[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Spannbetonfertigteilen,
welche eingegossene oder eingeformte Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile aufweisen,
insbesondere Spannbetonschwellen oder Spannbetonweichenschwellen mit Mitteln zur Schienenbefestigung,
wobei in mindestens einem Formenbett Formteile durch Gießen erzeugt werden und das
Formenbett eine Vielzahl von Spannstählen aufnimmt, weiterhin zwischen den Formteilen
und/oder in den Endbereichen des Formenbettes Abstellkästen oder Abstellbleche eingesetzt
sind und nach dem Aushärten des Betons die Formteile aus dem jeweiligen Formenbett
entnommen werden gemäß der Lehre nach Anspruch 1 bzw. 12.
[0002] Aus der
DE 42 37 466 C2 ist eine Vorrichtung zum temporären Befestigen eines rohrförmigen Einbauteils in
einer Schalung zum Herstellen von Fertigbauteilen aus Beton, insbesondere Weichenschwellen
aus Spannbeton, vorbekannt.
[0003] Die dortige Lehre zielt auf den Einsatz von Weichenschwellen aus Spannbeton, die
im langen Spannbett in praktisch beliebigen Längen gefertigt werden können. Als Problem
wird herausgearbeitet, dass die Positionierung der Einbauteile für die Befestigung
der Schienen, deren Lage sich bei Weichen-schwellen, bedingt durch die Gleiskrümmung,
nicht nur von Schwelle zu Schwelle ändert, sondern wobei auch berücksichtigt werden
muss, dass die Schienenachsen die Schwellenachsen unter verschiedenen, in der Regel
nicht rechten Winkeln kreuzen.
[0004] Für die Positionierung der Einbauteile gilt bei Schwellen ein das sonst im Bauwesen
übliche weit überschreitende Maß an Genauigkeit. Insofern ist es von hoher Bedeutung,
die betreffenden Einbauteile nicht nur vor dem Einbringen des Betons in der Schalung
sicher zu fixieren, sondern auch, dass sich der fertige Schwellenkörper nach dem Erhärten
und Vorspannen des Betons ohne Beschädigung der Einbauteile aus der Schalung lösen
lässt.
[0005] Ein weiteres Problem besteht darin, dass bei der Herstellung von Weichenschwellen
aus Spannbeton im langen Spannbett beim Lösen der Spannglieder an ihren Endverankerungen
zur Übertragung der Vorspannkräfte auf die einzelnen Schwellen infolge Stauchung der
Betonkörper Längsverschiebungen auftreten. Diese Verschiebungen dürfen durch die zur
Fixierung der Einbauteile verwendeten Verbindungsmittel nicht behindert werden, um
Beschädigungen sowohl am Schwellenkörper als auch am Einbauteil zu vermeiden.
[0006] Gemäß bekannten Verfahren bei der Herstellung von Weichenschwellen kommen als Schalungsboden
Matrizen aus Stahlblech zum Einsatz, die an den jeweiligen Positionen der Einbauteile
Bohrungen aufweisen, in denen Befestigungsmittel zum temporären Fixieren der Einbauteile
angebracht werden können. Beispielsweise ist es bekannt, als temporäres Verbindungsmittel
einen von oben her einsetzbaren und einschlagbaren Blindniet zu verwenden, der mit
dem Schaft von oben durch eine Bohrung in einem das Einbauteil fixierenden Befestigungsteil
sowie durch die die Position des Einbauteiles in dem Schalungsboden bestimmende Bohrung
hindurch gestoßen und an der Außenseite des Schalungsbodens durch eine nietkopfartige
Ausweitung verankert wird. Auf jeden Fall verbleibt die Notwendigkeit, für jede einzelne
Weichenschwelle Bohrungen in den Schalungsböden an unterschiedlichen Stellen anordnen
zu müssen. Hierzu muss entweder eine große Anzahl von Matrizen mit an den unterschiedlichen
Stellen angeordneten Bohrungen vorgehalten werden oder es müssen jeweils nach den
Vorgaben des einzelnen Falles neue Bohrungen erzeugt werden.
[0007] In Abweichung des bis dahin bekannten Standes der Technik zeigt die
DE 42 37 466 C2 die Möglichkeit auf, den Einsatz mit unterschiedlichen Bohrungen versehenen Matrizen
zu vermeiden. Diesbezüglich wird auf Befestigungsmittel verwiesen, die ausschließlich
gegenüber der Oberfläche des Schalungsbodens wirken. Konkret wird die Befestigung
der Verbindungsmittel gegenüber der Oberfläche des Schalungsbodens durch Kleben oder
Schweißen realisiert. Als vorteilhaft wird eine Befestigung der Verbindungsmittel
durch Anschweißen von Gewindebolzen im Wege der Flächenstumpfschweißung mittels eines
üblichen Bolzenschweißgerätes erläutert.
[0008] Die Verwendung von stoffschlüssigen Verbindungstechnologien wie Schweißen oder Kleben
hat zwar Vorteile, jedoch ist es problematisch, Kleberreste bzw. Reste der Schweißverbindung
von den Befestigungseinrichtungen bzw. dem Formbodenblech wieder zu entfernen. Hierdurch
entsteht ein zusätzlicher Arbeitsaufwand, der die ansonsten erreichbaren Vorteile
wieder in Frage stellt.
[0009] Bei dem Verfahren zur Herstellung einer Vielzahl von in Längsrichtung hintereinander
angeordneten Betoneisenbahnschwellenblöcken in einem langgestreckten Formenbett nach
DE 29 48 303 C2 wird von der Aufgabe ausgegangen, im Bereich einer Weiche unterschiedlich lange Betoneisenbahnschwellenblöcke
mit unterschiedlich vielen, in jeweils vorbestimmten Abstand zueinander angeordneten
Befestigungseinrichtungen mit größter Genauigkeit unter möglichst geringem Kostenaufwand
zu realisieren. Diesbezüglich wird in Übereinstimmung mit den vorher festgelegten
Konstruktionsabmessungen der jeweils unterschiedlich auszuführenden Betoneisenbahnschwellenblöcke
einer Eisenbahnschienenweiche eine Vielzahl von mit jeweils unterschiedlich angeordneten
Löchern versehene Matrizen von jeweils unterschiedlicher Länge entsprechend den gewünschten
Längen der jeweils unterschiedlich lang dimensionierten Eisenbahnschwellenblöcke für
die Konstruktion einer bestimmten Eisenbahnweiche vorgefertigt. In jedem Loch der
Matrize ist eine Befestigungseinrichtung lösbar angebracht. Die Matrizen werden im
Formenbett zum Gießen der Vielzahl der zusammenhängenden Betonkörper auf Stoß angeordnet.
Vor dem Schneiden des Betonkörpers werden die Matrizen von diesem und den darin eingegossenen
Befestigungseinrichtungen entfernt.
[0010] An den Seiten der Matrizen sind Markierungen vorhanden derart, dass der Weichentyp
und die Folgenummer der jeweiligen Blöcke unter den der Weiche zugeordneten Eisenbahnschwellenblöcken
deutlich von der Oberseite der Blöcke erkannt werden kann.
[0011] Um das notwendige Schneiden des jeweiligen Blockes zu erleichtern, ist eine Querleiste,
zum Beispiel eine Kunststoffleiste, zwischen zwei aufeinanderfolgenden Matrizen im
Formenbett angeordnet.
[0012] Auch bei diesem Stand der Technik muss also eine große Anzahl von Matrizen, das heißt
Bodenblechen, vorgehalten werden, die dann entsprechend der jeweiligen Schwellenabmessungen
in die Formen eingebaut und später gewechselt werden müssen. Der Wechsel der Bodenbleche
ist nur durch manuelle Tätigkeiten möglich und erfordert insofern einen erheblichen
Zeit- und Personalaufwand. Ein weiteres Problem ist die große Menge von Aufnahmelöchern
für Befestigungsmittel. Werden nicht alle Löcher besetzt, müssen selbige verklebt
oder verschlossen werden, so dass ein Eindringen von Beton während des Prozesses des
Befüllens der Formen sicher vermeidbar ist und die gewünschte Qualität der Betonschwellen
gewährleistet werden kann.
[0013] Bei dem Herstellungsverfahren für Betonweichenschwellenblöcke unterschiedlicher Länge
mit Schienenbefestigungsanordnungen in verschiedener Anzahl und in unterschiedlichen
Lagen entlang der Blöcke gemäß
EP 07 25 856 B1 wird eine Reihe von Matrizen in einem länglichen Bett angeordnet, um den Boden eines
Formbettes zu bilden. Die Matrizen sind mit Bohrungen versehen. In diese Bohrungen
oder Aussparungen können spezielle Matrizenschalen eingelegt werden, die auf die Maße
der Schienenbefestigungsanordnungen abgestellt sind. Die Matrizenschalen sind mit
Flanschen versehen, welche sich an der Innenfläche der eigentlichen Matrize abstützen
und dort anliegen.
[0014] Bei der Lösung nach
EP 07 25 856 B1 kann zwar die Anzahl der eigentlichen Blech-Matrizen reduziert werden, jedoch ist
es nach wie vor notwendig, die einzusetzenden Matrizenschalen in der notwendigen Form
mit unterschiedlichen Abmessungen vorzuhalten. Darüber hinaus erfordert das Einsetzen
der Matrizenschalen in die mit Ausnehmungen versehenen Matrizen einen weiteren personellen
Aufwand. Auch ist die Reinigung der Matrizen und Matrizenschalen für deren Wiederverwendung
aufwändig.
[0015] Aus dem Vorgenannten ist es Aufgabe der Erfindung, ein weiterentwickeltes Verfahren
sowie eine zugehörige Vorrichtung zur Herstellung von Spannbetonfertigteilen anzugeben,
welche eingegossene oder eingeformte Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile aufweisen,
wobei es sich hier insbesondere um Spannbetonschwellen oder Spannbetonweichenschwellen
mit Mitteln zur Schienenbefestigung handelt. Das erfindungsgemäße Verfahren und die
zugehörige Vorrichtung sollen sowohl für die sogenannte Long-Line-Fertigung als auch
die Umlauffertigung von Schwellen geeignet sein, wobei alle unterschiedlichen Geometrien
und Lagen der Schienenbefestigungspunkte der einzelnen Schwellen im Formteil realisierbar
sind. Auf einen aufwändigen Wechsel von Bodenblechen oder Matrizen, wie beim Stand
der Technik erforderlich, soll verzichtet werden.
[0016] Ergänzend ist die Möglichkeit zu schaffen, das sogenannte Sickenrissrisiko bei der
Herstellung von Schwellen zu minimieren.
[0017] Die Lösung der Aufgabe der Erfindung erfolgt durch ein Verfahren gemäß der Lehre
nach Patentanspruch 1, mit einer Vorrichtung gemäß Merkmals-kombination nach Patentanspruch
12 sowie mit einer Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemäß Patentanspruch
15.
[0018] Verfahrensseitig wird zur Herstellung von Spannbetonfertigteilen, welche eingegossene
oder eingeformte Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile aufweisen, nämlich insbesondere
von Spannbetonschwellen oder Spannbetonweichenschwellen mit Mitteln zur Schienenbefestigung
von einem an sich bekannten Formenbett ausgegangen, um entsprechende Formteile durch
Gießen zu erzeugen. Das Formenbett nimmt dabei eine Vielzahl von Spannstählen auf.
[0019] Weiterhin können zwischen den Formteilen und/oder in den Endbereichen des Formenbettes
Abstellkästen oder Abstellbleche eingesetzt werden, so dass unterschiedlich lange
Formenteile herstellbar sind. Nach dem Aushärten des Betons werden die Formteile aus
dem jeweiligen Formenbett in an sich bekannter Weise entnommen, wobei die Spannstähle
in vorbestimmten Bereichen durchtrennbar sind.
[0020] Erfindungsgemäß sind im Formenbett oder im Formentrog von Befestigungseinrichtungen
und Einbauteilen freie Bodenbleche eingebracht oder es werden mit derartigen Bodenblechen
versehene Formenbetten eingesetzt.
[0021] Je nach gewünschten Längenabmessungen des Formteiles, beispielsweise einer Spannbetonweichenschwelle,
werden die Abstellkästen oder die Abstellbleche gesetzt und die Befestigungseinrichtungen
oder Einbauteile maßgenau auf dem jeweiligen Bodenblech magnetisch, insbesondere mittels
permanent-magnetischen Halteeinrichtungen fixiert.
[0022] Das Einsetzen der Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile mit Hilfe der permanentmagnetischen
Halteeinrichtungen kann dabei unterstützt mit einer Setzlehre ausgeführt werden.
[0023] Bei mit stirnseitigen Abschlusswänden versehenen Formenbetten kann auf das Einbringen
von Abstellblechen oder Abstellkästen gegebenenfalls auch verzichtet werden.
[0024] Die permanentmagnetischen Halteeinrichtungen können beispielsweise in Form eines
Bolzens oder eines Stiftes ausgeführt werden, wobei im Befestigungsbereich eine entsprechende
Anzahl von Permanentmagneten eingesetzt ist. Über einen derartigen Bolzen oder Stift
kann dann ein Befestigungsdübel geschoben werden, der später vom Beton umgossen und
im Beton fixiert ist.
[0025] Bei einer Ausführungsform der Erfindung umfassen die Befestigungseinrichtungen oder
die Einbauteile einen mehrfach verwendbaren Formkörper zur Ausbildung von Sicken im
Formteil und/oder einen Dübelhalter wie vorerwähnt. Der Formkörper und der Dübelhalter
können dabei einstückig aber auch mehrteilig ausgeführt sein.
[0026] Die Abstellkästen oder die Abstellbleche weisen bei einer bevorzugten Ausgestaltung
der Erfindung einen Fußabschnitt zur Aufnahme eines oder mehrerer Permanentmagneten
auf und werden ebenfalls permanentmagnetisch am Bodenblech oder seitlichen Formenblechen
fixiert.
[0027] Im Sinne einer automatisierten Fertigung bei der Herstellung von Spannbetonteilen,
besteht die Möglichkeit, die Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile nebst den
permanentmagnetischen Halteeinrichtungen mittels Pick-and-Place-Robotik automatisiert
zu setzen.
[0028] Bei einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung erfolgt das Fixieren der Befestigungseinrichtungen,
Einbauteile, Abstellkästen und/oder Abstellbleche mittels schaltbaren, permanentmagnetische
Eigenschaften aufweisenden Halteeinrichtungen.
[0029] Insofern kann beim Setzen der Halteeinrichtungen der Permanentmagnet deaktiviert
werden, wodurch sich Lagekorrekturen bis zum endgültigen Erreichen der gewünschten
Positionen der Halteeinrichtungen in leichterer Weise realisieren lassen.
[0030] In Weiterbildung der Erfindung ist die Befestigungseinrichtung als metallische Sickenplatte
mit vormontierten Dübeln ausgebildet, wobei an der vorgesehenen Position im Formenbett
ein schaltbarer Permanentmagnet angeordnet ist oder eingesetzt wird, um die Sickenplatte
in ihrer Lage bezogen auf das Formenbett zu fixieren, wobei vor dem Umspannen bzw.
Entspannen der Spannstähle die permanentmagnetische Fixierung aufgehoben wird, derart,
dass eine Lageverschiebung der Sickenplatte erfolgen kann. Aufgrund dieser erfindungsgemäßen
Lösung wird eine Sickenrissbildung im Formteil vermieden.
[0031] Die schaltbaren Permanentmagneten können sowohl ortsfest als auch verschieblich,
jedoch lagefixierbar im Formenbett angeordnet werden.
[0032] In Weiterbildung der erfindungsgemäßen metallischen Sickenplatte mit vormontierten
Dübeln als Befestigungseinrichtung ist zwischen der Sickenplatte und dem Formenbett
eine temporäre, elastische Dichtung eingesetzt.
[0033] Die elastische Dichtung verschließt das Formenbett hin zu einem Formentrog, in welchem
sich das Formenbett befindet und ermöglicht beim Umspannen die horizontale Bewegung
der Sickenplatte.
[0034] Das Formenbett kann selbst integral ausgebildete Abstellbleche oder Abstellkästen
aufweisen und insofern bereits über feste Seitenwände verfügen, die Aussparungen zum
Hindurchführen der Spannstähle besitzen.
[0035] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Herstellung von Spannbetonfertigteilen geht
davon aus, dass die jeweiligen Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile von einer
Halteeinrichtung aufgenommen werden. Die Halteeinrichtung ist als Bolzen, Stift, Stempel,
Platte oder dergleichen Mittel ausgeführt, wobei mindestens Abschnitte dieses Mittels
permanentmagnetisch oder permanentmagnetisch schaltbar sind oder mindestens einen
schaltbaren oder nicht schaltbaren Permanentmagneten aufnehmen.
[0036] In Weiterbildung der Vorrichtung ist ein Formkörper, insbesondere ausgebildet als
Sickenplatte, schaltbar permanentmagnetisch ausgebildet, nimmt einen solchen schaltbaren
Permanentmagneten auf oder besteht aus einem ferromagnetischen Material, das mit einem
schaltbaren Permanentmagneten in Wechselwirkung treten kann.
[0037] Im Formenbett oder im Formentrog oder unterhalb des Formentroges ist mindestens ein
Magnet, insbesondere ein schaltbarer Permanentmagnet vorgesehen, um die Halteeinrichtung
und/oder den Formkörper lösbar zu fixieren.
[0038] Erfindungsgemäß ist darüber hinaus die Verwendung der beschriebenen Vorrichtung sowohl
in Umlauf- als auch Long-Line-Fertigungsanlagen zur Herstellung von Spannbetonfertigteilen.
[0039] Die Erfindung soll nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles sowie unter Zuhilfenahme
von Figuren näher erläutert werden.
[0040] Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine Ansicht eines Formenbettes mit metallischem, ferromagnetischem Bodenblech und
zwei eingesetzten Halteeinrichtungen, einerseits ein Formteil für eine Sicke bildend
sowie andererseits als Dübelhalter dienend, wobei in der Figur bereits Kunststoffdübel
auf die bolzenartigen Halteeinrichtungen aufgeschoben sind;
- Fig. 2
- ein Blick in eine Formengruppe mit mehreren Formenbetten, eingesetzt in Halteeinrichtungen,
welche Befestigungsdübel aufnehmen;
- Fig. 3
- eine Unteransicht einer Halteeinrichtung, die den bereits erwähnten Formkörper zur
Ausbildung einer Sicke und einen Dübelhalter umfasst, mit erkennbaren, eingesetzten
Permanentmagnetstreifen;
- Fig. 4
- eine Unteransicht eines Abstellbleches mit Halteeinrichtung in Form eines Fußabschnittes,
wobei im Fußabschnitt ein Permanentmagnet eingesetzt ist;
- Fig. 5a-c
- prinzipielle Längsschnittdarstellungen durch ein Formenbett zur Herstellung von Gleisschwellen,
die neben Befestigungsdübeln Sicken aufweisen, welche mit Sickenplatten beim Formen
des Spannbetonteiles erzeugt werden, wobei die Fig. 5a den Zustand der positionierten
Sickenplatte mit vormontierten Dübeln, eingelegt in das Formbett und aktivierten,
das heißt geschalteten Permanentmagneten darstellt, weiter in Fig. 5b den Zustand
symbolisiert, nachdem die Schwelle betoniert wurde und wobei zum Umspannen der schaltbare
Permanentmagnet nicht aktiviert ist und wobei weiterhin mit der Fig. 5c das angedeutete
Entschalen und Entnehmen der fertigen Schwelle aus der Form symbolisiert ist; und
- Fig. 6
- einen Querschnitt einer Weichenschwellen-Spannbahn mit Varianten der Magnetfixierung
von Halteeinrichtungen.
[0041] Die Fig. 1 zeigt eine Ansicht in das Innere eines Formenbettes zur Herstellung eines
Spannbetonfertigteils, insbesondere einer Spannbetonweichenschwelle. In ein Formenbett
1 ist ein von Befestigungseinrichtungen oder Einbauteilen freies Bodenblech 2 eingebracht
bzw. eingesetzt oder das Formenbett besteht aus einem Trog mit integriertem Bodenblech.
[0042] Weiterhin sind im gezeigten Beispiel zwei permanentmagnetische Halteeinrichtungen
dargestellt.
[0043] Diese Halteeinrichtungen umfassen einen Formkörper 3, z.B. zur Ausbildung einer Sicke
im Formteil und einen Dübelhalter 4. Der Dübelhalter 4 ist als Stift oder Bolzen realisiert
und nimmt bereits die späteren Befestigungsdübel 5 auf.
[0044] Rechtseitig ist in der Figur 1 ein Abstellblech 6 und eine dort erkennbare Durchführung
7 für einen hier nicht eingebrachten Spannstahl ersichtlich.
[0045] Die Fig. 2 illustriert den Zustand mehrerer Formenbetten mit Bodenblech 2. Weiterhin
sind die Formkörperhalteteile 3 nebst Dübelhalter 4 erkennbar. Die Abstellbleche bzw.
Abstellkästen 6 sind komplett montiert eingesetzt.
[0046] Die Fig. 3 zeigt eine Unterseitenansicht der Halteeinrichtungen umfassend Formkörper
3 und Dübelhalter 4 mit dort eingesetzten Magneten 10.
[0047] Mit der Fig. 4 wird die Unteransicht einer beispielhaften Ausbildung eines Abstellbleches
6 mit Fußabschnitt 11 gezeigt, wobei in einem Hohlraum des Fußabschnittes 11 ebenfalls
Permanentmagnete 12 eingebracht sind.
[0048] Bei dem Verfahrensablauf, symbolisiert durch die Längsschnittdarstellungs-Bildfolge
nach den Fig. 5a-5c wird von einer Gleisschwellenform 13 zur Herstellung von Gleisschwellen
ausgegangen, wobei die Gleisschwellen Sicken zur Aufnahme der Gleisbefestigung sowie
Dübel zur Aufnahme entsprechender Gleisbefestigungsschrauben besitzen.
[0049] Eine mit Dübeln 14 versehene entsprechend vormontierte Sickenplatte 15 wird im Bereich
des Bodens der Form 13 innerhalb eines Formentroges 16 mit Hilfe eines schaltbaren
Permanentmagneten 17 fixiert.
[0050] Dieses Fixieren erfolgt lagegenau, wobei die vorbereiteten Sickenplatten mit Trennmittel
behandelt wurden.
[0051] Nach Einbringen der Spannstähle 18 und Einfüllen des Betons 19 nebst Aushärten desselben
wird vor dem Umspannen, das heißt dem Entspannen durch Lösen der Spanndrahthalter
20 der schaltbare Permanentmagnet 17 deaktiviert. Während des Umspannens können sich
daher die entsprechenden Sickenplatten 15 verschieben, so dass das Risiko der außerordentlich
problematischen Sickenrissbildung deutlich minimiert wird. Spannungsspitzen, die ansonsten
zur Rissbildung führen, werden von vornherein vermieden.
[0052] Nach Reinigung der Form und Wiedereinsetzen einer mit Dübeln 14 vormontierten Sickenplatte
17 kann der Fertigungsvorgang von Neuem beginnen. Der Zustand des Ausschalens mit
in Pfeilrichtung erfolgendem Entfernen der quasi fertigen Schwelle ist in der Fig.
5c gezeigt.
[0053] Zwischen der Sickenplatte 15 und dem Formenbett ist eine temporäre, elastische Dichtung
21 eingesetzt.
[0054] Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung besteht darin, dass in oder mit
der gleichen Form sofort ein anderes Formteil gefertigt werden kann. Bisher erforderliche
aufwendige Umbauten der Formen für verschiedene Befestigungssysteme können entfallen,
so dass eine flexiblere Fertigung möglich ist.
[0055] Die Fig. 6 zeigt einen Querschnitt einer Weichenschwellen-Spannbahn mit Varianten
der Magnetfixierung von Halteeinrichtungen.
[0056] Im rechten Bildteil ist die Fixierung mittels einer permanentmagnetischen Halteeinrichtung
3 am Boden bzw. Bodenblech 2 des Formentroges 1 dargestellt.
[0057] Im linken Bildteil ist eine Alternative der magnetischen Befestigung illustriert.
[0058] Hierbei befindet sich ein über die gesamte Länge der Spannbahn fixer oder aber auch
ein oder mehrere verschiebliche Magnete 22 unterhalb des Bodenbleches 2 des Formentroges
1.
[0059] In diesem Falle besteht der Formkörper 3 zur Ausbildung von Sicken im Formteil und
zur Aufnahme des Dübels 5 aus einem metallischen Material. Das An- oder Einbringen
von Magneten bezüglich der Halteeinrichtung 3 ist nicht erforderlich.
[0060] Mit dem Bezugszeichen 23 sind die Feldlinien der jeweiligen Magnetfelder angedeutet.
1. Verfahren zur Herstellung von Spannbetonfertigteilen, welche eingegossene oder eingeformte
Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile aufweisen, insbesondere Spannbetonschwellen
oder Spannbetonweichen-schwellen mit Mitteln zur Schienenbefestigung, wobei in mindestens
einem Formenbett Formteile durch Gießen erzeugt werden und das Formenbett eine Vielzahl
von Spannstählen (8) aufnimmt, weiterhin zwischen den Formteilen und/oder in den Endbereichen
des Formenbettes Abstellkästen oder Abstellbleche (6) eingesetzt sind und nach dem
Aushärten des Betons die Formteile aus dem jeweiligen Formenbett entnommen werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Formenbett von Befestigungseinrichtungen oder Einbauteilen freie Bodenbleche eingebracht
oder mit derartigen Bodenblechen versehene Formenbetten, einen Trog darstellend, eingesetzt
werden, je nach gewünschten Längenabmessungen des Formteiles die Abstellkästen oder
Abstellbleche (6) gesetzt und die Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile maßgenau
auf dem jeweiligen Bodenblech magnetisch, insbesondere mittels permanentmagnetischen
Halteeinrichtungen (3; 5) fixiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Befestigungseinrichtungen oder Einbauteile einen mehrfach verwendbaren Formkörper
(3) zur Ausbildung von Sicken im Formteil und/oder einen Dübelhalter (4) umfassen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Abstellkästen oder Abstellbleche (6) einen Fußabschnitt (11) zur Aufnahme eines
Permanentmagneten (12) aufweisen und permanentmagnetisch am Bodenblech und/oder Seitenblech
(2) fixiert werden.
4. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
im Formteil und/oder im Dübelhalter permanentmagnetische Einsätze (10) eingebracht
oder einsetzbar sind.
5. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens die Befestigungseinrichtung oder Einbauteile nebst den permanentmagnetischen
Halteeinrichtungen mittels Pick-and-Place-Robotik automatisiert gesetzt werden.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Fixieren der Befestigungseinrichtungen, Einbauteile, Abstellkästen und/oder Abstellbleche
mittels schaltbarer permanentmagnetischer Halteeinrichtungen erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Befestigungseinrichtung als metallische Sickenplatte (15) mit vormontierten Dübeln
(14) ausgebildet ist, wobei an der vorgegebenen Position im Formbett (16) ein schaltbarer
Permanentmagnet (17) angeordnet oder eingesetzt wird, um die Sickenplatte (15) in
ihrer Lage bezogen auf das Formenbett (16) zu fixieren, wobei vor dem Umspannen bzw.
Entspannen der Spannstähle (18) die permanentmagnetische Fixierung aufgehoben wird,
derart, dass eine Lageverschiebung der Sickenplatten (15) erfolgen kann, wodurch eine
Sickenrissbildung im Formteil vermeidbar ist.
8. Verfahren nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der oder die schaltbaren Permanentmagnete (17) ortsfest oder verschieblich, jedoch
lagefixierbar im Formenbett (13; 16) angeordnet werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen der Sickenplatte (15) und dem Formenbett eine temporäre, elastische Dichtung
(21) eingesetzt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elastische Dichtung (21) das Formenbett hin zu einem Formentrog (16), in welchem
sich das Formenbett (13) befindet, verschließt.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Formenbett integral ausgebildete Abstellbleche oder Abstellkästen bzw. Seitenwände
aufweist.
12. Vorrichtung zur Herstellung von Spannbetonfertigteilen nach einem Verfahren gemäß
mindestens einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die jeweilige Befestigungseinrichtung oder das Einbauteil von einer Halteeinrichtung
aufgenommen ist, welche als Bolzen, Stift, Stempel, Platte oder dergleichen Mittel
ausgeführt ist, wobei mindestens Abschnitte dieses Mittels permanentmagnetisch oder
permanentmagnetisch schaltbar sind oder mindestens einen schaltbaren oder nicht schaltbaren
Permanentmagneten aufnehmen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Formkörper, insbesondere ausgebildet als Sickenplatte, schaltbar permanentmagnetisch
ist, einen solchen Magneten aufnimmt oder aus einem ferromagnetischen Material besteht.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass in einem Formenbett oder Formentrog mindestens ein schaltbarer Permanentmagnet vorgesehen
ist, um die Halteeinrichtung und/oder den Formkörper zu fixieren.
15. Verwendung einer Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 12 bis 14 sowohl in Umlauf-
als auch Long-Line-Fertigungsanlagen zur Herstellung von Spannbetonfertigtei len.