[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Ausgangsmaterials
für die Herstellung von Seltenerd- Magneten, ein Ausgangsmaterial und eine Anlage
zur Herstellung eines Ausgangsmaterials für die Herstellung von Seltenerd- Magneten.
Stand der Technik
[0002] Ein Dauermagnet (auch: Permanentmagnet) ist ein Stück eines magnetisierbaren Materials,
zum Beispiel Eisen, Kobalt oder Nickel, welches sein statisches Magnetfeld behält,
ohne dass man (im Gegensatz zu Elektromagneten) einen elektrischen Stromfluss benötigt.
Ein Dauermagnet kann durch die Einwirkung eines Magnetfeldes auf ein ferromagnetisches
Material erzeugt werden.
[0003] Unter dem Namen Seltenerd- Magnete fasst man eine Gruppe von Permanentmagneten zusammen,
die im Wesentlichen aus Eisenmetallen (Eisen, Cobalt, seltener Nickel) und Seltenerdmetallen
(insbesondere Neodym, Samarium, Praseodym, Dysprosium, Terbium, Gadolinium) bestehen.
Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie gleichzeitig eine hohe magnetische Remanenzflussdichteund
eine hohe magnetische Koerzitivfeldstärke und damit eine hohe magnetische Energiedichte
aufweisen.
[0004] Eine Legierung aus Neodym, Eisen und Bor (NdFeB) ermöglicht beispielsweise die Herstellung
von sehr starken Magneten zu verhältnismäßig günstigen Kosten. Die Herstellung erfolgt
über pulvermetallurgische Verfahren, heute aber teilweise auch als kunststoffgebundene
Magnete. Lange Zeit waren die Einsatztemperaturen auf 60-120 °C begrenzt. Bei einigen
neueren Entwicklungen mit weiteren Zusätzen anderer Seltenerdelemente, insbesondere
Dysprosium oder Terbium, kann die Temperaturstabilität auf über 200°C angehoben werden.
Zur Erhöhung der Korrosionsstabilität werden oft andere Legierungsbestandteile wie
Kobalt hinzulegiert.
[0005] Permanentmagnete werden aus kristallinem Pulver hergestellt. Das Magnetpulver wird
in Gegenwart eines starken Magnetfelds in eine Form gepresst. Dabei richten sich die
Kristalle mit ihrer bevorzugten Magnetisierungsachse in Richtung des Magnetfelds aus.
Die Presslinge werden anschließend gesintert. Beim Sintern werden die pulverisierten
Bestandteile des Pulvers durch Erwärmung miteinander verbunden oder verdichtet, wobei
jedoch keine oder zumindest nicht alle Ausgangsstoffe aufgeschmolzen werden. Dabei
werden die Presslinge - oft unter erhöhtem Druck - derart erhitzt, dass die Temperaturen
unterhalb der Schmelztemperatur der Hauptkomponenten bleiben, so dass die Gestalt
(Form) des Werkstückes erhalten bleibt.
[0006] Bei der oberhalb von 1000 C liegenden Sintertemperatur geht die nach außen hin wirksame
Magnetisierung verloren, weil die thermische Bewegung der Atome zur weitestgehend
antiparallelen Ausrichtung der Elementarmagnete in den Kristallen führt. Da die Orientierung
der Körner im Sinterverbund jedoch nicht verloren geht, kann die Parallelausrichtung
der Elementarströme nach dem Abkühlen der Magnete durch einen ausreichend starken
Magnetisierungsimpuls wiederhergestellt werden.
[0007] Die Herstellung des Magnetpulvers erfolgt insbesondere durch Vermahlen der entsprechenden
Legierungen bzw. Bestandteile beispielsweise in Fließbettstrahlmühlen oder ähnlichen
Mahlanlagen. In Fließbettstrahlmühlen erfolgt insbesondere eine definierte Feinstvermahlung,
zwar mit exakter Oberkornbegrenzung, jedoch mit nicht unerheblichem Anteil an Feinstpartikeln.
Die Zerkleinerungsenergie wird hierbei durch Gasstrahlen bereitgestellt.
[0008] Die Praxis hat gezeigt, dass Magnetpulver, welche mittels der aus dem Stand der Technik
bekannten Verfahren hergestellt werden können, chemisch sehr reaktiv sind und aus
diesem Grunde bereits bei geringen Sauerstoffkonzentrationen mit dem Sauerstoff oder
Stickstoff aus der Umgebung reagieren. Hierdurch können mit einer Weiterverarbeitung
des Magnetpulvers Pulverbrände einhergehen. Auch hat die Praxis gezeigt, dass sich
Magnete, die mittels aus dem Stand der Technik bekannten Magnetpulvern hergestellt
werden, häufig nur sehr schlecht orientierten lassen, wodurch die Remanenz der aus
den bereits bekannten Magnetpulvern hergestellten Magnete verschlechtert wird. Solche
Nachteile können insbesondere mit bzw. bei einem hohen Volumenprozentsatz an Feinanteilen
im Magnetpulver einhergehen.
[0009] Weiter kann es sein, dass aus den bereits aus dem Stand der Technik bekannten Magnetpulvern
hergestellte Magnete aufgrund eines hohen Volumenprozentsatzes an Grobanteil eine
verbesserungswürdige Gegenfeldstabilität bzw. Koerzitivfeldstärke besitzen.
Beschreibung
[0010] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Herstellung des Ausgangsgemisches zur
Herstellung von Seltenerd- Magneten weiter zu optimieren, um damit verbesserte Seltenerd-
Magneten herstellen zu können.
[0011] Die obige Aufgabe wird durch die Gegenstände mit den Merkmalen in den unabhängigen
Ansprüchen gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen werden durch die Unteransprüche
beschrieben.
[0012] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines pulverförmigen und zur
Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehenen Ausgangsmaterials.
[0013] Ein erster Schritt des Verfahrens sieht ein Zerkleinern einer mindestens ein Seltenerdmetall
umfassenden Legierung vor, wobei aus der einen mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden
Legierung ein pulverförmiges Zwischenprodukt entsteht.
[0014] Ein weiterer Schritt sieht ein Durchführen mindestens einer auf Partikelgröße und/oder
Dichte ausgerichteten Klassierung für das pulverförmige Zwischenprodukt vor, wobei
eine mittels der mindestens einen Klassierung gebildete Fraktion des pulverförmigen
Zwischenproduktes das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial
ausbildet.
[0015] Für das Verfahren ist wenigstens ein dynamischer Sichter vorgesehen, welcher wenigstens
eine dynamische Sichter wenigstens eine auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete
Klassierung für das pulverförmige Zwischenprodukt umsetzt und hierbei die Fraktion
aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt abtrennt, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten
vorgesehene Ausgangsmaterial ausbildet.
[0016] In bevorzugten Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass das pulverförmige Zwischenprodukt
mindestens einem statischen Sichter zugeführt wird. Hierauf folgend kann ein mittels
des mindestens einen statischen Sichters aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt abgetrennter
Anteil dem wenigstens einen dynamischen Sichter zugeführt werden, welcher wenigstens
eine dynamische Sichter die wenigstens eine auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete
Klassierung für den mittels des mindestens einen statischen Sichters aus dem pulverförmigen
Zwischenprodukt abgetrennten Anteil umsetzt und hierbei die Fraktion aus dem Anteil
abtrennt, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial
ausbildet.
[0017] Auch kann es sein, dass der wenigstens eine dynamische Sichter das pulverförmige
Zwischenprodukt sichtet und zudem dispergiert, woraus resultierend die Fraktion aus
dem pulverförmigen Zwischenprodukt abgetrennt wird, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten
vorgesehene Ausgangsmaterial ausbildet.
[0018] Vorstellbar ist darüber hinaus, dass im Rahmen einer ersten auf Partikelgröße und/oder
Dichte ausgerichteten Klassierung der wenigstens eine dynamische Sichter Grobgut aus
dem pulverförmigen Zwischenprodukt abtrennt und dass im Rahmen einer zweiten auf Partikelgröße
und/oder Dichte ausgerichteten Klassierung der wenigstens eine dynamische Sichter
Feingut aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt abtrennt. Hierbei kann ein vom Feingut
und Grobgut abgetrennter Anteil des pulverförmigen Zwischenproduktes die Fraktion
bereitstellen, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial
ausbildet.
[0019] Es haben sich Ausführungsformen bewährt, bei welchen die erste auf Partikelgröße
und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung und die zweite auf Partikelgröße und/oder
Dichte ausgerichtete Klassierung über genau einen dynamischen Sichter durchgeführt
werden. Weiter kann die mindestens ein Seltenerdmetall umfassende Legierung in zwei
voneinander getrennten Schritten jeweils vorzugsweise mechanisch zerkleinert werden,
wobei aus den Zerkleinerungen in getrennten Schritten das pulverförmige Zwischenprodukt
entsteht.
[0020] Es kann sein, dass der wenigstens eine dynamische Sichter die wenigstens eine auf
Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung für das pulverförmige Zwischenprodukt
unter Schutzgasatmosphäre umsetzt.
[0021] Die Erfindung betrifft zudem ein zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehenes
Ausgangsmaterial, welches durch ein Verfahren gemäß einer der vorhergehend beschriebenen
Ausführungsformen hergestellt wurde. Bei dem erfindungsgemäßen Ausgangsmaterial liegt
ein Anteil an Partikeln > 8µm bei ≤ 2 Volumenprozent, insbesondere in einem Bereich
zwischen 0,1 Volumenprozent und 1 Volumenprozent und/oder ein Anteil an Partikeln
< 2 µm bei ≤ 2 Volumenprozent und insbesondere in einem Bereich zwischen 0,05 Volumenprozent
und 2 Volumenprozent.
[0022] Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zur Fertigung von Seltenerd-Magneten.
Das Verfahren umfasst folgende Schritte:
- Herstellen eines Ausgangsmaterials mittels eines Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel
der vorhergehenden Beschreibung,
- Einbringen des Ausgangsmaterials in Formen und Verpressen des Ausgangsmaterials in
den Formen, wobei Rohlinge aus dem Ausgangsmaterial entstehen,
- Sintern der Rohlinge und Beaufschlagen gesinterten Rohlinge mit einem Magnetisierungsimpuls,
so dass hieraus resultierend die gesinterten und mit einem Magnetisierungsimpuls beaufschlagten
Rohlinge als Seltenerd-Magnete ausgebildet sind, optional können die Rohlinge einer
mechanischen Bearbeitung unterzogen werden.
[0023] Es kann zudem sein, dass mittels des beschriebenen Verfahrens zur Fertigung von Seltenerd-Magneten
ein Ausgangsmaterial gemäß vorheriger Beschreibung hergestellt wird und dass dieses
Ausgangsmaterial in die Formen eingebracht und verpresst wird.
[0024] Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Anlage zur Herstellung eines pulverförmigen
und zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehenen Ausgangsmaterials. Merkmale,
welche vorhergehend bereits zu diversen Ausführungsformen der Verfahren beschrieben
wurden, können ebenso bei nachfolgend beschriebener Anlage vorgesehen sein und werden
daher nicht redundant erwähnt. Auch können nachfolgend beschriebene Merkmale, welche
diverse Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Anlage betreffen, ggf. in den vorherig
bereits beschriebenen Verfahren vorgesehen sein.
[0025] Die Anlage zur Herstellung eines pulverförmigen und zur Fertigung von Seltenerd-Magneten
vorgesehenen Ausgangsmaterials umfasst mindestens eine Zerkleinerungseinrichtung,
welche auf eine Erzeugung eines pulverförmigen Zwischenproduktes durch Zerkleinerung
einer mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung ausgerichtet ist.
[0026] Weiter umfasst die Anlage wenigstens eine Trenneinrichtung, welche über wenigstens
eine auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung bzw. Sichtung eine
Fraktion aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt abtrennen kann, die das zur Fertigung
von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial ausbildet.
[0027] Es ist vorgesehen, dass die wenigstens eine Trenneinrichtung wenigstens einen dynamischen
Sichter umfasst, der über eine auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung
die Fraktion aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt abtrennen kann, die das zur Fertigung
von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial ausbildet.
[0028] In bevorzugten Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass die wenigstens eine Trenneinrichtung
mindestens einen statischen Sichter umfasst, welchem das pulverförmige Zwischenprodukt
zuführbar ist. Hierbei können der mindestens eine statische Sichter und der wenigstens
eine dynamische Sichter derart miteinander in Verbindung stehen, dass ein mittels
des mindestens einen statischen Sichters aus dem zugeführten Zwischenprodukt abgetrennter
Anteil dem wenigstens einen dynamischen Sichter zuführbar ist. Der wenigstens eine
dynamische Sicher kann sodann ggf. aus dem zugeführten Anteil die Fraktion abtrennen,
die das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial ausbildet.
[0029] Es kann sein, dass der wenigstens eine dynamische Sichter zum Sichten und Dispergieren
des zugeführten pulverförmigen Zwischenproduktes ausgebildet ist.
[0030] Auch kann es sein, dass die mindestens eine Zerkleinerungseinrichtung zwei aufeinanderfolgende
Zerkleinerungsmaschinen umfasst, die jeweils zur vorzugsweise mechanischen Zerkleinerung
der mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung ausgebildet sind und zur
Erzeugung des pulverförmigen Zwischenproduktes aus der mindestens ein Seltenerdmetall
umfassenden Legierung miteinander zusammenwirken.
[0031] Bewährt haben sich zudem Ausführungsformen, bei welchen der wenigstens eine dynamische
Sicher die auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung unter Schutzgasatmosphäre
umsetzen kann.
[0032] Das Ausgangsmaterial, welche im Rahmen der vorhergehend beschriebenen Verfahren bzw.
mittels der vorhergehend beschriebenen Anlage herstellbar ist, kann im Wesentlichen
Partikel eines Zielgrößenbereichs umfassen und kaum Verschmutzungen mit Partikeln
aufweisen, die kleiner sind als Partikel eines Zielgrößenbereichs. Diese werden nachfolgend
auch als Feinstpartikel bezeichnet. Weiterhin kann das im Rahmen der vorhergehend
beschriebenen Verfahren bzw. mittels der vorhergehend beschriebenen Anlage hergestellte
Ausgangsmaterial im Wesentlichen kaum Verschmutzungen mit Partikeln, die größer als
die Partikel des Zielgrößenbereichs sind, aufweisen. Diese werden nachfolgend auch
als Grobpartikel bezeichnet.
[0033] Mit einem Verfahren bzw. einer Anlage gemäß vorhergehender Beschreibung kann insbesondere
ein Ausgangsmaterial herstellbar sein, das im Wesentlichen nur Partikel mit einer
Größe innerhalb des Zielgrößenbereichs in einer im Wesentlichen homogenen Mischung
umfasst. Im Hinblick auf das Ausgangsmaterial, welches mit den vorhergehend beschriebenen
Verfahren bzw. mittels der vorhergehend beschriebenen Anlage herstellbar ist, haben
sich Ausführungsformen bewährt, bei welchen das Ausgangsmaterial Partikel im Zielgrößenbereich
zwischen 1µm und 10µm, insbesondere in einem Zielgrößenbereich zwischen 2µm und 8µm,
aufweist. Bei einer Zerkleinerung einer mindestens ein Seltenerd-Metall umfassenden
Legierung, lässt sich in der Praxis nicht vermeiden, dass ein Anteil an Feinstpartikeln
entsteht, die kleiner sind als der Zielgrößenbereich. Zudem liegt meist ein Anteil
an Grobpartikeln vor, die nicht ausreichend zerkleinert worden sind. Hier muss immer
ein guter Kompromiss gefunden werden. Eine weitere Vermahlung des Ausgangsmaterials
würde zwar zu einer Reduzierung des Anteils an Grobpartikeln führen, gleichzeitig
würde sich aber der Anteil an ebenfalls unerwünschten Feinstpartikeln erhöhen. Ein
hoher volumenprozentmäßiger Anteil an Feinstpartikeln und/oder Grobpartikeln im Ausgangsmaterial
geht mit unerwünschten Eigenschaften der jeweiligen aus dem Ausgangsmaterial hergestellten
bzw. gefertigen Seltenerd-Magneten einher.
[0034] Besonders bevorzugt enthält ein im Rahmen der vorhergehenden Verfahren bzw. mittels
der vorhergehend beschriebenen Anlage hergestelltes Ausgangsmaterial ≤ 2 Volumenprozent
an Feinstpartikeln, insbesondere ≤ 1 Volumenprozent. Weiterhin kann vorgesehen sein,
dass das im Rahmen der vorhergehenden Verfahren bzw. mittels der vorhergehend beschriebenen
Anlage hergestellte Ausgangsmaterial ≤ 2 Volumenprozent an Grobpartikeln umfasst,
insbesondere ≤ 1 Volumenprozent.
[0035] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform enthält das im Rahmen der vorhergehend beschriebenen
Verfahren bzw. mittels der vorhergehend beschriebenen Anlage hergestellte Ausgangsmaterial
im Wesentlichen bzw. überwiegend Partikel im Zielgrößenbereich zwischen 2µm und 8µm,
wobei ein Anteil an Partikeln, deren Größe oberhalb von 8µm liegt, bei ≤ 2 Volumenprozent
liegt, insbesondere in einem Bereich zwischen 0,1 Volumenprozent und 1 Volumenprozent
und wobei ein Anteil an Partikeln, deren Größe unterhalb von 2µm liegt bei ≤ 2 Volumenprozent
liegt, insbesondere in einem Bereich zwischen 0,05 Volumenprozent und 2 Volumenprozent.
[0036] Der vorhergehend bereits erwähnte und als Bestandteil der erfindungsgemäßen Verfahren
bzw. der erfindungsgemäßen Anlage ausgebildete wenigstens eine dynamische Sichter
kann einen Klassierrotor umfassen. Eine Drehzahl des Klassierrotors kann ggf. in Abhängigkeit
einer für das herzustellende Ausgangsmaterial gewünschten Partikelgrößenverteilung
gesteuert bzw. geregelt werden. Hierzu kann eine Steuer- und/oder Regeleinheit vorgesehen
sein, welche mit dem wenigstens einen dynamischen Sichter in Verbindung steht. Auf
der Steuer- und/oder Regeleinheit kann ein Algorithmus abgelegt sein, über welchen
die Steuer- und/oder Regeleinheit unter Berücksichtigung der jeweiligen für das herzustellende
Ausgangsmaterial gewünschten Partikelgrößenverteilung eine Drehzahl des als Bestandteils
des wenigstens einen dynamischen Sichters ausgebildeten Klassierrotors selbständig
regelt bzw. steuert.
[0037] Der vorherig bereits erwähnte und in diversen Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen
Verfahrens bzw. einer erfindungsgemäßen Anlage vorgesehene mindestens eine statische
Sichter kann ggf. durch mindestens seinen Zyklonklassierer ausgebildet sein. Durch
den mindestens einen Zyklonklassierer kann ggf. bereits eine Reduzierung des Anteils
an Feinstpartikeln erzielt werden. Ein via den mindestens einen statischen Sichter
bzw. den mindestens einen Zyklonklassierer abgetrenntes pulveriges Gemisch, welches
nachfolgend auch als pulverförmiges Zwischenprodukt bezeichnet wird, enthält auch
nach der Abtrennung von Feinstpartikeln in der Regel immer noch bis zu 10 Volumenprozent
an Feinstpartikeln und/oder bis zu 10 Volumenprozent an Grobpartikeln. Die Feinstanteile,
die in einem solchen pulverförmigen Zwischenprodukt notgedrungen immer vorhanden sind,
wirken sich somit in mehrfacher Hinsicht nachteilig auf die Eigenschaften der daraus
hergestellten Seltenerd-Magnete aus.
[0038] Um die Partikelzusammensetzung noch weiter zu verbessern, wird das gemahlene und
ggf. teilweise bereits über den mindestens einen statischen Sichter von Feinstpartikeln
anteilig befreite pulverförmige Zwischenprodukt noch mindestens einem weiteren Sichterprozess,
umgesetzt durch wenigstens einen dynamischen Sichter, unterworfen. Um diesen Sichterprozess
effizient durchzuführen zu können, haben sich Ausführungsformen bewährt, bei welchen
das pulverförmige Zwischenprodukt zunächst dispergiert wird und anschließend eine
Klassierung nach Partikelgröße und/oder Dichte für das dispergierte pulverförmige
Zwischenprodukt durchgeführt wird. Diese Dispergierung und Klassierung nach Partikelgröße
und/oder Dichte können in genau einem dynamischen Sichter durchgeführt wird. Über
den wenigstens einen dynamischen Sichter bzw. über den genau einen dynamischen Sichter
können sodann Feinstpartikel und/oder Grobpartikel aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt
abgetrennt werden.
[0039] D.h. das Verfahren kann folgende Schritte einzeln oder in Kombination umfassen:
- Dispersion des Zwischenproduktes UND/ODER
- erneute Abtrennung von Feinstpartikeln und/oder Grobpartikeln.
[0040] Vorzugsweise kann somit vorgesehen sein, dass die Dispersion des Zwischenproduktes
und das erneute Abtrennen von Feinstpartikeln und/oder Grobpartikeln innerhalb einer
einzigen Vorrichtung, insbesondere innerhalb eines einzigen dynamischen Sichters,
durchgeführt werden. Aufgrund der hohen chemischen Reaktivität von ggf. in hoher Konzentration
im pulverförmigen Zwischenprodukt vorhandenen Feinstpartikeln, kann der einzige dynamische
Sichter eine Dispergierung und/oder Sichtung ggf. unter Schutzgasatmosphäre umsetzen.
Als Schutzgas findet beispielsweise Helium, Argon, Stickstoff o.ä. Verwendung.
[0041] Das mindestens eine als Bestandteil der Legierung ausgebildete Seltenerdmetall kann
beispielsweise durch Eisen und/oder Bor ausgebildet sein. Beispielsweise kann es sich
bei der mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung um eine NdFeB- Legierung
handeln. Über die oben beschriebenen Verfahrensschritte bzw. mittels der bereits beschriebenen
Anlage kann aus dieser mindestens ein Seltenerd-Metall umfassenden Legierung ein Ausgangsmaterial
hergestellt werden, das im Wesentlichen nur Partikel im Zielgrößenbereich zwischen
1µm bis 10µm, vorzugsweise zwischen 2µm bis 8µm, umfasst. Vorzugsweise umfasst das
Ausgangsgemisch ≥ 95 Volumenprozent, insbesondere ≥ 98 Volumenprozent an Partikeln
im Zielgrößenbereich, welcher Zielgrößenbereich von 2µm bis 8µm festgesetzt ist.
[0042] Die bereits beschriebene Anlage kann eine Vorrichtung zur Grobzerkleinerung einer
mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung umfassen. Eine unter Zuhilfenahme
der Vorrichtung zur Grobzerkleinerung ggf. aus der mindestens ein Seltenerdmetall
umfassenden Legierung gebildete grobe Pulverfraktion kann ggf. in einer als Bestandteil
der Anlage ggf. ausgebildeten Vorrichtung zur Feinzerkleinerung zu einer feinen Pulverfraktion
vermahlen werden, wobei die feine Pulverfraktion das pulverförmige Zwischenprodukt
ausgebildet. Beispielsweise kann die Vorrichtung zur Feinzerkleinerung als Fließbettstrahlmühle
ausgebildet sein.
Figurenbeschreibung
[0043] Im Folgenden sollen Ausführungsbeispiele die Erfindung und ihre Vorteile anhand der
beigefügten Figuren näher erläutern. Die Größenverhältnisse der einzelnen Elemente
zueinander in den Figuren entsprechen nicht immer den realen Größenverhältnissen,
da einige Formen vereinfacht und andere Formen zur besseren Veranschaulichung vergrößert
im Verhältnis zu anderen Elementen dargestellt sind. Nachfolgend beschriebene Merkmale
sind nicht eng mit dem jeweiligen Ausführungsbeispiel verknüpft sondern können im
allgemeinen Zusammenhang Verwendung finden.
Figur 1 zeigt schematisch Verfahrensschritte zur Herstellung eines Ausgangsmaterials
zur Fertigung von Seltenerd- Magneten, wie sie in diversen Ausführungsformen jeweils
einzeln oder in der gezeigten Kombination vorgesehen sein können;
Figur 2 zeigt einen Querschnitt durch einen dynamischen Sichter, wie er in diversen
Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie in diversen Ausführungsformen
der erfindungsgemäßen Anlage vorgesehen sein kann.
Figur 3 zeigt einen seitlichen Querschnitt durch den dynamischen Sichter nach Figur
2.
Figur 4 stellt einer für diverse Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
bzw. der erfindungsgemäßen Anlage denkbare Partikelgrößenverteilung eines pulverförmigen
Zwischenproduktes einer denkbaren Partikelgrößenverteilung eines zur Fertigung von
Seltenerd-Magneten vorgesehenen Ausgangsmaterials gegenüber;
Figur 5 zeigt eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme, wie sie für das pulverförmige
Zwischenprodukt ausgebildet sein kann;
Figur 6 zeigt eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme, eines Ausgangsmaterials,
wie es mittels des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. der erfindungsgemäßen Anlage
in diversen Ausführungsformen hergestellt werden kann.
[0044] Für gleiche oder gleich wirkende Elemente der Erfindung werden identische Bezugszeichen
verwendet. Ferner werden der Übersicht halber nur Bezugszeichen in den einzelnen Figuren
dargestellt, die für die Beschreibung der jeweiligen Figur erforderlich sind. Die
dargestellten Ausführungsformen stellen lediglich Beispiele dar, wie die Erfindung
ausgestaltet sein kann und stellen keine abschließende Begrenzung dar.
[0045] Figur 1 zeigt schematisch Verfahrensschritte zur Herstellung eines Ausgangsmaterials
AM zur Fertigung von Seltenerd- Magneten. Als Basis hierzu dient eine geeignete RFeB-
Legierung, die die Bestandteile R = Seltenerdmetall, Fe = Eisen und B = Bor in den
gewünschten Mengenverhältnissen enthält. Beispielsweise wird eine NdFeB- Legierung
zur Herstellung eines sogenannten Neodym- Magneten verwendet. Unter Umständen muss
zuerst eine Legierung aus den Elementen in den gewünschten Mengenverhältnissen hergestellt
werden. Diese Legierung wird in einem ersten Arbeitsschritt einer Grobvermahlung unterworfen.
Beispielsweise in einer mechanischen Mahlanalage oder durch Versprödung mit Wasserstoff.
Dabei werden insbesondere Partikel mit einer Größe von bis zu einigen mm erzeugt.
Anschließend wird die im Rahmen der Grobvermahlung gewonnene grobe Pulverfraktion
gPF einer Feinvermahlung unterzogen, wobei Partikel mit einer durchschnittlichen Partikelgröße
zwischen d50= 2 µm bis 5 µm erzeugt werden bzw. erzeugt werden sollen. Das heißt der
d50 Wert der feinen Pulverfraktion fPF liegt zwischen 2µm bis 5µm mit einer entsprechend
breiten Partikelverteilung hin zu feineren und auch zu gröberen Partikeln, mit den
entsprechenden Mengen von Feinstanteilen (d10 = ca. 1 - 2µm) bzw. von Grobanteilen
(d90 = ca. 8- 15µm). Die groben Partikel gP sind im Gegensatz zu den nachfolgend beschriebenen
Partikeln fP des Feinstanteils zwar chemisch stabil und lassen sich in Magnetfeldern
auch gut orientieren, sie haben jedoch negative Auswirkungen auf die Gegenfeldstabilität
des Magneten, weil diese groben Partikel gP sich bereits bei kleinen magnetischen
Gegenfeldern ummagnetisieren und somit die Gegenfeldstabilität (bzw. die Koerzitivfeldstärke)
des gesamten Magneten verschlechtern. Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, den Anteil
von groben Partikeln gP im Ausgangsgemisch für die Herstellung von gesinterten Permanentmagneten
weiter zu reduzieren.
[0046] Die Partikel fP des Feinstanteils sind auf Grund ihrer Feinheit chemisch sehr reaktiv
und reagieren bereits bei geringsten Sauerstoffkonzentrationen mit dem Sauerstoff
oder auch mit dem Stickstoff aus der Umgebung. Diese Feinstpartikel fP können bei
der weiteren Verarbeitung der Pulver spontane Pulverbrände hervorrufen. Ein weiterer
Nachteil der Feinstpartikel fP besteht darin, dass diese feinen Pulverteilchen sich
in den üblicherweise zur Verfügung stehenden Magnetfeldern und Pressvorrichtungen
(Größenordnung etwa 10 - 20 kOe) nur sehr schlecht orientieren lassen und deshalb
die Remanenz der daraus hergestellten Magnete verschlechtern. Aus diesem Grund werden
in einem vierten bzw. zusätzlichen Verfahrensschritt Feinstanteile, insbesondere Partikel
mit einem Durchmesser von ≤ 1-2µm, aus der feinen Pulverfraktion fPF entfernt. Hierzu
wird das Gemisch beispielsweise im Anschluss an die Grobvermahlung und Feinvermahlung
nach Ziffern 1. und 2. durch einen Zyklon geführt, dass den Feinstanteil über einen
geeigneten Gasstrom mitführt und dabei von dem Gemisch abtrennt. Dadurch wird das
Zwischenprodukt ZP gebildet. Dieses enthält aber immer noch einen nicht unerheblichen
Anteil von bis zu 10% an Feinstpartikeln kleiner ca. 1 µm bis 2µm.
[0047] Um diese verbleibenden Anteile an Feinstpartikeln fP ≤ 1 µm bis 2µm und/oder Grobpartikeln
gP zwischen 10µm und 15µm möglichst vollständig zu entfernen, wird das Zwischenprodukt
ZP mindestens einem weiteren Sichterprozess unterzogen, um ungewünschte Feinstpartikel
fP oder Grobpartikeln gP oder Feinstpartikel fP und Grobpartikel gP zu entfernen und
somit die Homogenität der Partikel in der Zielgröße ZG weiter zu verbessern, insbesondere
um als Ausgangsmaterial AM ein Pulvergemisch zu erhalten, das im Wesentlichen nur
noch Partikel mit Partikelgrößen in einem Zielbereich zwischen etwa 2µm bis 8µm umfasst,
da diese Partikel in magnetischer Hinsicht die beste Pulverfraktion darstellen. Sämtlich
weiteren Schritte, welche in zeitlicher Hinsicht an den Schritt nach Ziffer 4. Anschließen,
werden unter Zuhilfenahme eines dynamischen Sichters 10 (vgl. Figuren 2 und 3) bzw.
eines Hochleistungssichters umgesetzt.
[0048] Die Partikel mit der Zielgröße ZG zwischen 2µm bis 8µm sind chemisch hinreichend
stabil, so dass sie im normalen Herstellungsprozess keinerlei zusätzliche Oxidation
bewirken. Zudem lassen sie sich mit den üblichen Magnetfeldern gut orientieren. Sie
tragen somit wesentlich zum Erreichen einer hohen Remanenz der hergestellten Magnete
bei und sind deshalb erwünscht, notwendig und nützlich. Je mehr Pulverteilchen von
dieser Zielgröße ZG vorhanden sind, umso besser sind die Magnetwerte (Remanenz Br
und Gegenfeldstabilität HcJ) der daraus hergestellten Magnete.
[0049] In einem weiteren bzw. vorliegend 5. Verfahrensschritt wird das pulverförmige Zwischenprodukt
ZP dispergiert, um eine möglichst homogene Verteilung der unterschiedlichen Partikel
des Zwischenproduktes ZP herzustellen. Dabei werden insbesondere molekulare und magnetische
Anziehungskräfte zwischen den Partikeln überwunden und eine der Dispergierung folgende
erneute Sichtung und Abtrennung von Partikel des Feinstanteils und/oder Partikel des
Grobanteils möglich. Auch für diesen Verfahrensschritt wird ein dynamischer Sichter
10 (vgl. Figuren 2 und 3) bzw. Hochleistungssichter eingesetzt.
[0050] Das dispergierte pulverförmige Zwischenprodukt ZP wird erneut gesichtet und Partikel
des Feinstanteils und/oder Partikel des Grobanteils werden dabei entfernt. Dadurch
wird eine optimierte Trennung von Feinst- und Grobanteil zur gewünschten Partikel-
Zielgröße ZG hergestellt. Der Feinstanteil von Partikeln, deren Größe kleiner 1µm
beträgt, wird dabei auf einen Anteil von weniger als 1 % reduziert. Alternativ oder
zusätzlich kann der Grobanteil von Partikeln, deren Größe über 10µm liegt, ebenfalls
auf einen Anteil von weniger als 1 % reduziert werden.
[0051] Dieser mindestens eine zusätzliche Sichtersprozess wird vorzugsweise unter Schutzgasatmosphäre
durchgeführt, beispielsweise unter Helium, Argon, oder Stickstoff, wobei dies keine
abschließende Aufzählung der Möglichkeiten darstellen soll. Die Schutzgasatmosphäre
verhindert insbesondere spontane Pulverbrände aufgrund der Feinstpartikel fP.
[0052] Besonders bevorzugt können der fünfte und sechste Verfahrensschritt bzw. die beiden
letzten Verfahrensschritte, d.h. die Dispersion und die Abtrennung von Feinstpartikeln
fP und/oder die Abtrennung von Grobpartikeln gP in einem dynamischen Sichter 10 gemäß
Figuren 2 und 3 gemeinsam erfolgen.
[0053] Im Hinblick auf die Ausführungsform eines dynamischen Sichters 1 nach Figuren 2 und
3 wird über die Produktzugabe 1 das pulverförmige Zwischenprodukt ZP der Sichtervorrichtung
bzw. dem dynamischen Sichter 10 von oben zugeführt. Durch den Sichterlufteintritt
2 erfolgt die Zuführung der notwendigen Verfahrensluft VL, die das über die Produktzugabe
1 zugeführte pulverförmige Zwischenprodukt ZP mitnimmt und durch eine Vielzahl einstellbarer
Leitschaufel-Spalte des statischen Leitschaufelkorbes 3 führt, wodurch das Zwischenprodukt
ZP aufdispergiert wird. Als Verfahrensluft VL wird vorliegend ein Schutzgas verwendet.
[0054] Das derart aufdispergierte Zwischenprodukt ZP wird über ein in der Drehzahl stufenlos
einstellbares Sichterrad 4 geleitet, wobei die Trennung der Partikelgrößen entweder
in Ziel- und Grobgut oder aber in Ziel- und Feinstgut erfolgt.
[0055] Durch das optimierte Sichterraddesign ist gewährleistet, dass mit nur einem Sichterrad
4 sehr hohe Feinheiten auch bei hohen Durchsätzen erreicht werden können. Die Feinstpartikel
fP verlassen die Sichtervorrichtung 10 über das mit horizontaler Welle 8 eingebaute
Sichterrad 4 im Zentrum der Sichtervorrichtung bzw. des dynamischen Sichters 10. Die
groben Partikel gP werden vom Sichterrad 4 abgewiesen und durch das schraubenförmig
ausgebildete und mit einer Trennwand 5 versehene Maschinengehäuse 9 rückseitig über
den Grobgutaustritt 6 an der Unterseite des Maschinengehäuses 9 ausgetragen. Über
die Stellung der Grobgutklappe 7 kann der Austrag der Grobpartikel gP bei schwierigen
Trennaufgaben geregelt, und so die Sauberkeit der Grobpartikel gP beeinflusst werden.
Die Partikel der Zielgröße ZP verlassen zusammen mit dem Grobgut den dynamischen Sichter
10 über den Grobgutaustritt 6. Der Feinstpartikel fP wurden von den Partikeln der
Zielgröße ZP abgetrennt und bilden somit keinen Bestandteil der Fraktion, welche den
dynamischen Sichter 10 über den Grobgutaustritt 6 verlässt.
[0056] Die Regulierung der gewünschten Zielpartikelgröße ZG erfolgt hierbei insbesondere
über eine Regulierung des Gasstroms der Verfahrensluft VL und/oder der Drehzahl des
Sichterrads 4. Ein höherer Gasstrom und/oder eine niedrigere Drehzahl führen zu einem
gröberen Produkt, während ein niedrigerer Gasstrom und/oder eine höhere Drehzahl zu
einem feineren Produkt führen.
[0057] Zusätzlich zeigt die Figur 3 die mindestens zwei Spaltgaszuführungen (11), diese
sind Notwendig um den Spalt zwischen Feingutastritt und dem Sichterrad (4) mit sogenannten
Spaltgas zu spülen. Es sind aber auch Ausführungen mit nur einer Spaltgaszufühung
(11) möglich. Durch diese Spülung wird vermieden, dass sich Partikel im Sichterrad
(4) und/oder dem Spalt zwischen Feingutausstritt und dem Sichterrad (4) festsetzten
und dieses verstopfen. Die Spülung erfolgt mittels eines dafür geeigneten Fluides,
in einer bevorzugten Ausführungsform mittels Schutzgas.
[0058] Figur 4 zeigt die Partikelgrößenverteilung im Zwischenprodukt ZP und im Ausgangsmaterial
AM. Im Diagramm ist insbesondere die Partikelgröße in µm gegen den Anteil an der Volumendichte
der jeweiligen Mischung in % aufgetragen. Hierbei wird deutlich sichtbar, dass durch
die zusätzlichen Verfahrensschritt des Dispergierens des Zwischenproduktes ZP und
des Sichtens mit anschließendem Abtrennen von feinsten Partikeln fP ≤ 1µm und/oder
groben Partikeln gP ≥ 10 über einen dynamischen Sichter 10 eine homogenere Partikelmischung
im Ausgangsmaterial AM erzielt werden kann, bei der der Anteil an Feinstpartikeln
fP ≤1% der Volumendichte ausmacht und bei der der Anteil an Grobpartikeln gP ebenfalls
≤1% der Volumendichte ausmacht. Insbesondere werden die schraffiert dargestellten
Anteile von Feinstpartikeln fP und Grobpartikeln gP aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt
ZP entfernt.
[0059] Das derart hergestellte Ausgangsmaterial AM eignet sich aufgrund der zwischen 1µm
und 10µm, vorzugsweise zwischen 2µm und 8µm, liegenden Partikelgröße besonders für
die Herstellung von gesinterten Seltenerd- Magneten, da bei diesen Partikelgrößen
des Ausgangsmaterials AM besonders gute Magnetwerde erzielt werden können. Insbesondere
werden mit diesem Ausgangsmaterial AM für die Herstellung von Permanentmagneten hohe
(verbesserte) Remanenzwerte BR und eine gute (verbesserte) Gegenfeldstabilität HcJ
sowie eine deutliche Verbesserung der Rechteckigkeit der Entmagnetisierungskurve erzielt.
[0060] Figur 5 zeigt eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme des pulverförmigen Zwischenproduktes
ZP und Figur 6 zeigt eine rasterelektronenmikroskopische Aufnahme des Ausgangsmaterials
AM, wie es in diversen Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens hergestellt
und zur Fertigung von Seltenerd-Magneten Verwendung finden kann. Während das Zwischenprodukt
ZP eine stark inhomogene Mischung verschiedener Partikelgrößen darstellt und insbesondere
auch einen hohen Anteil an Feinstpartikeln fP enthält, zeigt Figur 6 deutlich, dass
das doppelt gesichtete Ausgangsmaterial AM hauptsächlich nur noch Partikel einer Zielgröße
ZG zwischen 1µm und 10µm, vorzugsweise zwischen 2µm und 8µm enthält.
[0061] Die Ausführungsformen, Beispiele und Varianten der vorhergehenden Absätze, die Ansprüche
oder die folgende Beschreibung und die Figuren, einschließlich ihrer verschiedenen
Ansichten oder jeweiligen individuellen Merkmale, können unabhängig voneinander oder
in beliebiger Kombination verwendet werden. Merkmale, die in Verbindung mit einer
Ausführungsform beschrieben werden, sind für alle Ausführungsformen anwendbar, sofern
die Merkmale nicht unvereinbar sind. Die Erfindung wurde unter Bezugnahme auf bevorzugte
Ausführungsformen beschrieben. Es ist für einen Fachmann vorstellbar, dass Abwandlungen
oder Änderungen der Erfindung gemacht werden können, ohne dabei den Schutzbereich
der nachstehenden Ansprüche zu verlassen. Es ist möglich, einige der Komponenten oder
Merkmale eines der Beispiele in Kombination mit Merkmalen oder Komponenten eines anderen
Beispiels anzuwenden.
Bezugszeichenliste
[0062]
- 1
- Produktzugabe
- 2
- Sichterlufteintritt
- 3
- Leitschaufelkorb
- 4
- Sichterrad
- 5
- Trennwand
- 6
- Grobgutaustritt
- 7
- Grobgutklappe
- 8
- Welle
- 9
- Maschinengehäuse
- 10
- Sichtervorrichtung
- 11
- Spaltgaszuführung
- AM
- Ausgangsmaterial
- fP
- feinste Partikel / Feinstpartikel
- fPF
- feine Pulverfraktion
- gP
- grobe Partikel Grobpartikel
- gPF
- grobe Pulverfraktion
- VL
- Verfahrensluft
- ZG
- Zielgröße
- ZP
- Zwischenprodukt
- SG
- Spaltgas
1. Verfahren zur Herstellung eines pulverförmigen und zur Fertigung von Seltenerd-Magneten
vorgesehenen Ausgangsmaterials (AM), umfassend folgende Schritte:
- Zerkleinern einer mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung, wobei aus
der einen mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung ein pulverförmiges
Zwischenprodukt (ZP) entsteht und
- Durchführen mindestens einer auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichteten Klassierung
für das pulverförmige Zwischenprodukt (ZP), wobei eine mittels der mindestens einen
Klassierung gebildete Fraktion des pulverförmigen Zwischenproduktes (ZP) das zur Fertigung
von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial (AM) ausbildet, dadurch gekennzeichnet, dass
für das Verfahren wenigstens ein dynamischer Sichter (10) vorgesehen ist, welcher
wenigstens eine auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung für das
pulverförmige Zwischenprodukt (ZP) umsetzt und hierbei die Fraktion aus dem pulverförmigen
Zwischenprodukt (ZP) abtrennt, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene
Ausgangsmaterial (AM) ausbildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei welchem das pulverförmige Zwischenprodukt (ZP) zunächst
mindestens einem ersten statischen Sichter zugeführt wird und wobei hierauf folgend
ein mittels des mindestens statischen Sichters aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt
(ZP) abgetrennter Anteil dem wenigstens einen dynamischen Sichter (10) zugeführt wird,
welcher wenigstens eine dynamische Sichter (10) die wenigstens eine auf Partikelgröße
und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung für den mittels des mindestens einen statischen
Sichters aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt (ZP) abgetrennten Anteil umsetzt und
hierbei die Fraktion aus dem Anteil abtrennt, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten
vorgesehene Ausgangsmaterial (AM) ausbildet.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, bei welchem der wenigstens eine dynamische
Sichter (10) das pulverförmige Zwischenprodukt (ZP) sichtet und zudem dispergiert,
woraus resultierend die Fraktion aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt abgetrennt
wird, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial
(AM) ausbildet.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei welchem über den wenigstens einen
dynamischen Sichter (10) mindestens zwei zeitlich aufeinanderfolgende und jeweils
auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierungen umgesetzt werden, wobei
- im Rahmen einer ersten auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichteten Klassierung
der wenigstens eine dynamische Sichter (10) Grobgut (gP) aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt
(ZP) abtrennt und wobei
- im Rahmen einer zweiten auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichteten Klassierung
der wenigstens eine dynamische Sichter (10) Feingut (fP) aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt
(ZP) abtrennt,
wonach ein vom Feingut und Grobgut abgetrennter Anteil des pulverförmigen Zwischenproduktes
die Fraktion bereitstellt, welche das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene
Ausgangsmaterial (AM) ausbildet.
5. Verfahren nach Anspruch 4, bei welchem die erste auf Partikelgröße und/oder Dichte
ausgerichtete Klassierung und die zweite auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete
Klassierung über genau einen dynamischen Sichter (10) durchgeführt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei welchem die mindestens ein Seltenerdmetall
umfassend Legierung in zwei voneinander getrennten Schritten jeweils vorzugsweise
mechanisch zerkleinert wird, wobei aus den Zerkleinerungen in getrennten Schritten
das pulverförmige Zwischenprodukt (ZP) entsteht.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei welchem der wenigstens eine dynamische
Sichter (10) die wenigstens eine auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung
für das pulverförmige Zwischenprodukt (ZP) unter Schutzgasatmosphäre umsetzt.
8. Zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehenes Ausgangsmaterial (AM), hergestellt
durch ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei welchem ein Anteil an Partikeln
> 8µm bei ≤ 2 Volumenprozent liegt, insbesondere in einem Bereich zwischen 0,1 Volumenprozent
und 1 Volumenprozent und/oder bei welchem ein Anteil an Partikeln < 2µm bei ≤ 2 Volumenprozent
liegt, insbesondere in einem Bereich zwischen 0,05 Volumenprozent und 2 Volumenprozent.
9. Verfahren zur Fertigung von Seltenerd-Magneten, umfassend folgende Schritte:
- Herstellen eines Ausgangsmaterials (AM) mittels eines Verfahrens nach einem der
Ansprüche 1 bis 7,
- Einbringen des Ausgangsmaterials (AM) in Formen und Verpressen des Ausgangsmaterials
(AM) in den Formen, wobei Rohlinge aus dem Ausgangsmaterial (AM) entstehen,
- Sintern der Rohlinge und Beaufschlagen der gesinterten Rohlinge mit einem Magnetisierungsimpuls,
so dass hieraus resultierend die gesinterten und mit einem Magnetisierungsimpuls beaufschlagten
Rohlinge als Seltenerd-Magnete ausgebildet sind.
10. Verfahren zur Fertigung von Seltenerd-Magneten nach Anspruch 9, bei welchem mittels
des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7 ein Ausgangsmaterial (AM) nach Anspruch
8 hergestellt wird.
11. Anlage zur Herstellung eines pulverförmigen und zur Fertigung von Seltenerd-Magneten
vorgesehenen Ausgangsmaterials (AM), umfassend
- mindestens eine Zerkleinerungseinrichtung, welche auf eine Erzeugung eines pulverförmigen
Zwischenproduktes (ZP) durch Zerkleinerung einer mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden
Legierung ausgerichtet ist und
- wenigstens eine Trenneinrichtung, welche über wenigstens eine auf Partikelgröße
und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung eine Fraktion aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt
(ZP) abtrennen kann, die das zur Fertigung von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial
(AM) ausbildet, dadurch gekennzeichnet, dass
- die wenigstens eine Trenneinrichtung wenigstens einen dynamischen Sichter (10) umfasst,
der über eine auf Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung die Fraktion
aus dem pulverförmigen Zwischenprodukt (ZP) abtrennen kann, die das zur Fertigung
von Seltenerd-Magneten vorgesehene Ausgangsmaterial (AM) ausbildet.
12. Anlage nach Anspruch 11, bei welcher die wenigstens eine Trenneinrichtung mindestens
einen statischen Sichter umfasst, welchem das pulverförmige Zwischenprodukt (ZP) zuführbar
ist und wobei der mindestens eine statische Sichter und der wenigstens eine dynamische
Sichter (10) derart miteinander in Verbindung stehen, dass ein mittels des mindestens
einen statischen Sichters aus dem zugeführten Zwischenprodukt (ZP) abgetrennter Anteil
dem wenigstens einen dynamischen Sichter (10) zuführbar ist.
13. Anlage nach Anspruch 11 oder Anspruch 12, bei welcher der wenigstens eine dynamische
Sichter (10) zum Sichten und Dispergieren des zugeführten pulverförmigen Zwischenproduktes
(ZP) ausgebildet ist.
14. Anlage nach einem der Ansprüche 11 bis 13, bei welchem die mindestens eine Zerkleinerungseinrichtung
zwei aufeinanderfolgende Zerkleinerungsmaschinen umfasst, die jeweils zur mechanischen
Zerkleinerung der mindestens ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung ausgebildet
sind und zur Erzeugung des pulverförmigen Zwischenproduktes (ZP) aus der mindestens
ein Seltenerdmetall umfassenden Legierung miteinander zusammenwirken.
15. Anlage nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei welcher der wenigstens eine dynamische
Sichter (10) die auf eine Partikelgröße und/oder Dichte ausgerichtete Klassierung
unter Schutzgasatmosphäre umsetzen kann.