Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Rotationsstanze mit den Merkmalen des Oberbegriffs
von Anspruch 1.
Technisches Gebiet der Erfindung
[0002] Die Erfindung liegt auf dem technischen Gebiet der grafischen Industrie und dort
insbesondere im Bereich des Stanzens. Das Stanzen ist in der Druckweiterverarbeitung
das Teilen von Werkstoffen, z.B. von Bedruckstoffen wie Papier, Pappe, Karton oder
Kunststofffolie, in einer von der Geraden abweichenden Trennlinie. Der Werkstoff kann
als Bogen oder Bahn gefördert werden. Das Stanzen erfolgt dabei vorzugsweise im Messerschnittprinzip
und oft unter Einsatz von Stanzmessern mit geschlossener Form, also z.B. kreisförmiger
oder mehreckiger Form.
[0003] Beim Rotationsstanzen kommen ein rotierender Stanzzylinder und ein ihm zugeordneter
Gegendruckzylinder zum Einsatz. Zusammen bilden diese ein Stanzwerk. Der Stanzzylinder
trägt die Stanzform mit den Stanzmessern, welche mit der Mantelfläche oder einem Aufzug
des Gegendruckzylinders zusammenwirken. Der Stanzabfall (in dieser Anmeldung auch
"Schnipsel" genannt) kann im Stanzwerk abgesaugt werden. Die Nutzen können weitertransportiert
und weiterverarbeitet werden, z.B. ausgebrochen, getrennt, separiert und abgelegt.
Stand der Technik
[0004] Die
DE 10 2004 058 599 B4 offenbart eine Vorrichtung zur veredelnden Bearbeitung von bogenförmigen Substraten.
Die Vorrichtung umfasst zwei rotierend zusammenwirkende Bearbeitungswerkzeuge, insbesondere
Walzen, zum Stanzen des Substrats. Wenigstens eine der Walzen weist Durchbrüche auf,
welche mit einer Saugluftquelle und/oder Blasluftquelle verbunden sein können. Zudem
kann eine Absaughaube vorgesehen sein.
[0005] Auch die
DE 101 47 486 A1 offenbart eine Stanzvorrichtung mit Magnetzylinder, Gegendruckzylinder und Absaugeinrichtung.
[0006] Im Stand der Technik kann das Problem auftreten, dass die (größeren) Schnipsel die
(kleineren) Saugluftöffnung des Bearbeitungswerkzeugs vollständig abdecken. Die Saugluft
wirkt dann nur auf einen kleinen Flächenanteil des Schnipsels einwirken, wodurch die
Haltekraft geringer als für ein sicheres Halten erforderlich sein kann. Schnipsel
können dann nicht sicher transportiert und entfernt werden.
Aufgabe
[0007] Vor diesem Hintergrund ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine gegenüber
dem Stand der Technik verbesserte Rotationsstanze zu schaffen, welche es insbesondere
ermöglicht, Schnipsel problemfrei sowohl aus dem Bedruckstoff zu entfernen, mit dem
Stanzzylinder zu fördern als auch aus der Stanzform bzw. dem Stanzmesser zu entfernen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Rotationsstanze nach Anspruch 1 gelöst.
[0009] Vorteilhafte und daher bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus
den Unteransprüchen sowie aus der Beschreibung und den Zeichnungen.
Erfindung
[0010] Eine erfindungsgemäße Rotationsstanze zum Ausstanzen eines Materialstücks aus einem
Bedruckstoff, umfasst: einen Stanzzylinder und einen zugeordneten, den Bedruckstoff
führenden Gegendruckzylinder, wobei der Stanzzylinder mit einer Saugluft-Quelle und
bevorzugt im wechselweise mit einer Blasluftquelle verbunden ist; eine auf dem Stanzzylinder
angeordnete Stanzform mit wenigstens einem Stanzmesser, welches eine geschlossene
Form und eine Saugöffnung innerhalb der geschlossenen Form aufweist; ein auf dem Gegendruckzylinder
angeordneter Zylinderaufzug; wenigstens ein erhabenes oder vertieftes erstes Leitelement
zum Leiten von Saugluft und bevorzugt wechselweise von Blasluft, welches innerhalb
der geschlossenen Form angeordnet ist und/oder wenigstens ein vertieftes oder erhabenes
zweites Leitelement zum Leiten von Luft, bevorzugt von Saugluft und bevorzugt wechselweise
von Blasluft, welches im Zylinderaufzug angeordnet ist, und zeichnet sich dadurch
aus, dass das erhabene erste und/oder zweite Leitelement als Steg ausgebildet ist
und/oder dass das vertiefte erste und/oder zweite Leitelement als Nut ausgebildet
ist.
[0011] Die Erfindung ermöglicht in vorteilhafter Weise, problemfrei rotativ zu stanzen,
d.h. Schnipsel problemfrei sowohl aus dem Bedruckstoff zu entfernen, mit dem Stanzzylinder
bzw. dessen Stanzform zu fördern als auch aus der Stanzform bzw. deren Stanzmesser
zu entfernen. Hierzu wird erfindungsgemäß ein erstes Leitelement innerhalb der geschlossen
Form und/oder ein zweites Leitelement im Zylinderaufzug vorgesehen. Bevorzugt sind
beide Leitelemente vorgesehen. Ebenfalls bevorzugt wirken beide Leitelemente zusammen.
[0012] Das erste Leitelement kann die Saugluft von der Saugöffnung zum Materialstück bzw.
Schnipsel, d.h. zu dessen zum Stanzzylinder zugewandter Oberfläche führen, insbesondere
zu dessen gesamter Fläche (selbstverständlich verringert um den Anteil, welcher von
dem Leitelement bzw. dessen Stützfläche verdeckt ist). Die Saugkraft kann hierdurch
vergrößert werden, ebenso die Haltekraft. Auch das Trennen des Schnipsels vom Bedruckstoff,
wenn statt Saugluft wechselweise Blasluft beaufschlagt wird, kann hierdurch verbessert
werden.
[0013] Das zweite Leitelement kann Luft, schon während des Ablösens des Stanzmessers vom
Gegendruckzylinder bzw. dessen Oberfläche, zwischen den Zylinderaufzug und den Schnipsel
führen. Hierdurch wird das Ablösen des Schnipsels vom Zylinderaufzug verbessert, insbesondere
wenn der Schnipsel am Zylinderaufzug anhaftet.
Weiterbildungen der Erfindung
[0014] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass das
erste Leitelement zur Außenfläche der Stanzform erhaben oder vertieft ist und/oder
dass das zweite Leitelement zur Außenfläche des Zylinderaufzugs vertieft oder erhaben
ist. Die Stanzform hat bevorzugt eine Dicke von 0,1 bis 0,2 Millimetern (gemessen
ohne die Höhe der Stanzmesser). Als deren Material wird bevorzugt Metall gewählt,
z.B. Stahl. Der Zylinderaufzug hat bevorzugt eine Dicke von 0,05 bis 0,2 Millimetern.
Als dessen Material wird bevorzugt Kunststoff gewählt. Der Zylinderaufzug wird bevorzugt
aufgeklebt, insbesondere lösbar.
[0015] Der Steg kann geradlinig oder gebogen verlaufen. Der Steg kann radial oder parallel
zur Achse des Gegendruckzylinders verlaufen. Es kann ein einzelner Steg oder es können
auch mehrere Stege vorgesehen sein. Mehrere Stege sind bevorzugt ähnlich oder gleich
ausgebildet. Die Steghöhe (gemessen relativ zur Außenfläche der Stanzform oder des
Zylinderaufzugs) beträgt bevorzugt 0,05 bis 0,2 Millimeter.
[0016] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass das
als Steg ausgebildete erste Leitelement einen Abstand zum Stanzmesser aufweist. Der
Abstand beträgt bevorzugt 0,2 bis 1,0 Millimeter.
[0017] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass eine
Stützfläche des als Steg ausgebildeten ersten Leitelements tiefer als das Stanzmesser
bzw. dessen Schneidkante liegt. Der Höhenunterschied beträgt bevorzugt 0,1 bis 0,5
Millimeter.
[0018] Die Nut kann geradlinig oder gebogen verlaufen. Die Nut kann radial oder parallel
zur Achse des Gegendruckzylinders verlaufen. Es kann eine einzelne Nut oder es können
auch mehrere Nuten vorgesehen sein. Mehrere Nuten sind bevorzugt ähnlich oder gleich
ausgebildet. Die Nuttiefe (gemessen relativ zur der Außenfläche der Stanzform oder
des Zylinderaufzugs) beträgt bevorzugt 0,01 bis 0,2 Millimeter.
[0019] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass das
als Nut ausgebildete zweite Leitelement in Umfangsrichtung des Gegendruckzylinders
angeordnet ist.
[0020] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass das
als Nut ausgebildete zweite Leitelement quer zur Umfangsrichtung des Gegendruckzylinders
angeordnet ist.
[0021] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass der
Zylinderaufzug als eine Folie oder ein Folienstreifen ausgebildet ist und auf die
Oberfläche des Gegendruckzylinders aufgeklebt ist. Bevorzugt wird ein Folienstreifen
verwendet. Die Fläche der Folie entspricht bevorzugt der Fläche des Bedruckstoffs,
insbesondere wenn dieser als Bogen vorliegt, oder ist größer das diese Fläche. Der
Folienstreifen ist mit seiner Längsrichtung bevorzugt parallel zur Achse des Gegendruckzylinders
angeordnet und seine Breite in Querrichtung entspricht bevorzugt wenigstens der Ausdehnung
der Stanzmesser und beträgt z.B. 10 bis 50 Millimeter.
[0022] Eine bevorzugte Weiterbildung der Erfindung kann sich dadurch auszeichnen, dass das
Stanzmesser beim Stanzen in den Zylinderaufzug eindringt, insbesondere den Zylinderaufzug
durchdringt. Hierdurch liegt das Bedruckstoff-Materialstück tiefer im Stanzmesser
bzw. dessen geschlossener Form und kann leichter vom Bedruckstoff getrennt werden.
[0023] Die Merkmale der Erfindung, der Weiterbildungen der Erfindung und der Ausführungsbeispiele
zur Erfindung stellen auch in beliebiger Kombination miteinander vorteilhafte Weiterbildungen
der Erfindung dar. Weiterbildungen der Erfindung können zudem die - im obigen Abschnitt
"Technisches Gebiet der Erfindung" offenbarten - Einzelmerkmale oder Merkmalskombinationen
aufweisen.
Ausführungsbeispiele zur Erfindung
[0024] Die Erfindung und deren bevorzugte Weiterbildungen werden nachfolgend unter Bezug
auf die Zeichnungen anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
[0025] Die Zeichnungen zeigen:
- Figur 1
- Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Rotationsstanze;
- Figur 2
- Ein Detail dieses Ausführungsbeispiels;
- Figur 3
- Ein weiteres Detail dieses Ausführungsbeispiels; und
- Figuren 4a-c
- Ausführungsformen des ersten Leitelements;
[0026] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht einer Maschine, insbesondere einer Druckmaschine
1, bzw. einer Rotationsstanze 2 einer solchen Maschine. Die Rotationsstanze kann auch
ein Stanzwerk der Maschine bilden. Bei der Maschine kann es sich z.B. um eine Speedmaster
52 der Heidelberger Druckmaschinen AG handeln.
[0027] Die Rotationsstanze umfasst einen Stanzzylinder 3 und einen dem Stanzzylinder zugeordneten,
d.h. mit ihm zusammenwirkenden Gegendruckzylinder 4. Der Gegendruckzylinder dient
dem Transport eines Bedruckstoffs 5, insbesondere eines Bogens aus Papier, Pappe,
Karton oder Folie (Kunststoff oder Metall/metallisiert). Die Rotationsstanze ist zum
Ausstanzen eines Materialstücks (bzw. eines sogenannten Schnipsels) 6 aus dem Bedruckstoff
vorgesehen bzw. hierzu ausgebildet.
[0028] Der Stanzzylinder 3 ist mit einer Saugluftquelle 7 und mit einer Blasluftquelle 8
verbunden. Die hierdurch bereitgestellt Saugluft dient dem Ansaugend es Materialstücks
6 während des Stanzvorgangs (an einer ersten Winkelposition) und die bereitgestellte
Blasluft dient dem Entfernen des Materialstücks/Schnipsels nach dem Stanzvorgang (an
einer zweiten Winkelposition).
[0029] Auf der Oberfläche 3a des Stanzzylinders 3 ist eine Stanzform 3 aufgenommen, zum
Beispiel magnetisch gehalten. Die Stanzform weist wenigstens ein Stanzmesser 10 auf,
bevorzugt eine Mehrzahl von Stanzmessern. Das Stanzmesser hat eine geschlossene Form
11 bzw. eine so genannte Ringform. Die Ringform kann z.B. als ein Kreis, Oval, Quadrat
oder Rechteck ausgebildet sein. Auch andere, beliebig geformte, geschlossene Formen
bzw. Ringe sind möglich.
[0030] Innerhalb der geschlossenen Form 11 des Stanzmessers 10 weist die Stanzform 9 wenigstens
eine Saugöffnung 12 auf, z.B. eine zentrale und/oder kreisförmige Saugöffnung. Die
Saugöffnung 12 steht mit der Saugluftquelle 7 in Verbindung, zum Beispiel über eine
radiale und/oder eine axiale Bohrung des Stanzzylinders 3 und eine Drehdurchführung
des Stanzzylinders. Die Saugöffnung ist im Vergleich zur von der geschlossenen Form
(Messerkontur) begrenzten Fläche klein, bevorzugt weniger als 50% oder weniger als
25% oder weniger als 10%.
[0031] Auf der Oberfläche 4a des Gegendruckzylinders 4 ist ein Blech 4b aufgenommen und
auf diesem ein Zylinderaufzug 13 aufgenommen. Der Zylinderaufzug ist bevorzugt als
eine Folie oder ein bevorzugt schmaler Folienstreifen (parallel zur axialen Richtung
des Gegendruckzylinders 4) ausgebildet. Der Zylinderaufzug ist bevorzugt auf der Oberfläche
des Gegendruckzylinders aufgeklebt.
[0032] Beim Stanzen des Bedruckstoffs 5 dringt das Stanzmesser 10 bzw. dessen Schneide 10a
in den Bedruckstoff ein und durchdringt diesen. Das Stanzmesser bzw. dessen Schneide
dringt zudem in den Zylinderaufzug 13 ein und durchdringt auch diesen, so dass die
Schneide die Oberfläche 4a des Gegendruckzylinders 4 berührt. Da der Zylinderaufzug
13 auf der Oberfläche des Gegendruckzylinders aufgeklebt ist, kann das innerhalb der
geschlossenen Form 11 liegende Stück des Zylinderaufzuges nicht durch die Saugluft
vom Gegendruckzylinder entfernt werden. Zudem liegt das Materialstück 6 darüber.
[0033] Das Materialstück 6 des Bedruckstoffs 5, welches ebenfalls durch das Stanzmesser
10 bzw. dessen Schneide 10a ausgestanzt ist, wird jedoch durch die Saugluft der Saugöffnung
12 bzw. der Saugluftquelle 7 vom Zylinderaufzug 13 entfernt und zur Stanzform 9 bzw.
deren Außenfläche 9a hin bewegt. Das Ablösen des Materialstücks 6 wird durch wenigstens
ein zweites Leitelement 15, insbesondere eine Nut, im Zylinder 13 verbessert. Durch
die Drehbewegungen der beiden Zylinder 3 und 4 entfernt sich das Stanzmesser 10 bzw.
dessen Schneide 10a wieder von der Oberfläche 4a des Gegendruckzylinders 4 und dabei
kann Luft durch das zweite Leitelement in den Zwischenraum zwischen den Zylinderaufzug
13 und dem Materialstück 6 gelangen.
[0034] Das Materialstück 6 kommt auf wenigstens einem ersten Leitelement 14, bevorzugt einem
Steg, der Stanzform 9 zu liegen. Durch das erste Leitelement wird in erfindungsgemäßer
Weise und mit Vorteil verhindert, dass das Materialstück 6 die Saugöffnung 12 völlig
verschließt und dadurch die Saugkraft und Haltekraft abnimmt. Für das Aufliegen des
Materialstücks 6 weist das erste Leitelement bzw. der Steg bevorzugt wenigstens eine
Stützfläche 16 auf. Der wirksame Durchmesser der Saugöffnung wird durch das erste
Leitelement in vorteilhafter Weise vergrößert. Zudem kann das erste Leitelement die
Menge angesaugter Fehlluft in vorteilhafter Weise reduzieren.
[0035] Das Materialstück 6 wird durch die Drehbewegung des Stanzzylinders 3 aus dem Spalt
zwischen den beiden Zylindern 3 und 4 heraus bewegt und in den Wirkbereich einer Absaughaube
17 bewegt. Dort wird die Saugöffnung 12 von der Saugluftquelle 7 getrennt und mit
einer Blasluftquelle 8 verbunden, so dass die Saugöffnung zu einer Blasöffnung wird
und das Materialstück 6 aus der geschlossenen Form herausgeblasen und mittels der
Absaughaube 17 entfernt wird.
[0036] Figur 2 zeigt als Detail eine Draufsicht des Gegendruckzylinders 4 mit dem auf seiner
Oberfläche 4a angeordneten Zylinderaufzug 13. Der Zylinderaufzug weist wenigstens
ein zweites Leitelement 15 auf, welches im gezeigten Beispiel als eine Nut ausgebildet
ist. Die Nut bzw. die Mehrzahl der Nuten kann wie gezeigt im Wesentlichen parallel
zu einer Umfangsrichtung 19 des Gegendruckzylinders 4 ausgerichtet sein. Ein Vergleich
der Figuren 1 und 2 zeigt, dass in Figur 1 die Ausrichtung des zweiten Leitelementes
nicht parallel zur Umfangsrichtung 19, sondern im Wesentlichen quer zur Umfangsrichtung
19 gewählt ist. Beides ist demnach möglich.
[0037] In Figur 2 ist zudem schematisch das Stanzmesser 10 bzw. dessen geschlossene Form
11 dargestellt. Es ist erkennbar, dass der von der geschlossenen Form begrenzte Raum
mittels wenigstens eines zweiten Leitelementes 15 mit dem Außenraum verbunden ist,
so dass Luft während des Abhebens des Stanzmessers vom Gegendruckzylinder 4 in den
Innenraum der geschlossenen Form 11 eindringen kann.
[0038] In Figur 3 ist als Detail das Eindringend der Luft schematisch dargestellt. Auf den
Gegendruckzylinder 4 bzw. dessen Oberfläche 4a ist der Zylinderaufzug 13 mit seiner
Außenfläche 13a aufgenommen. In dem Zylinderaufzug 13 ist eine Nut 15 ausgebildet.
Auf dem Zylinderaufzug liegt der Bedruckstoff 5. Das Stanzmesser 10 bzw. dessen Schneide
10a dringt durch den Bedruckstoff 5 und den Zylinderaufzug 13 bis zur Oberfläche 4a
durch.
[0039] Figur 3 zeigt das Stanzmesser 10' (der Erkennbarkeit wegen horizontal versetzt) in
einer weiteren vertikalen Position, in der sich das Stanzmesser wieder von der Oberfläche
4a entfernt hat. Sobald die Schneide 10a die Nut 15 zumindest teilweise freigibt,
kann Luft unter der Schneide hindurch in den Innenraum der geschlossenen Form 11 gelangen.
Hierdurch wird das Ablösen des Materialstücks 6 vom Zylinderaufzug 13 unterstützt.
Insbesondere beim Stanzen von Kunststofffolien, z.B. so genannten in-mould-Folien,
ist das Führen von Luft zwischen Zylinderaufzug 13 und Schnipsel 6 von Vorteil, da
solche Schnipsel oft fest am Zylinderaufzug anhaften.
[0040] In den Figuren 4a bis 4c sind verschiedene Ausführungsformen a bis c des ersten Leitelements
14 bzw. bevorzugter Stege 14 dargestellt.
[0041] In Figur 4a ist das Stanzmesser 10 im Wesentlichen kreisförmig ausgebildet und die
Saugöffnung 12 liegt zentral zum Mittelpunkt des Kreismessers. Die Stege 14 gehen
von der Saugöffnung 12 aus, jedoch nicht rein radial, sondern gekrümmt. Die Enden
der Stege 14 berühren dabei nicht das Stanzmesser 10, sondern weisen einen Abstand
18 zum Stanzmesser auf. Das Vorsehen eines solchen Abstandes erleichtert die Herstellung
des Stanzmessers durch Ätzen und anschließendes Bearbeiten mit einem Fräskopf. Der
Fräskopf kann aufgrund des Abstands 18 präzise entlang der Kontur des Stanzmessers
10 und der Kontur des Steges 14 geführt werden.
[0042] In den Figuren 4b und 4c sind alternative Ausführungsformen gezeigt. Gemäß der Ausführungsform
b liegt die Saugöffnung 12 zentral und die Stege 14 verlaufen exakt radial, wobei
auch ein Abstand 18 eingehalten wird.
[0043] Gemäß Ausführungsform c liegt die Saugöffnung 12 nicht zentral, sondern in Bedruckstoff-Förderrichtung
näher zum Stanzmesser 10 und die Stege 14 erstrecken sich im Wesentlichen parallel
zueinander und quer zur Förderrichtung und halten einen Abstand zum Stanzmesser ein.
Durch diese Wahl der Position der Saugöffnung kann das Herauslösen des Schnipsels
in vorteilhafter Weise verbessert werden.
[0044] Die Saugöffnung 12 kann auch als ein Langloch oder ein Loch mit beliebiger Kontur
ausgebildet sein, insbesondere in Ausführungsform c.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Maschine/Druckmaschine
- 2
- Rotationsstanze/Stanzwerk
- 3
- Stanzzylinder
- 3b
- Blech
- 4
- Gegendruckzylinder
- 4a
- Oberfläche
- 4b
- Blech
- 5
- Bedruckstoff
- 6
- Materialstück/Schnipsel
- 7
- Saugluftquelle
- 8
- Blasluftquelle
- 9
- Stanzform
- 9a
- Außenfläche
- 10
- Stanzmesser
- 10a
- Schneide
- 10'
- Stanzmesser
- 11
- geschlossene Form
- 12
- Saugöffnung/Blasöffnung
- 13
- Zylinderaufzug/Folie/Folienstreifen
- 13a
- Außenfläche
- 14
- erstes Leitelement/Steg
- 15
- zweites Leitelement/Nut
- 16
- Stützfläche
- 17
- Absaughaube
- 18
- Abstand
- 19
- Umfangsrichtung
1. Rotationsstanze zum Ausstanzen eines Materialstücks aus einem Bedruckstoff, umfassend:
- einen Stanzzylinder (3) und einen zugeordneten Gegendruckzylinder (4), wobei der
Stanzzylinder mit einer Saugluft-Quelle (7) verbunden ist;
- eine auf dem Stanzzylinder angeordnete Stanzform (9) mit wenigstens einem Stanzmesser
(10), welches eine geschlossene Form (11) und eine Saugöffnung (12) innerhalb der
geschlossenen Form aufweist;
- ein auf dem Gegendruckzylinder angeordneter Zylinderaufzug (13);
- wenigstens ein erhabenes oder vertieftes erstes Leitelement (14) zum Leiten von
Saugluft, welches innerhalb der geschlossenen Form angeordnet ist und/oder wenigstens
ein vertieftes oder erhabenes zweites Leitelement (15) zum Leiten von Luft, welches
im Zylinderaufzug angeordnet ist
dadurch gekennzeichnet,
dass das erhabene erste und/oder zweite Leitelement (14, 15) als Steg (14, 15) ausgebildet
ist und/oder dass das vertiefte erste und/oder zweite Leitelement (14, 15) als Nut
(14, 15) ausgebildet ist.
2. Rotationsstanze nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das erste Leitelement (14) zur Außenfläche (9a) der Stanzform (9) erhaben oder vertieft
ist und/oder dass das zweite Leitelement (15) zur Außenfläche (13a) des Zylinderaufzugs
(13) vertieft oder erhaben ist.
3. Rotationsstanze nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das als Steg (14) ausgebildete erste Leitelement (14) einen Abstand (18) zum Stanzmesser
(10) aufweist.
4. Rotationsstanze nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Stützfläche (16) des als Steg (14) ausgebildeten ersten Leitelements (14) radial
tiefer als das Stanzmesser (10), d.h. dessen Schneide (10a), liegt.
5. Rotationsstanze nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das als Nut (15) ausgebildete zweite Leitelement (15) in Umfangsrichtung (19) des
Gegendruckzylinders (4) angeordnet ist.
6. Rotationsstanze nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das als Nut (15) ausgebildete zweite Leitelement (15) quer zur Umfangsrichtung (19)
des Gegendruckzylinders (4) angeordnet ist.
7. Rotationsstanze nach einem der vorgeordneten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zylinderaufzug (13) als eine Folie (13) oder ein Folienstreifen (13) ausgebildet
ist und auf die Oberfläche (4a) des Gegendruckzylinders (4) aufgeklebt ist.
8. Rotationsstanze nach einem der vorgeordneten Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stanzmesser (10) beim Stanzen in den Zylinderaufzug (13) eindringt, insbesondere
den Zylinderaufzug durchdringt.
1. Rotary die cutter for punching out a piece of material from a printing substrate,
comprising:
- a die-cutting cylinder (3) and an associated impression cylinder (4), the die-cutting
cylinder being connected to a suction air source (7);
- a cutting die (9) arranged on the die-cutting cylinder with at least one punching
knife (10), which has a closed form (11) and a suction opening (12) within the closed
form;
- a cylinder packing (13) arranged on the impression cylinder;
- at least one raised or recessed first guide element (14) for guiding suction air,
which is arranged inside the closed form and/or at least one recessed or raised second
guide element (15) for guiding air, which is arranged in the cylinder packing
characterized in that
the raised first and/or second guide element (14, 15) is constructed as a web (14,
15) and/or that the recessed first and/or second guide element (14, 15) is designed
as a groove (14, 15).
2. Rotary die cutter according to claim 1,
characterized in that
the first guide element (14) is raised or recessed towards the outer surface (9a)
of the cutting die (9) and/or that the second guide element (15) is recessed or raised
towards the outer surface (13a) of the cylinder packing (13).
3. Rotary die cutter according to claim 2,
characterized in that
the first guide element (14), constructed as a web (14), is at a distance (18) from
the punching knife (10).
4. Rotary die cutter according to claim 2 or 3,
characterized in that
a supporting surface (16) of the first guide element (14), which is constructed as
a web (14), is located radially lower than the punching knife (10), i.e. its cutting
edge (10a).
5. Rotary die cutter according to claim 4,
characterized in that
the second guide element (15), which is constructed as a groove (15), is arranged
in the circumferential direction (19) of the impression cylinder (4).
6. Rotary die cutter according to claim 4,
characterized in that
the second guide element (15), which is constructed as a groove (15), is arranged
transversely to the circumferential direction (19) of the impression cylinder (4).
7. Rotary die cutter according to one of the preceding claims,
characterized in that
the cylinder packing (13) is constructed as a foil (13) or a foil strip (13) and is
bonded to the surface (4a) of the impression cylinder (4).
8. Rotary die cutter according to one of the preceding claims,
characterized in that
the punching knife (10) pierces, and in particular penetrates, the cylinder packing
(13) during die-cutting.
1. Poinçonneuse rotative pour découper une pièce de matériau dans un support d'impression,
comprenant :
- un cylindre de découpe (3) et un cylindre de contre-pression (4) associé, le cylindre
de découpe étant relié à une source d'air d'aspiration (7) ;
- une forme de découpe (9) disposée sur le cylindre de découpe, avec au moins une
matrice de découpe (10), présentant une forme fermée (11) et une ouverture d'aspiration
(12) à l'intérieur de la forme fermée ;
- un habillage de cylindre (13) disposé sur le cylindre de contre-pression ;
- au moins un premier élément de guidage (14) en relief ou en creux pour le guidage
de l'air d'aspiration, disposé à l'intérieur de la forme fermée et/ou au moins un
deuxième élément de guidage (15) en creux ou en relief pour le guidage de l'air, disposé
dans l'habillage de cylindre
caractérisée en ce
que le premier et/ou le deuxième élément de guidage (14, 15) en relief est réalisé sous
forme de nervure (14, 15) et/ou
en ce que le premier et/ou le deuxième élément de guidage (14, 15) en creux est réalisé sous
forme de rainure (14, 15).
2. Poinçonneuse rotative selon la revendication 1,
caractérisée en ce
que le premier élément de guidage (14) est en relief ou en creux par rapport à la surface
extérieure (9a) de la forme de découpe (9) et/ou en ce que le deuxième élément de guidage (15) est en creux ou en relief par rapport à la surface
extérieure (13a) de l'habillage de cylindre (13).
3. Poinçonneuse rotative selon la revendication 2,
caractérisée en ce
que le premier élément de guidage (14) réalisé sous forme de nervure (14) présente un
écart (18) par rapport à la matrice de découpe (10).
4. Poinçonneuse rotative selon la revendication 2 ou 3,
caractérisée en ce
qu'une surface d'appui (16) du premier élément de guidage (14) réalisé sous forme de
nervure (14) est située radialement plus bas que la matrice de découpe (10), plus
précisément que sa lame (10a).
5. Poinçonneuse rotative selon la revendication 4,
caractérisée en ce
que le deuxième élément de guidage (15) réalisé sous forme de rainure (15) est disposé
dans le sens de la circonférence (19) du cylindre de contre-pression (4).
6. Poinçonneuse rotative selon la revendication 4,
caractérisée en ce
que le deuxième élément de guidage (15) réalisé sous forme de rainure (15) est disposé
perpendiculairement au sens de la circonférence (19) du cylindre de contre-pression
(4).
7. Poinçonneuse rotative selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce
que l'habillage du cylindre (13) est réalisé sous forme d'un film (13) ou d'une bande
de film (13) et est collé sur la surface (4a) du cylindre de contre-pression (4).
8. Poinçonneuse rotative selon l'une des revendications précédentes,
caractérisée en ce
que la matrice de découpe (10) s'enfonce dans l'habillage du cylindre (13) lors du poinçonnage,
et pénètre notamment l'habillage du cylindre.