[0001] Die Erfindung betrifft eine Auffangeinrichtung für bei einer Reinigung von Fassaden
anfallende Reinigungsflüssigkeit sowie eine Anlage mit einer derartigen Auffangeinrichtung.
[0002] Aus der
DE 40 29 757 A1 ist eine Auffangvorrichtung bekannt für Reinigungsflüssigkeit, welche bei der Reinigung
von Gebäudefassaden anfällt. Dabei werden Folien zwischen der Gebäudewand und horizontalen
Gerüststangen ausgelegt, um eine Auffangwanne zu bilden.
[0003] Weiterhin ist eine vom Anmelder benutzte Auffangmatte bekannt, deren einer Längsrand
aufgebogen und an der Gebäudefassade angelegt wird, und deren gegenüberliegender Längsrand
durch außen ansetzende Klammern zu einer Leitfläche aufgebogen wird. Des Weiteren
wird bei dieser Einrichtung eines Flachsaugmatte zum Absaugen der anfallenden Flüssigkeit
verwendet. Eine Beschreibung dieser Auffangmatte findet sich in der Gebrauchsmusterschrift
AT 15 000 U2, welche durch Bezugnahme vollumfänglich in die vorliegende Anmeldung aufgenommen
wird.
[0004] Vor diesem Hintergrund war es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Auffangeinrichtung
für Fassaden-Reinigungsflüssigkeit mit verbesserten Anwendungseigenschaften bereitzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Auffangeinrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs
1 sowie eine durch eine Anlage gemäß Anspruch 8 und 9 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0006] Die erfindungsgemäße Auffangeinrichtung zum Auffangen von bei der Reinigung von Fassaden
anfallender Reinigungsflüssigkeit enthält als ein wesentliches Element eine Auffangmatte.
Der Begriff "Matte" deutete dabei an, dass die Auffangmatte typischerweise ein flaches,
flexibles, bahn- oder streifenförmiges Element mit zwei einander gegenüberliegenden
Längsrändern ist, wobei die Matte undurchlässig für die aufzufangende Reinigungsflüssigkeit
ist. Der eine Längsrand der Auffangmatte ist zur Anlage an einer Fassade aufgebogen
oder aufbiegbar, während der andere Längsrand zu einer Leitfläche für aufgefangene
Reinigungsflüssigkeit aufgebogen oder aufbiegbar ist. Im Gebrauchszustand bildet die
Auffangmatte somit eine Rinne, die am Fuße einer Gebäudewand die von der Wand nach
unten fließende Reinigungsflüssigkeit auffängt.
[0007] Gemäß einem ersten Aspekt der vorliegenden Erfindung ist die vorstehend beschriebene
Auffangeinrichtung dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Zugmittel aufweist, welches
eine einwärts gerichtete (d.h. in Richtung Mitte der Matte weisende) Zugkraft auf
die Leitfläche ausüben kann. Durch diese Zugkraft kann der zweite Längsrand der Auffangmatte
somit zur Leitfläche aufgebogen werden.
[0008] Gegenüber dem aus der
AT 15 000 U2 bekannten Aufbiegen der Leitfläche mit Hilfe von außen anzusetzenden Klammern hat
die Verwendung der Zugmittel verschiedene Vorteile. So entfallen störend nach außen
abstehende Elemente (Klammern) und eine starke Knickbelastung der Auffangmatte. Des
Weiteren können die Zugmittel aus korrosionsbeständigen Materialien aufgebaut werden,
während Klammern in der Regel Stahlfedern enthalten müssen, welche im Laufe der Zeit
rosten.
[0009] Typischerweise sind entlang der Längserstreckung der Auffangmatte in geeigneten Abständen
mehrere Zugmittel verteilt angebracht, um die Leitfläche gleichmäßig und zuverlässig
aufzubiegen.
[0010] Für die konkrete Ausbildung der Zugmittel gibt es verschiedene Möglichkeiten. Insbesondere
können die Zugmittel ein flexibles Seil, ein flexibles Band, eine Stange und/oder
eine Kette umfassen.
[0011] Für die Anbindung der Zugmittel an die Auffangmatte gibt es ebenfalls verschiedene
Möglichkeiten. Beispielsweise kann ein Zugmittel als ringförmiges Band oder Seil die
gesamte Auffangmatte umschlingen und so zu einer Rinne biegen, ohne an einem bestimmten
Punkt mit der Auffangmatte fest verbunden zu sein.
[0012] Gemäß einer anderen Ausführungsform ist zumindest ein Ende des Zugmittels mit der
Auffangmatte beziehungsweise einem Punkt der Auffangmatte (zugfest) verbunden. Diese
Verbindung kann dabei dauerhaft ausgebildet sein, z.B. durch Verkleben, durch Verschweißen,
durch Knoten, durch Nähen oder dergleichen. Alternativ kann die Verbindung auch reversibel
sein, so dass das Zugmittel von einem Benutzer in einfacher Weise (typischerweise
ohne Werkzeug) mit der Auffangmatte verbindbar beziehungsweise hiervon wieder lösbar
ist. Durch das Lösen des Zugmittels von der Auffangmatte kann für eine Entspannung
gesorgt werden, sodass die Auffangmatte eine flache Form annehmen und leicht transportiert
werden kann. Erst wenn das lösbare Ende des Zugmittels mit dem hierfür vorgesehenen
Punkt der Auffangmatte verbunden wird, kommt es zur Ausübung der Zugkraft und damit
zum Aufbiegen der Leitfläche.
[0013] Typischerweise ist das Zugmittel mit beiden Enden mit der Auffangmatte (lösbar oder
fest) verbunden. Ein Ende ist dabei in der Regel mit der Leitfläche und das andere
Ende entfernt hiervon befestigt, vorzugsweise mit einem mittleren Teil der Auffangmatte.
[0014] Bei einer optionalen Ausführungsform der Erfindung sind beide Enden des Zugmittels
lösbar mit der Auffangmatte verbunden. Bei einer anderen Ausführungsform ist ein Ende
des Zugmittels lösbar und das andere dauerhaft mit der Auffangmatte verbunden. Vorteilhaft
an der zweiten Ausführungsform ist, dass das Zugmittel nicht versehentlich verloren
gehen kann.
[0015] Bei einer weiteren Ausführungsform können auch beide Enden des Zugmittels fest mit
der Auffangmatte verbunden sein. Im einfachsten Fall wird dann die Auffangmatte dauerhaft
in einem aufgebogenen Zustand der Leitfläche sein. Alternativ kann ein solches Zugmittel
jedoch auch längenveränderlich sein, beispielsweise nach Art eines Gürtels und/oder
unter Bildung einer Schlaufe, sodass durch die Einstellung einer entsprechenden Länge
die Auffangmatte zwischen einem mehr oder weniger flachen und einem aufgebogenen Zustand
verändert werden kann. Des Weiteren kann das Zugmittel auch aus mindestens zwei miteinander
verbindbaren Teilen bestehen, wobei die nicht freien Enden dieser Teile fest mit der
Auffangmatte verbunden sind. Die freien Enden können dann beispielsweise mittels Klettverbindern,
Haken und Öse, eines Knotens oder dergleichen miteinander verbindbar sein, sodass
durch Herstellen dieser Verbindung leicht die Leitfläche aufgebogen werden kann.
[0016] Die lösbare Verbindung eines Endes des Zugmittels mit der Auffangmatte kann beispielsweise
über einen Klettverschluss hergestellt werden, wobei am zugehörigen Ende des Zugmittels
einerseits und am vorgesehenen Befestigungspunkt der Auffangmatte andererseits entsprechende
komplementäre Komponenten des Klettverschlusses angeordnet werden.
[0017] Bei einer anderen Ausführungsform der lösbaren Verbindung kann das Zugmittel über
einen Knopf mit der Auffangmatte verbunden sein. Hierbei kann es sich beispielsweise
um einen Druckknopf der aus dem Stand der Technik bekannten Art handeln. Des Weiteren
kann der Knopf auch durch eine (z.B. kugel-, scheiben- oder stabförmige) Verdickung
am Ende des Zugmittels ausgebildet werden, welche durch einen zugehörigen Schlitz
bzw. ein Loch in der Auffangmatte zu führen ist. Selbstverständlich kann auch umgekehrt
ein Knopf an der Auffangmatte und der Schlitz bzw. das Loch am Zugmittel vorgesehen
sein.
[0018] Die Auffangeinrichtung ist weiterhin optional dadurch gekennzeichnet, dass die Auffangmatte
zumindest stellenweise eine abriebresistente Oberfläche hat. Insbesondere kann die
im Gebrauchszustand außen liegenden Oberfläche abriebresistent sein oder die gesamte
Oberfläche der Auffangmatte. Des Weiteren kann nicht nur die Oberfläche, sondern die
gesamte Auffangmatte durchgehend abriebresistent sein.
[0019] Bekannte Auffangmatten bestehen aus einem schwarzen Gummimaterial, welches sich in
der Praxis als nicht abriefest erweist. Daher kann es dazu kommen, dass nach dem Gebrauch
der Auffangmatte auf dem Untergrund oder an einer Fassade Verschmutzungen durch abgeriebenes
Material auftreten. Diese Probleme werden vermieden, indem wie vorstehend beschrieben
die Auffangmatte eine zumindest stellenweise abriebresistente Oberfläche hat.
[0020] Die Oberfläche der Auffangmatte kann im abriebresistenten Bereich insbesondere aus
einem der folgenden Materialien bestehen oder ein solches enthalten: StyrolButadien-Kautschuk
(SBR), Chloroprenkautschuk (CR), Nitrilkautschuk (NBR), und/oder Materialien mit mindestens
so hoher Abriebfestigkeit wie die genannten Beispiele.
[0021] Des Weiteren kann die Abriebfestigkeit auch dadurch erreicht werden, dass eine herkömmliche
Matte in eine Umhüllung gepackt wird, z.B. einen Kunststoffsack.
[0022] Gemäß einem weiteren Aspekt betrifft die Erfindung eine Anlage zum Auffangen von
bei der Reinigung von Fassaden anfallender Reinigungsflüssigkeit, welche die folgenden
Komponenten enthält:
- Eine Auffangeinrichtung zum Auffangen der Reinigungsflüssigkeit, mit einer Auffangmatte,
deren einer Längsrand zur Anlage an einer Fassade aufgebogen oder aufbiegbar ist und
deren anderer Längsrand zu einer Leitfläche für Reinigungsflüssigkeit aufgebogen oder
aufbiegbar ist. Insbesondere kann es sich hierbei um eine Auffangeinrichtung gemäß
einer der oben beschriebenen Ausführungsformen handeln.
- Ein Absaugelement zum Absaugen von sich in der Auffangmatte sammelnder Reinigungsflüssigkeit,
welches einen auf der Auffangmatte abstellbaren Ansaugkörper und einen Anschlussstutzen
für einen Schlauch aufweist, wobei der Anschlussstutzen im Betriebszustand der Anlage
vertikal oberhalb der Leitfläche der Auffangmatte liegt.
[0023] Die beschriebene Anlage hat den Vorteil, dass der Schlauch zum Ableiten von Reinigungsflüssigkeit
an einem Punkt oberhalb der Leitfläche angeschlossen beziehungsweise fixiert wird.
Anders als bei bekannten Einrichtungen, bei denen eine Flachsaugmatte zum Absaugen
von Reinigungsflüssigkeit verwendet wird, belastet der Schlauch somit nicht die Leitfläche
und drückt diese nicht nieder.
Absauqelement
[0024] Im Folgenden wird ein Absaugelement beschrieben, das als eigenständiges Element oder
als Teil der oben beschriebenen Anlage verwendet werden kann.
[0025] Das genannte Absaugelement kann insbesondere zum Ableiten von Fassaden-Reinigungsflüssigkeit
aus einer Auffangmatte eingesetzt werden, ohne jedoch auf diesen Einsatzzweck eingeschränkt
zu sein. Es enthält die folgenden Komponenten:
- Einen während des Betriebs an der Unterseite bzw. Bodenseite des Absaugelementes angeordneten
Leerraum bzw. Hohlraum, welcher eine Ansaugkammer bildet, in die die abzupumpende
Flüssigkeit aus der Umgebung eintreten kann. Mit anderen Worten wird sich die Ansaugkammer
mit der abzupumpenden Flüssigkeit füllen, wenn das Absaugelement in einem Flüssigkeitsvolumen
ausreichender Höhe abgestellt wird.
- Einen Flüssigkeitsauslass, durch welchen abgeleitete Flüssigkeit abgegeben wird. In
der Regel ist der Flüssigkeitsauslass dazu eingerichtet, dass hieran ein Schlauch
oder Rohr angeschlossen werden kann, worüber die Flüssigkeit an einen Zielort geführt
werden kann.
- Eine funktional zwischen der Ansaugkammer und dem Flüssigkeitsauslass angeordnete
Übergangsleitung, durch welche Flüssigkeit von der Ansaugkammer zum Flüssigkeitsauslass
gefördert werden kann.
- Eine Füllstandsonde, welche dazu eingerichtet ist, den Flüssigkeitsfüllstand in der
Ansaugkammer zu messen. Eine solche Messung kann im einfachsten Fall aus der Detektion
einer einzelnen, vorgegebenen Füllstandhöhe bestehen. Bei weiterentwickelten Ausführungsformen
kann auch ein Signal ausgegeben werden, welches die Füllstandhöhe kontinuierlich in
einem bestimmten Messintervall widerspiegelt.
[0026] Durch den Einsatz eines den Füllstand detektierenden Absaugelementes kann das Leerlaufen
einer angeschlossenen Pumpe verhindert werden, welches bei den in der Praxis eingesetzten
Einrichtungen immer wieder zu einem Störfall führt. Auf diese Weise wird eine höhere
Betriebssicherheit erreicht.
[0027] Gerade beim Abpumpen von Fassaden-Reinigungsflüssigkeit tritt das Problem auf, dass
die Flüssigkeit zahlreiche Fremdkörper wie beispielsweise Laub, Farbreste, Putzreste
und dergleichen enthält, welche Leitungswege und/oder eine Pumpe blockieren können.
Um dies zu verhindern, ist die Ansaugkammer zur Umgebung hin vorzugsweise durch eine
Rückhaltevorrichtung umgeben, die den Eintritt größerer fester Fremdkörper verhindert.
Die Rückhaltevorrichtung kann dabei insbesondere in Form eines Siebes oder eines Filters
vorliegen. Die Lochgröße des Siebes bzw. Filters ist entsprechend der Größe der zurückzuhaltenden
Fremdkörper zu wählen. Typischerweise ist die Lochgröße kleiner als ca. 10 mm, oder
kleiner als ca. 5 mm, oder kleiner als ca. 1 mm, oder kleiner als ca. 500 µm, oder
kleiner als ca. 400 µm, oder kleiner als ca. 300 µm, ca. 200 µm. Des Weiteren ist
die Lochgröße vorzugsweise größer als ca. 100 µm oder als einer der vorstehend genannten
Zahlenwerte für bevorzugte maximale Lochgrößen.
[0028] Durch die Rückhaltevorrichtung wird verhindert, dass problematische Fremdkörper in
die Ansaugkammer und somit in dahinter gelegene Komponenten des Absaugelementes gelangen
können. Zum Schutz enger Leitungen und/oder einer Pumpe kann es auch ausreichend sein,
den Übergang von Fremdkörpern von der Ansaugkammer in die Übergangsleitung zu verhindern.
In diesem Falle kann eine Rückhaltevorrichtung zusätzlich oder alternativ auch an
einer beliebigen Stelle in Übergangsleitung vorgesehen sein, vorzugsweise an deren
Anschluss zur Ansaugkammer.
[0029] Die Ansaugkammer kann vorzugsweise in dem Volumen zwischen Standbeinen des Absaugelementes
ausgebildet sein. Das Absaugelement wird in der Regel eine kompakte Form wie beispielsweise
die eines Quaders und/oder Kreiszylinders haben, wobei drei oder mehr Standbeine entlang
der Peripherie der Unterseite des Absaugelementes verteilt sind, um den Körper des
Absaugelementes in einem vorgegebenen Abstand zum Untergrund zu tragen. Der durch
die Standbeine erzeugte Abstand zwischen Untergrund und Körper des Absaugelementes
bildet dann zumindest einen Teil der Ansaugkammer, in die abzupumpende Flüssigkeit
aus der Umgebung eintreten kann.
[0030] Der Flüssigkeitsauslass des Absaugelementes ist im Betriebszustand vorzugsweise in
einem Abstand oberhalb der Ansaugkammer angeordnet, wobei dieser Abstand optional
mehr als 10 cm, oder mehr als 20 cm, oder mehr als 30 cm, oder mehr als 50 cm beträgt.
Dies hat den Vorteil, dass am Flüssigkeitsauslass üblicherweise befestigte Schläuche
oder Rohre vom Boden beabstandet werden, sodass sie nicht in der abzupumpenden Flüssigkeit
liegen und vor allem auch nicht die Ränder einer dort befindlichen Auffangmatte niederdrücken
können.
[0031] Die Füllstandsonde des Absaugelementes kann dazu eingerichtet sein, das Überschreiten
eines ersten Füllstandes zu detektieren. Dies kann dazu verwendet werden, eine zugeordnete
Pumpe Füllstandabhängig zu steuern.
[0032] Gemäß einer Weiterbildung dieser Ausführungsform ist die Füllstandsonde zusätzlich
dazu eingerichtet, einen zweiten Füllstand zu detektieren, der niedriger als der erste
Füllstand ist. Eine Pumpe kann dann bei Überschreiten des ersten Füllstandes ein und
bei Unterschreiten des zweiten Füllstandes wieder ausgeschaltet werden, was ein ungewolltes
Leerlaufen der Pumpe verhindert.
[0033] Gemäß einer Weiterbildung der vorstehend beschriebenen Ausführungsform ist die Füllstandsonde
dazu eingerichtet, einen dritten Füllstand zu detektieren, der vorzugsweise niedriger
liegt als der zweite Füllstand. Der dritte Füllstand kann beispielsweise einem Niveau
entsprechen, bei welchem eine Pumpe möglichst nicht - auch nicht manuell - eingeschaltet
werden sollte. Das Unterschreiten des dritten Füllstandes kann dem Benutzer dabei
angezeigt werden, sodass dieser vor einem Einschalten der Pumpe gewarnt wird, oder
das Einschalten der Pumpe kann sogar von einem Regler aktiv unterdrückt werden.
[0034] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Anlage zum Ableiten von bei der Reinigung von
Fassaden anfallender Reinigungsflüssigkeit, welche die folgenden Komponenten enthält:
- Eine Auffangeinrichtung zum Auffangen der Reinigungsflüssigkeit, mit einer Auffangmatte,
deren einer Längsrand zur Anlage an einer Fassade aufgebogen oder aufbiegbar ist und
deren anderer Längsrand zu einer Leitfläche für Reinigungsflüssigkeit aufgebogen oder
aufbiegbar ist.
- Ein Absaugelement gemäß einer der oben beschriebenen Ausführungsformen.
[0035] Die Auffangeinrichtung und das Absaugelement ergänzen sich in vorteilhafter Weise
zu einem System zum Sammeln und anschließenden Ableiten von Reinigungsflüssigkeit.
[0036] Typischerweise umfasst die beschriebene Anlage mindestens eine Pumpe zum Abpumpen
von Flüssigkeit aus dem Absaugelement. Diese kann optional in das Absaugelement integriert
sein oder sich an einem externen Ort in den an das Absaugelement angeschlossenen Leitungen
befinden.
[0037] Gemäß einer Weiterbildung der vorstehenden Ausführungsform kann die Anlage einen
Regler umfassen zur Steuerung der Pumpe in Abhängigkeit vom Signal der Füllstandsonde.
Der Regler kann dabei auf verschiedene Weisen aufgebaut sein, beispielsweise in Form
einer Mechanik. Typischerweise wird der Regler jedoch elektrisch bzw. elektronisch
realisiert sein unter Verwendung von analoger Hardware und/oder digitaler Hardware
mit geeigneter Steuerungssoftware.
[0038] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist der Regler vorzugsweise dazu eingerichtet,
die Pumpe bei Überschreiten eines ersten vorgegebenen Füllstandes einzuschalten und
bei Unterschreiten eines zweiten vorgegebenen Füllstandes wieder auszuschalten, wobei
der zweite Füllstand niedriger als der erste Füllstand ist. Auf diese Weise kann ein
Regulieren des Füllstandes in der Umgebung des Absaugelementes innerhalb eines vorgegebenen
Füllstandintervalls erreicht werden. Das Abschalten der Pumpe bei Unterschreiten eines
zweiten Füllstandes stellt dabei sicher, dass die Pumpe nicht trockenläuft, was zu
Funktionsstörungen führen würde.
[0039] Als Auffangeinrichtung kann in der Anlage insbesondere eine Auffangeinrichtung gemäß
der
DE10 2017 115 151 verwendet werden, welche im ersten Teil der Anmeldung näher erläutert wurde.
[0040] Im Folgenden wird die Erfindung mit Hilfe der Figuren beispielhaft näher erläutert.
Dabei zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Anlage;
- Figur 2
- die lösbare Verbindung eines Zugmittels mit der Auffangmatte in Form eines Knopfverschlusses;
- Figur 3
- die lösbare Verbindung eines Zugmittels mit der Auffangmatte in Form eines Klettverschlusses;
- Figur 4
- eine schematische perspektivische Ansicht eines Absaugelementes;
- Figur 5
- eine erfindungsgemäße Anlage mit einer Auffangmatte und einem Querschnitt durch das
Absaugelement von Figur 4.
[0041] In Figur 1 ist in eine schematische Seitenansicht bzw. ein Querschnitt einer Anlage
zum Auffangen von Fassaden-Reinigungsflüssigkeit dargestellt, welche eine Auffangeinrichtung
1 mit einer Auffangmatte 10 und ein Absaugelement 20 enthält.
[0042] Die Auffangmatte 10 besteht aus einem bahn- oder streifenförmigen flexiblen Material
mit einem ersten Längsrand 11, einem Mittelstreifen 12, und einem zweiten Längsrand
13. Im dargestellten Gebrauchszustand ist die Auffangmatte 10 so positioniert, dass
der ersten Längsrand 11 nach oben aufgebogen ist und sich so an die Fassade bzw. den
Sockel einer zu reinigenden Wand W angelegt. Optional kann der Übergang zwischen der
Wand und dem Längsrand 11 durch eine Fugenmasse (nicht dargestellt) abgedichtet werden,
die im Betrieb zeitverzögert durch das Reinigungsmittel aufgelöst wird.
[0043] Um eine Längsrinne für das Auffangen von entlang der Wand W nach unten laufender
Reinigungsflüssigkeit zu bilden, muss der äußere Längsrand 13 der Auffangmatte 10
ebenfalls nach oben zu einer Leitfläche aufgebogen werden. Dieses Aufbiegen geschieht
durch ein oder mehrere entlang der Längsrichtung verteilt angeordnete Zugmittel 15,
durch welche eine einwärts (d.h. nach rechts in Figur 1) gerichtete Zugkraft F auf
die Leitfläche 13 ausgeübt werden kann.
[0044] Im dargestellten Beispiel ist das Zugmittel ein flexibles Band oder Seil 15, welches
einerseits mit einem ersten Ende an einer ersten Kopplungsstelle 16 an der Leitfläche
13 und andererseits mit einem zweiten Ende an einer zweiten Kopplungsstelle 17 an
dem ersten Längsrand 11 oder - bevorzugt - am Mittelstreifen 12 befestigt. Statt eines
flexiblen Zugmittels könnte auch an starres Element wie beispielsweise eine Stange
verwendet werden.
[0045] Das Zugmittel 15 kann optional mit seinen beiden Enden in Kopplungsstellen 16 und
17 dauerhaft mit der Auffangmatte 10 verbunden sein. Um das Aufbiegen der Leitfläche
13 rückgängig machen zu können, kann das Zugmittel in diesem Falle längenveränderlich
sein und/oder aus zwei Teilen bestehen, die miteinander verbunden (z.B. eingehakt)
werden können.
[0046] Vorzugsweise ist das Zugmittel 15 an mindestens einem Ende, beispielsweise an der
Kopplungsstelle 16 zur Leitfläche 13 hin, lösbar mit der Auffangmatte 10 verbunden.
[0047] Figur 1 zeigt weiterhin als zweite Komponente der Anlage ein Absaugelement 20, über
welches die sich in der Auffangmatte 10 sammelnde Reinigungsflüssigkeit abgepumpt
werden kann. Das Absaugelement 20 kann selbst eine aktive Pumpe enthalten, oder eine
solche Pumpe kann entfernt am anderen Ende des Absaugschlauches 23 angeordnet sein.
Das dargestellte Absaugelement 20 hat weiterhin einen Ansaugkörper 21, welcher am
tiefsten Punkt liegt und über Öffnungen dort für eine Aufnahme der Reinigungsflüssigkeit
sorgt. Diese wird dann innerhalb des Absaugelementes 20 zu einem Anschlussstutzten
22 geführt, an welchen der bereits erwähnte Schlauch 23 angeschlossen ist. Der Anschlussstutzten
22 ist vorteilhafterweise in einer vertikalen Höhe oberhalb der Oberkante der Leitfläche
13 angeordnet, so dass der dort angeschlossene Schlauch 23 die Leitfläche möglichst
nicht berührt oder zumindest nicht mit einem hohen Gewicht belastet und niederdrückt.
[0048] Figur 2 zeigt schematisch einen Querschnitt durch eine erste Ausführungsform einer
lösbaren Kopplungsstelle 16a zwischen dem Zugmittel 15 und der Leitfläche 13. Das
Zugmittel wird dabei durch eine Seil 15 gebildet, an dessen Ende sich ein Knopf oder
Knebel 15a befindet. Des Weiteren weist die Leitfläche 13 einen Schlitz 13a (oder
ein Loch) auf, durch welchen der Knebel 15a durch einen Benutzer gesteckt werden kann,
wobei sich der Knebel 15a auf der Rückseite des Schlitzes 13a quer legt und somit
nicht einfach wieder zurückgleitet. Über das Zugmittel 15 kann dann eine einwärts
gerichtete Kraft F auf die Leitfläche 13 ausgeübt werden, um diese wie gewünscht nach
oben aufzubiegen.
[0049] Optional kann der Knebel 15a auch positionsveränderlich auf dem Zugmittel 15 angebracht
sein, beispielsweise in Form einer Klemme. In diesem Fall kann das Zugmittel 15 nach
Bedarf mehr oder weniger weit durch das Loch 13a nach außen gezogen und dann fixiert
werden.
[0050] Figur 3 zeigt eine alternative Ausführungsform einer Kopplungsstelle 16b, bei welcher
sich am Ende des Zugmittels 15 sowie am oberen Außenrand der Leitfläche 13 die komplementären
Komponenten 13b, 15b eines Klettverschlusses befinden. Das Ende des Zugmittels 15
kann daher in einfacher Weise an den Kletten 13b der Auffangmatte fixiert werden.
[0051] Die Figuren 4 und 5 zeigen eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Anlage,
wobei die Auffangeinrichtung 1 mit der Auffangmatte 10 im Wesentlichen ähnlich ist
wie bei der ersten Ausführungsform (Figuren 1 bis 3) und daher im Folgenden nicht
näher erläutert wird.
[0052] Der Unterschied der zweiten Ausführungsform liegt vielmehr in dem Absaugelement 20,
über welches abzupumpende Reinigungsflüssigkeit aus der Auffangmatte 10 in einen Absaugschlauch
23 überführt wird. Das Absaugelement 20 hat vorzugsweise eine kompakte, standsichere
Form wie beispielsweise die dargestellte Form eines Quaders oder Klotzes. Sein Körper
kann beispielsweise einstückig aus einem wasserfesten Material sein. Insbesondere
kann es durch Fräsen aus einem Kunststoffblock hergestellt werden.
[0053] An der Unterseite des Absaugelementes 20 befinden sich drei, vier oder mehr Standbeine
21, welche den Körper des Absaugelementes auf einem gewissen Abstand (typischerweise
1 bis 5 cm) vom Untergrund halten. Zwischen den Standbeinen 21 wird somit eine Ansaugkammer
24 ausgebildet. Wie aus der Schnittansicht von Figur 5 erkennbar ist, erstreckt sich
diese typischerweise auch noch ein Stück weit in das Innere des Absaugelementes hinein.
Dort verengt sie sich in der Regel zu einer Übergangsleitung 27, die zu einem Flüssigkeitsauslass
22 an der Oberseite des Absaugelementes 20 führt. An diesem Auslass kann wie bei der
ersten Ausführungsform ein Schlauch 23 angeschlossen sein, welcher wiederum zu einer
externen Pumpe P führt. Wie bereits erläutert befindet sich der Flüssigkeitsauslass
22 mit Abstand vom Untergrund oberhalb der Ränder der Auffangmatte 10, sodass der
angeschlossene Schlauch 23 nicht auf diesen Rändern aufliegt und diese nicht nach
unten drücken kann.
[0054] Um das Ansaugen von störenden Feststoffpartikeln zu verhindern (z.B. Laub, Farb-
oder Putzreste), ist die Ansaugkammer 24 vorzugsweise von einem Sieb 25 umgeben. Das
Sieb 25 kann sich dabei wie dargestellt entlang der Unterseite des Absaugelementes
20 und ein Stück weit entlang der vertikalen Höhe rund um dessen Seitenwände erstrecken.
Eine solche Anordnung des Siebes hat den Vorteil, dass dieses leicht gesäubert und/oder
abgenommen werden kann. Zusätzlich oder alternativ könnte auch beispielsweise am Beginn
oder am Ende der internen Übergangsleitung 27 eine geeignete Rückhaltevorrichtung
vorgesehen sein. Die Lochgröße des Siebes 25 kann beispielsweise in einem Bereich
von ca. 400 µm liegen. Weiterhin kann das Sieb 25 vorzugsweise aus Edelstahl oder
einem anderen korrosionsbeständigen Material bestehen.
[0055] Das Absaugelement 20 ist ferner mit einer Füllstandsonde 26 ausgestattet, über welche
der Flüssigkeitsfüllstand in der Absaugkammer detektiert werden kann. Eine solche
Detektion kann auf jede bekannte Weise erfolgen, beispielsweise über eine elektrische
Leitfähigkeitsmessung. Im einfachsten Fall kann die Füllstandsonde 26 einen einzigen
Sensor enthalten, mit dem das Überschreiten eines einzelnen Füllstandniveaus detektiert
werden kann. Vorzugsweise enthält die Füllstandsonde 26 indes zwei oder drei (oder
mehr) Einzelsensoren, die in verschiedenen Höhen zur Detektion von verschiedenen Flüssigkeitspegeln
angeordnet sind. Im dargestellten Beispiel handelt es sich z.B. um eine Dreipunktsonde,
mit welcher ein erster, höchster Füllstand a, ein zweiter, mittlerer Füllstand b,
und ein dritter, niedrigster Füllstand c detektiert werden können. Die von der Füllstandsonde
26 abgegebenen Signale zeigen an, ob der Flüssigkeitsstand oberhalb des Pegels von
Sensor c, b und/oder a liegt, sodass insgesamt vier Flüssigkeitsstände unterschieden
werden können (von "niedriger als c" bis "höher als a").
[0056] Die von der der Füllstandsonde 26 abgegebenen Signale können an einen externen (alternativ
auch internen) Regler R weitergegeben werden, welcher sie zur Steuerung der Pumpe
P verwendet. Insbesondere kann dabei die Pumpe P eingeschaltet werden, wenn ein Überschreiten
des ersten, höchsten Füllstandes a detektiert wird, und wieder ausgeschaltet werden,
wenn ein anschließendes Unterschreiten des zweiten, mittleren Füllstandes b detektiert
wird. Ein Trockenlaufen der Pumpe P kann somit verhindert werden.
1. Auffangeinrichtung (1) zum Auffangen von bei der Reinigung von Fassaden anfallender
Reinigungsflüssigkeit, mit einer Auffangmatte (10), deren einer Längsrand (11) zur
Anlage an einer Fassade (W) aufgebogen oder aufbiegbar ist und deren anderer Längsrand
zu einer Leitfläche (13) für Reinigungsflüssigkeit aufgebogen oder aufbiegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
sie ein Zugmittel (15) aufweist, durch welches eine einwärts gerichtete Zugkraft (F)
auf die Leitfläche (13) ausgeübt werden kann, um diese aufzubiegen.
2. Auffangeinrichtung (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (15) ein flexibles Seil oder Band umfasst.
3. Auffangeinrichtung (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (15) an mindestens einem Ende (16) lösbar mit der Auffangmatte (10)
verbunden ist.
4. Auffangeinrichtung (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (15) über einen Klettverschluss (16b) und/oder über einen Knopf (15a)
mit der Auffangmatte (10) verbunden ist.
5. Auffangeinrichtung (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das Zugmittel (15) an mindestens einem Ende (17) dauerhaft mit der Auffangmatte (10)
verbunden ist.
6. Auffangeinrichtung (1) nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Auffangmatte (10) zumindest stellenweise eine abriebresistente Oberfläche hat.
7. Auffangeinrichtung (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche mindestens eines der folgenden Materialien enthält oder hieraus besteht:
Styrol-Butadien-Kautschuk (SBR), Chloroprenkautschuk (CR) oder Nitrilkautschuk (NBR).
8. Anlage zum Auffangen von bei der Reinigung von Fassaden anfallender Reinigungsflüssigkeit,
enthaltend:
- eine Auffangeinrichtung (1) zum Auffangen von bei der Reinigung von Fassaden anfallender
Reinigungsflüssigkeit, insbesondere nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 7, mit
einer Auffangmatte (10), deren einer Längsrand (11) zur Anlage an einer Fassade (W)
aufgebogen oder aufbiegbar ist und deren anderer Längsrand zu einer Leitfläche (13)
für Reinigungsflüssigkeit aufgebogen oder aufbiegbar ist,
- ein Absaugelement (20) mit einem auf der Auffangmatte (10) abstellbaren Ansaugkörper
(21) und mit einem Anschlussstutzen (22) für einen Schlauch (23), wobei der Anschlussstutzen
(22) im Betriebszustand oberhalb der Leitfläche (13) liegt.
9. Absaugelement (20), insbesondere für eine Anlage nach Anspruch 8, enthaltend:
- eine bodenseitige Ansaugkammer (24);
- einen Flüssigkeitsauslass (22);
- eine zwischen Ansaugkammer (24) und Flüssigkeitsauslass (22) angeordnete Übergangsleitung
(27);
- eine Füllstandsonde (26) zur Messung des Flüssigkeitsfüllstandes in der Ansaugkammer
(24).