(19)
(11) EP 3 431 697 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.01.2019  Patentblatt  2019/04

(21) Anmeldenummer: 17181681.2

(22) Anmeldetag:  17.07.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E06B 9/327(2006.01)
E06B 9/30(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: KELLER AG
9911 Troisvierges (LU)

(72) Erfinder:
  • NIEDERKORN, Serge
    8810 Horgen (CH)
  • JOHANNS, Sascha
    4750 Bütgenbach (BE)

(74) Vertreter: dompatent von Kreisler Selting Werner - Partnerschaft von Patent- und Rechtsanwälten mbB 
Deichmannhaus am Dom Bahnhofsvorplatz 1
50667 Köln
50667 Köln (DE)

   


(54) BESCHATTUNGSVORRICHTUNG


(57) Beschattungsvorrichtung zur Beschattung von mindestens zwei in einem Winkel zueinander angeordneten Fenstern 20a, 20b,
mit einer ersten Gruppe 12a von parallel zueinander verlaufenen Beschattungslamellen 14a,
einer zweiten Beschattungsgruppe 12b von parallel zueinander verlaufenden Beschattungslamellen 14b, die in einem Winkel zu der ersten Gruppe 12a der Beschattungslamellen 14a verlaufen,
einer Einstellvorrichtung 16a, 16b zum Verschwenken der Beschattungslamellen 14a, 14b der ersten Gruppe 12a und der zweiten Gruppe 12b um ihre jeweilige Gelenksachse,
dadurch kennzeichnet, dass
mindestens eine Beschattungslamelle 14a der ersten Gruppe 12a einen ersten Ring 18a aufweist,
mindestens einer Beschattungslamelle 14b der zweiten Gruppe 12b, einen zweiten Ring 18b ausweist, der mit dem ersten Ring 18a in Eingriff ist und so die beiden Beschattungslamellen 14a, 14b der ersten und zweiten Gruppe 12a, 12b gelenkig miteinander verbindet.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Beschattungsvorrichtung zur Beschattung von mindestens zwei in einem Winkel zueinander angeordneten Fenstern.

[0002] Aus dem Stand der Technik sind verschiedenste Beschattungsvorrichtungen bekannt. Beispielsweise sind sogenannte "Raffstores" bekannt, die eine Vielzahl von parallel zueinander angeordneten Beschattungslamellen aufweisen. Jede Beschattungslamelle ist durch eine Einstellvorrichtung um ihre Längsachse verschwenkbar, sodass der Lichteinfall geregelt werden kann.

[0003] Derartige Raffstores werden häufig an der Außenseite eines Gebäudes vor den Fenstern angebracht, da hierdurch eine effektivere Abschirmung von Wärmestrahlung erfolgen kann, die hierdurch nicht in das Gebäude eintritt. Derartige Vorrichtungen sind somit Witterungseinflüssen, beispielsweise starkem Wind, ausgesetzt. Es muss daher eine ausreichende mechanische Stabilität der Beschattungsvorrichtung sichergestellt werden. Dies wird im Stand der Technik durch Führungsschienen an jedem Ende der Beschattungslamellen erreicht. Auch anders geartete Führungselemente können verwendet werden.

[0004] Soll die Beschattungsvorrichtung vor zwei Fenstern angeordnet werden, die über Eck angeordnet sind, muss an der Ecke ebenfalls eine Führungsschiene oder ein anderes Führungselement bereitgestellt werden, um eine ausreichende Stabilität der Beschattungsvorrichtung zu erreichen.

[0005] Dies ist insofern nachteilig, als dass beim Hochfahren der Beschattungsvorrichtung nachwievor das Führungselement, beispielsweise die Führungsschiene, vor dem Fenster verbleibt. Handelt es sich beispielsweise um Fenster die vollständig ohne ein verbleibendes Zwischenelements geöffnet werden können, würde die verbleibende Führungsschiene der Beschattungsvorrichtung bei Durchgang (Einschränkung der Bewegung, Stolperfalle) und bei Durchblick (Einschränkung der freien Sicht) störend sein.

[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Beschattungsvorrichtung bereit zu stellen, durch die die genannten Nachteile vermieden werden können.

[0007] Die Lösung der Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1.

[0008] Die erfindungsgemäße Beschattungsvorrichtung dient zur Beschattung von mindestens zwei in einem Winkel zueinander angeordneten Fenstern. Hierbei kann es sich um einen rechten Winkel, einen stumpfen Winkel oder einen spitze Winkel handeln, die sowohl als Innen- als auch als Außenecke angelegt sein können. Durch mehrere in einem Winkel zueinander angeordnete Fenster ist es auch möglich, eine im Halbkreis gebaute Fensteranlage vorzusehen. Diese kann somit als eine Anordnung von unendlich vielen Eckelementen angesehen werden. Die Beschattungsvorrichtung weist eine erste Gruppe von parallel zueinander verlaufenden Beschattungslamellen auf. Ferner weist sie eine zweite Gruppe von parallel zueinander verlaufenden Beschattungslamellen auf, die in einem Winkel zu der ersten Gruppe der Beschattungslamellen verlaufen. Dieser Winkel wird üblicherweise im Wesentlichen dem Winkel entsprechen, in dem die beiden Fenster zueinander angeordnet sind.

[0009] Ferner ist eine Einstellvorrichtung zum Verschwenken der Beschattungslamellen der ersten und zweiten Gruppe um ihre jeweilige Längsachse vorgesehen. Diese kann, wie aus dem Stand der Technik bekannt, ausgebildet sein.

[0010] Erfindungsgemäß weist mindestens eine Beschattungslamelle der ersten Gruppe einen ersten Ring auf, während mindestens eine Beschattungslamelle der zweiten Gruppe einen zweiten Ring aufweist, der mit dem ersten Ring im Eingriff ist. Somit sind die beiden Beschattungslamellen der ersten und zweiten Gruppe gelenkig miteinander verbunden.

[0011] Durch diese Verbindung kann eine mechanische Stabilität an den jeweiligen Enden der Beschattungslamellen erreicht werden, sodass es nicht mehr notwendig ist, diese in Führungselementen, beispielsweise in Führungsschienen, zu führen. Dadurch, dass es sich bei dem ersten und zweiten Ring um eine gelenkige Verbindung handelt, ist es möglich, die erste und zweite Beschattungslamelle nachwievor durch die Einstellvorrichtung um ihre Längsachse zu verschwenken, sodass der Lichteinfall eingestellt werden kann. Beim Hochfahren der Beschattungslamellen verbleibt dennoch keine störende Führungsschiene im Eckbereich, sodass beispielsweise ein nicht unterbrochener Durchgang durch die über Eck angeordneten geöffneten Fenster ermöglicht wird. Die erfindungsgemäße Beschattungsvorrichtung ermöglicht somit ein besonders offenes Raumgefühl.

[0012] Es ist bevorzugt, dass die Beschattungslamellen der ersten und zweiten Gruppe, die über den ersten und zweiten Ring miteinander verbunden sind, auf der gleichen Höhe angeordnet sind. Kleine Höhenunterschiede können zwar ausgeglichen werden. Es ist jedoch nicht möglich, die erste Gruppe der Beschattungslamellen hochzufahren und die zweite Gruppe der Beschattungslamellen im ausgefahrenen Zustand zu belassen, während die beiden Gruppen über den ersten und zweiten Ring miteinander verbunden sind.

[0013] Um die beiden Gruppen unabhängig voneinander hochfahren zu können, ist es möglich, dass der erste und zweite Ring lösbar miteinander verbunden sind. Hier ist es beispielsweise möglich, dass der erste und/oder der zweite Ring geöffnet und wieder geschlossen werden können, sodass die genannte Verbindung gelöst werden kann.

[0014] Weiterhin ist es bevorzugt, dass die Beschattungslamelle der ersten und zweiten Gruppe ausschließlich durch den ersten und zweiten Ring miteinander verbunden sind. Es ist somit außer dem ersten und zweiten Ring kein weiteres Verbindungselement zwischen der ersten und zweiten Beschattungslamelle vorgesehen und insbesondere keine Führungsschiene oder andere Führungselemente notwendig, durch die die Beschattungslamellen im Eckbereich geführt werden.

[0015] Es ist weiterhin bevorzugt, dass eine erste Endschiene am unteren Ende der ersten Gruppe der Beschattungslamellen angebracht ist. Weiterhin ist eine zweite Endschiene am unteren Ende der zweiten Gruppe der Beschattungslamellen angebracht. Die erste und zweite Endschiene sind durch ein Winkelelement gelenkig, oder steif miteinander verbunden. Durch das Winkelelement wird eine mechanische Stabilisierung der ersten und zweiten Gruppe der Beschattungslamellen an ihrem jeweiligen unteren Ende erreicht.

[0016] Im Folgenden werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand von Figuren erläutert.

[0017] Es zeigen:

Figur 1: eine erste Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung

Figur 2: eine nähere Ansicht des Eckbereichs der erfindungsgemäßen Vorrichtung

Figur 3.1 - 3.4: eine beispielhafte Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung

Figur 4: eine Ausführungsform der Endschienen der erfindungsgemäßen Vorrichtung.



[0018] Gemäß Figur 1 ist eine erste Gruppe 12a von parallel zueinander verlaufenden Beschattungslamellen 14a vor einem ersten nicht sichtbaren Fenster angeordnet, während eine zweite Gruppe 12b von parallel zueinander laufenden Beschattungslamellen 14b vor einem nicht sichtbaren zweiten Fenster angeordnet ist. Die zweite Gruppe 12b der Beschattungslamellen 14b ist in einem Winkel zu der ersten Gruppe 12a der Beschattungslamellen 14a angeordnet. Dieser entspricht im Wesentlichen dem Winkel, in dem die beiden Fenster zueinander angeordnet sind. In Figur 1 handelt es sich hierbei im Wesentlichen um einen rechten Winkel.

[0019] Wie in Figur 2 sichtbar weist mindestens eine Beschattungslamelle 14a der ersten Gruppe 12a einen ersten Ring 18a auf. Mindestens eine Beschattungslamelle 14b der zweiten Gruppe 12b weist einen zweiten Ring 18b auf, der mit dem ersten Ring 18a im Eingriff ist und so die beiden Beschattungslamellen 14a und 14b der ersten und zweiten Gruppe 12a, 12b gelenkig miteinander verbindet.

[0020] Die Beschattungslamellen 14a, 14b können über jeweils eine Einstellvorrichtung 16a, 16b, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist, um ihr jeweilige Längsachse verschwenkt werden, sodass der Lichteinfall eingestellt werden kann.

[0021] In Figur 3 ist eine beispielhafte Anwendung der erfindungsgemäßen Beschattungsvorrichtung 10 dargestellt. Es sind zwei Fenster 20a, 20b dargestellt, die in einem rechten Winkel zueinander angeordnet sind. Im Eckbereich der beiden Fenster befindet sich bei geöffnetem Fenster kein Stützelement, sodass ein vollständig offener Durchgang möglich ist. Dies wird dadurch ermöglicht, dass die erfindungsgemäße Beschattungsvorrichtung beispielsweise in einen dafür vorgesehenen Kasten hochgefahren wird, sodass im Eckbereich keinerlei Führungselement, beispielsweise keine Führungsschiene verbleibt und somit eine durchgehende Öffnung über Eck ermöglicht wird.

[0022] In Figur 4 ist eine beispielhafte Ausgestaltung des Winkelelements 24 dargestellt, durch das die erste und zweite Endschiene 22a, 22b miteinander verbunden sind. Diese Endschienen 22a, 22b sind jeweils am unteren Ende der ersten und zweiten Gruppe 12a, 12b der Beschattungslamellen 14a, 14b angeordnet und dienen der mechanischen Stabilisierung. Ein Verschwenken um ihre Längsachse ist bei diesen Endschienen 22a, 22b nicht möglich.


Ansprüche

1. Beschattungsvorrichtung zur Beschattung von mindestens zwei in einem Winkel zueinander angeordneten Fenstern (20a, 20b),
mit einer ersten Gruppe (12a) von parallel zueinander verlaufenen Beschattungslamellen (14a),
einer zweiten Gruppe (12b) von parallel zueinander verlaufenden Beschattungslamellen (14b), die in einem Winkel zu der ersten Gruppe (12a) der Beschattungslamellen (14a) verlaufen,
einer Einstellvorrichtung (16a, 16b) zum Verschwenken der Beschattungslamellen (14a, 14b) der ersten Gruppe (12a) und der zweiten Gruppe (12b) um ihre jeweilige Gelenksachse,
dadurch kennzeichnet, dass
mindestens eine Beschattungslamelle (14a) der ersten Gruppe (12a) einen ersten Ring (18a) aufweist,
mindestens einer Beschattungslamelle (14b) der zweiten Gruppe (12b) einen zweiten Ring (18b) ausweist, der mit dem ersten Ring (18a) in Eingriff ist und so die beiden Beschattungslamellen (14a, 14b) der ersten und zweiten Gruppe (12a, 12b) gelenkig miteinander verbindet.
 
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschattungslamellen (14a, 14b) der ersten und zweiten Gruppe (12a, 12b), die über den ersten und zweiten Ring (18a, 18b) miteinander verbunden sind, durch die Einstellvorrichtung (16a, 16b) um ihre Längsachse verschwenkbar sind.
 
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschattungslamellen (14a, 14b) der ersten und zweiten Gruppe (12a, 12b), die über den ersten und zweiten Ring (18a, 18b) miteinander verbunden sind, auf der gleichen Höhe angeordnet sind.
 
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und zweite Ring (18a, 18b) lösbar miteinander verbunden sind.
 
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschattungslamellen (14a, 14b) der ersten und zweiten Gruppe (12a, 12b) ausschließlich durch den ersten und zweiten Ring (18a, 18b) miteinander verbunden sind.
 
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine erste Endschiene (22a), die am unteren Ende der ersten Gruppe (12a) der Beschattungslamellen 14a angebracht ist und
eine zweite Endschiene (22b), die am unteren Ende der zweiten Gruppe (12b) der Beschattungslamellen (14b) angebracht ist,
wobei die erste und zweite Endschiene (22a, 22b) durch ein Winkelelement (24) nicht gelenkig miteinander verbunden sind.
 
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Gruppe (12a, 12b) von Beschattungslamellen (14a, 14b) in einem rechten Winkel zueinander angeordnet sind.
 
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Gruppe (12a, 12b) von Beschattungslamellen (14a, 14b) in einem spitzen Winkel zueinander angeordnet sind.
 
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste und zweite Gruppe (12a, 12b) von Beschattungslamellen (14a, 14b) in einem stumpfen Winkel zueinander angeordnet sind.
 




Zeichnung

























Recherchenbericht









Recherchenbericht