[0001] Die Erfindung betrifft einen Kran mit wenigstens einem ersten Kranteil und wenigstens
einem mit dem ersten Kranteil verbundenen zweiten Kranteil, wobei das zweite Kranteil
gegenüber dem ersten Kranteil mittels eines Antriebs bezüglich einer Drehachse verstellbar
ist.
[0002] Derartige Kräne werden beispielsweise auf Schiffen eingesetzt, welche auf hoher See
oder in vor der Küste gelegenen Gebieten Service-Einsätze zum Absenken von Lasten
und zum Aufbau oder zur Instandhaltung von Offshore-Windparks oder Bohrinseln durchführen.
Die Schiffe sind auf dem offenen Meer Wellen, Wind und Strömungen ausgesetzt und bewegen
sich dadurch hin und her schwankend permanent in horizontaler wie auch in vertikaler
Richtung.
[0003] Aus der Patentschrift
EP2675701B1 ist ein aktives Seegang-Kompensationssystem bekannt, welches einen Motorgenerator,
ein elektrisches Speicherelement, eine Stromversorgungseinheit und eine Steuereinheit
umfasst. Der Motorgenerator wirkt mit einer Last zusammen, um so die Last in einem
ersten Teil eines Seegang-Bewegungszyklus anzutreiben und um mindestens einen Teil
einer Energie, mit welcher die Last angetrieben worden ist, in einem zweiten Teil
des Seegang-Bewegungszyklus zu regenerieren. Das elektrische Speicherelement speichert
die regenerierte Energie. Die Stromversorgungseinheit, welche elektrisch mit dem Motorgenerator
und dem elektrischen Speicherelement verbunden ist, stellt zumindest dem Motorgenerator
elektrische Leistung bereit. Die Steuereinheit ist ausgestaltet, um die Stromversorgungseinheit
zu steuern, damit eine Ausgangsspannung der Stromversorgungseinheit, synchron mit
dem Seegang-Bewegungszyklus, einem Lade- und Entlade-Spannungszyklus des elektrischen
Speicherelements im Wesentlichen folgt.
[0004] Die Patenschrift
EP2194017B1 beschreibt einen Offshore-Kran, der eine Basis und einen Hubarm umfasst. Ein erstes,
proximales Ende des Hubarms ist mit der Basis drehbar verbunden und ein zweites, entferntes
Ende ist mit einem Querwagenarm drehbar verbunden. Die drehbaren Verbindungen ermöglichen
Winkelbewegungen des Hubarms und des Querwagenarms in einer im Wesentlichen vertikalen
Richtung. Der Querwagenarm umfasst weiter einen Querwagen für die Aufhängung und Anhebung
oder Absenkung einer Ladung sowie das Hin- und Herfahren entlang der Länge des Querwagenarms.
Die drehbare Verbindung zwischen dem Querwagenarm und dem Hubarm ermöglicht ebenso
eine Winkelbewegung des Querwagenarms in lateraler Richtung.
[0005] In der Patentschrift
DE102004003730A1 wird ein elektrischer Segmentmotor zur Erzeugung einer Schwenkbewegung mit einem
feststehenden Stator und einem schwenkbar gelagerten Rotor beschrieben. Der Stator
weist zumindest einen von zumindest einer elektrischen Erregerspule erregten Magnetkreis
auf. An einem insbesondere kreissegmentförmigen Wandungsabschnitt des Rotors sind
zumindest zwei Permanentmagnetelemente befestigt. Der Rotor ist aus einem Grundwerkstoff
hergestellt, wobei die Permanentmagnetelemente in den Grundwerkstoff eingebettet oder
eingeformt sind.
[0006] Antriebslösungen nach dem Stand der Technik, die eine Bewegung derartiger Kräne bewerkstelligen,
basieren auf Hydraulikkonzepten oder auf anderen aufwendigen elektrischen Antriebsarchitekturen
mit verschleißanfälligen Zahnkränzen und Getrieben. Da im maritimen Umfeld hohe Anforderungen
an eine Maschinenverfügbarkeit, Leistung und Redundanz gestellt werden, sind Antriebslösungen
für seegangskompensierende Offshore-Kräne nach dem Stand der Technik sehr komplex
und kostenintensiv. Hohe Kosten werden vor allem durch häufige Wartungsarbeiten und
die damit verbundenen Ausfallzeiten verursacht.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kran zu schaffen, der über einen
wartungsarmen und zuverlässigen Antrieb verfügt.
[0008] Die Lösung der Aufgabe gelingt durch einen Kran mit wenigstens einem ersten Kranteil
und wenigstens einem mit dem ersten Kranteil verbundenen zweiten Kranteil, wobei das
zweite Kranteil gegenüber dem ersten Kranteil mittels eines Antriebs bezüglich einer
Drehachse verstellbar ist, wobei der Antrieb wenigstens einen Segmentmotor aufweist.
[0009] Zudem wird die Aufgabe gelöst durch eine Verwendung eines derartigen Krans zur Seegangskompensation,
insbesondere zur aktiven Seegangskompensation.
[0010] Ein Segmentmotor ist ein aus Stator- und Rotorsegmenten modular aufgebauter Motor.
Dieser modulare Aufbau ermöglicht beispielsweise eine Skalierung eines Drehmoments
des Motors über eine Anzahl eingesetzter Stator- und/oder Rotorsegmente und bietet
zudem den Vorteil, dass der Motor bei Ausfall eines oder mehrerer Stator- und/oder
Rotorsegmente mit reduzierter Dynamik und/oder Leistung weiterhin in Betrieb bleiben
kann und nicht abgeschaltet werden muss. Im Falle eines elektrischen Windungsschlusses
findet dieser aufgrund einer Segmentierung nur in einem dieser Segmente statt. Alle
anderen Segmente sind nicht beschädigt und somit funktionstüchtig. Diese Eigenschaft
wirkt sich positiv auf die Maschinenverfügbarkeit aus. Der Antrieb muss nicht mit
zusätzlichen redundanten Motoren versehen werden, da er durch eine geschickt gewählte
Anzahl an eingesetzten Stator- und Rotorsegmenten bereits redundant ausgeführt ist.
Im Fehlerfall kann der Segmentmotor mit reduzierter Leistung weiterfahren. Zudem kann
ein beschädigtes Segment leicht und vor Ort ausgetauscht werden, sodass der Segmentmotor
nach kurzer Zeit wieder voll einsatzfähig ist. In einer beispielhaften Ausführung
umfasst der Segmentmotor 20 Segmente. Jedoch ist auch eine Segmentierung in mehr oder
weniger Segmente möglich. Der Segmentmotor kann als Innenläufermotor oder Außenläufermotor
ausgeführt sein.
[0011] Die Erfindung beschreibt einen Kran, der wenigstens ein erstes und wenigstens ein
mit dem ersten verbundenes zweites Kranteil aufweist. Das zweite Kranteil ist gegenüber
dem ersten Kranteil mittels eines Antriebs bezüglich einer Drehachse verstellbar.
Erfindungsgemäß weist dieser Antrieb wenigstens einen Segmentmotor auf. Ein Segmentmotor
ist für den Antrieb von Vorteil, da er als getriebeloser Antrieb - auch als Direktantrieb
bezeichnet - ausgeführt ist. Ein Direktantrieb ist ein Antrieb, bei welchem eine elektrische
Maschine - hier der Segmentmotor - direkt mit einer anzutreibenden Einheit verbunden
ist. Da die elektrische Maschine passend zu den Anforderungen der anzutreibenden Einheit,
insbesondere bezüglich einer Drehzahl, ausgelegt wird, wird kein Getriebe zwischengeschaltet.
Durch den Verzicht auf ein Getriebe und andere mechanische Zwischenkomponenten wie
Zahnkränze entfallen die Kosten für deren Anschaffung und Wartung und die mechanische
Komplexität und der Montageaufwand werden reduziert. Geringe Investitionskosten sowie
eine Reduzierung der Betriebskosten schlagen sich in niedrigen Gesamtbetriebskosten
nieder. Zudem ist die elektrische Maschine während des Betriebs sehr leise und kann
in kompakter Bauweise gefertigt werden. Durch den Direktantrieb kann zudem eine erhöhte
Steifigkeit und Dynamik des Motors erreicht werden, da die anzutreibende Einheit direkt
an einem Lager einer Antriebswelle der elektrischen Maschine angebaut werden kann.
[0012] Vorteilhaft weist der Kran als erstes Kranteil wenigstens eine Basis und als zweites
Kranteil wenigstens einen Arm auf. Ein erstes Ende des Arms ist mit der Basis über
eine Basis-Arm-Verbindung drehbar verbunden. Die Basis-Arm-Verbindung ermöglicht eine
Drehbewegung des Arms im Wesentlichen um eine Drehachse. Erfindungsgemäß führt ein
Segmentmotor diese Drehbewegung aus.
[0013] Der Arm kann hierbei in einer ersten Ausführungsform als ein Vertikalarm oder in
einer zweiten Ausführungsform als ein Horizontalarm ausgeführt sein.
[0014] In der ersten Ausführungsform ist der bereits erwähnte Vertikalarm ein im Wesentlichen
vertikal zur Basis angeordneter Arm. Ein erstes Ende des Vertikalarms ist mit der
Basis über eine Basis-Vertikalarm-Verbindung verbunden, ein zweites Ende des Vertikalarms
dient vor allem einem Verladen von Lasten. Die Basis-Vertikalarm-Verbindung ermöglicht
eine Drehbewegung des Vertikalarms um eine im Wesentlichen vertikale Achse der Basis.
[0015] Vorteilhaft ermöglicht die Basis-Vertikalarm-Verbindung zudem eine Bewegung des Vertikalarms
um eine im Wesentlichen horizontale Achse. Auch diese Bewegung führt vorteilhaft wenigstens
ein Segmentmotor aufgrund der bereits erläuterten positiven Eigenschaften aus. Beispielsweise
mittels einer selbsthemmenden Kugelrollspindel oder einem Zahnrad kann eine rotatorische
Bewegung des Segmentmotors in eine lineare Bewegung transformiert werden. Die lineare
Winkelbewegung kann jedoch auch mittels eines Linearmotors ausgeführt werden.
[0016] Der Vertikalarm eignet sich als beweglicher Ausleger besonders gut für Einsätze von
Service-Schiffen auf hoher See, da die Bewegungen um verschiedene Achsen zur Kompensation
des Seegangs eingesetzt werden können, um so beispielsweise Lasten sicher zu verladen.
Besonders die Ausführung der Bewegungen mittels Segmentmotoren macht einen derartigen
Kran hochseetauglich, da sich Segmentmotoren durch Zuverlässigkeit und eine hohe Maschinenverfügbarkeit
auszeichnen. Im Fehlerfall schaltet ein Segmentmotor nicht ab, sondern sichert den
Betrieb mit reduzierter Leistung. Dies ist insbesondere auf dem offenen Meer wichtig,
wo ein manövrierunfähiger Kran eine Gefahr für Leib und Leben seines Benutzer oder
sogar einer Besatzung auf dem Service-Schiff bedeuten kann.
[0017] In der zweiten Ausführungsform ist der bereits erwähnte Horizontalarm ein im Wesentlichen
horizontal zur Basis angeordneter Arm. Das erste Ende des Horizontalarms ist mit der
Basis über eine Basis-Horizontalarm-Verbindung verbunden. Die Basis-Horizontalarm-Verbindung
ermöglicht eine Drehbewegung des Horizontalarms im Wesentlichen um die vertikale Achse
der Basis. Erfindungsgemäß bewerkstelligt diese Bewegung wenigstens ein Segmentmotor.
Ein derartiger Schwenkkran eignet sich besonders gut für ein Verladen von Lasten.
[0018] Vorteilhaft ermöglicht die Basis-Horizontalarm-Verbindung zudem wenigstens eine Bewegung
des Horizontalarms um eine im Wesentlichen horizontale Drehachse. Die Bewegung wird
erfindungsgemäß mittels eines Segmentmotors ausgeführt, kann jedoch auch mittels eines
Linearmotors bewerkstelligt werden.
[0019] Die verschiedenen Drehachsen werden in der später folgenden Figurenbeschreibung näher
erläutert. Erfindungsgemäß können alle Bewegungen jeweils einzeln oder zusammen mit
einer oder mehreren anderen Bewegungen ausgeführt werden.
[0020] Auch ein derartiger Horizontalarm eignet sich aufgrund einer Fähigkeit zur Seegangskompensation
besonders gut für Einsätze auf dem offenen Meer. Wird auf, unter und/oder neben dem
Horizontalarm oder anstatt des Horizontalarms ein Steg bzw. eine Gangway ausgeführt,
können Service-Mitarbeiter sicher und schnell von einem Service-Schiff über den Steg
zu beispielsweise einem Offshore-Windrad gelangen. Ein derartiger Steg ist optional.
[0021] Ferner kann in einer alternativen Ausführung des Krans ein Ende des als Vertikalarm
ausgeführten Arms mit einem Ende wenigstens eines Horizontalarms über eine Vertikalarm-Horizontalarm-Verbindung
verbunden sein. Die Vertikalarm-Horizontalarm-Verbindung ermöglicht eine Drehbewegung
des Horizontalarms um eine im Wesentlichen vertikale Achse des Vertikalarms. Erfindungsgemäß
bewerkstelligt die Bewegung wenigstens ein Segmentmotor.
[0022] Vorteilhaft ermöglicht die Vertikalarm-Horizontalarm-Verbindung zudem eine Bewegung
des Horizontalarms um wenigstens eine im Wesentlichen horizontale Drehachse. Die Bewegung
führt aufgrund seiner Zuverlässigkeit und Redundanz erfindungsgemäß ein Segmentmotor
aus, kann jedoch auch von einem Linearmotor ausgeführt werden.
[0023] Vorteilhaft umfasst der Horizontalarm wenigstens ein erstes Horizontalarm-Teilstück
und wenigstens ein zweites Horizontalarm-Teilstück. Die beiden Teilstücke sind über
eine Horizontalarm-Horizontalarm-Verbindung miteinander verbunden.
[0024] Vorteilhaft ist der Horizontalarm in seiner Länge veränderlich ausgeführt. Die Horizontalarm-Horizontalarm-Verbindung
ist als Einrichtung ausgeführt, die ein Aus- und Einfahren wenigstens eines Horizontalarms
ermöglicht. Das Aus- und Einfahren des Horizontalarms führt vorteilhaft wenigstens
ein Segmentmotor aus. Möglich ist hierbei aber auch der Einsatz eines Linearmotors.
[0025] Ein in seiner Länge veränderlich ausgeführter Horizontalarm eignet sich besonders
gut als Steg bzw. Gangway, auf dem insbesondere Personen von einem auf einem Schiff
befindlichen Offshore-Kran zu beispielsweise einem Offshore-Windrad gelangen können.
[0026] Der in der Erfindung beschriebene Kran einschließlich der verschiedenen erläuterten
Ausführungen eignet sich besonders gut zur Seegangskompensation, insbesondere zur
aktiven Seegangskompensation. Die von vorzugsweise direktangetriebenen Segmentmotoren
ausgeführten Bewegungen können durch Wellen, Wind und Strömungen hervorgerufene Schwankungen
eines Service-Schiffs ausgleichen, sodass sich diese Schwankungen nicht auf den Kran
bzw. den Steg übertragen. Eine sichere Verladung von Lasten kann dadurch sichergestellt
werden. Personen, die über den Steg gehen, sind von Wellen und Strömungen nicht oder
nur wenig betroffen. Vorzugsweise weisen Segmentmotoren, die für Kräne zur Seegangskompensation
genutzt werden, bei geringem Seegang eine Drehzahl zwischen einer und zehn Umdrehungen
pro Minute, bei stärkerem bis starkem Seegang elf bis 60 Umdrehungen pro Minute auf.
Vorteilhaft weisen die Segmentmotoren eine Leistung von 700 kW bis 1 MW auf. Jedoch
ist auch eine Ausführung mit bis zu 10 MW denkbar.
[0027] Segmentmotoren eignen sich für Offshore-Kräne mit optionaler Gangway besonders gut,
da mittels Segmentmotoren auch gewisse mechanische Anforderungen bewältigt werden
können. Beispielsweise kann ein Durchmesser des Segmentmotors durch eine Anzahl eingesetzter
Segmente skaliert werden. Um Material und somit Kosten einzusparen oder die Leistung
anzupassen, kann eine Länge des Segmentmotors variiert werden. Um einen größeren Durchmesser
zu erreichen, welcher beispielsweise ein Durchgehen von Service-Mitarbeitern ermöglicht,
kann auch eine Teilbestückung von Vorteil sein.
[0028] Im Folgenden wird der in der Erfindung beschriebene Kran anhand einiger Beispiele
erläutert. Es zeigen:
- FIG 1
- eine Ausgestaltung eines mit einer Basis drehbar verbundenen Vertikalarms,
- FIG 2
- eine Ausgestaltung eines mit einer Basis drehbar verbundenen Horizontalarms,
- FIG 3
- eine Ausgestaltung eines an einem Ende mit einer Basis drehbar verbundenen Vertikalarms,
der zudem an einem anderen Ende mit einem Horizontalarm drehbar verbunden ist,
- FIG 4
- eine Ausgestaltung eines mit einer Basis drehbar verbundenen Vertikalarms, der zudem
um eine horizontale Achse drehbar ist,
- FIG 5
- eine Ausgestaltung eines mit einer Basis drehbar verbundenen Horizontalarms, der zudem
um wenigstens eine horizontale Achse drehbar ist,
- FIG 6
- eine Ausgestaltung eines an einem Ende mit einer Basis drehbar verbundenen Vertikalarms,
der an einem anderen Ende mit einem Horizontalarm drehbar verbunden ist, wobei an
den drehbaren Verbindungen zudem um wenigstens eine horizontale Achse gedreht werden
kann,
- FIG 7
- eine Ausgestaltung eines mit einer Basis drehbar verbundenen Horizontalarms, wobei
der Horizontalarm über zwei Horizontalarm-Teilstücke verfügt,
- FIG 8
- einen detaillierten Ausschnitt einer Ausgestaltung eines mit einer Basis drehbar verbundenen
Vertikalarms,
- FIG 9
- einen auf einem Schiff angeordneten Offshore-Kran bei ruhiger See, und
- FIG 10
- einen auf einem Schiff angeordneten Offshore-Kran bei stürmischer See.
[0029] FIG 1 zeigt eine Ausgestaltung eines mit einer Basis 1 drehbar verbundenen Vertikalarms
2. Vorzugsweise befindet sich ein derartiger Kran auf einem Schiff, insbesondere auf
einem Offshore-Service-Schiff, welches die nötigen Voraussetzungen zu einer Errichtung
und einer Instandhaltung eines Offshore-Windparks schafft. Vorteilhaft ist die Basis
mit dem Schiff verbunden. Die Basis kann hierbei fest mit dem Schiff verankert sein
oder beispielsweise mittels einer Hydraulikeinrichtung Kontakt zum Schiff halten.
Eine Basis-Vertikalarm-Verbindung 3 ermöglicht eine Drehbewegung 4 des Vertikalarms
2 relativ zur Basis 1 um eine vertikale Drehachse 101. Erfindungsgemäß treibt wenigstens
ein Segmentmotor ohne Getriebe den Vertikalarm 2 an.
[0030] FIG 2 zeigt eine Ausgestaltung eines mit einer Basis 1 drehbar verbundenen Horizontalarms
6. Eine Basis-Horizontalarm-Verbindung 8 ermöglicht eine Drehbewegung 4 des Horizontalarms
6 relativ zur Basis 1 um eine vertikale Drehachse 101. Erfindungsgemäß treibt wenigstens
ein Segmentmotor ohne Getriebe den Horizontalarm 6 an. Der beschriebene Horizontalarm
6 kann als Gangway ausgeführt sein.
[0031] FIG 3 zeigt eine Ausgestaltung eines an einem Ende mit einer Basis 1 drehbar verbundenen
Vertikalarms 2, der zudem an einem anderen Ende mit einem Horizontalarm 7 drehbar
verbunden ist. Eine Basis-Vertikalarm-Verbindung 3 ermöglicht eine Drehbewegung 4
des Vertikalarms 2 relativ zur Basis 1 um eine vertikale Drehachse 101. Zudem ermöglicht
eine Basis-Horizontalarm-Verbindung 9 eine Drehbewegung 4 um eine vertikale Drehachse
101.
[0032] FIG 4 zeigt eine Ausgestaltung eines mit einer Basis 1 drehbar verbundenen Vertikalarms
2, der zudem um eine horizontale Achse 102 drehbar ist. Eine Basis-Vertikalarm-Verbindung
31 ermöglicht eine Drehbewegung 4 um eine vertikale Drehachse 101. Die Drehbewegung
4 führt erfindungsgemäß wenigstens ein Segmentmotor aus. Wenigstens ein weiterer Segmentmotor
führt zudem eine Bewegung 5 um eine horizontale Drehachse 102 aus. Für diese Bewegung
kann beispielsweise eine Kugelrollspindel eingesetzt werden, die eine rotatorische
Bewegung des Segmentmotors in eine translatorische Bewegung transformiert.
[0033] FIG 5 zeigt eine Ausgestaltung eines mit einer Basis 1 drehbar verbundenen Horizontalarms
6. Eine Basis-Horizontalarm-Verbindung 81 ermöglicht eine Drehbewegung 4 um eine vertikale
Drehachse 101. Die Drehbewegung 4 führt erfindungsgemäß wenigstens ein Segmentmotor
aus. Wenigstens ein weiterer Segmentmotor führt zudem eine Bewegung 5 um eine horizontale
Drehachse 102 aus. Eine weitere realisierte Drehachse 104 ermöglicht zudem eine Bewegung
511 mittels wenigstens eines Segmentmotors. Erfindungsgemäß können die Bewegungen
4, 5 und 511 jeweils einzeln oder gemeinsam ausgeführt werden.
[0034] FIG 6 zeigt eine Ausgestaltung eines an einem Ende mit einer Basis 1 drehbar verbundenen
Vertikalarms 2, der zudem an einem anderen Ende mit einem Horizontalarm 7 drehbar
verbunden ist. Eine Basis-Vertikalarm-Verbindung 31 ermöglicht eine Drehbewegung 4
um eine vertikale Drehachse 101. Zudem ermöglicht eine Basis-Horizontalarm-Verbindung
91 eine Drehbewegung 4 um die vertikale Drehachse 101. Die Basis-Vertikalarm-Verbindung
31 ermöglicht zudem eine Bewegung 5 um die horizontale Drehachse 102. Die Basis-Horizontalarm-Verbindung
91 ermöglicht eine Bewegung 51 um eine horizontale Drehachse 103. Die beispielhafte
Ausgestaltung gemäß FIG 6 zeigt eine Ausführung von beiden Drehachsen 102 und 103.
Jedoch kann auch nur eine der beiden Drehachsen ausgeführt sein. Eine weitere realisierte
Drehachse 105 ermöglicht zudem eine Bewegung 513, die erfindungsgemäß von wenigstens
einem Segmentmotor bewerkstelligt wird. Erfindungsgemäß können die Bewegungen 4, 51,
513 und 5 jeweils einzeln oder gemeinsam ausgeführt werden. Auch eine nachfolgend
in FIG 7 dargestellte Bewegung 13, die durch eine Horizontalarm-Horizontalarm-Verbindung
14 bewerkstelligt wird, ist ebenso in FIG 6 möglich. Segmentmotoren eignen sich für
einen in der Figur beschriebenen Offshore-Kran mit optionaler Gangway besonders gut,
da sie eine hohe Maschinenverfügbarkeit aufweisen. Zudem können sie auf einfache Weise
redundant ausgeführt werden. Fällt ein Motorsegment aus, kann der Segmentmotor dennoch
weiterfahren. Umfasst ein Segmentmotor beispielsweise acht Motorsegmente, wovon zwei
durch einen Fehler beeinträchtigt sind, fährt der Segmentmotor mit ca. 75% seiner
eigentlichen Leistung weiter. Um zu gewährleisten, dass der Segmentmotor stets über
seine gesamte mögliche Leistung verfügt, muss der Segmentmotor redundant ausgeführt
sein. Wird der bereits beschriebene Segmentmotor mit zehn anstatt der benötigten acht
Motorsegmente ausgeführt, können zwei Motorsegmente ausfallen, ohne dass eine Leistungsherabsetzung
erfolgt. Eine derartige redundante Ausführung wirkt sich auch positiv auf den Wirkungsgrad
und die Effizienz des Segmentmotors aus, da mehr Motorsegmente verbaut sind.
[0035] FIG 7 zeigt eine Ausgestaltung eines mit einer Basis 1 drehbar verbundenen Horizontalarms,
wobei der Horizontalarm über zwei Horizontalarm-Teilstücke verfügt. Ein erstes Horizontalarm-Teilstück
11 und ein zweites Horizontalarm-Teilstück 12 sind im ausgeführten Beispiel mit einer
Horizontalarm-Horizontalarm-Verbindung 14 miteinander verbunden und können ein- und
ausgefahren werden. Mögliche Richtungen kennzeichnet der Pfeil 13. Somit ist der Horizontalarm
in seiner Länge veränderlich. Das Aus-und Einfahren ermöglicht erfindungsgemäß ein
Antrieb, der wenigstens einen Segmentmotor aufweist. Der Horizontalarm ist über eine
Basis-Horizontalarm-Verbindung 8 mit der Basis 1 drehbar verbunden und kann vorzugsweise
mittels eines Segmentmotors um die vertikale Drehachse 101 gedreht werden. Die Drehbewegung
kennzeichnet der Pfeil 4. Der in seiner Länge veränderliche Horizontalarm kann auch
bei den Beispielen in FIG 3, FIG 5 und FIG 6 eingesetzt werden.
[0036] FIG 8 zeigt einen detaillierten Ausschnitt einer Ausgestaltung eines mit einer Basis
1 drehbar verbundenen Vertikalarms 2 eines Krans, insbesondere eines Offshore-Krans.
Die Figur zeigt, dass der Vertikalarm auch mit einer Neigung ausgeführt sein kann.
Die in FIG 8 dargestellte Basis-Vertikalarm-Verbindung 31 unterscheidet sich in ihrer
Ausführung von der Basis-Vertikalarm-Verbindung 31 in FIG 4 und FIG 6 dadurch, dass
unterschiedliche Drehbewegungen ausführbar sind. Die in den verschiedenen Figuren
beschriebenen Darstellungen der Basis-Vertikalarm-Verbindung 31 zeigen beispielhafte
Ausführungen einer derartigen Verbindung. Die Basis-Vertikalarm-Verbindung 31 ermöglicht
eine Drehbewegung 4 um die vertikale Achse 101. Zudem ermöglicht die Basis-Vertikalarm-Verbindung
31 eine Drehbewegung 5 um die horizontale Achse 102. Die Drehbewegungen führt erfindungsgemäß
jeweils ein Segmentmotor aus.
[0037] FIG 9 zeigt einen auf einem Schiff 20 angeordneten Offshore-Kran bei ruhiger See
23. Die Basis 1 ist an einem Ende mit dem Schiff 20, an einem anderen Ende mit dem
Vertikalarm 2 verbunden. Der Vertikalarm 2 ist mit einem Horizontalarm 7 verbunden,
der ein erstes Horizontalarm-Teilstück 11 und ein zweites Horizontalarm-Teilstück
12 umfasst. Die Arme sind so angeordnet und gedreht, dass der Seegang kompensiert
wird und beispielsweise eine Person über den Horizontalarm 7 auf die Plattform 22
eines Windrads 21 gelangen kann. Hierzu trägt auch das Aus- und Einfahren des Horizontalarm-Teilstücks
12 bei.
[0038] FIG 10 zeigt einen auf einem Schiff 20 angeordneten Offshore-Kran bei stürmischer
See 24. Aufgrund einer durch einen starken Wellengang verursachten Neigung des Schiffs
20 werden erfindungsgemäß die Basis 1, der Vertikalarm 2 und der die beiden Horizontalarm-Teilstücke
11 und 12 umfassende Horizontalarm 7 mittels Segmentmotoren in einer Weise um vertikale
und horizontale Achsen wie bereits beschrieben gedreht bzw. die beiden Horizontalarm-Teilstücke
11 und 12 ineinander verschoben, sodass eine Person über den Horizontalarm zu einer
Plattform 22 eines Windrads 21 gelangen kann.
1. Kran mit wenigstens einem ersten Kranteil und wenigstens einem mit dem ersten Kranteil
(1, 2, 6, 7) verbundenen zweiten Kranteil (1, 2, 6, 7), wobei das zweite Kranteil
(1, 2, 6, 7) gegenüber dem ersten Kranteil (1, 2, 6, 7) mittels eines Antriebs bezüglich
einer Drehachse (101, 102, 103, 104, 105) verstellbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb wenigstens einen Segmentmotor aufweist.
2. Kran nach Anspruch 1, wobei der Antrieb als getriebeloser Antrieb ausgeführt ist.
3. Kran nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei der Kran als erstes Kranteil wenigstens
eine Basis (1) und als zweites Kranteil wenigstens einen Arm (2, 6) aufweist, wobei
ein erstes Ende des Arms mit (2, 6) der Basis über eine Basis-Arm-Verbindung (3, 8)
drehbar verbunden ist und die Basis-Arm-Verbindung (3, 8) eine Rotationsbewegung (4,
5, 51) des Arms im Wesentlichen um eine Drehachse (101, 102, 103, 104, 105) ermöglicht.
4. Kran nach Anspruch 3, wobei der Arm als ein Vertikalarm (2) ausgeführt ist und die
Basis-Arm-Verbindung als eine Basis-Vertikalarm-Verbindung (3) ausgeführt ist und
die Basis-Vertikalarm-Verbindung (3) eine Drehbewegung (4) des Vertikalarms um eine
im Wesentlichen vertikale Achse (101) der Basis ermöglicht.
5. Kran nach Anspruch 3, wobei der Arm als ein Horizontalarm (6) ausgeführt ist und die
Basis-Arm-Verbindung als eine Basis-Horizontalarm-Verbindung (8) ausgeführt ist und
die Basis-Horizontalarm-Verbindung (8) eine Drehbewegung (4) des Horizontalarms (6)
um eine im Wesentlichen vertikale Drehachse (101) der Basis ermöglicht.
6. Kran nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei ein zweites Ende des als Vertikalarm
(2) ausgeführten Arms mit einem ersten Ende wenigstens eines Horizontalarms (7) über
eine Vertikalarm-Horizontalarm-Verbindung (9) drehbar verbunden ist und die Vertikalarm-Horizontalarm-Verbindung
(9) eine Drehbewegung (4) des Horizontalarms um eine im Wesentlichen vertikale Drehachse
(101) des Vertikalarms ermöglicht.
7. Kran nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei die Basis-Vertikalarm-Verbindung (31)
eine Bewegung (5) des Vertikalarms (2) um eine im Wesentlichen horizontale Drehachse
(102) ermöglicht.
8. Kran nach einem der Ansprüche 3 bis 7, wobei die Basis-Horizontalarm-Verbindung (81)
eine Bewegung (5, 511) des Horizontalalarms (6) um wenigstens eine im Wesentlichen
horizontale Drehachse (102, 104) ermöglicht.
9. Kran nach einem der Ansprüche 3 bis 8, wobei die Vertikalarm-Horizontalarm-Verbindung
(91) eine Bewegung (51, 513) des Horizontalarms (7) um wenigstens eine im Wesentlichen
horizontale Drehachse (103, 105) ermöglicht.
10. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Horizontalarm (6, 7) wenigstens
ein erstes Horizontalarm-Teilstück (11) und wenigstens ein zweites Horizontalarm-Teilstück
(12) umfasst, welche über eine Horizontalarm-Horizontalarm-Verbindung (14) miteinander
verbunden sind.
11. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Horizontalarm (6, 7) in seiner
Länge veränderlich ausgeführt ist und die Horizontalarm-Horizontalarm-Verbindung (14)
als Einrichtung ausgeführt ist, die ein Aus- und Einfahren wenigstens eines Horizontalarms
mittels eines Antriebs ermöglicht, wobei der Antrieb wenigstens einen Segmentmotor
aufweist.
12. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei auf, unter und/oder neben dem
Horizontalarm (6, 7) oder anstatt des Horizontalarms (6, 7) ein Steg ausgeführt ist.
13. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kran als Offshore-Kran ausgeführt
und zur Montage auf einem Schiff (20) ausgebildet ist.
14. Verwendung eines Krans nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Seegangskompensation,
insbesondere zur aktiven Seegangskompensation.