[0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zur Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals
eines Zielfahrzeugs, mit mindestens einem lichtempfindlichen Sensor zur Erfassung
von Daten des Zielfahrzeugs und mit einer Auswertungsvorrichtung zum Erkennen des
mindestens einen Fahrzeugmerkmals anhand der Daten, sowie ein Verfahren zur Bestimmung
mindestens eines Fahrzeugmerkmals eines Zielfahrzeugs, wobei mit mindestens einem
lichtempfindlichen Sensor Daten des Zielfahrzeugs erfasst werden und wobei mit einer
Auswertungsvorrichtung das mindestens eine Fahrzeugmerkmal anhand der Daten erkannt
wird.
[0002] Anordnungen und Verfahren zum Erfassen von sich entlang einer Fahrspur bewegenden
Fahrzeugen mit Hilfe einer Kamera zur Erfassung eines Fahrzeugmerkmals des Fahrzeuges
und gegebenenfalls seiner Geschwindigkeit sind beispielsweise aus verschiedenen Anwendungen
zur Überwachung oder Verkehrserfassung bekannt.
[0003] Automatische Kontrollsysteme für Straßenmaut, beispielsweise, die auf der Kommunikation
zwischen Fahrzeug und einer entsprechenden Kommunikationsrichtung an einer Mautkontrollstelle
beruhen, setzen voraus, dass in jedem mautpflichtigen Fahrzeug eine entsprechende
Kommunikationseinrichtung vorhanden ist, aus welcher die wesentlichen Daten des Fahrzeuges
abgerufen werden können, die seiner Identifikation dienen, wobei außerdem auch noch
die benutzten Straßenabschnitte bei jeder Kontrolle erfasst und/oder übermittelt werden
sollten. Das System muss in der Lage sein, jedes Fahrzeug, welches mautpflichtig ist,
eindeutig als solches zu identifizieren. Das heißt, dass zum einen solche Fahrzeuge
nicht erfasst werden dürfen, die der Mautpflicht nicht unterliegen, und zum anderen,
dass alle mautpflichtigen Fahrzeuge als solche erfasst werden.
[0004] Ein Kontrollverfahren zur Straßengebührenerfassung mit einem Kontrollsystem mit mehreren
Erfassungseinrichtungen für Fahrzeuginformationen und mit einer Triggereinrichtung
zur zeitgerechten Aktivierung der Erfassungseinrichtungen ist aus der
DE 101 04 502 B4 bekannt. Die einzelnen Erfassungseinrichtungen werden zu Zeitpunkten aktiviert, zu
denen die räumliche Anordnung von Fahrzeug und die jeweilige Fahrzeuginformation erfassende
Erfassungseinrichtung optimal ist, wobei die verschiedenen durch die Erfassungseinrichtungen
räumlich und zeitlich getrennt erfassten Fahrzeuginformationen eines Fahrzeugs vom
Kontrollsystem dem Fahrzeug und einem Referenzzeitpunkt zugeordnet werden. Es sind
mobile Kontrollen vorgesehen, wobei Kontrollfahrzeuge im fließenden Verkehr mitschwimmen
und kontrollbedürftige Fahrzeuge an geeigneten Anhaltestellen aus dem Verkehr herausziehen,
um am angehaltenen Fahrzeug die Einhaltung der Mautpflicht zu kontrollieren. Im fließenden
Verkehr wird dabei über eine Kommunikationseinrichtung, bekannt als Dedicated Short
Range Communication oder DSRC-Modul mit dem DSRC-Modul des mautpflichtigen Fahrzeugs
kommuniziert.
[0005] Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, eine Anordnung und ein Verfahren
zur Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals eines Zielfahrzeugs anzugeben, welche
es erlauben, ein Kontrollsystem für den Verkehr flexibler und effektiver zu gestalten.
[0006] Die Aufgabe wird durch die Anordnung und das Verfahren gemäß der nebengeordneten
Ansprüche gelöst. In den jeweiligen Unteransprüchen sind bevorzugte Ausführungsformen
und vorteilhafte Weiterbildungen angegeben.
[0007] Die erfindungsgemäße Anordnung zur Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals eines
Zielfahrzeugs weist mindestens einen lichtempfindlichen Sensor zur Erfassung von Daten
des Zielfahrzeugs und eine Auswertungsvorrichtung zum Erkennen des mindestens einen
Fahrzeugmerkmals anhand der Daten auf. Erfindungsgemäß ist der lichtempfindliche Sensor
an einem sich in einem Zeitpunkt der Erfassung der Daten bewegenden Kontrollfahrzeug
angeordnet. In einem Zeitpunkt der Erfassung ist im Sinne der Erfindung so zu verstehen,
dass das Kontrollfahrzeug während der Erfassung der Daten in Bewegung ist. Dies schließt
die Erfassung weiterer Daten zu einem anderen Zeitpunkt, beispielsweise bei stehendem
Kontrollfahrzeug, nicht aus. In der Regel fährt das Kontrollfahrzeug frei, insbesondere
auf einer Straße. Grundsätzlich kann es sich aber auch um ein seil- oder schienengeführtes
Fahrzeug handeln, sowie um eine automatisiertes Fahrzeug oder ein Luftfahrzeug. Das
Fahrzeug kann ferngesteuert sein. Das Zielfahrzeug kann dabei ebenfalls in Fahrt sein,
oder stehen, sei es verkehrsbedingt oder weil das Zielfahrzeug abgestellt ist, beispielsweise
auf einem Parkplatz.
[0008] Ein Vorteil der Erfindung besteht darin, dass Kontrollen von sich bewegenden Kontrollfahrzeugen
aus eine effektive Kontrolle, beispielsweise der Einhaltung von Mautvorschriften,
erlauben. Während der Fahrt lassen sich zahlreiche Zielfahrzeuge in kurzer Zeit für
die Kontrolle erfassen.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist vorgesehen, dass der mindestens eine
lichtempfindliche Sensor ein Laserscanner ist. Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
ist vorgesehen, dass der mindestens eine lichtempfindliche Sensor eine Kamera ist.
Besonders bevorzugt sind zwei lichtempfindliche Sensoren vorgesehen, von denen insbesondere
ein erster ein Laserscanner und ein zweiter eine Kamera ist.
[0010] Weiterhin bevorzugt ist/sind der lichtempfindliche Sensor bzw. die lichtempfindlichen
Sensoren an einer Seite des Kontrollfahrzeugs angeordnet, welche dem Zielfahrzeug
bei einer Vorbeifahrt zugewandt ist.
[0011] Die Auswertevorrichtung ist bevorzugt dazu vorgesehen, bei einer Vorbeifahrt zwischen
dem Kontrollfahrzeug und dem Zielfahrzeug erfasste Daten auszuwerten, wobei die Auswertung
an dem Kontrollfahrzeug angeordnet sein kann. Die Auswertung muss aber nicht in dem
Kontrollfahrzeug erfolgen. Es kann auch eine Übertragungsvorrichtung zum drahtlosen
Übertragen der Fahrzeugmerkmale des Zielfahrzeugs an einen Empfänger an dem Kontrollfahrzeug
angeordnet sein. Die Auswertevorrichtung ist dann bevorzugt örtlich unabhängig von
dem Kontrollfahrzeug angeordnet.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren zur Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals eines
Zielfahrzeugs erfolgt bevorzugt mit der zuvor beschriebenen Anordnung. Erfindungsgemäß
werden mit mindestens einem lichtempfindlichen Sensor Daten des Zielfahrzeugs erfasst,
wobei mit einer Auswertungsvorrichtung das mindestens eine Fahrzeugmerkmal anhand
der Daten erkannt wird. Weiterhin erfindungsgemäß werden die Daten von einem sich
bewegenden Kontrollfahrzeug aus erfasst.
[0013] Das Kontrollfahrzeug wird dabei bevorzugt an dem Zielfahrzeug vorbeigefahren, bzw.
das Kontrollfahrzeug wird so gefahren, dass das Zielfahrzeug an dem Kontrollfahrzeug
vorbeifährt, wobei die während des Vorbeifahrens erfassten Daten ausgewertet werden.
Das Kontrollfahrzeug und das Zielfahrzeug können sich dabei auf benachbarten Fahrspuren
einer Straße bewegen. Die jeweilige Fahrtrichtung des Kontrollfahrzeugs und des Zielfahrzeugs
kann gleichgerichtet oder entgegengerichtet sein. Grundsätzlich können die jeweiligen
Fahrtrichtungen des Kontrollfahrzeugs und des Zielfahrzeugs auch windschief in mathematischem
Sinne zueinander sein. Das Zielfahrzeug muss sich nicht bewegen und kann daher auch
keine Fahrtrichtung haben, zum Beispiel, weil es verkehrsbedingt steht oder geparkt
ist.
[0014] Weiterhin bevorzugt wird mit dem lichtempfindlichen Sensor ein Laserscanprofil des
Zielfahrzeugs erfasst. Besonders bevorzugt werden aus dem Laserscanprofil geometrische
Maße und/oder Formmerkmale als Fahrzeugmerkmale des Zielfahrzeugs bestimmt. Formmerkmale
sind beispielsweise eine Anzahl der Achsen bzw. Räder des Zielfahrzeugs.
[0015] Weiterhin bevorzugt werden mit einer Kamera als lichtempfindlichem Sensor mehrere
Bildaufnahmen einer Seitenflanke des Zielfahrzeugs aufgenommen. Besonders bevorzugt
wird eine Relativgeschwindigkeit des Zielfahrzeugs zu dem Kontrollfahrzeug als Fahrzeugmerkmal
des Zielfahrzeugs aus den Bildaufnahmen berechnet. Insbesondere wird ein Versatz von
Bildmerkmalen in aufeinanderfolgenden Bildaufnahmen bestimmt wird. Aus dem Versatz
der Bildmerkmale aufeinanderfolgender Bildaufnahmen und aus den Daten des Laserscanners
kann besonders vorteilhaft die Relativgeschwindigkeit des Zielfahrzeugs zu dem Kontrollfahrzeug
berechnet werden. Besonders bevorzugt wird daher sowohl ein Laserscanprofil des Zielfahrzeugs
mit einem Laserscanner und erfasst, als auch mehrere Bildaufnahmen der Seitenflanke
des Zielfahrzeugs mit einer Kamera aufgenommen.
[0016] Aus den Bildaufnahmen der Seitenflanke des Zielfahrzeugs wird bevorzugt ein Gesamtbild
der Seitenflanke des Zielfahrzeugs als Fahrzeugmerkmal erstellt. Aus dem Gesamtbild
der Seitenflanke des Zielfahrzeugs werden besonders bevorzugt geometrische Maße und/oder
Formmerkmale als Fahrzeugmerkmale des Zielfahrzeugs bestimmt.
[0017] Weiterhin bevorzugt wird mit dem lichtempfindlichen Sensor das Kennzeichen des Zielfahrzeugs
aufgenommen und eine Kennzeichenlesung durchgeführt. Besonders bevorzugt wird das
Kennzeichen mit einer zusätzlichen Kamera aufgenommen, so dass die gesamte Datenerfassung
mit einem Laserscanner und zwei Kameras erfolgt.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels mit Bezug auf die
beigefügte Zeichnung näher erläutert. Die Ausführungen beziehen sich gleichermaßen
auf die erfindungsgemäße Anordnung und auf das Verfahren. Sie sind lediglich beispielhaft
und schränken den allgemeinen Erfindungsgedanken nicht ein.
[0019] Es zeigen
Figur 1 eine erste schematische Ansicht einer Verkehrssituation zur Erläuterung einer
Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zu einem ersten Zeitpunkt;
Figur 2 die schematische Ansicht der Verkehrssituation gemäß Figur 1 zu einem zweiten,
späteren Zeitpunkt;
Figur 3 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Anordnung.
[0020] In der Figur 1 ist eine erste schematische Ansicht einer Verkehrssituation dargestellt,
zu einem ersten Zeitpunkt dargestellt. Die Figur 2 zeigt die entsprechende schematische
Ansicht der Verkehrssituation zu einem zweiten, späteren Zeitpunkt. Die Darstellungen
dienen zur Erläuterung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals eines Zielfahrzeugs.
[0021] Eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Anordnung zur Bestimmung mindestens eines
Fahrzeugmerkmals eines Zielfahrzeugs ist in der Figur 3 schematisch dargestellt. Nachfolgend
wird auf alle drei Figuren Bezug genommen, in denen sämtliche Merkmale einheitlich
bezeichnet sind. Der in Figur 1 dargestellte erste Zeitpunkt stellt beispielsweise
den Beginn eines Erfassens von Daten eines Zielfahrzeugs 2 mittels mindestens eines
lichtempfindlichen Sensors 5 dar. Bei dem Zielfahrzeug 2 handelt es sich um ein zu
kontrollierendes Fahrzeug 2, in diesem Fallbeispiel um einen LKW, wobei die Begriffe
zu kontrollierendes Fahrzeug 2 und Zielfahrzeug 2 synonym verwendet werden. Der in
Figur 2 dargestellte zweite Zeitpunkt stellt beispielsweise den Abschluss des Erfassens
von Daten des Zielfahrzeugs 2 mittels des mindestens einen lichtempfindlichen Sensors
5 dar, der in Figur 3 schematisch dargestellt ist. In den Figuren 1 und 2 verdeutlicht
eine Strichlinie die Erfassungseinrichtung des lichtempfindlichen Sensors 5. Die Richtungspfeile
P geben jeweils die Fahrtrichtung der Fahrzeuge 1, 2 an.
[0022] Das erfindungsgemäße Verfahren ist zur Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals
des Zielfahrzeugs 2 vorgesehen, wobei dieses Fahrzeugmerkmal insbesondere zu einem
Identifizieren und/oder Klassifizieren und/oder Vermessen von Formmerkmalen des Zielfahrzeugs
2 dient, was jeweils beispielsweise im Rahmen von Verkehrskontrollen bzw. Mautkontrollen
durchgeführt wird. Die Erfassung der Daten des Zielfahrzeugs 2 erfolgt mittels des
mindestens einen lichtempfindlichen Sensors 5, wobei unter Daten jegliche durch einen
lichtempfindlichen Sensor erfassbare Information zu verstehen ist. Die Daten werden
dabei von einem sich bewegenden Kontrollfahrzeug 1 aus erfasst. Das bedeutet, dass
der lichtempfindliche Sensor 5 an dem Kontrollfahrzeug 1 angeordnet ist. Mit einer
Auswertungsvorrichtung (nicht dargestellt) wird das mindestens eine Fahrzeugmerkmal
anhand der erfassten Daten erkannt. Die nicht dargestellte Auswertungsvorrichtung
kann ebenfalls an dem Kontrollfahrzeug 1 angeordnet sein. Alternativ kann die Auswertungsvorrichtung
aber auch außerhalb des Kontrollfahrzeugs 1 angeordnet sein, insbesondere auch so
von dem Kontrollfahrzeug 1 entfernt, dass eine drahtlose Übertragung der erfassten
Daten an die Auswertevorrichtung erfolgt, welche beispielsweise bei einer die Daten
auswertenden Behörde oder einem Ausleitposten angeordnet ist. Die Figuren 1 und 2
zeigen, dass während des Erfassens der Daten das Kontrollfahrzeug 1 an dem Zielfahrzeug
2 vorbeigefahren wird. Ebenso kann das Kontrollfahrzeug 1 so gefahren werden, dass
das Zielfahrzeug 2 an dem Kontrollfahrzeug 1 vorbeifährt.
[0023] Die erfindungsgemäße Anordnung zur Bestimmung des mindestens einen Fahrzeugmerkmals
des Zielfahrzeugs 2 weist also mindestens einen lichtempfindlichen Sensor 5 zur Erfassung
der Daten des Zielfahrzeugs 2 und eine Auswertungsvorrichtung zum Erkennen des mindestens
einen Fahrzeugmerkmals anhand der Daten auf. Der lichtempfindliche Sensor 5 ist an
dem sich während der Erfassung der Daten bewegenden Kontrollfahrzeug 1 angeordnet.
Bei dem Kontrollfahrzeug 1 kann es sich um ein herkömmliches Straßenfahrzeug handeln,
das an dem normalen Verkehr teilnimmt, hier also das Zielfahrzeug 2 auf einer parallelen
Fahrspur überholt. Denkbar ist jedoch auch ein autonom fahrendes oder fliegendes Kontrollfahrzeug
1, welches das Zielfahrzeug 2 passiert, sei es auf einer regulären Fahrspur, oder
auf gegebenenfalls auf einer Sonderfahrspur, oder im Flug. In dem Ausführungsbeispiel
ist die Auswertungsvorrichtung nicht dargestellt, um zu verdeutlichen, dass diese
an dem Kontrollfahrzeug 1 angeordnet sein kann, oder in einem weiteren, nicht dargestellten
Fahrzeug, oder beispielsweise in einer ortsfesten Einrichtung, wie einem Gebäude oder
dem Ausleitposten.
[0024] Das Ausführungsbeispiel zeigt ein Kontrollfahrzeug 1 mit einer Kontrolleinheit 4,
die bevorzugt für eine Mautkontrolle oder eine allgemeine Fahrzeugkontrolle eingesetzt
wird. Diese Kontrolleinheit 4 ist in der Beispielausführung in dem Kontrollfahrzeug
1 integriert, kann jedoch alternativ auch teilweise oder im Ganzen entnehmbar und
in ein anderes Fahrzeug einrüstbar sein. Weiterhin denkbar ist eine Anordnung auf
einem Stativ, z. B. an einer Fahrbahnseite. Das Kontrollfahrzeug 1 passiert fortlaufend
Zielfahrzeuge 2 und erfasst deren Daten, die durch die Auswertungsvorrichtung ausgewertet
werden, um ein oder mehrere Fahrzeugmerkmale zu bestimmen, die beispielsweise zum
Klassifizieren und/oder Kontrollieren der Zielfahrzeuge 2 dienen. Das Kontrollfahrzeug
1 fährt bevorzugter Weise auf der Nebenspur des zu kontrollierenden Fahrzeugs 2 und
überholt das zu kontrollierende Fahrzeug 2, bzw. lässt sich überholen. Während des
Überholvorgangs erfasst beispielsweise ein 3D-Laserscanner 5 als lichtempfindlicher
Sensor ein Seitenprofil des Zielfahrzeugs 2. Bevorzugt ist der Laserscanner 5 senkrecht
oder in einem kleinen Winkel abweichend von einer Senkrechten 8 an einer Seite des
Kontrollfahrzeugs 1 hin zum kontrollierten Fahrzeug 2 ausgerichtet. Nachdem das Seitenprofil
des Zielfahrzeugs 2 erfasst wurde, kann aus diesen Daten beispielsweise eine Höhe
und/oder eine Länge des Zielfahrzeugs 2 als Fahrzeugmerkmal ermittelt werden. Während
des Überholvorgangs werden bevorzugt zusätzlich zeitlich aufeinanderfolgende Bilder
mit einer Kamera 6 aufgenommen, bei der es sich in dem Ausführungsbeispiel um einen
zweiten lichtempfindlichen Sensor 6 handelt. Aus der Bildfolge als erfasste Daten
wird vorzugsweise die Länge des Zielfahrzeugs 2 und/oder eine Relativgeschwindigkeit
zwischen dem kontrollierenden Fahrzeug 1 und dem kontrollierten Fahrzeug 2 als Fahrzeugmerkmal
des Zielfahrzeugs 2 bestimmt. Aus einem Versatz von Bildmerkmalen in aufeinander folgenden
Aufnahmen der Bildfolge als erfasste Daten und aus den Daten des Laserscanners 5 wird
vorzugsweise eine Relativgeschwindigkeit zwischen dem kontrollierenden Fahrzeug 1
und dem kontrollierten Fahrzeug 2 als Fahrzeugmerkmal des Zielfahrzeugs 2 bestimmt.
Weiterhin kann aus der Kombination der Daten des Laserscanners 5 und der Bilddaten
eine Breite des Zielfahrzeugs 2 erfasst werden. Die Kamera 6 ist, wie der 3D-Laserscanner
5, seitlich zu dem Zielfahrzeug 2 ausgerichtet. Weiterhin wird bevorzugt ein Gesamtbild
aus den einzelnen Bildaufnahmen erstellt, so dass auf dem Gesamtbild die Seitenflanke
des zu kontrollierenden Fahrzeugs 2 zu erkennen ist. Aus dem Gesamtbild lassen sich
weitere Fahrzeugmerkmale bestimmen, bevorzugt kann aus dem Gesamtbild die Länge und/oder
die Höhe des zu kontrollierenden Fahrzeugs ermittelt werden. Bevor oder nachdem das
Kontrollfahrzeug 1 das zu kontrollierende Fahrzeug 2 überholt, wird weiterhin bevorzugt
eine Bildaufnahme eines Kennzeichenschilds an einer Fahrzeugfront oder an einem Fahrzeugheck
des Zielfahrzeugs 2 mit einer weiteren Kamera 7 aufgenommen, die in dem Fall als dritter
lichtempfindlicher Sensor 7 vorgesehen ist, um als Daten eine Bildaufnahme des Kennzeichenschilds
des Zielfahrzeugs 2 zu erfassen. Mittels der Auswertungsvorrichtung wird weiterhin
bevorzugt eine Kennzeichenlesung durchgeführt, um das Kennzeichen als weiteres Fahrzeugmerkmal
des Zielfahrzeugs 2 zu erkennen. Die erfassten Daten oder die bereits an Bord des
Kontrollfahrzeugs 1 erkannten Fahrzeugmerkmale des Zielfahrzeugs 2 werden bevorzugt
verschlüsselt zur weiteren Verwertung an eine Kontrollstelle, z. B. einer Behörde,
übermittelt, was drahtlos erfolgen kann.
Bezugszeichenliste
[0025]
- 1
- Kontrollfahrzeug
- 2
- Zielfahrzeug
- 3
- Fahrspur
- 4
- Kontrolleinheit
- 5
- Lichtempfindlicher Sensor, 3D-Laserscanner
- 6
- Lichtempfindlicher Sensor, Kamera
- 7
- Lichtempfindlicher Sensor, Kamera
- P
- Richtungspfeil
1. Anordnung zur Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals eines Zielfahrzeugs (2),
mit mindestens einem lichtempfindlichen Sensor (5, 6, 7) zur Erfassung von Daten des
Zielfahrzeugs und mit einer Auswertungsvorrichtung zum Erkennen des mindestens einen
Fahrzeugmerkmals anhand der Daten,
dadurch gekennzeichnet,
dass der lichtempfindliche Sensor (5, 6, 7) an einem sich in einem Zeitpunkt der Erfassung
der Daten bewegenden Kontrollfahrzeug (1) angeordnet ist.
2. Anordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertevorrichtung dazu vorgesehen ist, bei einer Vorbeifahrt zwischen dem Kontrollfahrzeug
(1) und dem Zielfahrzeug (2) erfasste Daten auszuwerten.
3. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine lichtempfindliche Sensor ein Laserscanner (5) ist.
4. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine lichtempfindliche Sensor eine Kamera (6, 7) ist.
5. Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der lichtempfindliche Sensor (5, 6, 7) an einer Seite des Kontrollfahrzeugs (1) angeordnet
ist, welche dem Zielfahrzeug (2) bei einer Vorbeifahrt zugewandt ist.
6. Verfahren zur Bestimmung mindestens eines Fahrzeugmerkmals eines Zielfahrzeugs, wobei
mit mindestens einem lichtempfindlichen Sensor (5, 6, 7) Daten des Zielfahrzeugs (2)
erfasst werden und wobei mit einer Auswertungsvorrichtung das mindestens eine Fahrzeugmerkmal
anhand der Daten erkannt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Daten von einem sich bewegenden Kontrollfahrzeug (1) aus erfasst werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Kontrollfahrzeug (1) an dem Zielfahrzeug (2) vorbeigefahren wird oder das Kontrollfahrzeug
so gefahren wird, dass das Zielfahrzeug an dem Kontrollfahrzeug vorbeifährt, wobei
die während des Vorbeifahrens erfassten Daten ausgewertet werden.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem lichtempfindlichen Sensor (5) ein Laserscanprofil des Zielfahrzeugs (2) erfasst
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Laserscanprofil geometrische Maße und/oder Formmerkmale als Fahrzeugmerkmale
des Zielfahrzeugs bestimmt werden.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass mit einer Kamera (6, 7) als lichtempfindlichem Sensor mehrere Bildaufnahmen einer
Seitenflanke des Zielfahrzeugs (2) aufgenommen werden.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Relativgeschwindigkeit des Zielfahrzeugs (2) zu dem Kontrollfahrzeug (1) als
Fahrzeugmerkmal des Zielfahrzeugs aus den Bildaufnahmen berechnet wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Versatz von Bildmerkmalen in aufeinanderfolgenden Bildaufnahmen bestimmt wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass aus den Bildaufnahmen der Seitenflanke des Zielfahrzeugs (2) ein Gesamtbild der Seitenflanke
des Zielfahrzeugs als Fahrzeugmerkmal erstellt wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Gesamtbild der Seitenflanke des Zielfahrzeugs (2) geometrische Maße und/oder
Formmerkmale als Fahrzeugmerkmale des Zielfahrzeugs bestimmt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass mit dem lichtempfindlichen Sensor (7) das Kennzeichen des Zielfahrzeugs (2) aufgenommen
wird und eine Kennzeichenlesung durchgeführt wird.