[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle
einer Spinn- oder Spulmaschine, eine Fadendüse für die Bereitstellung eines Hilfsfadens
an einer Arbeitsstelle einer Spinn- oder Spulmaschine, eine Spinn- oder Spulmaschine
sowie ein Serviceaggregat für eine solche.
[0002] Aus der
DE 10 2012 008 691 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben von Arbeitsstellen einer Offenend-Rotorspinnmaschine
und eine entsprechende Arbeitsstelle zur Durchführung des Verfahrens bekannt, bei
welchen eine erste schwenkbar gelagerte Saugdüse und eine zweite beweglich gelagerte
Saugdüse vorhanden sind. Die erste schwenkbar gelagerte Saugdüse nimmt einen Faden
von einer Kreuzspule auf und übergibt den Faden im Bereich der Spinnvorrichtung an
die Arbeitsstelle. Beim Erreichen eines vorgebbaren Durchmessers der Kreuzspule wird
der Wickelprozess unterbrochen und ein Kreuzspulen-/Hülsenwechsel eingeleitet. Dabei
wird der produzierte Faden durch die bedarfsgerecht positionierbare zweite Saugdüse
entsorgt. Die beweglich gelagerte zweite Saugdüse wird bei der Übergabe des einlaufenden
Fadens an eine leere Hülse so positioniert, dass der Faden in der geeigneten Position
gehalten werden kann. Nachteilig hierbei ist es, dass zwei beweglich gelagerte Saugdüsen
benötigt werden. Der dafür erforderliche konstruktive Aufwand der Lagerung der Saugdüsen
ist dabei aufwändig und erfordert einen hohen Steuerungsaufwand. Darüber hinaus ist
die Bewegung der Saugdüsen zeitintensiv und geht zu Lasten der Produktivität der Arbeitsstelle.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren, eine Arbeitsstelle einer
Spinn- oder Spulmaschine, eine Fadendüse sowie ein Serviceaggregat vorzuschlagen,
die ein einfaches und schnelles Ansetzen eines Fadens an eine leere Hülse ermöglichen.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren, eine Arbeitsstelle, eine Fadendüse sowie
ein Serviceaggregat mit den Merkmalen der unabhängigen Patentansprüche.
[0005] Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst die folgenden Schritte:
Zunächst wird Hilfsfaden, d. h. ein Faden, der nicht im Rahmen des Verfahrens von
der an dem Verfahren beteiligten Arbeitsstelle gesponnen oder von einer Lieferspule
geliefert wird, von einer Fadendüse an eine der Arbeitsstelle zugeordnete Absaugung
geliefert. Der Hilfsfaden kann von einem Hilfsfadenvorrat stammen, der Teil der Fadendüse
ist oder mit dieser in Verbindung steht. Die Fadendüse selbst kann Teil der Arbeitsstelle
oder eines entlang mehrerer Arbeitsstellen der Spinn- oder Spulmaschine verfahrbaren
Serviceaggregats (andere Bezeichnung: Serviceroboter) sein, der verschiedene Serviceoperationen
durchführen kann.
[0006] Die Fadendüse ist vorzugsweise mit einer Druckluftquelle verbunden und liefert den
Faden mit Hilfe eines Druckluftimpulses in Richtung der Absaugung.
[0007] Die Absaugung ist vorzugsweise Teil der Arbeitsstelle und umfasst eine Öffnung, über
die ein Fadenende des Hilfsfadens angesaugt wird. In jedem Fall verläuft der Hilfsfaden
nach dem Erfassen des genannten Hilfsfadenendes durch die Absaugung zwischen der Fadendüse
und der Absaugung und ist somit zwischen Fadendüse und Absaugung aufgespannt.
[0008] In einem zeitlich nachfolgenden Schritt wird der Hilfsfaden durchtrennt, wobei die
Trennstelle vorzugsweise zwischen der Absaugung und der Fadendüse liegt. Der Hilfsfaden
steht in diesem Verfahrensabschnitt vorzugsweise still und wird von der Absaugung
und der Fadendüse gehalten.
[0009] Die Fadendüse umfasst vorzugsweise ein Lieferwalzenpaar, durch die der Hilfsfaden
bei Bedarf in Richtung einer Öffnung der Fadendüse transportiert werden kann, über
die der Hilfsfaden die Fadendüse verlässt. Gleichzeitig dient das Lieferwalzenpaar
der ortsfesten Fixierung des Hilfsfadens in der Fadendüse, wenn die Walzen des Lieferwalzenpaars
stillstehen. Dies ist vorzugsweise während des genannten Durchtrennens des Hilfsfadens
der Fall.
[0010] Vorzugsweise ist die Fadendüse relativ zur Arbeitsstelle oder relativ zum Serviceaggregat
unbeweglich und/oder ortsfest fixiert.
[0011] Durch das Durchtrennen des Hilfsfadens entstehen ein in die Absaugung ragender Fadenabschnitt
des Hilfsfadens und ein sich in die Fadendüse erstreckender Fadenabschnitt, der wiederum
von dem Lieferwalzenpaar gehalten werden kann und vorzugsweise ein Stück weit aus
der Fadendüse herausragt.
[0012] Der in die Absaugung ragende Fadenabschnitt wird nach dem genannten Durchtrennen
des Hilfsfadens mit Hilfe der Absaugung vollständig eingesaugt und abgeführt, wobei
die Abführung beispielsweise über einen sich über mehrere Arbeitsstellen erstreckenden
Unterdruckkanal erfolgen kann.
[0013] Hingegen wird der sich in die Fadendüse erstreckende Fadenabschnitt durch eine Fadenannahme
der Arbeitsstelle erfasst. Bei der Fadenannahme handelt es sich z. B. um eine Fadenliefereinheit.
Diese kann beispielsweise durch eine aus dem Stand der Technik bekannte Rotor- oder
Luftspinneinheit der Arbeitsstelle gebildet sein. Im Fall einer Rotorspinneinheit
wird das Fadenende des sich in die Fadendüse erstreckenden Fadenabschnitts mit Hilfe
eines oder mehrerer Fadenhandhabungselemente der Arbeitsstelle oder eines der Arbeitsstelle
in diesem Moment zugestellten Serviceaggregats und/oder mit Hilfe einer Luftströmung
in das Rotorgehäuse der Rotorspinneinheit eingeführt. Wird die Rotorspinneinheit in
einem nachfolgenden Verfahrensschritt über eine Auflösewalze mit Fasern eines der
Auflösewalze zugeführten Faserbands beschickt und der Rotor in Drehung versetzt, so
lagern sich die Fasern an das in das Rotorgehäuse ragende Fadenende an, so dass sich
schließlich an den Hilfsfaden ein neu gesponnener Faden anschließt, der kontinuierlich
von der Rotorspinneinheit geliefert wird.
[0014] Handelt es sich bei der Fadenannahme um eine Luftspinneinheit, so wird das genannte
Fadenende in oder durch die Luftspinndüse der Luftspinneinheit geführt, um mit einem
Faserband verbunden zu werden. Anschließend wird der Hilfsfaden gemeinsam mit dem
mit diesem verbundenen Faserband in die Luftspinndüse eingezogen. Dort entsteht ebenfalls
ein neu gesponnener Faden, dessen erster Abschnitt durch den zuvor gelieferten Hilfsfadenabschnitt
gebildet ist.
[0015] Der oben genannte, sich in die Fadendüse erstreckende, Fadenabschnitt dient also
als Ansetzfaden, an den in der Fadenannahme während des eigentlichen Spinnprozesses
Fasern eines der Fadenannahme zugeführten Faserbandes angesetzt werden, um anschließend
kontinuierlich Faden zu produzieren.
[0016] Alternativ kann es sich bei der Fadenannahme auch um eine Spleiß- oder Knoteinheit
der Arbeitsstelle handeln, mit deren Hilfe der sich in die Fadendüse erstreckende
Fadenabschnitt mit einem Fadenende eines von einer Lieferspule der Arbeitsstelle kommenden
Fadens verbunden wird.
[0017] Im Ergebnis verläuft der sich noch immer in die Fadendüse erstreckende Hilfsfaden
nach der Annahme durch die Fadenannahme zwischen der Fadendüse und der Fadenannahme.
[0018] Im nächsten Schritt wird der sich in die Fadendüse erstreckende Fadenabschnitt durchtrennt,
wobei dies durch eine Schneideinheit der Arbeitsstelle oder eines Serviceaggregats
erfolgen kann. Vorzugsweise ist die Schneideinheit Teil der Fadendüse oder mit dieser
verbunden. In jedem Fall entstehen ein in der Fadendüse verbleibender Fadenabschnitt
und ein von der Fadenannahme kommender Fadenabschnitt.
[0019] Im nächsten Schritt wird der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt an die
Absaugung der Arbeitsstelle geliefert, wobei in diesem Stadium bereits ein neuer Fadenabschnitt
von der Fadenannahme geliefert wird (wie oben beschrieben), der sich an den Fadenabschnitt
anschließt, der ursprünglich Teil des Hilfsfadens war. Der an der Arbeitsstelle vorhandene
Faden verläuft in diesem Stadium zwischen der Fadenannahme und der Absaugung. Vorzugsweise
wird hierbei ständig Faden von der Fadenannahme geliefert (z. B. von der Rotor- oder
Luftspinnstelle produziert).
[0020] Anschließend wird der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt mit Hilfe einer
Fanganordnung erfasst und hierdurch oder nachfolgend mit einer in einer Spulanordnung
der Arbeitsstelle zur Verfügung gestellten Hülse in Kontakt gebracht. Bei der Fanganordnung
handelt es sich beispielsweise um einen die Hülse teilweise umgebenden Bürstenplüsch
oder einen im Bereich einer Stirnseite der Hülse angeordneten Hülsenteller mit Fangzähnen.
[0021] Um das Erfassen des von der Fadenannahme kommenden Fadenabschnitts durch die Fangeinheit
zu erleichtern, kann der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt mit Hilfe eines
Fadenauslenkers in Richtung der Hülse ausgelenkt werden. Der Fadenauslenker kann Teil
der Fadendüse sein.
[0022] Schließlich beginnt der Aufspulvorgang des von der Fadenannahme gelieferten Fadens
auf die Hülse, wobei der Faden hierbei mit Hilfe einer Changierung wie im Stand der
Technik üblich changiert wird. Das Verfahren zum Anlegen eines Fadens an eine leere
Hülse ist damit abgeschlossen.
[0023] Besondere Vorteile bringt es mit sich, wenn das Liefern des Hilfsfadens von der Fadendüse
an die Absaugung mit Hilfe einer von der Fadendüse erzeugten Druckluftströmung erfolgt.
Der Hilfsfaden wird in diesem Fall vorzugsweise mit Hilfe des genannten Lieferwalzenpaars
aus einem Hilfsfadenvorrat abgezogen, wobei der Anfang des Hilfsfadens mit Hilfe der
Druckluftströmung aus der Fadendüse ausgestoßen und in Richtung der Absaugung geblasen
wird.
[0024] Auch ist es äußert vorteilhaft, wenn der Hilfsfaden von der Fadendüse geliefert,
anschließend von einem Saugabschnitt der Arbeitsstelle erfasst und erst über den Saugabschnitt
in die Absaugung gelangt. Der Saugabschnitt kann durch einen Saugschlitz der Arbeitsstelle
gebildet sein, der sich beispielsweise in einem Gehäuse der Arbeitsstelle befindet.
Der Hilfsfaden verläuft in diesem Fall von der Fadendüse in den Saugabschnitt und
von dort in die Absaugung, die sich beispielsweise innerhalb des Gehäuses befinden
kann und vorzugsweise von außen nicht sichtbar ist. Beispielsweise befindet sich der
Saugabschnitt in einer Frontansicht auf die Arbeitsstelle zwischen der Fadendüse und
einem Fadeneinlass der Absaugung.
[0025] Besonders vorteilhaft ist es, wenn der Hilfsfaden vor dem oben beschriebenen Durchtrennen
des Hilfsfadens zwischen der Fadendüse und der Absaugung mit Hilfe eines Fadenmanipulators
in Richtung der Fadenannahme ausgelenkt wird. Der Fadenmanipulator ist vorzugsweise
verschwenkbar und kann einen Greifabschnitt, beispielsweise eine Öse oder einen Haken,
umfassen, der zunächst an einer Stelle angeordnet ist, die vom Hilfsfaden passiert
wird, wenn sich dieser von der Fadendüse in die Absaugung erstreckt. Wird der Fadenmanipulator
anschließend bewegt, z. B. verschwenkt, so lenkt er den Hilfsfaden aus, so dass dieser
anschließend eine Schlaufe bildet, die zwischen der Fadendüse, dem Fadenmanipulator
und der Absaugung verläuft, wobei der Hilfsfaden zusätzlich vor dem Eintritt in die
Absaugung über den oben genannten Saugabschnitt verlaufen kann.
[0026] Auch ist es von Vorteil, wenn das genannte Durchtrennen des sich in die Fadendüse
erstreckenden Fadenabschnitts mit Hilfe einer Schneideinheit der Fadendüse innerhalb
der Fadendüse erfolgt, während der Faden zwischen der Fadendüse und der Fadenannahme
verläuft. In diesem Fall entstehen der oben genannte von der Fadenannahme kommende
Fadenabschnitt und der ebenfalls bereits genannte in der Fadendüse verbleibende Fadenabschnitt,
wobei das Ende des zuletzt genannten Fadenabschnitts in der Fadendüse verbleibt. Gleichzeitig
befindet sich auch das Ende des von der Fadenannahme kommenden Fadenabschnitts in
der Fadendüse und kann von dieser im nachfolgenden Verfahrensschritt umgelenkt und
an die Absaugung der Arbeitsstelle übergeben werden. Auch diese Übergabe erfolgt vorzugsweise
mit Hilfe einer Druckluftströmung, die von der Fadendüse erzeugt wird. Ferner ist
es auch in diesem Fall möglich, dass das genannte Ende über den beschriebenen Saugabschnitt
eingesaugt und erst anschließend von der Absaugung erfasst wird.
[0027] Im Zusammenhang mit dem Saugabschnitt sei darauf hingewiesen, dass dieser derart
mit der Absaugung in strömungstechnischer Verbindung stehen kann, dass die von der
Absaugung eingesaugte Luft über den Saugabschnitt eingesaugt wird. Die Unterdruckquelle
des Saugabschnitts wird also durch die mit der Absaugung verbundene Unterdruckquelle
gebildet.
[0028] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn die Übergabe des von der Fadenannahme kommenden Fadenabschnitts
an die Absaugung der Arbeitsstelle mit Hilfe der Fadendüse erfolgt. Der von der Fadenannahme
kommende Fadenabschnitt wird also von der Fadendüse in Richtung der Absaugung gelenkt,
wobei dies durch die bereits erwähnte Druckluftströmung der Fadendüse erfolgen kann.
Der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt verläuft im Anschluss daran von der
Fadenannahme über die Fadendüse zur Absaugung. Der genannte Fadenabschnitt kann hierbei
zwischen der Fadendüse und der Absaugung durch den oben beschriebenen Saugabschnitt
der Arbeitsstelle verlaufen.
[0029] Auch ist es von Vorteil, wenn der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt über
eine erste Öffnung der Fadendüse in diese eintritt und über eine zweite Öffnung der
Fadendüse aus dieser austritt. Der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt verläuft
in diesem Fall durch die Fadendüse. Insbesondere wird der Hilfsfaden zu Beginn des
Verfahrens über die erste Öffnung an die Absaugung abgegeben. Vor dem Durchtrennen
des von der Fadenannahme kommenden Fadenabschnitts im Bereich der Fadendüse tritt
der genannte Fadenabschnitt schließlich über die erste Öffnung in die Fadendüse ein.
Der nach dem Durchtrennen entstehende Fadenabschnitt, der von der Fadenannahme über
die Fadendüse zur Absaugung verläuft, tritt ebenfalls über die erste Öffnung in die
Fadendüse ein und über die zweite Öffnung aus dieser aus.
[0030] Besondere Vorteile bringt es mit sich, wenn der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt
mit Hilfe der Fadenannahme mit einem Fasermaterial eines der Fadenannahme zugeführten
Faserbandes verbunden wird. Ein entsprechender Anspinnvorgang kann dadurch erfolgen,
dass das Fadenende des genannten Fadenabschnitts in eine die Fadenannahme bildende
Rotorspinneinheit eingeführt bzw. eingesaugt und dort bei sich drehendem Rotor der
Rotorspinneinheit mit Einzelfasern des Faserbands in Kontakt gebracht wird.
[0031] Handelt es sich bei der Fadenannahme um eine Luftspinneinheit, so wird das Fadenende
mit dem Faserband vor dessen Eintreten in die Luftspinneinheit in Kontakt gebracht
und gemeinsam mit diesem in die Luftspinneinheit eingezogen.
[0032] Ebenso ist es denkbar, dass es sich bei der Fadenannahme um eine Spleiß- oder Knoteinheit
der Arbeitsstelle einer Spulmaschine handelt. Die Spleiß- oder Knoteinheit verbindet
ein Fadenende eines von einer Lieferspule kommenden Fadens mit dem von der Fadenannahme
kommenden Fadenabschnitts, bevor der von der Fadenannahme kommende Fadenabschnitt
an die Absaugung der Arbeitsstelle übergeben wird.
[0033] Im Übrigen kann die Fadenannahme selbstverständlich auch durch die Spleiß- oder Knoteinheit
einer Luftspinnmaschine gebildet werden.
[0034] Auch ist es äußert vorteilhaft, wenn die Fadendüse Bestandteil eines entlang mehrerer
Arbeitsstellen der Spinn- oder Spulmaschine verfahrbar gelagerten Serviceaggregats
ist. Zudem sollte der Hilfsfaden von dem Serviceaggregat zur Verfügung gestellt werden,
das hierfür einen Hilfsfadenvorrat, beispielsweise eine Hilfsfadenspule, umfassen
kann.
[0035] Ferner betrifft die Erfindung generell eine Fadendüse für die Bereitstellung eines
Hilfsfadens an einer Arbeitsstelle einer Spinn- oder Spulmaschine. Die Fadendüse kann
Bestandteil eines Serviceaggregats sein oder auch ortsfest an einem Rahmen oder einer
sonstigen Halteanordnung einer Arbeitsstelle einer Spinn- oder Spulmaschine befestigt
sein. Die Fadendüse umfasst wenigstens eine erste Öffnung und eine zweite Öffnung,
wobei beide Öffnungen dem Auslass und/oder dem Einlass eines Hilfsfadens dienen.
[0036] Ferner umfasst die Fadendüse einen Drucklufteinlass mit einem Anschluss für eine
Druckluftversorgung, um einen Hilfsfaden durch die erste oder zweite Öffnung aus der
Fadendüse auszublasen und, wie oben beschrieben, in Richtung einer Absaugung einer
Arbeitsstelle einer Spinn- oder Spulmaschine zu blasen.
[0037] Um den Verlauf des Hilfsfadens beeinflussen zu können, umfasst diese darüber hinaus
ein Ventil, mit dessen Hilfe festlegbar ist, über welche der beiden Öffnungen die
über den Anschluss für die Druckluftversorgung eingebrachte Luft aus der Fadendüse
austritt.
[0038] Das Ventil besitzt vorzugsweise einen Anschluss, über den es mit einer Steuerung
eines Serviceaggregats oder der genannten Arbeitsstelle bzw. einer Steuerung der die
Arbeitsstelle aufweisenden Spinn- oder Spulmaschine verbindbar ist, um die Stellung
des Ventils automatisch steuern zu können. Bei dem Ventil handelt es sich vorzugsweise
um ein Mehrwegeventil, mit dessen Hilfe festlegbar ist, ob die in das Ventil eingebrachte
Druckluft über die erste oder die zweite Öffnung aus der Luftdüse ausströmt.
[0039] Schließlich ist es von Vorteil, wenn die Fadendüse ein Lieferwalzenpaar umfasst,
mit dessen Hilfe ein Hilfsfaden von einem Hilfsfadenvorrat, der auch Teil der Fadendüse
sein kann, in Richtung des Ventils geliefert werden kann. Mit Hilfe des Lieferwalzenpaars
kann der Hilfsfaden also entweder bewegt oder bei Stillstand der Walzen des Lieferwalzenpaars
fixiert werden.
[0040] Ebenso ist es vorteilhaft, wenn die Fadendüse wenigstens eine Schneideinheit umfasst,
mit deren Hilfe der Hilfsfaden durchtrennbar ist. Die Schneideinheit ist vorzugsweise
im Transportweg des Hilfsfadens zwischen dem Lieferwalzenpaar und dem Ventil angeordnet.
Wird ein Hilfsfaden durchtrennt, so erstreckt sich ein erster Abschnitt zwischen die
Lieferwalzen, während das Ende des zweiten Abschnitts des Hilfsfadens zwischen dem
Ventil und der Schneideinheit entsteht.
[0041] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Serviceaggregat für eine Spinn- oder Spulmaschine
zur Durchführung von Serviceschritten, bei denen ein Hilfsfaden einer Hülse der Arbeitsstelle
zugestellt wird. Insbesondere ist mit Unterstützung des Serviceaggregats das bisher
und/oder nachfolgend beschriebene Verfahren durchführbar. Das Serviceaggregat zeichnet
sich dadurch aus, dass es eine Fadendüse gemäß bisheriger und/oder nachfolgender Beschreibung
aufweist.
[0042] Schließlich ist eine Spinn- oder Spulmaschine zur Herstellung oder zum Umspulen eines
Garns Teil der Erfindung, die sich dadurch auszeichnet, dass sie eine Fadendüse gemäß
bisheriger und/oder nachfolgender Beschreibung aufweist. Die Fadendüse kann einer
oder auch mehreren Arbeitsstellen zugeordnet sein und ist vorzugsweise ortsfest an
einem Rahmen oder sonstigen Halteanordnung der Spinn- oder Spulmaschine befestigt.
Alternativ ist sie Teil eines Serviceaggregats.
[0043] Vorzugsweise handelt es sich bei der Spinnmaschine um eine aus dem Stand der Technik
bekannte Rotorspinn- oder Luftspinnmaschine. Bei einer Spulmaschine handelt es sich
um eine ebenfalls aus dem Stand der Technik bekannte Textilmaschine, mit deren Hilfe
ein Faden von einer Lieferspule (die z. B. von einer Ringspinnmaschine stammt) auf
eine Hülse umgespult wird, wobei vorhandene Fadenfehler entfernt werden.
[0044] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben.
Es zeigen, jeweils schematisch:
- Figur 1
- eine Frontansicht einer Arbeitsstelle einer Rotorspinnmaschine mit einer Fadendüse,
- Figur 2
- eine Frontansicht einer Arbeitsstelle einer Spulvorrichtung mit einer Fadendüse,
- Figuren 3 bis 5
- Frontansichten einer Arbeitsstelle einer Spinn- oder Spulmaschine mit Fadendüse.
[0045] Die Figuren 1 bis 5 zeigen generell eine Arbeitsstelle 1 einer Spinn- oder Spulmaschine.
Dargestellt sind nur die für das Verständnis der Erfindung wichtigen Abschnitte bzw.
Bauteile. Selbstverständlich weist die Arbeitsstelle 1 weitere Elemente auf, wie beispielsweise
einen nicht gezeigten Halter für die in Figur 5 gezeigte Hülse 25 und einen entsprechenden
Hülsenantrieb. Auch sind nicht in allen Figuren alle in Figur 1 gezeigten Abschnitte,
wie beispielsweise der Drucklufteinlass 16 des bereits oben beschriebenen Ventils
15 der Fadendüse 3, dargestellt, auch wenn sie eigentlich vorhanden sind.
[0046] Zudem sei darauf hingewiesen, dass die Figuren ein Ansetzen eines Fadens an eine
Hülse 25 zeigen, das prinzipiell bei einer Spinnmaschine oder auch einer Spulmaschine
angewendet werden kann. Auch die nachfolgend beschriebene Fadendüse 3 kann bei beiden
Arten von Textilmaschinen zum Einsatz kommen.
[0047] Rein beispielhaft ist daher in Figur 1 die Zufuhr eines Faserbands 18 in die im Folgenden
noch näher beschriebene Fadenannahme 7 gezeigt, die in diesem Fall als Rotorspinneinheit
ausgebildet ist. Ebenso beispielhaft zeigt Figur 2, dass es sich bei der Maschine
auch um eine Spulmaschine handeln kann, bei der ein von einer Lieferspule 19 kommender
Faden 20 auf eine ausschließlich in Figur 5 gezeigte Hülse 25 umgespult wird. Das
Fadenende des von der Lieferspule 19 kommenden 20 Fadens wird in diesem Fall im Rahmen
des Verfahrens mit einem von oben kommenden Hilfsfaden 2 innerhalb einer Spleiß- oder
Knoteinheit verbunden, die in diesem Fall die Fadenannahme 7 bildet.
[0048] Nachfolgend werden die einzelnen Schritte einer vorteilhaften Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens beschrieben, dass generell dazu dient, einen Faden mit einer leeren Hülse
25 in Kontakt zu bringen, um einen Aufspulvorgang eines von der Fadenannahmen 7 gelieferten
Fadens auf die Hülse 25 zu starten. Ein entsprechendes Verfahren kann beispielsweise
durchgeführt werden, nachdem die Arbeitsstelle 1 eine Hülse 25 vollständig mit einem
Faden bespult hat und die volle Spule durch eine leere Hülse 25 ausgetauscht werden
muss.
[0049] Im Übrigen sei darauf hingewiesen, dass die leere Hülse 25 erst in Figur 5 gezeigt
ist. Selbstverständlich kann die Hülse 25 auch zu einem früheren Zeitpunkt der Arbeitsstelle
1 zur Verfügung gestellt werden.
[0050] Zu Beginn des Verfahrens wird von einem Hilfsfadenvorrat 23 (z. B. einer Hilfsfadenspule)
ein Hilfsfaden 2 zur Verfügung gestellt. Der Hilfsfadenvorrat 23 kann Teil der nachfolgend
beschriebenen Fadendüse 3 oder dieser lediglich zugeordnet sein. Der Hilfsfaden 2
wird vorzugsweise mit Hilfe eines Lieferwalzenpaars 26 (das ebenfalls Teil der Fadendüse
3 sein kann) an ein Ventil 15 der Fadendüse 3 geliefert. Beispielsweise kann der Hilfsfaden
2 durch eine Luftströmung in das Ventil 15 eingesaugt werden. Die Luftströmung kann
nach dem Venturiprinzip dadurch entstehen, dass eine über einen Drucklufteinlass 16
der Fadendüse 3 in das Ventil 15 eingebrachte Druckluft die Fadendüse 3 über eine
erste Öffnung 13 verlässt.
[0051] Die Fadendüse 3, das Lieferwalzenpaar 26, der Hilfsfadenvorrat 23 und die nachfolgend
noch beschriebene Schneideinheit 12 können Bestandteil eines entlang mehrerer Arbeitsstellen
1 patrouillierenden Serviceaggregats 17 sein. Denkbar ist auch, dass die genannten
Elemente Teil der Arbeitsstelle 1 sind.
[0052] In jedem Fall wird der Hilfsfaden 2 von der Fadendüse 3 an eine der Arbeitsstelle
1 zugeordnete Absaugung 4 geliefert, wobei die Absaugung 4 vorzugsweise Teil der Arbeitsstelle
1 ist und hinter einem Gehäuse 27 der Arbeitsstelle 1 oder einer Abdeckung angeordnet
sein kann. Zudem steht die Absaugung 4 mit einer Unterdruckquelle in Verbindung, so
dass sie eine saugende Wirkung auf den Hilfsfaden 2 ausübt.
[0053] Wie Figur 1 zeigt, ist es von Vorteil, wenn der Hilfsfaden 2 nicht direkt in die
Absaugung 4 gelangt. Vielmehr sollte der Hilfsfaden 2 zunächst von einem Saugabschnitt
11 angesaugt werden, der beispielsweise als Schlitz oder sonstige Öffnung im Gehäuse
27 ausgebildet sein kann. Hinter dem Saugabschnitt 11 erstreckt sich schließlich eine
nicht näher dargestellte Strömungsverbindung zur Absaugung 4, so dass der Hilfsfaden
2 über den Saugabschnitt 11 in die Absaugung 4 gelangt.
[0054] Im Ergebnis ist der Hilfsfaden 2 schließlich zwischen der Fadendüse 3 und der Absaugung
4 aufgespannt.
[0055] Die von außen sichtbaren Abschnitte des Hilfsfadens 2 sind im Übrigen in den Figuren
durch eine durchgezogene Linie dargestellt, wobei die von außen nicht sichtbaren Abschnitte
gestrichelt sind.
[0056] Im nächsten Schritt wird der Hilfsfadens 2 mit Hilfe eines Fadenmanipulators 22 nach
unten ausgelenkt, wobei der Fadenmanipulator 22 hierfür mit Hilfe eines Schwenklagers
24 um eine Schwenkachse verschwenkt wird (Figur 2).
[0057] Um den Faden entsprechend auszulenken, umfasst der Fadenmanipulator 22 einen Greifabschnitt
21, beispielsweise in Form einer Öse oder eines Hakens. Der Greifabschnitt 21 kann
bereits im in Figur 1 gezeigten Stadium mit dem Hilfsfaden 2 in Kontakt stehen und
hält diesen, wenn der Fadenmanipulator 22 verschwenkt wird.
[0058] Gleichzeitig gibt der Fadenmanipulator 22 durch das Verschwenken eine Einlassöffnung
28 frei, so dass der Hilfsfaden 2 von der Fadendüse 3 kommend über den Saugabschnitt
11 eingesaugt wird, hinter einem Gehäuse 27 oder einer sonstigen Abdeckung verläuft
und aus der Einlassöffnung 28 austritt. Anschließend verläuft er über den Greifabschnitt
21, von dort wieder in die Einlassöffnung 28 und schließlich in die Absaugung 4. Der
Hilfsfaden 2 nimmt nach dem Verschwenken des Fadenmanipulators 22 also den in Figur
2 gezeigten Verlauf an.
[0059] Zeitlich nachfolgend wird der Hilfsfaden 2 in dem Bereich durchtrennt, der zuvor
ausgelenkt wurde. Das Durchtrennen kann durch eine nicht gezeigte Vorrichtung zur
Fadenendenpräparierung erfolgen, die sich im Bereich der Fadenannahme 7 befinden kann.
[0060] In jedem Fall entsteht hierdurch ein in die Absaugung 4 ragender Fadenabschnitt 5
(Figur 3) und ein sich in die Fadendüse 3 erstreckender Fadenabschnitt 6, der weiterhin
von dem Lieferwalzenpaar 26 fixiert wird.
[0061] Während der in die Absaugung 4 ragende Fadenabschnitt 5 mit Hilfe der Absaugung 4
abgeführt wird, wird der sich in die Fadendüse 3 erstreckende Fadenabschnitt 6 durch
die Fadenannahme 7 der Arbeitsstelle 1 erfasst, bei der es sich um eine Rotor- oder
Luftspinneinheit einer Spinnmaschine oder eine Fadenverbindungseinheit (Spleiß- oder
Knoteinheit) einer Spul- oder Spinnmaschine handeln kann. Im Ergebnis verläuft der
sich in die Fadendüse 3 erstreckende Fadenabschnitt 6 zwischen der Fadendüse 3 und
der Fadenannahme 7, wie in Figur 3 gezeigt.
[0062] Anschließend wird der sich in die Fadendüse 3 erstreckende Fadenabschnitt 6 durchtrennt,
so dass ein in der Fadendüse 3 verbleibender Fadenabschnitt 8 und ein von der Fadenannahme
7 kommender Fadenabschnitt 9 entstehen (Figur 4). Das Durchtrennen kann beispielsweise
mit Hilfe einer Schneideinheit 12 der Fadendüse 3 erfolgen.
[0063] Im nächsten Schritt wird das Ventil 15 der Fadendüse 3 derart gesteuert, dass die
über den Drucklufteinlass 16 einströmende Luft über eine zweite Öffnung 14 der Fadendüse
3 nach außen strömt. Aufgrund des Venturiprinzips wird gleichzeitig Luft über die
erste Öffnung 13 eingesaugt. Durch die Luftströmung wird der von der Fadenannahme
7 kommende Fadenabschnitt 9 über die zweite Öffnung 14 ausgegeben und gelangt in den
Wirkbereich des Saugabschnitts 11, der den genannten Fadenabschnitt schließlich ansaugt.
Nach Passieren des Saugabschnitts 11 gelangt dieser Fadenabschnitt in die Absaugung
4. Der von der der Fadenannahme 7 kommende Fadenabschnitt 9 wird also an die Absaugung
4 der Arbeitsstelle 1 übergeben. Der resultierende Verlauf des von der Fadenannahme
7 kommenden Fadenabschnitts 9 ist in Figur 4 gezeigt, wobei die Fadenannahme 7 hier
bereits neuen Faden liefert, der entweder mit Hilfe einer Rotor- oder Luftspinneinheit
produziert wird oder von einer in Figur 4 nicht gezeigten Lieferspule 19 stammt.
[0064] Nachfolgend wird der von der Fadenannahme 7 kommende Fadenabschnitt 9 im Bereich
zwischen dem Saugabschnitt 11 und der ersten Öffnung 13 und damit im Bereich einer
durch die Arbeitsstelle 1 vorgehaltenen Hülse 25 mit Hilfe einer Fanganordnung 10
erfasst. Bei der Fanganordnung 10 kann es sich beispielsweise um einen oder mehrere
Fangzähne eines die Hülse 25 haltenden Hülsentellers oder einen Bürstenplüsch der
Hülse 25 handeln.
[0065] Um das Erfassen zu erleichtern, kann die Fadendüse 3 ein nicht gezeigtes Auslenkelement
aufweisen, mit dessen Hilfe der von der Fadenannahme 7 kommende Fadenabschnitt 9 in
Richtung der Fanganordnung 10 ausgelenkt werden kann.
[0066] Nachdem der von der Fadenannahme 7 kommende Fadenabschnitt 9 von der Hülse 25 bzw.
der Fanganordnung 10 erfasst ist, wird dieser zwischen der Fanganordnung 10 und der
ersten Öffnung 13 der Fadendüse 3 durchtrennt, so dass der von der Fadenannahme 7
nachfolgend gelieferte Faden auf die Hülse 25 aufgespult werden kann, während der
restliche Abschnitt von der Absaugung 4 abgeführt wird.
[0067] Abschließend wird der Aufspulvorgang des von der Fadenannahme 7 kommenden Fadenabschnitts
9 auf die Hülse 25 gestartet, wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist. Insbesondere
wird der von der Fadenannahme 7 kommende Fadenabschnitt 9 beim Aufspulen auf die Hülse
25 seitlich changiert.
[0068] Die vorliegende Erfindung ist nicht auf die dargestellten und beschriebenen Ausführungsbeispiele
beschränkt. Abwandlungen im Rahmen der Patentansprüche sind ebenso möglich wie eine
beliebige Kombination der beschriebenen Merkmale, auch wenn sie in unterschiedlichen
Teilen der Beschreibung bzw. den Ansprüchen oder in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen
dargestellt und beschrieben sind, vorausgesetzt, dass kein Widerspruch zur Lehre der
unabhängigen Ansprüche entsteht.
Bezugszeichenliste
[0069]
- 1
- Arbeitsstelle einer Spinn- oder Spulmaschine
- 2
- Hilfsfadens
- 3
- Fadendüse
- 4
- Absaugung
- 5
- in die Absaugung ragender Fadenabschnitt
- 6
- sich in die Fadendüse erstreckender Fadenabschnitt
- 7
- Fadenannahme
- 8
- in der Fadendüse verbleibender Fadenabschnitt
- 9
- von der Fadenannahme kommender Fadenabschnitt
- 10
- Fanganordnung
- 11
- Saugabschnitt
- 12
- Schneideinheit der Fadendüse
- 13
- erste Öffnung der Fadendüse
- 14
- zweite Öffnung der Fadendüse
- 15
- Ventil
- 16
- Drucklufteinlass der Fadendüse
- 17
- Serviceaggregat
- 18
- Faserband
- 19
- Lieferspule
- 20
- von der Lieferspule kommender Faden
- 21
- Greifabschnitt
- 22
- Fadenmanipulator
- 23
- Hilfsfadenvorrat
- 24
- Schwenklager
- 25
- Hülse
- 26
- Lieferwalzenpaar
- 27
- Gehäuse
- 28
- Einlassöffnung
1. Verfahren zum Betreiben einer Arbeitsstelle (1) einer Spinn- oder Spulmaschine, umfassend
die folgenden Verfahrensschritte:
- Liefern eines Hilfsfadens (2) von einer Fadendüse (3) an eine der Arbeitsstelle
(1) zugeordnete Absaugung (4), wobei der Hilfsfaden (2) hierdurch zwischen der Fadendüse
(3) und der Absaugung (4) aufgespannt wird,
- Durchtrennen des Hilfsfadens (2), so dass ein in die Absaugung (4) ragender Fadenabschnitt
(5) und ein sich in die Fadendüse (3) erstreckender Fadenabschnitt (6) entstehen,
wobei der in die Absaugung (4) ragende Fadenabschnitt (5) mit Hilfe der Absaugung
(4) abgeführt wird,
- Erfassen des sich in die Fadendüse (3) erstreckenden Fadenabschnitts (6) durch eine
Fadenannahme (7) der Arbeitsstelle (1), vorzugsweise in Form einer Fadenliefereinheit
oder einer Fadenverbindungseinheit, so dass sich der in die Fadendüse (3) erstreckende
Fadenabschnitt (6) zwischen der Fadendüse (3) und der Fadenannahme (7) verläuft,
- Durchtrennen des sich in die Fadendüse (3) erstreckenden Fadenabschnitts (6), so
dass ein in der Fadendüse (3) verbleibender Fadenabschnitt (8) und ein von der Fadenannahme
(7) kommender Fadenabschnitt (9) entstehen,
- Übergabe des von der Fadenannahme (7) kommenden Fadenabschnitts (9) an die Absaugung
(4) der Arbeitsstelle (1),
- Erfassen des von der Fadenannahme (7) kommenden Fadenabschnitts (9) mit Hilfe einer
Fanganordnung (10) im Bereich einer durch die Arbeitsstelle (1) vorgehaltenen Hülse
(25) und Starten des Aufspulvorgangs des von der Fadenannahme (7) kommenden Fadenabschnitts
(9) auf die Hülse (25).
2. Verfahren gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Liefern des Hilfsfadens (2) von der Fadendüse (3) an die Absaugung (4) mit Hilfe
einer von der Fadendüse (3) erzeugten Druckluftströmung erfolgt.
3. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsfaden (2) von der Fadendüse (3) geliefert, anschließend von einem Saugabschnitt
(11) der Arbeitsstelle (1) erfasst und über den Saugabschnitt (11) in die Absaugung
(4) gelangt.
4. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hilfsfaden (2) vor dem Durchtrennen des Hilfsfadens (2) mit Hilfe eines, vorzugweise
verschwenkbaren, Fadenmanipulators (22) in Richtung der Fadenannahme (7) ausgelenkt
wird.
5. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchtrennen des sich in die Fadendüse (3) erstreckenden Fadenabschnitts (6)
mit Hilfe einer Schneideinheit (12) der Fadendüse (3) innerhalb der Fadendüse (3)
erfolgt.
6. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Übergabe des von der Fadenannahme (7) kommenden Fadenabschnitts (9) an die Absaugung
(4) der Arbeitsstelle (1) mit Hilfe der Fadendüse (3) erfolgt, wobei der von der Fadenannahme
(7) kommende Fadenabschnitt (9) nach der Übergabe von der Fadenannahme (7) über die
Fadendüse (3) zur Absaugung (4) verläuft.
7. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der von der Fadenannahme (7) kommende Fadenabschnitt (9) über eine erste Öffnung
(13) der Fadendüse (3) in diese eintritt und über eine zweite Öffnung (14) der Fadendüse
(3) aus dieser austritt, so dass der von der Fadenannahme (7) kommende Fadenabschnitt
(9) durch die Fadendüse (3) verläuft.
8. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der nach dem Durchtrennen des sich in die Fadendüse (3) erstreckenden (6) Fadenabschnitts
von der Fadenannahme (7) kommende Fadenabschnitt (9) in der Fadenannahme (7) mit einem
Fasermaterial eines der Fadenannahme (7) zugeführten Faserbandes (18) oder mit einem
von einer Lieferspule (19) kommenden Faden (20) verbunden wird, bevor der von der
Fadenannahme (7) kommende Fadenabschnitt (9) an die Absaugung (4) der Arbeitsstelle
(1) übergeben wird.
9. Verfahren gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadendüse (3) Bestandteil eines entlang mehrerer Arbeitsstellen (1) der Spinn-
oder Spulmaschine verfahrbar gelagerten Serviceaggregats (17) ist und der Hilfsfaden
(2) von dem Serviceaggregat (17) zur Verfügung gestellt wird.
10. Fadendüse (3) für die Bereitstellung eines Hilfsfadens (2) an einer Arbeitsstelle
(1) einer Spinn- oder Spulmaschine, wobei die Fadendüse (3) eine erste Öffnung (13)
für den Auslass und/oder den Einlass des Hilfsfadens (2) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadendüse (3) eine zweite Öffnung (14) für den Auslass und/oder den Einlass des
Hilfsfadens (2) aufweist, und dass die Fadendüse (3) ein Ventil (15) umfasst, mit
dessen Hilfe festlegbar ist, über welche der beiden Öffnungen (13, 14) Luft aus der
Fadendüse (3) austritt, die über einen Drucklufteinlass (16) in die Fadendüse (3)
eingebracht wird.
11. Fadendüse (3) gemäß dem vorangegangenen Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadendüse (3) wenigstens ein Lieferwalzenpaar (26) umfasst, mit dessen Hilfe
ein sich in oder durch die Fadendüse (3) erstreckender Hilfsfaden (2) fixier- und/oder
bewegbar ist.
12. Fadendüse (3) gemäß Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Fadendüse (3) wenigstens eine Schneideinheit (12) umfasst, mit deren Hilfe der
Hilfsfaden (2) durchtrennbar ist.
13. Serviceaggregat (17) für eine Spinn- oder Spulmaschine zur Durchführung von Serviceschritten,
bei denen ein Hilfsfaden (2) einer an einer Arbeitsstelle (1) der Spinn- oder Spulmaschine
vorgehaltenen Hülse (25) zugestellt wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Serviceaggregat (17) eine Fadendüse (3) gemäß einem der Ansprüche 10 bis 12 aufweist.
14. Arbeitsstelle (1) einer Spinn- oder Spulmaschine zur Herstellung oder zum Umspulen
eines Garns, dadurch gekennzeichnet, dass die Spinn- oder Spulmaschine eine Fadendüse (3) gemäß einem der Ansprüche 10 bis
12 aufweist, die einer oder mehreren Arbeitsstellen (1) der Spinn- oder Spulmaschine
zugeordnet ist.