membran 22 am Öffnungsrand 24 eine wulstartige
Verdickung 34 auf. Für die Festlegung der Membran 22 ist im Topf 6 in geringem Abstand
von dem den Schweißbereich 16 bildenden Topfende in der Innenwand eine ringnutartige
Einkerbung 36 ausgebildet, die einen Sitz für die wulstartige Verdickung 34 bildet.
[0017] Zur Sicherung des Eingriffs der Verdickung 34 mit der Einkerbung 36 ist ein Haltering
38 vorgesehen, der ein Halteteil 40 aufweist, das eine vom Außenumfang des Halteringes
38 nach einwärts versetzte, teilweise Umfassung der Innenseite der Verdickung 34 bildet.
Vom Halteteil 40, axial in Richtung zum Kopfteil 14 verlaufend, weist der Haltering
38 einen Kranz nachgiebiger Finger 42 auf, die durch Schlitze 44 voneinander getrennt
sind und sich über den Schweißbereich 16 hinaus erstrecken. Umfangsseitig bilden die
Finger 42 eine Ringnut 46 als Sitz für einen Schutzring 48, der durch einen metallischen
Flachring gebildet ist. Dieser ist durch Verschieben über Schrägflächen an den Enden
der Finger 42 in die Ringnut 46 einschnappbar.
[0018] Zur Montage ist die Membran 22 bei geöffnetem Topf 6 zusammen mit dem Haltering 38
und dem Schutzring 48 in den Topf 6 einsetzbar, wobei bei der eingesetzten Position
der Schutzring 48 in eine den Schweißbereich 16 überdeckende Lage kommt. Bei Durchführen
des zum Schließen des Gehäuses 2 durchgeführten Verschweißens mit dem Kopfteil 14
bildet der Schutzring 48 dadurch eine thermische Abschirmung gegenüber dem Haltering
38, so dass dieser aus einem strukturfesten Kunststoffmaterial rationell und kostengünstig
als Spritzgussteil herstellbar ist. Als Kunststoffmaterial kann mit Vorteil ein glasfaserverstärktes
Polyarylamid vorgesehen sein.
[0019] Wie der Figur entnehmbar ist, hat die unverformte Membran 22 in Richtung der Achse
4 eine Länge, die ein Mehrfaches des Durchmessers am Öffnungsrand 24 beträgt. Beim
gezeigten Beispiel beträgt die unverformte Länge näherungsweise das 2,5-fache des
Durchmessers der freien Öffnung des Öffnungsrandes 24. Die Mantellinien 30 des zwischen
Öffnungsrand 24 und Endbereich 28 verlaufenden, flachen Konus der Membran 22 konvergieren
zur Längsachse 4 in einem geringen Winkel, beim dargestellten Ausführungsbeispiel
in einem Winkel von 2°. Bei dieser Konfiguration ergibt sich im Vergleich zu den bekannten
Membranspeichern ein optimales Verhältnis zwischen Außendurchmesser des Gehäuses 2
und nutzbarem Volumen an Arbeitsgas in der Gasseite 20.
1. Hydrospeicher, mit einem eine Längsachse (4) definierenden Gehäuse (2), in dem eine
aus elastomerem Material bestehende Membran (22) als bewegliches Trennelement eine
Flüssigkeitsseite (12) von einer Gasseite (20) trennt, wobei die Membran (22) an ihrem
Öffnungsrand (24) an der Innenseite des Gehäuses (2) festgelegt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (22) in unverformtem Zustand eine in Richtung der Längsachse (4) gemessene
Länge besitzt, die zumindest das Zweifache des Durchmessers des Öffnungsrandes (24)
beträgt, und dass die unverformte Membran (22) zwischen dem Öffnungsrand (24) und
ihrem geschlossenen Endbereich (28) mit geraden Mantellinien (30) verläuft, die in
Richtung auf den Endbereich (28) konisch konvergieren.
2. Hydrospeicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die unverformte Länge der Membran (22) zumindest das 2,5-fache des Durchmessers der
freien Öffnung des Öffnungsrandes (24) beträgt.
3. Hydrospeicher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Öffnungsrand (24) zum Endbereich (28) der unverformten Membran (22) verlaufenden
Mantellinien (30) zur Längsachse (4) in einem Winkel zwischen 1,5° und 3° konvergieren.
4. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der an die geraden Mantellinien (30) anschließende Endbereich (28) der Membran (22)
halbkugelartig gewölbt ist.
5. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (2) ein Hauptteil in Form eines länglichen, kreiszylindrischen, ein geschlossenes
Bodenteil (8) aufweisenden Topfes (6) aufweist und dass der Öffnungsrand (24) der
Membran (22) im Hauptteil in der Nähe des offenen Endes des Topfes (6) festgelegt
ist.
6. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Topf (6) am offenen Ende durch ein mit dem einen Schweißbereich (16) bildenden
Rand des Topfes (6) verschweißtes, gewölbtes Kopfteil (14) geschlossen ist.
7. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (22) am Öffnungsrand (24) eine wulstartige Verdickung (34) aufweist,
für die in der Innenwand des Gehäuses (2) eine ringnutartige Einkerbung (36) gebildet
ist, in der die Verdickung (34) durch einen Haltering (38) gehalten ist, der ein die
Verdickung (34) teilweise umfassendes Halteteil (40) aufweist.
8. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltering (38) einen Kranz nachgiebiger Finger (42) aufweist, die vom Halteteil
(40) weg in Richtung auf das Kopfteil (14) axial über den Schweißbereich (16) hinaus
vorstehen und einen Sitz (46) für einen metallischen Schutzring (48) bilden, der den
Schweißbereich (16) innenseitig überdeckt.