[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Straßenfertiger mit einer Einbaubohle zum Verdichten
von Einbaugut sowie Verfahren zum Steuern solcher Straßenfertiger.
[0002] Bekannte Straßenfertiger umfassen bzgl. einer Einbaufahrtrichtung vorne am Straßenfertiger
einen Gutbunker zur Aufnahme von Einbaugut. Von dem Gutbunker wird das Einbaugut während
des Einbaus über geeignete Fördereinrichtungen einer hinter dem Straßenfertiger hergezogenen
Einbaubohle zum Verdichten des Einbauguts vorgelegt. Es sind Einbaubohlen bekannt,
die beidseitig mit seitlichen Ausziehteilen versehen sind. Durch seitliches Ausfahren
oder Einfahren der Ausziehteile senkrecht zur Einbaufahrtrichtung des Straßenfertigers
lässt sich die von der Einbaubohle abgedeckte Einbaubreite während des Einbaus des
Fahrbahnbelags an die Geometrie der einzubauenden Fahrbahn anpassen. Das Ausfahren
oder Einziehen der Ausziehteile erfolgt zumeist durch manuelle Steuerung durch einen
Bohlenbediener an einem Bohlenbedienstand.
[0003] Alternativ können die Ausziehteile der Einbaubohle auch automatisch an die jeweils
momentan vorliegende Einbausituation angepasst werden. So ist aus der
EP 3 106 562 A1 ein Straßenfertiger bekannt, welcher mit einem Sensor ausgestattet ist, der eine
Linie am Boden detektiert, entlang der der Fahrbahnbelag eingebaut werden soll. Basierend
auf einem Messsignal des Sensors wird ein momentaner Abstand zwischen der Linie und
einem Seitenschild der Einbaubohle bestimmt. Dieser Abstand wird dazu verwendet, eine
Ausfahrposition des Seitenschildes relativ zu der Linie anzupassen. Bei der detektierten
Linie kann es sich beispielsweise um eine Kante eines zu verbreiternden Fahrbahnabschnitts
oder einen aufgespannten Leitdraht handeln.
[0004] Für gewöhnlich werden Straßenfertiger während des Einbaus von einem Fertigerfahrer
im Bedienstand des Straßenfertigers manuell gelenkt. Da der Fertigerfahrer vom Bedienstand
aus oftmals nur eine unzureichende Sicht auf die Einbaubohle hat, und die Auswirkungen
seiner Lenkmanöver auf die Lage der Einbaubohle in Bezug auf die einzubauende Fahrbahn
daher nur schwer einschätzbar sind, ist es bekannt, dem Fertigerfahrer zur Erleichterung
der Orientierung einen Richtungsanzeiger zur Verfügung zu stellen. Bei dem Richtungsanzeiger
handelt es sich um eine Art Peilstab, der derart für den Fertigerfahrer gut sichtbar
an dem Straßenfertiger angebaut wird, dass sein Ende auf eine externe Referenz deutet,
wie beispielsweise auf einen entlang der einzubauenden Fahrbahn aufgespannten Leitdraht,
eine Bordkante oder eine Fräskante. Anhand des Richtungsanzeigers kann der Fertigerfahrer
den Abstand des Straßenfertigers zur Referenz besser einschätzen und versucht, diesen
konstant zu halten. Nachteilig an diesem Vorgehen ist, dass der Fertigerfahrer die
momentane Einbausituation im Bereich der Einbaubohle nicht direkt berücksichtigen
kann. Zudem muss der Abstand zwischen dem Richtungsanzeiger und der externen Referenz
permanent von dem Fertigerfahrer im Auge behalten werden.
[0005] Es sind auch sogenannte Lenkautomaten zum automatischen Steuern eines Straßenfertigers
bekannt. Bei diesen Systemen befindet sich am Ende des Richtungsanzeigers ein Sensor,
der den Abstand zu einem Leitdraht misst. Dieser Abstand wird dann von einer Steuereinrichtung
für eine Regelung der Lenkung verwendet, indem der Abstand zwischen Sensor und Leitdraht
konstant gehalten wird. Somit wird eine automatische Lenkung des Straßenfertigers
ermöglicht. Auch hier wird die momentane Situation an der Einbaubohle nicht direkt
bei der Lenkung des Straßenfertigers berücksichtigt. Zudem ist das Vorsehen eines
Sensors erforderlich.
[0006] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren zum Betrieb eines Straßenfertigers bereitzustellen,
welches ein auf die Einbausituation an der Einbaubohle abgestimmtes Lenken des Straßenfertigers
mit möglichst einfachen Mitteln erlaubt. Ebenso soll ein entsprechender Straßenfertiger
angegeben werden.
[0007] Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand der Ansprüche 1 oder 9 gelöst. Die abhängigen
Ansprüche geben vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung an.
[0008] Ein erfindungsgemäßes Verfahren zum Betrieb eines Straßenfertigers umfasst das Einbauen
eines Fahrbahnbelags mit dem Straßenfertiger entlang eines Planums. Dabei wird eine
Einbaubohle des Straßenfertigers zum Verdichten des Fahrbahnbelags entlang einer Einbaufahrtrichtung
über das Planum gezogen. Während des Einbaus werden mit einem Einstellsystem die seitlichen
Ausfahrlängen eines bezüglich der Einbaufahrtrichtung rechten Ausziehteils der Einbaubohle
und eines bezüglich der Einbaufahrtrichtung linken Ausziehteils der Einbaubohle eingestellt.
So wird die Bohlenkonfiguration an die jeweils momentan an der Einbaubohle vorliegende
Einbausituation, insbesondere die Arbeitsbreite, angepasst. Erfindungsgemäß werden
Werte der seitlichen Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle ermittelt. Diese
Werte werden einer Lenkregeleinheit zugeführt. Basierend auf den ermittelten Werten
der seitlichen Ausfahrlängen beider Ausziehteile generiert die Lenkregeleinheit Lenkanweisungen
zum Lenken des Straßenfertigers. Die Lenkanweisungen sind derart gestaltet, dass eine
Differenz der Ausfahrlängen beider Ausziehteile der Einbaubohle auf einen vorbestimmten
Wert oder in einen vorbestimmten Bereich eingeregelt wird.
[0009] Erfindungsgemäß werden die Einstellungen der seitlichen Ausziehteile der Einbaubohle
zum Lenken des Straßenfertigers herangezogen. Zum Erreichen guter Einbauergebnisse
ist es ohnehin erforderlich, die seitlichen Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle
während des Einbaus an die momentanen Gegebenheiten anzupassen. Die Erfindung greift
auf diese Einstellungsarbeit zurück, sodass das Lenken des Straßenfertigers passend
zu der momentanen Einbausituation zumindest deutlich vereinfacht wird. Es wirkt sich
günstig auf die Qualität des eingebauten Fahrbahnbelags aus, dass die Lenkung des
Straßenfertigers basierend auf der Einstellung der Einbaubohle erfolgt, da die Einstellung
der Einbaubohle von zentraler Bedeutung für die Fahrbahnqualität ist.
[0010] Es ist denkbar, dass die Differenz der Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle
während des Einbaus basierend auf den Lenkanweisungen auf einen vorbestimmten Wert
eingeregelt wird. So lässt sich das Einbauverhalten besonders genau vorgeben. Es versteht
sich für den Fachmann, dass der vorbestimmte Wert nicht notwendigerweise immer erreicht
wird, und dass Schwankungen um diesen Wert vorhanden sein können. Beispielsweise um
ein stabileres Einregeln der Differenz der Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle
zu erreichen, kann die Differenz der Ausfahrlängen auch in einen vorbestimmten Bereich
(anstelle des vorbestimmten Werts) eingeregelt werden. Ein solcher vorbestimmter Bereich
kann durch Absolutwerte angegeben werden, zwischen denen die Differenz der Ausfahrlängen
liegen kann, ohne dass eine veränderte Lenkeinstellung des Straßenfertigers nötig
ist.
[0011] Die seitlichen Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle können während des
Einbaus manuell eingestellt werden, insbesondere von einer Bedienperson im Bereich
der Einbaubohle des Straßenfertigers, insbesondere an einem Bohlenbedienstand. Die
Einstelllung der seitlichen Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle können
im Hinblick auf eine externe Referenz, beispielsweise einen Leitdraht oder eine Fräskante
erfolgen. Werden die Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle manuell eingestellt,
ist weder für die Einstellung der Einbaubreite der Einbaubohle noch für das Generieren
der Lenkanweisungen zum Lenken des Straßenfertigers das Vorsehen eines Sensors zum
Detektieren einer externen Referenz, wie beispielsweise eines Leitdrahts, erforderlich.
[0012] Es wäre aber auch denkbar, die seitlichen Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle
während des Einbaus automatisch einzustellen, insbesondere im Hinblick auf eine externe
Referenz wie einen Leitdraht oder eine Fräskante. In diesem Fall muss die Einbaubreite
der Einbaubohle nicht permanent von einer Bedienperson überwacht werden.
[0013] Vorzugsweise wird die Differenz der Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle
auf den Wert Null oder einen Bereich um den Wert Null herum eingeregelt. Hiermit kann
erreicht werden, dass sich der Straßenfertiger mittig über das Planum bewegt. Die
Arbeitsbelastung wird zu gleichen Teilen auf das linke und das rechte Ausziehteil
der Einbaubohle verteilt, sodass keines der beiden Ausziehteile eine übermäßige Belastung
erfährt. Fährt der Straßenfertiger mittig auf dem Planum, ist es einfacher, eine gleichmäßige
Bereitstellung von Einbaumaterial über die gesamte Einbaubreite hinweg zu gewährleisten.
Für bestimmte Einbauvorhaben kann es aber auch vorteilhaft sein, wenn der Straßenfertiger
seitlich von der Mitte des Planums beabstandet fährt. Hierzu kann die Differenz der
Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle auf einen von Null verschiedenen Wert
oder in einen Bereich um einen solchen von Null verschiedenen Wert eingeregelt werden.
Beispielsweise kann die Differenz der Ausfahrlängen derart eingeregelt werden, dass
die Ausfahrlänge des linken Ausziehteils oder die Ausfahrlänge des rechten Ausziehteils
um einen Wert größer als die Ausfahrlänge des anderen Ausziehteils ist, der zwischen
1 m und 2 m, zwischen 1 m und 1,5 m, oder zwischen 0,5 m und 1 m liegt.
[0014] Das erfindungsgemäße Verfahren ist besonders variabel einsetzbar, wenn der vorbestimmte
Wert oder Bereich, auf welchen die Differenz der Ausfahrlängen der Ausziehteile der
Einbaubohle eingeregelt wird, eingebbar ist. Besonders benutzerfreundlich ist es,
wenn hierzu einfach ein aktuell am Straßenfertiger vorliegender Wert der Differenz
der Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle als Einstellung übernommen werden
kann. So kann die gewünschte Differenz der Ausfahrlängen zu Beginn des Einbauvorgangs
manuell eingestellt werden und dann durch die Lenkregeleinheit während des nachfolgenden
Einbauvorgangs beibehalten werden.
[0015] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Lenkregeleinheit die Werte der seitlichen
Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle von dem Einstellsystem erhält. Die
Ausfahrlängen müssen so nicht über zusätzlich vorzusehende Einheiten ermittelt werden
und es können in dem Einstellsystem ohnehin vorliegende Werte verwendet werden. Alternativ
wäre es aber auch denkbar, die Ausfahrlängen der Ausziehteile mit einem Messsystem,
welches vorzugsweise an der Einbaubohle vorhanden ist, zu bestimmen.
[0016] Das Einstellen der Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle, das Ermitteln
der Werte der seitlichen Ausfahrlängen und das Generieren der Lenkanweisungen kann
während des Einbaus zumindest quasi-kontinuierlich erfolgen. Es ist denkbar, dass
diese Schritte regelmäßig in festen zeitlichen Intervallen wiederholt werden. Dies
ist aber nicht notwendig. Insbesondere wenn die seitlichen Ausfahrlängen der Ausziehteile
der Einbaubohle manuell eingestellt werden, kann dies in unregelmäßigen Abständen
erfolgen, wann immer der Bediener eine Veränderung für notwendig hält. Ein zumindest
quasi-kontinuierliches Durchführen der entsprechenden Verfahrensschritte führt dazu,
dass aktuell auf die jeweiligen Einbausituation reagiert wird und ein gutes Einbauergebnis
erreicht wird.
[0017] Gemäß einer einfachen Ausführungsform können die von der Lenkregeleinheit generierten
Lenkanweisungen an einem Display, insbesondere an einem Display im Bedienstand des
Straßenfertigers, angezeigt werden. Ein Fahrer des Straßenfertigers kann den Straßenfertiger
basierend auf den Lenkanweisungen steuern.
[0018] Alternativ oder zusätzlich ist es auch denkbar, dass die Lenkregeleinheit basierend
auf den Lenkanweisungen automatisch auf eine Lenkung des Straßenfertigers einwirkt.
Somit entfällt für den Fertigerfahrer die Notwendigkeit, die Lenkanweisungen manuell
umzusetzen. Bei einem automatischen Einwirken auf die Lenkung des Straßenfertigers
kann die Reaktionszeit verbessert werden, mit der die Lenkanweisungen umgesetzt werden.
Es ist denkbar, dass die Lenkung des Straßenfertigers vollautomatisch basierend auf
den Lenkanweisungen von der Lenkregeleinheit erfolgt. Vorteilhafterweise ist aber
auch bei einer vollautomatischen Lenkung ein priorisierter Eingriff des Fahrzeugführers
möglich, um Gefahrensituationen zu vermeiden und bei Fehlfunktionen eingreifen zu
können. Es ist auch ein Mischbetrieb denkbar, in dem die Lenkung des Straßenfertigers
sowohl durch Lenkeingaben eines Fertigerfahrers als auch durch ein automatisches Einwirken
auf die Lenkung des Straßenfertigers durch die Lenkregeleinheit basierend auf den
Lenkanweisungen erfolgt. Insbesondere ist ein Umschalten zwischen einem automatischen
Lenkbetrieb und einem manuellen Lenkbetrieb denkbar. Beispielsweise wäre es denkbar,
den Straßenfertiger auf einem im Wesentlichen geradlinig verlaufenden Streckenabschnitt
automatisch lenken zu lassen und bei kurvigen Strecken auf eine manuelle Lenkung umzuschalten.
[0019] Erfindungsgemäß wird auch ein Straßenfertiger bereitgestellt. Dieser ist zum Durchführen
des erfindungsgemäßen Verfahrens konfiguriert, ausgelegt und geeignet. Im Hinblick
auf das Verfahren beschriebene Merkmale können entsprechend auf den Straßenfertiger
übertragen werden und umgekehrt.
[0020] Ein erfindungsgemäßer Straßenfertiger umfasst einen bezüglich einer Einbaufahrtrichtung
vorne am Straßenfertiger gelegenen Gutbunker zur Aufnahme von Einbaugut. Bezüglich
der Einbaufahrtrichtung hinten am Straßenfertiger ist eine Einbaubohle zum Verdichten
von Einbaugut vorgesehen. Die Einbaubohle umfasst ein bezüglich der Einbaufahrtrichtung
rechtes Ausziehteil und ein bezüglich der Einbaufahrtrichtung linkes Ausziehteil.
Zudem umfasst der Straßenfertiger ein Einstellsystem zum Einstellen der seitlichen
Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle während des Einbaus. Der Straßenfertiger
umfasst des Weiteren eine Lenkregeleinheit, welcher Werte der seitlichen Ausfahrlängen
der Ausziehteile der Einbaubohle zugeführt werden. Die Lenkregeleinheit ist dazu konfiguriert,
basierend auf den zugeführten Werten der seitlichen Ausfahrlängen der Ausziehteile
derartige Lenkanweisungen zum Lenken des Straßenfertigers zu generieren, dass eine
Differenz der Ausfahrlängen der Ausziehteile der Einbaubohle auf einen vorbestimmten
Wert oder Bereich eingeregelt wird.
[0021] Vorteilhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Straßenfertigers ergeben sich
anhand der oben im Bezug auf das Verfahren diskutierten Merkmale.
[0022] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen mit Bezug auf die
Figuren erläutert. Dabei zeigt
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Straßenfertigers gemäß einer Ausführungsform;
- Fig. 2A
- eine schematische Draufsicht auf ein mit einem Fahrbahnbelag zu versehendes Planum,
in welcher der Straßenfertiger gemäß der Ausführungsform in mehreren zeitlich aufeinanderfolgenden
Einbausituationen schematisch gezeigt ist, wobei die Differenz der Ausfahrlängen der
Ausziehteile der Einbaubohle auf den Wert Null eingeregelt wird;
- Fig. 2B
- eine schematische Draufsicht auf ein mit einem Fahrbahnbelag zu versehendes Planum,
in welcher der Straßenfertiger gemäß der Ausführungsform in mehreren zeitlich aufeinanderfolgenden
Einbausituationen schematisch gezeigt ist, wobei die Differenz der Ausfahrlängen der
Ausziehteile der Einbaubohle auf einen von Null verschiedenen Wert eingeregelt wird;
und
- Fig. 3
- ein Blockdiagramm, welches das Zusammenwirken einiger Komponenten des Straßenfertigers
gemäß der Ausführungsform weiter illustriert.
[0023] Die Figuren 1 und 2 zeigen jeweils einen erfindungsgemäßen Straßenfertiger 1 gemäß
einer Ausführungsform in schematischer Seitenansicht. In Einbaufahrtrichtung F vorne
weist der Straßenfertiger 1 einen Gutbunker 3 zur Aufnahme von Einbaugut auf. An dem
Straßenfertiger 1 ist auf bezüglich der Einbaufahrtrichtung F beiden lateralen Seiten
des Straßenfertigers 1 jeweils ein Zugarm 5 über einen höhenverstellbaren Anlenkpunkt
7 gehalten. Der Anlenkpunkt 7 ist mittels eines Anlenk-Hydraulikzylinders 9 an dem
Straßenfertiger 1 höhenverstellbar. An einer Hinterseite des Straßenfertigers 1 sind
die Zugarme 5 jeweils wieder beidseitig über höhenverstellbare hintere Hydraulikzylinder
11 an dem Straßenfertiger 1 angebracht. An dem bezüglich der Einbaufahrtrichtung F
hinteren Enden der Zugarme 5 ist eine Einbaubohle 13 zum Verdichten von Einbaugut
aufgehängt. Während des Einbaus wird die Einbaubohle 13 von den Zugarmen 5 auf dem
Einbaugut schwimmend hinter dem Straßenfertiger 1 hergezogen. Ein Bedienstand 15 des
Straßenfertigers 1 bietet Platz für eine Bedienperson und umfasst eine Bedienanordnung
17, mit der Eingaben zur Steuerung des Straßenfertigers 1 getätigt werden können.
Der Straßenfertiger 1 gemäß der in Figur 1 gezeigten Ausführungsform umfasst ein Räderfahrwerk
19. Dieses umfasst ein Paar nicht gelenkter Hinterräder 21 sowie ein Paar gelenkter
Vorderräder 23. In der dargestellten Ausführungsform ist noch ein zweites Paar Vorderräder
25 vorgesehen, welches gelenkt oder nicht gelenkt sein kann. Alternativ könnte der
Straßenfertiger 1 auch ein Kettenfahrwerk mit jeweils einer Fahrkette auf der bezüglich
der Einbaufahrtrichtung F linken und rechten Seite des Straßenfertigers 1 umfassen.
[0024] Die Einbaubohle 13 umfasst bezüglich der Einbaufahrtrichtung F zu beiden Seiten je
ein seitliches Ausziehteil 27, 29. In Figur 1 ist lediglich das bezüglich der Einbaufahrtrichtung
F linke Ausziehteil 29 sichtbar. In den Draufsichten aus den Figuren 2A und 2B ist
sowohl das rechte Ausziehteil 27 als auch das linke Ausziehteil 29 der Einbaubohle
13 dargestellt. Vorzugsweise umfassen die Ausziehteile 27, 29, ebenso wie der Hauptteil
der Einbaubohle 13, Verdichtungsaggregate zum Verdichten von Einbaugut. Die Ausziehteile
27, 29 weisen vorzugsweise an ihren seitlich äußeren Enden jeweils ein Seitenschild
31, 33 zum seitlichen Begrenzen der Einbaubreite auf. Die seitlichen Ausziehteile
27, 29 können über an der Einbaubohle 13 vorgesehene Aktuatoren 35, 37 (siehe die
Figuren 2A und 2B) nach links bzw. rechts ausgefahren und eingezogen werden, um eine
Einbaubreite des Straßenfertigers 1 zu variieren.
[0025] Während des Einbaus eines Fahrbahnbelags mit dem Straßenfertiger 1 entlang eines
Planums P werden mit einem Einstellsystem 39 (siehe Figur 3) die seitliche Ausfahrlänge
r des bezüglich der Einbaufahrtrichtung F rechten Ausziehteils 27 der Einbaubohle
13 und die seitliche Ausfahrlänge l des bezüglich der Einbaufahrtrichtung F linken
Ausziehteils 29 der Einbaubohle 13 eingestellt. In der dargestellten Ausführungsform
erlaubt das Einstellsystem 39 ein manuelles Einstellen der seitlichen Ausfahrlängen
r, l der Ausziehteile 27, 29. Hierzu umfasst das Einstellsystem 39 an der Einbaubohle
13 vorgesehene Einstelleinrichtungen 41, welche von einer Bedienperson an einem an
der Einbaubohle 13 befindlichen Außenbedienstand 43 bedient werden und die Aktuatoren
35, 37 ansteuern. Die Bedienperson überwacht vorzugsweise permanent während des Einbaus
den seitlichen Abstand der Ausziehteile 27, 29 zu einer externen Referenz 45, wie
beispielsweise einem vorab aufgespannten Leitdraht oder einer Fräs- oder Bordsteinkante,
und passt die Ausfahrpositionen der Ausziehteile 27, 29 laufend an, um beidseitig
einen gleichbleibenden Abstand zwischen der externen Referenz 45 und den Seitenschilden
31, 33 der Ausziehteile 27, 29 zu erhalten.
[0026] Es wäre auch denkbar, dass das Einstellen der seitlichen Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile
27, 29 während des Einbaus automatisch erfolgt. Hierzu kann das Einstellsystem 39
an den Ausfahrteilen 27, 29 jeweils einen Abstandssensor 47, 49 aufweisen, welcher
während des Einbaus permanent oder in regelmäßigen zeitlichen Abständen einen Abstand
zu der externen Referenz 45 bestimmt. Bei den Abstandssensoren 47, 49 kann es sich
beispielsweise um Radarsensoren handeln. Basierend auf den gemessenen Abständen kann
das Einstellsystem 39 die Aktuatoren 35, 37 ansteuern, um die Ausfahrlängen r, l zum
Ausgleichen eines geänderten Seitenabstands zwischen den Ausziehteilen 27, 29 und
der externen Referenz 45 auszugleichen. Es ist auch denkbar, dass das Einstellsystem
39 sowohl ein manuelles als auch ein automatisches Einstellen der Ausfahrlängen r,
l erlaubt.
[0027] Eine Anpassung der Ausfahrlängen r, l ist beispielsweise bei einer ein- oder beidseitigen
Verengung oder Verbreiterung des Planums P erforderlich. Auch bei einer Krümmung des
Verlaufs des Planums P kann ein Anpassen der Ausfahrlängen r, l notwendig sein.
[0028] Erfindungsgemäß werden während des Einbaus momentane Werte der seitlichen Ausfahrlängen
r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 ermittelt und einer Lenkregeleinheit
51 zugeführt. Wie in Figur 3 dargestellt, liegen die Werte der seitlichen Ausfahrlängen
r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 vorzugsweise ohnehin in dem Einstellsystem
39 vor und werden von diesem über eine Signalleitung 53 der Lenkregeleinheit 51 zugeführt.
Alternativ wäre es aber auch denkbar, die seitlichen Ausfahrlängen r, l durch ein
Messsystem mit entsprechenden Sensoren 55, 57 an der Einbaubohle 13 zu messen und
dann der Lenkregeleinheit 51 zuzuführen. Entsprechende Sensoren 55, 57 und Signalleitungen
sind in den Figuren 2 und 3 gestrichelt dargestellt.
[0029] Die Lenkregeleinheit 51 generiert basierend auf den Werten der seitlichen Ausfahrlängen
r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 Lenkanweisungen zum Lenken des Straßenfertigers
1. Die Lenkanweisungen sind derart gestaltet, dass eine Differenz der Ausfahrlängen
r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 auf einen vorbestimmten Wert oder
in einen vorbestimmten Bereich eingeregelt wird.
[0030] In einer einfachen Ausführungsform wird die Differenz der Ausfahrlängen r, l der
Ausziehteile 27, 29 auf den Wert Null eingeregelt. Das heißt, dass die Lenkregeleinheit
51 Lenkanweisungen für den Straßenfertiger 1 generiert, welche zu identischen Ausfahrlängen
r, l für das rechte und linke Ausziehteil 27, 29 der Einbaubohle 13 führen. Figur
2A zeigt das Einregeln der Differenz der Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile 27, 29
der Einbaubohle 13 auf den Wert Null für einen beispielhaften Fahrbahnabschnitt, wobei
der Straßenfertiger 1 an mehreren zeitlich aufeinanderfolgenden Einbaupositionen gezeigt
ist.
[0031] Zunächst durchläuft der Straßenfertiger 1 den Baustellenabschnitt a, in welchem das
Planum P geradlinig verläuft und eine konstante Einbaubreite aufweist. In diesem Abschnitt
fährt der Straßenfertiger 1 geradeaus und die Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile
27, 29 sind auf die zueinander identischen Werte r1, l1 eingestellt.
[0032] In dem sich anschließenden Baustellenabschnitt b liegt eine bezüglich der Einbaufahrtrichtung
F linksseitige Verengung des Planums P vor. In diesem Abschnitt wird das linke Ausziehteil
29 der Einbaubohle 13 manuell oder automatisch mit dem Einstellsystem 39 eingefahren,
die linke Ausfahrlänge l also verringert, um der externen Referenz 45 zu folgen. Damit
stellt sich eine Differenz zwischen der rechten und der linken Ausfahrlänge r, l ein.
Um diese auszugleichen, generiert die Lenkregeleinheit 51 eine Lenkanweisung zum Lenken
des Straßenfertigers 1 nach rechts hin. Da sich damit das rechte Ausziehteil 27 der
Einbaubohle 13 weiter nach rechts verschiebt, wird das rechte Ausziehteil 27 mittels
des Einstellsystems 39 automatisch oder manuell eingefahren. So gleichen sich die
rechte und linke Ausfahrlänge r, l der Ausziehteile 27, 29 aneinander an und der Straßenfertiger
1 fährt mittig auf dem Planum P.
[0033] In dem anschließenden Baustellenabschnitt c, welcher mit nun verringerter Einbaubreite
wieder geradlinig verläuft, fährt der Straßenfertiger 1 mit identischen Ausfahrlängen
r2, l2 für das rechte und linke Ausziehteil 27, 29 der Einbaubohle 13, welche aber
kleiner als die Ausfahrlängen r1, l1 in Baustellenabschnitt a sind.
[0034] In dem folgenden Baustellenabschnitt d macht das Planum P bei gleichbleibender Einbaubreite
eine Linkskurve. Da der Straßenfertiger 1 bei Eintritt in die Linkskurve zunächst
weiter geradeaus fährt, verringert sich der der Abstand des rechten Ausziehteils 27
der Einbaubohle 13 zu der am rechten Rand des Planums P verlaufenden externen Referenz
45, sodass das rechte Ausziehteil 27 mittels des Einstellsystems 39 manuell oder automatisch
eingezogen wird. Entsprechend vergrößert sich der Abstand zwischen dem linken Ausziehteil
29 der Einbaubohle 13 und der am linken Rand des Planums P verlaufenden externen Referenz
45, sodass das linke Ausziehteil 29 mittels des Einstellsystems 39 manuell oder automatisch
ausgefahren wird. Hiermit ergibt sich wiederum eine Differenz zwischen der rechten
und der linken Ausfahrlänge r, l der Ausziehteile 27, 29 (die linke Ausfahrlänge l
ist größer). Um diese Differenz zu Null auszugleichen, generiert die Lenkeinheit 51
eine Lenkanweisung zum Lenken des Straßenfertigers 1 nach links. Somit folgt der Straßenfertiger
1 der Linkskurve.
[0035] In dem anhand von Figur 2A erläuterten Beispiel wurde die Differenz der Ausfahrlängen
r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 auf Null eingeregelt. Dies entspricht
der Situation, dass der Straßenfertiger 1 im Wesentlichen mittig auf dem Planum P
fährt. Für bestimmte Anwendungen kann es auch vorteilhaft sein, wenn der Straßenfertiger
1 gegenüber der Mitte des Planums P nach links oder rechts versetzt ist. Dies kann
dadurch erreicht werden, dass die Differenz der Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile
27, 29 auf einen von Null verschiedenen Wert eingeregelt werden.
[0036] Figur 2B zeigt für den beispielhaften Fahrbahnabschnitt aus Figur 2A das Einregeln
der Differenz der Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 auf
einen bestimmten Wert x größer Null, so dass die Ausfahrlänge r des rechten Ausziehteils
27 um den bestimmten Wert x größer als die Ausfahrlänge l des linken Ausziehteils
29 ist. Der Straßenfertiger 1 fährt damit gegenüber der Mitte des Planums P nach links
versetzt.
[0037] Zunächst durchläuft der Straßenfertiger 1 den Baustellenabschnitt a, in welchem das
Planum P geradlinig verläuft und eine konstante Einbaubreite aufweist. In diesem Abschnitt
fährt der Straßenfertiger 1 geradeaus und die Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile
27, 29 sind auf die voneinander verschiedenen Werte r1, l1 eingestellt, wobei in diesem
Beispiel r1 = l1 + x gilt.
[0038] In dem sich anschließenden Baustellenabschnitt b liegt eine bezüglich der Einbaufahrtrichtung
F linksseitige Verengung des Planums P vor. In diesem Abschnitt wird das linke Ausziehteil
29 der Einbaubohle 13 manuell oder automatisch mit dem Einstellsystem 39 eingefahren,
die linke Ausfahrlänge l also verringert, um der externen Referenz 45 zu folgen. Damit
verändert sich die Differenz zwischen der rechten und der linken Ausfahrlänge r, l.
Um diese Veränderung auszugleichen, generiert die Lenkregeleinheit 51 eine Lenkanweisung
zum Lenken des Straßenfertigers 1 nach rechts hin. Da sich damit das rechte Ausziehteil
27 der Einbaubohle 13 weiter nach rechts verschiebt, wird das rechte Ausziehteil 27
mittels des Einstellsystems 39 automatisch oder manuell eingefahren. Somit wird die
Differenz der Ausfahrlängen r, l wieder auf den Wert x gebracht.
[0039] In dem anschließenden Baustellenabschnitt c, welcher mit nun verringerter Einbaubreite
wieder geradlinig verläuft, fährt der Straßenfertiger 1 mit den verringerten Ausfahrlängen
r2, l2 für das rechte und linke Ausziehteil 27, 29 der Einbaubohle 13, wobei r2 =
l2 + x gilt, der Straßenfertiger 1 also linksversetzt fährt.
[0040] In dem folgenden Baustellenabschnitt d macht das Planum P bei gleichbleibender Einbaubreite
eine Linkskurve. Da der Straßenfertiger 1 bei Eintritt in die Linkskurve zunächst
weiter geradeaus fährt, verringert sich der der Abstand des rechten Ausziehteils 27
der Einbaubohle 13 zu der am rechten Rand des Planums P verlaufenden externen Referenz
45, sodass das rechte Ausziehteil 27 mittels des Einstellsystems 39 manuell oder automatisch
eingezogen wird. Entsprechend vergrößert sich der Abstand zwischen dem linken Ausziehteil
29 der Einbaubohle 13 und der am linken Rand des Planums P verlaufenden externen Referenz
45, sodass das linke Ausziehteil 29 mittels des Einstellsystems 39 manuell oder automatisch
ausgefahren wird. Hiermit verändert sich wiederum die Differenz zwischen der rechten
und der linken Ausfahrlänge r, l der Ausziehteile 27, 29 (die linke Ausfahrlänge l
wird größer). Um die Differenz wieder auf den Wert x zu bringen, generiert die Lenkregeleinheit
51 eine Lenkanweisung zum Lenken des Straßenfertigers 1 nach links. Somit folgt der
Straßenfertiger 1 der Linkskurve.
[0041] Bei dem soeben anhand der Figuren 2A und 2B erläuterten Beispiel erfolgte die Lenkung
des Straßenfertigers 1 ausschließlich basierend auf den Lenkanweisungen der Lenkregeleinheit
51. Dennoch kann nötigenfalls ein nicht auf den Lenkanweisungen basierender Lenkeingriff
eines Fahrzeugführers erfolgen.
[0042] Wie in Figur 3 gezeigt, können für ein vollautomatisches Lenken des Straßenfertigers
1 die Lenkanweisungen direkt über eine Steuerleitung 59 von der Lenkregeleinheit 51
an eine Lenkung 61 des Straßenfertigers 1 weitergeleitet werden. Es wäre aber auch
durchaus denkbar, dass die Lenkanweisungen von der Lenkregeleinheit 51 auf einem Display
63 des Straßenfertigers 1, welches insbesondere Teil der Bedienanordnung 17 im Bedienstand
15 des Straßenfertigers 1 sein kann, angezeigt werden. Die Lenkanweisungen könnten
dem Fahrzeugführer so als Hilfe für ein manuelles Lenken mittels einer Lenkwinkeleingabevorrichtung
65, wie beispielsweise einem Lenkrad, zur Verfügung stehen. Besonders vorteilhaft
ist es, wenn an der Bedienanordnung 17 eine Moduswahleinrichtung 67 vorgesehen ist,
mit welcher der Fahrzeugführer zwischen einem automatischen Lenkmodus und einem manuellen
Lenkmodus wählen kann. In dem automatischen Lenkmodus werden die Lenkanweisungen von
der Lenkregeleinheit 51 direkt (ohne Zutun des Fahrzeugführers) an die Lenkung 61
des Straßenfertigers 1 weitergegeben. In dem manuellen Lenkmodus muss der Straßenfertiger
1 über die Lenkwinkeleingabevorrichtung 65 von dem Fertigerfahrer gelenkt werden.
Vorzugsweise ist auch in dem automatischen Lenkmodus jederzeit ein manueller Lenkeingriff
möglich, um Gefahrensituationen zu vermeiden und auf Fehlfunktionen der automatischen
Lenkung reagieren zu können. Vorzugsweise ist ein solcher manueller Lenkeingriff priorisiert.
[0043] Es erschließt sich, dass die Qualität der Lenkanweisungen besonders gut ist, wenn
die Schritte des Einstellens der seitlichen Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile 27,
29 der Einbaubohle 13 mittels des Einstellsystems 39, des Ermittelns der Werte der
seitlichen Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile 27, 29 und des Generierens der Lenkanweisungen
durch die Lenkregeleinheit 51 während des Einbaus in möglichst kurzen Zeitabständen
iteriert werden. Automatisch durchgeführte Schritte können während des Einbaus insbesondere
mit einem festen Zeitintervall zyklisch wiederholt werden. Manuell durchgeführte Schritte
sollten von dem Fertigerfahrer oder einer Bedienperson mit einer für ein gutes Einbauergebnis
ausreichenden Häufigkeit durchgeführt werden.
[0044] In den in den Figuren 2A und 2B gezeigten Varianten wurde die Differenz zwischen
den Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 auf einen vorbestimmten
Wert eingeregelt. Um ein glatteres Regelverhalten zu erhalten, kann es aber auch vorteilhaft
sein, die Differenz zwischen den Ausfahrlängen r, l auf einen Bereich einzuregeln.
In diesem Fall kann ein bestimmter Toleranzbereich vorliegen, innerhalb dessen die
Differenz der Ausfahrlängen r, l variieren kann. Ein solcher Toleranzbereich kann
beispielsweise eine Abweichung der Differenz der Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile
27, 29 der Einbaubohle 13 von einem bestimmten Wert von maximal 5 cm, maximal 10 cm,
maximal 20 cm, maximal 50 cm oder maximal 1 m in beide Richtungen erlauben.
[0045] Vorzugsweise ist der vorbestimmte Wert oder der vorbestimmte Bereich, in den die
Differenz der Ausfahrlängen r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 eingeregelt
wird, einstellbar. Hierzu kann insbesondere die Bedienanordnung 17 eine entsprechende
Einstellvorrichtung 69 umfassen. Besonders vorteilhaft ist es, wenn mittels der Einstellvorrichtung
69 ein momentan an dem Straßenfertiger 1 vorliegender Wert der Differenz der Ausfahrlängen
r, l der Ausziehteile 27, 29 der Einbaubohle 13 als der vorbestimmte Wert übernommen
werden kann, auf den die Differenz eingeregelt wird. Auch ein entsprechender Toleranzbereich,
innerhalb dessen die Differenz der Ausfahrlängen r, l variieren kann, kann mittels
der Einstellvorrichtung 69 eingegeben werden.
1. Verfahren zum Betrieb eines Straßenfertigers (1), welches das Einbauen eines Fahrbahnbelags
mit dem Straßenfertiger (1) entlang eines Planums (P) umfasst, wobei eine Einbaubohle
(13) des Straßenfertigers (1) zum Verdichten des Fahrbahnbelags entlang einer Einbaufahrtrichtung
(F) über das Planum (P) gezogen wird, umfassend:
während des Einbaus mit einem Einstellsystem (39) Einstellen der seitlichen Ausfahrlängen
(r, l) eines bezüglich der Einbaufahrtrichtung (F) rechten Ausziehteils (27) der Einbaubohle
(13) und eines bezüglich der Einbaufahrtrichtung (F) linken Ausziehteils (29) der
Einbaubohle (13),
gekennzeichnet durch
Ermitteln von Werten der seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile (27, 29)
der Einbaubohle (13);
Zuführen der ermittelten Werte der seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile
(27, 29) an eine Lenkregeleinheit (51); und
durch die Lenkregeleinheit (51) basierend auf den ermittelten Werten der seitlichen
Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile (27, 29) Generieren von Lenkanweisungen zum
Lenken des Straßenfertigers (1) derart, dass eine Differenz der Ausfahrlängen (r,
l) der Ausziehteile (27, 29) der Einbaubohle (13) auf einen vorbestimmten Wert oder
Bereich eingeregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile
(27, 29) der Einbaubohle (13) während des Einbaus im Hinblick auf eine externe Referenz
(45), insbesondere einen Leitdraht oder eine Fräskante, manuell oder automatisch eingestellt
werden.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Differenz der Ausfahrlängen
(r, l) der Ausziehteile (27, 29) der Einbaubohle (13) auf Null eingeregelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei der vorbestimmte Wert oder
Bereich eingebbar ist, insbesondere durch Übernehmen einer aktuell vorliegenden Einstellung.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Werte der seitlichen Ausfahrlängen
(r, l) der Ausziehteile (27, 29) der Einbaubohle (13) mit einem Messsystem (55, 57)
bestimmt werden oder von dem Einstellsystem (39) erhalten werden.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei das Einstellen der seitlichen
Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile (27, 29) der Einbaubohle (13), das Ermitteln
der Werte der seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile (27, 29) und das Generieren
der Lenkanweisungen während des Einbaus jeweils zumindest quasi-kontinuierlich erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Lenkanweisungen an einem
Display (63) angezeigt werden, um von einem Fahrer des Straßenfertigers (1) ausgeführt
zu werden.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Lenkregeleinheit (51)
basierend auf den Lenkanweisungen automatisch auf eine Lenkung (61) des Straßenfertigers
(1) einwirkt.
9. Straßenfertiger (1) mit
einem bezüglich einer Einbaufahrtrichtung (F) vorne am Straßenfertiger (1) gelegenen
Gutbunker (3) zur Aufnahme von Einbaugut;
einer bezüglich der Einbaufahrtrichtung (F) hinten am Straßenfertiger (1) vorgesehenen
Einbaubohle (13) zum Verdichten von Einbaugut, wobei die Einbaubohle (13) ein bezüglich
der Einbaufahrtrichtung (F) rechtes Ausziehteil (27) und ein bezüglich der Einbaufahrtrichtung
(F) linkes Ausziehteil (29) umfasst; und
einem Einstellsystem (39) zum Einstellen der seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile
(27, 29) der Einbaubohle (13) während des Einbaus,
gekennzeichnet durch
eine Lenkregeleinheit (51), der Werte der seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile
(27, 29) der Einbaubohle (13) zugeführt werden und die dazu konfiguriert ist, basierend
auf den zugeführten Werten der seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile (27,
29) derartige Lenkanweisungen zum Lenken des Straßenfertigers (1) zu generieren, dass
eine Differenz der Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile (27, 29) der Einbaubohle
(13) auf einen vorbestimmten Wert oder Bereich eingeregelt wird.
10. Straßenfertiger nach Anspruch 9, wobei der vorbestimmte Wert Null beträgt.
11. Straßenfertiger nach Anspruch 9 oder 10, welcher eine Einstellvorrichtung (69) umfasst,
mit der der vorbestimmte Wert oder Bereich eingebbar ist, insbesondere durch Übernehmen
einer aktuell vorliegenden Einstellung.
12. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei der Straßenfertiger (1) zudem
ein Messsystem (55, 57) zum Bestimmen der Werte der seitlichen Ausfahrlängen (r, l)
der Ausziehteile (27, 29) der Einbaubohle (13) umfasst oder wobei das Einstellsystem
(39) dazu konfiguriert ist, die Werte der seitlichen Ausfahrlängen (r, l) der Ausziehteile
(27, 29) der Einbaubohle (13) der Lenkregeleinheit (51) zuzuführen.
13. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 9 bis 12, welcher zudem ein Display (63)
umfasst, das zum Anzeigen der Lenkanweisungen konfiguriert ist.
14. Straßenfertiger nach einem der Ansprüche 9 bis 13, wobei die Lenkregeleinheit (51)
dazu konfiguriert ist, basierend auf den Lenkanweisungen automatisch auf eine Lenkung
(61) des Straßenfertigers (1) einzuwirken.