[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur hydrodynamischen Beseitigung von Störstellen
im Inneren von Rohrleitungen, insbesondere zur Sanierung und Reinigung von wasserführenden
Rohrleitungen im häuslichen, kommunalen und industriellen Bereich mit einer relativ
zur Rohrleitung bewegbaren Druckstrahldüse mit mindestens einer Austrittsöffnung zur
Erzeugung eines Druckstrahls, an die zur Zufuhr einer unter Druck stehenden Arbeitsflüssigkeit
ein Druckschlauch angeschlossen ist, wobei die Vorrichtung eine Vorschubeinrichtung
umfasst, mit dem die Druckstrahldüse in der Rohrleitung bewegt und positioniert werden
kann.
[0002] Im Bereich der Wasserversorgung und Wasserableitung stellt sich regelmäßig das Problem,
dass sich im Laufe der Zeit der Durchflussquerschnitt der Rohrleitungen verengt oder
vollständig verschlossen ist. Ersteres ist auf Inkrustationen zurückzuführen, die
sich im Laufe der Zeit an der Innenwandung der Rohrleitungen bilden, was beispielsweise
bei der Ablagerung von Urinstein in Abwasserleitungen der Fall ist. Auch Wurzeln,
die im Bereich von Stoßfugen oder Schadstellen in die Rohrleitung einwachsen verringern
den ursprünglichen Rohrquerschnitt allmählich. Vollverschlüsse sind oft die Folge
menschlichen Fehlverhaltens, zum Beispiel wenn auf Baustellen erhärtende Materialien
wie Beton, Farben und dergleichen in eine Rohrleitung gelangen und dort nach ihrem
Erhärten einen Pfropfen bilden.
[0003] Es ist bekannt, derartige Störstellen mit Hilfe eines druckbeaufschlagten Wasserstrahls
zu beseitigen. Eine dazu geeignete Vorrichtung besitzt einen Düsenkopf, der an seinem
der Störstelle abgewandten hinteren Ende an einen Druckschlauch angeschlossen ist
und an seinem gegenüberliegenden vorderen Ende eine auf die Störstelle gerichtete
Austrittsdüse für den Wasserstrahl aufweist. Weiter sind über den Umfang oder das
hintere Ende des Düsenkopfs nach hinten strahlende Düsen angeordnet, die bei Druckbeaufschlagung
nach dem Rückstoßprinzip den Vortrieb des Düsenkopfes in der Rohrleitung besorgen.
Derartige Vorrichtungen eignen sich in erster Linie für niedrigere Betriebsdrücke.
[0004] Soll hingegen eine Störstelle mit Hochdruck oder Höchstdruck beseitigt werden, so
bedarf es einer Einrichtung zum kontrollierten Bewegen und Positionieren einer Druckstrahldüse
in der Rohrleitung, um Schäden an der Rohrleitung infolge unkontrollierten Schlagens
der Druckstrahldüse gegen die Rohrwandung zu verhindern. Eine sich in dieser Hinsicht
bestens bewährte Vorrichtung ist aus der
EP 2 393 615 A1 bekannt, bei der eine Druckstrahldüse an das Ende eines zug- und druckfesten Schubstabs
angeschlossen ist. Solche Schubstäbe besitzen eine ausreichende Eigensteifigkeit,
um eine Druckstrahldüse auch übergroße Distanzen in eine Rohrleitung einzuschieben
und im Betrieb die Rückstoßkräfte der Druckstrahldüse aufnehmen zu können. Andererseits
sind derartige Schubstäbe genügend flexibel, um den Krümmungen der Rohrleitung folgen
zu können oder bei Nichtgebrauch auf eine Spindel aufgerollt zu werden. Mit Hilfe
des Schubstabs ist eine äußerst präzise und feinfühlige Positionierung der Druckstrahldüse
in der Rohrleitung relativ zur Störstelle möglich und damit eine gezielte Beseitigung
der Störstelle.
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, bekannte Vorrichtung
im Hinblick auf deren Anwendung, Handhabung und Wirkungsweise noch universeller auszubilden.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine gattungsgemäße Vorrichtung gelöst, bei der zwischen
der Schubeinrichtung und Druckstrahldüse ein Tragelement angeordnet ist, das über
erste Anschlussmittel lösbar mit der Vorschubeinrichtung verbunden ist und das über
zweite Anschlussmittel lösbar mit der Druckstrahldüse verbunden ist.
[0007] Vorteilhafte Ausführungsformen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Der Grundgedanke der Erfindung besteht unter anderem darin, die Druckstrahldüse nicht
unmittelbar mit der Vorschubeinrichtung zu verbinden, sondern im Anschlussbereich
ein zentrales Tragelement vorzusehen, an das die unterschiedlichen Komponenten der
Vorrichtung wie Vorschubeinrichtung, Druckschlauch und/oder Druckstrahldüse lösbar
angeschlossen werden können. Diese Konstruktionsweise erlaubt die Verwirklichung eines
modularen Konzepts, bei dem die unterschiedlichen Komponenten der Vorrichtung in jeweils
unterschiedlichen Typen vorgehalten werden. Durch geeignete Auswahl lassen sich dann
die unterschiedlichen Typen zu einer bestimmten Vorrichtungen kombinieren, um die
für einen speziellen Einsatzzweck am besten geeignete Vorrichtung zu erhalten. Beispielsweise
kann die Vorschubeinrichtung einen zug- und druckfesten Schubstab umfassen, der in
unterschiedlichen Durchmessern, Steifigkeiten, Längen, Materialien etc. vorgehalten
werden kann und/oder die Druckstrahldüse wird in Typen mit festem oder rotierendem,
aufgefächertem oder gebündeltem Druckstrahl, und/oder in Typen mit unterschiedlicher
Düsenleistung vorgehalten.
[0009] Der sich daraus ergebende große Vorteil liegt zunächst darin, dass eine erfindungsgemäße
Vorrichtung mit einer sich aus verhältnismäßig wenig Komponenten zusammensetzenden
Grundausstattung an die jeweils charakteristischen Besonderheiten eines Einsatzes
angepasst werden kann. Auf diese Weise lassen sich Kosten für Anschaffung und Lagerhaltung
gering halten, was die Wirtschaftlichkeit der Erfindung steigert. Für den Einsatz
vor Ort genügt es eine vergleichsweise begrenzte Ausrüstung mit sich zu führen, so
dass der Transport mit geringem Aufwand bewältigt werden kann. Die Erfindung erlaubt
es auf diese Weise mit minimaler Geräteausstattung einen maximalen Nutzen zu erzielen.
[0010] Um einen schnellen und dabei einfachen Wechsel einzelner Komponenten auch am Einsatzort
zu ermöglichen, sind die Komponenten über Anschlussmittel lösbar mit dem Tragelement
verbunden. So kann beispielsweise das Tragelement für den Anschluss der Vorschubeinrichtung
und/oder des Druckschlauchs und/oder der Druckstrahldüse axiale Bohrungen aufweisen,
in die die Komponenten axial einsteckbar und dort mittels Arretiermittel wie zum Beispiel
radiale Klemmschrauben oder Rastelemente fixiert sind. Alternativ können die Bohrungen
auch mit einem Innengewinde versehen sein, auf das die Vorschubeinrichtung und/oder
der Druckschlauch und/oder die Druckstrahldüse mit einem endseitig aufgebrachten Außengewinde
aufgeschraubt werden kann. Eine andere Alternative sieht einen bajonettartigen Anschlussmechanismus
vor, bei dem die Vorschubeinrichtung und/oder der Druckschlauch und/oder die Druckstrahldüse
zunächst axial in die Bohrung eingeschoben und dann durch Verdrehung um die Längsachse
verriegelt werden.
[0011] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung besitzt das Tragelement an seiner der
Druckstahldüse abgewandten Hinterseite mehrere unterschiedliche Anschlussmöglichkeiten,
um Vorschubeinrichtungen mit unterschiedlichen Eigenschaften mit dem Tragelement verbinden
zu können. Beispielsweise können Bohrungen unterschiedlichen Durchmessers vorgesehen
sein, die in gegenseitigem Umfangsabstand um den Druckschlauch angeordnet sind. Je
nach Einsatzzweck können auf diese Weise Vorschubeinrichtungen unterschiedlicher Dicke
und damit unterschiedlicher Steifigkeit verwendet werden.
[0012] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Druckstrahldüse zumindest
teilweise von einem Ringelement umgeben, so dass die Druckstrahldüse nicht direkt
auf der Innenwandung der Rohrleitung aufliegt, sondern über das Ringelement. Durch
geeignete Materialwahl beim Ringelement, beispielsweise Kunststoff, insbesondere Polyoxymethylen
(POM), kann auf diese Weise verhindert werden, dass die Druckstrahldüse aufgrund vorhandener
Vibrationen während des Betriebs die Innenseite der Rohrleitung beschädigt.
[0013] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung entspricht die Kontur des Innenumfangs
des Ringelements im axialen Überlappungsbereich mit der Druckstrahldüse der Kontur
des Außenumfangs der Druckstrahldüse. Auf diese Weise umschließt das Ringelement die
Druckstrahldüse spaltfrei. Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung
umgibt das Ringelement die Druckstrahldüse glockenartig, wobei sich zwischen dem Innenumfang
des Ringelements und Außenumfang der Druckstrahldüse ein Ringspalt bildet. In beiden
Fällen weist das Ringelement eine zentrale Bohrung auf, mit der es auf dem Tragelement
sitzt, so dass ein Ringelement auch für unterschiedliche Druckstrahldüsen universell
einsetzbar ist.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform der Erfindung kann das Ringelement unlösbar mit der Druckstrahldüse
verbunden sein, beispielsweise durch Kleben und dergleichen. Demgegenüber bevorzugt
ist jedoch eine Ausführungsform, die ein zerstörungsfreies Lösen des Ringelements
von der Druckstrahldüse ermöglicht, so dass dieses austauschbar ist. Vorzugsweise
geschieht ein Lösen durch eine axiale Abziehbewegung entgegen der Richtung der Düsenmündung,
nachdem zuvor die Druckstrahldüse vom Tragelement abgenommen worden ist. Um ein solche
Bewegung nicht zu behindern, weitet sich mit zunehmender axialer Länge die Kontur
des Innenumfangs des Ringelements in radialer Richtung kontinuierlich oder bleibt
zumindest konstant.
[0015] Die Fixierung des Ringelements an der Vorrichtung erfolgt vorzugsweise über einen
Formschluss, so dass sich zusätzliche Befestigungsmittel erübrigen. Vorteilhafterweise
wird der Formschluss im Zuge des Zusammensetzens der Druckstrahldüse und des Tragelements
hergestellt, so dass die Befestigung des Ringelements in einem Vorgang mit dem Zusammenfügen
von Tragelement und Druckstrahldüse geschieht. Dazu kann sowohl das Tragelement als
auch das Ringelement eine Ringschulter besitzen, die konzentrisch zur Längsachse sich
axial gegenüberliegen und beim Zusammenfügen von Tragelement und Druckstrahldüse das
Ringelement klemmen.
[0016] Darüber hinaus bietet das Ringelement den großen Vorteil, die Richtung des Druckstrahls
bezogen auf die Achse der zu sanierenden Rohrleitung einstellen zu können. Im Betrieb
einer erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt die Druckstrahldüse schwerkraftbedingt mit
zwei Punkten auf der Sohle der Rohrleitung auf. Den ersten Kontaktpunkt bildet das
Tragelement mit seinem Außenumfang, den zweiten Kontaktpunkt das Ringelement mit seinem
Außenumfang. Bei Verwendung eines Ringelements, dessen Außendurchmesser dem des Tragelements
entspricht, liegt eine erfindungsgemäße Vorrichtung derart innerhalb der Rohrleitung,
dass die Längsachse der Druckstrahldüse und die Längsachse der Rohrleitung achsparallel
oder gegebenenfalls koaxial zueinander verlaufen, der Druckstrahl ist daher parallel
zur oder in der Längsachse der Rohrleitung gerichtet.
[0017] Durch den Einsatz eines Ringelements mit gegenüber dem Durchmesser des Tragelements
größerem Durchmesser, ist die Längsachse der Druckstrahldüse gegenüber der Längsachse
der Rohrleitung geneigt, wobei ein schräg nach oben zum Scheitel der Rohrleitung gerichteter
Druckstrahl erzeugt wird. Umgekehrt führt eine Vorrichtung mit kleinerem Durchmesser
des Ringelements gegenüber dem Durchmesser des Tragelements zu einer Neigung der Längsachse
der Druckstrahldüse, die den Druckstrahl zur Rohrleitungssohle richtet. Auf diese
Weise kann durch Vorhalten einiger weniger Ringelemente unterschiedlichen Durchmessers
die Neigung des Druckstrahl gegenüber der Rohrlängsachse eingestellt und so die Vorrichtung
an die besonderen Erfordernisse des jeweiligen Einsatzes angepasst werden.
[0018] Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind an dem Tragelement
Räder vorgesehen, auf denen die Vorrichtung beim Einschieben in eine Rohrleitung rollt.
Da der Rollwiderstand im Vergleich zum Reibwiderstand beim Gleiten der Vorrichtung
entlang der Rohrsohle wesentlich geringer ist, können auf diese Weise auch größere
Distanzen bis zu Störstelle bewältigt werden und/oder ein Schubstab mit geringerem
Durchmesser gewählt werden. Erstgenanntes erweitert den Einsatzbereich erfindungsgemäßer
Vorrichtungen erheblich; zweitgenannte Möglichkeit verbessert die Handhabung der Vorrichtung,
da Schubstäbe mit geringerem Durchmesser u. a. ein geringeres Gewicht besitzen.
[0019] In vorteilhafter Weiterbildung der Vorrichtung ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung
mit einer schlauchartigen Manschette ausgerüstet, die das Tragelement umgibt. Die
Manschette ist mit einem Druckmedium wie zum Beispiel Wasser oder Luft beaufschlagbar,
wodurch sich der Außenumfang der Manschette radial weitet und bei Anordnung in einer
Rohrleitung gegen die Innenwandung der Rohrleitung drückt. Auf diese Weise kann die
Vorrichtung gegenüber der Rohrleitung festgelegt werden, so dass druckstrahlbedingte
Rückstoßkräfte bereits im Bereich der Vorrichtung in den Untergrund abgetragen werden.
[0020] Zur Erhöhung der Arbeitsleistung kann die Vorrichtung mehrere Druckstrahldüsen bzw.
eine Druckstrahldüse mit mehreren Düsenköpfen besitzen, mit entweder festem oder rotierendem
Druckstrahl.
[0021] Die Vorrichtung kann zudem mit einer Lichtquelle und einer Kamera ausgestattet sein,
um die Umstände und den Arbeitsfortschritt an der Störstelle erfassen zu können. Beispielsweise
kann die Lichtquelle und/oder die Kamera in das Tragelement integriert sein. Die Versorgungs-
und Datenleitungen für diese Komponenten können parallel zum Druckschlauch verlaufen,
gegebenenfalls in einer gemeinsamen Umhüllung.
[0022] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert, wobei weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung offenbar werden.
Für gleiche oder funktionsgleiche Merkmale unterschiedlicher Ausführungsformen kommen
gleichlautende Bezugszeichen zur Anwendung, soweit dies dem besseren Verständnis der
Erfindung dient.
[0023] Es zeigt
- Fig. 1
- eine Schrägansicht auf das düsenseitige Ende einer ersten Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch die erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
entlang der in Fig. 3 dargestellten Linie II - II,
- Fig. 3a
- eine Vorderansicht auf die erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 3b
- einen Längsschnitt durch die in Fig. 3a dargestellte Vorrichtung entlang der dortigen
Linie A - A,
- Fig. 4a
- eine Vorderansicht auf eine zweite Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 4b
- einen Schnitt durch die in Fig. 4a dargestellte Vorrichtung entlang der dortigen Linie
B - B,
- Fig. 5a
- eine Vorderansicht auf eine dritte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 5b
- einen Schnitt durch die in Fig. 5a dargestellte Vorrichtung entlang der dortigen Linie
C - C,
- Fig. 6a
- eine Vorderansicht auf eine vierte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 6b
- einen Schnitt durch die in Fig. 6a dargestellte Vorrichtung entlang der dortigen Linie
D - D,
- Fig. 7
- eine Hinteransicht vergleichbar Fig. 2 auf eine fünfte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung,
- Fig. 8
- einen Längsschnitt durch eine sechste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 9
- eine Längsansicht auf eine siebte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 10
- einen Längsschnitt durch eine achte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 11
- einen Längsschnitt durch eine neunte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
und
- Fig. 12
- eine Schrägansicht auf eine zehnte Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
[0024] Die Figuren 1, 2, 3a und 3b zeigen eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1, die im Wesentlichen eine Druckstrahldüse 2, ein Tragelement 3, ein
Ringelement 4, einen Druckschlauch 5 und eine Vorschubeinrichtung 6 umfasst, die entlang
einer Achse 7 angeordnet sind.
[0025] Wie vor allem aus Fig. 3 hervorgeht stellt das Tragelement 3 ein monolithisches,
aus dem Vollen gearbeitetes Teil dar, mit einer balligen, zur Achse 7 im Wesentlichen
rotationssymmetrischen Gestalt. Vorzugsweise besteht das Tragelement 3 aus Metall
oder Kunststoff oder einer Kombination aus beidem. Die dem Druckschlauch 5 zugewandte
Hinterseite 8 des Tragelements 3 weist im Bereich um die Achse 7 eine Abflachung 9
auf und auf der gegenüberliegenden Vorderseite 10 einen sich koaxial zur Achse 7 erstreckenden
Ansatz 11. Der Ansatz 11 ist gestuft ausgebildet mit einem ersten zylindrischen Abschnitt
12 größeren Durchmessers, der in Richtung zur Hinterseite 8 von einer umlaufenden
Ringschulter 13 begrenzt ist.
[0026] Das freie Ende des Ansatzes 11 besteht aus einem zweiten zylindrischen Abschnitt
14 kleineren Durchmessers, der mit einem Außengewinde versehen ist. Den Übergang zwischen
erstem Abschnitt 12 und zweitem Abschnitt 14 bildet eine zur Achse 7 orthogonale Ringfläche
15.
[0027] Koaxial zur Achse 7 erstreckt sich ausgehend von der Hinterseite 8 bis zum Ende des
Abschnitts 11 reichende Durchgangsbohrung 16, die einen über eine von der Hinterseite
8 ausgehende erste Teillänge größeren Durchmesser aufweist und die über eine sich
daran anschließende zweite Teillänge stufig in einen kleineren Durchmesser übergeht
und schließlich aus der Stirnseite des Ansatzes 11 austritt.
[0028] Die Durchgangsbohrung 16 dient mit ihrer ersten Teillänge der Aufnahme des Druckschlauchs
5, wozu die Durchgangsbohrung 16 eingangsseitig ein Innengewinde besitzen kann, in
das der Druckschlauch 5 mit einem entsprechenden Fitting an seinem Ende einschraubbar
ist.
[0029] Parallel zur Achse 7 ist im lichten radialen Abstand zur Durchgangsbohrung 16 eine
Sacklochbohrung 17 in das Tragelement 3 eingebracht. Analog zur Durchgangsbohrung
16 ist die Sacklochbohrung 17 als Stufenbohrung ausgebildet mit einem größeren Durchmesser
im Bereich der Hinterseite 8 und einem kleineren Durchmesser im Bereich des Bohrlochgrundes.
[0030] Die Sacklochbohrung 17 bildet eine Zug- und Druckkraft übertragende Aufnahme für
einen der Vorschubeinrichtung 6 zugehörigen Schubstab, auf dessen Ende eine Anschlusshülse
18 kraftschlüssig aufgesetzt ist. Die Anschlusshülse 18 ist in die Sacklochbohrung
17 formschlüssig einsteckbar, wobei der sich in den Bohrungsabschnitt mit kleinerem
Durchmesser erstreckende Teil der Anschlusshülse 18 eine Querbohrung aufweist, in
die eine Madenschraube 19 zum Festlegen des Schubstabs radial zur Achse 7 ein- und
ausschraubbar ist. Durch diese Art der Befestigung ist es möglich, sowohl Zug- als
auch Druckkräfte aus dem Schubstab zu übertragen und den Schubstab bei Bedarf vom
Tragelement 3 zu lösen.
[0031] Die Vorderseite 10 des Tragelements 3 mit Ansatz 11 dient dem Anschluss der Druckstrahldüse
2, deren im Wesentlichen zur Achse 7 rotationssymmtrische Außenkontur in Durchströmrichtung
zunächst einen zylindrischen Abschnitt 20 mit einem ersten Durchmesser aufweist, an
den ein Übergangsbereich 21 anschließt, in dem eine Weitung auf einen zweiten, maximalen
Durchmesser stattfindet. An den Abschnitt 22 mit maximalem Durchmesser schließt schließlich
ein Abschnitt 23 mit stetig abnehmendem Durchmesser an. Am Ende weist die Druckstrahldüse
2 eine Austrittsöffnung 24 auf. Der aus der Öffnung 24 austretende Strahl 25 schließt
mit der Achse 7 einen Winkel α ein (Fig. 1).
[0032] Im Anschlussbereich zum Tragelement 3 weist die Druckstrahldüse 2 einen koaxialen
Eintrittskanal 26 auf, der eingangsseitig mit einem Innengewinde versehen ist und
so auf den zweiten Abschnitt 14 des Ansatzes 11 aufschraubbar ist, bis das Ende der
Druckstrahldüse 2 an der Ringfläche 15 des Tragelements 3 anliegt. Im Vergleich zum
ersten Abschnitt 12 des Ansatzes 11 besitzt die Druckstrahldüse 2 an ihrem dortigen
Ende einen größeren Durchmesser, so dass die Druckstrahldüse 2 mit dem ersten Abschnitts
12 und der Ringschulter 13 eine umlaufende Ringnut 27 formt.
[0033] Das ebenfalls rotationssymmetrische Ringelement 4 ist nach Art einer Hülse geformt
mit einem dem Tragelement 3 zugewandten hinteren Ende 28 und einem gegenüberliegenden
vorderen Ende 29. Das hintere Ende 28 ist dabei von einer umlaufenden Ringschulter
30 gebildet, die eine koaxial zur Achse 7 angeordnete Öffnung 33 umschließt. Durch
die Öffnung 33 erstreckt sich der erste Abschnitt 12 des Ansatzes 11, wobei die Ringschulter
30 formschlüssig von der Ringnut 27 aufgenommen wird.
[0034] Das Ringelement 4 erstreckt sich in axialer Richtung über die Abschnitte 20, 21,
22 der Druckstrahldüse 2, wobei die Innenkontur des Ringelements 4 formschlüssig der
Außenkontur der Druckstrahldüse 2 folgt. So ist es möglich, das Ringelement 3 axial
auf die Druckstrahldüse 2 aufzuschieben, bis die Ringschulter 30 an der Stirnseite
des zylindrischen Abschnitts 20 der Druckstrahldüse 2 anliegt. Nach dem Aufschrauben
der Druckstrahldüse 2 auf den zweiten Abschnitt 14 des Ansatzes 11 ist das Ringelement
4 durch Formschluss in radialer und axialer Richtung gegenüber der Druckstrahldüse
2 fixiert.
[0035] Ausgehend vom hinteren Ende 28 weitet sich die Außenkontur des Ringelements 4 in
Richtung des vorderen Endes kontinuierlich, das heißt der Außendurchmesser des Ringelements
4 nimmt ständig zu. Wie vor allem aus Fig. 3b ersichtlich ist der maximale Außendurchmesser
des Ringelements 4 kleiner ist als der maximale Außendurchmesser des Tragelements
3. Im Betrieb einer solchen Vorrichtung 1 ergibt sich daher eine relative Lage der
Vorrichtung 1 innerhalb einer Rohrleitung, bei der die Achse 7 gegenüber der Längsachse
der Rohrleitung geneigt ist. Der aus der Öffnung 24 austretende Strahl 25 ist somit
in Richtung der mit 31 angedeuteten Rohrleitungssohle geneigt.
[0036] Die erfindungsgemäßen Ausführungsformen nach den Fig. 4a, 4b, 5a, 5b und 6a, 6b entsprechen
weitestgehend der vorbeschriebenen, so dass zur Vermeidung von Wiederholungen im Umfang
konstruktiver Übereinstimmung unter Verwendung gleichlautender Bezugszeichen auf das
dort Gesagte verwiesen wird.
[0037] Ein Unterschied zwischen der Vorrichtung 1 und Vorrichtung 1' gemäß der Fig. 4a und
4b besteht in der Ausbildung des Ringelements 4', das eine vergleichsweise größere
radiale Dicke und demzufolge einen größeren Außendurchmesser besitzt. Die größere
radiale Dicke kann durch eine dickere Wandung erreicht werden oder - wie im gezeigten
Ausführungsbeispiel - durch die Anordnung einer Vielzahl achsparalleler Rippen 32,
die in einheitlichem seitlichen Abstand gleichmäßig über den Außenumfang des Ringelements
4' verteilt sind. Zwischen den Rippen 32 entstehen auf diese Weise sich vom hinteren
Ende 28 zum vorderen Ende 29 erstreckende Kanäle 34.
[0038] Da der Außendurchmesser des Ringelements 4' gleichgroß ist wie der Außendurchmesser
des Tragelements 3, stellt sich im Betrieb der Vorrichtung 1' eine relative Lage der
Vorrichtung 1' innerhalb der Rohrleitung ein, bei der die Achse 7 parallel zur Rohrsohle
31 verläuft, der Strahl 25 also in Rohrlängsrichtung gerichtet ist.
[0039] Bei der in den Fig. 5a und 5b gezeigten Ausführungsform besitzt die Vorrichtung 1"
ein Ringelement 4", dessen Außendurchmesser größer ist als der Außendurchmesser des
Tragelements 3. Erreicht wird dies beispielsweise durch eine gegenüber dem Ringelement
4 größere Wandungsdicke gegebenenfalls in Verbindung mit der Anordnung von Rippen
32. Liegt eine solche Vorrichtung 1" in einer Rohrleitung, so ergibt sich eine Lage,
bei der die Achse 7 gegenüber der Rohrleitungslängsachse geneigt ist, wobei der Strahl
25 in Richtung des Rohrleitungsscheitels geneigt ist.
[0040] Durch die Verwendung unterschiedlicher Ringelemente 4, 4', 4" kann die Richtung des
Strahls 25 vorgegeben und so eine effiziente Bearbeitung der Störstelle erreicht werden.
[0041] Die Fig. 6a und 6b zeigen einer Ausführungsform der Erfindung mit schlanker Druckstrahldüse
2' und glockenartiger Ausbildung des Ringelements 4"'. Wie schon im Zusammenhang mit
den Fig. 1 bis 3b beschrieben besitzt die Druckstrahldüse 2' im Anschlussbereich zum
Tragelement 3 einen zylindrischen Abschnitt 20', mit dem die Druckstrahldüse 2' auf
den zweiten Abschnitt 14 des Ansatzes 11 aufschraubbar ist und dabei aufgrund des
gegenüber dem ersten Abschnitt 12 größeren Außendurchmessers zusammen mit der Ringschulter
13 eine Ringnut 27 zur formschlüssigen Aufnahme des Ringelements 3 bildet. Alternativ
kann der Abschnitt 20' auch einen anderen Querschnitt aufweisen, beispielsweise als
Sechskant ausgebildet sein, und zwischen dem Abschnitt 20' und der Ringfläche 15 eine
Kreisringscheibe eingelegt sein, die den Formschluss zur Ringschulter 30 des Ringelements
4'" bewerkstelligt.
[0042] Der sich in Richtung der Austrittsöffnung 24 fortsetzende Abschnitt 23' der Druckstrahldüse
2' verläuft ebenfalls zylindrisch mit gegenüber dem Abschnitt 20' geringerem oder
- nicht dargestellt - gleichem Außendurchmesser.
[0043] Das Ringelement 4'" greift wie bereits beschrieben mit seiner Ringschulter 30 in
die Ringnut 27 ein und ist auf diese Weise starr an der Vorrichtung 1'" gehalten.
Im Unterschied zu den zuvor beschriebenen Ausführungsformen umschließt das Ringelement
4'" mit seiner Innenkontur jedoch nicht formschlüssig die Druckstrahldüse 2'. Stattdessen
weitet sich die Innenkontur des Ringelements 4"' in Richtung der Austrittsöffnung
24 glockenartig, wodurch zwischen Ringelement 4"' und Druckstrahldüse 2' ein radialer
Abstand entsteht, der zu einem die Druckstrahldüse 2' umlaufenden Ringspalt 35 führt.
[0044] Fig. 7 zeigt schließlich eine Ausführungsform der Erfindung, bei der an der Hinterseite
8 des Tragelements 3 drei Sacklochbohrungen 17, 17', 17" angeordnet sind. Die Sacklochbohrungen
17' und 17" entsprechen weitestgehend der bereits beschrieben Sacklochbohrung 17 und
unterscheiden sich lediglich im Bohrlochdurchmesser. Der Durchmesser der Sacklochbohrung
17' ist kleiner als der der Sacklochbohrung 17, und der Durchmesser der Sacklochbohrung
17" wiederum kleiner als der der Sacklochbohrung 17'. Dadurch ist es möglich an ein
und dasselbe Tragelement 3 unterschiedliche Vorschubeinrichtungen 6 mit unterschiedlichen
Eigenschaften anzuschließen.
[0045] Fig. 8 betrifft eine sechste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
1"" mit einer Weiterentwicklung des Tragelements 3' im mittleren Längsabschnitt. Vorderseite
10, Hinterseite 8, Ringelement 4 und Druckstrahldüse 2 der Vorrichtung 1"" entsprechen
den Ausführungen gemäß der Fig. 1 bis 7, so dass wiederum das dort Gesagte gilt.
[0046] Wie aus Fig. 8 hervorgeht weist der mittlere Längsabschnitt des Tragelements 3' mehrere,
über den Umfang verteilte, achsparallele schlitzförmige Ausnehmungen 36 auf, die sich
mit ihrer Tiefe vom Außenumfang in das Tragelement 3' hinein erstrecken. Jede Ausnehmungen
36 dient der Aufnahme eines Rads 37, das in einer die Ausnehmung 36 querenden Achse
38 gelagert ist. Vorzugsweise sind die Ausnehmungen 36, beispielsweise drei bis sechs
Stück, in gleichem Umfangsabstand angeordnet und die Achsen 38 verlaufen jeweils tangential
zur Achse 7. Daraus ergibt sich eine über den Umfang des Tragelements 3' kranzförmige
Anordnung der Räder 37 mit radialer Abstützrichtung bezogen auf die Achse 7. Auf dem
von den Rädern 37 gebildeten Radkranz 40 rollt die Vorrichtung 1"" innerhalb der Rohrleitung
39 ab, wenn mit Hilfe des Schubstabs 6 eine axial Vorschubkraft auf die Vorrichtung
1"" aufgebracht wird.
[0047] Eine Weiterbildung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1""', die sich vor allem zur
Behebung von Störstellen weit im Inneren einer Rohrleitung 39 befindet, ist in Fig.
9 gezeigt. Zu diesem Zweck besitzt das Tragelement 3" eine ausgeprägte Längserstreckungsrichtung,
das heißt die axiale Länge des Tragelements 3" ist um Vielfaches größer als die Abmessungen
quer dazu.
[0048] Hinsichtlich der Vorderseite 10, Hinterseite 8, Ringelement 4 und Druckstrahldüse
2 der Vorrichtung 1"" wird auf die unter den Fig. 1 bis 7 gemachten Ausführungen verwiesen,
da insoweit Übereinstimmung besteht. Lediglich der mittlere Längsabschnitt ist wiederum
weiterentwickelt, indem zusätzlich zu dem ersten Radkranz 40 entsprechend Fig. 8 ein
analog ausgebildeter zweiter Radkranz 41 in axialem Abstand dazu angeordnet ist. Auf
diese Weise bilden die beiden Radkränze 40, 41 ein Fahrwerk für das Tragelement 3",
so dass die Vorrichtung 1'"" mit Hilfe der Schubeinrichtung 6 zum Einsatzort gefahren
werden kann. Aufgrund des geringen Rollwiderstandes lassen sich auf diese Weise große
Distanzen innerhalb einer Rohrleitung 39 überwinden.
[0049] Zusätzlich kann - wie in Fig. 9 dargestellt - das Tragelement 3" mit einer schlauchartigen,
hermetisch verschließbaren Manschette 42 ausgerüstet sein, die das Tragelement 3"
zwischen dem ersten Radkranz 40 und zweiten Radkranz 41 koaxial zur Achse 7 umgibt
und mit ihrem Innenumfang an dem Tragelement 3" befestigt ist. Die Manschette 42 ist
mit einem unter Druck stehenden Medium wie Luft oder Wasser beaufschlagbar, wodurch
sich deren Außenumfang radial weiten lässt und sich an die Innenwandung der Rohrleitung
39 anlegt. Auf diese Weise wird ein Kraftschluss zur Fixierung der Vorrichtung 1'""
in der Rohrleitung 39 erzeugt, über den Rückstoßkräfte während des Betriebs der Vorrichtung
1""' in die Rohrleitung 39 und im Weiteren in den Untergrund abgeleitet werden.
[0050] Gegenstand von Fig. 10 ist eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
1""" mit einer Druckstrahldüse 2" mit zwei oder gegebenenfalls auch mehreren Düsenköpfen
43. Die Druckstrahldüse 2" umfasst einen Y-förmigen Verteiler 44 mit einem zylindrischen,
in der Achse 7 verlaufenden Grundkörper 45, der sich in Richtung des freien Düsenendes
symmetrisch zur Achse 7 in zwei oder gegebenenfalls mehrere divergierende Düsenarme
46 aufteilt, die an ihren Enden jeweils einen starren oder rotierenden Düsenkopf 43
tragen.
[0051] Der Grundkörper 45 und die Düsenarme 46 sind mit Längsbohrungen 48, 49 versehen,
über die die Düsenköpfe 43 mit Arbeitsflüssigkeit versorgt werden. Der dem Tragelement
3 zugeordnete Abschnitt der Druckstrahldüse 2" entspricht in konstruktiver Hinsicht
dem zylindrischen Abschnitt 20 der in den Fig. 1 bis 9 beschriebenen Ausführungsformen.
Der Anschluss der Druckstrahldüse 2" an das Tragelement 3 unter Fixierung des Ringelements
4 erfolgt daher in der dort beschriebenen Art und Weise.
[0052] Eine Abwandlung der unter Fig. 10 beschriebenen Ausführungsform ist Gegenstand von
Fig. 11. Im Unterschied zur vorbeschriebenen Ausführungsform wird dort die Arbeitsflüssigkeit
nicht zentral im Bereich der Längsachse 7 in die Durchgangsbohrung 16 des Tragelements
3 eingeleitet, sondern über zwei getrennte Druckschläuche 5', 5", die seitlich der
Längsachse 7 im Bereich der Hinterseite 8 an das Tragelement 3 angeschlossen sind
und über Kanäle 47 im spitzen Winkel in die Durchgangsbohrung 16 münden. Das stirnseitige
Ende der Durchgangsbohrung 16 ist mittels eines Deckels 50 verschlossen. Im Übrigen
gelten aufgrund vorhandener Übereinstimmung die unter Fig. 10 gemachten Ausführungen
entsprechend.
[0053] In vielen Fällen wird die Vorschubeinrichtung zur Positionierung der Vorrichtung
1 im Wesentlichen aus einem Schubstab 6 bestehen, der von außerhalb der zu sanierenden
Rohrleitung händisch oder maschinell in die Rohrleitung eingeschoben wird. Es ist
auch möglich, dass die Vorschubeinrichtung zusätzlich eine oder mehrere Rückstoßdüsen
an der Druckstrahldüse umfasst, die die Vorwärtsbewegung unterstützen. Bei der in
Fig. 12 dargestellten Ausführungsform umfasst die Vorschubeinrichtung hingegen einen
Fahrwagen 51 und einen Schubstab 6'. Der Fahrwagen 51 ist von einem Motor angetrieben
und mit einer Lichtquelle und Kamera ausgestattet. Neben dem Druckschlauch 5 zur Zufuhr
der Arbeitsflüssigkeit sind an den Fahrwagen 51 Versorgungs- und Steuerleitungen 53
angeschlossen, so dass der Fahrwagen 51 vom Bedienpersonal fernsteuerbar ist.
[0054] Der Schubstab 6' ist über ein Gelenk 52 an der Vorderseite des Fahrwagens 51 befestigt.
Das freie Ende des Schubstabs 6' trägt wie unter den Fig. 1 bis 11 beschrieben unter
Zwischenschaltung eines Tragelements 3 eine Druckstrahldüse 2, die wiederum über einen
Druckschlauch 5 mit Arbeitsflüssigkeit beaufschlagbar ist. Zur Positionierung der
Druckstrahldüse 2 kann das Gelenk 52 um die Längsachse rotieren und/oder um eine Achse
quer zur Längsachse verschwenkt werden.
[0055] Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf die Merkmalskombinationen der jeweiligen
Ausführungsformen gemäß der Fig. 1 bis 12 beschränkt ist. Vielmehr liegen im Rahmen
der Erfindung auch Kombinationen von Merkmalen unterschiedlicher in den einzelnen
Ausführungsbeispielen offenbarter Ausführungsformen. So sind die einzelnen Tragelemente
und/oder Ringelemente und/oder Druckstrahldüsen der unterschiedlichen Ausführungsformen
austauschbar ohne den Rahmen der Erfindung zu verlassen. Ebenso kann die in Fig. 9
gezeigte Vorrichtung auch ohne Manschette zur Anwendung kommen, wodurch die Funktionalität
der Vorrichtung als Fahrwagen erhalten bleibt.
1. Vorrichtung zur hydrodynamischen Beseitigung von Störstellen im Inneren von Rohrleitungen,
insbesondere zur Sanierung und Reinigung von wasserführenden Rohrleitungen im häuslichen,
kommunalen und industriellen Bereich,
- mit einer relativ zur Rohrleitung bewegbaren Druckstrahldüse (2) mit mindestens
einer Austrittsöffnung (24) zur Erzeugung eines Druckstrahls (25),
- wobei zur Zufuhr einer unter Druck stehenden Arbeitsflüssigkeit an die Druckstrahldüse
(2) mindestens ein Druckschlauch (5) angeschlossen ist, und
- mit einer Vorschubeinrichtung (6) zur Bewegung und Positionierung der Druckstrahldüse
(2) in der Rohrleitung, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Vorschubeinrichtung (6) und Druckstrahldüse (2) ein Tragelement (3) angeordnet
ist, das über erste Anschlussmittel lösbar mit der Vorschubeinrichtung (6) verbunden
ist und das über zweite Anschlussmittel lösbar mit der Druckstrahldüse (2) verbunden
ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Anschlussmittel von einer oder mehreren Vertiefungen, insbesondere Bohrungen
(17, 17', 17"), gebildet sind, in die Vorschubeinrichtung (6) einsteckbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Anschlussmittel von mehreren Vertiefungen, insbesondere Bohrungen (17,
17', 17"), gebildet sind und die mehreren Vertiefungen unterschiedlich groß sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Anschlussmittel Sicherungselemente (19) umfassen, mit denen das Ende der
Vorschubeinrichtung (6) am Tragelement (3) festlegbar ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Anschlussmittel einen Gewindeabschnitt aufweisen, auf den die Druckstrahldüse
(2) mit einem korrespondierenden Gewindeabschnitt aufschraubbar ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (3) eine Durchgangsbohrung (16) aufweist, an deren einem Ende der
mindestens eine Druckschlauch (5) anschließbar ist, und die mit ihrem anderen Ende
in die Druckstrahldüse (2) mündet.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckstrahldüse (2) von einem Ringelement (4) umgeben ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Ringelement (4) durch Formschluss zwischen Tragelement (3) und Druckstrahldüse
(2) gehalten ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Außendurchmesser des Ringelements (4) kleiner ist als der Außendurchmesser des
Tragelements (3) oder dass der Außendurchmesser des Ringelements (4") größer ist als
der Außendurchmesser des Tragelements (3) oder dass der Außendurchmesser des Ringelements
(4') gleich dem Außendurchmesser des Tragelements (3) ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Tragelement (3', 3") mindesten zwei, vorzugsweise drei bis sechs Räder (38)
angeordnet sind, die zur Bildung von Abrollflächen mit einem Teil ihres Umfangs über
den Außenumfang des Tragelements (3', 3") überstehen.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (3") von einer schlauchartigen Manschette (42) umgeben ist, die zur
radialen Aufweitung der Manschette (42) mit einem Druckmedium beaufschlagbar ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinrichtung einen zug- und druckfesten Schubstab (6) umfasst, der für
die manuelle oder maschinelle Handhabung der Vorrichtung bis außerhalb der Rohrleitung
reicht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubeinrichtung einen innerhalb der Rohrleitung ferngesteuert bewegbaren
Fahrwagen (51) umfasst und die Druckstrahldüse (2) über einen Schubstab (6') und ein
Tragelement (3) mit dem Fahrwagen (51) verbunden ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckstrahldüse (2') mehrere Düsenköpfe (43) umfasst.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, gekennzeichnet durch zwei Druckschläuche (5, 5'), die an das Tragelement (3) angeschlossen und mit der
Druckstrahldüse (2) verbunden sind.