[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Druckgussverfahren und ein Druckgussdüsensystem
zum Einsatz in einem Warmkammersystem für den Druckguss von metallischer Schmelze,
umfassend eine Warmkammerdruckgussmaschine mit einem Gießbehälter und einem Schmelzeverteiler,
der die Schmelze gleichmäßig aus einer Maschinendüse auf gleichmäßig beheizte Druckgussdüsen
verteilt. Dabei ist wenigstens ein Rückschlagventil zwischen einem Angussbereich der
Druckgussdüsen und dem Gießbehälter angeordnet, wobei das Rückschlagventil den Rückfluss
der Schmelze von dem Angussbereich weg in Richtung Gießbehälter verhindert.
[0002] Der Anguss als Nebenprodukt des Gießens, der bei herkömmlichen Druckgussverfahren
in den Kanälen zwischen der Druckgussdüse und der Gießform erstarrt und die Gussteile
nach dem Entformen in letztlich unerwünschter Weise miteinander verbindet, bringt
zusätzlichen Materialaufwand mit sich, der in der Regel zwischen 40 % und 100 % des
Gewichts des Gussteils beträgt. Selbst wenn der Anguss zum Materialrecycling wieder
eingeschmolzen wird, ist dies mit Energie- und Qualitätsverlusten durch entstehende
Schlacke- und Oxidanteile verbunden. Der angusslose Druckguss vermeidet diese Nachteile.
[0003] Für den angusslosen Druckguss ist es erforderlich, die Schmelze im flüssigen Zustand
entweder für jeden Guss aus dem Schmelztiegel an die Form heran- und danach wieder
zurückzuführen, was jedoch auch zu Qualitätseinbußen, zumindest aber zu Zeitverlust
führt, oder die Schmelze in flüssigem Zustand am Anguss der Form vorzuhalten. Letzteres
geschieht beim Warmkammerverfahren, wo alle Kanäle bis zum Anguss so beheizt sind,
dass die Schmelze flüssig bleibt und günstigenfalls zugleich am Rückfluss zum Schmelztiegel
gehindert wird.
[0004] Der Rückfluss in den Schmelztiegel kann durch Ventile verhindert werden, aber auch
in besonders vorteilhafter Weise durch einen Pfropfen erstarrter Schmelze, der die
Angussöffnung in der Druckgussdüse verschließt.
[0005] Düsensysteme mit Schmelzeverteilern, beheizten Düsen und Einrichtungen zum Verschließen
sind aus dem Stand der Technik bekannt. Diese arbeiten jedoch mit aktiv gesteuerten
Ventilelementen, wie dies in den Druckschriften
DE 103 54 456 A1,
DE 103 59 692 A1 und
US 2003/209532 A1 beschrieben ist. Alternativ dazu wird eine Pfropfenbildung genutzt, beispielsweise
aus den Druckschriften
US 2007/181281 A1 und
US 2007/221352 A1 bekannt. Einrichtungen zum Verschließen zwischen dem letzten Abzweig des Schmelzeverteilers
und dem Angußbereich der Düsen sind aus der Druckschrift
US 2003/209532 A1, wo ein aktiv gesteuertes Ventilelement vorgesehen ist, sowie aus den Druckschriften
US 2007/181281 A1 und
US 2007/221352 A1 bekannt. Auch die Verwendung von Rückschlagventilen ist in Warmkammersystemen der
Warmkammerdruckgussmaschinen bekannt, beispielsweise aus der Druckschrift
DE 198 07568A1, wo das Rückschlagventil aber wie üblich um den Pumpenbereich (Kolben, Kolbengehäuse)
und damit weit vor einem etwaigen Schmelzeverteiler angeordnet ist.
[0006] Herkömmliche Ventile verhindern zwar einen Rückfluss der Schmelze bis in den Schmelzetiegel,
sind aber bei Mehrfachsystemen ungeeignet, ein Auslaufen höher liegender Stränge in
niedriger liegende Stränge und dem Austritt aus der Druckgussdüse zu verhindern. Dies
wird zwar durch Verschluss mittels eines Pfropfens erstarrter Schmelze verhindert,
jedoch ist es wegen der notwendigen schnellen Wechsel zwischen Aufschmelzen und Erstarren
kompliziert, mit diesem Verfahren kurze Taktzeiten für eine hohe Dynamik zu erreichen.
[0007] Aus diesem Problem resultiert die Aufgabe, ein Druckgussdüsensystem zum Einsatz in
einem Druckgussheißkammersystem für Metallschmelzen anzubieten, das eine einfache
Temperaturführung und einen einfachen Aufbau ermöglicht.
[0008] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Druckgussdüsensystem zum Einsatz in einem Warmkammersystem
für den Druckguss von metallischer Schmelze, im Warmkammerverfahren, bei welchem die
Schmelze in flüssigem Zustand an einem Anguss einer Form vorgehalten wird, das Warmkammersystem
umfassend eine Warmkammerdruckgussmaschine mit einem Gießbehälter und eine Maschinendüse,
über die die Schmelze in das Druckgussdüsensystem gelangt, das Druckgussdüsensystem
umfassend wenigstens eine obere und wenigstens eine untere Druckgussdüse, jeweils
mit einem Angussbereich, und einen Schmelzeverteiler, der die Schmelze gleichmäßig
aus der Maschinendüse auf die Druckgussdüsen verteilt, wobei wenigstens ein Rückschlagventil
zwischen dem Angussbereich der Druckgussdüsen und dem Gießbehälter angeordnet ist,
wobei das Rückschlagventil den Rückfluss der Schmelze von dem Angussbereich weg in
Richtung Gießbehälter verhindert. Es sind hierbei in erster Linie niedrigviskose Schmelzen,
v. a. von Nichteisenmetallen, vorgesehen, bis hin zur Schmelztemperatur von Aluminium.
Nach dem Stand der Technik kann jedoch die flüssige Schmelze aus einer oberen Düse
zurückgezogen werden und durch die Scherkraft zugleich in unerwünschter Weise aus
eine unteren Düse auslaufen.
[0009] Erfindungsgemäß ist es zur Lösung dieses Problems vorgesehen, dass das Rückschlagventil
jeweils zwischen dem Angussbereich zumindest der wenigstens einen oberen Druckgussdüse
und einem letzten Abzweig von Schmelzekanälen in dem Schmelzeverteiler des Warmkammersystems
zu jeder der Druckgussdüsen, insbesondere zu der wenigstens einen oberen Druickgussdüse
angeordnet ist. Dadurch wird jederzeit verhindert, dass Schmelze aus den Druckgussdüsen
austritt, wenn keine Schmelze über den Schmelzeverteiler einschießt, was insbesondere
bei geöffneter Form zu Verunreinigungen und Gefahren führen würde. Das Risiko, dass
Schmelze austreten kann, resultiert daraus, dass die Schmelzekanäle im Schmelzeverteiler
kommunizierende Röhren bilden und dadurch Schmelze aus einer im oberen Bereich des
Schmelzeverteilers angeordneten Druckgussdüse zurückfließen und dementsprechend Schmelze
aus einer im unteren Bereich des Schmelzeverteilers angeordneten Druckgussdüse durch
die Wirkung der Schwerkraft ausfließen könnte. Dies verhindert jedoch das Rückschlagventil
im Bereich zwischen dem Angussbereich der Druckgussdüse und dem letzten Abzweig in
dem Schmelzeverteiler zumindest zu der Druckgussdüse, beispielsweise in der oberen
Druckgussdüse selbst.
[0010] Eine vorteilhafte Ausführungsform sieht vor, dass die Druckgussdüsen von innen und/oder
von außen im Bereich eines Düsenkörpers beheizbar sind und Angussbereiche umfassen,
die mindestens eine Wärmeleitfähigkeit der zu verarbeitenden Schmelze selbst aufweisen
und/oder gesondert beheizbar sind. Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Beheizung
von außen erfolgt und die Wärme in die Angussbereiche weitergeleitet wird, sodass
auf eine Innenheizung verzichtet werden kann. Es ist somit vorgesehen, dass die Druckgussdüse
außenbeheizt ist, wobei die Außenheizung auch als bedruckte Heizung (Dickschichtheizung)
ausgeführt sein kann. Die Außenheizung kann durch eine aufschrumpfbare Messing- oder
Edelstahlhülse gebildet werden, die die Heizung enthält.
[0011] Wegen des geringen Wärmeabflusses aus dem Angussbereich kann die Druckgussdüse somit
indirekt beheizt werden, indem die Heizwärme aus dem beheizten Düsenkörper in den
Angussbereich überströmt. Die möglichst hohe Wärmeleitfähigkeit, jedoch nicht kleiner
als die der Schmelze selbst (z. B. Zn >100 W/mK, Mg um > 60, A1 um 235 W/mK) wird
durch geeignete Materialauswahl, beispielsweise eine Molybdänlegierung, Wolfram oder
eine wärmeleitfähige Keramik, ermöglicht. Alternativ oder zusätzlich ist die Druckgussdüse
innenbeheizt, was ebenfalls von der Erfindung umfasst ist.
[0012] Weiter vorteilhaft ist eine im Angussbereich jeder Druckgussdüse vorgesehene thermische
Schutzeinrichtung, die einen Wärmeabfluss aus dem Angussbereich in Richtung Gießform
reduziert. Besonders geeignet hierfür ist eine thermische Isolierung im Angussbereich.
Hierfür kommt eine thermische Isolierung in Frage, die als Isolierring aus einem den
Angussbereich umgebenden Material mit geringer Wärmeleitfähigkeit, wie z. B. Titanlegierungen
oder Keramik, als eine isolierende Luft-, Gas- oder Vakuumschicht innerhalb des Angussbereichs
und/oder als konstante Luftschicht zwischen dem Körper der Druckgussdüse und der Gießform,
die einen gleichmäßigen oder umlaufenden Luftspalt als Isolierraum bildet, ausgeführt
ist. Die Isolierung dient zur Vermeidung von Wärmeverlusten und einer Minimierung
der Heizleistung.
[0013] Bevorzugt weist der Angussbereich der Form eine Isolierung auf, die den Wärmeabfluss
in die Form verringert. Die Isolierung ist Teil der Düse und wird nicht durch die
Form oder die Schmelze gebildet, wie dies beim Kunststoffspritzguss der Fall ist.
Zudem ist es alternativ oder zusätzlich zur Wärmeisolierung auch vorgesehen, den Angussbereich
der Form zu beheizen, gewissermaßen als eine "aktive Isolierung", um den Wärmeabfluss
aus dem Angussbereich auch durch diese Maßnahmen zu verringern. Dadurch bleibt die
Schmelze im Angussbereich flüssig und muss nicht nach dem Abriss des Gussteils erneut
aufgeschmolzen werden. Dies führt zu einer einfachen Beheizung der Düse, trotz aller
Vorteile, die ein Vorhalten der Schmelze in der Düse mit sich bringt. Es ist hierzu
auch vorgesehen, die Düsenfront aus isolierendem Material herzustellen.
[0014] Alternativ ist eine weitere Ausführungsform einer Gegenheizung vorgesehen, um den
Wärmeabfluss zu vermindern. Diese Gegenheizung ist vorzugsweise als separat temperierbares,
um den Anguss herum angeordnetes Segment und/oder als gesondert beheizbarer Angussbereich
ausgeführt. Als besonders vorteilhaft hat sich eine Gegenheizung erwiesen, die zu
ihrem Betrieb einen hochdynamischen CO
2-Kreisprozess nutzt.
[0015] Für eine hohe Erzeugnisqualität sorgt ein Schmelzekanal, der im Bereich des Angussbereichs
der Druckgussdüse eine Abrisskante aufweist, die so gestaltet ist, dass sie eine querschnittmindernde
Sollbruchstelle in der in dem Angussbereich erstarrten Schmelze ausbildet, an der
beim Abheben des Angussbereichs von der Form der Artikel abreißt. Die Abrisskante
ist einseitig entweder an der Außenseite eines Zentralleiters umlaufend angeordnet
oder an der Innenseite des Schmelzeleiters, jeweils am unteren, zum Angussbereich
hin liegenden Ende. Auch eine beidseitige Anordnung ist vorgesehen.
[0016] Weiterhin hat es sich als günstig erwiesen, wenn ein Temperaturfühler im Angussbereich
angeordnet ist. Dieser Temperaturfühler erzeugt Messwerte, die zur Steuerung der Düsenheizung
verwendet werden können. Eine gesteuerte Düsenheizung ermöglicht eine optimale Verfahrensführung,
erhöht die Produktivität und die Erzeugnisqualität und vermindert den Verschleiß der
Druckgussdüse. Der Temperaturfühler in dem Frontbereich der Düse, dem angussnahen
Bereich, unterstützt somit einen optimierten Betrieb der Heizung, indem seine Messwerte
zur Steuerung der Düsenheizung eingesetzt werden.
[0017] Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn das Rückschlagventil in dem
Düsenkanal der Druckgussdüse selbst angeordnet ist. Ein geeignetes Rückschlagventil
weist eine, bevorzugt in einem Käfig, frei bewegliche Kugel auf, die mit einem Ventilsitz
zusammenwirkt.
[0018] Es ist günstig, wenn die Düse eine bestimmte Angussgeometrie aufweist. So sorgt ein
Ring für einen sauberen Abriss, Kreuz- oder Sternformen sind ebenfalls vorgesehen.
Wenn der den Ring bildende Zentralleiter eine Längsbohrung erhält, die bis durch den
Angussbereich hindurch führt. Hierdurch wird ein besserer Durchfluss der Schmelze
bei ebenso gutem Abriss ermöglicht. Die Qualität des Abrisses wird weiter verbessert
durch eine Abrisskante, die innen und/oder außen im Angussbereich angeordnet sein
kann. Vorteilhafterweise verfügt die Druckgussdüse somit über eine an die jeweiligen
Erfordernisse angepasste Angussgeometrie.
[0019] Der Anguss kühlt nur ab, wenn die Wärme in das Gussteil, das Erzeugnis, fließt und
den Angussbereich auskühlt, solange das Gussteil mit dem Angussbereich verbunden bleibt.
Der Angussbereich kühlt aber nicht zu stark aus, weil bedingt durch eine thermische
Isolierung im Angussbereich der Düse nur wenig Wärme unmittelbar in die Form abfließt.
Dadurch erfolgt eine Kanalisierung des Wärmeflusses im Wesentlichen über die flüssige
oder erstarrte Schmelze.
[0020] Erfindungsgemäß ist auch ein Druckgussverfahren unter Einsatz eines Druckgussdüsensystems
gemäß oben ausgeführter Beschreibung. Das Druckgussverfahren umfasst die Verfahrensschritte:
- Aufsetzen der permanent und gleichmäßig beheizten Druckgussdüse auf die Gießform;
- Öffnen des Rückschlagventils beim Einschießen der Schmelze durch den Schmelzekanal
und den Angussbereich bis in die Gießform;
- Erstarren der Schmelze zu einem Erzeugnis in der Gießform bis in den Angussbereich
hinein, wobei Wärme aus dem Angussbereich in das Erzeugnis strömt;
- Abheben der Druckgussdüse, Abriss des Erzeugnisses und ausbleibender Abfluss der Wärme
aus dem Angussbereich;
- Aufschmelzen der erstarrten Schmelze in dem Angussbereich aller Druckgussdüsen durch
aus dem Düsenkörper nachströmende Wärme, wobei ein Ausfließen der Schmelze aus dem
unteren Düsen im Verteiler, die aus den oberen Düsen über den Verteiler strömt, verhindert
wird, indem die Rückschlagventile im Bereich der oberen Düsen schließen.
[0021] Ein solches Verfahren kommt ohne die Ausbildung eines dichtenden Schmelzepfropfens
im Angussbereich aus, sodass die Taktfrequenz beim Druckgussgießen erhöht und die
thermische Wechselbelastung der Druckgussdüse vermindert werden kann. Zudem wird die
Sicherheit gegen austretende Schmelze erhöht.
[0022] Eine vorteilhafte Ausgestaltung des Verfahrens sieht vor, dass die Druckgussdüse
von innen und/oder von außen im Bereich eines Körpers der Druckgussdüse beheizbar
ist und den Angussbereich umfasst, dessen Material eine Wärmeleitfähigkeit von wenigstens
der Wärmeleitfähigkeit der Schmelze selbst aufweist und/oder gesondert beheizbar ist.
[0023] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von Ausführungsbeispielen mit Bezugnahme auf die zugehörigen Zeichnungen.
Es zeigen:
Fig. 1: in schematischer Darstellung ein erfindungsgemäßes Druckgussdüsensystem;
Fig. 2: in schematischer Schnittdarstellung ein erfindungsgemäßes Druckgussdüsensystem
mit zwei Druckgussdüsen;
Fig. 3: eine weitere Ausführungsform der Druckgussdüse;
Fig. 4: eine Ausführungsform eines Details der erfindungsgemäßen Druckgussdüse im
Angussbereich;
Fig. 5: eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Druckgussdüsensystems;
Fig. 6: eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Druckgussdüsensystems;
Fig. 7: eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Druckgussdüse und
Fig. 8: mehrere unterschiedliche Angussgeometrien.
[0024] Fig. 1 zeigt in schematischer Darstellung ein Warmkammersystem 1, umfassend eine
Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Druckgussdüsensystems 10, verbunden mit einer
bereits allgemein bekannten Warmkammerdruckgussmaschine 2. Die Warmkammerdruckgussmaschine
2 umfasst einen Gießbehälter 3, der Schmelze 4 enthält. Diese wird durch einen Kolben
5, angetrieben durch einen Kolbenantrieb 6 und nach unten bewegt, so dass die Schmelze
4 über eine Maschinendüse 7 in das Druckgussdüsensystem 10 gelangt.
[0025] In dem Druckgussdüsensystem 10 wird die Schmelze 4 zunächst in den Schmelzeverteiler
20 gedrückt, der die Schmelze 4 auf die einzelnen Druckgussdüsen 40 verteilt. Die
Druckgussdüsen 40 sind unmittelbar mit der fixen Formhälfte 32 als ein Teil der Gießform
30 verbunden. Zwischen der fixen Formhälfte 32 und einer beweglichen Formhälfte 34
befindet sich eine Kavität 36, in der nach dem Einschießen der Schmelze 4 und deren
Erstarren das Erzeugnis gebildet wird.
[0026] Fig. 2 zeigt in schematischer Schnittdarstellung eine Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Druckgussdüsensystems 10 mit zwei Druckgussdüsen 40, eine obere und eine untere. Die
Druckgussdüsen 40 sind in die fixe Formhälfte 32 der Gießform 30 eingesetzt und mit
dem Schmelzeverteiler 20 verbunden. Zwei Radialsitze 24 und ein Axialsitz 26, an denen
die Druckgussdüse 40 abgestützt wird, sichern deren Position innerhalb der Gießform
30. Die Dichtfunktion des vorderen Radialsitzes 24 kann daneben auch durch ein zusätzliches,
hier nicht dargestelltes Dichtelement verbessert werden. Die Funktion dieses Zwischenraums
wird zu Fig. 3 näher beschrieben.
[0027] Ist das Druckgussdüsensystem 10 in Betrieb, befindet sich an einem Maschinendüsenansatz
12 die Maschinendüse und ist darüber an den Schmelzeverteiler 20 unter mechanischem
Druck angesetzt und somit dicht verbunden. Dadurch kann die Schmelze aus dem Gießbehälter
in einen Schmelzekanal 22 des Schmelzeverteilers 20 und zu den Druckgussdüsen 40 in
deren jeweiligen Düsenkanal 41 gelangen. Von dem Düsenkanal 41 strömt die Schmelze
durch das in Strömungsrichtung öffnende Rückschlagventil 48 bis zum Angussbereich
42, wo es in die Kavität 36 einschießt. Dort bildet sich nach dem Erstarren der Schmelze
das Erzeugnis in der Kavität. Zudem kann die Schmelze auch in dem Angussbereich 42
erstarren, da die Wärme der Schmelze über die (häufig zusätzlich gekühlte) Gießform
30 abgeführt wird.
[0028] Das Rückschlagventil ist bei einer besonders vorteilhaften Ausführungsform als Kugelventil
und in der Weise ausgeführt, dass die Kugel ein geringes Gewicht aufweist und einen
kurzen Hub, beispielsweise einen Millimeter, ausführt. Diese Eigenschaft sorgt für
eine hohe Dynamik bei der erfindungsgemäßen Funktion der Druckgussdüse.
[0029] Um das fertige Erzeugnis entnehmen zu können, wird die bewegliche Formhälfte 34 abgehoben.
Dabei reißt das Erzeugnis vom Angussbereich 42 der Druckgussdüse 40 ab. Mit dem Abriss
des Erzeugnisses und der Entfernung der beweglichen Formhälfte 34 entfällt zugleich
der Abfluss von Wärme in die Gießform 30. Die von einer Düsenheizung 43 erzeugte und
an die Druckgussdüse 40 abgegebene Wärme erwärmt danach den Angussbereich 42 so weit,
dass die im Angussbereich 42 erstarrte Schmelze wieder aufschmilzt. Die Düsenheizung
43 ist hier ausgeführt als eine Hülse, beispielsweise aus Messing oder Edelstahl bestehend,
die die Heizung enthält und die auf den Körper der Druckgussdüse 40 aufgeschoben wird.
[0030] Damit ist der Angussbereich in den Druckgussdüsen 40 wieder offen für den Austritt
der Schmelze. Solange nur eine Druckgussdüse 40 vorhanden ist, würde die Schmelze
durch Kapillarkräfte bzw. fehlenden Druckausgleich am Austritt gehindert. Sobald aber
mehrere, vor allem übereinander angeordnete Druckgussdüsen vorhanden sind, kann in
die obere Druckgussdüse 40 Luft durch den Angussbereich 42 eintreten. Die eintretende
Luft führt dann zum Druckausgleich im Schmelzekanal 22 des Schmelzeverteilers 20,
so dass die Schmelze von der oberen Druckgussdüse 40 zum Schmelzekanal 22 zurückfließen
aus der unteren Druckgussdüse 40 in unerwünschter Weise v. a. bei offener Gießform
30 austreten kann. Dies trifft natürlich gleichermaßen zu, wenn die Schmelze nicht
im Angussbereich erstarrt, sondern fließfähig bleibt.
[0031] Um ein Ausfließen von Schmelze zu verhindern, ist nach der Erfindung das Rückschlagventil
48 vorgesehen, das einen Rückfluss der Schmelze zum Schmelzekanal 22 des Schmelzeverteilers
20 unterbindet. Dadurch kann mangels Druckausgleich auch keine Schmelze aus der unteren
Druckgussdüse 40 austreten. Der Angussbereich 42 auch der jeweils unteren Düsen bleibt
dadurch auch ohne eine zusätzliche Maßnahme zum Verschluss, wie z. B. ein erstarrter
Schmelzepfropfen oder eine Düsennadel, praktisch dicht.
[0032] Fig. 3 zeigt in schematischer Schnittdarstellung eine Ausführungsform der Druckgussdüse
40 des erfindungsgemäßen Druckgussdüsensystems 10, einschließlich einer Detaildarstellung
des Angussbereichs 42. Die Druckgussdüse 40 ist an den Schmelzeverteiler 20 angeschlossen,
sodass eine Verbindung zwischen dessen Schmelzekanal 22 und dem Düsenkanal 41 besteht.
In dem Düsenkanal 41 ist auch, hier schematisch dargestellt, vorteilhafter Weise das
Rückschlagventil 48 angeordnet. Es könnte jedoch ebenso an beliebiger Position in
dem dargestellten Abschnitt des Schmelzekanals 22 angeordnet sein.
[0033] Weiter ist die Düsenheizung 43 dargestellt und (nur in der Detaildarstellung) ein
Teil der fixen Formhälfte 32, an dem sich die Druckgussdüse 40 abstützt. Um den Wärmeabfluss
von der Druckgussdüse 40 auf die fixe Formhälfte 32 über die Abstützung im Angussbereich
42, den Radialsitz 24, zu vermeiden, ist eine thermische Isolierung vorgesehen. Diese
besteht im dargestellten Beispiel aus einem Luftraum 58, der einem wesentlichen Teil
der Druckgussdüse 40 umgibt, und vor allem aus einer Angussisolierung 50. Die Angussisolierung
50 ist unmittelbar im Angussbereich 42 angeordnet. Sie besteht aus einem Hohlraum,
in den Luft, ein anderes Gas oder ein isolierendes Material eingebracht ist. Darüber
hinaus ist es vorgesehen, dass der Angussbereich aus einem anderen Material gefertigt,
das eine verminderte Wärmeleitfähigkeit aufweist, beispielsweise aus einer Keramik.
Die Angussisolierung 50 kann durch das form- oder stoffschlüssige Zusammenfügen entsprechend
ausgebildeter, den Hohlraum abgrenzender Teile erfolgen.
[0034] Die Angussisolierung 50 verhindert besonders effektiv einen großen Teil des Wärmeabflusses
über den Radialsitz 24. Dadurch wird die Beheizung des Angussbereichs 42 und das Aufschmelzen
dort erstarrter Schmelze über die vorhandene Düsenheizung 43 möglich, ohne dass eine
zusätzliche Heizung im Angussbereich 42 angeordnet werden müsste. Jedoch ist auch
eine solche alternative Lösung, die eine gesonderte Düsenheizung für den Angussbereich
aufweist, von der vorliegenden Erfindung umfasst.
[0035] Die Detaildarstellung lässt zudem durch eingezeichnete Punktlinien mit Pfeilen erkennen,
wie der Schmelzefluss im letzten Abschnitt des Düsenkanals 41 bis zum Angussbereich
42 erfolgt. Der Angussbereich 42 weist im dargestellten Ausführungsbeispiel eine ringförmige
Angussgeometrie auf. Diese bildet sich heraus, indem der Schmelzekanal 41 in der Nähe
des Angussbereichs 42 einen Zentralleiter 61 aufweist, der die Schmelze nach außen
in einen zylinderischen Spalt einleitet, aus dem die ringförmige Angussgeometrie resultiert.
Weitere vorteilhafte Angussgeometrien zeigt Fig. 8.
[0036] Fig. 4 zeigt in schematischer Schnittdarstellung eine Ausführungsform eines Details
der erfindungsgemäßen Druckgussdüse 40 im Angussbereich 42. Hier ist, wie auch schon
in Fig. 3, der Schmelzefluss im Düsenkanal 41 gekennzeichnet.
[0037] Ein wichtiges Merkmal der erfindungsgemäßen Druckgussdüse 40 wird im Angussbereich
42 gezeigt. Dieser umfasst eine Abrisskante 60, die einseitig oder beidseitig ausgeführt
sein kann, also innen an dem Zentralleiter 61 und/oder außen an dem unteren Abschnitt
des Schmelzeleiters 41 als jeweils umlaufende Erhabenheit. Dargestellt ist eine beidseitige
Ausführung im Innen- und Außenbereich, wobei die Abrisskante 60 eine Querschnittsverringerung
zwischen dem Erzeugnis, bestehend aus der erstarren Schmelze, und dem "eingefrorenen"
Angussbereich, dem dort ausgebildeten Schmelzepfropfen, hervorruft. Diese Querschnittsverringerung
bildet eine Sollbruchstelle, an der das Erzeugnis von dem Schmelzepfropfen im Angussbereich
definiert abreißt und dafür sorgt, dass am Erzeugnis ein sauberer Anguss entsteht,
der keine Nacharbeit erfordert.
[0038] Fig. 5 zeigt in schematischer Darstellung eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Druckgussdüsensystems 10, ähnlich der Darstellung aus Fig. 3 mit einer Detaildarstellung
des Angussbereichs 42, die neben der fixen Formhälfte 32 auch die bewegliche Formhälfte
34 und die Kavität 36 zeigt.
[0039] Gegenüber dem Ausführungsbeispiel aus Fig. 3 liegt jedoch eine Reihe von Unterschieden
vor. Diese betreffen die Umgebung des Angussbereichs 42 und die Düsenheizung 44. Letztere
ist in eine Umlaufnut im Körper der Druckgussdüse 40 eingelegt.
[0040] Am Angussbereich 42 ist ein Teil der fixen Formhälfte 32 dargestellt, der so ausgebildet
ist, dass sich zwischen dieser und der Druckgussdüse 40 ein isolierender Luftraum
58 ausbildet. Weiterhin ist in diesem Bereich ein Temperaturfühler 62, angeschlossen
über eine Zuleitung 63, angeordnet. Der Kanal für die Zuleitung kann in der Detaildarstellung
auch für eine Versorgungsleitung der Heizung genutzt werden.
[0041] Fig. 6 zeigt in schematischer geschnittener Darstellung, einschließlich Detaildarstellung,
eine Ausführungsform des erfindungsgemäßes Druckgussdüsensystem 10, welches sich den
in den Figuren 3 und 5 dargestellten gegenüber wiederum in der Art der Beheizung und
der Gestaltung des Angussbereichs 42 unterscheidet. Der Angussbereich 42 wird zur
Verbesserung der thermischen Isolation gegenüber der fixen Formhälfte 32 ein Isolierring
59, beispielsweise aus Titanlegierung gefertigt, eingesetzt. Dieser ist am Angussbereich
42 angeordnet und umgibt diesen im Bereich des Radialsitzes 24.
[0042] Zur Beheizung der Druckgussdüse 40 erfolgt bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
über eine bedruckte Düsenheizung 45, die auf den Körper der Druckgussdüse 40 spiralförmig
aufgebracht und durch eine bewegliche Schutzhülse geschützt ist.
[0043] Fig. 7 zeigt in schematischer geschnittener Darstellung eine weitere Ausführungsform
einer erfindungsgemäßen Druckgussdüse 40', die sich wesentlich von den zuvor beschriebenen
Ausführungsformen unterscheidet. Sie weist eine Düsenheizung 46 auf, die als ein innenliegender
Heizstab ausgeführt ist. Die Düsenheizung 46 ist umgeben von dem Düsenkanal 41, der
dadurch die Form eines Hohlzylinders aufweist. Dadurch kann die Heizwärme sehr leicht
unmittelbar bis an den Angussbereich 42 herangeführt werden, ohne dass durch besondere
Maßnahmen zur thermischen Isolierung dem Wärmeabfluss entgegengewirkt werden muss.
Diese Ausführungsform ist besonders vorteilhaft für den Einsatz von Schmelzen mit
einer Schmelztemperatur von über 600 °C oder bei einem Mehrfachanguss, mit dem mehrere
eng beieinanderliegende Kavitäten aus einer Druckgussdüse mit Schmelze versorgt werden
können.
[0044] Der hohlzylindrische Düsenkanal 41 weist kein Rückschlagventil auf, dieses ist bei
Einsatz einer solchen Druckgussdüse 40' im Schmelzekanal des Schmelzeverteilers anzuordnen.
[0045] Der Düsenkanal 41 geht in den Angussbereich 42 über, der im vorliegenden Ausführungsbeispiel
punktförmig ausgeführt ist.
[0046] Weitere Angussformen sind in der Fig. 8 dargestellt.
[0047] Ansicht a) zeigt eine Angussgeometrie einer Mehrfachdüse, die es ermöglicht, eine
Mehrfachform zu befüllen. Die Schmelze schießt dann nicht nur in eine Kavität ein,
sondern in mehrere, eng beieinanderliegende Kavitäten, sodass mit einer Düse mehrere
Teile gefertigt werden können.
[0048] Ansicht b) zeigt eine Angussgeometrie, wie sie im Schnitt aus den Figuren 2 bis 6
hervorgeht und als ringförmiger Anguss mit einem großen Querschnitt für kurze Gießzeiten
ausgebildet ist. Die im Inneren des Rings angeordnete Spitze, der Zentralleiter 61
(vgl. Figuren 3 und 4), sorgt für eine Wärmeleitung aus dem beheizten Düsenkörper
in den Angussbereich und ist hierzu aus einem besonders wärmeleitfähigen Material,
beispielsweise einer geeigneten Legierung, gefertigt. Dadurch wird nach dem Abriss
des Erzeugnisses und damit Wegfall der Wärmesenke die ggf. erstarrte Schmelze im Angussbereich
schnell wieder aufgeschmolzen, sodass ein neuer Druckgusszyklus zur Fertigung eines
weiteren Erzeugnisses beginnen kann.
[0049] Hierzu trägt insbesondere auch bei, wenn der gesamte Angussbereich aus dem besonders
wärmeleitfähigen Material gefertigt ist.
[0050] Ansicht c) ergänzt den ringförmigen Anguss um einen zentral im Ring angeordneten
punktförmigen Anguss, sodass ein noch größerer Schmelzevolumenstrom erreichbar ist.
Ein punktförmiger Anguss kann auch ohne den zusätzlichen ringförmigen Anguss vorgesehen
sein. Eine solche Variante geht bereits aus der in Fig. 7 dargestellten Druckgussdüse
40 hervor.
[0051] Die Ansichten d) bis f) zeigen jeweils eine Angussgeometrie, die bei ähnlicher Stabilität
im Angussbereich einen schnelleren Einschuss der Schmelze in die Kavität verspricht,
vor allem, wenn diese ein größeres Volumen aufweist. Hierzu dienen seitlich von der
ringförmigen Angussgeometrie ausgehende Nuten im Angussbereich in Form einer Linie,
zweier gekreuzter Linien oder als sternförmige Angussgeometrie.
Bezugszeichenliste
[0052]
- 1
- Warmkammersystem
- 2
- Warmkammerdruckgussmaschine
- 3
- Gießbehälter
- 4
- Schmelze
- 5
- Kolben
- 6
- Kolbenantrieb
- 7
- Maschinendüse
- 10
- Druckgussdüsensystem
- 12
- Maschinendüsenansatz
- 20
- Schmelzeverteiler
- 22
- Schmelzekanal
- 24
- Radialsitz
- 26
- Axialsitz
- 30
- Gießform
- 32
- fixe Formhälfte
- 34
- bewegliche Formhälfte
- 36
- Kavität
- 36'
- Erzeugnis
- 40,40'
- Druckgussdüse
- 41
- Düsenkanal
- 42
- Angussbereich
- 43
- Düsenheizung (Hülse)
- 44
- Düsenheizung (Umlaufnut)
- 45
- Düsenheizung (bewegliche Hülse)
- 46
- Düsenheizung (Innenheizung)
- 48
- Rückschlagventil
- 50
- Angussisolierung
- 58
- Isolierraum
- 59
- Isolierring
- 60
- Abrisskante
- 61
- Zentralleiter
- 62
- Temperaturfühler
- 63
- Zuleitung
1. Druckgussdüsensystem (10) zum Einsatz in einem Warmkammersystem (1) für den Druckguss
von metallischer Schmelze (4) im Warmkammerverfahren, bei welchem die Schmelze in
flüssigem Zustand an einem Anguss einer Form vorgehalten wird, das Warmkammersystem
(1) umfassend eine Warmkammerdruckgussmaschine (2) mit einem Gießbehälter (3) und
eine Maschinendüse (7), über die die Schmelze in das Druckgussdüsensystem (10) gelangt,
das Druckgussdüsensystem (10) umfassend wenigstens eine obere und wenigstens eine
untere Druckgussdüse (40), jeweils mit einem Angussbereich (42), und einen Schmelzeverteiler
(20), der die Schmelze (4) gleichmäßig aus der Maschinendüse (7) auf die Druckgussdüsen
(40) verteilt, wobei wenigstens ein Rückschlagventil (48) zwischen dem Angussbereich
(42) der Druckgussdüsen (40) und dem Gießbehälter (3) angeordnet ist, wobei das Rückschlagventil
(48) den Rückfluss der Schmelze (4) von dem Angussbereich (42) weg in Richtung Gießbehälter
(3) verhindert, dadurch gekennzeichnet, dass das Rückschlagventil (48) jeweils zwischen dem Angussbereich (42) zumindest der wenigstens
einen oberen Druckgussdüse (40) und einem letzten Abzweig von Schmelzekanälen (22)
in dem Schmelzeverteiler (20) des Warmkammersystems (1) zu der wenigstens einen oberen
Druckgussdüse (40) angeordnet ist.
2. Druckgussdüsensystem nach Anspruch 1, wobei im Angussbereich (42) jeder Druckgussdüse
(40) eine thermische Schutzeinrichtung vorgesehen ist, die einen Wärmeabfluss aus
dem Angussbereich (42) in Richtung Gießform (30) reduziert.
3. Druckgussdüsensystem nach Anspruch 2, wobei die thermische Schutzeinrichtung als thermische
Isolierung (58, 59) im Angussbereich (42) oder als eine im Angussbereich angeordnete
Gegenheizung, um den Wärmeabfluss zu vermindern, ausgeführt ist, wobei die Gegenheizung
als separat temperierbares, um den Angussbereich (42) herum angeordnetes Segment und/oder
als gesondert beheizbarer Angussbereich (42) ausgeführt ist
4. Druckgussdüsensystem nach Anspruch 3, wobei die thermische Isolierung als Isolierring
(58) aus einem den Angussbereich (42) umgebenden Material mit geringer Wärmeleitfähigkeit,
als Angussisolierung (50), ausgeführt als isolierende Luft-, Gas- oder Vakuumschicht
innerhalb des Angussbereichs (42), und/oder als Isolierraum (58) zwischen dem Körper
der Druckgussdüse (40) und der Gießform (30) ausgeführt ist.
5. Druckgussdüsensystem nach Anspruch 4, wobei zum Betrieb der Gegenheizung eine Einrichtung,
die einen CO2-Kreisprozess anwendet, vorgesehen ist.
6. Druckgussdüsensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei ein Düsenkanal (41) im
Angussbereich (42) der Druckgussdüse (40) eine Abrisskante (60) am äußeren Umfang
eines Zentralleiters (61) und/oder am inneren Umfang des Düsenkanals (41) aufweist,
wobei die Abrisskante (60) so gestaltet ist, dass sie eine Sollbruchstelle in der
im Angussbereich (42) erstarrten Schmelze (4) ausbildet, an der beim Abheben des Angussbereichs
(42) von der Gießform (30) das Erzeugnis (36') abreißt.
7. Druckgussdüsensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei ein Temperaturfühler
(62) im Angussbereich (42) angeordnet ist.
8. Druckgussdüsensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Rückschlagventil
(48) in dem Düsenkanal (41) der Druckgussdüse (40) angeordnet ist.
9. Druckgussdüsensystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei das Rückschlagventil
(48) als frei bewegliche Kugel, die mit einem Ventilsitz zusammenwirkt, ausgeführt
ist.
10. Druckgussverfahren unter Einsatz eines Druckgussdüsensystem gemäß einem der Ansprüche
1 bis 9,
gekennzeichnet durch die Verfahrensschritte
• Aufsetzen der permanent und gleichmäßig beheizten Druckgussdüsen (40) auf die Gießform
(30);
• Öffnen des wenigstens einen Rückschlagventils (48) beim Einschießen der Schmelze
(4) durch den Schmelzekanal (41) und den Angussbereich (42) bis in die Gießform (30);
• Erstarren der Schmelze (4) zu einem Erzeugnis (36') in der Gießform (30) bis in
den Angussbereich (42) hinein, wobei Wärme aus dem Angussbereich (42) in das Erzeugnis
strömt;
• Abheben der Druckgussdüse (40), Abriss des Erzeugnisses (36') und ausbleibender
Abfluss der Wärme aus dem Angussbereich (42);
• Aufschmelzen der erstarrten Schmelze in dem Angussbereich (42) aller Druckgussdüsen
(40) durch aus der Druckgussdüse (40) nachströmende Wärme, wobei ein Ausfließen der
Schmelze (4) aus der wenigstens einen unteren Druckgussdüse (40) im Schmelzeverteiler
(20), die aus den oberen Druckgussdüsen (40) über den Schmelzeverteiler (20) strömt,
verhindert wird, indem zumindest das Rückschlagventil (48) im Bereich der wenigstens
einen oberen Druckgussdüse (40) schließt.
11. Druckgussdverfahren nach Anspruch 10, wobei die Druckgussdüse (40) von innen und/oder
von außen im Bereich eines Körpers der Druckgussdüse (40) beheizbar ist und den Angussbereich
(42) umfasst, dessen Material eine Wärmeleitfähigkeit von wenigstens der Wärmeleitfähigkeit
der Schmelze aufweist und/oder gesondert beheizbar ist.
1. A diecasting nozzle system (10) for use in a hot-chamber system (1) for diecasting
metal melt (4) according to the hot-chamber approach, in which the melt is held in
a liquid state at a sprue of a mold, the hot-chamber system (1) comprising a hot-chamber
diecasting machine (2) with a casting vessel (3) and a machine nozzle (7), via which
the melt enters the diecasting nozzle system (10), the diecasting nozzle system (10)
comprising at least one upper and at least one lower diecasting nozzle (40), each
having a sprue region (42), and a melt distributor (20) which distributes the melt
(4) uniformly from the machine nozzle (7) among the diecasting nozzles (40), wherein
at least one nonreturn valve (48) is arranged between the sprue region (42) of the
diecasting nozzles (40) and the casting vessel (3), wherein the nonreturn valve (48)
prevents the melt (4) from flowing back away from the sprue region (42) in the direction
of the casting vessel (3), characterized in that the nonreturn valve (48) is in each case arranged between the sprue region (42) of
at least the at least one upper diecasting nozzle (40) and a last branch of melt runners
(22) in the melt distributor (20) of the hot-chamber system (1) to the at least one
upper diecasting nozzle (40).
2. The diecasting nozzle system according to claim 1, wherein a thermal protective device,
which reduces heat dissipation from the sprue region (42) in the direction of a casting
mold (30), is provided in the sprue region (42) of each diecasting nozzle (40).
3. The diecasting nozzle system according to claim 2, wherein the thermal protective
device is configured as a thermal insulator (58, 59) in the sprue region (42) or as
a counter-heater arranged in the sprue region to reduce heat dissipation, wherein
the counter-heater is configured as a segment that is arranged around the sprue region
(42) and can be temperature-controlled separately, and/or as a separately heated sprue
region (42).
4. The diecasting nozzle system according to claim 3, wherein the thermal insulator is
configured as an insulating ferrule (58) made of a material with a low heat conductivity
surrounding the sprue region (42), as a sprue insulator (50) configured as an insulating
air, gas or vacuum layer inside the sprue region (42), and/or as an insulating space
(58) between the body of the diecasting nozzle (40) and the casting mold (30).
5. The diecasting nozzle system according to claim 4, wherein a device that uses a CO2 cycle is provided for operation of the counter-heater.
6. The diecasting nozzle system according to any of claims 1 to 5, wherein a nozzle channel
(41) in the sprue region (42) of the diecasting nozzle (40) includes a separation
edge (60) at an outer circumference of a central duct (61) and/or at an inner circumference
of the nozzle channel (41), wherein said separation edge (60) is designed such that
it forms a breaking point in the melt (4) solidified in the sprue region (42) where
a product (36') separates when the sprue region (42) is lifted off the casting mold
(30).
7. The diecasting nozzle system according to any of claims 1 to 6, wherein a temperature
sensor (62) is arranged in the sprue region (42).
8. The diecasting nozzle system according to any of claims 1 to 7, wherein the nonreturn
valve is arranged in the nozzle channel (41) of the diecasting nozzle (40).
9. The diecasting nozzle system according to any of claims 1 to 8, wherein the nonreturn
valve is configured as a freely moving ball cooperating with a valve seat.
10. A diecasting method, which uses a diecasting nozzle system according to any of claims
1 to 9,
characterized by the following method steps:
• fitting the permanently and uniformly heated diecasting nozzles (40) onto the casting
mold (30);
• opening the at least one nonreturn valve (48) during injection of the melt (4) through
the melt runner (41) and the sprue region (42) into the casting mold (30);
• solidifying the melt (4) to obtain a product (36') inside the casting mold (30)
including the sprue region (42), wherein heat flows from the sprue region (42) into
the product;
• lifting off the diecasting nozzle (40), separating the product (36'), and non-occurrence
of heat dissipation from the sprue region (42);
• melting the solidified melt in the sprue region (42) of each of the diecasting nozzles
(40) through continued heat flow from the diecasting nozzle (40), wherein melt (4)
flowing from the upper diecasting nozzles (40) via the melt distributor (20) is prevented
from flowing out of the at least one lower diecasting nozzle (40) in the melt distributor
(20) by closing at least the nonreturn valve (48) in the region of the at least one
upper diecasting nozzle (40).
11. The diecasting method according to claim 10, wherein the diecasting nozzle (40) can
be heated from inside and/or from outside in the region of a body of the diecasting
nozzle (40) and comprises the sprue region (42) made of a material that has a heat
conductivity corresponding at least to the heat conductivity of the melt and/or can
be heated separately.
1. Système de buses de moulage sous pression (10) destiné à être utilisé dans un système
de chambre chaude (1) pour le moulage sous pression de masse fondue métallique (4)
dans le procédé de chambre chaude, lors duquel la masse fondue est fournie à l'état
liquide à une entrée d'un moule, le système de chambre chaude (1) comprenant une machine
de moulage sous pression à chambre chaude (2) avec un récipient de moulage (3) et
une buse de machine (7) par le biais de laquelle la masse fondue parvient dans le
système de buses de moulage sous pression (10), le système de buses de moulage sous
pression (10) comprenant au moins une buse de moulage sous pression supérieure et
au moins une buse de moulage sous pression inférieure (40), chacune avec une région
d'entrée (42), et un distributeur de masse fondue (20) qui distribue la masse fondue
(4) uniformément de la buse de machine (7) aux buses de moulage sous pression (40),
dans lequel au moins une soupape antiretour (48) est disposée entre la région d'entrée
(42) des buses de moulage sous pression (40) et le récipient de moulage (3), dans
lequel la soupape antiretour (48) empêche le reflux de la masse fondue (4) de la région
d'entrée (42) de retour en direction du récipient de moulage (3), caractérisé en ce que la soupape antiretour (48) est disposée à chaque fois entre la région d'entrée (42)
au moins de l'au moins une buse de moulage sous pression supérieure (40) et une dernière
dérivation de canaux de masse fondue (22) dans le distributeur de masse fondue (20)
du système de chambre chaude (1) vers l'au moins une buse de moulage sous pression
supérieure (40).
2. Système de buses de moulage sous pression selon la revendication 1, dans lequel un
dispositif de protection thermique est prévu dans la région d'entrée (42) de chaque
buse de moulage sous pression (40), lequel réduit une évacuation thermique de la région
d'entrée (42) en direction du moule (30).
3. Système de buses de moulage sous pression selon la revendication 2, dans lequel le
dispositif de protection thermique est réalisé en tant qu'isolation thermique (58,
59) dans la région d'entrée (42) ou en tant que chauffage conjugué disposé dans la
région d'entrée pour réduire l'évacuation thermique, dans lequel le chauffage conjugué
est réalisé en tant que segment pouvant être tempéré séparément, disposé autour de
la région d'entrée (42) et/ou en tant que région d'entrée (42) pouvant être chauffée
séparément.
4. Système de buses de moulage sous pression selon la revendication 3, dans lequel l'isolation
thermique est réalisée en tant qu'anneau isolant (58) en un matériau entourant la
région d'entrée (42) avec une faible conductivité thermique, en tant qu'isolation
d'entrée (50), réalisée en tant que couche d'air, de gaz ou de vide isolante au sein
de la région d'entrée (42), et/ou en tant qu'espace isolant (58) entre le corps de
la buse de moulage sous pression (40) et le moule (30).
5. Système de buses de moulage sous pression selon la revendication 4, dans lequel un
dispositif qui utilise un cycle fermé de CO2 est prévu pour l'exploitation du chauffage conjugué.
6. Système de buses de moulage sous pression selon une des revendications 1 à 5, dans
lequel un canal de buse (41) dans la région d'entrée (42) de la buse de moulage sous
pression (40) présente une arête à détacher (60) à la périphérie externe d'un conducteur
central (61) et/ou à la périphérie interne du canal de buse (41), dans lequel l'arête
à détacher (60) est configurée de sorte qu'elle forme un point destiné à la rupture
dans la masse fondue (4) solidifiée dans la région d'entrée (42) au niveau duquel
le produit (36') se détache lors du soulèvement de la région d'entrée (42) du moule
(30).
7. Système de buses de moulage sous pression selon une des revendications 1 à 6, dans
lequel un capteur de température (62) est disposé dans la région d'entrée (42).
8. Système de buses de moulage sous pression selon une des revendications 1 à 7, dans
lequel la soupape antiretour est disposée dans le canal de buse (41) de la buse de
moulage sous pression (40).
9. Système de buses de moulage sous pression selon une des revendications 1 à 8, dans
lequel la soupape antiretour est réalisée en tant que bille librement mobile qui coopère
avec un siège de soupape.
10. Procédé de moulage sous pression utilisant un système de buses de moulage sous pression
selon une des revendications 1 à 9,
caractérisé par les étapes de procédé
• pose des buses de moulage sous pression (40) chauffées de manière permanente et
uniforme sur le moule (30) ;
• ouverture de l'au moins une soupape antiretour (48) lors de l'insertion de la masse
fondue (4) à travers le canal de masse fondue (41) et la région d'entrée (42) jusque
dans le moule (30) ;
• solidification de la masse fondue (4) en un produit (36') dans le moule (30) jusque
dans la région d'entrée (42), dans lequel de la chaleur circule de la région d'entrée
(42) dans le produit ;
• soulèvement de la buse de moulage sous pression (40), détachement du produit (36')
et absence d'évacuation de la chaleur de la région d'entrée (42) ;
• fusion de la masse fondue solidifiée dans la région d'entrée (42) de toutes les
buses de moulage sous pression (40) par de la chaleur à circulation postérieure de
la buse de moulage sous pression (40), dans lequel un écoulement de la masse fondue
(4) de l'au moins une buse de moulage sous pression inférieure (40) dans le distributeur
de masse fondue (20), qui s'écoule des buses de moulage sous pression supérieures
(40) par le biais du distributeur de masse fondue (20), est empêché en ce qu'au moins
la soupape antiretour (48) se ferme dans la région de l'au moins une buse de moulage
sous pression supérieure (40).
11. Procédé de moulage sous pression selon la revendication 10, dans lequel la buse de
moulage sous pression (40) peut être chauffée de l'intérieur et/ou de l'extérieur
dans la région d'un corps de la buse de moulage sous pression (40) et comprend la
région d'entrée (42) dont le matériau présente une conductivité thermique d'au moins
la conductivité thermique de la masse fondue et/ou peut être chauffée séparément.