[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Dichtband zum Abdichten einer Fuge zwischen einem
Rahmenelement, wie z.B. einem Fenster- oder Türrahmen, und einem Bauwerk.
[0002] Es sind verschiedene Systeme bekannt, die sich zum Abdichten von Rahmenelementen,
beispielsweise von Fenster- oder Türrahmen, in Gebäudeöffnungen eines Bauwerks nach
der mechanischen Fixierung des Rahmens in der Gebäudeöffnung eignen. Solche Systeme
umfassen in der Regel ein Schaumstoffband, um eine Abdichtung gegen Luftzug sowie
eine Wärmedämmung zu verwirklichen. Häufig wird zudem verlangt, dass die Abdichtung
dampfdiffusionsdicht oder dampfdiffusionshemmend ist oder andere Dichtungseigenschaften
erfüllt, die ein Weichschaumstoffband allein nicht erfüllen kann. In solchen Fällen
kann das Schaumstoffband eine zusätzliche Beschichtung oder Folie aufweisen.
[0003] Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Dichtband bereitzustellen, das
in einer Vielzahl von Einbausituationen ein zuverlässiges und den herkömmlichen Anforderungen
entsprechendes Abdichten einer Fuge zwischen einem Rahmenelement und einem Bauwerk
gewährleistet.
[0004] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst.
[0005] Erfindungsgemäß umfasst ein Dichtband zum Abdichten einer Fuge zwischen einem Rahmenelement
und einem Bauwerk ein Schaumstoffband, das einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt
mit einer Oberseite, einer der Oberseite gegenüberliegenden Unterseite und zwei längslaufenden
Seitenflanken aufweist und sich in einer Längsrichtung erstreckt, wobei auf der Unterseite
eine erste Klebeschicht zur Befestigung des Schaumstoffbands am Rahmenelement vorgesehen
ist. Weiterhin umfasst das Dichtband ein Folienband, das einen ersten Randabschnitt,
einen zweiten Randabschnitt und einen Verbindungsabschnitt aufweist, wobei der Verbindungsabschnitt
zwischen dem ersten und dem zweiten Randabschnitt angeordnet ist. Der erste Randabschnitt
ist dabei an der Oberseite des Schaumstoffbands mit dem Schaumstoffband verhaftet
und der Verbindungsabschnitt und der zweite Randabschnitt sind nicht mit dem Schaumstoffband
verhaftet.
[0006] Dieses Dichtband kann im Wesentlichen unabhängig von der anzutreffenden Gestalt des
Mauerwerks eingesetzt werden, indem das Folienband des Dichtbands derart durch die
Fuge geführt wird, dass es sich vollständig von dem Mauerwerk bis zum Rahmenelement
durch die Fuge hindurch erstreckt. Dabei kann das Folienband direkt von der Oberseite
des Schaumstoffbands zum Mauerwerk geführt und mit diesem verhaftet sein.
[0007] Als Unterseite des Schaumstoffbands soll dabei stets die Fläche des Schaumstoffbands
definiert sein, die flächig mit dem Rahmenelement zu verhaften ist. Die Seitenflanken
des Schaumstoffbands erstrecken sich folglich in Längsrichtung des Dichtbands und
in einer Richtung quer zur Längsrichtung und quer zu einer Richtung von der Rauminnenseite
zur Raumaußenseite.
[0008] Vorzugsweise ist der erste Randabschnitt nur in einem Randbereich der Oberseite des
Schaumstoffbands mit diesem verhaftet.
[0009] Es ist bevorzugt, dass das Folienband im zweiten Randabschnitt eine zweite Klebeschicht
zur Befestigung am Bauwerk oder am Rahmenelement aufweist. Auf diese Weise kann eine
Verbindung zwischen dem zweiten Randabschnitt und dem Bauwerk oder dem Rahmenelement
möglichst einfach und schnell hergestellt werden.
[0010] Es ist weiterhin bevorzugt, dass die erste und die zweite Klebeschicht jeweils mit
einer abziehbaren Trennfolie bedeckt sind. Durch abziehbare Trennfolien wird erreicht,
dass die durch diese bedeckten Klebeschichten vor der Montage an ungewollten Positionen
oder Elementen anhaften oder durch Verschmutzung ihre Klebekraft verlieren.
[0011] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist zumindest der Verbindungsabschnitt
des Folienbands einen variablen s
d-Wert auf. Es kann vorzugsweise auch das gesamte Folienband einen variablen s
d-Wert aufweisen. Unter einem s
d-Wert wird der Wasserdampf-Diffusionswiderstand eines Materials, auch als diffusionsäquivalente
Luftschichtdicke bezeichnet, verstanden. Der s
d-Wert mit der Einheit "m" (Meter) berechnet sich aus der Schichtdicke des (Folien-)
Materials multipliziert mit der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ des Materials.
Der µ-Wert und der s
d-Wert sind in DIN-EN-ISO 12572:2001-09 definiert und gemäß den darin beschriebenen
Methoden zu ermitteln.
[0012] Materialien mit einem variablen s
d-Wert haben die vorteilhafte Eigenschaft, dass sich ihr Wasserdampf-Diffusionswiderstand
(s
d-Wert) in Abhängigkeit der Feuchte der sie umgebenden Atmosphäre verändert. Grundsätzlich
soll sich bei Erhöhung der mittleren relativen Luftfeuchte um 20 % der s
d-Wert um mindestens 50 % verringern. Geringe Schwankungen des s
d-Werts von weniger als 10 % des Ausgangswerts sollen unberücksichtigt bleiben. Als
Material zur Herstellung eines Folienbands mit variablem s
d-Wert eignet sich z.B. Polyamid oder ein lonomer-Material.
[0013] Vorzugsweise beträgt der s
d-Wert des Folienbands bei einer mittleren relativen Luftfeuchte bis 40 % mehr als
3 m, mehr bevorzugt mehr als 5 m, und noch mehr bevorzugt mehr als 7 m. Vorzugsweise
beträgt der s
d-Wert des Folienbands bei einer mittleren relativen Luftfeuchte von mehr als 60 %
weniger als 5 m, mehr bevorzugt weniger als 3 m, mehr bevorzugt weniger als 1 m. In
jedem Fall muss der s
d-Wert innerhalb dieser Grenzen bei höherer mittlerer Luftfeuchte niedriger sein als
bei geringerer mittlerer Luftfeuchte. Diese Werte haben sich für einen Einsatz bei
der Abdichtung von Gebäudefugen zwischen einem Rahmenelement und einem Bauwerk als
besonders geeignet erwiesen.
[0014] Vorzugsweise ist das Schaumstoffband aus einem Weichschaum gebildet, der elastisch
komprimierbar, nach Kompression rückstellfähig und bevorzugt zur verzögernden Rückstellung
imprägniert ist. Weichschaum eignet sich aufgrund seiner wärmedämmenden und elastischen
Eigenschaften sowie guten Verarbeitbarkeit besonders als Material zum Abdichten von
Fugen. Beispielsweise kann der Weichschaum aus einem im Wesentlichen offenzelligen
Polyurethan-, Polyethylen-, Polyvinylchlorid- oder Polypropylenschaum gebildet sein.
Der Weichschaum kann auch aus einem geschlossenzelligen Schaumstoff gebildet sein.
Die Komprimierbarkeit und vorzugsweise verzögerte Rückstellfähigkeit des Schaumstoffs
ermöglichen ein einfaches Einfügen des Dichtbands in die Fuge oder des mit dem Dichtband
versehenen Rahmenelements in die Gebäudeöffnung. Durch die verzögerte Rückstellfähigkeit
verbleibt ausreichend Zeit zur Montage des Rahmens in der Gebäudeöffnung. Im Anschluss
an das Einfügen in die Fuge bzw. in die Gebäudeöffnung erfolgt die verzögerte Rückstellung,
bis die Oberseite des Schaumstoffs möglichst flächig an dem Mauerwerk anliegt.
[0015] Es ist bevorzugt, dass das Dichtband in einem Transportzustand zu einer Dichtbandrolle
aufgerollt ist, wobei der zweite Randabschnitt im Transportzustand zwischen zwei benachbarten
Windungen des Schaumstoffbands angeordnet ist. Dichtbandrollen eignen sich besonders
zur platzsparenden Lagerung sowie zum Transport von Dichtbändern. Dadurch, dass der
zweite Randabschnitt zwischen zwei benachbarten Windungen des Schaumstoffbands angeordnet
ist, wird vermieden, dass der Verbindungsabschnitt und der zweite Randabschnitt im
Transportzustand von der Dichtbandrolle abragen. Solche abragenden Abschnitte würden
ein Stapeln von mehreren Dichtbandrollen behindern, beanspruchen mehr Platz und können
während des Transports leicht beschädigt werden.
[0016] Vorzugsweise ist auch der erste Randabschnitt im Transportzustand zwischen zwei benachbarten
Windungen des Schaumstoffbands angeordnet. Dabei ist es weiter bevorzugt, dass der
erste und der zweite Randabschnitt derart angeordnet sind und/oder der Verbindungsabschnitt
derart gefaltet ist, dass das gesamte Folienband flächig am Schaumstoffband anliegt.
Insbesondere liegt dann im Transportzustand der Verbindungsabschnitt flächig an einer
Seitenflanke des Schaumstoffbands an, so dass das Dichtband im Transportzustand möglichst
platzsparend ausgebildet ist.
[0017] Es ist weiterhin bevorzugt, dass in einem Einbauzustand des Dichtbands der Verbindungsabschnitt
und der zweite Randabschnitt vom Schaumstoffband abragen. D.h., dass nur der erste
Randabschnitt mit dem Schaumstoffband verhaftet ist, während der Verbindungsabschnitt
im Wesentlichen beabstandet vom Schaumstoffband durch die Fuge geführt wird und der
zweite Randabschnitt beabstandet vom Schaumstoffband am Bauwerk oder Rahmenelement
befestigt ist. Der Einbauzustand ist dabei der Zustand, in dem das Dichtband in eine
Fuge zwischen dem Rahmenelement und dem Bauwerk eingefügt ist und mittels der ersten
Klebeschicht mit dem Rahmenelement verbunden ist.
[0018] Das Folienband erstreckt sich im Einbauzustand, hinsichtlich einer Richtung senkrecht
zur Oberseite des Schaumstoffbands, vorzugsweise mindestens über die gesamte Höhe
des Schaumstoffbands. Dadurch wird gewährleistet, dass die gesamte von dem Schaumstoffband
abgedichtete Fuge auch von dem Folienband abgedichtet wird.
[0019] Besonders bevorzugt entspricht die Breite des Folienbands mindestens dem 1-fachen,
mehr bevorzugt mindestens dem 2-fachen, mehr bevorzugt mindestens dem 4-fachen der
Höhe des Schaumstoffbands.
[0020] Die Höhe des Schaumstoffbands entspricht dabei dem Abstand zwischen der Ober- und
der Unterseite des Schaumstoffbands in einem vollständig zurückgestellten, d.h. nicht
komprimierten Zustand des Schaumstoffbands. Eine Breite des Schaumstoffbands entspricht
dem Abstand zwischen den beiden Seitenflanken des Schaumstoffbands. Eine Länge des
Schaumstoffbands erstreckt sich in Längsrichtung des Dichtbands. Bei einem Dichtband
zum Abdichten einer Fuge zwischen einem Rahmenelement und einem Bauwerk beträgt die
Länge des Schaumstoffbands ein Vielfaches der Breite und der Höhe des Schaumstoffbands.
[0021] Die Breite des Folienbands entspricht dem Abstand zwischen zwei in Längsrichtung
verlaufenden Kanten des Folienbands, während die Länge des Folienbands in Längsrichtung
definiert ist. Der Verbindungsabschnitt 14 weist vorzugsweise eine Breite von zwischen
10 und 200 mm, mehr bevorzugt zwischen 15 und 100 mm, und noch mehr bevorzugt zwischen
20 und 60 mm auf. Die Dicke des Folienbands ist sehr gering und beträgt weniger als
1 mm, vorzugsweise 5 µm bis 500 µm, mehr bevorzugt 10 µm bis 100 µm.
[0022] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
- Fig. 1
- ist eine Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Dichtbands; und
- Fig. 2
- ist eine Querschnittsansicht eines erfindungsgemäßen Dichtbands in einem Zustand,
in dem es zu einer Dichtbandrolle wickelbar ist.
[0023] Zur deutlicheren Darstellung sind die einzelnen Elemente in den Figuren beabstandet
zueinander dargestellt. Es versteht sich, dass diese Elemente in Realität unmittelbar
aneinander angrenzen. Dies trifft insbesondere auf Klebeschichten und die an diese
angrenzenden Elemente zu.
[0024] Fig. 1 zeigt ein Dichtband 1 zum Abdichten einer Fuge zwischen einem Rahmenelement
(nicht dargestellt) und einem Bauwerk (nicht dargestellt). Das Dichtband umfasst ein
Schaumstoffband 2 und ein Folienband 4. Das Schaumstoffband 2 weist einen im Wesentlichen
rechteckigen Querschnitt mit einer Oberseite 2a, einer der Oberseite 2a gegenüberliegenden
Unterseite 2b und zwei längslaufenden Seitenflanken 2c, 2d auf. In Fig. 1 ist das
Schaumstoffband 2 in einem vollständig zurückgestellten Zustand dargestellt und weist
einen rechteckigen Querschnitt auf. Es versteht sich, dass alle Seiten des Schaumstoffbands
bei Komprimierung des Schaumstoffbands eine leicht gewölbte Oberfläche aufweisen können.
[0025] Auf der Unterseite 2b des Schaumstoffbands 2 ist eine erste Klebeschicht 6 vorgesehen,
um das Schaumstoffband 2 am Rahmenelement zu befestigen. Um ein ungewolltes Anhaften
des Schaumstoffbands 2 an anderen Elementen während der Lagerung und des Transports
zu vermeiden, ist die erste Klebeschicht 6 vorzugsweise mit einer abziehbaren Trennfolie
8 bedeckt. Vor der Montage des Dichtbands 1 an einem Rahmenelement ist die abziehbare
Trennfolie 8 von der ersten Klebeschicht 6 abzuziehen. Die erste Klebeschicht 6 liegt
dann frei, um am Rahmenelement angehaftet zu werden. Die erste Klebeschicht 6 ist
aus einer doppelseitig wirkenden Klebeschicht gebildet.
[0026] Das Folienband 4 weist einen ersten Randabschnitt 10, einen zweiten Randabschnitt
12 und einen Verbindungsabschnitt 14 auf. Der Verbindungsabschnitt 14 ist dabei in
einer Richtung quer zur Längsrichtung zwischen dem ersten und dem zweiten Randabschnitt
10, 12 angeordnet. Als erster Randabschnitt 10 des Folienbands 4 ist ausgehend von
einem längslaufenden Rand des Folienbands 4 der Abschnitt definiert, der mit dem Schaumstoffband
2 verhaftet ist. Dieser ist vorzugsweise schmal ausgebildet, kann aber auch einen
beliebig großen Anteil des Folienbands 4 bilden. Als zweiter Randabschnitt 12 ist
der Abschnitt des Folienbands 4 definiert, der eine zweite Klebeschicht 16 aufweist,
um den zweiten Randabschnitt 12 am Bauwerk oder am Rahmenelement zu befestigen. Der
zweite Randabschnitt 12 erstreckt sich ausgehend von einem dem ersten Randabschnitt
10 gegenüberliegenden längslaufenden Rand des Folienbands 4.
[0027] Die zweite Klebeschicht 16 ist ebenfalls durch eine doppelseitig wirkende Klebeschicht
gebildet und kann von einer abziehbaren Trennfolie bedeckt sein, die vor dem Befestigen
des zweiten Randabschnitts 12 am Bauwerk oder am Rahmenelement abzuziehen ist. Der
erste Randabschnitt 10 ist an der Oberseite 2a des Schaumstoffbands 2 mit diesem verhaftet.
Hierzu kann eine dritte Klebeschicht 17 vorgesehen sein, die auf der Oberseite 2a
des Schaumstoffbands 2 oder im ersten Randabschnitt 10 des Folienbands 4 aufgebracht
ist. Alternativ kann das Folienband 4 auch durch Laminieren oder Schweißen mit dem
Schaumstoffband 2 verbunden werden. Der Verbindungsabschnitt 14 und der zweite Randabschnitt
12 sind hingegen nicht mit dem Schaumstoffband 2 verhaftet.
[0028] Das Folienband 4 weist eine erste, dem Schaumstoffband 2 zugewandte Fläche, und eine
zweite, dem Schaumstoffband 2 abgewandte Fläche auf. Die zweite Klebeschicht 16 ist
vorzugsweise an der ersten Fläche angeordnet. Sie kann aber auch an der zweiten Fläche
angeordnet sein. Wenn die zweite Klebeschicht 16 an der ersten Fläche des Folienbands
4 angeordnet ist, kann am zweiten Randabschnitt zusätzlich eine weitere Klebeschicht
auf der zweiten Fläche des Folienbands 4 angeordnet sein.
[0029] Parallel zur Oberseite 2a und zur Unterseite 2b sowie senkrecht zu den Seitenflanken
2c und 2d des Schaumstoffbands 2 ist eine Funktionsrichtung des Dichtbands 1 definiert,
die in Fig. 1 durch den Pfeil F angedeutet ist. Diese Funktionsrichtung F ist senkrecht
zur Längsrichtung des Schaumstoffbands 2 ausgerichtet.
[0030] In einem Einbauzustand, in dem das Dichtband 1 in die Fuge zwischen einem Rahmenelement
und einem Bauwerk eingesetzt ist, erstreckt sich die Funktionsrichtung F von der Rauminnenseite
zur Raumaußenseite. Entsprechend sind das Schaumstoffband 2 und das Folienband 4 in
Funktionsrichtung F hintereinander angeordnet. Ein Fluidstrom in oder entgegen der
Funktionsrichtung F durch die Fuge muss deshalb sowohl das Schaumstoffband 2 als auch
das Folienband 4 durchdringen. Vorzugsweise erstreckt sich das Folienband 4 im Einbauzustand
daher, bezüglich einer Richtung senkrecht zur Oberseite 2a des Schaumstoffbands 2
und senkrecht zur Längsrichtung, mindestens über die gesamte Höhe des Schaumstoffbands
2. Zumindest aber erstreckt sich das Folienband 4 in dieser Richtung über einen freien
Bereich der Fuge, der abgedichtet werden soll.
[0031] Der Verbindungsabschnitt 14 und der zweite Randabschnitt 12 ragen im Einbauzustand
beispielsweise wie in Fig. 1 dargestellt vom Schaumstoffband 2 ab. Dies liegt darin
begründet, dass der zweite Randabschnitt 12 in Funktionsrichtung F versetzt zum Schaumstoffband
2 am Bauwerk oder am Rahmenelement befestigt ist. Dabei besteht eine große Flexibilität
bei der Auswahl des Bereichs, in dem der zweite Randabschnitt 12 an das Bauwerk oder
das Rahmenelement angeheftet werden kann. Je nach vorliegenden Gegebenheiten der Bauwerksanordnung
bzw. Mauerkonstruktion können Dichtbänder 1 mit unterschiedlich breiten Folienbändern
4 vorgehalten werden, um in einer Vielzahl von Einbausituationen ein zuverlässiges
und ordnungsgemäßes Abdichten der Fuge zu gewährleisten.
[0032] Wie in Fig. 1 zu erkennen ist, wird dabei zwischen dem Schaumstoffband 2 und dem
Folienband 4 ein Hohlraum gebildet, der, falls gewünscht, mit einem geeigneten Dämmmaterial
gefüllt werden kann.
[0033] Der erste Randabschnitt 10 und der zweite Randabschnitt 16 dienen im Wesentlichen
der Befestigung des Folienbands 4 am Schaumstoffband 2 und am Bauwerk oder Rahmenelement.
Ein Fluidstrom in oder entgegen der Funktionsrichtung F durch das Folienband 4 durchdringt
den ersten Randabschnitt 10 aufgrund seiner Ausrichtung in Funktionsrichtung F nicht,
in den meisten Anordnungen auch den zweiten Randabschnitt 12 nicht. Der zweite Randabschnitt
12 kann aber auch schräg oder senkrecht zur Funktionsrichtung F angeordnet werden.
Um Folienmaterial einzusparen, können der erste und der zweite Randabschnitt 10, 12
schmal ausgebildet sein. Vorzugsweise ist der erste Randabschnitt 10 nur in einem
Randbereich 18 der Oberseite 2a des Schaumstoffbands 2 mit diesem verhaftet. In jedem
Fall muss die Fläche der Randabschnitte 10, 12 jedoch ausreichen, um ein zuverlässige
Verhaften zwischen dem Folienband 4 und dem Schaumstoffband 2 bzw. dem Folienband
4 und dem Bauwerk oder dem Rahmenelement zu gewährleisten.
[0034] Wie der Fig. 1 weiter zu entnehmen ist, wird folglich im Wesentlichen der Verbindungsabschnitt
14 in und entgegen der Funktionsrichtung F von einem Fluidstrom durchdrungen. Ist
das Folienband 4 gemäß einer bevorzugten Ausführungsform daher derart ausgebildet,
dass es zumindest abschnittsweise einen variablen s
d-Wert aufweist, ist zumindest der Verbindungsabschnitt 14 entsprechend auszubilden.
Der erste Randabschnitt 10, der zweite Randabschnitt 12 und der Verbindungsabschnitt
14 können aus verschiedenen Folienmaterialien gebildet sein, die auf geeignete Weise,
z.B. durch Verschweißen, miteinander verbunden sind. Vorzugsweise sind der erste Randabschnitt
10, der zweite Randabschnitt 12 und der Verbindungsabschnitt 14 aber integral ausgebildet
und aus demselben Material gebildet. In diesem Fall weist das gesamte Folienband 4
einen variablen s
d-Wert auf.
[0035] In einer alternativen Ausführungsform ist es denkbar, zwei Folienbänder 4 vorzusehen,
die beidseitig des Schaumstoffbands 2 angeordnet sind. In diesem Fall ist zusätzlich
zu dem in Fig. 1 dargestellten, an einem der rechten Seitenflanke 2d zugewandten Randbereich
18 der Oberseite 2a befestigten Folienband 4 ein diesem gegenüberliegendes, an einem
der linken Seitenflanke 2c zugeordneten Randbereich der Oberseite 2a befestigtes Folienband
(nicht dargestellt) vorgesehen. Damit können Fugenbereiche rechts und links vom Schaumstoffband
2 durch zwei Folienbänder abgedichtet werden. Die beiden Folienbänder können dann
je nach Einsatzzweck unterschiedlich ausgestaltet sein. So kann sich z.B. der s
d-Wert des einen Folienbands stärker oder weniger stark ändern als der des anderen
Folienbands. Insbesondere lässt sich durch zwei Folienbänder ein Diffusionsgradient
in Funktionsrichtung einstellen.
[0036] In Fig. 2 ist das Dichtband 1 in einem Zustand dargestellt, in dem es zu einer Dichtbandrolle
aufzurollen ist. Wird das Dichtband 1 nach Fig. 2 zu einer Dichtbandrolle aufgerollt
und auf diese Weise in einen Transportzustand gebracht, sind weitere Windungen an
die Oberseite 2a des Schaumstoffbands 2 und an die Unterseite 2b bzw. die Trennfolie
8 angrenzend angeordnet und das Dichtband 1 wird komprimiert.
[0037] Im Transportzustand ist das Folienband 4 auch mit dem zweiten Randabschnitt 12 und
dem Verbindungsabschnitt 14 unmittelbar am Schaumstoffband 2 entlanggeführt. Abhängig
von der Breite des Folienbands 4 ist dieses zumindest von der Oberseite 2a um eine
Kante des Schaumstoffbands 2 und entlang der Seitenflanke 2d geführt. Bei entsprechender
Breite des Folienbands 4 ist dieses weiterhin um eine weitere Kante und entlang der
Unterseite 2b des Schaumstoffbands 2 geführt. Es kann sich auch als zweckmäßig erweisen,
das Folienband 4 zu falten, sodass es im Transportzustand in einem Abschnitt entlang
des Schaumstoffbands 2 mehrlagig angeordnet ist.
[0038] Im Vergleich zu der in Fig. 1 dargestellten Anordnung des Dichtbands 1 ergibt sich
somit im Transportzustand eine sehr platzsparende Anordnung des Dichtbands 1. Insbesondere
wird in bevorzugter Gestaltung vermieden, dass das Folienband 4 im Transportzustand
vom Dichtband 1 abragt und leicht beschädigt werden kann. Auch können entsprechend
ausgebildete Dichtbandrollen im Transportzustand leichter gelagert und gestapelt werden.
[0039] Im Transportzustand des Dichtbands 1 kann die zweite Klebeschicht 16 unmittelbar
an der Trennfolie 8 der ersten Klebeschicht 6 anliegen und mit dieser verhaftet sein.
Dadurch ist das Folienband 4 im Transportzustand am Schaumstoffband 2 gesichert, sodass
ein ungewünschtes Lösen des zweiten Randabschnitts 12 und ein Abragen des Folienbands
4 vom Dichtband 1 vermieden wird.
[0040] Alternativ kann die zweite Klebeschicht 16 eine eigene Trennfolie aufweisen und im
Transportzustand lediglich lose zwischen die Windungen der Dichtbandrolle eingefügt
sein. In einer weiteren alternativen Ausführungsform ist der zweite Randabschnitt
12 im Transportzustand mit der ersten Klebeschicht 6 verklebt und ist vor der Montage
des Dichtbands 1 von dieser zu lösen.
[0041] Neben der in Fig. 2 dargestellten Anordnung sind viele weitere Anordnungen des Folienbands
4 bei der Aufwicklung des Dichtbands zu einer Rolle denkbar. Beispielsweise kann der
zweite Randabschnitt 12 des Folienbands 4 auch auf der Oberseite 2a des Schaumstoffbands
2 zu liegen kommen.
[0042] Ein Beispiel für die Messung der Feuchtevariabilität des Folienbandes 4 ist in den
nachfolgenden beiden Tabellen dargestellt. Tabelle 1 gibt die Messwerte bei Messung
eines Folienbands 4 nach Satz A der Tabelle in Kapitel 7.1 der DIN-EN-ISO 12572:2001-09
wieder, während Tabelle 2 die Messwerte bei Messung desselben Folienbandes 4 nach
Satz C der Tabelle in Kapitel 7.1 der DIN-EN-ISO 12572:2001-09 darstellt.
Tabelle 1
| Wasserdampfdurchlässigkeit nach DIN EN ISO 12572 : 2001-09, Satz A |
| Eigenschaft |
Prüfgrundlage |
Einheit |
Ergebnis |
|
| |
|
|
x |
s |
| Dicke |
DIN 53370 : 2002-04 |
µm |
81 |
0 |
| mittlerer Luftdruck |
DIN EN ISO 12572 : 2001-09 Satz A Prüfbedingung 23 - 0/50 |
hPa |
984 |
|
| Luftschichtdicke zwischen Probekörper und Trockenmittel |
mm |
15 |
|
| Wasserdampfdiffusionsstromdichte g |

|
139 |
19 |
| Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ |
- |
91.870 |
12.111 |
| wasserdampfdiffusionsäquivalente Luftschichtdicke sd |
m |
7,44 |
| x = arithmetischer Mittelwert, s = Standardabweichung |
Tabelle 2
| Wasserdampfdurchlässigkeit nach DIN EN ISO 12572 : 2001-09, Satz C |
| Eigenschaft |
Prüfgrundlage |
Einheit |
Ergebnis |
|
| |
|
|
x |
s |
| Dicke |
DIN 53370 : 2002-04 |
µm |
81 |
0 |
| mittlerer Luftdruck |
DIN EN ISO 12572 : 2001-09 Satz C Prüfbedingung 23 - 50/93 |
hPa |
981 |
|
| Luftschichtdicke zwischen Probekörper und Trockenmittel |
mm |
15 |
|
| Wasserdampfdiffusionsstromdichte g |

|
5.054 |
341 |
| Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ |
- |
2.162 |
149 |
| wasserdampfdüfusions-äquivalente Luftschichtdicke sd |
m |
0,18 |
| x = arithmetischer Mittelwert, s = Standardabweichung |
1. Dichtband (1) zum Abdichten einer Fuge zwischen einem Rahmenelement und einem Bauwerk,
wobei das Dichtband (1) umfasst:
ein Schaumstoffband (2), das einen im Wesentlichen rechteckigen Querschnitt mit einer
Oberseite (2a), einer der Oberseite (2a) gegenüberliegenden Unterseite (2b) und zwei
längslaufenden Seitenflanken (2c, 2d) aufweist und sich in einer Längsrichtung erstreckt,
wobei auf der Unterseite (2b) eine erste Klebeschicht (6) zur Befestigung des Schaumstoffbands
(2) am Rahmenelement vorgesehen ist; und
ein Folienband (4), das einen ersten Randabschnitt (10), einen zweiten Randabschnitt
(12) und einen Verbindungsabschnitt (14) aufweist, wobei der Verbindungsabschnitt
(14) zwischen dem ersten und dem zweiten Randabschnitt (10, 12) angeordnet ist;
wobei der erste Randabschnitt (10) mit dem Schaumstoffband (2) verhaftet ist und der
Verbindungsabschnitt (14) und der zweite Randabschnitt (12) nicht mit dem Schaumstoffband
(2) verhaftet sind;
dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Randabschnitt (10) an der Oberseite (2a) des Schaumstoffbands (2) mit diesem
verhaftet ist.
2. Dichtband (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Randabschnitt (10) nur in einem Randbereich (18) der Oberseite (2a) des
Schaumstoffbands (2) mit diesem verhaftet ist.
3. Dichtband (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Folienband (4) im zweiten Randabschnitt (12) eine zweite Klebeschicht (16) zur
Befestigung am Bauwerk oder am Rahmenelement aufweist.
4. Dichtband (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und die zweite Klebeschicht (6, 16) jeweils mit einer abziehbaren Trennfolie
(8) bedeckt sind.
5. Dichtband (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der Verbindungsabschnitt (14) des Folienbands (4) einen variablen sd-Wert aufweist.
6. Dichtband (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der sd-Wert des Verbindungsabschnitts (14) des Folienbands (4) bei einer mittleren relativen
Luftfeuchte bis 40 % mehr als 3 m, bevorzugt mehr als 5 m, mehr bevorzugt mehr als
7 m beträgt, und dass der sd-Wert des Verbindungsabschnitts (14) des Folienbands (4) bei einer mittleren relativen
Luftfeuchte von mehr als 60 % weniger als 5 m, bevorzugt weniger als 3 m, mehr bevorzugt
weniger als 1 m beträgt, wobei in jedem Fall der sd-Wert bei höherer mittlerer Luftfeuchte niedriger ist als bei geringerer mittlerer
Luftfeuchte.
7. Dichtband (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaumstoffband (2) aus einem Weichschaum gebildet ist, der elastisch komprimierbar,
nach Kompression rückstellfähig und vorzugsweise zur verzögernden Rückstellung imprägniert
ist.
8. Dichtband (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es in einem Transportzustand zu einer Dichtbandrolle aufgerollt ist, wobei der zweite
Randabschnitt (12) im Transportzustand zwischen zwei benachbarten Windungen des Schaumstoffbands
(2) angeordnet ist.
9. Dichtband (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Randabschnitt (10) im Transportzustand zwischen zwei benachbarten Windungen
des Schaumstoffbands (2) angeordnet ist.
10. Dichtband (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in einem Einbauzustand des Dichtbands (1) der Verbindungsabschnitt (14) und der zweite
Randabschnitt (12) vom Schaumstoffband (2) abragen.
11. Dichtband (1) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Folienband (4) im Einbauzustand in einer Richtung senkrecht zur Oberseite
(2a) des Schaumstoffbands (2) mindestens über die gesamte Höhe des Schaumstoffbands
(2) erstreckt.
12. Dichtband (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite des Folienbands (4) mindestens dem 1-fachen, vorzugsweise mindestens dem
2-fachen, mehr bevorzugt mindestens dem 4-fachen der Höhe des Schaumstoffbands (2)
entspricht.