[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Entzundern eines Werkstücks nach dem
Oberbegriff von Anspruch 1 und ein entsprechendes Verfahren nach dem Oberbegriff von
Anspruch 9.
[0002] Zum Entzundern von Werkstücken, insbesondere von Warmwalzgut, ist es nach dem Stand
der Technik bekannt, auf die Oberflächen des Werkstücks Hochdruck-Wasser zu spritzen.
Für ein lückenloses und somit vollständiges Entzundern der Oberflächen des Werkstücks
wird das Hochdruck-Wasser in der Regel aus einer Mehrzahl von Düsen eines Zunderwäschers
ausgespritzt. In diesem Zusammenhang wird als Zunderwäscher bei einer Warmwalzanlage
eine Baugruppe bezeichnet, die zur Entfernung von Zunder, d. h. von Verunreinigungen
aus Eisenoxid, von der Oberfläche des Warmwalzgutes vorgesehen ist.
[0003] Auf dem Gebiet der Warmwalzproduktion findet bislang eine Überwachung bzw. Inspektion
der Oberflächen eines in einer Bewegungsrichtung transportierten Warmwalzgutes nur
am Ende des Walzvorgangs statt. Hierbei wird ein Zunderwäscher, der vor bzw. bezogen
auf der Bewegungsrichtung stromaufwärts von einem Endgerüst angeordnet ist, in der
Regel mit maximalem Druck und Volumenstrom für das Hochdruck-Wasser betrieben. Dies
erfolgt zu dem Zweck, an den Oberflächen des Warmwalzgutes eine möglichst intensive
Entzunderung zu erzielen. Nachteilig bei einer solchen Betriebsweise eines Zunderwäschers
ist der große Bedarf an Energie zur Erzeugung von Hochdruck-Wasser.
[0004] Aus
JP-10 282029 A ist ein Verfahren zum Messen der Dicke einer Stahlplatte und zum Bestimmen der Beschaffenheit
von deren Oberfläche bekannt. Hierbei kommt ein Röntgen-Detektor zum Einsatz.
[0005] Aus
KR 144 3097 B1 ist eine Vorrichtung zum Detektieren von Zunder auf einem Warmwalzgut bekannt. Bei
dieser Vorrichtung kommt eine Zunderdetektion-Einrichtung zum Einsatz, die auf dem
Prinzip der Temperaturmessung beruht und zu diesem Zweck ein Pyrometer umfasst.
[0006] Aus
DE 198 17 002 A1 ist eine Einrichtung zum Entzundern von Halbzeugen bekannt, die eine Düsenvorrichtung
aufweist, mittels der auf die Oberfläche des relativ zur Düsenvorrichtung bewegten
Halbzeugs unter Hochdruck ein Fluid aufgebracht wird. Zur Vergleichmäßigung des Entzunderungspralldrucks
sind Mittel vorgesehen, mit denen das Bandprofil direkt erfasst werden kann, wobei
abhängig hiervon die Düsenvorrichtung höhenverstellbar ist.
[0007] Aus
WO 2014/191168 A1 sind eine gattungsgemäße Vorrichtung nach dem Oberbegriff von Anspruch 1, und ein
gattungsgemäßes Verfahren nach dem Oberbegriff von Anspruch 9 bekannt.
[0008] Bei den bislang bekannten Anlagen bzw. Verfahren zum Entzundern von Warmwalzgut ist
erst am Ende der Walzstraße eine Oberflächeninspektion installiert. Eine solche Oberflächeninspektion
ist räumlich weit von einem Zunderwäscher entfernt und insbesondere prozesstechnisch
nicht mit dem Zunderwäscher verbunden. Falls mittels der Oberflächeninspektion festgestellt
werden sollte, dass das Warmwalzgut Oberflächenfehler aufweist, sind bereits mehrere
Produktionsschritte, insbesondere Walzvorgänge, durchlaufen worden. Dies hat zur Folge,
dass eine saubere Zuordnung von möglichen Zunderfehlern zu den erkannten Oberflächenfehlern
nicht oder nur eingeschränkt möglich ist. Anders ausgedrückt, gestaltet sich bei den
bislang bekannten Anlagen zum Entzundern von Warmwalzgut eine sichere Identifikation
von Oberflächenfehlern als Zunderreste mindestens schwierig, bis gar unmöglich. Jedenfalls
unterliegen die bislang bekannten Ansätze zum Entzundern von Werkstücken dem Nachteil,
dass eine Einordnung in Primär- und Sekundärzunderfehler sowie die Unterscheidung
zwischen eingewalztem Restzunder in Folge einer zuvor unzureichenden Entzunderung
und im Laufe des Walzprozesses herabgefallener Zunderbrocken nicht realisierbar ist.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, dass Entzundern von Werkstücken hinsichtlich
der Oberflächenqualität zu optimieren und dabei auch den Bedarf an Energie und Hochdruck-Flüssigkeit
auf ein erforderliches Minimum zu senken.
[0010] Diese Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Entzundern eines Werkstücks mit den
im Anspruch 1 angegebenen Merkmalen, und durch ein Verfahren gemäß Anspruch 9 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen definiert.
[0011] Die Erfindung sieht eine Vorrichtung zum Entzundern eines Werkstücks vor, vorzugsweise
ein Warmwalzgut, das relativ zur Vorrichtung in einer Bewegungsrichtung bewegt wird.
Zu diesem Zweck umfasst die Vorrichtung zumindest eine erste Strahldüsen-Anordnung
mit einer Mehrzahl von Strahldüsen, aus denen eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser,
auf eine Oberfläche des Werkstücks unter Hochdruck ausgebracht werden kann. Des Weiteren
umfasst die Vorrichtung eine Steuereinrichtung und eine mit der Steuereinrichtung
signaltechnisch verbundene Oberflächeninspektionseinrichtung, die in Bezug auf die
Bewegungsrichtung des Werkstücks stromabwärts von der Strahldüsen-Anordnung angeordnet
ist und eine Detektion von Zunder auf der Oberfläche des Werkstücks ermöglicht. Die
Oberflächeninspektionseinrichtung ist unmittelbar angrenzend zur Strahldüsen-Anordnung
angeordnet. Die Steuereinrichtung ist programmtechnisch derart eingerichtet, dass
der spezifische Energieeintrag, mit dem eine Oberfläche des Werkstücks durch die aus
den Strahldüsen ausgebrachte Flüssigkeit beaufschlagt wird, mittels der Steuereinrichtung
in Abhängigkeit der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung regelbar ist, und
dass auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung eine Oberflächenqualität
für das Werkstück bestimmt und mit einem vorbestimmten Sollwert verglichen wird. Hierbei
wird der spezifische Energieeintrag derart geregelt, dass er erhöht wird, falls die
Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten Sollwert unterschreitet, und
dass er vermindert wird, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten
Sollwert überschreitet.
[0012] In gleicher Weise sieht die Erfindung ein Verfahren zum Entzundern eines Werkstücks,
vorzugsweise eines Warmwalzgutes, vor, welches relativ zu einer Strahldüsen-Anordnung
mit einer Mehrzahl von Strahldüsen in einer Bewegungsrichtung bewegt wird. Zum Entzundern
des Werkstücks wird eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser, aus den Strahldüsen unter
Hochdruck auf eine Oberfläche des Werkstücks gespritzt. Zur Durchführung des Verfahrens
ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die mit der Strahldüsen-Anordnung und mit einer
Oberflächeninspektions-Einrichtung jeweils signaltechnisch verbunden ist. Mittels
der Oberflächeninspektionseinrichtung wird eine Oberfläche des Werkstücks- in Bezug
auf die Bewegungsrichtung des Werkstücks - stromabwärts von der Strahldüsen-Anordnung,
und unmittelbar angrenzend an die Strahldüsen-Anordnung überprüft. Der spezifische
Energieeintrag, mit dem eine Oberfläche des Werkstücks durch die aus den Strahldüsen
ausgebrachte Flüssigkeit beaufschlagt wird, wird mittels der Steuereinrichtung in
Abhängigkeit der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung geregelt, wobei auf
Grundlage der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung eine Oberflächenqualität
für das Werkstück bestimmt und mit einem vorbestimmten Sollwert verglichen wird. Hierbei
wird der spezifische Energieeintrag derart geregelt, dass er erhöht wird, falls die
Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten Sollwert unterschreitet, und
dass er vermindert wird, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten
Sollwert überschreitet.
[0013] Der Erfindung liegt die wesentliche Erkenntnis zugrunde, dass eine Oberflächeninspektionseinrichtung
ortsnah zur Strahldüsen-Anordnung angeordnet ist. Diesbezüglich bedeutet das Merkmal
"ortsnah" im Sinne der vorliegenden Erfindung, dass die Oberflächeninspektionseinrichtung
- in Bezug auf die Bewegungsrichtung, mit der das Werkstück an der Strahldüsen-Anordnung
mit einer Vorschubgeschwindigkeit vorbeibewegt wird - stromabwärts von der Strahldüsen-Anordnung
und unmittelbar angrenzend hierzu positioniert ist. Hierdurch ist es möglich, das
Ergebnis der Beaufschlagung der Oberflächen des Werkstücks mit einer Flüssigkeit unter
Hochdruck und die daraus resultierende Entzunderungsqualität zu überwachen und ggf.
zu beeinflussen, insbesondere bevor das Werkstück weitere Produktionsschritte wie
z. B. weitere Walzvorgänge durchläuft. Auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektions-Einrichtung
wird somit eine Führungsgröße gewonnen, mit der anschließend eine bedarfsangepasste
Steuerung des spezifischen Energieeintrags möglich ist, mit dem eine Entzunderung
des Werkstücks erzielt wird.
[0014] Der spezifische Energieeintrag bestimmt sich nach der vorliegenden Erfindung aus
dem Aufpralldruck [engl.: Impact], mit dem die Flüssigkeit auf eine Oberfläche des
Werkstücks auftrifft, sowie dem spezifischen Volumenstrom pro Breite des Werkstücks,
d.h. dem Volumenstrom der auf das Werkstück gespritzten Flüssigkeit dividiert durch
die Spritzbreite bezogen auf die Bewegungsrichtung des Werkstücks. Der Aufpralldruck
ist abhängig von dem Druck, mit dem die Flüssigkeit den Strahldüsen zugeführt wird,
dem ausgespritzten Volumenstrom, und dem Abstand der Strahldüsen von der Oberfläche
des Werkstücks. Des Weiteren ist der spezifische Energieeintrag abhängig von der Vorschubgeschwindigkeit,
mit der das Werkstück in der Bewegungsrichtung bewegt wird. Eine Veränderung des spezifischen
Energieeintrags, in Abhängigkeit der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung
kann durch eine Anpassung der vorstehend genannten Parameter erfolgen, nämlich mittels
der Steuereinrichtung, wie nachfolgend noch im Detail erläutert.
[0015] Erfindungsgemäß ist die Steuerungseinrichtung programmtechnisch derart eingerichtet,
dass auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektions-Einrichtung eine Regelung
des spezifischen Energieeintrags erfolgt. Zu diesem Zweck wird mittels der Steuereinrichtung,
nämlich auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung, eine Oberflächenqualität
für das Werkstück bestimmt und dann mit einem vorbestimmten Sollwert verglichen. Falls
im Anschluss daran mittels der Steuereinrichtung festgestellt wird, dass die Oberflächenqualität
des Werkstücks den vorbestimmten Sollwert unterschreitet, wird sodann der spezifische
Energieeintrag erhöht. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass, falls die Oberflächenqualität
des Werkstücks den vorbestimmten Sollwert überschreitet, dann der spezifische Energieeintrag
entsprechend vermindert wird. Eine solche Einstellung bzw. Anpassung des spezifischen
Energieeintrags, auf Basis der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung, erfolgt
nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung geregelt, d. h. durch Vorsehen
eines entsprechenden Regelkreises in der Steuereinrichtung.
[0016] Als Stellglieder zur Steuerung und/oder Regelung des spezifischen Energieeintrags
stehen der Systemdruck der Entzunderung, die Höhenverstellung der Strahldüsen, d.h.
die Veränderung des Abstands der Strahldüsen zur Oberfläche des Werkstücks, die Zu-/Abschaltung
einer zusätzlichen Strahldüsen-Anordnung, und die Vorschubgeschwindigkeit des Werkstücks
zur Verfügung.
[0017] Zur soeben genannten Verminderung des spezifischen Energieeintrags, nämlich für den
Fall, dass die mittels der Oberflächeninspektionseinrichtung festgestellte Oberflächenqualität
des Werkstücks einen vorbestimmten Sollwert überschreitet, wird vorteilhaft eine geringere
Menge an Hochdruck-Flüssigkeit benötigt, und dadurch auch eine verminderte Abkühlung
des Werkstücks erzielt. Eine solche verminderte Abkühlung kann zur Senkung einer Ofentemperatur
oder zur Senkung des Energiebedarfs für einen nachfolgenden Walzprozess, d. h. stromabwärts
von der Strahldüsen-Anordnung, genutzt werden. Des Weiteren wird durch eine verminderte
Abkühlung des Werkstücks die Endtemperatur des Produkts erhöht, wodurch das Produktspektrum
auf geringere Enddücken ausgeweitet werden kann.
[0018] Wie erläutert, führt eine mögliche Senkung des spezifischen Energieeintrags bzw.
des Entzunderungsdrucks, jedenfalls bis auf einen Druckwert, der gerade noch hinreichend
ist, um den vorbestimmten Sollwert für die Oberflächenqualität des Werkstücks zu erreichen,
zu dem Vorteil eines geringeren Energiebedarfs zur Erzeugung der Hochdruck-Flüssigkeit
für die Entzunderung. Im Zuge dessen wird vorteilhaft auch der Verschleiß von Anlagenkomponenten
der erfindungsgemäßen Vorrichtung bzw. der gesamten Entzunderungsanlage gesenkt. Dies
betrifft sowohl die Strahldüsen selbst, als auch in hohem Maße die damit verbundenen
Pumpen sowie Rohrleitungen und alle medienberührten Teile. Hinzu kommt noch der Vorteil
von verlängerten Wartungsintervallen und somit von geringeren Wartungskosten, bedingt
durch eine verminderte Abrasionswirkung der Hochdruck-Flüssigkeit auf alle umgebenden
Materialien durch den verminderten Druck.
[0019] Durch eine Regelung des spezifischen Energieeintrags ist es möglich, auf detektierte
Oberflächenfehler des Werkstücks, d. h. auf verbleibenden Restzunder auf dem Werkstück,
unmittelbar zu reagieren, nämlich durch eine geeignete Erhöhung des spezifischen Energieeintrags
durch die zuvor genannten Stellglieder . Hierdurch kann wirkungsvoll vermieden werden,
dass Restzunder bei weiteren Produktionsschritten wie insbesondere Walzvorgängen,
die sich für das Werkstück stromabwärts der Strahldüsen-Anordnung anschließen, in
die Oberfläche des Werkstücks eingewalzt wird. Zusätzlich zur Einhaltung einer gewünschten
Qualitätsgüte für das Werkstück lässt sich hierdurch vermeiden, dass Teile der Produktion
- falls nämlich z. B. Restzunder nicht erkannt bzw. beseitigt werden würde - verschrottet
werden muss.
[0020] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung umfasst die Vorrichtung eine mit der
Steuereinrichtung signaltechnisch verbundene Hochdruckpumpeneinheit, die mit den Strahldüsen
der Strahldüsen-Anordnung in Fluidverbindung steht. Diese Hochdruckpumpeneinheit kann
mittels der Steuereinrichtung gesteuert, vorzugsweise geregelt, werden, um den Druck,
mit dem die Flüssigkeit den Strahldüsen zugeführt wird, zu verändern. In Folge dieses
veränderten Drucks für die Flüssigkeit ändert sich entsprechend auch der Entzunderungs-
bzw. Aufpralldruck, mit dem die Flüssigkeit auf einer Oberfläche des Werkstücks aufprallt,
um dieses wie gewünscht zu entzundern. Im Hinblick auf die vorstehend erläuterte Abhängigkeit
ändert sich hierdurch auch der spezifische Energieeintrag, mit dem die Flüssigkeit
auf die Oberfläche des Werkstücks aufgebracht wird.
[0021] Die Hochdruckpumpeneinheit kann über eine Mehrzahl von einzelnen Pumpen verfügen.
Bei einer Ansteuerung der Hochdruckpumpeneinheit mittels der Steuereinrichtung kann
vorgesehen sein, dass im Falle einer Druckerhöhung eine weitere Pumpe hinzugeschaltet
wird, oder dass im Falle einer gewünschten Druckverminderung eine der eingesetzten
Pumpen abgeschaltet wird.
[0022] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann die Hochdruckpumpeneinheit mit
zumindest einem Frequenzregler, oder vorzugsweise mit mehreren Frequenzreglern, ausgestattet
sein. Eine Pumpe oder die Pumpen der Hochdruckpumpeneinheit ist/sind über diesen Frequenzregler
an ein elektrisches Versorgungsnetz angeschlossen, wobei der jeweilige Frequenzregler
steuerungstechnisch mit der Steuereinrichtung verbunden ist. Entsprechend ist es möglich,
den Frequenzregler der Hochdruckpumpeneinheit mittels der Steuereinrichtung derart
zu steuern oder zu regeln, dass dadurch der Druck, mit dem die Flüssigkeit den Strahldüsen
einer Strahldüsen-Anordnung zugeführt wird, auch in geringem Maße bzw. mit kleinen
Abstufungen, vorzugsweise auch stufenlos, eingestellt bzw. verändert werden kann.
[0023] Ergänzend oder alternativ kann nach einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung
vorgesehen sein, dass ein Abstand, den die Strahldüsen-Anordnung zur Oberfläche des
Werkstücks aufweist, mittels der Steuereinrichtung gesteuert, vorzugsweise geregelt,
verändert wird, nämlich in Abhängigkeit der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung.
Dies kann dadurch erfolgen, dass die Strahldüsen-Anordnung an einer höhenverstellbaren
Halterung mit einem Stellantrieb angebracht ist, wobei der Stellantrieb mit der Steuereinrichtung
signaltechnisch verbunden ist. Falls die von der Steuereinrichtung auf Grundlage der
Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung ermittelte Oberflächenqualität einen
vorbestimmten Sollwert unterschreiten sollte, kann durch eine geeignete Ansteuerung
des Stellantriebs mittels der Steuereinrichtung der Abstand der Strahldüsen-Anordnung
zur Oberfläche des Werkstücks verringert werden, mit der Folge, dass dadurch der Aufpralldruck
der Flüssigkeit bzw. der Entzunderungsdruck zunimmt. Diesbezüglich versteht sich,
dass eine solche Veränderung des Abstands der Strahldüsen-Anordnung nur in dem Maße
erfolgt, wie auch ein gewünschtes Spritzbild der Strahldüsen auf der Oberfläche des
Werkstücks beibehalten bleibt.
[0024] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung kann zur Anpassung des spezifischen
Energieantrags nach Maßgabe der Steuereinrichtung die Vorschubgeschwindigkeit des
Werkstücks angepasst werden, sofern es der Gesamtprozess zulässt.
[0025] Durch Zunder- oder andere Partikel kommt es gelegentlich zum Verstopfen einzelner
Strahldüsen. Nach dem bislang bekannten Stand der Technik kann dies erst zu einem
viel späteren Zeitpunkt durch Zunderfehler bei der Endüberwachung festgestellt werden,
verbunden mit dem Nachteil, dass bis dahin bereits einige Tonnen von Warmwalzgut bzw.
Stahl fehlerbehaftet hergestellt worden sind. Demgegenüber kann eine solche Verstopfung
einer Strahldüse durch eine direkte Überwachung des Entzunderungsergebnisses, nämlich
auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung, die ortsnah zur Strahldüsen-Anordnung
angeordnet ist, unmittelbar nach der Entstehung dieses Fehlers erkannt und ein entsprechendes
Wartungssignal an die Steuereinrichtung bzw. eine Leitstelle ausgegeben werden.
[0026] Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung besteht darin, dass es dank eines
verlässlichen Signals für die Oberflächengüte bzw. Oberflächenqualität des Werkstücks,
die unmittelbar stromabwärts der Strahldüsen-Anordnung detektiert wird, möglich ist,
für die Vorrichtung lediglich ein einziges Paar einer Strahldüsen-Anordnung, d. h.
oberhalb und unterhalb des Werkstücks, vorzusehen. Anders ausgedrückt, kann eine erfindungsgemäße
Vorrichtung auf ein solches Paar von Strahldüsen-Anordnungen beschränkt werden, wodurch
erhebliche Investitionskosten für die ebenfalls reduzierte Hochdruckpumpeneinheit
und zugehörige Verbindungsrohrleitungen eingespart werden können. Hieraus resultiert
wiederum eine Platzeinsparung für die Hochdruckpumpeneinheit, eine Kürzung des Rollganges
sowie eine Entlastung der Wasserwirtschaft, welche die Hochdruckpumpeneinheit mit
Flüssigkeit versorgt.
[0027] Nachstehend sind Ausführungsformen der Erfindung anhand der schematisch vereinfachten
Zeichnung im Detail beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine prinzipiell vereinfachte Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- eine prinzipiell vereinfachte Seitenansicht einer Strahldüsen-Anordnung nach einer
weiteren Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 3
- eine prinzipiell vereinfachte Draufsicht auf eine erfindungsgemäße Vorrichtung nach
einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 4
- eine vereinfachte Seitenansicht eines Rotorkopf-Paars, das Teil einer Vorrichtung
von Fig. 3 sein kann, und
- Fig. 5
- ein Ablaufdiagramm zur Ausführung der vorliegenden Erfindung.
[0028] Nachfolgend werden unter Bezugnahme auf die Figuren 1 bis 5 verschiedene Ausführungsformen
der Erfindung detailliert beschrieben. In den Figuren sind gleiche technische Merkmale
jeweils mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Des Weiteren wird darauf hingewiesen,
dass die Darstellungen in der Zeichnung prinzipiell vereinfacht und insbesondere ohne
Maßstab gezeigt sind. In einigen Figuren sind kartesische Koordinatensysteme eingetragen,
zwecks einer räumlichen Orientierung für eine erfindungsgemäße Vorrichtung in Bezug
auf ein zu entzunderndes und bewegtes Werkstück.
[0029] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 dient zum Entzundern eines Werkstücks 12, das
relativ zur Vorrichtung 10 in einer Bewegungsrichtung X bewegt wird. Bei dem Werkstück
kann es sich um Warmwalzgut handeln, das an der Vorrichtung 10 vorbeibewegt wird.
Eine Vorschubgeschwindigkeit, mit der das Werkstück 12 an der Vorrichtung 10 in der
Bewegungsrichtung X vorbeibewegt wird, ist in Fig. 1 und in Fig. 2 jeweils mit dem
Pfeil "v" symbolisiert.
[0030] Eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 weist eine Strahldüsen-Anordnung mit einer Mehrzahl
von Strahldüsen auf, aus denen eine Flüssigkeit, insbesondere Wasser, auf eine Oberfläche
eines Werkstücks unter hohem Druck ausgespritzt wird. Die Strahldüsen-Anordnung kann
aus einem um eine Rotationsachse drehbaren Rotorkopf (Fig. 1) oder aus einem Spritzbalken
(Fig. 2) gebildet sein, wie nachstehend noch im Detail erläutert. Bei beiden dieser
Ausführungsformen sind Strahldüsen 16 vorgesehen, aus denen eine Flüssigkeit 18 (in
Fig. 1 vereinfacht gestrichelt symbolisiert) unter Hochdruck auf eine Oberfläche 20
des Werkstücks 12 gespritzt wird, um das Werkstück 12 geeignet zu entzundern.
[0031] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 10 umfasst bei der Ausführungsform von Fig. 1 eine
Strahldüsen-Anordnung, die wie soeben erläutert in Form eines um eine Rotationsachse
R drehbaren Rotorkopfes 14 ausgebildet ist. Eine Drehung des Rotorkopfes 14 um seine
Rotationsachse R erfolgt durch (nicht gezeigte) motorische Mittel, zum Beispiel durch
einen Elektromotor. An einer Stirnseite des Rotorkopfes 14, die dem Werkstück 12 zugewandt
ist, sind die Strahldüsen 16 angebracht.
[0032] Die Strahldüsen 16 sind bei der Ausführungsform von Fig. 1 fest an dem Rotorkopf
14 angebracht. Hierbei sind die Längsachsen L der Strahldüsen 16 parallel zur Rotationsachse
R des Rotorkopfes 14 ausgerichtet.
[0033] Die Strahldüsen 16 sind höhenverstellbar ausgebildet, z.B. durch Anbringung an einer
höhenverstellbaren Halterung, die in der Fig. 1 und Fig. 2 vereinfacht durch den Doppelpfeil
"H" symbolisiert ist. Die Halterung H kann einen Stellantrieb (in der Zeichnung nicht
gezeigt) aufweisen. Somit lässt sich ein Abstand A, den eine Stirnfläche der Strahldüsen
16 zu der Oberfläche 20 des Werkstücks 12 aufweist, bei Bedarf durch eine Ansteuerung
des Stellantriebs verstellen. Im Sinne der vorliegenden Erfindung ist dieser Abstand
A als Spritzabstand zu verstehen. Bei einer Verringerung dieses Abstands A nimmt der
resultierende Aufpralldruck der Flüssigkeit 18 auf der Oberfläche 20 des Werkstücks
12 zu.
[0034] Die Vorrichtung 10, wie z.B. für die Ausführungsform von Fig. 1 dargestellt, umfasst
eine Steuereinrichtung 22, und eine Hochdruckpumpeneinheit 24, die mit der Steuereinrichtung
22 signaltechnisch verbunden ist. Der Rotorkopf 14 ist über eine Verbindungsleitung
an die Hochdruckpumpeneinheit 24 angeschlossen, derart, dass die Strahldüsen 16 in
Fluidverbindung mit der Hochdruckpumpeneinheit 24 stehen und somit von der Hochdruckpumpeneinheit
24 mit einer Flüssigkeit unter Hochdruck gespeist werden. Bei der Flüssigkeit 18,
die dann unter Hochdruck aus den Strahldüsen 16 auf das Werkstück 12 gespritzt wird,
handelt es sich vorzugsweise um Wasser, ohne dass hierin eine Einschränkung nur auf
das Medium Wasser zu sehen ist.
[0035] Die Hochdruckpumpeneinheit 24 ist mit einem Frequenzregler 25 ausgestattet. Hierdurch
ist es möglich, die Hochdruckpumpeneinheit 24 mittels der Steuereinrichtung 22 insbesondere
stufenlos anzusteuern, um einen Druck, mit dem die Flüssigkeit 18 den Strahldüsen
16 zugeführt wird, auch in kleinen Schritten verändern zu können. Weitere Details
für eine solche Ansteuerung der Hochdruckpumpeneinheit 24 werden nachfolgend noch
im Detail dargelegt.
[0036] Die Vorrichtung 10 umfasst eine Oberflächeninspektionseinrichtung 26, die - bezogen
auf die Bewegungsrichtung X des Werkstücks 12 - stromabwärts von dem Rotorkopf 14
und ortsnah hierzu angeordnet ist. Die Oberflächeninspektionseinrichtung 26 kann auf
einem spezialisierten optischem Messprinzip basieren, bei dem für eine Oberfläche
20 des Werkstücks 12 eine 3D-Messung erfolgt und hieraus ein Höhenprofil für die Oberfläche
20 des Werkstücks 12 abgeleitet wird. Alternativ wird mittels der Oberflächeninspektionseinrichtung
26 eine Spektralanalyse an der Oberfläche 20 des Werkstücks 12 durchgeführt. Die Oberflächeninspektionseinrichtung
26 ist ebenfalls signaltechnisch mit der Steuereinrichtung 22 verbunden. Somit kann
mittels der Oberflächeninspektionseinrichtung 26 und einer entsprechenden Auswertung
in der Steuereinrichtung 22 Zunder bzw. Restzunder auf der Oberfläche 20 des Werkstücks
12 detektiert werden. Zu diesem Zweck ist die Oberflächeninspektionseinrichtung 26
derart ausgebildet, dass sowohl eine Oberseite als auch eine Unterseite des Werkstücks
12 überwacht werden.
[0037] Die signaltechnische Verbindung zwischen der Steuereinrichtung 22 und der Hochdruckpumpeneinheit
24 ist in der Fig. 1 durch das Bezugszeichen 23.1 bezeichnet. Die signaltechnische
Verbindung zwischen der Steuereinrichtung 22 und der Oberflächeninspektionseinrichtung
26 ist durch das Bezugszeichen 23.2 bezeichnet. Die signaltechnische Verbindung zwischen
der Steuereinrichtung 22 und der Höhenverstellung H ist durch das Bezugszeichen 23.3
bezeichnet. Die signaltechnische Verbindung zwischen der Steuereinrichtung 22 und
einer (nicht gezeigten) Einrichtung, mittels der die Vorschubgeschwindigkeit v des
Werkstücks 12 eingestellt bzw. verändert werden kann, ist durch das Bezugszeichen
23.4 bezeichnet. Bei diesen Verbindungen 23.1, 23.2, 23.3 und 23.4 kann es sich entweder
um physische Leitungen handeln, oder um eine geeignete Funkstrecke oder dergleichen.
[0038] In Bezug auf die Steuereinrichtung 22, die Hochdruckpumpeneinheit 24 und die Oberflächeninspektionseinrichtung
26 gelten für die Ausführungsform von Fig. 2 die gleichen Zusammenhänge wie für die
Ausführungsform von Fig. 1, wobei diese technischen Bauelemente zwecks Vereinfachung
in Fig. 2 nicht gezeigt sind.
[0039] Fig. 3 zeigt eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10, nämlich
in einer vereinfachten Draufsicht. Bei dieser Ausführungsform sind zwei Strahldüsen-Anordnungen14.1
und 14.2, in Bezug auf die Bewegungsrichtung X des Werkstücks 12, hintereinander angeordnet.
Jede dieser Strahldüsen-Anordnungen 14.1 und 14.2 ist an die Hochdruckpumpeneinheit
24 angeschlossen, wie unter Bezugnahme auf die Fig. 1 erläutert. Bei der Ausführungsform
von Fig. 3 ist die Oberflächeninspektionseinrichtung 26 stromabwärts von der Strahldüsen-Anordnung
14.2 positioniert. Zur Klarstellung darf darauf hingewiesen werden, dass in der Darstellung
von Fig. 3 eine Breite des Werkstücks 12 in der Richtung y verläuft, wobei die Rotationsachsen
R für die Rotorköpfe 14.1 und 14.2 jeweils senkrecht zur Zeichnungsebene verlaufen.
[0040] Bezüglich der Ausführungsform von Fig. 3 darf gesondert darauf hingewiesen werden,
dass es sich bei der Strahldüsen-Anordnung 14.1 um ein Rotorkopf-Paar 28 (vgl. Fig.
4) handeln kann, wobei es sich bei der stromabwärts davon angeordneten Strahldüsen-Anordnung
14.2 um ein Spritzbalken-Paar 38 (vgl. Fig. 2) handeln kann. Alternativ hierzu kann
bei der Ausführungsform von Fig. 3 das Spritzbalken-Paar 38 auch der Strahldüsen-Anordnung
14.1 entsprechen, wobei dann das Rotorkopf-Paar 28 stromabwärts davon, nämlich an
der Stelle der Strahldüsen-Anordnung 14.2 angeordnet ist. Des weiteren ist es auch
möglich, dass die Strahldüsen-Anordnungen 14.1 und 14.2 bei der Ausführungsform von
Fig. 3 beide entweder jeweils aus einem Rotorkopf-Paar 28 (Fig. 4), oder jeweils aus
einem Spritzbalken-Paar 38 (Fig. 2) gebildet sind.
[0041] Nachstehend sind unter Bezugnahme auf die Fig. 4 eine mögliche Anordnung von Rotorköpfen
zur Vervollständigung gezeigt und erläutert, die bei der Ausführungsform von Fig.
3 zum Einsatz kommen können.
[0042] Fig. 4 zeigt eine Seitenansicht eines Rotorkopf-Paars 28, bei dem ein Rotorkopf 14
jeweils oberhalb und unterhalb des Werkstücks 12, d. h. sowohl an dessen Oberseite
und an dessen Unterseite vorgesehen ist. Es ist zu erkennen, dass der Rotorkopf 14,
welcher unterhalb des Werkstücks 12 angeordnet ist, in Bezug zur Bewegungsrichtung
X des Werkstücks 12 stromabwärts von dem Rotorkopf 14, welcher oberhalb des Werkstücks
12 angeordnet ist, positioniert ist. Dies deshalb, damit die Flüssigkeit 18, die aus
den Strahldüsen 16 des unterhalb des Werkstücks 12 angeordneten Rotorkopfes 14 gespritzt
wird, nicht gegen den oberhalb des Werkstücks 12 angeordneten Rotorkopf 14 prallt,
falls sich zwischen diesen beiden Rotorköpfen kein Werkstück 12 befinden sollte. Der
in Fig. 4 gezeigte Versatz zwischen den oberhalb und unterhalb des Werkstücks 12 angeordneten
Rotorköpfen ändert nichts daran, dass diese beiden Rotorköpfe, im Sinne der vorliegenden
Erfindung, als Rotorkopf-Paar 28 zu verstehen sind. Analog zeigt Figur 2 den soeben
erläuterten Versatz von Strahldüsen 16 für eine andere Strahldüsen-Anordnung, nämlich
in Form des Spritzbalken-Paars 38.
[0043] Für die Darstellung von Fig. 4 wird ergänzend darauf hingewiesen, dass es sich hierbei
auch um eine Seitenansicht eines Rotormodul-Paars handeln kann, bei dem mehrere Rotorköpfe
14 (vgl. Fig. 1) in y-Richtung zu einem Rotormodul oberhalb und unterhalb eines Werkstücks
12 zusammengefasst sind.
[0044] Bezüglich der Ausführungsformen nach den Fig. 2 und 4 wird darauf hingewiesen, dass
die einzelnen Strahldüsen 16 an eine gemeinsame Druckwasserleitung D angeschlossen
sind, die mit der Hochdruckpumpeneinheit 24 verbunden ist. Hierdurch ist eine Versorgung
der Strahldüsen 16 mit Hochdruck-Wasser gewährleistet.
[0045] Fig. 2 zeigt eine vereinfachte Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
10 nach einer weiteren Ausführungsform. Hierbei ist eine Strahldüsen-Anordnung der
Vorrichtung 10 nach Art eines sog. Spritzbalkens 36 ausgebildet, dessen Längserstreckung
quer (d.h. in Fig. 2 in Richtung der y-Achse) zur Bewegungsrichtung X des Werkstücks
12 verläuft. Hierbei entspricht die Längserstreckung eines Spritzbalkens 36 in der
Regel einer Breite des zu entzundernden Werkstücks 12. Entlang der Längserstreckung
eines Spritzbalkens 36 sind mehrere Strahldüsen 16 angeordnet, von denen in der Darstellung
von Fig. 7 nur die zuvorderst liegende Strahldüse 16 gezeigt ist.
[0046] Bei der Ausführungsform von Fig. 2 sind oberhalb und unterhalb des Werkstücks 12
je ein Spritzbalken 36 vorgesehen, die somit ein Spritzbalken-Paar 38 bilden. Die
Strahldüsen 16 des Spritzbalken-Paars sind an den Spritzbalken 36 in einem Winkel
bezüglich einer Orthogonalen auf die Oberfläche 20 des Werkstücks 12 geneigt angeordnet,
derart, dass die Flüssigkeit 18, die aus den Strahldüsen 16 gespritzt wird, mit einem
Winkel α auf der Oberfläche 20 des Werkstücks 12 auftrifft.
[0047] Nach einer weiteren Ausführungsform der Erfindung kann auch eine separate Oberflächenabtasteinheit
40 (Fig. 3) vorgesehen sein, die stromaufwärts einer Strahldüsen-Anordnung 14 angeordnet
und signaltechnisch mit der Steuereinrichtung 22 verbunden ist. Eine solche Oberflächenabtasteinheit
40 funktioniert elektronisch und umfasst ein optisches Messsystem, das nach dem Laserstrahl-Prinzip
arbeiten kann. Falls an der Oberfläche eine Unregelmäßigkeit auftreten sollte, wird
dies von der Oberflächenabtasteinheit 40 detektiert und ein entsprechendes Signal
erzeugt, auf Grundlage dessen dann die Steuereinrichtung 22 den Stellantrieb der höhenverstellbaren
Halterung H (vgl. Fig. 1, Fig. 2) ansteuert, um den Abstand A der Strahldüsen-Anordnung
zur Oberfläche des Werkstücks 12 unverzüglich zu vergrößern. Hierdurch ist sichergestellt,
dass die Strahldüsen-Anordnung, falls das Werkstück 12 eine solche Unregelmäßigkeit
aufweisen sollte, nicht geschädigt wird.
[0048] Bei allen der vorstehend genannten Ausführungsformen wird das Werkstück 12 an der
Vorrichtung 10 vorbeibewegt, nämlich mit einer Vorschubgeschwindigkeit, die in den
entsprechenden Figuren jeweils mit "v" symbolisiert ist. Durch das Aufspritzen von
Wasser unter Hochdruck werden die Oberflächen 20 des Werkstücks 12 mit einem spezifischen
Energieeintrag E (bzw. "Spray Energy") beaufschlagt, der sich wie folgt bestimmt:

[0049] Hierin bedeuten:
- E:
- Spezifischer Energieeintrag [kJ/m2]
- I:
- Aufpralldruck [N/mm2]
- V̇spez:
- Spezifischer Volumenstrom pro m Breite des Werkstücks [l/s•m]
- v:
- Vorschubgeschwindigkeit des Werkstücks [m/s]
[0050] Hierbei ist der Aufpralldruck [engl.: Impact], mit dem die Flüssigkeit 18 auf die
Oberfläche 20 des Werkstücks 12 auftrifft, abhängig sowohl von dem Druck und dem Volumen,
mit dem die Flüssigkeit aus den Strahldüsen 16 ausgespritzt wird, als auch von dem
Abstand der Strahldüsen 16 von der Oberfläche 20 des Werkstücks.
[0051] Ohne Berücksichtigung der Vorschubgeschwindigkeit v erfolgt lediglich eine stationäre
Betrachtung des Aufpralldrucks I, der für eine Regelung des Entzunderungsergebnisses
unzureichend ist.
[0052] Des Weiteren bestimmt sich der spezifische Volumenstrom V̇
spez zu:

[0053] Hierin bedeuten:
- V̇spez:
- Spezifischer Volumenstrom pro m Breite des Werkstücks [l/s•m]
- V̇:
- Volumenstrom der ausgespritzen Flüssigkeit [l/s]
- b:
- Spritzbreite quer zur Bewegungsrichtung X [m]
[0054] Die Erfindung funktioniert nun wie folgt:
Für ein gewünschtes Entzundern der Oberflächen 20 des Werkstücks 12 wird dieses relativ
zur erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 in der Bewegungsrichtung X bewegt. Hierbei wird
aus den Strahldüsen 16 die Flüssigkeit 18 unter Hochdruck auf die Oberflächen 20 des
Werkstücks 12 gespritzt, nämlich sowohl an dessen Oberseite als auch an dessen Unterseite.
[0055] Unter Bezugnahme auf die vorstehend genannten Gleichungen und der dazu erläuterten
Zusammenhänge kann der spezifische Energieeintrag E z.B. erhöht werden, indem der
Druck, mit dem die Flüssigkeit den Strahldüsen zugeführt wird, und/oder der Volumenstrom
V erhöht werden, und/oder indem der Abstand A der Strahldüsen zur Oberfläche 20 des
Werkstücks 12 und/oder die Vorschubgeschwindigkeit v vermindert werden, und/oder indem
eine weitere Strahldüsen-Anordnung zugeschaltet wird. Mutatis mutandis gilt dies auch
umgekehrt: Eine Verminderung des spezifischen Energieeintrags E wird dadurch erreicht,
indem der Druck, mit dem die Flüssigkeit den Strahldüsen zugeführt wird, und/oder
der Volumenstrom V verringert werden, und/oder indem der Abstand A der Strahldüsen
zur Oberfläche 20 des Werkstücks und/oder die Vorschubgeschwindigkeit v vergrößert
werden, und/oder indem eine weitere Strahldüsen-Anordnung abgeschaltet wird.
[0056] Eine Erhöhung des spezifischen Energieeintrags E erfolgt nach der vorliegenden Erfindung
z.B. für den Fall, dass auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung
26 mittels der Steuereinrichtung 22 bestimmt wird, dass die Oberflächenqualität des
Werkstücks 12 einen vorbestimmten Sollwert unterschreitet. Im Umkehrschluss bedeutet
dies, dass der spezifische Energieeintrag E solange vermindert wird, solange die Oberflächenqualität
des Werkstücks 12 einen vorbestimmten Sollwert einhält.
[0057] Insbesondere bei einer Primärentzunderung des Werkstücks 12 kann es sich empfehlen,
den spezifischen Energieeintrag E, wie erläutert auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung
26, vorzusgweise allein durch eine Veränderung der Vorschubgeschwindigkeit v einzustellen.
[0058] Fig. 5 zeigt ein Ablaufdiagramm, zur Veranschaulichung einer Betriebsweise der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 10 bzw. einer Durchführung eines erfindungsgemäßen Verfahrens.
[0059] Während sich das Werkstück 12 an der Vorrichtung 10 in der Bewegungsrichtung X vorbeibewegt
und dabei entzundert wird, wird die Entzunderungsqualität fortwährend mittels der
Oberflächeninspektionseinrichtung 26 überwacht. Hierdurch kann ortsnah und unmittelbar
angrenzend an eine Strahldüsen-Anordnung, z. B. in Form eines Rotormodul-Paars oder
eines Spritzbalken-Paars 38, festgestellt werden, ob die gewünschte Oberflächenqualität
für das Werkstück 12 einen vorbestimmten Sollwert erreicht. Sollte dies nicht der
Fall sein, so kann durch eine geeignete Ansteuerung der Hochdruckpumpeneinheit 24
bzw. des/der dafür vorgesehenen Frequenzregler/s 25 mittels der Steuereinrichtung
22 der Druck, mit dem die Flüssigkeit 18 den Strahldüsen 16 zugeführt wird, erhöht
werden, wobei ggf. auch eine weitere Pumpe der Hochdruckpumpeneinheit 24 zugeschaltet
wird.
[0060] Ergänzend oder alternativ zu der bereits genannten Anpassung des Drucks ist es auch
möglich, eine zusätzliche Strahldüsen-Anordnung zuzuschalten. Bei der Ausführungsform
gemäß Fig. 3 handelt es sich hierbei um die Strahldüsen-Anordnung 14.2, beispielsweise
in Form eines Rotormodul-Paars oder eines Spritzbalken-Paars 38, welches stromabwärts
von der Strahldüsen-Anordnung 14.1 vorgesehen ist. Dies bedeutet, dass bei Einhaltung
der gewünschten Oberflächenqualität für das Werkstück 12 - gemäß einem Normalbetrieb
der vorliegenden Erfindung - lediglich eine einzige Strahldüsen-Anordnung zum Einsatz
kommt. Lediglich für den Fall, dass die Oberflächenqualität für das Werkstück 12 den
vorbestimmten Sollwert unterschreiten sollte, wird dann - gemäß einem Sonderbetrieb
der vorliegenden Erfindung - eine zweite Strahldüsen-Anordnung (vgl. 14.2 in Fig.
3) zugeschaltet, wobei dann aus den Strahldüsen 16 dieser zugeschalteten zweiten Strahldüsen-Anordnung
ebenfalls Flüssigkeit 18 unter Hochdruck auf die Oberflächen 20 des Werkstücks gespritzt
wird. Die Tatsache, dass in einem Normalbetrieb der Erfindung lediglich eine einzige
Strahldüsen-Anordnung zum Einsatz kommt, leistet einen Beitrag zur Einsparung von
Energie zur Erzeugung von Hochdruck-Wasser.
[0061] Gemäß dem Ablaufdiagramm von Fig. 5 kann auch eine Anpassung der Betriebsparameter
der Vorrichtung 10 vorgenommen werden: Durch eine geeignete Ansteuerung der Hochdruckpumpeneinheit
24 mittels der Steuereinrichtung 22 kann der Druck, mit dem die Flüssigkeit 18 den
Strahldüsen 16 zugeführt wird, solange gesenkt werden, bis erkennbarer Restzunder
das Unterschreiten eines minimalen Impacts anzeigt und dann dieser Druck wieder leicht
erhöht werden muss. Hierbei wird der Druck für die den Strahldüsen 16 zugeführten
Flüssigkeit 18 auf einen hinreichend großen Wert eingestellt, mit dem die Oberflächenqualität
den vorbestimmten Sollwert erreicht.
[0062] Ergänzend und/oder alternativ kann die Veränderung des Aufpralldrucks bzw. des Entzunderungsdrucks
durch eine Höhenverstellung einer Strahldüsen-Anordnung erfolgen. Diese Höhenverstellung
ist in der Fig. 1 und in der Fig. 2 jeweils durch den Pfeil "H" symbolisiert, und
wird erreicht, indem der Stellantrieb der höhenverstellbaren Halterung H, an der die
Strahldüsen-Anordnung angebracht ist, von der Steuereinrichtung 22 geeignet angesteuert
wird.
[0063] Ergänzend und/oder alternativ kann zur Veränderung des spezifischen Energieeintrags
E die Vorschubgeschwindigkeit v des Werkstücks 12 angepasst werden.
[0064] Schließlich wird darauf hingewiesen, dass das Ablaufdiagramm gemäß Fig. 5 einen Regelkreis
veranschaulicht, um den gewünschten spezifischen Energieeintrag E, mit dem das Werkstück
12 entzundert wird, festzulegen bzw. einzustellen. Hierbei werden die vorstehend genannten
Möglichkeiten solange durchgeführt bzw. angewendet, bis die Oberflächenqualität für
das Werkstück einen vorbestimmten Sollwert (in Fig. 5 als "Sollergebnis" bezeichnet)
erreicht.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 10
- Vorrichtung
- 12
- Werkstück
- 14
- Strahldüsenanordnung
- 14.1
- Strahldüsenanordnung
- 14.2
- Strahldüsenanordnung
- 16
- Strahldüsen
- 18
- Flüssigkeit
- 20
- Oberfläche
- 22
- Steuereinrichtung
- 23.1
- Signaltechnik
- 23.2
- Signaltechnik
- 23.3
- Signaltechnik
- 23.4
- Signaltechnik
- 24
- Hochdruckpumpeneinheit
- 25
- Frequenzregler
- 26
- Oberflächeninspektionseinrichtung
- 28
- Strahldüsenanordnung
- 36
- Strahldüsenanordnung
- 38
- Strahldüsenanordnung
- 40
- Oberflächenabtasteinheit
- A
- Abstand
- H
- höhenverstellbare Halterung
- v
- Vorschubgeschwindigkeit
- X
- Bewegungsrichtung
1. Vorrichtung (10) zum Entzundern eines relativ zur Vorrichtung (10) in einer Bewegungsrichtung
(X) bewegten Werkstücks (12), vorzugsweise eines Warmwalzguts, umfassend
zumindest eine erste Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) mit einer Mehrzahl von
Strahldüsen (16), aus denen eine Flüssigkeit (18), insbesondere Wasser, auf eine Oberfläche
(20) des Werkstücks (12) unter Hochdruck ausbringbar ist,
eine Steuereinrichtung (22), und
eine mit der Steuereinrichtung (22) signaltechnisch (23.2) verbundene Oberflächeninspektionseinrichtung
(26), die in Bezug auf die Bewegungsrichtung (X) des Werkstücks (12) stromabwärts
von der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) angeordnet ist, wobei mittels der Oberflächeninspektionseinrichtung
(26) Zunder auf der Oberfläche (20) des Werkstücks (12) detektierbar ist,
wobei die Oberflächeninspektionseinrichtung (26) unmittelbar angrenzend zur Strahldüsen-Anordnung
(14; 28; 36; 38) angeordnet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (22) programmtechnisch derart eingerichtet ist, dass der spezifische
Energieeintrag, mit dem eine Oberfläche (22) des Werkstücks durch die aus den Strahldüsen
(16) ausgebrachte Flüssigkeit (18) beaufschlagt wird, mittels der Steuereinrichtung
(22) in Abhängigkeit der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung (26) regelbar
ist, und
dass die Steuereinrichtung (22) programmtechnisch derart eingerichtet ist, dass auf Grundlage
der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung (26) eine Oberflächenqualität für
das Werkstück (12) bestimmt und mit einem vorbestimmten Sollwert verglichen wird,
wobei die Regelung des spezifischen Energieeintrags derart erfolgt, dass er erhöht
wird, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten Sollwert unterschreitet,
und dass er vermindert wird, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten
Sollwert überschreitet.
2. Vorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit der Steuereinrichtung (22) signaltechnisch (23.1) verbundene Hochdruckpumpeneinheit
(24) vorgesehen ist, die mit den Strahldüsen (16) der Strahldüsen-Anordnung (14; 28;
36; 38) in Fluidverbindung steht, wobei die Hochdruckpumpeneinheit (24) mittels der
Steuereinrichtung (22) regelbar ist, so dass der Druck, mit dem die Flüssigkeit (18)
den Strahldüsen (16) zugeführt wird, veränderlich ist, vorzugsweise, dass der Druck
für die den Strahldüsen (16) zugeführten Flüssigkeit (18), falls die Oberflächenqualität
des Werkstücks (12) den vorbestimmten Sollwert überschreitet oder unterschreitet,
entsprechend vermindert oder erhöht wird.
3. Vorrichtung (10) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Hochdruckpumpeneinheit (24) mit einem Frequenzregler (25) ausgestattet ist, wobei
die Hochdruckpumpeneinheit (24) in Abhängigkeit der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung
(26) angesteuert wird, um den Druck für die den Strahldüsen (16) zugeführten Flüssigkeit
(18) entsprechend zu vermindern oder zu erhöhen.
4. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand (A) der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) zur Oberfläche (20) des
Werkstücks (12) veränderlich ist, wobei dieser Abstand (A) mittels der Steuereinrichtung
(22) gesteuert, vorzugsweise geregelt, einstellbar ist.
5. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorschubgeschwindigkeit (v) des Werkstücks (12) mittels der Steuereinrichtung
(22) geregelt einstellbar ist.
6. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächeninspektionseinrichtung (26) derart eingerichtet ist, dass damit eine
3D-Messung einer Oberfläche (20) des Werkstücks (12) erfolgt und daraus ein Höhenprofil
für die Oberfläche (20) des Werkstücks (12) abgeleitet wird.
7. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Strahldüsen-Anordnung (14.2) mit einer Mehrzahl von Strahldüsen (16)
vorgesehen ist, die angrenzend zur ersten Strahldüsen-Anordnung (14.1) und in Bezug
auf eine Bewegungsrichtung (X) des Werkstücks stromaufwärts oder stromabwärts davon
angeordnet und mit der Steuereinrichtung (22) signaltechnisch verbunden ist, wobei,
falls die Oberflächenqualität des Werkstücks (12) den vorbestimmten Sollwert unterschreitet,
die zweite Strahldüsen-Anordnung (14.2) ergänzend zu der ersten Strahldüsen-Anordnung
(14.1) zuschaltbar ist und dann aus den Strahldüsen (16) der zugeschalteten zweiten
Strahldüsen-Anordnung (14.2) Flüssigkeit (18) unter Hochdruck auf eine Oberfläche
(20) des Werkstücks (12) ausbringbar ist.
8. Vorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit der Steuereinrichtung (22) signaltechnisch (23.3) verbundene Oberflächenabtasteinheit
(40) vorgesehen ist, die in Bezug auf die Bewegungsrichtung (X) des Werkstücks (12)
stromaufwärts der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) angeordnet ist, wobei die
Steuereinrichtung (22) mit einem Stellantrieb einer höhenverstellbaren Halterung (H)
der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) signaltechnisch verbunden ist, derart,
dass, falls mittels der Oberflächenabtasteinheit (40) an einer Oberfläche (20) des
Werkstücks (12) eine Unregelmäßigkeit festgestellt wird, die Steuereinrichtung (22)
den Stellantrieb der höhenverstellbaren Halterung (H) ansteuert, so dass der Abstand
(A) der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) bezüglich des Werkstücks (12) vergrößerbar
ist.
9. Verfahren zum Entzundern eines Werkstücks (12), vorzugsweise eines Warmwalzguts, das
relativ zu einer ersten Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38), die eine Mehrzahl
von Strahldüsen (16) aufweist, in einer Bewegungsrichtung (X) bewegt wird, wobei zum
Entzundern des Werkstücks (12) eine Flüssigkeit (18), insbesondere Wasser, aus den
Strahldüsen (16) unter Hochdruck auf eine Oberfläche (20) des Werkstücks (12) gespritzt
wird, wobei eine Steuereinrichtung (22) mit der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36;
38) und mit einer Oberflächeninspektionseinrichtung (26) jeweils signaltechnisch (23.1;
23.2; 23.3; 23.4) verbunden ist, wobei mittels der Oberflächeninspektionseinrichtung
(26) eine Oberfläche (20) des Werkstücks (12) in Bezug auf die Bewegungsrichtung (X)
des Werkstücks (12) stromabwärts von der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) überprüft
wird, wobei mittels der Oberflächeninspektionseinrichtung (26) eine Oberfläche (20)
des Werkstücks (12) unmittelbar angrenzend an die Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36;
38) überprüft wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der spezifische Energieeintrag, mit dem eine Oberfläche (20) des Werkstücks durch
die aus den Strahldüsen (16) ausgebrachte Flüssigkeit (18) beaufschlagt wird, mittels
der Steuereinrichtung (22) in Abhängigkeit der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung
(26) geregelt wird, und
dass auf Grundlage der Signale der Oberflächeninspektionseinrichtung (26) eine Oberflächenqualität
für das Werkstück (12) bestimmt und mit einem vorbestimmten Sollwert verglichen wird,
wobei der spezifische Energieeintrag derart geregelt wird, dass er erhöht wird, falls
die Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten Sollwert unterschreitet,
und dass er vermindert wird, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks den vorbestimmten
Sollwert überschreitet.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Steuereinrichtung (22) eine Hochdruckpumpeneinheit (24) geregelt wird,
um den Druck, mit dem die Flüssigkeit (18) den Strahldüsen (16) zugeführt wird, zu
verändern.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck für die den Strahldüsen (16) zugeführten Flüssigkeit (18) erhöht wird,
falls die Oberflächenqualität des Werkstücks (12) den vorbestimmten Sollwert unterschreitet,
oder dass der Druck für die den Strahldüsen (16) zugeführten Flüssigkeit (18) solange
vermindert wird, solange die Oberflächenqualität des Werkstücks (12) den vorbestimmten
Sollwert einhält.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass mittels der Steuereinrichtung (22) ein Abstand (A), den die Strahldüsen-Anordnung
(14; 28; 36; 38) zu einer Oberfläche (20) des Werkstücks (12) aufweist, geregelt verändert
wird, wobei der Abstand (A) der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) zur Oberfläche
des Werkstücks (12) vermindert wird, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks
(12) den vorbestimmten Sollwert unterschreitet, oder wobei der Abstand (A) der Strahldüsen-Anordnung
(14; 28; 36; 38) zur Oberfläche (20) des Werkstücks (12) solange vergrößert wird,
solange die Oberflächenqualität des Werkstücks (12) den vorbestimmten Sollwert einhält.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vorschubgeschwindigkeit (v) des Werkstücks (12) in seiner Bewegungsrichtung
(X) vermindert wird, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks (12) den vorbestimmten
Sollwert unterschreitet, oder dass eine Vorschubgeschwindigkeit (v) des Werkstücks
in seiner Bewegungsrichtung (X) solange erhöht wird, solange die Oberflächenqualität
des Werkstücks (12) den vorbestimmten Sollwert einhält.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberflächeninspektionseinrichtung (26) in Bezug auf die Bewegungsrichtung (X)
des Werkstücks (12) stromabwärts von der Strahldüsen-Anordnung (14; 28; 36; 38) und
unmittelbar angrenzend hierzu hierzu angeordnet ist.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Strahldüsen-Anordnung (14.2) vorgesehen ist, die angrenzend zur ersten
Strahldüsen-Anordnung (14.1) und in Bezug auf eine Bewegungsrichtung (X) des Werkstücks
stromaufwärts oder stromabwärts davon angeordnet und mit der Steuereinrichtung (22)
signaltechnisch verbunden ist, wobei, falls die Oberflächenqualität des Werkstücks
(12) den vorbestimmten Sollwert unterschreitet, die zweite Strahldüsen-Anordnung (14.2)
ergänzend zu der ersten Strahldüsen-Anordnung (14.1) zugeschaltet wird und dann aus
den Strahldüsen (16) der zugeschalteten zweiten Strahldüsen-Anordnung (14.2) Flüssigkeit
(18) unter Hochdruck auf eine Oberfläche (20) des Werkstücks (12) gespritzt wird.
1. Device (10) for descaling a workpiece (12), preferably hot-rolled material, moved
relative to the device (10) in a movement direction, comprising at least one first
jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) with a plurality of jet nozzles (16), from
which a liquid (18), particularly water, can be issued under high pressure onto a
surface (20) of the workpiece (12),
a control device (22), and
a surface inspection device (26), which is in signal connection (23.2) with the control
device (22) and which is arranged downstream from the jet nozzle arrangement (14;
28; 36; 38) with respect to the movement direction (X) of the workpiece (12), wherein
scale on the surface (20) of the workpiece (12) is detectable by means of the surface
inspection device (26) and wherein the surface inspection device is arranged directly
adjacent to the jet nozzle arrangement,
characterised in that
the control device (22) has such a program configuration that the specific energy
intake by which a surface (22) of the workpiece is acted on by the liquid (18) issued
from the jet nozzles (16) can be regulated by means of the control device (22) in
dependence on the signals of the surface inspection device (26) and
the control device (22) has such a program configuration that on the basis of the
signals of the surface inspection device (26) a surface quality for the workpiece
(12) is determined and compared with a predetermined target value,
wherein regulation of the specific energy intake is carried out in such a way that
it is increased if the surface quality of the workpiece falls below the predetermined
target value and is decreased if the surface quality of the workpiece exceeds the
predetermined target value.
2. Device (10) according to claim 1, characterised in that a high-pressure pump unit (24), which is in signal connection (23.1) with the control
device (22) and which is fluid connection with the jet nozzles (16) of the jet nozzle
arrangement (14; 28; 36; 38), is provided, wherein the high-pressure pump unit (24)
can be regulated by means of the control device (22) so that the pressure at which
the liquid (18) is fed to the jet nozzles (16) is variable, preferably that the pressure
for the liquid (18) fed to the jet nozzles (16) is correspondingly decreased or increased
if the surface quality of the workpiece (12) exceeds or falls below the predetermined
target value.
3. Device (10) according to claim 2, characterised in that the high-pressure pump unit (24) is equipped with a frequency regulator (25), wherein
the high-pressure pump unit (24) is activated in dependence on the signals of the
surface inspection device (26) so as to correspondingly decrease or increase the pressure
for the liquid (18) fed to the jet nozzles (16).
4. Device (10) according to any one of the preceding claims, characterised in that a spacing (A) of the jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) from the surface (20)
of the workpiece (12) is variable, wherein this spacing (A) is settable by means of
the control device (22) in controlled, preferably regulated, manner.
5. Device (10) according to any one of the preceding claims, characterised in that a rate (v) of advance of the workpiece (12) is settable by means of the control device
(22) in regulated manner.
6. Device (10) according to any one of the preceding claims, characterised in that the surface inspection device (26) is so arranged that a three-dimensional measurement
of a surface (20) of the workpiece (12) is carried out by that and a height profile
of the surface (20) of the workpiece (12) is derived therefrom.
7. Device (10) according to any one of the preceding claims, characterised in that a second jet nozzle arrangement (14.2) with a plurality of jet nozzles (16), which
are arranged adjacent to the first jet nozzle arrangement (14.1) and upstream or downstream
thereof with respect to a movement direction (X) of the workpiece and which are in
signal connection with the control device (22), is provided, wherein if the surface
quality of the workpiece (12) falls below the predetermined target value the second
jet nozzle arrangement (14.2) can be switched on in addition to the first jet nozzle
arrangement (14.1) and then liquid (18) can be issued from the jet nozzles (16) of
the switched-on second jet nozzle arrangement (14.2) under high pressure onto a surface
(20) of the workpiece (12).
8. Device (10) according to any one of the preceding claims, characterised in that a surface scanning unit (40), which is in signal connection (23.3) with the control
device (22) and which is arranged upstream of the jet nozzle arrangement (14; 28;
36; 38) with respect to the movement direction (X) of the workpiece (12), is provided,
wherein the control device (22) is in signal connection with a setting drive of a
height-adjustable mount (H) of the jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) in such
a way that if an irregularity at a surface (20) of the workpiece (12) is ascertained
by means of the surface scanning unit (40) the control device (22) activates the setting
drive of the height-adjustable mount (H) so that the spacing (A) of the jet nozzle
arrangement (14; 28; 36; 38) with respect to the workpiece (12) can be increased.
9. Method for descaling a workpiece (12), preferably a hot-rolled material, which is
moved relative to a first jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38), which comprises
a plurality of jet nozzles (16), in a movement direction (X), wherein for descaling
the workpiece (12) a liquid (18), particularly water, is sprayed from the jet nozzles
(16) at high pressure onto a surface (20) of the workpiece (12), wherein a control
device (22) is in respective signal connection (23.1; 23.2; 23.3; 23.4) with the jet
nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) and with a surface inspection device (26), wherein
a surface (20) of the workpiece (12) is checked, by means of the surface inspection
device (26), downstream of the jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) with respect
to the movement direction (X) of the workpiece (12), wherein a surface of the workpiece
directly adjacent to the jet nozzle arrangement is checked by means of the surface
inspection device,
characterised in that
the specific energy intake by which a surface (20) of the workpiece is acted on by
the liquid (18) issued from the jet nozzles (16) is regulated by means of the control
device (22) in dependence on the signals of the surface inspection device (26), and
on the basis of the signals of the surface inspection device (26) a surface quality
for the workpiece (12) is determined and compared with a predetermined target value,
wherein the specific energy intake is regulated in such a way that it is increased
if the surface quality of the workpiece falls below the predetermined target value
and that it is decreased if the surface quality of the workpiece exceeds the predetermined
target value.
10. Method according to claim 9, characterised in that a high-pressure pump unit (24) is regulated by means of the control device (22) so
as to vary the pressure at which the liquid (18) is fed to the jet nozzles (16).
11. Method according to claim 10, characterised in that the pressure for the liquid (18) fed to the jet nozzles (16) is increased if the
surface quality of the workpiece (12) falls below the predetermined target value or
the pressure for the liquid fed to the jet nozzles (16) is reduced as long as the
surface quality of the workpiece (12) adheres to the predetermined target value.
12. Method according to any one of claims 9 to 11, characterised in that a spacing (A) which the jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) has from a surface
(20) of the workpiece (12) is varied by means of the control device (22) in regulated
manner, wherein the spacing (A) of the jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) from
the surface of the workpiece (12) is decreased if the surface quality of the workpiece
(12) falls below the predetermined target value or wherein the spacing (A) of the
jet nozzle arrangement (14; 28; 36; 38) from the surface (20) of the workpiece (12)
is increased as long as the surface quality of the workpiece (12) adheres to the predetermined
target value.
13. Method according to any one of claims 9 to 12, characterised in that a rate (v) of advance of the workpiece (12) in its movement direction (X) is decreased
if the surface quality of the workpiece (12) falls below the predetermined target
value or a rate (v) of advance of the workpiece in its movement direction (X) is increased
as long as the surface quality of the workpiece (12) adheres to the predetermined
target value.
14. Method according to any one of claims 9 to 13, characterised in that the surface inspection device (26) is arranged downstream of the jet nozzle arrangement
(14; 28; 36; 38) with respect to the movement direction (X) of the workpiece (12)
and directly adjacent to the arrangement.
15. Method according to any one of claims 9 to 14, characterised in that a second jet nozzle arrangement (14.2), which is arranged adjacent to the first jet
nozzle arrangement (14.1) and upstream or downstream thereof with respect to a movement
direction (X) of the workpiece and which is in signal connection with the control
device (22), is provided, wherein if the surface quality of the workpiece (12) falls
below the predetermined target value the second jet nozzle arrangement (14.2) is switched
on in addition to the first jet nozzle arrangement (14.1) and then liquid (18) is
sprayed from the jet nozzles (16) of the switched-on second jet nozzle arrangement
(14.2) under high pressure onto a surface (20) of the workpiece (12).
1. Dispositif (10) destiné au décalaminage d'une pièce à usiner (12), de préférence d'un
produit de laminage à chaud, qui se déplace par rapport au dispositif (10) dans une
direction de déplacement (X), comprenant :
au moins un premier agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38) comprenant
un certain nombre de buses d'éjection (16) à partir desquelles un liquide (18), en
particulier de l'eau, peut être évacué sous haute pression sur une surface (20) de
la pièce à usiner (12) ;
un mécanisme de commande (22) ; et
un mécanisme d'inspection de la surface (26) relié par l'intermédiaire de signaux
(23.2) au mécanisme de commande (22), qui est disposé, par rapport à la direction
de déplacement (X) de la pièce à usiner (12) en aval de l'agencement de buses d'éjection
(14 ; 28 ; 36 ; 38) ; dans lequel, au moyen du mécanisme d'inspection de la surface
(26), on peut détecter la présence de calamine sur la surface (20) de la pièce à usiner
(12); dans lequel le mécanisme d'inspection de la surface est disposé en position
directement limitrophe par rapport à l'agencement de buses d'éjection ;
caractérisé
en ce que le mécanisme de commande (22) est conçu du point de vue de la technique de programmation
d'une manière telle que l'apport d'énergie spécifique, avec lequel une surface (22)
de la pièce à usiner est sollicitée par l'intermédiaire du liquide (18) évacué à partir
des buses d'éjection (16), peut être réglé au moyen du mécanisme de commande (22)
en fonction des signaux du mécanisme d'inspection de la surface (26), et
en ce que le mécanisme de commande (22) est conçu du point de vue de la technique de programmation
d'une manière telle que, sur la base des signaux du mécanisme d'inspection de la surface
(26), on détermine une qualité de la surface pour la pièce à usiner (12) et on la
compare à une valeur de consigne prédéterminée ; dans lequel le réglage de l'apport
d'énergie spécifique a lieu d'une manière telle que l'on augmente l'apport en question
au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner dépasse vers le bas la valeur
de consigne prédéfinie et d'une manière telle qu'on le diminue au cas où la qualité
de la surface de la pièce à usiner dépasse vers le haut la valeur de consigne prédéterminée.
2. Dispositif (10) selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on prévoit une unité de pompage sous haute pression (24) reliée par l'intermédiaire
de signaux (23.1) au mécanisme de commande (22), qui est mise en liaison par fluide
avec les buses d'éjection (16) de l'agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ;
38) ; dans lequel l'unité de pompage sous haute pression (24) peut être réglée au
moyen du mécanisme de commande (22), d'une manière telle que la pression, avec laquelle
le liquide (18) est acheminé aux buses d'éjection (16), peut être modifiée ; de préférence,
d'une manière telle que la pression destinée au liquide (18) acheminé aux buses d'éjection,
au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner (12) dépasse vers le haut
ou dépasse vers le bas la valeur de consigne prédéterminée, est soumise de manière
correspondante à une diminution ou à une augmentation.
3. Dispositif (10) selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'unité de pompage sous haute pression (24) est équipée d'un régulateur de fréquence
(25) ; dans lequel l'unité de pompage sous haute pression (24) est excitée en fonction
des signaux du mécanisme d'inspection de la surface (26) afin de diminuer ou d'augmenter
de manière correspondante la pression destinée au liquide (18) acheminé aux buses
d'éjection.
4. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une distance (A) entre l'agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38) et la
surface (20) de la pièce à usiner (12) peut être modifiée ; dans lequel cette distance
(A) peut être commandée, de préférence peut être réglée au moyen du mécanisme de commande
(22).
5. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on peut établir une vitesse d'avance (v) de la pièce à usiner (12) d'une manière
réglée au moyen du mécanisme de commande (22).
6. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que le mécanisme d'inspection de la surface (26) est conçu d'une manière telle que l'on
procède de cette manière à une mesure en trois dimensions d'une surface (20) de la
pièce à usiner (12) et que l'on déduit à partir de cette mesure un profil de hauteur
pour la surface (20) de la pièce à usiner (12).
7. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on prévoit un deuxième agencement de buses d'éjection (14.2), qui comprend un certain
nombre de buses d'éjection (16), qui est disposé en position limitrophe par rapport
au premier agencement de buses d'éjection (14.1) et, par rapport à une direction de
déplacement (X) de la pièce à usiner, en amont ou en aval de cette dernière, et qui
est relié au mécanisme de commande (22) par l'intermédiaire de signaux ; dans lequel,
au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner (12) dépasse vers le bas la
valeur de consigne prédéterminée, le deuxième agencement de buses d'éjection (14.2)
peut être mis en circuit de manière complémentaire au premier agencement de buses
d'éjection (14.1), si bien que, de cette manière, à partir des buses d'éjection (16)
du deuxième agencement de buses d'éjection (14.2) mis en circuit, du liquide (18)
sous haute pression peut être évacué sur une surface (20) de la pièce à usiner (12).
8. Dispositif (10) selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on prévoit une unité de balayage de la surface (40) reliée au mécanisme de commande
(22) par l'intermédiaire de signaux (23.3), qui est disposée, par rapport à la direction
de déplacement (X) de la pièce à usiner (12) en amont de l'agencement de buses d'éjection
(14 ; 28 ; 36 ; 38) ; dans lequel le mécanisme de commande (22) est relié par l'intermédiaire
de signaux à un actionneur d'un mécanisme de support (H) de l'agencement de buses
d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38), réglable en hauteur, d'une manière telle que, au cas
où l'on constate au moyen de l'unité de balayage de la surface (40) une irrégularité
sur une surface (20) de la pièce à usiner (12), le mécanisme de commande (22) excite
l'actionneur du mécanisme de support (H) réglable en hauteur, de telle manière que
la distance (A) de l'agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38) par rapport
à la pièce à usiner (12) peut être augmentée.
9. Procédé destiné au décalaminage d'une pièce à usiner (12), de préférence d'un produit
de laminage à chaud, qui se déplace par rapport à un premier agencement de buses d'éjection
(14 ; 28 ; 36 ; 38), qui présente un certain nombre de buses d'éjection (16), dans
une direction de déplacement (X) ; dans lequel, pour le décalaminage de la pièce à
usiner (12) on projette un liquide (18), en particulier de l'eau, à partir des buses
d'éjection (16) sous haute pression sur une surface (20) de la pièce à usiner (12)
; dans lequel un mécanisme de commande (22) est relié à l'agencement de buses d'éjection
(14 ; 28 ; 36 ; 38) et à un mécanisme d'inspection de la surface (26), respectivement
par l'intermédiaire de signaux (23.1 ; 23.2 ; 23.3 ; 23.4) ; dans lequel, au moyen
du mécanisme d'inspection de la surface (26), on examine une surface (20) de la pièce
à usiner (12) en aval de l'agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38) par
rapport à la direction de déplacement (X) de la pièce à usiner (12) ; dans lequel,
au moyen du mécanisme d'inspection de la surface, on examine une surface de la pièce
à usiner en position directement adjacente à l'agencement de buses d'éjection ;
caractérisé
en ce que l'apport d'énergie spécifique, avec lequel une surface (20) de la pièce à usiner
est sollicitée par l'intermédiaire du liquide (18) évacué à partir des buses d'éjection
(16), est réglé au moyen du mécanisme de commande (22) en fonction des signaux du
mécanisme d'inspection de la surface (26), et
en ce que, sur la base des signaux du mécanisme d'inspection de la surface (26), on détermine
une qualité de la surface pour la pièce à usiner (12) et on la compare à une valeur
de consigne prédéterminée ; dans lequel on règle l'apport d'énergie spécifique d'une
manière telle qu'on augmente l'apport en question au cas où la qualité de la surface
de la pièce à usiner dépasse vers le bas la valeur de consigne prédéfinie et d'une
manière telle qu'on le diminue au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner
dépasse vers le haut la valeur de consigne prédéterminée.
10. Procédé selon la revendication 9, caractérisé en ce que, au moyen du mécanisme de commande (22) on règle une unité de pompage sous haute
pression (24) dans le but de modifier la pression avec laquelle le liquide (18) est
acheminé aux buses d'éjection (16).
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que l'on augmente la pression destinée au liquide (18) acheminé aux buses d'éjection
(16) au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner (12) dépasse vers le
bas la valeur de consigne prédéterminée ou bien on diminue la pression destinée au
liquide (18) acheminé aux buses d'éjection (16) jusqu'à ce que la qualité de la surface
de la pièce à usiner (12) respecte la valeur de consigne prédéterminée.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 9 à 11, caractérisé en ce que, au moyen du mécanisme de commande (22) on modifie de manière réglée une distance
(A) que présente l'agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38) par rapport
à une surface (20) de la pièce à usiner (12) ; dans lequel on diminue la distance
(A) de l'agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38) par rapport à la surface
de la pièce à usiner (12) au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner
(12) dépasse vers le bas la valeur de consigne prédéterminée ou bien dans lequel on
augmente la distance (A) de l'agencement de buses d'éjection (14 ; 28 ; 36 ; 38) par
rapport à la surface (20) de la pièce à usiner (12) jusqu'à ce que la qualité de la
surface de la pièce à usiner (12) respecte la valeur de consigne prédéterminée.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications 9 à 12, caractérisé en ce que l'on diminue une vitesse d'avance (v) de la pièce à usiner (12) dans sa direction
de déplacement (X) au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner (12) dépasse
vers le bas la valeur de consigne prédéterminée ou bien en ce que l'on augmente une vitesse d'avance (v) de la pièce à usiner dans sa direction de
déplacement (X) jusqu'à ce que la qualité de la surface de la pièce à usiner (12)
respecte la valeur de consigne prédéterminée.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications 9 à 13, caractérisé en ce que le mécanisme d'inspection de la surface (26) est disposé, par rapport à la direction
de déplacement (X) de la pièce à usiner (12), en aval de l'agencement de buses d'éjection
(14 ; 28 ; 36 ; 38) et en position directement adjacente à l'agencement en question.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications 9 à 14, caractérisé en ce que l'on prévoit un deuxième agencement de buses d'éjection (14.2) qui est disposé en
position limitrophe par rapport au premier agencement de buses d'éjection (14.1) et,
par rapport à une direction de déplacement (X) de la pièce à usiner, en amont ou en
aval de cette dernière, et qui est relié au mécanisme de commande (22) par l'intermédiaire
de signaux ; dans lequel, au cas où la qualité de la surface de la pièce à usiner
(12) dépasse vers le bas la valeur de consigne prédéterminée, le deuxième agencement
de buses d'éjection (14.2) est mis en circuit de manière complémentaire au premier
agencement de buses d'éjection (14.1), si bien que, de cette manière, à partir des
buses d'éjection (16) du deuxième agencement de buses d'éjection (14.2) mis en circuit,
du liquide (18) sous haute pression peut être projeté sur une surface (20) de la pièce
à usiner (12).