[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Kopfbedeckungen mittels Moldens
bzw. thermischen Umformens.
[0002] Kopfbedeckungen sind in verschiedensten Ausführungen bekannt, so z. B. in Form von
Schirmmützen, eleganten Vintage Damenhüten oder Schlapphüten.
[0003] Es ist bekannt einen konfektionierten Hut herzustellen, wobei ein mehrteiliger Aufbau
verwendet wird. Dabei werden die einzelnen Teile zusammengenäht, was jedoch eines
erhöhten Herstellungsaufwandes bedarf und einen maßgeblichen Kostenfaktor darstellt.
[0004] Außerdem besteht noch die Möglichkeit, versteifte und ausgeformte textile Kopfbedeckungen
mittels Wärmeeinwirkung (z. B. mittels thermoplastischen Umformens) aus Materialien,
z. B. Stoffen oder Schaum, welche durch Wärme dauerhaft verformbar sind, herzustellen.
[0005] WO 2004/026060 A2 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung einer ausgeformten Kopfbedeckung, die sich
aus drei Lagen zusammensetzt: einer inneren und einer äußeren Textillage sowie einer
Schaumschicht als Zwischenlage. Insbesondere ist vorgesehen, mittels dieses Verfahrens
Wendehüte zu gestalten, sodass der Hutträger beispielsweise die sichtbare Stofffarbe
des Hutes den Gegebenheiten anpassen kann.
[0006] DE 93 11 632 U1 zeigt ein Verfahren zur Herstellung einer Kopfbedeckung, wonach zwei Stofflagen und
eine Zwischenschicht aus Schaum jeweils von einer Rolle in eine Heizpresse eingeführt
und dort unter erhöhter Temperatur und Druck miteinander verklebt und in Hutform gebracht
werden.
[0007] Bei diesen Hüten besteht der Nachteil, dass sie aufgrund ihrer Wasserdurchlässigkeit
den Träger kaum effektiv vor Regen schützen können bzw. zum Teil eine mangelhafte
Luftdurchlässigkeit, d. h. Atmungsaktivität, aufwiesen.
[0008] Für einen wasserabweisenden Hut können zwar textile Flächengebilde mit Kunststoff-Imprägnierungen
verwendet werden, bei dieser Variante besteht jedoch der Nachteil, dass wegen der
Imprägnierung des Textils mit Chemikalien allergische Reaktionen am Kopf des Trägers
entstehen können.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zur Herstellung einer wasserabweisenden
und atmungsaktiven, formstabilen Kopfbedeckung anzugeben, welches eine kostengünstige
Herstellung der Kopfbedeckung unter Verzicht auf Nähte aus einem Teil ermöglicht,
und welches für eine Massenfertigung in einer automatisierten Fertigungslinie geeignet
ist.
[0010] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch ein Verfahren zum Herstellen einer Kopfbedeckung
gemäß Patentanspruch 1; zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung finden sich in den
Unteransprüchen.
[0011] Erfindungsgemäß wird ein Verfahren zum Herstellen von Kopfbedeckungen bereitgestellt,
bei welchem ein Verbund aus einer wasserabweisenden, luftdurchlässigen Folie mit einem
thermoplastisch verformbaren Schaum zum Einsatz kommt. Durch einen thermischen Umformungsschritt
erhalten die Kopfbedeckungen einen schalenförmigen Abschnitt bzw. eine Schale (auch
als "Kopfbedeckungs-Schale" bezeichnet) mit einer konvexen Außenseite und einer konkaven
Innenseite, wobei die Kopfbedeckungs-Schale zum Aufbringen auf den Kopf einer Trägerin
oder eines Trägers der Kopfbedeckung vorgesehen ist.
[0012] Des Weiteren kann eine derartige Kopfbedeckung aus einem Stück gefertigt werden,
d. h., eine am Umfangsrand des schalenförmigen Abschnitts vorhandene Abschirmung bzw.
ein Abschirmungs-Abschnitt, z. B. in Form eines Schirms oder eine Krempe, wird integral
(d. h. einteilig) mit der Kopfbedeckungs-Schale ausgebildet. Es kann jedoch auch vorgesehen
sein, die Abschirmung zunächst separat von der Schale auszubilden und nachträglich
mit der Schale zu verbinden (z. B. anzukleben).
[0013] Gemäß der Erfindung wird ein Verbundstoff, welcher durch stoffschlüssiges Verbinden
einer Folie eines wasserundurchlässigen, luftdurchlässigen Materials mit einer Schaummaterialschicht
ausgebildet wird, zur Herstellung der Kopfbedeckung eingesetzt. Die Folie kann z.
B. aus expandiertem Polytetrafluorethylen (ePTFE) bestehen. Das Schaummaterial der
Schaummaterialschicht ist ein im festen Zustand mittels Wärmeeinwirkung (z. B. thermoplastisch)
bei Temperaturen ab bzw. oberhalb einer materialspezifischen Verformungstemperatur
verformbares Schaummaterial. Als Schaummaterial ist somit insbesondere ein thermoplastisch
umformbares Schaummaterial vorgesehen; d. h. ein Schaummaterial, das bei Temperaturen
ab einer materialspezifischen Verformungstemperatur thermoplastisch umformbar ist.
Das Schaummaterial kann z. B. ein geschäumter Kunststoff bzw. ein Kunststoffschaum
sein. Das Schaummaterial kann z. B. ein Streichschaum auf Polyurethanbasis sein, z.
B. sog. Bluefoam der Firma Mayser GmbH & Co. KG.
[0014] Da das wasserundurchlässige, luftdurchlässige Folienmaterial zumeist sehr empfindlich
sowohl gegen Fremdstoffe, beispielsweise kann es sich bei Kontakt mit Schweiß oder
Körperfett zersetzen, als auch gegen mechanische Belastungen, z. B. Abrieb, ist, wird
vorzugsweise auf diejenige Seite des Verbundstoffes, die die Folie aufweist, eine
zusätzliche Lage eines textilen Stoffes aufgebracht.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren unter Verwendung der o.g. zusätzlichen Lage eines
textilen Stoffes wird im Folgenden im Detail beschrieben, wobei jedoch die Verwendung
des textilen Stoffes kein notwendiges Merkmal des Verfahrens darstellt.
[0016] Gemäß der Ausgestaltung des Verfahrens wird eine Textillage z. B. in Form einer von
einer Rolle abzuwickelnden Bahn, bereitgestellt. Diese Textillage bzw. Stofflage kann
ein Gewebe aus z. B. Naturfasern sein. Da von dieser Textillage im späteren Verlauf
die konvexe Außenseite bzw. Außenfläche der Kopfbedeckung bzw. Kopfbedeckungs-Schale
gebildet wird, wird diese Textillage auch als Außenlage oder äußere Textillage bezeichnet.
[0017] Auf die Textillage bzw. Stofflage wird durch stoffschlüssiges Verbinden die Folie
eines wasserundurchlässigen, luftdurchlässigen Materials, z. B. expandiertes Polytetrafluorethylen
(ePTFE), aufgebracht, sodass ein Laminat ausgebildet wird.
[0018] Auf dieses Laminat wird ganzflächig eine Schicht aus dem im festen Zustand thermoplastisch
verformbaren Schaummaterial angeordnet.
[0019] Bevorzugt wird das Schaummaterial im flüssigen Zustand (z. B. mittels einer Rakel)
schichtförmig bzw. ganzflächig auf das Laminat, und zwar auf die Seite mit der Folie,
aufgestrichen. Hiernach wird das noch flüssige Schaummaterial mittels Trocknens in
den festen Zustand überführt, sodass beim Trocknen des Schaummaterials eine stoffschlüssige
Verbindung zwischen dem Schaummaterial und der Folie des Laminats ausgebildet wird.
[0020] Die so ausgebildete Sandwichanordnung aus Textillage, Folie und (fester) Schaummaterialschicht
wird bei einer Temperatur, die mindestens der Verformungstemperatur des Schaummaterials
entspricht, derart unter Ausbildung einer Kopfbedeckung mit einer konkaven Innenseite
und einer konvexen Außenseite umgeformt, dass die konkave Innenseite von der Schaummaterialschicht
und die konvexe Außenseite von der Textillage gebildet wird. Die Form der Kopfbedeckungs-Schale
kann z. B. im Wesentlichen der Form eines Kugelschalensegments entsprechen. Es können
aber auch andere, z. B. modische, Formen vorgesehen werden, die mittels eines Umformungsschrittes
herstellbar sind.
[0021] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Umformen der Sandwichstruktur unter gleichzeitiger
Ausbildung eines Abschirmungs-Abschnitts (z. B. eines Schirms oder einer Krempe) der
Kopfbedeckung erfolgt, wobei die Abschirmung integral mit der Schale ausgebildet werden
kann. Somit kann vorgesehen sein, mittels der thermischen Umformung zugleich die Schale
als auch die Abschirmung, d. h. die vollständige Kopfbedeckung, zu formen.
[0022] Die Sandwichanordnung kann insbesondere mittels einer beheizbaren bzw. beheizten
Form unter Ausbildung der Schale bzw. der vollständigen Kopfbedeckung derart umgeformt
werden, dass von der Schaummaterialschicht die konkave Innenseite und von der elastischeren
Textillage die konvexe Außenseite der Schale gebildet wird. Durch entsprechende Gestaltung
der beheizbaren Form kann zugleich mit der Schale auch eine Abschirmung der Kopfbedeckung
geformt werden. Demgemäß kann z. B. vorgesehen sein, dass die beheizbare Form einen
Schalen-Formungsabschnitt zum Formen der Kopfbedeckungs-Schale und einen Abschirmungs-Formungsabschnitt
zum Formen der Abschirmung aufweist. Das Umformen mittels der beheizten Form kann
z. B. bei einer Temperatur von 180 °C bis 210 °C erfolgen (wobei die Umformtemperatur
von der Wahl des Schaummaterials abhängen kann) und wird auch als "Heiß-Molden" bzw.
"Heiß-Umformen" bezeichnet.
[0023] Die beheizte Form kann z. B. eine zweiteilige Form bzw. ein zweiteiliges Gesenk mit
einer Unterschale und einer Oberschale (bzw. einem Obergesenk und einem Untergesenk)
sein, wobei z. B. die Unterschale als Matrize und die Oberschale als Patrize fungieren
kann, und wobei die Sandwichanordnung mit der Textillage, der Folie und der Schaummaterialschicht
zur Umformung mittels der Oberschale in die Unterschale gepresst wird. Die beheizte
Form kann jedoch auch als einschalige bzw. einteilige Form ausgebildet sein.
[0024] Nach Abschluss der Heiß-Umformung erfolgt ein Ausschneiden der geformten Kopfbedeckungselemente,
wobei überflüssiges Material entfernt wird. Hierzu wird der umgeformte Bereich der
Sandwichanordnung entsprechend der Umrisse bzw. des Umfangs der Schale bzw. Kopfbedeckung
zugeschnitten. Wurde die gesamte Kopfbedeckung während des Umformungsschrittes ausgeformt,
d. h. Schalen- und Abschirmungs-Abschnitt in einem Stück, so kann auf Nahtstellen
vollständig verzichtet werden.
[0025] Die so, z. B. aus einem einzigen Stück der Sandwichanordnung, hergestellte Kopfbedeckung
kann final noch mit modischen Verzierungen, z. B. Bändern oder Schleifen, verschönert
werden.
[0026] Durch die Verwendung von Stoff besitzt die äußere Textillage eine größere Elastizität
als die innere Schaummaterialschicht, wodurch das Entstehen von Knitterstellen bzw.
Stoffaufwerfungen der Textillage beim Formen der Kopfbedeckung unterdrückt wird, ohne
dass die Textillage speziell vorgeformt werden müsste oder aus einem thermisch umformbaren
Material bestehen müsste. Somit kann jede Art von Stoff verwendet werden, die der
Verformungstemperatur standhalten kann. Geeignet sind beispielsweise natürliche Fasern,
wie Wolle oder Baumwolle.
[0027] Außerdem ist durch das stoffschlüssige Verbinden der Folie mit der Schaummaterialschicht
gewährleistet, dass auch die Folie ohne Knitterstellen, Aufwerfungen oder Risse bzw.
Löcher im Verbund mit der Schaummaterialschicht in die entsprechende Form der Kopfbedeckung
umgeformt werden kann. Aufgrund dessen, sowie der Herstellung aus nur einem Stück,
d. h. unter Verzicht auf Nahtstellen bzw. Nähte, ist sichergestellt, dass die Kopfbedeckung
über ihre gesamte Oberfläche absolut wasserdicht ist.
[0028] Indem sowohl die äußere Textillage als auch die Folie als Meterware von einer Rolle
verwendet werden, kann die Kopfbedeckung in einem kontinuierlichen Verfahren, z. B.
in einer vollständig automatisch arbeitenden Fertigungsstraße, hergestellt werden.
Beispielsweise kann das flüssige Schaummaterial an einer entsprechenden Station der
Fertigungsstraße automatisiert auf die vorbeilaufende Bahn des Laminates appliziert
werden, die Bahn mit Schaummaterial durch einen Trockner und anschließend eine Presse
laufen. Das Zuschneiden nach dem Umformen kann erfolgen, indem an einer Stanze die
Kopfbedeckung aus der bereichsweise umgeformten Bahn ausgestanzt wird.
[0029] Es kann insbesondere vorgesehen sein, die Folie und/oder Textillage aus einem zumindest
teilweise bzw. abschnittsweise transparenten Material auszubilden, sodass die Schaummateriallage
durch die Textillage hindurch sichtbar ist bzw. durch dieselbe "hindurchschimmert".
Dadurch können optisch ansprechende Effekte erzielt werden, insbesondere indem die
durch die Textillage hindurch sichtbare Schaummaterialschicht aus einem farbigen Schaum
ausgebildet wird.
[0030] Die Textillage und die Folie werden zur Ausbildung des Laminats bevorzugt stoffschlüssig
miteinander verbunden und nach dem Aufbringen der Schaummaterialschicht mittels Erwärmens
unter Ausbildung der Schalenform bzw. der kompletten Kopfbedeckung umgeformt. Die
Textillage und die Folie können entweder vor der Umformung, wobei die thermische Umformung
nach dem Verbinden der Lagen vorgenommen wird, oder während der Umformung (mittels
des Wärmeeintrags) stoffschlüssig miteinander verbunden werden.
[0031] Es kann insbesondere vorgesehen sein, eine (weitere) Schaummaterial-Zwischenschicht
stoffschlüssig mit der Textillage zu verbinden, bevor die Folie aufgebracht wird.
Dies kann z. B. realisiert werden, indem eine Schaummaterial-Zwischenschicht zunächst
im flüssigen Zustand in Kontakt mit der Textillage gebracht und anschließend die Folie
auf die noch flüssige Schaummaterial-Zwischenschicht aufgelegt wird, sodass beim Trocknen
des Schaummaterials eine stoffschlüssige Verbindung zwischen dem Schaummaterial, der
Textillage und der Folie ausgebildet wird. Hierbei kann die an der Textillage angeordnete
Schaummaterial-Zwischenschicht auch andere Eigenschaften (z. B. eine andere Farbe)
aufweisen als die im späteren Verlauf des Herstellungsverfahrens an der Folie angeordnete
Schaummaterialschicht.
[0032] Es kann jedoch auch vorgesehen sein, die Lagen des Laminats mittels eines Klebers
miteinander zu verkleben; wobei das Verkleben vor der thermischen Umformung oder während
der thermischen Umformung erfolgen kann. So kann z. B. vorgesehen sein, die Folie
mittels eines Klebers mit der Textillage zu verkleben, wobei das Verkleben vor der
thermischen Umformung erfolgt.
[0033] Das Verkleben kann auch mittels eines Klebewebvlieses bzw. eines Schmelzklebers erfolgen;
in diesem Fall kann das stoffschlüssige Verbinden der Textillage mit der Folie auch
während der Heißumformung erfolgen (nämlich aufgrund des bei der Heißumformung erfolgenden
Wärmeeintrags). Demgemäß kann z. B. vorgesehen sein, dass das Laminat mit einem Heißkleber
mittels Verklebens während des thermischen Umformens durch stoffschlüssiges Verbinden
der Textillage mit der Folie gebildet wird.
[0034] Gemäß einer Ausführungsform des Verfahrens wird demgemäß zunächst die Textillage
bereitgestellt, ein Schmelzkleber (z. B. in Form eines Klebevlieses) auf die Textillage
aufgebracht, die Folie auf dem Schmelzkleber angeordnet, das Schaummaterial im flüssigen
Zustand (z. B. mittels einer Rakel) schichtförmig bzw. ganzflächig auf die Folie aufgebracht
und unter Ausbildung einer stoffschlüssigen Verbindung zu der Folie getrocknet, und
die derart gebildete mehrlagige Sandwichanordnung mittels einer beheizten Form unter
Ausbildung der Schale (und optional der Abschirmung) umgeformt, wobei während des
Heiß-Umformens die Textillage mittels des Schmelzklebers mit der Folie verklebt wird.
[0035] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die
beiliegende Figur veranschaulicht, wobei gleiche oder ähnliche Merkmale mit gleichen
Bezugszeichen versehen sind; hierbei zeigt die Figur schematisch einen Verfahrensablauf
gemäß einer Ausführungsform.
[0036] Die Figur veranschaulicht ein Verfahren zum Herstellen einer Kopfbedeckung gemäß
einer Ausführungsform.
[0037] Gemäß dem Verfahren wird zunächst eine Bahn der Textillage 5 von der Rolle 8 abgewickelt.
Auf diese Textillage 5 wird ein Klebevlies 6, das ebenfalls von einer Rolle (nicht
dargestellt) abgewickelt wird, aufgelegt. Hierauf wird sodann die Folie 1 aus expandiertem
PTFE aufgebracht.
[0038] Auf die Folie 1 wird das Schaummaterial 2 im flüssigen Zustand mittels der Rakel
10 flächig aufgebracht. Das flüssige Schaummaterial 2 kontaktiert die Folie 1 ganzflächig.
[0039] Das flüssige Schaummaterial 2 wird mittels des Trockners 4 getrocknet und somit unter
Ausbildung einer zellularen Schaumstruktur in den festen Aggregatzustand, d. h. in
die Schaummaterial-Schicht 3, überführt, wodurch zwischen der SchaummaterialSchicht
3 und der Folie 1 eine stoffschlüssige Verbindung ausgebildet wird. Die derart stoffschlüssig
miteinander verbundenen Lagen 1, 3 bilden den Verbundstoff 7.
[0040] Das getrocknete Schaummaterial 3 ist ein Kunststoffschaum, der bei Temperaturen ab
(und oberhalb) einer materialspezifischen Verformungstemperatur bzw. Umformtemperatur
thermoplastisch umformbar ist.
[0041] Der Verbundstoff 7 wird zusammen mit der Textillage 5 (und dem Klebevlies 6) mittels
der beheizbaren Form 9 unter Ausbildung eines schalenförmigen Abschnitts 11 und eines
Abschirmungs-Abschnitts 12 umgeformt, wobei die Textillage 5 mittels des Schmelzklebers
6 während des thermischen Umformens stoffschlüssig mit der Folie 1 verbunden wird.
Der schalenförmige Abschnitt 11 wird mit einer konkaven Innenseite 13 und einer konvexen
Außenseite 15 derart geformt, dass die konkave Innenseite 13 von der Schaummaterialschicht
3 gebildet wird und die konvexe Außenseite 15 von der Textillage 5 gebildet wird.
Der Abschirmungs-Abschnitt 12 liegt in Form einer Krempe vor (wie bei einem Schlapphut
bekannt). Die beheizbare Form 9 ist als Beispiel ein zweiteiliges Gesenk mit einem
als Matrize fungierenden Obergesenk 9.1 und einem als Patrize fungierenden Untergesenk
9.2. Während des Umformens wird die beheizbare Form 9 derart beheizt, dass ihre Temperatur
mindestens der thermoplastischen Verformungstemperatur der Schaummaterialschicht 3
entspricht.
[0042] Nach dem Entfernen der derart umgeformten Sandwichstruktur aus der Form 9 wird der
schalenförmige Abschnitt 11 zusammen mit dem Abschirmungsabschnitt 12 unter Ausbildung
einer Kopfbedeckung 17 in Form eines Schlapphutes daraus ausgeschnitten. Die Schale
11 der Kopfbedeckung 17 weist somit eine konkave Innenseite 13, die von der Schaummaterialschicht
3 gebildet ist, und eine konvexe Außenseite 15, die von der Textillage 5 gebildet
ist, auf. Zudem liegt die Kopfbedeckung 17 einteilig vor, wobei die Schale 11 und
die Krempe 12 integral miteinander ausgebildet sind. Die Kopfbedeckung 17 kann nunmehr
weiteren Bearbeitungsschritten unterzogen werden, z. B. einer Randversäuberung, wobei
der durch das Ausschneiden der Kopfbedeckung 17 aus der umgeformten Sandwichstruktur
resultierende Rand z. B. verschweißt oder verklebt wird, sowie dem Anbringen von schmückenden
Applikationen, hier in Form der Blume 16.
Liste der verwendeten Bezugszeichen
[0043]
- 1
- Folie aus expandiertem PTFE
- 2
- Schaummaterial (im flüssigen Zustand)
- 3
- Schaummaterialschicht (im festen Zustand)
- 4
- Trockner
- 5
- (äußere) Textillage
- 6
- Schmelzkleber / Klebevlies
- 7
- Verbundstoff
- 8
- Stoffrolle
- 9
- beheizbare / beheizte Form
- 9.1
- Obergesenk
- 9.2
- Untergesenk
- 10
- Rakel
- 11
- schalenförmiger Abschnitt / Kopfbedeckungs-Schale
- 12
- Abschirmungs-Abschnitt
- 13
- konkave Innenseite
- 15
- konvexe Außenseite
- 16
- Applikation / Blume
- 17
- Kopfbedeckung / Schlapphut
1. Verfahren zum Herstellen einer Kopfbedeckung, aufweisend folgende Schritte:
- Ausbilden eines Verbundstoffes (7) durch ganzflächig stoffschlüssiges Verbinden
einer Folie (1) aus expandiertem PTFE mit einer Schaummaterialschicht (3), die durch
flächiges Aufbringen des Schaummaterials (2) im flüssigen Zustand auf die Folie (1)
und anschließendes Trocknen des Schaummaterials (2) ausgebildet wird, wobei die Schaummaterialschicht
(3) im festen Zustand bei Temperaturen ab einer Verformungstemperatur thermoplastisch
umformbar ist,
- Umformen eines Bereiches des Verbundstoffes (7) in die geometrische Form der Kopfbedeckung
bei einer Temperatur, die mindestens der Verformungstemperatur des Schaummaterials
(2) entspricht, und
- Zuschneiden des umgeformten Bereiches des Verbundstoffes (7) unter Ausbildung der
Kopfbedeckung, wobei der umgeformte Bereich des Verbundstoffes (7) einstückig bleibt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass während des Umformens ein als Schirm oder Krempe ausgebildeter Abschirmungs-Abschnitt
(12) der Kopfbedeckung (17) integral mit geformt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die mit der Schaummaterialschicht (3) verbundene Folie (1) vor dem Ausbilden des
Verbundstoffes (7) stoffschlüssig mit einer Textillage (5) verbunden wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (1) mittels Verklebens stoffschlüssig mit der Textillage (5) verbunden
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (1) mit der Textillage (5) stoffschlüssig verbunden wird, indem auf die
Textillage (5) eine Zwischenschicht aus dem Schaummaterial (2) im flüssigen Zustand
flächig aufgebracht wird, die Folie (1) mit dem Schaummaterial (2) im flüssigen Zustand
in Kontakt gebracht und das Schaummaterial (2) anschließend getrocknet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Heißkleber, der eine Verflüssigungstemperatur unterhalb der Verformungstemperatur
des Schaummaterials (2) aufweist, flächig auf die Textillage (5) aufgebracht und die
Folie (1) auf die Schicht des flächig aufgebrachten Heißklebers gelegt und mittels
Verklebens mit dem Heißkleber während des Umformens stoffschlüssig mit der Textillage
(5) verbunden wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Folie (1) und/oder die Textillage (5) zumindest teilweise transparent sind.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaummaterial (2) bei einer Temperatur von weniger als 50 °C getrocknet wird.