(19)
(11) EP 3 427 275 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
03.04.2024  Patentblatt  2024/14

(21) Anmeldenummer: 17720753.7

(22) Anmeldetag:  26.04.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
H01F 27/00(2006.01)
H01F 27/12(2006.01)
H01F 27/10(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
H01F 27/002; H01F 27/10; H01F 27/12
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2017/059842
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2017/186748 (02.11.2017 Gazette  2017/44)

(54)

ERSATZTRANSFORMATOR MIT MODULAREM AUFBAU

REPLACEMENT TRANSFORMER HAVING A MODULAR STRUCTURE

TRANSFORMATEUR DE RECHANGE DE CONCEPTION MODULAIRE


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 29.04.2016 DE 102016207393

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
16.01.2019  Patentblatt  2019/03

(73) Patentinhaber: Siemens Energy Austria GmbH
1210 Wien (AT)

(72) Erfinder:
  • ETTL, Christian
    8160 Weiz (AT)

(74) Vertreter: Roth, Thomas 
Siemens Energy Global GmbH & Co. KG Postfach 22 16 34
80506 München
80506 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DE-A1-102007 022 641
DE-U- 1 971 624
GB-A- 271 168
US-A- 3 235 823
DE-A1-102007 022 641
DE-U- 1 971 624
GB-A- 271 168
US-A- 3 235 823
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Anordnung zum Ersatz eines mehrphasigen Transformators mit mehreren einphasigen Transformatoren, die jeweils ein mit einer Isolierflüssigkeit befülltes Gehäuse, in dem ein Kern mit einer Ober- und einer Unterspannungswicklung angeordnet ist, wenigstens eine Hochspannungsdurchführung und ein lösbar mit dem Gehäuse verbindbares und mit Isolierflüssigkeit befülltes Kühlmodul zum Kühlen der Isolierflüssigkeit aufweisen, wobei sowohl das Gehäuse als auch das Kühlmodul jeweils wenigstens einen Kühlungsflüssigkeitseingang und wenigstens einen Kühlflüssigkeitsausgang aufweisen, die zum Austausch von Isolierflüssigkeit miteinander verbindbar sind.

    [0002] Eine solche Anordnung ist aus der US 3 235 823 A bereits bekannt. Dort ist ein dreiphasiger Leistungstransformator beschrieben, der für jede Phase einen unteren Tankabschnitt aufweist. Die drei unteren Tankabschnitte sind über einen oberen Tankabschnitt miteinander verbunden, wobei der obere Tankabschnitt in drei Teile unterteilt ist. Auf diese Weise können die unteren Tankabschnitte und die drei Teile des oberen Tankabschnittes unabhängig voneinander transportiert und vor Ort miteinander verbunden werden. Die Verbindung erfolgt durch Verschweißen. Die vorbekannte Anordnung verfügt auch über Kühleinheiten, die über obere und untere Bolzenhalterungen fest mit dem Transformatortank verbunden sind. Jede Kühleinheit ist über einen oberen Zulauf und einem unteren Ablauf mit dem Innenvolumen des Tankes oder des Gehäuses verbunden, so dass das Isolierfluid, mit dem der Tank befüllt ist, über die jeweilige Kühleinheit umgewälzt werden kann. Die Halterungen sind bolzenförmig ausgeführt und dienen zur festen und dauerhaften Verbindung von Kühleinheit und Tank.

    [0003] Die DE 10 2007 022 641 A1 beschreibt einen Transformator, der für einen vereinfachten Transport ein vorgegebenes Transportprofil nicht überschreitet. Dabei weist der Transformator ein Gehäuse auf, in dem Steckbuchsen angeordnet sind, in die bei Montage des Transformators vor Ort eine Hochspannungsdurchführung einsteckbar ist.

    [0004] Aus der DE 19 71 624 U ist ein Hermetik-Transformator offenbart, der membranartige Kühlelemente aufweist.

    [0005] Die GB 271 168 A offenbart einen Transformatorkessel, der mit einer Kühleinheit lösbar verbunden ist. Um den Austritt von Kühlflüssigkeit beim Abbau der Kühleinheit zu vermeiden, ist der Kessel mit einem Rückschlagventil ausgerüstet, das selbständig in seine Schließstellung überführt wird, wenn die Kühleinheit vom Kessel entfernt wird.

    [0006] In Wechselspannung führenden elektrischen Versorgungsnetzen werden Transformatoren zum Umwandeln einer Oberspannung in eine Niederspannung oder umgekehrt eingesetzt. Insbesondere große Leistungstransformatoren erreichen oftmals die Größe eines Mehrfamilienhauses. Dabei sind die Transformatoren den jeweiligen Kundenanforderungen entsprechend ausgestaltet, so dass sie in aller Regel als maßgeschneiderte Einzelanfertigungen hergestellt werden. Im Fehlerfall stellen solche Transformatoren ein für die Sicherheit der Netzversorgung kritisches Bauteil dar, da durch den Ausfall des Transformators die Energieversorgung unterbrochen wird. Um den fehlerhaften Transformator ersetzen zu können, muss ein Ersatztransformator aufwendig konzipiert und den Anforderungen entsprechend hergestellt werden. Dies kann zu Verzögerungszeiten von bis zu über einem Jahr führen. Aufgrund seines hohen Gewichtes und seiner Größe ist darüber hinaus der Transport des Ersatztransformators zeitaufwendig und kann je nach Wetterbedingungen mehrere Wochen dauern. Weitere Verzögerungen ergeben sich vor Ort aufgrund der langen Inbetriebnahmezeiten.

    [0007] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Anordnung bereitzustellen, mit der fehlerhafte Transformatoren schnell ersetzt werden können. Vorzugsweise soll eine Inbetriebnahmedauer zwischen 48 und 72 Stunden möglich sein.

    [0008] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Anordnung zum Ersatz eines mehrphasigen Transformators nach Anspruch 1 und ein Verfahren zum Ersetzen eines mehrphasigen Transformators nach Anspruch 5.

    [0009] Die Anordnung umfasst wenigstens eine Durchführungssteckbuchse, die über eine sich innerhalb des Gehäuses erstreckende Wicklungsanschlussleitung mit der Ober- oder Unterspannungswicklung verbunden ist, wobei die Hochspannungsdurchführung in die Durchführungssteckbuchse einsteckbar ist, und ein Zwischenstück zur fluiddichten Verbindung von Kühlflüssigkeitsausgang und Kühlflüssigkeitseingang, wobei jeder Kühlflüssigkeitsausgang und jeder Kühlflüssigkeitseingang mit einem fluiddichten Schließventil ausgerüstet ist und wobei das Zwischenstück einen Verbindungskanal begrenzt und eine Entlüftungsöffnung zum Entlüften des Verbindungskanals aufweist.

    [0010] Erfindungsgemäß ist eine Anordnung bereitgestellt, mit der ein mehrphasiger Transformator schnell und einfach ersetzt werden kann, so dass eine schnelle Wiederaufnahme der Energieversorgung ermöglicht ist. Die erfindungsgemäße Anordnung kann schnell transportiert und vor Ort innerhalb weniger Tage montiert werden. Ist die erfindungsgemäße Anordnung in Betrieb, kann der fehlerhafte mehrphasige Transformator in Ruhe durch einen Neutransformator ausgetauscht werden. Ist dann nach beispielsweise drei Jahren der fehlerhafte mehrphasige Transformator durch einen neuen mehrphasigen Transformator ersetzt worden, kann die erfindungsgemäße Anordnung abgebaut werden und steht für neue Einsätze zur Verfügung.

    [0011] Um möglichst schnell zum fehlerhaften Transformator transportiert werden zu können, wurde im Rahmen der Erfindung ein modularer Aufbau gewählt. So sind an Stelle eines mehrphasigen und somit schweren Ersatztransformators mehrere einphasige und somit leichtere Transformatoren vorgesehen. Dabei entspricht die Anzahl der einphasigen Transformatoren der Anzahl der Phasen des fehlerhaften Transformators. Mit anderen Worten wird beispielsweise ein dreiphasiger Transformator durch drei einphasige Transformatoren ersetzt. Dabei sind auch die einphasigen Transformatoren selbst modular aufgebaut. Als erstes Modul ist das mit Isolierflüssigkeit befüllte Gehäuse vorgesehen, in dem der Kern mit Ober- und Unterspannungswicklung als Aktivteil angeordnet ist. Der Aufbau des Kerns und der Ober- bzw. Unterspannungswicklung ist im Rahmen der Erfindung grundsätzlich beliebig.

    [0012] Das Gehäuse ist darüber hinaus mit Durchführungssteckbuchsen ausgerüstet, die an ihrer der Isolierflüssigkeit zugewandten Seite mit einer Wicklungsanschlussleitung verbunden sind. Die Wicklungsanschlussleitung ist wiederum an eine der Wicklungen angeschlossen. Handelt es sich beispielsweise um die oberspannungsseitige Durchführungssteckbuchse ist die Wicklungsanschlussleitung mit der Oberspannungswicklung verbunden. Handelt es sich jedoch beispielsweise um eine Durchführungssteckbuchse der Unterspannungsseite, ist diese über die Wicklungsanschlussleitung mit der Unterspannungswicklung verbunden.

    [0013] Als weiteres Modul ist erfindungsgemäß eine steckbare Hochspannungsdurchführung vorgesehen. Die Hochspannungsdurchführung umfasst einen sich in einer Längsrichtung erstreckenden Isolator, durch den sich wiederum ein Hochspannungsleiter erstreckt. Dabei weist die Hochspannungsdurchführung einen Befestigungsanschluss auf, von dem sich zu ihrem freien transformatorseitigen Ende hin ein Einsteckabschnitt erstreckt, der formkomplementär zur Durchführungssteckbuchse ausgebildet ist. Bei der Montage wird der Einsteckabschnitt in die Durchführungssteckbuchse eingeführt. Anschließend wird die Hochspannungsdurchführung mittels Befestigungsanschluss an dem Gehäuse fixiert. Der Hochspannungsleiter der Durchführung liegt in der eingesteckten Stellung an einem Leitungsbolzen an, der an dem geschlossenen Ende der Durchführungsbuchse isoliert gehalten ist. Der Leitungsbolzen kontaktiert die Wicklungsanschlussleitung und durchragt die ansonsten nicht leitende Innenwandung der Durchführungssteckbuchse. Die Durchführungsbuchsen verfügen über Dichtmittel und siegeln so den Innenraum des Gehäuses fluiddicht ab.

    [0014] Zweckmäßigerweise erstreckt sich der Säulenabschnitt senkrecht oder rechtwinklig zu einem horizontalen Gehäusedeckel des Gehäuses, so dass das Gewicht der Hochspannungsdurchführung direkt von oben, also senkrecht, in die Durchführungssteckbuchse eingeleitet wird. Das Eigengewicht der Durchführung sorgt somit für eine hohe Anpresskraft innerhalb der Steckbuchse, so dass auf diese Weise eine gute Isolierung durch einen Festkörperverbund bereitgestellt ist. Vorteilhafterweise wird die Hochspannungsdurchführung mit der Durchführungssteckbuchs mittels einer zweckmäßigen lösbaren Verbindung, beispielsweise einer Schraubverbindung, verbunden.

    [0015] Schließlich ist erfindungsgemäß ein unabhängig von den restlichen Komponenten des jeweiligen einphasigen Transformators transportierbares Kühlmodul vorgesehen, das lösbar mit dem Gehäuse verbindbar ist und bereits vor der Montage vor Ort mit Isolierflüssigkeit befüllt oder befüllbar ist. Nach dem Verbinden des Kühlmoduls mit dem Innen- oder Ölraum des Gehäuses wird die Isolierflüssigkeit über das Kühlmodul geführt und so in der gewünschten Weise gekühlt.

    [0016] Durch den modularen Aufbau sind im Rahmen der Erfindung statt einer zentralen sehr schweren und sehr schwer zu transportierenden Einheit mehrere leichtere Module oder Komponenten vorgesehen, die einfach kostengünstig und schnell an beliebige Standorte transportiert werden können. Durch die steckbare Ausgestaltung der Hochspannungsdurchführung und der Durchführungssteckbuchsen ist darüber hinaus eine schnelle Montage vor Ort ermöglicht.

    [0017] Erfindungsgemäß weisen sowohl das Gehäuse als auch das Kühlmodul jeweils wenigstens einen Kühlflüssigkeitseingang und wenigstens einen Kühlflüssigkeitsausgang auf, die zum Austausch von Isolierflüssigkeiten miteinander verbindbar sind, wobei jeder Kühlflüssigkeitsausgang und jeder Kühlflüssigkeitseingang mit einem fluiddichten Schließventil ausgerüstet ist. Dadurch dass sowohl das Kühlmodul als auch das Gehäuse jeweils mit einem Schließventil bestückt sind, können diese Module bereits vor ihrer Montage mit einer Isolierflüssigkeit, beispielsweise einem üblichen Isolieröl, befüllt sein oder werden. Bei der Montage wird jeder Kühlflüssigkeitsausgang des Gehäuses mit einem Kühlflüssigkeitseingang des Kühlmoduls verbunden und jeder Kühlflüssigkeitsausgang des Kühlmoduls selbstverständlich mit einem zugeordneten Kühlflüssigkeitseingang des Gehäuses. Auf diese Weise kann die von dem Aktivteil des Gehäuses, also dem Kern und den Ober- und Unterspannungswicklungen, erwärmte Isolierflüssigkeit über das Kühlmodul geführt und somit abgekühlt werden.

    [0018] Das Kühlmodul kann grundsätzlich beliebig ausgeführt sein. So kann es sich bei dem Kühlmodul beispielsweise um ein passives Kühlmodul handeln, das Kühlrippen aufweist, in denen die Isolierflüssigkeit umgewälzt wird. An der Außenseite der Kühlrippen steht das Kühlmodul in wärmeleitendem Kontakt mit der Außenatmosphäre, so dass es zu einem Wärmeübergang von der Isolierflüssigkeit zur Außenatmosphäre kommt.

    [0019] Im Rahmen der Erfindung ist ein Zwischenstück zur fluiddichten Verbindung von Kühlflüssigkeitsausgang und Kühlflüssigkeitseingang vorgesehen, wobei das Zwischenstück einen Verbindungskanal begrenzt und eine Entlüftungsöffnung zum Entlüften des Verbindungskanals aufweist. Bei dieser Ausführung der Erfindung wird die Isolierflüssigkeit, die aus einem Kühlflüssigkeitsausgang austritt, über den Verbindungskanal des Zwischenstücks zu einem Kühlflüssigkeitseingang geführt. Durch das Zwischenstück wird die Montage des Kühlmoduls am Gehäuse noch weiter vereinfacht. Das Zwischenstück kann starr ausgestaltet sein oder aber einen flexiblen beweglichen Abschnitt aufweisen. Der beispielsweise rohrförmige Verbindungskanal erstreckt sich von einer Eingangsöffnung des Zwischenstücks zu deren Ausgangsöffnung. Bei der Montage wird das Zwischenstück mit seiner einen Seite mit einem Kühlflüssigkeitseingang und mit seiner anderen Seite mit einem Kühlflüssigkeitsausgang fluiddicht verbunden. Um keine Luft und/oder Feuchtigkeit in die Isolierflüssigkeit gelangen zu lassen, kann der Verbindungskanal des Zwischenstücks entlüftet werden. Dies erfolgt über die Entlüftungsöffnung und beispielsweise durch Anlegen eines Vakuums im Verbindungskanal mit Hilfe einer Vakuumpumpe. Nach Anlegen des Vakuums im Verbindungskanal können die Schließventile des Kühlflüssigkeitseingangs und des Kühlflüssigkeitsausgangs jeweils geöffnet werden. Bei einer Variante weist das Zwischenstück eine fluiddicht verschließbare Ablassöffnung auf, die das Ablassen von Isolierflüssigkeit aus dem Verbindungskanal vor der Montage ermöglicht.

    [0020] Bei einer Ausgestaltung verfügt jeder einphasige Transformator der erfindungsgemäßen Anordnung über ein Ausdehnungsgefäß, das mit dem Gehäuse über einen Anschluss zum Austausch von Isolierflüssigkeit verbindbar ist, wobei das Ausdehnungsgefäß auf einem separaten Haltegestell angeordnet ist. Mit anderen Worten ist das Ausdehnungsgefäß von seinem separaten Haltegestell mechanisch gehalten. Wie das Kühlmodul ist auch das Ausdehnungsgefäß mit dem Gehäuse-Inneren oder mit anderen Worten dem Ölraum verbunden, so dass Isolierflüssigkeit über den besagten Anschluss zum Ausdehnungsgefäß und umgekehrt gelangen kann. Das Volumen der Isolierflüssigkeit ist temperaturabhängig. Steigt die Temperatur an, nimmt das Volumen der Isolierflüssigkeit zu. Aufgrund des konstanten Innenvolumens des Gehäuses ist daher ein zusätzliches Volumen in Gestalt des Ausdehnungsgefäßes erforderlich, um das bei höheren Temperaturen entstehende zusätzliche Volumen der Isolierflüssigkeit aufzunehmen. Das Ausdehnungsgefäß kann mit einem Luftentfeuchter oder einer Gaskompressionskammer oder dergleichen bestückt sein. Die genaue Ausgestaltung des Ausdehnungsgefäßes im Rahmen der Erfindung ist beliebig. Wesentlich ist jedoch die separate Anordnung und Halterung auf dem Haltegestell. Diese sorgt für eine einfache und beschleunigte Montage.

    [0021] Gemäß einer diesbezüglich zweckmäßigen Weiterentwicklung ist das Haltegestell zum Halten des Ausdehnungsgefäßes oberhalb des am Gehäuse lösbar befestigten Kühlmoduls eingerichtet. Das Haltegestell weist beispielsweise eine einem Fundament oder Boden zugewandte Unterseite und eine von dieser abgewandte obere Oberseite auf, die mit dem Ausdehnungsgefäß direkt verbunden ist. Zwischen diesen beiden Seiten erstrecken sich beispielsweise metallische Verstrebungen, die so miteinander verbunden sind, dass ein notwendiger Freiraum zur Aufnahme des Kühlmoduls vorgesehen ist, das ebenfalls an dem Gehäuse oder an dem Haltegestell befestigt ist.

    [0022] Zweckmäßigerweise ist der Halterahmen Teil des Kühlmoduls, wobei das Kühlmodul über den Halterahmen mit dem Gehäuse verbunden ist.

    [0023] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das Kühlmodul einen Halterahmen aufweist, der mit einem Hebeeingriff zum Anheben des Halterahmens und einem Hakenteil zum Einhaken in ein am Gehäuse befestigtes Gegenstück ausgerüstet ist. Der Hebeeingriff ist beispielsweise eine ringförmig geschlossene Hebeöse, die einen Innendurchmesser aufweist, der das Einhaken eines üblichen Kranhakens und somit ein einfaches Anheben des Halterahmens und somit des gesamten Kühlmoduls ermöglicht. Abweichend hiervon ist der Hebeeingriff ebenfalls hakenförmig ausgebildet. Das Hakenteil und das Gegenstück, beispielweise ein einfacher Bolzen, bilden eine Hakenverbindung, die das Einhängen des Kühlmoduls am Gehäuse und somit eine schnelle Montage des Kühlmoduls ermöglicht. Das Gegenstück ist beispielsweise ein sich parallel zu einer Gehäusewand, beispielsweise dem Deckel, erstreckender Bolzen. Der mit Abstand zu der besagten Gehäusewand gehalten ist.

    [0024] Vorteilhafterweise sind wenigstens drei Durchführungssteckbuchsen vorgesehen. Die Durchführungssteckbuchsen sind vorteilhafterweise luft- und flüssigkeitsdicht an dem Gehäuse befestigt. Sie ermöglichen jeweils ein schnelles Einstecken der ihnen zugeordneten Hochspannungsdurchführung und somit eine schnelle Montage vor Ort. Durch das Vorsehen von wenigstens drei Durchführungsbuchsen kann die Anordnung mit mehreren Eingangsspannungen betrieben und so flexibler eingesetzt werden. Die Durchführungssteckbuchsen sind formkomplementär zu dem Einsteckabschnitt der jeweiligen Hochspannungsdurchführung ausgebildet. Dabei ist die Hochspannungsdurchführung in Abhängigkeit ihrer Betriebsspannung dimensioniert.

    [0025] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Ersetzen eines mehrphasigen Transformators mittels einer vorhergehend beschriebenen Anordnung. Bei dem Verfahren wird eine der Anzahl der Phasen des mehrphasigen Transformators entsprechende Anzahl von einphasigen Transformatorengehäusen in der Nähe des mehrphasigen Transformators aufgestellt. Die Transformatorengehäuse werden mit einem Kühlmodul lösbar verbunden, die Hochspannungsdurchführungen in Durchführungssteckbuchsen des Transformatorgehäuses montiert, und die Hochspannungsdurchführungen an ihren Anschlüssen mit einem Versorgungsnetz und einer Last verbunden.

    [0026] Wie bereits im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Anordnung ausgeführt, wird sowohl durch den modularen Aufbau als auch durch die Auswahl einiger modular einphasiger Transformatoren die Transport- und Montagezeit erheblich verkürzt, so dass die Versorgung öffentlicher oder privater Verbraucher nach einem Ausfall eines mehrphasigen Transformators schnell wiederaufgenommen werden kann.

    [0027] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figuren der Zeichnung, wobei gleiche Bezugszeichen auf gleich wirkende Bauteile verweisen.
    Figuren 1, 2
    einen einphasigen Transformator eines Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Anordnung in perspektivischer Ansicht zeigen,
    Figur 3
    einen fehlerhaften mehrphasigen Transformator während des Betriebs schematisch verdeutlicht,
    Figur 4
    die erfindungsgemäße Anordnung als Ersatz des fehlerhaften mehrphasigen Transformators nach Figur 3 zeigt,
    Figur 5
    das Gehäuse eines einphasigen Transformators in einer perspektivischen Darstellung verdeutlicht,
    Figur 6
    das Gehäuse gemäß Figur 5 in einer Draufsicht zeigt,
    Figur 7
    das Gehäuse gemäß Figur 5 zusammen mit dem auf einem Haltegestell angeordneten und mit dem Gehäuse verbundenen Ausdehnungsgefäß skizziert,
    Figur 8
    ein Ausführungsbeispiel eines Kühlmoduls in einer Vorderansicht zeigt,
    Figur 9
    das mit dem Gehäuse gemäß Figur 5 verbundene Kühlmodul gemäß Figur 8 in einer Draufsicht zeigt,
    Figur 10
    ein Ausführungsbeispiel eines Zwischenstückes zum Anschluss des Kühlmoduls verdeutlicht,
    Figur 11
    eine nicht zur Erfindung gehörenden Ausführungsform eines Gehäuses mit angeschlossenem Hilfsstrommodul in einer Seitenansicht zeigt,
    Figur 12
    das Gehäuse mit eingesteckten Hochspannungsdurchführungen darstellt,
    Figur 13, 14, 15
    Ausführungsbeispiele von nicht zur Erfindung gehörenden Spannungsauswahleinrichtungen zeigt,
    Figur 16
    ein nicht zur Erfindung gehörendes Ausführungsbeispiel eines einphasigen Transformators der erfindungsgemäßen Anordnung zeigt, der für eine Eingangsspannung von 345 kV und einer Ausgangsspannung von 138 kV ertüchtigt ist, und
    Figur 17
    ein nicht zur Erfindung gehörendes Ausführungsbeispiel eines einphasigen Transformators einer der erfindungsgemäßen Anordnung mit einer Eingangsspannung mit 330 kV und einer Ausgangsspannung von 115 kV darstellt.


    [0028] Figur 1 zeigt in einer perspektivischen Ansicht ein Ausführungsbeispiel eines einphasigen Transformators 1 einer erfindungsgemäßen Anordnung. Der dort gezeigte Transformator 1 weist ein Gehäuse 2 auf, das mit einem Kühlmodul 3, einem Ausdehnungsgefäß 4, einem Hilfsstrommodul 5 und Hochspannungsdurchführungen 6, 7, 8 bestückt ist. Die genannten Komponenten oder Module sind lösbar miteinander verbunden, können somit einfach demontiert und unabhängig voneinander transportiert werden. Zum Schutz der Hochspannungsdurchführungen 6, 7 und 8 und dem in dem Gehäuse angeordneten Aktivteil des Transformators 1, also der mit der Hochspannungsdurchführung 6 oder 7 verbundenen Oberspannungswicklung sowie der mit der Hochspannungsdurchführung 8 verbundenen Niederspannungswicklung und des Kerns, dessen Schenkel von den jeweiligen Wicklungen umschlossen werden, dienen Ableiter 9, die innerhalb ihres Ableitergehäuses einen nichtlinearen Widerstand aufweisen, der bei Überspannungen von einem nicht leitenden Zustand in einen leitenden Zustand übergeht und somit die parallel zu ihm geschalteten Bauteile schützt.

    [0029] Die Hochspannungsdurchführungen 6, 7 und 8 sind jeweils als einsteckbare Hochspannungsdurchführungen ausgebildet und können mit ihrem Einsteckende in passende Durchführungssteckbuchsen 10 eingeführt werden. Die Durchführungssteckbuchsen 10 sind wie das Einsteckende rotationssymmetrisch ausgebildet und begrenzen einen zum Gehäusedeckel hin offen liegenden jedoch einseitig geschlossenen Hohlraum, der formkomplementär zu dem Einsteckende der jeweiligen Hochspannungsdurchführung 6, 7, 8 ausgebildet ist. Die Durchführungssteckbuchsen 10 sind ferner fluiddicht mit dem Gehäuse 2 verbunden, so dass der Ölraum des einphasigen Transformators 1 hermetisch, also luft- und flüssigkeitsdicht, von der Außenatmosphäre abgeschlossen ist. Am geschlossenen Ende der Durchführungssteckbuchse ist ein figürlich nicht erkennbarer Stromleitungsbolzen gehalten, der wenn die Hochspannungsdurchführung 6, 7 oder 8 in die jeweilige Durchführungssteckbuchse 10 eingeführt ist, in leitendem Kontakt mit dem sich durch die jeweilige Hochspannungsdurchführung 6, 7, 8 erstreckenden Hochspannungsleiter ist. Der besagte Leitungsbolzen erstreckt sich in das Innere des Gehäuses 2, also in dessen Ölraum hinein, wo er in Kontakt mit einer Wicklungsanschlussleitung steht, die somit die Durchführungssteckbuchse elektrisch mit der jeweiligen Ober- oder Unterspannungswicklung des Transformators 1 verbindet.

    [0030] Zur Montage und Fixierung der Hochspannungsdurchführung 6, 7 oder 8 weisen diese jeweils einen Befestigungsanschluss 11 auf. Von dem Befestigungsanschluss 11 erstreckt sich ein Säulenabschnitt 12 zu einem Hochspannungsanschluss 13, der in dem gezeigten Ausführungsbeispiel ein Freiluftanschluss ist. Der Abstand zwischen dem Befestigungsanschluss 11 und dem Hochspannungsanschluss 13 beträgt in dem gezeigten Ausführungsbeispiel über 2 Meter und insbesondere über 3 Meter.

    [0031] Figur 2 zeigt den einphasigen Transformator 1 gemäß Figur 1 in einer perspektivischen Ansicht, in der das Kühlmodul besser erkennbar ist. Im Übrigen gelten die zu Figur 1 gemachten Ausführungen hier entsprechend.

    [0032] Figur 3 zeigt in einer Draufsicht einen dreiphasigen Transformator 14, der auf einem Fundament aus Beton 15 angeordnet ist. Oberspannungsseitig ist der Transformator 14 mit einem Hochspannungsversorgungsnetz 16 verbunden, das drei Phasen aufweist. Unterspannungsseitig ist ein Verbrauchernetz 17 angedeutet. Bei einem Ausfall des mehrphasigen Transformators 14 kann die Energieversorgung des Verbrauchernetzes 17 durch das Versorgungsnetz 16 nicht mehr aufrecht erhalten werden.

    [0033] Daher ist für einen schnellen Ersatz des mehrphasigen Transformators 14 zu sorgen. Der mehrphasige Transformator 14 ist jedoch ein Leistungstransformator, dessen individuelle Herstellung in der Regel mehrere Monate, beispielsweise 10-15 Monate in Anspruch nimmt. Hinzu kommt der aufwendige Transport und schließlich die ebenfalls mehrere Wochen dauernde Montage vor Ort.

    [0034] Figur 4 zeigt den Einsatz einer erfindungsgemäßen Anordnung 18 zum Ersatz des mehrphasigen Transformators 14. Es ist erkennbar, dass die Anordnung 18 aus mehreren einphasigen Transformatoren 1, wie in den Figuren 1 und 2 gezeigt, besteht. Die einphasigen Transformatoren 1 sind an ihrer Oberspannungsseite, also beispielsweise mit dem Freiluftanschluss 13 der Durchführung 6, jeweils mit dem Versorgungsnetz 16 und an ihrer Unterspannungsseite über eine Kabelverbindung und einen Freiluftanschluss mit dem Verbrauchernetz 17 verbunden. Die erfindungsgemäße Anordnung 18 ist flexibel ausgelegt und kann daher den jeweiligen Anforderungen entsprechend aufgestellt werden. Die erfindungsgemäße Anordnung 18 kann daher bereits vor dem Eintritt eines Fehlers gebaut werden. Aufgrund ihres modularen Aufbaus und der Verwendung von einphasigen Transformatoren 1 besteht die erfindungsgemäße Anordnung 18 aus im Vergleich zum mehrphasigen Transformator 14 leichten Einzelkomponenten, die in wesentlich kürzerer Zeit zu dem jeweils gewünschten Aufstellungsort transportiert werden können. Durch den modularen Aufbau ist darüber hinaus die Montagezeit erheblich gekürzt, so dass die erfindungsgemäße Anordnung 18 innerhalb weniger Tage montiert und somit die Versorgung des Verbrauchernetzes schnell wieder aufgenommen werden kann. Anschließend kann nach einer dauerhaften Ersatzlösung für den mehrphasigen Transformator 14 gesucht werden. Beispielsweise kann ein neuer mehrphasiger Transformator konzipiert und hergestellt werden. Der fehlerhafte mehrphasige Transformator 14 kann von dem Fundament 15 entfernt und der neue mehrphasige Transformator dort aufgestellt werden. Anschließend wird das Versorgungsnetz 16 und das Verbrauchernetz 17 mit dem neuen mehrphasigen Transformator verbunden, so dass dieser anschließend anstelle der erfindungsgemäßen Anordnung 18 für die gewünschte Spannungsumwandlung sorgt. Die erfindungsgemäße Anordnung 18 kann dann demontiert und neuen Aufgaben zugeführt werden.

    [0035] Figur 5 zeigt das Gehäuse 2 eines einphasigen Transformators 1 in einer perspektivischen Darstellung. Hier sind die Durchführungssteckbuchsen 10 besonders gut erkennbar. Darüber hinaus ist eine Rohrleitung 18 dargestellt, die zur Verbindung des Gehäuses 2 mit dem Kühlmodul 3 dient. Die Rohrleitung 18 bildet dazu eine Öffnung 19 aus, die mittels eines Schließventils 20 fluiddicht verschließbar ist. Darüber hinaus ist ein Anschlussstutzen 21 zur Verbindung mit dem Ausdehnungsgefäß 4 verdeutlicht.

    [0036] In Figur 6 ist das Gehäuse 2 gemäß Figur 5 in einer Draufsicht gezeigt. Insbesondere in Figur 6 sind Einstellöffnungen 22, 36 verdeutlicht, die mittels einer Klappe fluiddicht verschlossen werden können. Die Einstellöffnungen 22 und 33 gewähren jeweils Zugang zu einer Auswahleinrichtung, worauf später noch genauer eingegangen werden wird. In Figur 6 wurde auf die Darstellung der Rohrleitung 18 verzichtet, so dass lediglich ein Anschlussstutzen 25 erkennbar ist, in dem wiederum eine Öffnung 19 ausgebildet ist, die wieder über ein Schließventil verschließbar ist. Ein ungewollter Austritt von Isolierflüssigkeit aus dem Gehäuse 2 beim Transport ist somit vermieden.

    [0037] Figur 7 zeigt das Gehäuse 2 gemäß der Figuren 5 und 6, wobei jedoch das Ausdehnungsgefäß 4 über eine Rohrleitung 24 mit dem Anschlussstutzen 21 und somit mit dem Ölraum des Gehäuses 2 verbunden ist. Mit anderen Worten kann bei zunehmenden Temperaturen die sich ausdehnende Isolierflüssigkeit über einen Anschlussstutzen 21 und Anschlussrohr 24 umfassenden Anschluss in das Ausdehnungsgefäß 4 gelangen. In Figur 7 wird ferner erkennbar, dass das Ausdehnungsgefäß 4 auf einem separat aufgestellten Gestell 25 angeordnet ist. Die gesamte Gewichtskraft des Ausdehnungsgefäßes 4 wird somit in das Gestell 25 und nicht in das Gehäuse 4 eingeleitet. Das Haltegestell 25 ist über eine Hakenverbindung mit dem Gehäuse 2 verbunden, so dass ein ungewolltes seitliches Abrutschen des Haltegestells 25 vom Gehäuse 2 vermieden ist. Die Hakenverbindung umfasst ein fest mit dem Haltegestell 25 verbundenes Hakenteil 26, das in ein an dem Gehäuse 2 fixiertes Gegenstück eingreift. Das Gegenstück ist beispielsweise ein sich parallel zum Gehäusedeckel erstreckender Bolzen, der über zwei Seitenschenkel mit dem Gehäusedeckel verbunden ist, wobei Seitenschenkel und der Bozen die Gestalt eines auf den Kopf gestellten "U" aufweisen.

    [0038] Figur 8 zeigt das Kühlmodul 3 in einer Vorderansicht, in der erkennbar ist, dass das Kühlmodul 3 Gebläse 27 aufweist, mit denen die Kühlleistung des Kühlmoduls 3 erhöht werden kann. Die Gebläse 27 erzeugen einen Luftstrom, der an der Außenseite eines figürlich nicht dargestellten Wärmeaustauschregisters des Kühlmoduls 3 vorbeigeführt wird. Innerhalb des Wärmeaustauschregisters zirkuliert die Isolierflüssigkeit, wobei es zu einem Wärmeaustausch zwischen der erwärmten Isolierflüssigkeit und dem vorbeiströmenden Luftstrom kommt. Mit anderen Worten geht Wärme von der Isolierflüssigkeit in den Luftstrom über und kann so an die Außenatmosphäre abgeführt werden. Das Kühlmodul 3 ist ebenfalls in dem Gestell 25 gehalten. Wie bereits beschrieben bildet das Gestell 25 ein Hakenteil 26 für eine Hakenverbindung mit dem Gehäuse 2 aus, so dass das Gestell 23 und somit das Kühlmodul 3 einfach an dem Gehäuse eingehakt werden kann. Zum Anheben mit einem Hubkran bildet das Haltegestell 25 ferner Hebeösen 46 aus. Darüber hinaus umfasst das Kühlmodul 3 eine Steuereinheit 47, die fest in das Kühlmodul 3 integriert ist. Die feste Verbindung vereinfacht und beschleunigt die Montage des Kühlmoduls 3 am Gehäuse 2.

    [0039] In Figur 9 ist ferner erkennbar, dass das Kühlmodul 3 in seinem oberen Bereich ein Anschlussstück 28 ausbildet, das über ein Zwischenstück 29 mit der Rohrleitung 18 und somit mit dem Anschlussstutzen 23 des Gehäuses 2 verbunden ist. Das Anschlussstück 28 bildet einen Kühlflüssigkeitseingang des Kühlmoduls 3 aus, wohingegen Rohrleitung 18 einen Kühlflüssigkeitsausgang des Gehäuses 2 bildet. In Figur 8 ist im unteren Bereich des Kühlmoduls ein Ausgangsstutzen 30 erkennbar, der einen Kühlflüssigkeitsausgang des Kühlmoduls 3 begrenzt. Über ein weiteres Zwischenstück 29 ist der Kühlflüssigkeitsausgang 30 des Kühlmoduls 3 mit einem figürlich nicht dargestellten Kühlflüssigkeitseingang des Gehäuses 2 in dessen unteren Bereich verbunden, so dass es zu einer Zirkulation von Isolierflüssigkeit über das Kühlmodul 3 kommen kann. Das Anschlussstück 28, die Rohrleitung 18, der Ausgangsstutzen 30 und der nicht dargestellte Kühlflüssigkeitseingang des Gehäuses 2 sind jeweils mit einem Schließventil 44 ausgerüstet, mit dem der jeweilige Aus- bzw. Eingang fluiddicht verschlossen werden kann.

    [0040] Aus den Figuren 8 und 9 ist ebenfalls erkennbar, dass das gezeigte Kühlmodul 3 in zwei Teile aufgespalten ist, aus diesem Grunde ist das Anschlussstück 28 mit einer sich in Querrichtung erstreckenden oberen Sammelleitung 31 verbunden, die wiederum mit zwei Rohrleitungen 32 und 33 in Verbindung steht, so dass die Kühlung auf zwei Kühlstränge aufgeteilt werden kann. Unterhalb der Gebläse 27 ist eine untere Sammelleitung 34 in Figur 8 erkennbar, die die beiden Isolierflüssigkeitsströme vereinigt und dem Ausgangsstutzen 30 zuführt.

    [0041] Figur 9 zeigt das Kühlmodul 3 von oben, wobei es mittels einer Hakenverbindung fest mit dem Gehäuse 2 verhakt ist. Dabei ist es in dem Haltegestell 25 angeordnet.

    [0042] Das Zwischenstück 29 ist in Figur 10 im Detail verdeutlicht. Es ist erkennbar, dass das Zwischenstück 29 winklig ausgebildet ist. Es ist im Inneren hohl oder rohrförmig und begrenzt einen Verbindungskanal, der mit einem Entlüftungsanschluss 34 entlüftet werden kann. Am Entlüftungsanschluss 34 kann beispielsweise eine Schlauchverbindung aufgesetzt werden, die mit einer zweckmäßigen Vakuumpumpe verbunden ist, so dass der Verbindungskanal des Zwischenstücks 29, der sich zwischen den Schließventilen der Rohrleitung 18 bzw. des Anschlussstück 28 erstreckt, entlüftet werden kann. Nach dem Anlegen des Vakuums können die Schließventile geöffnet werden, wobei eine Verunreinigung der Isolierflüssigkeit durch Luft und oder Wassereinschlüsse vermieden ist. Das Zwischenstück 29 ist ferner mit einer Ablassöffnung 45 ausgerüstet, um Isolierflüssigkeit vor der Demontage aus dem Verbindungskanal abzuführen.

    [0043] Die in Figur 11 gezeigte Ausführungsform betrifft eine nicht unter den Wortlaut der Ansprüche fallende, aber für das Verständnis der Erfindung nützliche Ausführungsform. Figur 11 zeigt die Montage des Hilfsstrommoduls 5 am Gehäuse 2 mittels einer mechanischen Verbindungseinheit 42. Über eine figürlich nicht dargestellte elektrische Verbindung ist das Hilfsstrommodul 5 mit einer Anzapfung einer Ausgleichs- oder Tertiärwicklung des Gehäuses 2 verbunden, so dass auf diese Weise bei Betrieb des jeweiligen einphasigen Transformators 1 eine Spannung am Eingang des Hilfsstrommoduls 5 anliegt. Das Hilfsstrommodul 5 weist einen figürlich nicht dargestellten Hilfstransformator auf, der mit seiner Oberspannungswicklung mit dem Eingang Hilfsstrommoduls 5 verbunden ist und der ausgangsseitig eine Versorgungsspannung bereitstellt, die beispielsweise zum Antrieb der Gebläse 27 des Kühlmoduls 5 verwendet werden kann. Hierzu ist das Hilfsstrommodul 5 mit dem Kühlmodul über nicht gezeigte elektrische Verbindungsleitungen verbunden.

    [0044] Die Verbindungseinheit 42 ist eine lösbare mechanische Verbindung, die es ermöglicht, das Hilfsstrommodul 5 einfach, schnell und sicher mit dem Gehäuse 2 zu verbinden. Hier kommt beispielsweise eine Steck-, Klemm-, Haken-, Flansch- oder sonstige Verbindung in Betracht.

    [0045] In Figur 12 ist das Gehäuse 2 mit allen einsteckbaren Hochspannungsdurchführungen 6, 7 und 8, wie in Figur 1 gezeigt, verdeutlicht. Darüber hinaus ist ein redundant ausgeführter Kabelanschluss 35 erkennbar, der den Anschluss zweier Kabelleiter ermöglicht. Darüber hinaus ist erkennbar, dass das Gehäuse 2 eine Ausgangseinstellöffnung 22 sowie eine Eingangseinstellöffnung 36 aufweist. Sowohl die Eingangseinstellöffnung 36 als auch die Ausgangseinstellöffnung 22 sind durch einen Deckel fluiddicht verschlossen.

    [0046] Die in den Figuren 13 bis 17 gezeigten Ausführungsformen betreffen nicht unter den Wortlaut der Ansprüche fallende, aber für das Verständnis der Erfindung nützliche Ausführungsformen. Insbesondere sollen die Figuren 13 bis 17 die Flexibilität der Anordnung 18 verdeutlichen und insbesondere aufzeigen, dass die Anordnung 18 variabel in unterschiedlichen Spannungsebenen eingesetzt werden kann. In Figur 13 ist der Blick in die Eingangseinstellöffnung 36 frei, so dass die dieser zugewandte Auswahleinrichtung 37 erkennbar wird. Die Auswahleinrichtung 37 weist Spannungsanschlüsse 38, 39 und 40 auf. Mit Hilfe eines U-förmigen Stellleiters 41 sind zwei der Spannungsanschlüsse 38 und 39 miteinander verbunden. Durch diese Einstellung ist die Oberspannungswicklung des Transformators 1 mit der Durchführungssteckbuchse 10 der Hochspannungsdurchführung 6 verbunden und somit für eine Eingangsspannung von 345 kV ertüchtigt. Die Ausgabe einer Spannung von beispielsweise 138 kV erfolgt an der Hochspannungsdurchführung 8. Die Hochspannungsdurchführung 7 kann bei der so eingestellten Betriebsart entfallen.

    [0047] Figur 16 verdeutlicht die Ausführung des Gehäuses 2 mit Kühlmodul 5, Ausdehnungsgefäß 4 sowie den beiden Hochspannungsdurchführungen 6 und 7, die sich bei einer Eingangseinstellung nach Figur 13 ergibt.

    [0048] Die Figur 14 verdeutlicht einen Blick in die Eingangseinstellöffnung 22, wobei wiederum eine Auswahleinrichtung 37 erkennbar ist mit ihren drei Spannungsanschlüssen 38, 39 und 40. In Figur 14 verbindet der Verbindungsleiter 41 die Spannungsanschlüsse 38 und 39, so dass die Spannungsausgabe an der Hochspannungsdurchführung 8 erfolgt. In Figur 15 ist eine Stellung gezeigt, in der der Verbindungsleiter 41 die Anschlüsse 39 und 40 miteinander verbindet. In der so gezeigten Stellung fällt die Spannung am Kabelanschluss 35 ab, so dass auch die Hochspannungsdurchführung 8 entfallen kann.

    [0049] In Figur 17 ist eine Konfiguration des Transformators 1 gezeigt, in welcher der Verbindungsleiter 41 der Auswahleinrichtung 22 die Spannungsanschlüsse 39 und 40 verbindet. In dieser Einstellung ist der Transformator für Oberspannungen von 230kV eingerichtet, wobei an der Hochspannungsdurchführung 8 oder am Kabelanschluss eine Spannung von 115 kV abgegriffen werden können.


    Ansprüche

    1. Anordnung (18) zum Ersatz eines mehrphasigen Transformators (14) mit mehreren einphasigen Transformatoren (1), die jeweils

    - ein mit einer Isolierflüssigkeit befülltes Gehäuse (2), in dem ein Kern mit einer Ober- und einer Unterspannungswicklung angeordnet ist,

    - wenigstens eine Hochspannungsdurchführung (6,7,8) und

    - ein lösbar mit dem Gehäuse (2) verbindbares und mit Isolierflüssigkeit befülltes Kühlmodul (3) zum Kühlen der Isolierflüssigkeit aufweisen, wobei

    sowohl das Gehäuse (2) als auch das Kühlmodul (3) jeweils wenigstens einen Kühlungsflüssigkeitseingang (28) und wenigstens einen Kühlflüssigkeitsausgang (18) aufweisen, die zum Austausch von Isolierflüssigkeit miteinander verbindbar sind, gekennzeichnet durch

    wenigstens eine Durchführungssteckbuchse (10), die über eine sich innerhalb des Gehäuses (2) erstreckende Wicklungsanschlussleitung mit der Ober- oder Unterspannungswicklung verbunden ist, wobei die Hochspannungsdurchführung (6,7,8) in die Durchführungssteckbuchse (10) einsteckbar ist, und ein Zwischenstück (28) zur fluiddichten Verbindung von Kühlflüssigkeitsausgang (18) und Kühlflüssigkeitseingang (28), wobei jeder Kühlflüssigkeitsausgang (18) und jeder Kühlflüssigkeitseingang (28) mit einem fluiddichten Schließventil ausgerüstet ist und wobei das Zwischenstück (29) einen Verbindungskanal begrenzt und eine Entlüftungsöffnung (34) zum Entlüften des Verbindungskanals aufweist.


     
    2. Anordnung (18) nach Anspruch 1,
    gekennzeichnet durch
    ein mit dem Gehäuse (2) über einen Anschluss (24) zum Austausch von Isolierflüssigkeit verbindbares Ausdehnungsgefäß (4), das auf einem separaten Haltegestell (25) angeordnet ist.
     
    3. Anordnung (18) nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet, dass das Haltegestell (25) zum Halten des Ausdehnungsgefäßes (4) oberhalb des am Gehäuse (2) lösbar befestigten Kühlmoduls (3) eingerichtet ist.
     
    4. Anordnung (18) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens drei Durchführungssteckbuchsen (10) vorgesehen sind.
     
    5. Verfahren zum Ersetzen eines mehrphasigen Transformators (14) mittels einer Anordnung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem eine der Anzahl der Phasen des mehrphasigen Transformators (14) entsprechende Anzahl einphasiger Transformatorgehäuse (2) in der Nähe des mehrphasigen Transformators (14) aufgestellt, die Wicklungen der einphasigen Transformatorgehäuse (2) miteinander verschaltet, die Transformatorgehäuse (2) mit einem Kühlmodul (3) lösbar verbunden, die Hochspannungsdurchführungen (6,7,8) in Durchführungssteckbuchsen (10) des Transformatorgehäuses (2) montiert und die Hochspannungsdurchführungen (6,7,8) an ihren Anschluss (13) mit einem Versorgungsnetz (16) und einer Last (17) verbunden werden.
     


    Claims

    1. Arrangement (18) for replacing a multiphase transformer (14) with multiple single-phase transformers (1), each of which has

    - a housing (2) which is filled with an insulating liquid and in which a core with a higher-voltage winding and a lower-voltage winding is arranged,

    - at least one high-voltage leadthrough (6,7,8), and

    - a cooling module (3) which is releasably connectable to the housing (2) and which is filled with insulating liquid and which serves for cooling the insulating liquid, wherein

    both the housing (2) and the cooling module (3) have in each case at least one cooling-liquid inlet (28) and at least one cooling-liquid outlet (18), which are connectable to one another for exchange of insulating liquid,

    characterized by

    at least one leadthrough plug-in bushing (10) which is connected to the higher-voltage winding or lower-voltage winding via a winding connection line which extends within the housing (2), wherein the high-voltage leadthrough (6,7,8) is pluggable into the leadthrough plug-in bushing (10), and an intermediate piece (29) for fluid-tight connection of cooling-liquid outlet (18) and cooling-liquid inlet (28), wherein each cooling-liquid outlet (18) and each cooling-liquid inlet (28) is equipped with a fluid-tight closing valve, and wherein the intermediate piece (29) delimits a connecting channel and has a deaeration opening (34) for deaeration of the connecting channel.


     
    2. Arrangement (18) according to Claim 1,
    characterized by
    an expansion vessel (4) which is connectable to the housing (2) via a connection (24) for exchange of insulating liquid and which is arranged on a separate holding frame (25).
     
    3. Arrangement (18) according to Claim 2,
    characterized in that the holding frame (25) is configured for holding the expansion vessel (4) above the cooling module (3), which is releasably fastened to the housing (2).
     
    4. Arrangement (18) according to one of the preceding claims, characterized in that at least three leadthrough plug-in bushings (10) are provided.
     
    5. Method for replacing a multiphase transformer (14) by means of an arrangement according to one of the preceding claims, in which a number of single-phase transformer housings (2), which number corresponds to the number of phases of the multiphase transformer (14), are set up in the vicinity of the multiphase transformer (14), the windings of the single-phase transformer housings (2) are interconnected, the transformer housings (2) are releasably connected to a cooling module (3), the high-voltage leadthroughs (6,7,8) are fitted into leadthrough plug-in bushings (10) of the transformer housing (2), and the high-voltage leadthroughs (6,7,8) are connected at their connections (13) to a supply network (16) and to a load (17).
     


    Revendications

    1. Agencement (18) de remplacement d'un transformateur (14) polyphasé comprenant plusieurs transformateurs (1) monophasés, qui ont chacun

    - une cuve (2), qui est remplie d'un liquide isolant et dans laquelle est disposé un noyau ayant un enroulement de basse tension et un enroulement de haute tension,

    - au moins une traversée (6, 7, 8) de haute tension et

    - un module (3) de refroidissement, pouvant communiquer de manière amovible avec la cuve (2) et rempli de liquide isolant, pour le refroidissement du liquide isolant, dans lequel

    tant la cuve (2) qu'également le module (3) de refroidissement ont chacun au moins une entrée (28) de liquide de refroidissement et au moins une sortie (18) de liquide de refroidissement, qui peuvent communiquer entre elles pour le remplacement de liquide de refroidissement,

    caractérisé par

    une fiche (10) femelle de traversée, qui est reliée à l'enroulement de haute tension ou à l'enroulement de basse tension par une ligne de connexion d'enroulement s'étendant à l'intérieur de la cuve (2), dans lequel la traversée (6, 7, 8) de haute tension peut être enfichée dans la fiche (10) femelle de traversée et une pièce (28) intermédiaire de liaison étanche au fluide de la sortie (18) de liquide de refroidissement et de l'entrée (28) de liquide de refroidissement, dans lequel chaque sortie (18) de liquide de refroidissement et chaque entrée (28) de liquide de refroidissement est équipée d'une soupape de fermeture étanche au fluide et dans lequel la pièce (29) intermédiaire délimite un conduit de liaison et a une ouverture (34) de mise à l'atmosphère pour la mise à l'atmosphère du conduit de liaison.


     
    2. Agencement (18) suivant la revendication 1,
    caractérisé par
    un conservateur (4), qui peut être relié à la cuve (2) par un raccord (24) pour le remplacement de liquide isolant et qui est disposé sur un châssis (25) distinct de retenue.
     
    3. Agencement (18) suivant la revendication 2,
    caractérisé
    en ce que le châssis (25) de retenue est agencé pour retenir le conservateur (4) au-dessus du module (3) de refroidissement fixé de manière amovible à la cuve (2).
     
    4. Agencement (18) suivant l'une des revendications précédentes,
    caractérisé
    en ce qu'au moins trois fiches (10) femelles de traversée sont prévues.
     
    5. Procédé de remplacement d'un transformateur (14) polyphasé au moyen d'un agencement suivant l'une des revendications précédentes, dans lequel on met à proximité du transformateur (14) polyphasé un nombre, correspondant au nombre des phases du transformateur (14) polyphasé, de cuves (2) de transformateur monophasé, on connecte les uns aux autres les enroulements des cuves (2) de transformateur monophasé, on met en communication de manière amovible les cuves (2) de transformateurs avec un module (3) de refroidissement, on monte les traversées (6, 7, 8) de haute tension dans des fiches (10) femelles de traversée de la cuve (2) du transformateur et on connecte les traversées (6, 7, 8) de haute tension sur leurs bornes (13) à un réseau (16) d'alimentation et à une charge (17).
     




    Zeichnung
































    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



    Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes. Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente