[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Roller zum Transportieren eines Sarges,
umfassend eine Auflage für den Sarg und ein an einer Unterseite der Auflage vorgesehenes
Fahrgestell, welches wenigstens drei Räder einschließlich mindestens einer Lenkrolle
aufweist.
[0002] Ein Roller dieser Art ist grundsätzlich bekannt. Üblicherweise wird der Sarg an einem
Aufladeort auf die Auflage des Rollers gehoben, zu einem Abladeort gerollt und dort
von dem Roller abgeladen. Je nach örtlichen Gegebenheiten können sich die Lage des
aufzunehmenden Sarges am Aufladeort und der Abladeort insbesondere in ihrer Höhe unterscheiden,
d.h. beim Auf- und Abladen des Sarges auf den Roller müssen unterschiedliche Höhen
überwunden werden. Insbesondere bei einem größeren Höhenunterschied erfordert dies
einen erhöhten Kraftaufwand und macht unter Umständen sogar die Anwesenheit zusätzlicher
Personen nötig, um den Sarg auf die Auflage zu heben oder von dieser herunterzuheben.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Roller zum Transportieren eines Sarges
zu schaffen, der das Aufladen eines Sarges auf den Roller bzw. das Abladen von diesem
erleichtert.
[0004] Die Aufgabe wird durch einen Roller mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und insbesondere
dadurch gelöst, dass das Fahrgestell als elektro-hydraulische Hubschere mit einer
Hydraulikeinheit und einer Elektropumpe zur Versorgung der Hydraulikeinheit mit einem
Hydraulikfluid ausgebildet ist.
[0005] Der Erfindung liegt der allgemeine Gedanke zugrunde, das Fahrgestell höhenverstellbar
auszubilden. Hierdurch wird das Beladen und Entladen des Rollers erheblich erleichtert,
da die Höhe der Auflage den örtlichen Gegebenheiten am Auflade- bzw. Abladeort angepasst
werden kann und der Sarg beim Aufladen bzw. Abladen allenfalls noch noch über eine
minimale Höhendifferenz gehoben werden muss. Erfindungsgemäß erfolgt die Höhenänderung
der Auflage des Rollers in elektrohydraulischer Weise, letztlich also automatisch,
wodurch sich die Auflage auch im beladenen Zustand mühelos und insbesondere ohne Kraftanstrengung
seitens des Bedieners in der Höhe verstellen lässt.
[0006] Vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung zu entnehmen.
[0007] Gemäß einer Ausführungsform ist die elektro-hydraulische Hubschere stufenlos höhenverstellbar.
Hierdurch kann die Auflage in jede beliebige Höhe zwischen einer durch die Konstruktion
des Fahrgestells vorgegebenen Minimalhöhe und Maximalhöhe bewegt werden.
[0008] Für eine besonders kompakte und platzsparende Ausbildung der Hubschere sind die Hydraulikeinheit
und die Elektropumpe bevorzugt an der Unterseite der Auflage angebracht.
[0009] Vorteilhafterweise ist ein Akkumulator zur Versorgung der Elektropumpe mit Energie
vorgesehen. Hierdurch kann beim Transportieren eines Sarges auf ein Stromkabel verzichtet
werden, welches den Bewegungsradius des Rollers stark einschränken würde. Stattdessen
ermöglicht der Akkumulator einen von einer externen elektrischen Stromquelle unabhängigen
Betrieb des Rollers, wobei der Akkumulator die Elektropumpe bevorzugt über mehrere
Be- und Entladezyklen mit Energie versorgt.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform ist die mindestens eine Lenkrolle um eine Vertikalachse
verdrehbar an einem Horizontalträger angebracht, welcher um eine Horizontalachse verschwenkbar
an dem einem Scherenhebel der Hubschere gelagert und mittels eines Führungselements
zusätzlich mit dem anderen Scherenhebel gelenkig verbunden ist, so dass der Horizontalträger
bei einer Verstellung der Hubschere stets horizontal ausgerichtet ist. Das Führungselement
kann als Stange ausgebildet sein und wirkt gewissermaßen als Ausgleichskoppel, durch
welche die Lenkrolle unabhängig von der Höhe der Auflage stets korrekt ausgerichtet
gehalten wird. Anders ausgedrückt dient die Ausgleichskoppel zur Stabilisierung der
horizontalen Lage des Horizontalträgers der Lenkrolle, indem sie bewirkt, dass die
Lenkrolle bei einer Verstellung der Hubschere und insbesondere beim Aufsetzen des
Rollers auf den Boden nicht nachgibt und wegkippt. Außerdem stabilisiert die Ausgleichskoppel
auch die Höhenlage der Auflage bei einem Richtungswechsel des Rollers und verhindert
eine plötzliche Höhenänderung der Auflage während des Transports.
[0011] Bevorzugt weist der Roller eine auf wenigstens eines der Räder wirkende Bremse auf,
welche im Normalzustand aktiviert ist und nur durch die Betätigung eines Bremsgriffs
gelöst werden kann, um eine Drehung des normalerweise gebremsten Rades zu ermöglichen.
Durch dieses Bremssystem ist der Roller dauerhaft gebremst, d.h. er kann erst nach
einer Betätigung des Bremsgriffs und dem damit verbundenen Lösen der Bremse verschoben
werden. Dadurch ist sichergestellt, dass der Roller auch bei einem Gefälle des Bodens
nicht unbeabsichtigt wegrollen kann.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist wenigstens ein Scherenhebel der Hubschere
mittels einer Linearführung mit der Auflage verbunden. Dies trägt zu einer einfacheren
und kostengünstigeren Konstruktion der Hubschere bei. Die Linearführung kann als Führungsschiene
ausgebildet sein, welche beispielsweise aus einem Metallmaterial gefertigt ist.
[0013] Vorteilhafterweise ist die Hubschere zwischen einer ausgefahrenen Stellung, in der
die Hubschere teilweise ausgeklappt ist, und einer eingefahrenen Stellung, in der
die Hubschere zumindest annähernd vollständig eingeklappt ist, verstellbar. Die ausgefahrene
Stellung entspricht einer Betriebsstellung des Rollers, welche der Roller beim Auf-
bzw. Abladen und beim Transportieren des Sarges einnimmt und in welcher die Auflage
mitsamt Sarg in der Höhe verstellbar ist. Für einen Transport des Rollers, beispielsweise
in einem Bestattungsfahrzeug, ist es zweckmäßig, den Roller in eine möglichst kompakte
und platzsparende Form bringen zu können, in welcher die Hubschere zumindest annähernd
vollständig eingeklappt ist, d.h. sich in ihrer eingefahrenen Stellung befindet.
[0014] Bevorzugt ist die Höhe der Auflage über dem Boden in der ausgefahrenen Stellung der
Hubschere zwischen 400 mm und 900 mm variierbar. Mit einer Höhenverstellbarkeit in
diesem Bereich wird einem Großteil der in der Praxis zu überwindenden Höhenunterschiede
beim Auf- und Abladen eines Sarges Rechnung getragen.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist der Roller mindestens zwei Bedienfelder
zur Höhenregulierung der Auflage auf. Dabei kann ein erstes Bedienfeld so ausgebildet
sein, dass eine Betätigung desselben die Auflage hochfährt. Ein zweites Bedienfeld
kann so ausgebildet sein, dass eine Betätigung desselben die Auflage herunterfährt.
[0016] Vorteilhafterweise umfasst der Transportroller ein erstes Bedienfeld zum Hochfahren
der Auflage in der ausgefahrenen Stellung der Hubschere, ein zweites Bedienfeld zum
Herunterfahren der Auflage in der ausgefahrenen Stellung der Hubschere und ein drittes
Bedienfeld zum Einfahren der Hubschere in die eingefahrene Stellung. Zusätzlich zu
dem ersten und zweiten Bedienfeld zum Herunterfahren und Hochfahren der Auflage zwischen
einer Minimalhöhe und einer Maximalhöhe ist also ein drittes Bedienfeld vorgesehen,
das betätigt werden muss, um die Hubschere vollständig einzufahren und den Roller
in die eingefahrene Stellung zu bringen. Dies erschwert ein versehentliches oder ungewolltes
vollständiges Herunterfahren der Auflage. Ein solches vollständiges Herunterfahren
der Auflage kann nämlich dann problematisch sein, wenn der Roller mit einem Sarg beladen
ist und die Kraft der Hydraulikeinheit nicht ausreicht, um die Hubschere aus der eingefahrenen
Stellung zurück in die ausgefahrene Stellung zu verstellen, d.h. wieder hoch zu fahren.
Ein versehentliches oder ungewolltes vollständiges Herunterfahren der Auflage kann
noch besser verhindert werden, wenn zum vollständigen Herunterfahren das zweite Bedienfeld
und das dritte Bedienfeld gleichzeitig betätigt werden müssen.
[0017] In besonders einfacher Weise lassen sich die Bedienfelder mittels elektrischer Schaltkomponenten
realisieren, die mit der Elektropumpe verbunden sind. Durch die Verwendung von Schaltkomponenten,
wie beispielsweise Relais, Mikroschaltern und/oder Tastern, lassen sich Bedienfelder
besonders einfach und wartungsfrei betreiben. Insbesondere kann auf die Verwendung
eines Steuergerätes für die Höhenverstellung des Rollers verzichtet werden, was eine
kostengünstigere Herstellung des Rollers ermöglicht und die Bedienung des Rollers
weniger störanfällig gestaltet.
[0018] Ein weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein System zum Transportieren eines Sarges,
umfassend einen Roller der voranstehend beschriebenen Art und ein zur Aufnahme des
Rollers ausgebildetes Kraftfahrzeug. Dabei kann das System so ausgebildet sein, dass
der Roller gemeinsam mit dem auf der Auflage befindlichen Sarg von dem Kraftfahrzeug
aufgenommen werden kann. Denkbar ist auch, dass das Kraftfahrzeug einen Stauraum ausbildet,
der den Roller in seiner eingefahrenen Stellung vollständig aufnehmen kann, nachdem
der Sarg von der Auflage in das Kraftfahrzeug gehoben wurde. Der Stauraum kann sich
dabei in Längsrichtung des Kraftfahrzeugs erstrecken und als Hohlraum unter der eigentlichen
Ladefläche für den Sarg ausgebildet sein.
[0019] Für eine leichtere Handhabung kann das Kraftfahrzeug einen manuell und/oder automatisch
ein- und ausfahrbaren Auszug zur Aufnahme des Rollers aufweisen. Mithilfe des Auszugs
lässt sich das Verladen eines mit einem Sarg beladenen Rollers in das Kraftfahrzeug
in einfacher Weise realisieren, wobei der Auszug bevorzugt so ausgestaltet ist, dass
er durch eine Person betätigt werden kann, um den Verladevorgang durchzuführen.
[0020] Bevorzugt ist der Auszug derart gabelförmig ausgebildet, dass er das Fahrgestell
des Rollers beim Verladen des Rollers seitlich umgreift. Dies ermöglicht ein besonders
einfaches Aufladen des Rollers und gewährleistet eine stabile Lage des Rollers während
des Verladevorgangs.
[0021] Nachfolgend wird die Erfindung rein beispielhaft anhand möglicher Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung beschrieben.
- Fig. 1
- zeigt eine perspektivische Ansicht von unten eines erfindungsgemäßen Rollers zum Transportieren
eines Sarges.
- Fig. 2
- zeigt eine perspektivische Ansicht von oben des Rollers von Fig. 1.
- Fig. 3
- zeigt eine schematische Seitenansicht des Rollers von Fig. 1 mit Sarg beim Verladen
in ein Kraftfahrzeug.
[0022] In Fig. 1 und 2 ist ein Roller 10 zum Transportieren eines Sarges 52 (Fig. 3) dargestellt.
Der Roller 10 umfasst eine Auflage 12 für den Sarg 52 und ein höhenverstellbares Fahrgestell
14, das an der Unterseite der Auflage 12 angebracht ist.
[0023] Das Fahrgestell 14 ist in Form einer Hubschere 16 ausgebildet, welche einen ersten
Scherenhebel 18 und einen zweiten Scherenhebel 20 umfasst. Die Scherenhebel 18, 20
sind jeweils in Form eines rechteckigen Rahmens ausgebildet, welcher beispielsweise
aus Stahl- oder Aluminiumprofilen gebildet sein kann, und mittels Gelenken 40 verdrehbar
miteinander verbunden, so dass sie jeweils zweiarmige Hebel ausbilden.
[0024] Der erste Scherenhebel 18 ist an seinem oberen Ende ortsfest drehbar an der Unterseite
der Auflage 12 gelagert, wobei die Lagerachse parallel zur Auflage 12 und senkrecht
zur Längserstreckung der Auflage 12 verläuft. Konkret ist der erste Scherenhebel 18
im Bereich seines der Auflage 12 zugewandten Endes mittels Lagerbolzen an Halteelementen
36 angebracht, die an der Unterseite der Auflage 12 ausgebildet sind.
[0025] An einem unteren Ende des ersten Scherenhebels 18 sind zwei Räder 22 drehbar gelagert,
welche im Normalzustand durch Bremsen 24 gebremst werden, die zum Rollen des Rollers
10 durch einen an einer Stirnseite der Auflage 12 angeordneten Bremsgriff 48 gelöst
werden können.
[0026] Der zweite Scherenhebel 20 ist an seinem oberen Ende ebenfalls um eine zur Auflage
12 parallele und senkrecht zur Längserstreckung der Auflage 12 verlaufende Lagerachse
drehbar an der Auflage 12 gelagert. Zusätzlich kann die Lagerachse aber in Längsrichtung
der Auflage 12 verschoben werden. Dazu ist an der Unterseite der Auflage 12 eine parallel
zur Längserstreckung der Auflage 12 verlaufende Linearführung 42 ausgebildet, beispielsweise
in Form von Metallschienen, in der die Lagerachse des zweiten Scherenhebels 20 geführt
ist.
[0027] Durch die gelenkige Verbindung der beiden Scherenhebel 18, 20 miteinander und die
relativ zur Lagerachse des ersten Scherenhebels 18 versetzte und verschiebbare Lagerachse
des zweiten Scherenhebels 20 an der Auflage 12 ergibt sich für die Hubschere 16 eine
kreuzförmige Konfiguration, welche es ermöglicht, die Höhe der Auflage 12 über dem
Boden einzustellen, indem der von den Scherenhebeln 18, 20 eingeschlossene Winkel
verändert wird.
[0028] An einem unteren Ende des zweiten Scherenhebels 20 sind zwei Lenkrollen 26 vorgesehen,
die jeweils um eine Vertikalachse verdrehbar an einem Horizontalträger 27 angebracht
sind, welcher seinerseits um eine horizontale Achse verschwenkbar an dem zweiten Scherenhebel
20 gelagert und mittels eines stangenförmigen Führungselements 28 zusätzlich mit dem
ersten Scherenhebel 18 gelenkig verbunden ist, so dass der Horizontalträger 27 bei
einer Verstellung der Hubschere 16 stets horizontal ausgerichtet ist.
[0029] Obwohl bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel die Räder 22 an dem unteren Ende des
ersten Scherenhebels 18 und die Lenkrollen 26 an dem unteren Ende des zweiten Scherenhebels
20 ausgebildet sind, versteht es sich, dass grundsätzlich auch eine umgekehrte Anordnung
denkbar ist, bei welcher die Lenkrollen 26 an dem ersten Scherenhebel 18 und die Räder
22 an dem zweiten Scherenhebel 20 ausgebildet sind.
[0030] Die Auflage 12 lässt sich hoch- bzw. herunterfahren, indem die Hubschere 16 elektro-hydraulisch
verstellt wird. Hierzu umfasst die Hubschere 16 eine Hydraulikeinheit 30, welche durch
eine Elektropumpe 32 mit einem Hydraulikfluid versorgt wird. Die Hydraulikeinheit
30, hier in Form eines hydraulischen Zylinders, und die Elektropumpe 32 sind an der
Unterseite der Auflage 12 angebracht und entlang der Längsachse der Auflage 12 entsprechend
der Richtung der auf die Hubschere 16 zu leistenden Kraftwirkung ausgerichtet. Die
Elektropumpe 32 wird durch einen nicht gezeigten Akkumulator mit Energie versorgt,
der mit der Elektropumpe 32 verbunden und leicht erreichbar ebenfalls an der Unterseite
der Auflage 12 angebracht ist.
[0031] Die Hydraulikeinheit 30 ist mittels eines Transferelements 44 mit dem in der Linearführung
42 geführten oberen Ende des zweiten Scherenhebels 20 verbunden, um dieses entlang
der Auflage 12 zu verschieben und dadurch die Hubschere 16 zu verstellen.
[0032] Durch den elektro-hydraulischen Antrieb ist die Hubschere 16 stufenlos höhenverstellbar,
so dass die Auflage 12 in eine beliebige Höhe zwischen einer vorgegebenen Minimalhöhe,
in welcher die mit einem Sarg 52 beladene Auflagefläche gerade noch gehalten werden
kann, und einer konstruktiv vorgegebenen Maximalhöhe bewegbar ist.
[0033] Die entsprechende Aktivierung der Elektropumpe 32 erfolgt über drei nicht gezeigte
Bedienfelder, die bei der vorliegenden Ausführungsform im Bereich des Bremsgriffs
48 angeordnet und beispielsweise als Taster ausgebildet sein können. Obwohl der Bremsgriff
48 und die Bedienfelder des vorliegenden Ausführungsbeispiels an der in Fig. 1 und
2 rechten Stirnseite der Auflage 12 angeordnet sind, versteht es sich, dass grundsätzlich
auch eine Anordnung an der gegenüberliegenden Stirnseite infrage kommt.
[0034] Die Bedienfelder sind mit an der Unterseite der Auflage 12 angeordneten elektrischen
Schaltkomponenten 34 verbunden, welche ihrerseits ein entsprechendes Höhenänderungssignal
an die die Elektropumpe 32 weitergeben können, durch das die gewünschte Höhenänderung
der Hubschere 16 bewirkt wird.
[0035] Dabei ist ein erstes Bedienfeld zum Hochfahren der Auflage 12 vorgesehen und ein
zweites Bedienfeld zum Herunterfahren der Auflage, und zwar letzteres in einem Höhenbereich
der Auflage über dem Boden zwischen 400 mm und 900 mm. Zusätzlich ist ein drittes
Bedienfeld vorgesehen, durch welches die Hubschere vollständig eingefahren, d.h. zusammengeklappt,
werden kann, beispielsweise für den Fall, dass der Roller 10 in einem Kraftfahrzeug
verladen werden soll (Fig. 3).
[0036] Dabei kann eine alleinige Betätigung des dritten Bedienfeldes ausreichen, um den
Roller 10 in die eingefahrene Stellung zu bringen. Alternativ ist auch denkbar, dass
zum vollständigen Herunterfahren der Auflage 12 das zweite Bedienfeld und das dritte
Bedienfeld gleichzeitig betätigt werden müssen, um ein versehentliches Herunterfahren
zu erschweren.
[0037] In Fig. 3 ist ein erfindungsgemäßes System zum Transportieren eines Sarges 52 dargestellt,
welches einen Roller 10 der voranstehend beschrieben Art und ein zur Aufnahme des
Rollers 10 ausgebildetes Kraftfahrzeug 54 umfasst. Dabei wird der Roller 10 gemeinsam
mit dem auf der Auflage 12 befindlichen Sarg 52 in dem Kraftfahrzeug 54 verladen,
genauer gesagt in einen hinteren Laderaum des Kraftfahrzeugs hineingeschoben.
[0038] Hierzu weist das Kraftfahrzeug 54 einen manuell und/oder automatisch ein- und ausfahrbaren
Auszug 56 zur Aufnahme des Rollers 10 auf. Konkret ist der Auszug 56 mit zwei Zinken
derart gabelförmig ausgebildet, dass die Zinken das Fahrgestell 14 des Rollers 10
beim Verladevorgang seitlich umgreifen.
[0039] Für ein Verladen des Rollers 10, sei es mit oder ohne Sarg 52, wird zunächst der
Auszug 56 aus dem Laderaum des Kraftfahrzeugs 54 ausgefahren, beispielsweise manuell
durch Ziehen oder automatisch mittels eines durch geeignete Bedienelemente aktivierbaren
Antrieb. Anschließend wird der Roller 10 zum Kraftfahrzeug 54 gerollt und derart relativ
zu dem Auszug 56 positioniert, dass sich das Fahrgestell 14 des Rollers 10 zwischen
den Zinken des Auszugs 56 und die Auflage 12 über den Zinken befindet. Als nächstes
wird das zweite Bedienelement des Rollers 10 betätigt und die Auflage 12 abgesenkt,
bis die Auflage 12 auf dem Auszug 56 aufliegt. Durch eine Betätigung des dritten Bedienelements
wird dann das Fahrgestell 14 des Rollers 10 komplett eingefahren, d.h. die Hubschere
16 vollständig zusammengeklappt. Abschließend wird der Auszug 56 mitsamt Roller 10
und gegebenenfalls Sarg 52 manuell in das Kraftfahrzeug 54 hineingeschoben oder automatisch
in dieses eingefahren, um den Verladevorgang abzuschließen. Es versteht sich das ein
Entladevorgang entsprechend umgekehrt vonstatten geht.
Bezugszeichen
[0040]
- 10
- Roller
- 12
- Auflage
- 14
- Fahrgestell
- 16
- Hubschere
- 18
- erster Scherenhebel
- 20
- zweiter Scherenhebel
- 22
- Rad
- 24
- Bremse
- 26
- Lenkrolle
- 27
- Horizontalträger
- 28
- Führungselement
- 30
- Hydraulikeinheit
- 32
- Elektropumpe
- 34
- elektrische Schaltkomponente
- 36
- Halteelement
- 40
- Gelenk
- 42
- Linearführung
- 44
- Transferelement
- 48
- Bremsgriff
- 52
- Sarg
- 54
- Kraftfahrzeug
- 56
- Auszug
1. Roller (10) zum Transportieren eines Sarges (52), umfassend eine Auflage (12) für
den Sarg (52) und ein an einer Unterseite der Auflage (12) vorgesehenes Fahrgestell
(14), welches wenigstens drei Räder (22) einschließlich mindestens einer Lenkrolle
(26) aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Fahrgestell (14) als elektro-hydraulische Hubschere (16) mit einer Hydraulikeinheit
(30) und einer Elektropumpe (32) zur Versorgung der Hydraulikeinheit (30) mit einem
Hydraulikfluid ausgebildet ist.
2. Roller (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektro-hydraulische Hubschere (16) stufenlos höhenverstellbar ist.
3. Roller (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Hydraulikeinheit (30) und die Elektropumpe (32) an der Unterseite der Auflage
(12) angebracht sind.
4. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Akkumulator zur Versorgung der Elektropumpe (32) mit Energie vorgesehen ist.
5. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurchgekennzeichnet, dass
die mindestens eine Lenkrolle (26) um eine Vertikalachse verdrehbar an einem Horizontalträger
(27) angebracht ist, welcher um eine Horizontalachse verschwenkbar an dem einem Scherenhebel
(20) der Hubschere (26) gelagert und mittels eines Führungselements (28) zusätzlich
mit dem anderen Scherenhebel (18) gelenkig verbunden ist, so dass der Horizontalträger
(27) bei einer Verstellung der Hubschere (26) stets horizontal ausgerichtet ist.
6. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine auf wenigstens eines der Räder (22) wirkende Bremse (24), welche im Normalzustand
aktiviert ist und durch die Betätigung eines Bremsgriffs (48) gelöst werden kann,
um eine Verdrehung des normalerweise gebremsten Rades (22) zu ermöglichen.
7. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
wenigstens ein Scherenhebel (20) der Hubschere (16) mittels einer Linearführung (42)
mit der Auflage verbunden ist.
8. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurchgekennzeichnet, dass
die Hubschere (16) zwischen einer ausgefahrenen Stellung, in der die Hubschere (16)
teilweise ausgefahren ist, und einer eingefahrenen Stellung, in der die Hubschere
(16) vollständig eingefahren ist, verstellbar ist.
9. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe der Auflage (12) über dem Boden in der ausgefahrenen Stellung der Hubschere
(16) zwischen 400 mm und 900 mm variierbar ist.
10. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
mindestens zwei Bedienfelder zur Höhenregulierung der Auflage.
11. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
ein erstes Bedienfeld zum Hochfahren der Auflage (12), ein zweites Bedienfeld zum
Herunterfahren der Auflage (12) in der ausgefahrenen Stellung der Hubschere (16) und
ein drittes Bedienfeld zum Einfahren der Hubschere (16) in die eingefahrene Stellung.
12. Roller (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Bedienfelder mittels elektrischer Schaltkomponenten (34), beispielsweise Relais
und/oder Mikroschalter, mit der Elektropumpe (32) verbunden sind.
13. System zum Transportieren eines Sarges, umfassend einen Roller (10) nach einem der
Ansprüche 1 bis 12 und ein zur Aufnahme des Rollers (10) ausgebildetes Kraftfahrzeug
(54).
14. System nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Kraftfahrzeug (54) einen manuell und/oder automatisch ein- und ausfahrbaren Auszug
(56) zur Aufnahme des Rollers (10) aufweist.
15. System nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Auszug (12) gabelförmig ausgebildet ist, um das Fahrgestell (14) des Rollers (10)
zum Aufladen des Rollers (10) seitlich umgreifen zu können.