[0001] Die Erfindung betrifft ein Schiebenockensystem für eine Brennkraftmaschine.
[0002] Ventilgesteuerte Brennkraftmaschinen weisen eines oder mehrere steuerbare Ein- und
Auslassventile je Zylinder auf. Variable Ventiltriebe ermöglichen ein flexibles Ansteuern
der Ventile zum Verändern der Öffnungszeit, Schließzeit und/oder des Ventilhubs. Dadurch
kann der Motorbetrieb beispielsweise an eine spezifische Lastsituation angepasst werden.
Beispielsweise kann ein variabler Ventiltrieb durch ein sogenanntes Schiebenockensystem
realisiert werden.
[0003] Aus der
DE 196 11 641 C1 ist ein Beispiel für ein solches Schiebenockensystem bekannt, mit dem die Betätigung
eines Gaswechselventils mit mehreren unterschiedlichen Hubkurven ermöglicht wird.
Hierzu ist auf der Nockenwelle ein Schiebenocken mit mindestens einem, mehrere Nockenbahnen
aufweisenden Nockenabschnitt drehfest aber axial verschieblich gelagert, der eine
Hubkontur aufweist, in die ein Aktuator in Form eines Stifts von radial außen zur
Erzeugung einer axialen Verschiebung des Schiebenockens eingeführt wird. Durch die
axiale Verschiebung des Schiebenockens wird beim jeweiligen Gaswechselventil ein unterschiedlicher
Ventilhub eingestellt. Der Schiebenocken wird nach der axialen Verschiebung desselben
relativ zur Nockenwellen dadurch in seiner axialen Relativposition auf der Nockenwelle
rastiert, dass abhängig von der axialen Relativposition mindestens eine federbeaufschlagte
Rastkugel, die in der Nockenwelle aufgenommen und gelagert ist, in mindestens eine
Rastnut eingreift.
[0004] Das Schiebenockensystem kann einen erheblichen Bauraum einnehmen. Insbesondere eine
Anordnung der Aktoren zum Verschieben eines Nockenträgers (Schiebenockens) kann bei
engen Platzverhältnissen eine Herausforderung darstellen. Typischerweise werden die
Aktoren an einem mit dem Zylinderkopf oder Zylinderkopfdeckel verbundenen Rahmen befestigt.
[0005] Aus der
DE 10 2011 050 484 A1 ist eine Brennkraftmaschine mit mehreren Zylindern, einem Zylinderkopf und einem
Zylinderkopfdeckel bekannt. Zur Betätigung von Gaswechselventilen ist mindestens eine
drehbar gelagerte Nockenwelle mit mindestens einem auf der jeweiligen Nockenwelle
axial verschiebbaren Schiebenocken vorgesehen. Der jeweilige Schiebenocken weist mindestens
einen Kulissenabschnitt mit mindestens einer Nut auf. Zur Bewirkung einer axialen
Verschiebung des jeweiligen Schiebenockens ist ein Aktuator vorgesehen. Der Aktuator
ist im Zylinderkopf oder im Zylinderkopfdeckel gelagert.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein verbessertes oder alternatives Schiebenockensystem
vorzusehen, das insbesondere einen bauraumoptimierten Aufbau aufweist.
[0007] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Schiebenockensystem gemäß dem unabhängigen Anspruch.
Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den abhängigen Ansprüchen und der Beschreibung
angegeben.
[0008] Das Schiebenockensystem für eine Brennkraftmaschine weist eine Nockenwelle auf. Das
Schiebenockensystem weist einen Nockenträger auf, der drehfest und axial verschiebbar
auf der Nockenwelle angeordnet ist. Der Nockenträger weist eine erste Schaltkulisse
auf. Vorzuzugsweise weist der Nockenträger auch eine zweite Schaltkulisse auf. Das
Schiebenockensystem weist einen ersten Aktor mit einem entlang einer Längsachse der
Nockenwelle verschiebbaren Element (zum Beispiel ein- und ausfahrbares Element) auf.
Das Element ist insbesondere als ein Stift ausgebildet. Das Element ist zum axialen
Verschieben des Nockenträgers in einer ersten Richtung in Kontakt mit der ersten Schaltkulisse
bringbar. Das Schiebenockensystem weist vorzugsweise zusätzlich einen zweiten Aktor
mit einem entlang der Längsachse der Nockenwelle verschiebbaren Element (zum Beispiel
ein- und ausfahrbares Element) auf. Das Element ist insbesondere als ein Stift ausgebildet.
Das Element ist zum axialen Verschieben des Nockenträgers in einer zweiten Richtung,
die der ersten Richtung entgegensetzt ist, in Kontakt mit der zweiten Schaltkulisse
bringbar.
[0009] Das Vorsehen von einem oder mehreren axial wirkenden Aktoren ermöglicht eine bauraumoptimierte
Anordnung der Aktoren gegenüber Systemen mit radial wirkenden Aktoren. Insbesondere
können die axial wirkenden Aktoren in vorhandenen Strukturen entlang der Nockenwelle
integriert werden.
[0010] Bei Verwendung nur eines Aktors kann dieser Aktor bspw. doppeltwirkend ausgebildet
sein. Damit kann eine Axialverschiebung des Nockenträgers in beide Richtungen entlang
der Längsachse der Nockenwelle ermöglicht werden. Der Aktor kann den Nockenträger
bspw. in einer ersten Richtung entgegen einem elastischen Vorspannelement verschieben.
In einer entgegensetzten Richtung kann der Aktor eine Verschiebung des Nockenträgers
durch das elastische Vorspannelement durch Einfahren des verschiebbaren Elements ermöglichen.
Es ist auch möglich, einen anderen Mechanismus zu verwenden, der in Kombination mit
nur einem Aktor eine Axialverschiebung des Nockenträgers zwischen einer ersten Axialposition
und einer zweiten Axialposition ermöglicht.
[0011] Bei Verwendung von zwei Aktoren kann der erste Aktor den Nockenträger von einer zweiten
Axialposition in eine erste Axialposition verschieben. Der zweite Aktor kann den Nockenträger
von einer ersten Axialposition in eine zweite Axialposition verschieben. In der ersten
Axialposition kann ein erster Nocken des Nockenträgers in Wirkverbindung mit mindestens
einem Gaswechselventil stehen. In der zweiten Axialposition kann ein zweiter Nocken
des Nockenträgers in Wirkverbindung mit dem mindestens einen Gaswechselventil stehen.
[0012] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform ist der erste Aktor in oder an einem
ersten Lagerbock, der die Nockenwelle drehbar lagert, aufgenommen. Alternativ oder
ergänzend ist der zweite Aktor in oder an einem zweiten Lagerbock, der die Nockenwelle
drehbar lagert, aufgenommen. Damit benötigen die Aktoren keinen separaten Bauraum.
Stattdessen lassen sich die Aktoren ohne zusätzlichen Platzbedarf direkt in ohnehin
vorhandenen Lagerböcke der Nockenwelle integrieren.
[0013] Insbesondere kann der erste Aktor am ersten Lagerbock befestigt sein und/oder der
zweite Aktor am zweiten Lagerbock befestigt sein.
[0014] Zusätzlich kann über die Lagerböcke eine Zuführung von Hydraulikfluid zu dem ersten
Aktor und/oder dem zweiten Aktor durchgeführt werden. Somit wird auch für die Hydraulikleitungen
kein zusätzlicher Platz benötigt. Ebenso können bspw. eine Elektroleitung und/oder
eine Pneumatikleitung für den ersten Aktor und/oder den zweiten Aktor im oder am ersten
und/oder zweiten Lagerbock vorgesehen sein.
[0015] In einer Ausführungsform ist die erste Schaltkulisse und/oder die zweite Schaltkulisse
stufenförmig ausgebildet. Die stufenförmige Ausbildung der Schaltkulisse kann ein
Kontaktieren durch die verschiebbaren Elemente die Aktoren auf einfache Weise ermöglichen.
Die verschiebbaren Elemente der Aktoren können gegen einen Absatz der jeweiligen,
stufenförmigen Schaltkulisse drücken, wenn der Nockenträger verschoben werden soll.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform sind die erste Schaltkulisse an einem ersten Ende
des Nockenträgers und die zweite Schaltkulisse an einem entgegengesetzten zweiten
Ende des Nockenträgers angeordnet. Auf diese Weise kann ein Verfahrweg der verschiebbaren
Elemente minimiert werden. Die Aktoren können direkt neben den Enden des Nockenträgers
angeordnet werden.
[0017] In einem Ausführungsbeispiel weist die erste Schaltkulisse eine Aktorkontaktfläche
auf, die sich in einer Umfangsrichtung um die Längsachse der Nockenwelle erstreckt.
Alternativ oder zusätzlich weist die zweite Schaltkulisse eine Aktorkontaktfläche
auf, die sich in einer Umfangsrichtung um die Längsachse der Nockenwelle erstreckt.
Über einen Kontakt zwischen den verschiebbaren Elementen der Aktoren und den entsprechenden
Aktorkontaktflächen kann eine Verschiebung des Nockenträgers realisiert werden. Zusätzlich
kann in einer Weiterbildung über einen Kontakt mit den entsprechenden Aktorkontaktflächen
eine Dämpfung der Verschiebung des Nockenträgers realisiert werden.
[0018] In einem weiteren Ausführungsbeispiel weist die Aktorkontaktfläche der ersten Schaltkulisse
eine erste Rampe und eine zweite Rampe auf. Die erste Rampe der Aktorkontaktfläche
der ersten Schaltkulisse vergrößert einen Abstand zwischen dem ersten Aktor und der
Aktorkontaktfläche der ersten Schaltkulisse bezüglich einer Drehrichtung der Nockenwelle.
Die zweite Rampe der Aktorkontaktfläche der ersten Schaltkulisse verkleinert einen
Abstand zwischen dem ersten Aktor und der Aktorkontaktfläche der ersten Schaltkulisse
bezüglich einer Drehrichtung der Nockenwelle.
[0019] Alternativ oder zusätzlich weist die Aktorkontaktfläche der zweiten Schaltkulisse
eine erste Rampe und eine zweite Rampe auf. Die erste Rampe der Aktorkontaktfläche
der zweiten Schaltkulisse vergrößert einen Abstand zwischen dem zweiten Aktor und
der Aktorkontaktfläche der zweiten Schaltkulisse bezüglich einer Drehrichtung der
Nockenwelle. Die zweite Rampe der Aktorkontaktfläche der zweiten Schaltkulisse verkleinert
einen Abstand zwischen dem zweiten Aktor und der Aktorkontaktfläche der zweiten Schaltkulisse
bezüglich einer Drehrichtung der Nockenwelle.
[0020] Die Rampen ermöglichen eine Verschiebebewegung des Nockenträgers durch Kontakt mit
den verschiebbaren Elementen. Kontaktiert beispielsweise das verschiebbare Element
des ersten Aktors die zweite Rampe der Aktorkontaktfläche der ersten Schaltkulisse,
wird der Nockenträger in der ersten Richtung verschoben, während der Nockenträger
sich gemeinsam mit der Nockenwelle dreht. Kontaktiert andererseits das verschiebbare
Element des zweiten Aktors die zweite Rampe der Aktorkontaktfläche der zweiten Schaltkulisse,
wird der Nockenträger in der zweiten Richtung verschoben, während der Nockenträger
sich gemeinsam mit der Nockenwelle dreht.
[0021] Insbesondere können die erste und zweite Rampe der ersten und zweiten Schaltkulisse
so angeordnet sein, dass eine Verschiebung des Nockenträgers nur innerhalb eines Grundkreisbereichs
der Nocken des Nockenträgers ermöglicht wird.
[0022] In einer Ausführungsvariante ist der erste Aktor und/oder der zweite Aktor hydraulisch,
elektrisch und/oder pneumatisch betätigt.
[0023] In einer weiteren Ausführungsvariante wird eine axiale Verschiebung des Nockenträgers
hydraulisch und/oder über ein elastisches Element gedämpft. Die Dämpfung kann eine
Arretierung (axiale Sicherung) des Nockenträgers ermöglichen.
[0024] In einer Ausführungsform weist das Schiebenockensystem ein erstes elastisches Element
auf, das den Nockenträger in der zweiten Richtung vorspannt. Alternativ oder zusätzlich
weist das Schiebenockensystem ein zweites elastisches Element auf, das den Nockenträger
in der ersten Richtung vorspannt. Die elastischen Elemente ermöglichen eine Dämpfung
der Verschiebebewegung des Nockenträgers. Wird der Nockenträger beispielsweise von
dem ersten Aktor in der ersten Richtung verschoben, kann das erste elastische Element
die Verschiebebewegung des Nockenträgers dämpfen.
[0025] In einer Weiterbildung stützt das erste elastische Element den Nockenträger an einem
Lagerbock zum drehbaren Lagern der Nockenwelle ab und ist drehbar um die Längsachse
der Nockenwelle bezüglich des Lagerbocks oder des Nockenträgers gelagert. Alternativ
oder zusätzlich stützt das zweite elastische Element den Nockenträger an einem Lagerbock
zum drehbaren Lagern der Nockenwelle ab und ist drehbar um die Längsachse der Nockenwelle
bezüglich des Lagerbocks oder des Nockenträgers gelagert. Die ohnehin vorhandenen
Lagerböcke der Nockenwelle können somit zum Abstützen der elastischen Elemente zum
Dämpfen der Verschiebebewegung des Nockenträgers verwendet werden. Die drehbare Lagerung
der elastischen Elemente ist vorgesehen, um ein Schleifen der elastischen Elemente
am Nockenträger oder Lagerbock zu verhindern, da sich die elastischen Elemente in
der Ausführungsform entweder mit dem Nockenträger drehen oder am Lagerbock festgelegt
sind.
[0026] In einem Ausführungsbeispiel weist das Schiebenockensystem einen ersten hydraulischen
Dämpfungszylinder, der zum Dämpfen einer axialen Verschiebung des Nockenträgers in
der ersten Richtung angeordnet ist, auf. Alternativ oder zusätzlich weist das Schiebenockensystem
einen zweiten hydraulischen Dämpfungszylinder, der zum Dämpfen einer axialen Verschiebung
des Nockenträgers in der zweiten Richtung angeordnet ist, auf.
[0027] In einer Weiterbildung weist das Schiebenockensystem ferner eine erste Drossel, die
stromabwärts des ersten hydraulischen Dämpfungszylinders angeordnet ist, und/oder
eine zweite Drossel, die stromabwärts des zweiten hydraulischen Dämpfungszylinders
angeordnet ist, auf.
[0028] Über die Drosseln kann ein Widerstand für aus den hydraulischen Dämpfungszylindern
ausfließendes Hydraulikfluid aufgebaut werden, wodurch eine gewünschte Dämpfung realisierbar
ist.
[0029] In einer Ausführungsvariante dämpft der zweite Aktor eine axiale Verschiebung des
Nockenträgers, wenn der erste Aktor den Nockenträger in der ersten Richtung axial
verschiebt. Alternativ oder zusätzlich dämpft der erste Aktor eine axiale Verschiebung
des Nockenträgers, wenn der zweite Aktor den Nockenträger in der zweiten Richtung
axial verschiebt. Damit kann die Dämpfungsfunktionalität direkt in die Aktoren integriert
werden.
[0030] In einer weiteren Ausführungsvariante dämpft der zweite Aktor eine axiale Verschiebung
des Nockenträgers hydraulisch und/oder über ein elastisches Element des zweiten Aktors.
Alternativ oder zusätzlich dämpft der erste Aktor eine axiale Verschiebung des Nockenträgers
hydraulisch und/oder über ein elastisches Element des ersten Aktors.
[0031] Die Erfindung betrifft auch einen variablen Ventiltrieb für eine Brennkraftmaschine.
Der variable Ventiltrieb weist ein Schiebenockensystem wie hierin offenbart auf. Der
variable Ventiltrieb weist mindestens ein Gaswechselventil und eine Kraftübertragungseinrichtung
(zum Beispiel Stößel, Kipphebel oder Schlepphebel) auf. Die Kraftübertragungseinrichtung
setzt in Abhängigkeit von einer Axialposition des Nockenträgers wahlweise einen ersten
Nocken des Nockenträgers in Wirkverbindung zu dem mindestens einen Gaswechselventil
oder einen zweiten Nocken des Nockenträgers in Wirkverbindung zu dem mindestens einen
Gaswechselventil.
[0032] Gemäß einem weiteren Gesichtspunkt betrifft die Erfindung auch ein Kraftfahrzeug,
insbesondere Nutzfahrzeug, mit einem Schiebenockensystem wie hierin offenbart oder
einem variablen Ventiltrieb wie hierin offenbart. Das Nutzfahrzeug kann beispielsweise
ein Omnibus oder ein Lastkraftwagen sein.
[0033] Die zuvor beschriebenen bevorzugten Ausführungsformen und Merkmale der Erfindung
sind beliebig miteinander kombinierbar. Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung
werden im Folgenden unter Bezug auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Ansicht eines variablen Ventiltriebs mit einem Schiebenockensystem;
und
- Figur 2
- eine Schemadarstellung einer Ausführungsform des Schiebenockensystems;
- Figur 3
- eine Schemadarstellung einer weiteren Ausführungsform des Schiebenockensystems;
- Figur 4
- eine Schemadarstellung einer weiteren anderen Ausführungsform des Schiebenockensystems;
- Figur 5
- eine Schemadarstellung einer weiteren anderen Ausführungsform des Schiebenockensystems;
und
- Figuren 7 bis 18
- Schemadarstellungen einer weiteren anderen Ausführungsform des Schiebenockensystems
zur Erläuterung der Funktionsweise eines beispielhaften Schiebenockensystems.
[0034] Die in den Figuren gezeigten Ausführungsformen stimmen zumindest teilweise überein,
so dass ähnliche oder identische Teile mit den gleichen Bezugszeichen versehen sind
und zu deren Erläuterung auch auf die Beschreibung der anderen Ausführungsformen bzw.
Figuren verwiesen wird, um Wiederholungen zu vermeiden.
[0035] Die Figur 1 zeigt einen variablen Ventiltrieb 10. Der variable Ventiltrieb 10 kann
beispielsweise Teil einer Brennkraftmaschine eines Nutzfahrzeugs, insbesondere eines
Lastkraftwagens oder eines Omnibusses, sein. Der variable Ventiltrieb 10 weist ein
erstes Gaswechselventil 12, ein zweites Gaswechselventil 14, ein Schiebenockensystem
16, eine Kraftübertragungseinrichtung 18, einen ersten Lagerbock (Lagerkörper) 20
und einen zweiten Lagerbock (Lagerkörper) 22 auf.
[0036] Der variable Ventiltrieb 10 dient zum Anpassen einer Ansteuerung der Gaswechselventile
12, 14. Insbesondere können ein Öffnungszeitpunkt, ein Schließzeitpunkt und/oder ein
Ventilhub der Gaswechselventile 12, 14 angepasst werden. Die Gaswechselventile 12,
14 können Einlassventile oder Auslassventile sein.
[0037] Die Lagerböcke 20, 22 lagern eine Nockenwelle 24 drehbar. Zusätzlich ist die Kipphebelachse
42 an den Lagerböcken 20, 22 befestigt. Die Lagerböcke 20, 22 können beispielsweise
an einem Befestigungsrahmen oder einem Zylinderkopf der Brennkraftmaschinen befestigt
sein. In anderen Ausführungsformen können die Nockenwelle 24 und die Kipphebelachse
42 beispielsweise getrennt voneinander gelagert sein.
[0038] Das Schiebenockensystem 16 weist die Nockenwelle 24, einen Nockenträger 26, einen
ersten Aktor 28 und einen zweiten Aktor 30 auf.
[0039] Der Nockenträger 26 ist drehfest und axial verschiebbar auf der Nockenwelle 24 angeordnet.
Der Nockenträger 26 weist einen ersten Nocken 32, einen zweiten Nocken 34, eine erste
Schaltkulisse 36 und eine zweite Schaltkulisse 38 auf.
[0040] Der erste Nocken 32 und der zweiten Nocken 34 sind angrenzend aneinander angeordnet.
Der erste Nocken 32 und der zweite Nocken 34 weisen unterschiedliche Nockenkonturen
auf. Der erste Nocken 32 und der zweite Nocken 34 sind in einen Mittelbereich des
Nockenträgers 26 vorgesehen. In Abhängigkeit von einer Axialposition des Nockenträgers
26 bezüglich der Nockenwelle 24 stellt die Kraftübertragungseinrichtung 18 eine Wirkverbindung
zwischen dem ersten Nocken 32 und den Gaswechselventilen 12, 14 oder zwischen dem
zweiten Nocken 34 und den Gaswechselventilen 12, 14 her.
[0041] Im Einzelnen weist die Kraftübertragungseinrichtung 18 einen Kipphebel 40 und eine
Kipphebelachse 42 auf. Der Kipphebel 40 folgt über einen Nockenfolger 44 je nach Axialposition
des Nockenträgers 26 einer Nockenkontur des ersten Nockens 32 oder des zweite Nockens
34. der Nockenfolger 44 ist als eine drehbar gelagerte Rolle ausgebildet. Der Kipphebel
40 ist drehbar um die Kipphebelachse 42 gelagert. In einem Ventilhubbereich des Nockens
32 oder 34 werden die Gaswechselventile 12, 14 entsprechend über den Kipphebel 40
betätigt. In anderen Ausführungsformen kann die Kraftübertragungseinrichtung 18 beispielsweise
einen Schlepphebel oder Stößel aufweisen.
[0042] In dem in Figur 1 dargestellten Beispiel ist der Nockenträger 26 in einer ersten
Axialposition. In der ersten Axialposition stellt die Kraftübertragungseinrichtung
18 eine Wirkverbindung zwischen dem ersten Nocken 32 und den Gaswechselventilen 12,
14 her. Der Nockenträger 26 kann in eine zweite Axialposition (nach links in Figur
1) verschoben werden. In der zweiten Axialposition setzt die Kraftübertragungseinrichtung
18 den zweiten Nocken 34 in Wirkverbindung mit den Gaswechselventilen 12, 14. Der
Nockenträger (Schiebenocken) 26 kann entlang der Axialrichtung der Nockenwelle 24
durch Zusammenwirken des ersten Aktors 28, des zweiten Aktors 30, der ersten Schaltkulisse
36 und der zweiten Schaltkulisse 38 verschoben werden.
[0043] Der erste Aktor 28 ist in dem ersten Lagerbock 20 aufgenommen und befestigt. Der
zweite Aktor 30 ist in dem zweiten Lagerbock 22 aufgenommen und befestigt. Die Befestigung
und Aufnahme der Aktoren 28, 30 in den Lagerböcken 20, 22 ist aus Bauraumgründen günstig.
Es muss kein separater Bauraum für die Aktoren 28, 30 vorgesehen werden.
[0044] Die erste Schaltkulisse 36 und die zweite Schaltkulisse 38 sind an gegenüberliegenden
Axialenden des Nockenträgers 26 angeordnet. Die erste Schaltkulisse 36 wirkt mit dem
ersten Aktor 28 zur Verschiebung des Nockenträgers 26 aus der zweiten Axialposition
in die erste Axialposition zusammen. Der Nockenträger 26 ist durch den ersten Aktor
28 und die erste Schaltkulisse 36 in einer ersten Richtung verschiebbar. Die zweite
Schaltkulisse 38 wirkt mit dem zweiten Aktor 30 zur Verschiebung des Nockenträgers
26 aus der ersten Axialposition in die zweite Axialposition zusammen. Der Nockenträger
26 ist durch den zweiten Aktor 30 und die zweite Schaltkulisse 38 in einer zweiten
Richtung verschiebbar. Die zweite Richtung ist entgegengesetzt zu der ersten Richtung
gerichtet. Die erste und zweite Richtung erstrecken sich parallel zu einer Längsachse
der Nockenwelle 24.
[0045] Jeder Aktor 28, 30 weist einen verschiebbaren Stift (Pin) 46, 48 auf. Der Stift 46
des ersten Aktors 28 ist in Figur 1 von dem ersten Lagerbock 20 verdeckt. Die Stifte
46, 48 sind in einer Axialrichtung der Nockenwelle 24 verschiebbar. Statt der Stifte
46, 48 können auch andere verschiebbaren Elemente zum Verschieben des Nockenträgers
26 verwendet werden.
[0046] Die erste Schaltkulisse 36 und die zweite Schaltkulisse 38 sind stufenförmig ausgebildet.
Im Einzelnen weisen die Schaltkulisse 36, 38 jeweils eine Aktorkontaktfläche 50, 52
auf. Die Aktorkontaktflächen 50, 52 erstrecken sich in einer Umfangsrichtung um die
Längsachse der Nockenwelle 24. Die Aktorkontaktfläche 50 weist eine erste Rampe 50A
und eine zweite Rampe 50B auf. Die erste Rampe 50A vergrößert einen Abstand zwischen
dem ersten Aktor 28 und der Aktorkontaktfläche 50 bezüglich einer Drehrichtung der
Nockenwelle 24. Die zweite Rampe 50B verkleinert einen Abstand zwischen dem ersten
Aktor 28 und der Aktorkontaktfläche 50 bezüglich einer Drehrichtung der Nockenwelle
24. Gleichermaßen weist die Aktorkontaktfläche 52 eine erste Rampe 52A und eine zweite
Rampe 52B auf. Die erste Rampe 52A vergrößert einen Abstand zwischen dem zweiten Aktor
30 und der Aktorkontaktfläche 52 bezüglich einer Drehrichtung der Nockenwelle 24.
Die zweite Rampe 52B verkleinert einen Abstand zwischen dem zweiten Aktor 30 und der
Aktorkontaktfläche 52 bezüglich einer Drehrichtung der Nockenwelle 24. Mit anderen
Worten gesagt, im Bereich der ersten Rampen 50A, 52A erstrecken sich die Aktorkontaktflächen
50, 52 spiralförmig (helixförmig) in einer Richtung zueinander bezüglich einer Drehrichtung
der Nockenwelle 24. Im Bereich der zweiten Rampen 50B, 52B erstrecken sich die Aktorkontaktflächen
50, 52 spiralförmig (helixförmig) in entgegengesetzter Richtung bezüglich einer Drehrichtung
der Nockenwelle 24.
[0047] Zum Verschieben des Nockenträgers 26 aus der zweiten Axialposition in die erste Axialposition
wird der Stift 46 des ersten Aktors 28 ausgefahren. Der Stift 46 des ersten Aktors
28 wird so ausgefahren, dass der Stift 46 vollständig ausgefahren ist, wenn der Nockenträger
26 eine Drehposition erreicht, in der ein Beginn der zweiten Rampe 50B den Stift 46
durch Drehung der Nockenwelle 24 passiert. Der Stift 46 kann beispielsweise ausgefahren
werden, während er die erste Rampe 50A den Stift 46 aufgrund der Drehung der Nockenwelle
24 passiert. Aufgrund der Rampe 50B schiebt der ausgefahrene Stift 46 den Nockenträger
26 aus der zweiten Axialposition in die erste Axialposition.
[0048] Die Verschiebung des Nockenträgers 26 aus der ersten Axialposition in die zweite
Axialposition erfolgt auf analoge Weise durch den Stift 48 des zweiten Aktors 30.
Aufgrund der Rampe 52B der Aktorkontaktfläche 52 schiebt der ausgefahrene Stift 48
den Nockenträger 26 in die zweite Axialposition.
[0049] Das Schiebenockensystem 16 kann zusätzlich eine Arretierungsvorrichtung (nicht dargestellt)
aufweisen. Die Arretierungsvorrichtung kann so ausgebildet sein, dass sie den Nockenträger
26 in der ersten Axialposition und der zweiten Axialposition axial sichert. Dazu kann
die Arretierungsvorrichtung beispielsweise einen elastisch vorgespannten Sperrkörper
aufweisen. Der Sperrkörper kann in der ersten Axialposition des Nockenträgers 26 in
eine erste Ausnehmung des Nockenträgers eingreifen und in der zweiten Axialposition
des Nockenträgers 26 in eine zweite Ausnehmung des Nockenträgers 26 eingreifen. Die
Arretierungsvorrichtung kann beispielsweise in der Nockenwelle 24 vorgesehen sein.
[0050] Die Aktoren 28 und 30 können beispielsweise hydraulisch betätigte Aktuatoren sein.
In der nachfolgenden Beschreibung sind Ausführungsbeispiele für Hydrauliksysteme zum
Betätigen der Aktoren 28 und 30 beschrieben.
[0051] Die Figur 2 zeigt ein Hydrauliksystem 53. Das Hydrauliksystem 53 weist eine Haupthydraulikleitung
54, eine erste Verbindungsleitung 56 und eine zweite Verbindungsleitung 58 auf.
[0052] Der erste Aktor 28 ist über die erste Verbindungsleitung 56 mit der Haupthydraulikleitung
54 verbunden. Der zweite Aktor 30 ist über die zweite Verbindungsleitung 58 mit der
Haupthydraulikleitung 54 verbunden. Ein erstes elektrisch betätigtes 2-Wegeventil
60, ein erstes mechanisch betätigtes 2-Wegeventils 62 und ein erstes Kontrollventil
64 sind in der ersten Verbindungsleitung 58 zum Steuern eines Zuflusses von Hydraulikfluid
zu dem ersten Aktor 28 angeordnet. Ein zweites elektrisch betätigtes 2-Wegeventil
66, ein zweites mechanisch betätigtes 2-Wegeventil 68 und ein zweites Kontrollventil
70 sind in der zweiten Verbindungsleitung 58 zum Steuern eines Zuflusses von Hydraulikfluid
zu dem zweiten Aktor 30 angeordnet.
[0053] Zum Verschieben des Nockenträgers 26 durch den ersten Aktor 28 erfolgt zunächst eine
elektrische Freigabe durch das erste elektrisch betätigte 2-Wegeventil 60. Das erste
elektrisch betätigte 2-Wegeventil 60 stellt eine Fluidverbindung zwischen der Haupthydraulikleitung
54 und dem ersten mechanisch betätigten 2-Wegeventil 62 her. Mittels des ersten mechanisch
betätigten 2-Wegeventil 62 kann bspw. sichergestellt werden, dass nur innerhalb eines
gemeinsamen Nockengrundkreises der Nocken 32, 34 (siehe Figur 1) umgeschaltet wird.
Innerhalb des Nockengrundkreises stellt das mechanisch betätigte 2-Wegeventil 62 über
das freigegebene, erste elektrisch betätigte 2-Wegeventil 60 eine Fluidverbindung
zwischen der Haupthydraulikleitung 54 und dem ersten Aktor 28 her. Das Hydraulikfluid
passiert das erste Kontrollventil 64 und führte zu einem Ausfahren des Stifts 46 des
ersten Aktors 28. Der Stift 46 des ersten Aktors 28 berührt die Aktorkontaktfläche
50 der ersten Schaltkulisse 36 und verschiebt den Nockenträger 26 in die erste Axialposition.
Hierbei dreht sich der Nockenträger 26 in einer Umfangsrichtung um die Längsachse
der Nockenwelle 24 (siehe Figur 1). Das erste Kontrollventil 64 ist als steuerbares
Rückschlagventil ausgebildet. Das erste Kontrollventil 64 verhindert einen Rückfluss
des Hydraulikfluids von dem ersten Aktor 28, solange ein Steuerdruck von der ersten
Verbindungsleitung 56 anliegt. Aus dem ersten Aktor 28 abfließendes Hydraulikfluid
kann beispielsweise in einen nicht dargestellten Hydraulikfluidraum der Brennkraftmaschine
abgelassen werden. Der Hydraulikfluidraum kann beispielsweise ein Ölraum der Brennkraftmaschine
sein.
[0054] Zum Verschieben des Nockenträgers 26 durch den zweiten Aktor 30 erfolgt wiederum
zunächst eine elektrische Freigabe des zweiten elektrisch betätigten 2-Wegeventils
66. Innerhalb des Nockengrundkreises kann das zweite mechanisch betätigte 2-Wegeventil
68 eine Fluidverbindung zwischen dem zweiten Aktor 30 und der Haupthydraulikleitung
54 herstellen. Der Stift 48 des zweiten Aktors 30 fährt aus, berührt die Aktorkontaktflächen
52 und verschiebt den Nockenträger 26 in die zweite Axialposition, während sich der
Nockenträger 26 dreht.
[0055] Zum Dämpfen der axialen Verschiebung des Nockenträgers 26 sind elastische Elemente
72, 74, zum Beispiel Federn, vorgesehen. Die elastischen Elemente 72, 74 stützen den
Nockenträger 26 an dem ersten Lagerbock 20 und dem zweiten Lagerbock 22 ab. Dazu sind
die elastischen Elemente 72, 74 beispielsweise über Kugellager drehbar an dem entsprechenden
Lagerbock 20, 22 gelagert. Alternativ könnten die elastischen Elemente 72, 74 auch
an den Lagerböcken 20, 22 befestigt und beispielsweise über Kugellager drehbar mit
dem Nockenträger 26 verbunden sein.
[0056] In der Figur 2 ist zusätzlich symbolisch die unter Bezugnahme auf Figur 1 beschriebene
Arretierungsvorrichtung für den Nockenträger 26 mit einem Bezugszeichen 76 bezeichnet.
[0057] Die Figur 3 zeigt ein weiteres Hydrauliksystem 78. Das Hydrauliksystem 78 unterscheidet
sich vom Hydrauliksystem 53 von Figur 2 insbesondere in der Dämpfung der Axialverschiebung
des Nockenträgers 26. Das Hydrauliksystem 78 weist zum Dämpfen der Axialverschiebung
des Nockenträgers 26 einen ersten Dämpfungszylinder 80 und einen zweiten Dämpfungszylinder
82 auf.
[0058] Ein Kolben des ersten Dämpfungszylinders 80 fährt aus, wenn der Stift 46 des ersten
Aktors 28 ausfährt. Kontaktiert der Nockenträger 26 während der Axialverschiebung
zur ersten Axialposition schließlich den Kolben des ersten Dämpfungszylinders 80,
so wird der Kolben des ersten Dämpfungszylinders 80 eingeschoben. Dabei wird Hydraulikfluid
aus dem ersten Dämpfungszylinder 80 ausgeschoben. Das Hydraulikfluid wird über eine
erste Drossel 84 zu einem Hydraulikfluidraum der Brennkraftmaschine geleitet. Durch
das Ausschieben des Hydraulikfluids wird die Axialbewegung des Nockenträgers 26 gedämpft.
[0059] Auf analoge Weise fährt ein Kolben des zweiten Dämpfungszylinders 82 aus, wenn der
Stift 48 des zweiten Aktors 30 ausfährt. Aus dem zweiten Dämpfungszylinder 82 wird
Hydraulikfluid ausgeschoben, wenn der Kolben des zweiten Dämpfungszylinders 82 durch
den Nockenträger 26 eingeschoben wird. Das ausgeschobene Hydraulikfluid passiert die
zweite Drossel 86 und gelangt zu dem Hydraulikfluidraum der Brennkraftmaschine.
[0060] Wenn Hydraulikfluid aus dem ersten Dämpfungszylinder 80 ausgeschoben wird, verhindert
ein erstes Rückschlagventil 88, dass das Hydraulikfluid vom ersten Dämpfungszylinder
80 zu dem ersten Aktor 28 geleitet wird. Gleichermaßen verhindert ein zweites Rückschlagventil
90, das aus dem zweiten Dämpfungszylinder 82 ausgeschobenes Hydraulikfluid zu dem
zweiten Aktor 30 geleitet wird.
[0061] Der erste Dämpfungszylinder 80 dämpft eine Axialverschiebung des Nockenträgers 26
zur zweiten Axialposition. Der zweite Dämpfungszylinder 82 dämpft eine Axialverschiebung
des Nockenträgers 26 zur ersten Axialposition. Die Drosseln 84, 86 stellen einen Widerstand
für das aus den entsprechenden Dämpfungszylinder 80, 82 ausfließende Hydraulikfluid
dar, sodass eine gewünschte Dämpfung ermöglicht wird.
[0062] Der Vorteil der Verwendung der Dämpfungszylinder 80, 82 gegenüber der Verwendung
der elastischen Elemente 72, 74 (vgl. Figur 2) liegt insbesondere darin, dass keine
elastische Rückstellkraft, sondern nur eine Dämpfung durch die Dämpfungszylinder 80,
82 bewirkt wird.
[0063] Die Figur 4 zeigt ein weiteres Hydrauliksystem 92. Das Hydrauliksystem 92 unterscheidet
sich vom Hydrauliksystem 78 von Figur 3 insbesondere darin, dass keine separaten Dämpfungszylinder
vorgesehen sind. Die Dämpfung der Axialverschiebung des Nockenträgers 26 wird stattdessen
durch die Aktoren 28, 30 selbst durchgeführt.
[0064] Im Einzelnen weist das Hydrauliksystem 92 ein erstes mechanisch betätigtes 4-Wegeventil
94 und ein zweites mechanisch betätigtes 4-Wegeventil 96 auf. Das erste mechanisch
betätigte 4-Wegeventil 94 wird von dem ersten elektrisch betätigten 2-Wegeventil 60
angesteuert. Das zweite mechanisch betätigte 4-Wegeventil 96 wird von dem zweiten
elektrisch betätigten 2-Wegeventil 66 angesteuert. Zusätzlich weist das Hydrauliksystem
92 ein drittes elektrisch betätigtes 2-Wegeventil 98 und ein viertes elektrisch betätigtes
2-Wegeventil 100 auf.
[0065] Zur Axialverschiebung des Nockenträgers 26 in die erste Axialposition wird das erste
mechanisch betätigte 4-Wegeventil 94 von dem ersten elektrisch betätigten 2-Wegeventil
60 angesteuert. Das erste mechanisch betätigte 4-Wegeventil 94 stellt eine Fluidverbindung
zwischen der Haupthydraulikleitung 54 und dem ersten Aktor 28 her. Der Stift 46 des
ersten Aktors 28 fährt aus. Der Nockenträger 26 wird in einer Richtung zu der ersten
Axialposition verschoben.
[0066] Zum Dämpfen der axialen Verschiebung des Nockenträgers 26 bei einer Verschiebung
zur ersten Axialposition stellt das dritte elektrisch betätigte 2-Wegeventil 98 eine
Fluidverbindung zwischen dem zweiten Aktor 30 und der Haupthydraulikleitung 54 her.
Der ausgefahrene Stift 48 des zweiten Aktors 30 kontaktiert den Nockenträger 26, während
der Nockenträger 26 sich zu der ersten Axialposition bewegt. Dabei wird der Stift
48 in den zweiten Aktor 30 eingeschoben. Hydraulikfluid wird aus dem zweiten Aktor
30 ausgeschoben. Das ausgeschobene Hydraulikfluid gelangt über das entsprechend eingestellte
zweite mechanisch betätigte 4-Wegeventil 96 über die erste Drossel 84 zum Hydraulikfluidraum
der Brennkraftmaschine. Beim Ausschieben des Hydraulikfluids wird die Verschiebebewegung
des Nockenträgers 26 gedämpft.
[0067] Auf ähnliche Weise kann der Nockenträger 26 in die zweite Axialposition durch den
zweiten Aktor 30 verschoben werden. Die Verschiebebewegung des Nockenträgers 26 kann
dann durch den ersten Aktor 28 gedämpft werden. Dazu sind das vierte elektrisch betätigte
2-Wegeventil 100 und das erste mechanisch betätigte 4-Wegeventil 94 entsprechend geschaltet.
[0068] Wenn Hydraulikfluid aus dem ersten Aktor 28 ausgeschoben wird, verhindert das erste
Rückschlagventil 88, dass das Hydraulikfluid zurück zum vierten elektrisch betätigten
2-Wegeventil 100 fließt. Gleichermaßen verhindert das zweite Rückschlagventil 90,
dass aus dem zweiten Aktor 30 ausgeschobenes Hydraulikfluid zu dem dritten elektrisch
betätigten 2-Wegeventil 98 geleitet wird.
[0069] Der Vorteil dieses Ausführungsbeispiels liegt insbesondere darin, dass keine separaten
Dämpfungszylinder oder elastischen Elemente zum Dämpfen der Axialverschiebung des
Nockenträgers 26 vorgesehen werden müssen.
[0070] Die Figur 5 zeigt ein weiteres Hydrauliksystem 102. Das Hydrauliksystem 102 unterscheidet
sich vom Hydrauliksystem 92 von Figur 4 insbesondere darin, dass eine gemeinsame Drossel
104 statt zweier separater Drosseln 84, 86 vorgesehen ist. Zusätzlich weisen die Ventile
94, 96 andere Neutralstellungen als in Figur 4 auf.
[0071] Die Figuren 6 bis 18 zeigen ein weiteres Hydrauliksystem 106 mit einer beispielhaften
Konfiguration für den ersten Aktor 28 und den zweiten Aktor 30. Die Figuren 6 bis
15 zeigen den Ablauf einer Verschiebung des Nockenträgers 26 durch den ersten Aktor
28 zu der ersten Axialposition, während sich der Nockenträger 26 gemeinsam mit der
Nockenwelle 24 (siehe Figur 1) dreht.
[0072] Das Hydrauliksystem 106 weist ein erstes elektrisch betätigtes 2-Wegeventil 108 und
ein zweites elektrisch betätigtes 2-Wegeventil 110 auf. Zusätzlich weist das Hydrauliksystem
106 ein erstes Kontrollventil 112 und ein zweites Kontrollventil 114 sowie ein erstes
Rückschlagventil 116 und ein zweites Rückschlagventil 118 auf. Ergänzend weist das
Hydrauliksystem 106 die erste Drossel 84 und die zweite Drossel 86 auf.
[0073] Neben dem Stift 46 weist der erste Aktor 28 einen verschiebbaren Kolben 120, eine
erste verschiebbare Hülse 122, eine zweite verschiebbare Hülse 124, ein erstes elastisches
Element 126, ein zweites elastisches Elementen 128 und ein drittes elastisches Element
130 auf. Das erste elastische Element 126 spannt den Kolben 120 in einer Richtung
entgegengesetzt zu dem Stift 46 vor. Das zweite elastische Element 128 stützt den
Stift 46 gegen die erste Hülse 124 ab. Das dritte elastische Element 130 spannt die
zweite Hülse 124 in einer Richtung zu dem Kolben 120 vor. Eine Axialbewegung des Stifts
46 beim Ausfahren des Stifts 46 wird durch die zweite Hülse 124 begrenzt. Der Stift
46 ist in den Hülsen 122, 124 geführt.
[0074] Der zweite Aktor 30 ist identisch wie der erste Aktor 28 aufgebaut, mit einem Kolben
132, einer ersten Hülse 134, einer zweiten Hülse 136, einem ersten elastischen Element
138, einem zweiten elastischen Element 140 und einem dritten elastischen Element 142.
[0075] Die Figur 6 zeigt den ersten Aktor 28 und den zweiten Aktor 30 in einem nicht betätigten
Zustand. Die Stifte 46 und 48 sind eingefahren. Das erste und zweite elektrisch betätigte
2-Wegeventil 108, 110 sind so geschaltet, dass Hydraulikfluid von dem ersten Aktor
28 und dem zweiten Aktor 30 zu einem Hydraulikfluidraum der Brennkraftmaschine geleitet
wird.
[0076] Die Figur 7 zeigt den ersten Aktor 28 zu Beginn einer Betätigung. Das erste elektrisch
betätigte 2-Wegeventil 108 lässt Hydraulikfluid von einer Hydraulikfluidquelle passieren.
Das Hydraulikfluid wird in einen Steuerfluidraum zum Verschieben der ersten Hülse
122 geleitet.
[0077] Die Figur 8 zeigt, dass das in den Steuerfluidraum zum Verschieben der ersten Hülse
122 geleitete Hydraulikfluid die erste Hülse 122 zusammen mit der zweiten Hülse 124
und dem Stift 46 in Richtung zu der Aktorkontaktfläche 50 verschoben hat. Die erste
Hülse 122, die zweite Hülse 124 und der Stift 46 haben sich gegen die Vorspannkraft
des dritten elastischen Elements 130 verschoben. Das dritte elastische Element 130
ist zusammengedrückt. Der Stift 46 berührt die Aktorkontaktfläche 50 in einem Bereich,
in der die Aktorkontaktfläche 50 den größten Abstand zum ersten Aktor 28 aufweist.
[0078] Durch die Verschiebung der zweiten Hülse 124 und des Stifts 46 ist ein Hydraulikkanal
der zweiten Hülse 124 mit einem Hydraulikkanal des Stifts 46 ausgerichtet. Der Hydraulikkanal
der zweiten Hülse 124 und der Hydraulikkanal des Stifts 46 stellen eine Fluidverbindung
zwischen der Hydraulikfluidquelle und einem Steuerfluidraum zum Verschieben des Kolbens
120 her. Hydraulikfluid fließt durch die Hydraulikkanäle der zweiten Hülse 124 und
des Stifts 46 zu dem Steuerfluidraum zum Verschieben des Kolbens 120.
[0079] Die Figur 9 zeigt, dass das in den Steuerfluidraum zum Verschieben des ersten Kolbens
120 geleitete Hydraulikfluid den Kolben 120 in einer Richtung zu der Aktorkontaktfläche
50 verschoben hat. Der Kolben 120 hat sich gegen die Vorspannkraft des ersten elastischen
Elements 126 verschoben. Der Kolben 120 kontaktiert den Stift 46, um diesen zu verrasten.
[0080] Die Figuren 10 und 11 zeigen, dass der Stift 46 durch Drehung des Nockenträgers 26
schließlich in Eingriff mit der zweiten Rampe 50B gelangt. Der durch den Kolben 120
verrastete Stift 46 schiebt den Nockenträger 26 in einer Richtung zu dem zweiten Aktor
30.
[0081] Die Figur 12 zeigt, dass der Nockenträger 26 zum Ende der durch den ersten Aktor
28 bewirkten Verschiebebewegung den Stift 48 über die Aktorkontaktfläche 52 berührt.
Durch die Berührung wird der Stift 48 gegen die Vorspannkraft des zweiten elastischen
Elements 140 in Richtung zu dem Kolben 132 des zweiten Aktors 30 verschoben. Dadurch
wird eine Verschiebebewegung des Nockenträgers 26 gedämpft.
[0082] Die Figur 13 zeigt, dass die Vorspannkraft des zweiten elastischen Elements 140 den
Stift 48 wieder in seine Ausgangsposition bewegt hat. Der Nockenträger 26 wurde dadurch
ein wenig in Richtung zu dem ersten Aktor 28 verschoben. Der Nockenträger 26 liegt
nun mittig zwischen dem ersten Aktor 28 und dem zweiten Aktor 30. In dieser Stellung
kann die Arretierungsvorrichtung 76 (vgl. beispielsweise Figuren 2 bis 5) den Nockenträger
26 axial auf der Nockenwelle 24 (siehe Figur 1) sichern.
[0083] Die Figur 14 zeigt, dass das erste elektrisch betätigte 2-Wegeventil 108 umgeschaltet
wurde. Das erste elektrisch betätigte 2-Wegeventil 108 stellt eine Fluidverbindung
zwischen dem ersten Aktor 28 und einem Hydraulikfluidraum der Brennkraftmaschine über
die erste Drossel 86 her. Das Hydraulikfluid aus dem Steuerraum zum Verschieben des
Kolbens 120 fließt zurück durch die Hydraulikkanäle der zweiten Hülse 124 und des
Stifts 46 in Richtung zu dem ersten elektrisch betätigten 2-Wegeventil 108. Zusätzlich
fließt das Hydraulikfluid aus dem Steuerraum zum Verschieben des Kolbens 120 über
das erste Kontrollventil 112 in Richtung zu dem ersten elektrisch betätigten 2-Wegeventil
108. Gleichzeitig fließt Hydraulikfluid aus dem Steuerraum zum Verschieben der ersten
Hülse 128 in Richtung zu dem ersten elektrisch betätigten 2-Wegeventil 108.
[0084] Die Figur 15 zeigt, dass sich durch das Ausfließen des Hydraulikfluids der Kolben
120 in einer Richtung entgegengesetzt zu dem zweiten Aktor 30 gemäß der Vorspannkraft
des ersten elastischen Elements 126 verschoben hat. Zusätzlich haben sich die erste
Hülse 122, die zweite Hülse 124 und der Stift 46 gemeinsam entgegengesetzt zu dem
zweiten Aktor 30 gemäß der Vorspannkraft des dritten elastischen Elements 130 verschoben.
Der Stift 46 ist eingefahren.
[0085] Aus dem in Figur 15 gezeigten Zustand kann der Nockenträger 26 durch Betätigung des
zweiten Aktors 30 zurück in die zweite Axialposition verschoben werden. Die Funktionsweise
des zweiten Aktors 30 zum Verschieben ist dabei identisch zu der des ersten Aktors
28 beim Verschieben in die erste Axialposition. Die Funktionsweise des ersten Aktors
28 zum Dämpfen der Verschiebebewegung ist ebenfalls identisch zu der des zweiten Aktors
30 beim Dämpfen der Verschiebung in die erste Axialposition.
[0086] In den Figuren 16 bis 18 ist dargestellt, dass eine Verschiebung des Nockenträgers
26 durch den ersten Aktor 28 nur durchgeführt wird, wenn der Stift 46 bei maximalem
Abstand mit der Rampe 50B in Eingriff ist. Gelangt der Stift 46 mit der Aktorkontaktfläche
50 auf der Rampe 50B oder außerhalb der Rampe 50B in Eingriff, findet keine Verschiebung
des Nockenträgers 26 statt.
[0087] Die Figur 16 zeigt ähnlich zur Figur 6 den ersten Aktor 28 und den zweiten Aktor
30 in einem nicht betätigten Zustand. Die Stifte 46 und 48 sind eingefahren. Das erste
und zweite elektrisch betätigte 2-Wegeventil 108, 110 sind so geschaltet, dass Hydraulikfluid
von dem ersten Aktor 28 und dem zweiten Aktor 30 zu einem Hydraulikfluidraum der Brennkraftmaschine
geleitet wird.
[0088] Die Figur 17 zeigt den ersten Aktor 28 zu Beginn einer Betätigung. Das erste elektrisch
betätigte 2-Wegeventil 108 lässt Hydraulikfluid von einer Hydraulikfluidquelle passieren.
Das Hydraulikfluid wird in einen Steuerfluidraum zum Verschieben der ersten Hülse
122 geleitet. Der Stift 46 liegt bereits an der Aktorkontaktfläche 50 an. D.h., der
Stift 46 berührt die Aktorkontaktfläche 50 in einem Bereich, in dem die Aktorkontaktfläche
50 den geringsten Abstand zum ersten Aktor 28 aufweist.
[0089] Die Figur 18 zeigt, dass das in den Steuerfluidraum zum Verschieben der ersten Hülse
122 geleitete Hydraulikfluid die erste Hülse 122 zusammen mit der zweiten Hülse 124
in Richtung zu der Aktorkontaktfläche 50 verschoben hat. Der Stift 46 hat sich hier
jedoch nicht mit der ersten Hülse 122 und der zweiten Hülse 124 in Richtung zu der
Aktorkontaktfläche 50 verschoben, da der Stift 46 bereits in Kontakt mit der Aktorkontaktfläche
50 war. Die relative Verschiebung zwischen der ersten Hülse 122 und dem Stift 46 führt
zu einem Zusammendrücken des zweiten elastischen Elements 128. Die Hydraulikkanäle
des Stifts 46 und der zweiten Hülse 124 sind nicht miteinander ausgerichtet. Dadurch
wird keine Fluidverbindung zwischen dem ersten elektrisch betätigten 2-Wegeventil
108 und dem Steuerraum zum Verschieben des Kolbens 120 hergestellt.
[0090] Der Stift 46 wird erst ausfahren, wenn er in Kontakt mit der ersten Rampe 50A (siehe
Figur 1) und dem Bereich der Aktorkontaktfläche 50, in dem die Aktorkontaktfläche
50 den größten Abstand zum ersten Aktor 28 aufweist, gelangt. Damit kann sichergestellt
werden, dass eine axiale Verschiebung des Nockenträgers 26 nur im Bereich des Grundkreises
stattfindet.
[0091] Die Erfindung ist nicht auf die vorstehend beschriebenen bevorzugten Ausführungsbeispiele
beschränkt. Vielmehr ist eine Vielzahl von Varianten und Abwandlungen möglich, die
ebenfalls von dem Erfindungsgedanken Gebrauch machen und deshalb in den Schutzbereich
fallen. Insbesondere beansprucht die Erfindung auch Schutz für den Gegenstand und
die Merkmale der Unteransprüche unabhängig von den in Bezug genommenen Ansprüchen.
Bezugszeichenliste
[0092]
- 10
- Variabler Ventiltrieb
- 12
- Gaswechselventil
- 14
- Gaswechselventil
- 16
- Schiebenockensystem
- 18
- Kraftübertragungseinrichtung
- 20
- Erster Lagerbock
- 22
- Zweiter Lagerbock
- 24
- Nockenwelle
- 26
- Nockenträger
- 28
- Erster Aktor
- 30
- Zweiter Aktor
- 32
- Erster Nocken
- 34
- Zweiter Nocken
- 36
- Erste Schaltkulisse
- 38
- Zweite Schaltkulisse
- 40
- Kipphebel
- 42
- Kipphebelachse
- 44
- Nockenfolger
- 46
- Stift
- 48
- Stift
- 50
- Aktorkontaktfläche
- 50A
- Erste Rampe
- 50B
- Zweite Rampe
- 52
- Aktorkontaktfläche
- 52A
- Erste Rampe
- 52B
- Zweite Rampe
- 53
- Hydrauliksystem
- 54
- Hydraulikhauptleitung
- 56
- Erste Verbindungsleitung
- 58
- Zweite Verbindungsleitung
- 60
- Erstes elektrisch betätigtes Ventil
- 62
- Erstes mechanisch betätigtes Ventil
- 64
- Erstes Kontrollventil
- 66
- Zweites elektrisch betätigtes Ventil
- 68
- Zweites mechanisch betätigtes Ventil
- 70
- Zweites Kontrollventil
- 72
- Erstes elastisches Element
- 74
- Zweites elastisches Element
- 76
- Arretierungsvorrichtung
- 78
- Hydrauliksystem
- 80
- Erster Dämpfungszylinder
- 82
- Zweiter Dämpfungszylinder
- 84
- Erste Drossel
- 86
- Zweite Drossel
- 88
- Erstes Rückschlagventil
- 90
- Zweites Rückschlagventil
- 92
- Hydrauliksystem
- 94
- Erstes mechanisch betätigtes 4-Wegeventil
- 96
- Zweites mechanisch betätigtes 4-Wegeventil
- 98
- Drittes elektrisch betätigtes 2-Wegeventil
- 100
- Viertes elektrisch betätigtes 2-Wegeventil
- 102
- Hydrauliksystem
- 104
- Gemeinsame Drossel
- 106
- Hydrauliksystem
- 108
- Erstes elektrisch betätigtes 2-Wegeventil
- 110
- Zweites elektrisch betätigtes 2-Wegeventil
- 112
- Erstes Kontrollventil
- 114
- Zweites Kontrollventil
- 116
- Erstes Rückschlagventil
- 118
- Zweites Rückschlagventil
- 120
- Kolben
- 122
- Erste Hülse
- 124
- Zweite Hülse
- 126
- Erstes elastisches Element
- 128
- Zweites elastisches Element
- 130
- Drittes elastisches Element
- 132
- Kolben
- 134
- Erste Hülse
- 136
- Zweite Hülse
- 138
- Erstes elastisches Element
- 140
- Zweites elastisches Element
- 142
- Drittes elastisches Element
1. Schiebenockensystem (16) für eine Brennkraftmaschine, aufweisend:
eine Nockenwelle (24);
einen Nockenträger (26), der drehfest und axial verschiebbar auf der Nockenwelle (24)
angeordnet ist, wobei der Nockenträger (26) eine erste Schaltkulisse (36) und, vorzugsweise,
eine zweite Schaltkulisse (38) aufweist;
einen ersten Aktor (28) mit einem entlang einer Längsachse der Nockenwelle (24) verschiebbaren
Element (46), insbesondere Stift, das zum axialen Verschieben des Nockenträgers (26)
in einer ersten Richtung in Kontakt mit der ersten Schaltkulisse (36) bringbar ist;
und vorzugsweise
einen zweiten Aktor (30) mit einem entlang der Längsachse der Nockenwelle (24) verschiebbaren
Element (48), insbesondere Stift, das zum axialen Verschieben des Nockenträgers (26)
in einer zweiten Richtung, die der ersten Richtung entgegensetzt ist, in Kontakt mit
der zweiten Schaltkulisse (38) bringbar ist.
2. Schiebenockensystem (16) nach Anspruch 1, wobei:
der erste Aktor (28) in oder an einem ersten Lagerbock (20), der die Nockenwelle (24)
drehbar lagert, aufgenommen ist; und/oder
der zweite Aktor (30) in oder an einem zweiten Lagerbock (22), der die Nockenwelle
(24) drehbar lagert, aufgenommen ist.
3. Schiebenockensystem (16) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, wobei:
die erste Schaltkulisse (36) und/oder die zweite Schaltkulisse (38) stufenförmig ausgebildet
ist; und/oder
die erste Schaltkulisse (36) an einem ersten Ende des Nockenträgers (26) und die zweite
Schaltkulisse (38) an einem entgegengesetzten zweiten Ende des Nockenträgers (26)
angeordnet sind.
4. Schiebenockensystem (16) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
die erste Schaltkulisse (36) eine Aktorkontaktfläche (50) aufweist, die sich in einer
Umfangsrichtung um die Längsachse der Nockenwelle (24) erstreckt; und/oder
die zweite Schaltkulisse (38) eine Aktorkontaktfläche (52) aufweist, die sich in einer
Umfangsrichtung um die Längsachse der Nockenwelle (24) erstreckt.
5. Schiebenockensystem (16) nach Anspruch 4, wobei:
die Aktorkontaktfläche (50) der ersten Schaltkulisse (36) eine erste Rampe (50A) und
eine zweite Rampe (50B) aufweist, wobei die erste Rampe (50A) der Aktorkontaktfläche
(50) der ersten Schaltkulisse (36) einen Abstand zwischen dem ersten Aktor (28) und
der Aktorkontaktfläche (50) der ersten Schaltkulisse (36) bezüglich einer Drehrichtung
der Nockenwelle (24) vergrößert und die zweite Rampe (50B) der Aktorkontaktfläche
(50) der ersten Schaltkulisse (36) einen Abstand zwischen dem ersten Aktor (28) und
der Aktorkontaktfläche (50) der ersten Schaltkulisse (36) bezüglich einer Drehrichtung
der Nockenwelle (24) verkleinert; und/oder
die Aktorkontaktfläche (52) der zweiten Schaltkulisse (38) eine erste Rampe (52A)
und eine zweite Rampe (52B) aufweist, wobei die erste Rampe (52A) der Aktorkontaktfläche
(52) der zweiten Schaltkulisse (38) einen Abstand zwischen dem zweiten Aktor (30)
und der Aktorkontaktfläche (52) der zweiten Schaltkulisse (38) bezüglich einer Drehrichtung
der Nockenwelle (24) vergrößert und die zweite Rampe (52B) der Aktorkontaktfläche
(52) der zweiten Schaltkulisse (38) einen Abstand zwischen dem zweiten Aktor (30)
und der Aktorkontaktfläche (52) der zweiten Schaltkulisse (38) bezüglich einer Drehrichtung
der Nockenwelle (24) verkleinert.
6. Schiebenockensystem (16) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei der erste Aktor
(28) und/oder der zweite Aktor (30) hydraulisch, elektrisch und/oder pneumatisch betätigt
ist.
7. Schiebenockensystem (16) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei eine axiale Verschiebung
des Nockenträgers (26) hydraulisch und/oder über ein elastisches Element (72, 74)
gedämpft wird.
8. Schiebenockensystem (16) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
ein erstes elastisches Element (72), das den Nockenträger (26) in der zweiten Richtung
vorspannt; und/oder
ein zweites elastisches Element (74), das den Nockenträger (26) in der ersten Richtung
vorspannt.
9. Schiebenockensystem (16) nach Anspruch 8, wobei:
das erste elastische Element (72) den Nockenträger (26) an einem Lagerbock (22) zum
drehbaren Lagern der Nockenwelle (24) abstützt und drehbar um die Längsachse der Nockenwelle
(24) bezüglich des Lagerbocks (22) oder des Nockenträgers (26) gelagert ist; und/oder
das zweite elastische Element (74) den Nockenträger (26) an einem Lagerbock (20) zum
drehbaren Lagern der Nockenwelle (24) abstützt und drehbar um die Längsachse der Nockenwelle
(24) bezüglich des Lagerbocks (20) oder des Nockenträgers (26) gelagert ist.
10. Schiebenockensystem (16) nach einem der vorherigen Ansprüche, ferner aufweisend:
einen ersten hydraulischen Dämpfungszylinder (80), der zum Dämpfen einer axialen Verschiebung
des Nockenträgers (26) in der ersten Richtung angeordnet ist; und/oder
einen zweiten hydraulischen Dämpfungszylinder (82), der zum Dämpfen einer axialen
Verschiebung des Nockenträgers (26) in der zweiten Richtung angeordnet ist.
11. Schiebenockensystem (16) nach Anspruch 10, ferner aufweisend:
eine erste Drossel (84), die stromabwärts des ersten hydraulischen Dämpfungszylinders
(80) angeordnet ist; und/oder
eine zweite Drossel (86), die stromabwärts des zweiten hydraulischen Dämpfungszylinders
(82) angeordnet ist.
12. Schiebenockensystem (16) nach einem der vorherigen Ansprüche, wobei:
der zweite Aktor (30) eine axiale Verschiebung des Nockenträgers (26) dämpft, wenn
der erste Aktor (28) den Nockenträger (26) in der ersten Richtung axial verschiebt;
und/oder
der erste Aktor (28) eine axiale Verschiebung des Nockenträgers (26) dämpft, wenn
der zweite Aktor (30) den Nockenträger (26) in der zweiten Richtung axial verschiebt.
13. Schiebenockensystem (16) nach Anspruch 12, wobei
der zweite Aktor (30) eine axiale Verschiebung des Nockenträgers (26) hydraulisch
und/oder über ein elastisches Element (140) des zweiten Aktors (30) dämpft; und/oder
der erste Aktor (28) eine axiale Verschiebung des Nockenträgers (26) hydraulisch und/oder
über ein elastisches Element (128) des ersten Aktors (28) dämpft.
14. Variabler Ventiltrieb (10) für eine Brennkraftmaschine, mit:
einem Schiebenockensystem (16) nach einem der vorherigen Ansprüche;
mindestens einem Gaswechselventil (12, 14);
einer Kraftübertragungseinrichtung (18), die in Abhängigkeit von einer Axialposition
des Nockenträgers (26) wahlweise einen ersten Nocken (32) des Nockenträgers (26) in
Wirkverbindung zu dem mindestens einen Gaswechselventil (12, 14) setzt oder einen
zweiten Nocken (34) des Nockenträgers (26) in Wirkverbindung zu dem mindestens einen
Gaswechselventil (12, 14) setzt.
15. Kraftfahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug, mit einem Schiebenockensystem (16) nach
einem der Ansprüche 1 bis 13 oder einem variablen Ventiltrieb (10) nach Anspruch 14.