[0001] Die Erfindung betrifft eine Isolierglaseinheit für ein Kühlmöbel, eine Tür für ein
Kühlmöbel, ein Verfahren zur Herstellung einer solchen Isolierglaseinheit und deren
Verwendung.
[0002] Kühlregale oder Kühlschränke mit transparenten Türen sind weit verbreitet, um gekühlte
Waren für Kunden auszustellen und zu präsentieren. Dabei werden die Waren bei Temperaturen
unter 10 °C im Kühlregal gehalten und so vor dem schnellen Verderben geschützt. Um
den Wärmeverlust so gering wie möglich zu halten, werden häufig Isolierglaseinheiten
als Türen eingesetzt. Transparente Türen ermöglichen ein Betrachten der Ware ohne
die Schränke oder Regale öffnen zu müssen. Jedes Öffnen der Türen führt zu einer Erhöhung
der Temperatur im Kühlregal und setzt damit die Waren der Gefahr der Erwärmung aus.
Es ist daher gewünscht, die Waren so zu präsentieren, dass die Zahl der Öffnungsvorgänge
minimiert wird. Dazu ist es wichtig, dass die Sicht durch die geschlossenen Türen
möglichst wenig eingeschränkt wird. Bei herkömmlichen Isolierglaseinheiten wird die
Sicht zumindest im Randbereich durch Elemente des nichttransparenten umlaufenden Türrahmens
behindert. Der Türrahmen verdeckt bei herkömmlichen Isolierglaseinheiten den ebenfalls
nichttransparenten umlaufenden Randverbund. Der Randverbund einer Isolierglaseinheit
umfasst in der Regel mindestens einen umlaufenden Abstandhalter, feuchtigkeitsbindendes
Trockenmittel sowie ein primäres Dichtmittel zur Befestigung des Abstandhalters zwischen
den Scheiben und ein sekundäres Dichtmittel, das den Randverbund stabilisiert und
zusätzlich abdichtet. Diese Komponenten sind üblicherweise nicht transparent, das
heißt im Bereich des umlaufenden Randverbunds ist die Sicht eingeschränkt.
[0003] Zur Lösung dieses Problems sind verschiedene Ansätze bekannt. Aus der
DE 10 2012 106 200 A1 ist ein Kühlschrank bekannt, der zwei Isolierglaseinheiten als Türen umfasst, die
an mindestens einer vertikalen Seite ein transparentes Abstandhalterelement enthalten
und an dieser Seite kein Rahmenelement. Das Abstandhalterelement ist dabei als T-förmiges
Querschnittsprofil ausgeführt, das gleichzeitig eine tragende und eine abdichtende
Funktion erfüllt. Das Abstandhalterelement ist als einstückiges, massives Profil ausgeführt,
das durch Extrusion hergestellt wird.
[0004] Ein weiterer Lösungsansatz ist in der
WO2014/198549 A1 beschrieben. Hier werden ebenfalls transparente Abstandhalterelemente verwendet,
die zwischen den Scheiben mindestens an einer vertikalen Seite angeordnet sind. Die
transparenten Abstandhalterelemente sind insbesondere mit Klebestreifen zwischen den
Scheiben fixiert. Es sind auch Abstandhalter aus transparenten Kunststoffharzen offenbart,
die in Kombination mit metallischen Abstandhaltern entlang der horizontalen Seiten
verwendet werden können. Die Kombination solch unterschiedlicher Materialien ist in
Isolierglaseinheiten problematisch. Verschiedene Ausdehnungskoeffizienten der verwendeten
Materialien können auf Dauer zu Undichtigkeiten im Randverbund führen. Zusätzlich
müssen die Dichtmittel auf die Materialien der Abstandhalter abgestimmt werden. Bei
der Verwendung mehrerer Dichtmittel-Sorten kann es leicht zu Materialunverträglichkeiten
zwischen den Dichtmitteln kommen, die wiederum Undichtigkeiten des Randverbunds auslösen.
[0005] Aus der internationalen Patentanmeldung
WO 2013/104507 A1 ist ein Abstandshalter für eine Mehrfachscheiben-Isolierverglasung bekannt, der mindestens
einen Verbund aus einem glasfaserverstärkten, polymeren Grundkörper, zwei parallel
verlaufenden Scheibenkontaktflächen, eine Verklebungsfläche und eine Verglasungsinnenraumfläche
sowie eine Isolationsfolie umfasst. Dabei sind die Scheibenkontaktflächen und die
Verklebungsfläche direkt oder über Verbindungsflächen miteinander verbunden. Durch
die Wahl des Glasfaseranteils in dem Grundkörper kann der Wärmeausdehnungskoeffizient
des Grundkörpers variiert und angepasst werden. Durch Anpassung der Wärmeausdehnungskoeffizienten
des Grundkörpers und der polymeren Isolationsfolie lassen sich temperaturbedingte
Spannungen zwischen den unterschiedlichen Materialien und ein Abplatzen der Isolationsfolie
vermeiden. Der Grundkörper weist bevorzugt einen Glasfaseranteil von 20 % bis 50 %,
besonders bevorzugt von 30 % bis 40 % auf. Der Glasfaseranteil im Grundkörper verbessert
gleichzeitig die Festigkeit und Stabilität, indes ist die Herstellung von transparenten
Abstandshaltern oder von Abstandshaltern mit farbigen Mustern aufgrund der Anwesenheit
der Verstärkungsfasern gestört.
[0006] Aus dem deutschen Patent
DE 11 2014002 800 T5 ist ein verglastes Element, das eine Isolierverglasung umfasst, bekannt. Die Isolierverglasung
enthält mindestens eine erste und eine zweite Glasscheibe, die mithilfe eines Abstandshalters
verbunden sind. Der Abstandshalter wird von einem transparenten Harz gebildet, das
aus Polymethylmethacrylat, Polycarbonat, Polystyrol, Polyvinylchlorid, Acrylnitril-Butadien-Styrol,
Nylon oder einem Gemisch dieser Verbindungen ausgewählt ist. Ein solcher Abstandshalter
bietet den Vorteil, dass er sich dem möglichen Austausch von Gas, Feuchtigkeit und
Staub zwischen den umgebenden Bereichen und der Gasfüllung der Verglasung widersetzt
und gleichzeitig transparent ist, wodurch es möglich ist, durch ihn hindurch die in
dem Kühlbehältermöbel enthaltenen Produkte zu sehen, ohne dass die Sicht des Konsumenten
durch das Vorhandensein eines Rahmens oder insbesondere von Seitenstreben verstellt
ist. Es wird noch beiläufig erwähnt, dass im Stand der Technik die Abstandshalter
im Allgemeinen ein hohles, extrudiertes oder geformtes Profil aus Metall oder einem
organischen Material oder auch ein Profil mit Verbindungswinkeln oder ein an den Ecken
gefalztes Profil sind. Ein Bezug zu den genannten Polymeren wird nicht hergestellt.
DE 11 2014 002800 T5 offenbart alle Merkmale des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine verbesserte Isolierglaseinheit
für ein Kühlmöbel bereitzustellen, eine Tür für ein Kühlmöbel bereitzustellen, und
außerdem ein vereinfachtes Verfahren zur Herstellung einer Isolierglaseinheit bereitzustellen.
Speziell war es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Isolierglaseinheit für
ein Kühlmöbel bereitzustellen, das einerseits eine besonders hohe Stabilität und Druckfestigkeit
der Abstandshalter aufweist und andererseits die Gestaltungsmöglichkeiten der Abstandshalter
vervielfältigt.
[0008] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird erfindungsgemäß durch eine Isolierglaseinheit
nach dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausführungen der Erfindung gehen
aus den Unteransprüchen hervor.
[0009] Die erfindungsgemäße Isolierglaseinheit für ein Kühlmöbel umfasst mindestens eine
erste Scheibe, eine davon beabstandete zweite Scheibe und einen umlaufenden Abstandhalterrahmen
zwischen der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe. Ein innerer Scheibenzwischenraum
wird begrenzt durch den Abstandhalterrahmen, die erste Scheibe und die zweite Scheibe.
Der innere Scheibenzwischenraum wird vom Abstandhalterrahmen eingeschlossen. Die Isolierglaseinheit
hat vier Seiten. Die Seiten der Isolierglaseinheit sind die Seiten, entlang denen
sich der Randbereich der Isolierglaseinheit befindet. Die beiden ersten Seiten liegen
einander gegenüber und die beiden zweiten Seiten liegen einander gegenüber. Der Abstandhalterrahmen
umfasst mindestens vier polymere Hohlprofilabstandhalter. Jeder polymere Hohlprofilabstandhalter
ist entlang einer der vier Seiten der Isolierglaseinheit befestigt. Die polymeren
Hohlprofilabstandhalter sind jeweils entlang der vier Seiten zwischen der ersten Scheibe
und der zweiten Scheibe über ein primäres Dichtmittel befestigt. Zwei erste polymere
Hohlprofilabstandhalter sind entlang der zwei gegenüberliegenden ersten Seiten angeordnet
und zwei zweite polymere Hohlprofilabstandhalter sind entlang der zwei zweiten Seiten
der Isolierglaseinheit angeordnet. Die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter enthalten
5% bis 50% Verstärkungsfasern. Die Verstärkungsfasern führen zu einer erhöhten Stabilität
der polymeren Hohlprofilabstandhalter und damit zu einer längeren Lebensdauer der
Isolierglaseinheit. Gleichzeitig weisen die polymeren Hohlprofilabstandhalter im Vergleich
zu metallischen Hohlprofilabstandhaltern vorteilhaft niedrige Wärmeleitfähigkeiten
auf. Die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter enthalten 0 % bis 0,5 % Verstärkungsfasern,
wodurch die Gestaltungsmöglichkeiten besonders vielfältig sind. Die Tatsache, dass
keine bzw. nahezu keine Verstärkungsfasern enthalten sind, ermöglicht zum Beispiel
die Herstellung von transparenten Abstandhaltern oder von Abstandhaltern mit farbigen
Mustern, die ansonsten von der Anwesenheit der Verstärkungsfasern gestört werden würden.
Aufgrund der fehlenden Verstärkung weisen die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter
eine geringere Druckfestigkeit auf. Überraschend weist jedoch die erfindungsgemäße
Isolierglaseinheit mit ersten und zweiten polymeren Hohlprofilabstandhaltern eine
ausgezeichnete Stabilität auf. Die erfindungsgemäße Anordnung entlang gegenüberliegender
Seiten der Isolierglaseinheit resultiert in einer hochstabilen Isolierglaseinheit,
die vergleichbar ist mit Isolierglaseinheiten, die entlang aller vier Seiten verstärkte
Abstandhalter aufweisen. Im Vergleich zu Isolierglaseinheiten mit sowohl metallischen
als auch polymeren Abstandhaltern hat die erfindungsgemäße Isolierglaseinheit den
Vorteil, dass der Randverbund eine geringere Wärmeleitfähigkeit aufweist. Außerdem
gibt es durch die unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten der metallischen
und polymeren Abstandhalter einen erhöhten Spannungsaufbau im Abstandhalterrahmen,
der zu einem frühzeitigen Ablösen der Dichtmittel im Randbereich führen kann. Somit
stellt die Erfindung eine stabile Isolierglaseinheit bereit, die entlang aller vier
Seiten ein polymeres Abstandhalterprofil aufweist und somit ausgezeichnete wärmeisolierende
Eigenschaften hat.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit sind
die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter transparent ausgeführt. Dies hat den
Vorteil, dass entlang von zwei gegenüberliegenden Seiten keine Sichtbarriere vorhanden
ist, sodass die Durchsichtfläche maximiert wird. Da die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter
erfindungsgemäß praktisch keine Verstärkungsfasern enthalten, können diese transparent
durchscheinend gestaltet werden. Bei herkömmlichen Isolierglaseinheiten sind für polymere
Hohlprofilabstandhalter in der Regel rundum Verstärkungsfasern vorgesehen. Daher werden
bisher keine Isolierglaseinheiten mit transparenten Hohlprofilabstandhaltern eingesetzt.
Die erfindungsgemäße Isolierglaseinheit ist auch ohne die stabilisierende Wirkung
der Verstärkungsfasern entlang aller vier Seiten überraschend stabil, sodass die transparente
Ausführung möglich wird.
[0011] Transparent im Sinne der Erfindung bedeutet, dass das Material durchsichtig ist.
Ein Betrachter kann die hinter der Materialschicht angeordneten Gegenstände erkennen.
Das Material ist demnach lichtdurchlässig und weist bevorzugt eine Lichttransmission
im sichtbaren Spektrum von mindestens 30% auf, besonders bevorzugt von mindestens
50%.
[0012] Verstärkungsfasern im Sinne der Erfindung bezeichnen Fasern, die zur Verstärkung
des Profils dem polymeren Grundkörper des Hohlprofils hinzugefügt werden. Diese Fasern
sind bevorzugt Glasfasern, Naturfasern oder Keramikfasern. Diese Fasern erhöhen die
Steifigkeit und die Festigkeit des Profils. Bevorzugt werden die Fasern in Form von
Kurzfasern eingesetzt mit Längen zwischen 0,05 mm und 0,5 mm. Diese Längen können
besonders gut in einem Extruder verarbeitet werden, sodass die Verstärkungsfasern
direkt bei der Extrusion eingearbeitet werden können. Die Prozentangaben sind Massenprozent
Verstärkungsfasern bezogen auf den Anteil der Verstärkungsfasern am polymeren Grundkörper,
das heißt eventuelle Barrierefolien oder Beschichtungen werden nicht berücksichtigt.
[0013] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit umfassen
die polymeren Hohlprofilabstandhalter mindestens einen polymeren Grundkörper mindestens
umfassend eine erste Seitenwand, eine parallel dazu angeordnete zweite Seitenwand,
eine Verglasungsinnenraumwand, eine Außenwand und einen Hohlraum. Der Hohlraum wird
von den Seitenwänden, der Verglasungsinnenraumwand und der Außenwand umschlossen.
Die Verglasungsinnenraumwand ist dabei senkrecht zu den Seitenwänden angeordnet und
verbindet die erste Seitenwand mit der zweiten Seitenwand. Die Seitenwände sind die
Wände des polymeren Hohlprofilabstandhalters, an denen die äußeren Scheiben der Isolierglaseinheit
angebracht werden. Die erste Seitenwand und die zweite Seitenwand verlaufen parallel
zueinander. Die Verglasungsinnenraumwand ist die Wand des polymeren Hohlprofilabstandhalters,
die in der fertigen Isolierglaseinheit zum inneren Scheibenzwischenraum weist. Die
Außenwand ist im Wesentlichen parallel zur Verglasungsinnenraumwand angeordnet und
verbindet die erste Seitenwand mit der zweiten Seitenwand. Die Außenwand weist zum
äußeren Scheibenzwischenraum. Der Hohlraum des polymeren Grundkörpers führt zu einer
Gewichtsreduktion im Vergleich zu einem massiv ausgeformten Abstandhalter und kann
ganz oder teilweise mit einem Trockenmittel gefüllt sein.
[0014] Bevorzugt enthält mindestens einer der beiden ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter
ein Trockenmittel und der Hohlraum der beiden zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter
ist frei von Trockenmittel. Das Trockenmittel bindet Feuchtigkeit, die im inneren
Scheibenzwischenraum vorhanden ist und verhindert so ein Beschlagen der Isolierglaseinheit
von innen. Die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter müssen nicht mit Trockenmittel
gefüllt werden, da die Anbringung in mindestens einem der Hohlprofilabstandhalter
ausreichend ist, um ein Beschlagen der Scheiben zu verhindern. So kann einerseits
Material gespart werden und andererseits hat dieses Vorgehen auch optische Vorteile.
[0015] Das Trockenmittel enthält bevorzugt Kieselgele, Molekularsiebe, CaCl
2, Na
2SO
4, Aktivkohle, Silikate, Bentonite, Zeolithe und/oder Gemische davon.
[0016] Die Außenwand des polymeren Grundkörpers ist die der Verglasungsinnenraumwand gegenüberliegende
Wand, die vom inneren Scheibenzwischenraum weg in Richtung des äußeren Scheibenzwischenraums
weist. Die Außenwand verläuft bevorzugt senkrecht zu den Seitenwänden. Die den Seitenwänden
nächstliegenden Abschnitte der Außenwand können jedoch alternativ in einem Winkel
von bevorzugt 30° bis 60° zur Außenwand in Richtung der Seitenwände geneigt sein.
Diese abgewinkelte Geometrie verbessert die Stabilität des polymeren Hohlprofilabstandhalters
und ermöglicht eine bessere Verklebung des Grundkörpers mit einer Barrierefolie. Eine
plane Außenwand, die sich in ihrem gesamten Verlauf senkrecht zu den Seitenwänden
(parallel zur Verglasungsinnenraumwand) verhält, hat hingegen den Vorteil, dass die
Dichtfläche zwischen polymerem Hohlprofilabstandhalter und Seitenwänden maximiert
wird und eine einfachere Formgebung den Produktionsprozess erleichtert.
[0017] Bevorzugt wird der polymere Grundkörper des polymeren Hohlprofilabstandhalters aus
Polymeren gefertigt, da diese eine geringe Wärmeleitfähigkeit besitzen, was zu verbesserten
wärmedämmenden Eigenschaften des Randverbunds führt. Besonders bevorzugt enthält der
polymere Grundkörper Biokomposite, Polyethylen (PE), Polycarbonate (PC), Polypropylen
(PP), Polystyrol, Polybutadien, Polynitrile, Polyester, Polyurethane, Polymethylmetacrylate,
Polyacrylate, Polyamide, Polyethylenterephthalat (PET), Polybutylenterephthalat (PBT),
Polyvinylchlorid (PVC), besonders bevorzugt Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS), Acrylester-Styrol-Acrylnitril
(ASA), Acrylnitril-Butadien-Styrol/Polycarbonat (ABS/PC), Styrol-Acrylnitril (SAN),
PET/PC, PBT/PC und/oder Copolymere oder Gemische davon.
[0018] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit enthalten
die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter als Verstärkungsfasern 15 % bis 40 %
Glasfasern, bezogen auf den polymeren Grundkörper. Besonders bevorzugt enthalten die
ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter 20 % bis 35 % Glasfasern. In diesem Bereich
wird mit Glasfasern eine besonders gute Stabilisierung der polymeren Hohlprofilabstandhalter
erzielt und gleichzeitig eine niedrige Wärmeleitfähigkeit des Hohlprofilabstandhalters
erreicht. Durch die Wahl des Glasfaseranteils im Hohlprofil kann der Wärmeausdehnungskoeffizient
des Hohlprofils variiert und angepasst werden. So können Spannungen zwischen den unterschiedlichen
Materialien der ersten und zweiten polymeren Hohlprofilabstandhaltern vermieden werden.
Glasfasern lassen sich besonders gut verarbeiten und insbesondere gut zusammen mit
dem Material des polymeren Grundkörpers zusammen extrudieren.
[0019] Der polymere Hohlprofilabstandhalter weist bevorzugt entlang der Verglasungsinnenraumwand
eine Breite von 5 mm bis 45 mm, bevorzugt von 10 mm bis 24 mm auf. Die Breite ist
im Sinne der Erfindung die sich zwischen den Seitenwänden erstreckende Dimension.
Die Breite ist der Abstand zwischen den voneinander abgewandten Flächen der beiden
Seitenwände. Durch die Wahl der Breite der Verglasungsinnenraumwand wird der Abstand
zwischen den Scheiben der Isolierglaseinheit bestimmt. Das genaue Abmaß der Verglasungsinnenraumwand
richtet sich nach den Dimensionen der Isolierglaseinheit und der gewünschten Scheibenzwischenraumgröße.
[0020] Der polymere Hohlprofilabstandhalter weist bevorzugt entlang der Seitenwände eine
Höhe h
G von 5 mm bis 15 mm, besonders bevorzugt von 6 mm bis 10 mm, auf. In diesem Bereich
für die Höhe besitzt der Hohlprofilabstandhalter eine vorteilhafte Stabilität, ist
aber andererseits in der Isolierglaseinheit vorteilhaft unauffällig. Außerdem weist
der Hohlraum des Hohlprofilabstandhalters eine vorteilhafte Größe zur möglichen Aufnahme
einer geeigneten Menge an Trockenmittel auf. Die Gesamthöhe h
G ist der Abstand zwischen den voneinander abgewandten Flächen der Außenwand und der
Verglasungsinnenraumwand.
[0021] Die Wandstärke d des polymeren Hohlprofilabstandhalters beträgt 0,5 mm bis 15 mm,
bevorzugt 0,5 mm bis 10 mm, besonders bevorzugt 0,7 mm bis 1,2 mm.
[0022] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit ist
die Druckfestigkeit der zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter um 20 % bis 40 %
niedriger als die der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter. Bei diesem Unterschied
in der Druckfestigkeit werden besonders stabile Isolierglaseinheiten erhalten und
gleichzeitig die Flexibilität in der Gestaltung der polymeren Hohlprofilabstandhalter
erhöht.
[0023] Die Druckfestigkeit eines polymeren Hohlprofilabstandhalters im Sinne der Erfindung
bezeichnet die Druckfestigkeit in Querrichtung des Hohlprofilabstandhalters. Die Querrichtung
ist senkrecht zur Erstreckungsrichtung des Hohlprofils in der Ebene der Verglasungsinnenraumfläche
des Hohlprofilabstandhalters. Der Abstand zwischen der ersten Scheibe und der zweiten
Scheibe wird durch die Breite b des Hohlprofilabstandhalters in Querrichtung bestimmt.
Die Druckfestigkeit beschreibt die Stabilität eines Abstandhalters, auf den durch
die erste und zweite Scheibe in einer Isolierglaseinheit Druck ausgeübt wird. Die
Druckfestigkeit wird in Kraft / Länge [N/cm] angegeben. Die Länge L wird in Erstreckungsrichtung
des Hohlprofilabstandhalters gemessen und gibt an, wie lang das Stück Hohlprofilabstandhalter
ist, auf das die Kraft seitlich einwirkt. Eine exemplarische Messung wird zusammen
mit dem Beispiel beschrieben.
[0024] Bei einem polymeren Hohlprofilabstandhalter mit einer Breite b von 12 mm - 20 mm,
einer Wandstärke d von 1 mm und einer Gesamthöhe h
G von 5 mm - 8 mm haben die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter bevorzugt eine
Druckfestigkeit von 350 N/cm bis 450 N/cm. Die Druckfestigkeit der zweiten polymeren
Hohlprofilabstandhalter ist bevorzugt um 50 N/cm bis 150 N/cm kleiner als die der
ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter, besonders bevorzugt um 100 N/cm kleiner.
In diesen Bereichen wird eine besonders stabile Isolierglaseinheit erhalten.
[0025] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit sind
die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter und die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter
über ein transparentes primäres Dichtmittel an der ersten Scheibe und der zweiten
Scheibe befestigt. Die polymeren Hohlprofilabstandhalter sind so angeordnet, dass
zwischen der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe ein äußerer Scheibenzwischenraum
entsteht, begrenzt durch die zur Umgebung weisende Außenwand des Hohlprofilabstandhalters.
Die Scheiben ragen demnach etwas über den Hohlprofilabstandhalter hinaus, sodass der
äußere Scheibenzwischenraum entsteht. Der äußere Scheibenzwischenraum ist mit einem
transparenten sekundären Dichtmittel verfüllt. Der äußere Scheibenzwischenraum der
Isolierglaseinheit wird begrenzt von den beiden Scheiben und der Außenwand des Hohlprofilabstandhalters.
Das sekundäre Dichtmittel dient der Stabilisierung des Randverbunds der Isolierglaseinheit
und nimmt die auf den Randverbund wirkenden mechanischen Kräfte auf. Das primäre Dichtmittel
dient der Befestigung der Scheiben und der Abdichtung des inneren Scheibenzwischenraums
gegen das Eindringen von Feuchtigkeit und den Verlust einer eventuell vorhandenen
Gasfüllung. Die Befestigung aller polymeren Hohlprofilabstandhalter über ein transparentes
Dichtmittel hat den Vorteil, dass Materialunverträglichkeiten zwischen verschiedenen
Dichtmitteln vermieden werden können. Die Verwendung eines transparenten Dichtmittels
hat vor allem optische Vorteile. Insbesondere in Kombination mit optisch ansprechend
gestalteten Hohlprofilabstandhaltern gewährt ein transparentes Dichtmittel den Blick
auf den Grundkörper. In Kombination mit transparent ausgeführten zweiten polymeren
Hohlprofilabstandhaltern hat ein transparentes Dichtmittel den Vorteil, dass der Durchsichtbereich
entlang der gegenüberliegenden zweiten Seiten der Isolierglaseinheit maximiert wird.
[0026] In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform sind die primären und sekundären
Dichtmittel nicht transparent. Diese Dichtmittel sind kostengünstig verfügbar, haben
jedoch optische Nachteile.
[0027] Bevorzugt enthält das sekundäre Dichtmittel Polymere oder silanmodifizierte Polymere,
besonders bevorzugt organische Polysulfide, Silikone, raumtemperaturvernetzenden (RTV)
Silikonkautschuk, peroxidischvernetzten Silikonkautschuk und/oder additionsvernetzten
Silikonkautschuk, Polyurethane und/oder Butylkautschuk. Diese Dichtmittel haben eine
besonders gute stabilisierende Wirkung. Diese Dichtmittel sind jeweils in einer transparenten
und opaken Variante verfügbar.
[0028] Das primäre Dichtmittel enthält bevorzugt ein Polyisobutylen. Das Polyisobutylen
kann ein vernetzendes oder nicht vernetzendes Polyisobutylen sein. Polyisobutylene
sind in transparenter und opaker Ausführungsform verfügbar.
[0029] Die ersten und zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit
haben im Vergleich zu metallischen Hohlprofilabstandhaltern den Vorteil, dass sie
eine niedrigere Wärmeleitfähigkeit aufweisen. Eine hohe Wärmeleitfähigkeit dagegen
führt zur Ausbildung einer Wärmebrücke im Bereich des Randverbunds, was bei großen
Temperaturunterschieden zwischen gekühltem Innenraum und Umgebungstemperatur zur Ansammlung
von Kondenswasser auf der zur Umgebung zeigenden Glasscheibe führen kann. Dies führt
wiederum zu einer Sichtbehinderung auf die, zum Beispiel in einem Kühlregal, ausgestellten
Waren. Durch die Verwendung von polymeren Hohlprofilabstandhaltern mit niedriger Wärmeleitfähigkeit
kann dieses Problem vermieden werden. Die polymeren Materialien haben allerdings in
Bezug auf Gas- und Dampfdichtigkeit oft schlechtere Eigenschaften. In einer bevorzugten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit enthalten die ersten und
zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter daher mindestens auf ihrer Außenwand eine
gasdichte und wasserdampfdichte Barriere. In einer bevorzugten Ausführungsform ist
auf der Außenwand und einem Teil der Seitenwände der polymeren Hohlprofilabstandhalter
eine gas- und dampfdichte Barriere angebracht. Die Anbringung auf einem Teil der Seitenwände
verbessert die Dichtigkeit des polymeren Hohlprofilabstandhalters wesentlich. Die
Barriere erhöht die Gas- und Feuchtigkeitsdiffusionsdichtigkeit des polymeren Hohlprofilabstandhalters
und verbessert so die Abdichtung der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit gegen den
Verlust einer eventuell vorhandenen Gasfüllung und gegen das Eindringen von Feuchtigkeit
in den inneren Scheibenzwischenraum. Geeignete Barrieren sind aus dem Stand der Technik
bekannt. Es kommen insbesondere metallische Folien und polymere Folien mit metallischen
Beschichtungen in Frage, wie zum Beispiel in der
WO2013/104507 offenbart.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit enthalten
die beiden zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter auf ihrer Außenwand jeweils eine
gasdichte und dampfdichte transparente Barriere in Form einer transparenten Barrierefolie
oder einer transparenten Barrierebeschichtung. Die aus dem Stand der Technik bekannten
Barrieren sind üblicherweise nicht transparent. Die transparente Barriere hat insbesondere
optische Vorteile. Die transparente Barriere ermöglicht den Blick auf den polymeren
Hohlprofilabstandhalter, was bei einem Hohlprofilabstandhalter mit Muster oder insbesondere
bei einem transparenten Hohlprofilabstandhalter besonders vorteilhaft ist. In dem
Fall ist der Blick durch den transparenten Hohlprofilabstandhalter nicht durch eine
nichttransparente Barriere gestört.
[0031] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit ist
die transparente Barriere als transparente Barrierefolie ausgeführt. Die transparente
Barrierefolie ist bevorzugt eine mehrschichtige Folie, die mindestens eine polymere
Schicht und eine keramische Schicht enthält. Transparente polymere Schichten sind
kostengünstig verfügbar. Die keramische Schicht kann als transparente Schicht aufgebracht
werden und trägt zur nötigen Gasdiffusionsdichte und Feuchtigkeitsdiffusionsdichte
des Hohlprofilabstandhalters bei. Somit ermöglicht der Aufbau aus polymerer Schicht
und keramischer Schicht die Herstellung einer transparenten Barrierefolie.
[0032] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die transparente Barrierefolie
mindestens eine polymere Schicht und mindestens zwei keramische Schichten, die alternierend
mit der mindestens einen polymeren Schicht angeordnet sind. Die alternierende Anordnung
mehrerer keramischer Schichten mit mindestens einer polymeren Schicht sorgt vorteilhaft
für eine besonders langlebige Verbesserung der Dichtigkeit, da Fehlstellen in einer
der keramischen Schichten durch die übrige Schicht oder die übrigen Schichten ausgeglichen
werden. Die Haftung mehrerer dünner Schichten übereinander ist zudem leichter zu realisieren
als die Haftung von einigen wenigen dicken Schichten.
[0033] Besonders bevorzugt enthält die transparente Barrierefolie mindestens zwei polymere
Schichten, die alternierend mit mindestens zwei keramischen Schichten angeordnet sind.
In dem Fall ist mindestens eine der keramischen Schichten durch zwei polymere Schichten
geschützt vor Beschädigung durch äußere mechanische Einflüsse geschützt.
[0034] Besonders bevorzugt enthält die transparente Barrierefolie ebenso viele polymere
Schichten wie keramische Schichten. Eine solche Barrierefolie lässt sich besonders
leicht herstellen durch Verkleben bzw. Kaschieren von einzelnen polymeren Schichten,
die mit einer keramischen Schicht versehen sind.
[0035] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist die Barrierefolie so auf dem Hohlprofilabstandhalter
angebracht, dass eine keramische Schicht in Richtung der äußeren Umgebung weist. In
dem Fall wirkt die keramische Schicht in der fertigen Isolierglaseinheit als Haftvermittler
zum sekundären Dichtmittel.
[0036] Die keramischen Schichten enthalten bevorzugt Siliziumoxide (SiO
x) und/oder Siliziumnitride. Die keramischen Schichten weisen bevorzugt eine Dicke
von 20 nm bis 200 nm auf. Schichten dieser Dicke verbessern die Gasdiffusionsdichte
und Feuchtigkeitsdiffusionsdichte bei Beibehaltung der gewünschten transparenten optischen
Eigenschaften.
[0037] Die keramischen Schichten werden bevorzugt in einem dem Fachmann bekannten Vakuumdünnschichtverfahren
auf einer polymeren Schicht abgeschieden. Diese Technik ermöglicht die gezielte Abscheidung
definierter keramischer Schichten ohne die Verwendung zusätzlicher Klebeschichten.
[0038] Weitere polymere Schichten werden bevorzugt über haftvermittelnde Klebeschichten
mit den übrigen Schichten der transparenten Barrierefolie verbunden. Als haftvermittelnde
Klebeschichten kommen zum Beispiel transparente Klebeschichten auf Polyurethanbasis
in Frage.
[0039] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die transparente Barrierefolie
mindestens eine polymere Schicht und mindestens eine transparente metallische Schicht.
Transparente metallische Schichten verbessern die Gasdiffusionsdichte und die Feuchtigkeitsdiffusionsdichte
des Hohlprofilabstandhalters.
[0040] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform enthält die transparente Barrierefolie
mindestens zwei transparente metallische Schichten, die alternierend mit mindestens
einer polymeren Schicht angeordnet sind. Transparente metallische Schichten verbessern
die Dichtigkeit der transparenten Barrierefolie und lassen sich in großen Stückzahlen
kostengünstig herstellen. Bevorzugt sind mindestens zwei transparente metallische
Schichten alternierend mit mindestens zwei polymeren Schichten angeordnet. Hiermit
werden besonders gute Ergebnisse erzielt.
[0041] Die transparenten metallischen Schichten enthalten bevorzugt Aluminium, Silber, Magnesium,
Indium, Zinn, Kupfer, Gold, Chrom und / oder Legierungen oder Oxide davon. Besonders
bevorzugt enthalten die transparenten metallischen Schichten Indiumzinnoxid (ITO),
Aluminiumoxid (Al
2O
3) und / oder Magnesiumoxid. Die metallischen Schichten werden bevorzugt in einem Vakuumdünnschichtverfahren
aufgebracht und haben jeweils eine Dicke von 20 nm bis 100 nm, besonders bevorzugt
50 nm bis 80 nm. In diesen Dickenbereichen können die Schichten transparent ausgeführt
werden und sind gleichzeitig dick genug, um die Dichtigkeit des Hohlprofilabstandhalters
zu verbessern.
[0042] Die polymeren Schichten der transparenten Barrierefolie umfassen bevorzugt Polyethylenterephthalat,
Ethylenvinylalkohol, Polyvinylidenchlorid, Polyamide, Polyethylen, Polypropylen, Silikone,
Acrylonitrile, Polyacrylate, Polymethylacrylate und/oder Copolymere oder Gemische
davon.
[0043] Eine polymere Schicht ist bevorzugt als einschichtige Folie ausgeführt. Dies ist
vorteilhaft kostengünstig. In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform ist die
polymere Schicht als mehrschichtige Folie ausgeführt. In dem Fall sind mehrere Schichten
aus den oben aufgeführten Materialien miteinander verklebt. Dies ist vorteilhaft,
weil die Materialeigenschaften perfekt abgestimmt werden können auf die verwendeten
Dichtmittel, Kleber oder angrenzenden Schichten.
[0044] Die polymeren Schichten haben bevorzugt jeweils eine Schichtdicke von 5 µm bis 80
µm.
[0045] Die transparente Barrierefolie weist bevorzugt eine Gaspermeation kleiner als 0,001
g/(m
2 h) auf.
[0046] In einer alternativen bevorzugten Ausführungsform ist die gas- und dampfdichte transparente
Barriere als Barrierebeschichtung ausgeführt. Diese transparente Barrierebeschichtung
enthält Aluminium, Aluminiumoxide und / oder Siliciumoxide und wird bevorzugt über
ein PVD-Verfahren (physikalische Gasphasenabscheidung) aufgebracht. Die transparente
Barrierebeschichtung enthaltend Aluminium, Aluminiumoxide und / oder Siliciumoxide
liefert besonders gute Ergebnisse im Hinblick auf Dichtigkeit und zeigt zusätzlich
exzellente Haftungseigenschaften zu den in der Isolierglaseinheit verwendeten sekundären
Dichtmitteln. Die Aufbringung über ein Vakuumbeschichtungsverfahren ermöglicht die
Abscheidung besonders dünner und transparenter Schichten.
[0047] In einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit weist
die Verglasungsinnenraumwand von mindestens einem der polymeren Hohlprofilabstandhalter
mindestens eine Öffnung auf. Bevorzugt sind mehrere Öffnungen in der Verglasungsinnenraumwand
eines Hohlprofilabstandhalters angebracht. Die Gesamtzahl der Öffnungen hängt dabei
von der Größe der Isolierglaseinheit ab. Bevorzugt enthalten die polymeren Hohlprofilabstandhalter
Öffnungen, in deren Hohlraum ein Trockenmittel eingebracht ist. Die Öffnungen verbinden
den Hohlraum mit dem inneren Scheibenzwischenraum, wodurch ein Gasaustausch zwischen
diesen möglich wird. Dadurch wird eine Aufnahme von Luftfeuchtigkeit durch ein im
Hohlraum befindliches Trockenmittel ermöglicht und somit ein Beschlagen der Scheiben
verhindert. Die Öffnungen sind bevorzugt als Schlitze ausgeführt, besonders bevorzugt
als Schlitze mit einer Breite von 0,2 mm und einer Länge von 2 mm. Die Schlitze gewährleisten
einen optimalen Luftaustausch ohne dass Trockenmittel aus dem Hohlraum in den inneren
Scheibenzwischenraum eindringen kann.
[0048] Die erste Scheibe und die zweite Scheibe der Isolierglaseinheit enthalten bevorzugt
Glas und/oder Polymere, besonders bevorzugt Quarzglas, Borosilikatglas, Kalk-Natron-Glas,
Polymethylmethacrylat, Polycarbonat und/oder Gemische davon.
[0049] Die erste Scheibe und die zweite Scheibe verfügen über eine Dicke von 2 mm bis 50
mm, bevorzugt 3 mm bis 16 mm, wobei beide Scheiben auch unterschiedliche Dicken haben
können.
[0050] Die Isolierglaseinheit ist bevorzugt mit einem Inertgas, besonders bevorzugt mit
einem Edelgas, vorzugsweise Argon oder Krypton befüllt, die den Wärmeübergangswert
im inneren Scheibenzwischenraum reduzieren.
[0051] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform umfasst die Isolierglaseinheit mehr
als zwei Scheiben. Dabei können die Hohlprofilabstandhalter zum Beispiel Nuten enthalten,
in denen mindestens eine weitere Scheibe angeordnet ist. Es könnten auch mehrere Scheiben
als Verbundglasscheibe ausgebildet sein.
[0052] Die Erfindung betrifft weiterhin eine Tür für ein Kühlmöbel mindestens umfassend
eine erfindungsgemäße Isolierglaseinheit und zwei horizontale Rahmenelemente. Die
horizontalen Rahmenelemente sind entlang der ersten Seiten der Isolierglaseinheit
angeordnet. Die horizontalen Rahmenelemente sind so angeordnet, dass sie die Sicht
auf die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter verdecken. Die horizontalen Rahmenelemente
sind demnach nicht transparent ausgeführt, das heißt sie versperren den Blick auf
den Randverbund mit ersten polymeren Hohlprofilabstandhaltern und Dichtmitteln. Damit
verbessern sie das optische Erscheinungsbild der Tür. Die horizontalen Rahmenelemente
umgreifen die erste Scheibe und die zweite Scheibe im Randbereich. Somit stabilisieren
die horizontalen Rahmenelemente die Tür und bieten ferner die Möglichkeit, weitere
Befestigungsmittel zum Beispiel für die Scheibenaufhängung anzubringen. Die zweiten
polymeren Hohlprofilabstandhalter sind transparent ausgeführt und über ein transparentes
primäres Dichtmittel zwischen erster Scheibe und zweiter Scheibe befestigt. Entlang
der zweiten Seiten der Isolierglaseinheit ist ein transparentes sekundäres Dichtmittel
angeordnet. Die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter sind entlang der vertikalen
Seiten der Tür angeordnet. Damit wird entlang der vertikalen Seiten der Blick auf
die im Kühlmöbel präsentierten Waren nicht versperrt. Insbesondere durch die Kombination
von transparenten primären und sekundären Dichtmittel wird das optische Erscheinungsbild
des transparenten zweiten Hohlprofilabstandhalters überraschend verbessert.
[0053] Bei Einbau der Tür in eine Vitrine oder ein Kühlregal bezeichnen die horizontalen
Seiten die obere und untere Seite der Tür. Die vertikalen Seiten sind in dem Fall
die rechte und linke Seite. Bei Einbau der Tür in zum Beispiel eine Kühltruhe in waagerechter
Orientierung sind die vertikalen Seiten vom Betrachter aus gesehen ebenfalls die rechte
und die linke Seite sowie die horizontalen Seiten die hintere und die vordere Seite.
[0054] Zum Öffnen der Tür des Kühlmöbels ist bevorzugt auf der ersten Scheibe ein Türgriff
angeordnet. Die erste Scheibe ist die Scheibe, die nach Einbau der Tür in das Kühlmöbel
zur Umgebung, also in Richtung eines Kunden weist. Trotz der Verwendung der zweiten
polymeren Hohlprofilabstandhalter ohne zusätzliche Verstärkungsfasern entlang der
zweiten Seiten der Isolierglaseinheit ist die Stabilität überraschend so hoch, dass
bei Benutzung eines Türgriffs auf der Oberfläche der ersten Scheibe die Isolierglaseinheit
dauerhaft stabil ist. Der Türgriff ist bevorzugt geklebt. Dies ist optisch besonders
vorteilhaft.
[0055] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Tür für ein Kühlmöbel
ist ein zusätzliches vertikales Rahmenelement angebracht, das entlang einer der zweiten
Seiten angebracht ist und die Kanten der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe mindestens
in Teilbereichen umgreift. So wird eine optimale Stabilisierung der Tür erzielt und
zusätzliche Elemente wie zur Türaufhängung können an dem vertikalen Rahmenelement
befestigt werden. Das vertikale Rahmenelement wird im Kühlmöbel auf der der Türöffnung
entgegengesetzten Seite der Isolierglaseinheit angebracht.
[0056] Das Rahmenelement umfasst bevorzugt ein Metallblech, besonders bevorzugt ein Aluminium-
oder Edelstahlblech. Diese Materialien ermöglichen eine gute Stabilisierung der Tür
und sind mit den typischerweise verwendeten Materialien im Bereich der Randverbunds
kompatibel.
[0057] Das Rahmenelement umfasst in einer alternativen bevorzugten Ausführungsform Polymere.
Polymere Rahmenelemente haben ein vorteilhaft geringes Gewicht.
[0058] Die Erfindung umfasst ferner ein Verfahren zur Herstellung einer erfindungsgemäßen
Isolierglaseinheit für ein Kühlmöbel umfassend die Schritte:
- Bereitstellen einer ersten Scheibe und einer zweiten Scheibe,
- Bereitstellen eines Abstandhalterrahmens mindestens umfassend zwei erste polymere
Hohlprofilabstandhalter und zwei zweite polymere Hohlprofilabstandhalter,
- Anbringen der ersten Scheibe und der zweiten Scheibe am Abstandhalterrahmen über ein
primäres Dichtmittel, wobei ein innerer Scheibenzwischenraum und ein äußerer Scheibenzwischenraum
entstehen,
- Füllen des äußeren Scheibenzwischenraums mit einem sekundären Dichtmittel,
- wobei mindestens entlang der beiden ersten Seiten ein transparentes primäres Dichtmittel
und ein transparentes sekundäres Dichtmittel angebracht werden.
[0059] Bevorzugt wird das Verfahren in der oben angegebenen Reihenfolge durchgeführt.
[0060] Die Erfindung umfasst des Weiteren die Verwendung der erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit
als Tür in einem Kühlregal oder in einer Kühltruhe.
[0061] Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnungen
sind rein schematische Darstellungen und nicht maßstabsgetreu. Sie schränken die Erfindung
in keiner Weise ein. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Isolierglaseinheit durch die Ebene des
Abstandhalterrahmens,
- Figur 2
- eine Aufsicht auf eine mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Tür für ein
Kühlmöbel,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Isolierglaseinheit im Randbereich,
- Figur 4
- einen perspektivischen Querschnitt durch einen polymeren Hohlprofilabstandhalter für
eine erfindungsgemäße Isolierglaseinheit,
- Figur 5
- einen Querschnitt durch eine geeignete transparente Barrierefolie,
- Figur 6
- einen Querschnitt durch eine weitere geeignete transparente Barrierefolie,
- Figur 7
- einen perspektivischen Querschnitt durch einen polymeren Hohlprofilabstandhalter.
[0062] Figur 1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Isolierglaseinheit
durch die Ebene des Abstandhalterrahmens. Die Isolierglaseinheit I hat eine erste
Scheibe 11 und eine parallel und deckungsgleich angeordnete zweite Scheibe 12 (zu
sehen in Figur 3). Zwischen der ersten Scheibe 11 und der zweiten Scheibe 12 ist ein
umlaufender Abstandhalterrahmen 10 angeordnet, der einen inneren Scheibenzwischenraum
8 begrenzt. Der Abstandhalterrahmen 10 umfasst vier polymere Hohlprofilabstandhalter
13.1, 13.2, 13.3 und 13.4, die jeweils entlang einer der vier Seiten 14.1, 14.2, 14.3
und 14.4 der Isolierglaseinheit I angeordnet sind. Die vier polymeren Hohlprofilabstandhalter
13.1, 13.2, 13.3 und 13.4 sind an den Ecken der Isolierglaseinheit durch Eckverbinder
25 zusammengesteckt. Die Verbindung über Steckverbinder hat den Vorteil, dass man
leicht verschiedene Sorten an Hohlprofilabstandhaltern miteinander in einem Abstandhalterrahmen
10 kombinieren kann. Zudem können die Eckverbinder 25 so ausgeführt werden, dass bei
einer Befüllung eines der vier Hohlprofilabstandhalter mit einem Trockenmittel 21
verhindert wird, dass das Trockenmittel 21 in den nächsten Hohlprofilabstandhalter
eindringt. Die Isolierglaseinheit I ist rechteckig ausgeführt und hat zwei gegenüberliegende
erste Seiten 14.1, 14.2 und zwei gegenüberliegende zweite Seiten 14.3 und 14.4. Entlang
der beiden ersten Seiten 14.1 und 14.2 sind zwei erste polymere Hohlprofilabstandhalter
13.1 und 13.2 angebracht. Entlang der beiden zweiten Seiten sind zwei zweite polymere
Hohlprofilabstandhalter 13.3 und 13.4 angeordnet. Die beiden ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter
13.1 und 13.2 sind polymere Hohlprofilabstandhalter nach dem Stand der Technik mit
einem polymeren Grundkörper 1 im Wesentlichen bestehend aus Styrolacrylnitril (SAN)
mit 35 % Glasfasern als Verstärkungsfasern. Diese Verstärkungsfasern erhöhen die mechanische
Stabilität des polymeren Hohlprofilabstandhalters und haben sich als Verstärkungsfasern
für polymere Abstandhalter bewährt. Die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.1
und 13.2 sind auf der Außenwand mit einer gas- und dampfdichten Barriere versehen,
die den inneren Scheibenzwischenraum abdichtet. Geeignet ist hierfür zum Beispiel
eine mehrschichtige Folie umfassend drei Schichten aus Polyethylenterephthalat (PET)
mit einer Dicke von jeweils 12 µm und zwei Aluminiumschichten mit einer Dicke von
jeweils 150 nm. Die Aluminiumschichten sind alternierend mit den PET-Schichten angeordnet.
In der Verglasungsinnenraumfläche 3 der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter sind
Öffnungen 29 angebracht, über die eventuell im inneren Scheibenzwischenraum 8 vorhandene
Feuchtigkeit vom Molsieb aufgenommen werden kann, das als Trockenmittel 21 in die
Hohlräume 5 der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.1 und 13.2 gefüllt ist.
Die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.3 und 13.4 umfassen einen polymeren
Grundkörper 1, der im Wesentlichen aus Styrolacrylnitril (SAN) besteht und 0% Verstärkungsfasern
enthält. Die Abwesenheit der Verstärkungsfasern führt zu Hohlprofilabstandhaltern
13.3 und 13.4, die eine geringere mechanische Stabilität aufweisen als die mit Verstärkungsfasern.
Überraschend ist die Stabilität der gesamten Isolierglaseinheit I davon nicht beeinträchtigt
und es wird eine stabile Isolierglaseinheit I erhalten. Die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter
13.3 und 13.4 sind transparent ausgeführt und enthalten keine Füllung mit Trockenmittel.
Die Befüllung der beiden ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.1 und 13.2 reicht
aus, um die Feuchtigkeit aus dem inneren Scheibenzwischenraum 8 aufzunehmen. Die zweiten
polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.3 und 13.4 enthalten eine transparente Barrierefolie
6. Die Details einer geeigneten transparenten Barrierefolie 6 sind zum Beispiel in
Figur 5 gezeigt. Im äußeren Scheibenzwischenraum 7 ist ein transparentes Silikon als
transparentes sekundäres Dichtmittel 28.1 angebracht. Das transparente Silikon 28.1
ist umlaufend angeordnet, sodass keine Materialunverträglichkeiten zwischen unterschiedlichen
sekundären Dichtmitteln auftreten. Diese Ausführungsform ist auch in der Herstellung
einfacher zu realisieren als verschiedene sekundäre Dichtmittel 28 zu kombinieren.
Das transparente Silikon entlang der zweiten Seiten 14.3 und 14.4 in Kombination mit
den transparent ausgeführten polymeren Hohlprofilabstandhaltern 13.3 und 13.4 führt
zu einer Isolierglaseinheit I mit zwei Seiten 14.3 und 14.4, entlang derer auch im
Randbereich ein ungehinderter Durchblick auf die hinter der Isolierglaseinheit I befindlichen
Gegenstände möglich ist. Somit besitzt das Isolierglaseinheit I eine maximale Durchsichtfläche.
Nur entlang der ersten Seiten 14.1 und 14.2 versperrt jeweils ein Randverbund mit
den ersten polymeren Hohlprofilabstandhaltern 13.1, 13.2 die Sicht durch den Randbereich
der Isolierglaseinheit I.
[0063] Figur 2 zeigt eine erfindungsgemäße Tür II für ein Kühlregal. Die Tür II umfasst
zwei horizontale Rahmenelemente 30.1 und 30.2 und eine Isolierglaseinheit I, deren
Aufbau im Querschnitt in Figur 1 schematisch gezeigt ist. Die horizontalen Rahmenelemente
30.1 und 30.2 sind entlang der ersten Seiten 14.1 und 14.2 der Isolierglaseinheit
I angeordnet. Die beiden horizontalen Rahmenelemente 30.1 und 30.2 verdecken die Sicht
auf die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.1 und 13.2 und den Randverbund
mit primären und sekundären Dichtmitteln. Auch die Eckverbinder 25 werden von dem
Randverbund verborgen. Die horizontalen Rahmenelemente 30.1 und 30.2 sind aus einem
0,3 mm dicken Edelstahlblech geformt. Die Rahmenelemente 30.1 und 30.2 erhöhen die
Stabilität der Tür II. Das horizontale Rahmenelement 30.2, ist bei senkrechtem Einbau
der Tür II in ein Kühlregal oben oder bei waagerechtem Einbau in eine Kühltruhe hinten.
Das horizontale Edelstahlblech 30.2 umgreift die ersten und zweiten Scheiben 11 und
12 und schützt so die Kanten der Scheiben vor Beschädigung. Das horizontale Rahmenelement
30.1, das nach Einbau in ein Kühlregal unten bzw. bei Einbau in eine Kühltruhe vorne
angeordnet wäre, ist genauso aufgebaut wie das obere bzw. hintere Rahmenelement 30.2.
Die horizontalen Rahmenelemente 30.1 und 30.2 sind mit dem Isolierglaseinheit I verklebt.
An den horizontalen Rahmenelementen 30.1 und 30.2 können Befestigungsmittel, wie zum
Beispiel Scharniere bei Einbau in ein Kühlregal angebracht werden oder Schienen bei
Verwendung als Schiebetür in einer Kühltruhe. Ein Türgriff 31, der auf der ersten
Scheibe 11 aufgeklebt ist, ermöglicht ein einfaches Öffnen und Schließen der Tür II.
Dank der Kombination von ersten und zweiten polymeren Hohlprofilabstandhaltern ist
die Isolierglaseinheit I so stabil, dass die Kräfte, die beim Öffnen der Tür II auf
die Isolierglaseinheit I wirken, die Isolierglaseinheit I nicht negativ beeinträchtigen.
[0064] Figur 3 zeigt einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Isolierglaseinheit I im Randbereich.
Der Aufbau der Isolierglaseinheit I ist entlang aller vier Seiten vom Prinzip her
gleich. Unterschiede treten zwischen den ersten und zweiten polymeren Hohlprofilabstandhaltern
auf. Im Bild ist ein mit Trockenmittel 21 gefüllter Hohlprofilabstandhalter gezeigt,
der nur entlang der ersten Seiten angeordnet ist, wie in Figur 1 gezeigt ist. Die
Beschreibung der Figur erfolgt allgemein nicht bezogen auf einen besonderen polymeren
Hohlprofilabstandhalter. Die erste Scheibe 11 ist über ein transparentes primäres
Dichtmittel 27.1 mit der ersten Seitenwand 2.1 des polymeren Hohlprofilabstandhalters
13 verbunden, und die zweite Scheibe 12 ist über das transparente primäre Dichtmittel
27.1 an der zweiten Seitenwand 2.2 angebracht. Das transparente primäre Dichtmittel
27.1 enthält ein transparentes vernetzendes Polyisobutylen. Der innere Scheibenzwischenraum
8 befindet sich zwischen der ersten Scheibe 11 und der zweiten Scheibe 12 und wird
von der Verglasungsinnenraumwand 3 des Abstandhalters 13 begrenzt. Der Hohlraum 5
ist im Falle der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.1 und 13.2 mit einem
Trockenmittel 21, zum Beispiel Molsieb, gefüllt. Über Öffnungen in der Verglasungsinnenraumwand
29 ist der Hohlraum 5 mit dem inneren Scheibenzwischenraum 8 verbunden. Durch die
Öffnungen 29 findet ein Gasaustausch zwischen dem Hohlraum 5 und dem inneren Scheibenzwischenraum
8 statt, wobei das Trockenmittel 21 die Luftfeuchtigkeit aus dem inneren Scheibenzwischenraum
8 aufnimmt. Die erste Scheibe 11 und die zweite Scheibe 12 ragen über die Seitenwände
2.1 und 2.2 hinaus, sodass ein äußerer Scheibenzwischenraum 7 entsteht, der sich zwischen
erster Scheibe 11 und zweiter Scheibe 12 befindet und durch die Außenwand des Hohlprofilabstandhalters
4 begrenzt wird. Der äußere Scheibenzwischenraum 7 ist mit einem transparenten sekundären
Dichtmittel 28.1 verfüllt. Das transparente sekundäre Dichtmittel 28.1 ist zum Beispiel
ein Silikon. Silikone nehmen die auf den Randverbund wirkenden Kräfte besonders gut
auf und tragen so zu einer hohen Stabilität der Isolierglaseinheit I bei. Die erste
Scheibe 11 und die zweite Scheibe 12 bestehen aus Kalk-Natron-Glas mit einer Dicke
von jeweils 3 mm.
[0065] Figur 4 zeigt einen Querschnitt eines polymeren Hohlprofilabstandhalters 13.1, 13.2
geeignet für eine erfindungsgemäße Isolierglaseinheit I. Der polymere Hohlprofilabstandhalter
13 umfasst einen polymeren Grundkörper mit einer ersten Seitenwand 2.1, einer parallel
dazu verlaufenden Seitenwand 2.2, einer Verglasungsinnenraumwand 3 und einer Außenwand
4. Die Verglasungsinnenraumwand 3 verläuft senkrecht zu den Seitenwänden 2.1 und 2.2
und verbindet die beiden Seitenwände. Die Außenwand 4 liegt gegenüber der Verglasungsinnenraumwand
3 und verbindet die beiden Seitenwände 2.1 und 2.2. Die Außenwand 4 verläuft im Wesentlichen
senkrecht zu den Seitenwänden 2.1 und 2.2. Die den Seitenwänden 2.1 und 2.2 nächstliegen
Abschnitte der Außenwand 4.1 und 4.2 sind jedoch in einem Winkel von etwa 45 ° zur
Außenwand 4 in Richtung der Seitenwände 2.1 und 2.2 geneigt. Die abgewinkelte Geometrie
verbessert die Stabilität des Hohlprofilabstandhalters 13 und ermöglicht eine bessere
Verklebung mit einer Barrierefolie 6. Die Wandstärke d des Hohlprofils beträgt 1 mm.
Das Hohlprofil 1 weist beispielsweise eine Gesamthöhe h
G von 6,5 mm und eine Breite b von 16 mm auf. Die Außenwand 4, die Verglasungsinnenraumwand
3 und die beiden Seitenwände 2.1 und 2.2 umschließen den Hohlraum 5. Der Hohlraum
5 kann ein Trockenmittel 21 aufnehmen. Der polymere Grundkörper 1 enthält Styrol-Acryl-Nitryl
(SAN) und im Falle der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter zusätzlich etwa 35
Gew.-% Glasfaser. Auf der Außenwand 4 und etwa der Hälfte der Seitenwände 2.1 und
2.2 ist eine gas- und dampfdichte Barrierefolie 6 angebracht, die die Dichtigkeit
des Abstandhalters 13 verbessert. Die Barrierefolie 6 kann beispielsweise mit einem
Polyurethan-Schmelzklebstoff auf dem polymeren Grundkörper 1 befestigt werden. Alternativ
zu einer Barrierefolie 6 kann auch eine Barrierebeschichtung 9 angebracht sein. Diese
kann direkt auf den polymeren Grundkörper zum Beispiel in einem Vakuumbeschichtungsverfahren
aufgebracht werden.
[0066] Figur 5 zeigt einen Querschnitt durch eine transparente Barrierefolie 6, die geeignet
ist auf einem transparenten ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter 13.1, 13.2 angebracht
zu werden. Die transparente Barrierefolie 6 ist eine mehrschichtige Folie aus polymeren
Schichten 19 und keramischen Schichten 20. Die polymeren Schichten bestehen im Wesentlichen
aus 12 µm dicken Polyethylenfolien und die keramischen Schichten aus einer 40 nm dicken
SiO
x-Schicht. Zwei polymere Schichten 19 sind alternierend mit zwei keramischen Schichten
20 angeordnet. Die alternierende Anordnung hat den Vorteil, dass Fehler in einer der
keramischen Schichten 20 durch die anderen Schichten ausgeglichen werden können. Insgesamt
sind drei keramische Schichten 20 und drei polymere Schichten 19 Teil der Barrierefolie.
Zwei der keramischen Schichten 20 sind direkt über eine Klebeschicht 18, zum Beispiel
eine 3 µm dicke Schicht Polyurethankleber, verbunden. Durch diese Anordnung werden
alle keramischen Schichten 20 durch polymere Schichten 19 vor mechanischen Beschädigungen
von außen geschützt. Die gezeigte transparente Barrierefolie 6 lässt sich besonders
leicht herstellen, indem drei Polyethylenfolien, die je mit einer SiO
x-Schicht beschichtet wurden, über zwei Klebeschichten 18 verbunden werden.
[0067] Figur 6 zeigt einen Querschnitt durch eine weitere Ausführungsform einer transparenten
Barrierefolie 6, die geeignet ist auf einem transparenten ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter
13.1, 13.2 angebracht zu werden. Die transparente Barrierefolie 6 ist eine mehrschichtige
Folie mit zwei polymeren Schichten 19, die im Wesentlichen aus Polyethylenterephthalat
(PET) bestehen und zwei keramischen Schichten 20, die jeweils aus 30 nm dicken Siliciumoxid
(SiO
x)-Schichten bestehen. Die Herstellung der Barrierefolie 6 kann vorteilhaft über die
Verklebung zweier mit SiO
x beschichteten PET-Folien erfolgen. Die Klebeschicht 18 ist zum Beispiel eine 3 µm
dicke Polyurethan-Klebeschicht. Bevorzugt wird eine solche Barrierefolie 6 mit außen
liegender keramischer Schicht 20 so auf den Hohlprofilabstandhalter geklebt, dass
die polymere Schicht 19 zum Hohlprofilabstandhalter weist und die keramische Schicht
20 zur äußeren Umgebung bzw. zum sekundären Dichtmittel weist. In dieser Anordnung
kann die keramische Schicht als Haftvermittler dienen, da die Haftung der üblichen
sekundären Dichtmittel zu einer keramischen Schicht verbessert ist im Vergleich zur
Haftung zu einer polymeren Schicht.
Messung der Druckfestigkeit
[0068] Figur 7 zeigt einen perspektivischen Querschnitt eines polymeren Grundkörpers 1 und
die wesentlichen Größen für die Messung der Druckfestigkeit eines polymeren Hohlprofilabstandhalters.
Zusätzlich eingezeichnet sind die Höhe der Seitenwand h
S, die Länge L eines Stückes vom Hohlprofilabstandhalter und die Richtung der Kraft
F, die bei der Messung der Druckfestigkeit wirkt. Die Druckfestigkeit beschreibt die
Stabilität des polymeren Hohlprofilabstandhalters in Querrichtung. Zur Messung der
Druckfestigkeit wird ein polymerer Grundkörper 1 mit der ersten Seitenwand 2.1 auf
einer nichtbeweglichen Anpressfläche 40 angeordnet. Dies kann in der Orientierung
sein wie in Figur 6 gezeigt, oder der polymere Grundkörper 1 kann mit der ersten Seitenwand
2.1 auf die Anpressfläche 40 gelegt werden, sodass die in Figur 6 gezeigte Anordnung
um 90° gegen den Uhrzeigersinn gedreht ist. Für die Messung wird ein Stück polymerer
Grundkörper 1 der Länge L ausgewählt. Im gezeigten Beispiel sind die den Seitenwänden
nächstliegenden Abschnitte 4.1 und 4.1 der Außenwand 4 abgewinkelt. Demnach ist die
Fläche, mit der der polymere Grundkörper 1 mit der Anpressfläche 40 in Kontakt steht
definiert durch die Länge L und die Höhe h
S einer Seitenwand 2. Die Fläche L x h
S auf der zweiten Seitenwand 2.2 ist durch ein feines kariertes Muster gekennzeichnet.
Bei der Messung der Druckfestigkeit wird der zu vermessende polymere Grundkörper 1
eingespannt und dann mit einer definierten Prüfgeschwindigkeit durch Ausüben einer
Kraft F auf die gesamte Fläche L x h
S der zweiten Seitenwand zusammengedrückt. Gemessen wird die maximale Kraft F
max, die auf den polymeren Grundkörper 1 ausgeübt werden kann, bevor der polymere Grundkörper
1 bricht oder zusammenknickt. Bei einer Auftragung der ausgeübten Kraft F gegen die
Deformation während der Messung steigt die Kraft F kontinuierlich an bis zu einem
Punkt F
max, ab dem die Kurve plötzlich abfällt. An diesem Punkt wird die Messung abgebrochen.
Beispiel:
[0069] Eine erfindungsgemäße Tür wird mit vier polymeren Hohlprofilabstandhaltern bestückt,
wie in Figuren 1 und 2 gezeigt. Die Tür ist rechteckig und die ersten und zweiten
Scheiben sind jeweils 80 cm x 180 cm groß. Als primäres Dichtmittel wurde ein transparentes
Butyl verwendet und als sekundäres Dichtmittel ein transparentes Silikon eingesetzt.
Die beiden ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter sind mit Molsieb gefüllt, während
die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter kein Trockenmittel enthalten. Der innere
Scheibenzwischenraum wurde mit einem Edelgas, in diesem Fall Argon befüllt.
Die polymeren Grundkörper der ersten und zweiten Hohlprofilabstandhalter haben die
folgenden Abmessungen:
Wandstärke d= 1 mm; Breite b= 16 mm; Gesamthöhe h
G = 6,5 mm; Höhe der Seitenwände h
S = 4,5 mm
Die polymeren Grundkörper der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter bestehen im
Wesentlichen aus Styrol-Acryl-Nitril (SAN) mit einem Glasfaseranteil von etwa 35 %.
Die polymeren Grundkörper der zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter bestehen im
Wesentlichen aus Styrol-Acryl-Nitril (SAN) und haben einen Anteil an Verstärkungsfasern
von 0 %.
Die Druckfestigkeit der polymeren Grundkörper der ersten und der zweiten polymeren
Hohlprofilabstandhalter wurden wie oben beschrieben gemessen und folgende Werte wurden
für Messungen an Stücken der Länge L = 10 cm bei einer Prüfgeschwindigkeit von jeweils
2 mm / min erhalten:
| |
Fmax / L |
| Grundkörper SAN mit 35 % Glasfaser |
410 N/cm |
| Grundkörper SAN |
295 N/cm |
[0070] Die Druckfestigkeit F
max / L der zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter liegt demnach um etwa 28 % niedriger
als die der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter. Der Einfluss der auf die Grundkörper
aufgebrachten Barriereschicht oder Barrierefolie auf die Werte der Druckfestigkeit
kann vernachlässigt werden.
Vergleichsbeispiel:
[0071] Eine Tür mit vier polymeren Hohlprofilabstandhaltern, die jeweils einen Grundkörper
mit SAN und 35 % Glasfaseranteil enthalten, wurde ansonsten analog zur Tür des Beispiels
eingebaut. In diesem Fall sind die Druckfestigkeiten aller polymeren Hohlprofilabstandhalter
so hoch wie die der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter im Beispiel.
Vergleich Beispiel - Vergleichsbeispiel
[0072] Beide Türen wurden jeweils in ein Kühlregal eingebaut mit einer Innentemperatur von
- 18°C und einer Außentemperatur von 20°C. Die Türen wurden 10000 Mal automatisiert
auf einem Prüfstand geöffnet und wieder geschlossen. Nach dem Schließen wurden die
Türen jeweils für mindestens 90 s geschlossen gehalten, damit sich die Temperatur
im Innenraum des Kühlregals während des Tests nicht zu stark erwärmt. Anschließend
wurden die Isolierglaseinheiten der Beispieltür und der Vergleichsbeispieltür untersucht.
Das äußere Erscheinungsbild beider Türen war ohne unversehrt. Der Randverbund war
intakt und die Scheiben waren vom inneren Scheibenzwischenraum nicht beschlagen. Zusätzlich
wurde eine Taupunktbestimmung durchgeführt, wie in DIN EN 1279 beschrieben durchgeführt.
Beide Türen erreichten einen Taupunkt von unter -60°C, was den Anforderungen an eine
solche Isolierverglasung nach DIN EN 1279 entspricht. Zusätzlich wurde der Gehalt
an Argon gaschromatographisch bestimmt. Dieser lag in beiden Fällen bei etwa 90%,
was entsprechend den Anforderungen an eine gasgefüllte Isolierglaseinheit ist. Die
Abdichtung und Stabilität des Randverbunds von Beispiel und Vergleichsbeispiel ist
demnach beiderseits hervorragend. Demnach weist die Isolierglaseinheit mit zweiten
polymeren Hohlprofilabstandhaltern ohne Verstärkungsfasern eine ebenso große Stabilität
auf wie die Ausführung nach dem Stand der Technik mit Verstärkungsfasern in allen
Hohlprofilabstandhaltern.
Bezugszeichenliste
[0073]
- I
- Isolierglaseinheit
- II
- Tür für ein Kühlmöbel
- 1
- polymerer Grundkörper
- 2
- Seitenwände
- 2.1
- erste Seitenwand
- 2.2
- zweite Seitenwand
- 3
- Verglasungsinnenraumwand
- 4
- Außenwand
- 4.1, 4.2
- die den Seitenwänden nächstliegenden Abschnitte der Außenwand
- 5
- Hohlraum
- 6
- transparente Barrierefolie
- 7
- äußerer Scheibenzwischenraum
- 8
- innerer Scheibenzwischenraum
- 9
- Barrierebeschichtung
- 10
- umlaufender Abstandhalterrahmen
- 11
- erste Scheibe
- 12
- zweite Scheibe
- 13
- polymere Hohlprofilabstandhalter
- 13.1, 13.2
- Hohlprofilabstandhalter entlang der ersten Seiten 14.1 und 14.2
- 13.3, 13.4
- Hohlprofilabstandhalter entlang der zweiten Seiten 14.3 und 14.4
- 14.1, 14.2
- zwei gegenüberliegende erste Seiten der Isolierglaseinheit I
- 14.3, 14.4
- zwei gegenüberliegende zweite Seiten der Isolierglaseinheit I
- 18
- Klebeschicht
- 19
- polymere Schicht der transparenten Barrierefolie
- 20
- keramische Schicht der transparenten Barrierefolie
- 21
- Trockenmittel
- 25
- Eckverbinder
- 27
- primäres Dichtmittel
- 27.1
- transparentes primäres Dichtmittel
- 28
- sekundäres Dichtmittel
- 28.1
- transparentes sekundäres Dichtmittel
- 29
- Öffnungen in der Verglasungsinnenraumwand
- 30.1, 30.2
- horizontale Rahmenelemente
- 31
- Türgriff
- 40
- Anpressfläche
- b
- Breite eines Hohlprofilabstandhalters
- d
- Wandstärke eines Hohlprofilabstandhalters
- hG
- Gesamthöhe eines Hohlprofilabstandhalters
- hS
- Höhe einer Seitenwand eines Hohlprofilabstandhalters
- L
- Länge eines Stückes Hohlprofilabstandhalter
- F
- Kraft, die in Pfeilrichtung wirkt
1. Isolierglaseinheit (I) geeignet für ein Kühlmöbel, mindestens umfassend eine erste
Scheibe (11), eine davon beabstandete zweite Scheibe (12), einen umlaufenden Abstandhalterrahmen
(10) zwischen der ersten Scheibe (11) und der zweiten Scheibe (12) und einen inneren
Scheibenzwischenraum (8), der vom Abstandhalterrahmen (10) und der ersten Scheibe
(11) und der zweiten Scheibe (12) begrenzt wird, wobei
- der Abstandhalterrahmen (10) vier Hohlprofilabstandhalter (13.1, 13.2, 13.3, 13.4)
umfasst, die jeweils entlang einer von vier Seiten (14.1, 14.2, 14.3, 14.4) der Isolierglaseinheit
(I) über ein primäres Dichtmittel (27) zwischen der ersten Scheibe (11) und der zweiten
Scheibe (12) befestigt sind,
- zwei erste Hohlprofilabstandhalter (13.1, 13.2) entlang von zwei gegenüberliegenden
ersten Seiten (14.1, 14.2) der Isolierglaseinheit (I) angeordnet sind und zwei zweite
Hohlprofilabstandhalter (13.3, 13.4) entlang von zwei gegenüberliegenden zweiten Seiten
(14.3, 14.4) der Isolierglaseinheit (I) angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass die vier Hohlprofilabstandhalter polymere Hohlprofilabstandhalter sind, und dass
- die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.1, 13.2) 5% bis 50% Verstärkungsfasern
enthalten,
- die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.3, 13.4) 0% bis 0,5% Verstärkungsfasern
enthalten,
und dass die Druckfestigkeit der zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.3,
13.4) um 20 % bis 40 % niedriger ist als die der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter
(13.1, 13.2).
2. Isolierglaseinheit (I) nach Anspruch 1, wobei die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter
(13.3, 13.4) transparent ausgeführt sind.
3. Isolierglaseinheit (I) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, wobei die polymeren Hohlprofilabstandhalter
(13.1, 13.2, 13.3, 13.4) mindestens einen polymeren Grundkörper (1) umfassen, der
mindestens umfasst:
- eine erste Seitenwand (2.1); eine parallel dazu angeordnete zweite Seitenwand (2.2);
- eine senkrecht zu den Seitenwänden (2.1, 2.2) angeordnete Verglasungsinnenraumwand
(3), die die Seitenwände (2.1, 2.2) miteinander verbindet;
- eine Außenwand (4), die im Wesentlichen parallel zur Verglasungsinnenraumwand (3)
angeordnet ist und die Seitenwände (2.1, 2.2) miteinander verbindet;
- einen Hohlraum (5), der von den Seitenwänden (2.1, 2.2), der Verglasungsinnenraumwand
(3) und der Außenwand (4) umschlossen wird,
wobei mindestens im Hohlraum (5) eines der ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter
(13.1, 13.2) ein Trockenmittel (21) enthalten ist und der Hohlraum (5) der beiden
zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.3, 13.4) frei von Trockenmittel (21)
ist.
4. Isolierglaseinheit (I) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die ersten polymeren
Hohlprofilabstandhalter (13.1, 13.2) als Verstärkungsfasern 15 % bis 40 % Glasfasern,
bevorzugt 20 % bis 35 % Glasfasern enthalten.
5. Isolierglaseinheit (I) für ein Kühlmöbel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die
ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.1, 13.2) und die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter
(13.3, 13.4) über ein transparentes primäres Dichtmittel (27) an der ersten Scheibe
(11) und der zweiten Scheibe (12) befestigt sind, und der zur äußeren Umgebung weisende
äußere Scheibenzwischenraum (7) mit einem transparenten sekundären Dichtmittel (28)
verfüllt ist.
6. Isolierglaseinheit (I) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei mindestens die beiden
zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.3, 13.4) auf ihrer Außenwand (4) jeweils
eine gasdichte und dampfdichte transparente Barriere in Form einer transparenten Barrierefolie
(6) oder einer transparenten Barrierebeschichtung (9) enthalten.
7. Isolierglaseinheit (I) nach Anspruch 6, wobei die transparente Barrierefolie (6) eine
mehrschichtige Folie ist, die mindestens eine polymere Schicht (19) und eine keramische
Schicht (20) enthält.
8. Isolierglaseinheit (I) nach einem der Ansprüche 6 oder 7, wobei die transparente Barrierefolie
(6) mindestens eine polymere Schicht (19) und mindestens zwei keramische Schichten
(20) enthält, die alternierend mit der mindestens einen polymeren Schicht (19) angeordnet
sind.
9. Tür (II) für ein Kühlmöbel mindestens umfassend eine Isolierglaseinheit (I) nach einem
der Ansprüche 1 bis 8 und zwei horizontale Rahmenelemente (30.1, 30.2), wobei
- die horizontalen Rahmenelemente (30.1, 30.2) entlang der ersten Seiten (14.1, 14.2)
der Isolierglaseinheit (I) so angeordnet sind, dass die ersten polymeren Hohlprofilabstandhalter
(13.1, 13.2) abgedeckt sind,
- die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.3, 13.4) transparent ausgeführt
sind,
- mindestens die zweiten polymeren Hohlprofilabstandhalter (13.3, 13.4) über ein transparentes
primäres Dichtmittel (27) befestigt sind und
- entlang der zweiten Seiten der Isolierglaseinheit (I) ein transparentes sekundäres
Dichtmittel (28) im äußeren Scheibenzwischenraum (8) angeordnet ist.
10. Verfahren zur Herstellung einer Isolierglaseinheit (I) für ein Kühlmöbel nach einem
der Ansprüche 1 bis 8, wobei mindestens
- eine erste Scheibe (11) und eine zweite Scheibe (12) bereitgestellt werden,
- ein Abstandhalterrahmen (10) mindestens umfassend zwei erste polymere Hohlprofilabstandhalter
(13.1, 13.2) und zwei zweite polymere Hohlprofilabstandhalter (13.3, 13.4) bereitgestellt
wird,
- Anbringen der ersten Scheibe (11) und der zweiten Scheibe (12) am Abstandhalterrahmen
(10) über ein primäres Dichtmittel (27), wobei ein innerer Scheibenzwischenraum (8)
und ein äußerer Scheibenzwischenraum (7) entstehen,
- Füllen des äußeren Scheibenzwischenraums (8) mit einem sekundären Dichtmittel (28),
- wobei mindestens entlang der beiden ersten Seiten (14.1, 14.2) ein transparentes
primäres Dichtmittel (27.1) und ein transparentes sekundäres Dichtmittel (28.1) angebracht
werden.
11. Verwendung der Isolierglaseinheit (I) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 als Tür in
einem Kühlregal oder in einer Kühltruhe.
1. Insulating glass unit (I) suitable for a refrigeration unit, at least comprising a
first pane (11), a second pane (12) spaced at a distance from the first pane, a peripheral
spacer frame (10) between the first pane (11) and the second pane (12), and an inner
interpane space (8), which is delimited by the spacer frame (10) and the first pane
(11) and the second pane (12), wherein
- the spacer frame (10) comprises four hollow-profile spacers (13.1, 13.2, 13.3, 13.4),
which are, in each case, secured between the first pane (11) and the second pane (12)
along one of four sides (14.1, 14.2, 14.3, 14.4) of the insulating glass unit (I)
via a primary sealant (27),
- two first hollow-profile spacers (13.1, 13.2) are arranged along two opposing first
sides (14.1, 14.2) of the insulating glass unit (I), and two second hollow-profile
spacers (13.3, 13.4) are arranged along two opposing second sides (14.3, 14.4) of
the insulating glass unit (I), characterized in that
- the four hollow-profile spacers are polymeric hollow-profile spacers, and that
- the first polymeric hollow-profile spacers (13.1, 13.2) contain 5% to 50% reinforcement
fibers,
- the second polymeric hollow-profile spacers (13.3, 13.4) contain 0% to 0.5% reinforcement
fibers,
and that the compressive strength of the second polymeric hollow-profile spacers (13.3,
13.4) is lower by 20% to 40% than that of the first polymeric hollow-profile spacers
(13.1, 13.2).
2. Insulating glass unit (I) according to claim 1, wherein the second polymeric hollow-profile
spacers (13.3, 13.4) are implemented transparent.
3. Insulating glass unit (I) according to one of claims 1 or 2, wherein the polymeric
hollow-profile spacers (13.1, 13.2, 13.3, 13.4) comprise at least one polymeric main
body (1), which at least comprises:
- a first side wall (2.1); a second side wall (2.2) arranged parallel thereto;
- a glazing interior wall (3) arranged perpendicular to the side walls (2.1, 2.2),
which connects the side walls (2.1, 2.2) to one another;
- an outer wall (4), which is arranged substantially parallel to the glazing interior
wall (3) and connects the side walls (2.1, 2.2) to one another;
- a cavity (5), which is enclosed by the side walls (2.1, 2.2), the glazing interior
wall (3), and the outer wall (4),
wherein a desiccant (21) is contained at least in the cavity (5) of one of the first
polymeric hollow-profile spacers (13.1, 13.2) and the cavity (5) of the two second
polymeric hollow-profile spacers (13.3, 13.4) is free of desiccant (21).
4. Insulating glass unit (I) according to one of claims 1 through 3, wherein the first
polymeric hollow-profile spacers (13.1, 13.2) include, as reinforcement fibers, 15%
to 40% glass fibers, preferably 20% to 35% glass fibers.
5. Insulating glass unit (I) for a refrigeration unit according to one of claims 1 through
4, wherein the first polymeric hollow-profile spacers (13.1, 13.2) and the second
polymeric hollow-profile spacers (13.3, 13.4) are secured on the first pane (11) and
the second pane (12) via a transparent primary sealant (27), and the outer interpane
space (7) facing the external surroundings is filled with a transparent secondary
sealant (28).
6. Insulating glass unit (I) according to one of claims 1 through 5, wherein at least
the two second polymeric hollow-profile spacers (13.3, 13.4) include in each case
on their outer wall (4) a gas-tight and vapor-tight transparent barrier in the form
of a transparent barrier film (6) or a transparent barrier coating (9).
7. Insulating glass unit (I) according to claim 6, wherein the transparent barrier film
(6) is a multilayer film, which includes at least one polymeric layer (19) and one
ceramic layer (20).
8. Insulating glass unit (I) according to one of claims 6 or 7, wherein the transparent
barrier film (6) includes at least one polymeric layer (19) and at least two ceramic
layers (20), which are arranged alternatingly with the at least one polymeric layer
(19).
9. Door (II) for a refrigeration unit at least comprising an insulating glass unit (I)
according to one of claims 1 through 8 and two horizontal frame elements (30.1, 30.2),
wherein
- the horizontal frame elements (30.1, 30.2) are arranged along the first sides (14.1,
14.2) of the insulating glass unit (I) such that the first polymeric hollow-profile
spacers (13.1, 13.2) are concealed,
- the second polymeric hollow-profile spacers (13.3, 13.4) are implemented transparent,
- at least the second polymeric hollow-profile spacers (13.3, 13.4) are secured via
a transparent primary sealant (27), and
- a transparent secondary sealant (28) is arranged along the second sides of the insulating
glass unit (I) in the outer interpane space (8).
10. Method for producing an insulating glass unit (I) for a refrigeration unit according
to one of claims 1 through 8, wherein at least
- one first pane (11) and one second pane (12) are provided,
- one spacer frame (10) at least comprising two first hollow-profile polymeric spacers
(13.1, 13.2) and two second hollow-profile polymeric spacers (13.3, 13.4) is provided,
- Mounting the first pane (11) and the second pane (12) on the spacer frame (10) via
a primary sealant (27), wherein an inner interpane space (8) and an outer interpane
space (7) are created,
- Filling the outer interpane space (8) with a secondary sealant (28),
- wherein a transparent primary sealant (27.1) and a transparent secondary sealant
(28.1) are applied at least along the two first sides (14.1, 14.2).
11. Use of the insulating glass unit (I) according to one of claims 1 through 8 as a door
in a refrigerator display case or in a freezer display case.
1. Unité de vitrage isolant (I) appropriée pour un meuble frigorifique, comportant au
moins une première vitre (11), une seconde vitre (12) espacée de celle-ci, un cadre
espaceur périphérique (10) entre la première vitre (11) et la seconde vitre (12) et
un espace inter-vitres intérieur (8) qui est délimité par le cadre espaceur (10) et
la première vitre (11) et la seconde vitre (12), dans laquelle
- le cadre espaceur (10) comporte quatre espaceurs à profil creux (13.1, 13.2, 13.3,
13.4), qui sont chacun fixés le long de l'un des quatre côtés (14.1, 14.2, 14.3, 14.4)
de l'unité de vitrage isolant (I) par un agent d'étanchéité primaire (27) entre la
première vitre (11) et la seconde vitre (12) ;
- deux premiers espaceurs à profil creux (13.1, 13.2) sont disposés le long de deux
premiers côtés opposés (14.1, 14.2) de l'unité de vitrage isolant (I) et deux seconds
espaceurs à profil creux (13.3, 13.4) sont disposés le long de deux seconds côtés
opposés (14.3, 14.4) de l'unité de vitrage isolant (I),
caractérisée par le fait que les quatre espaceurs à profil creux sont des espaceurs à profil creux polymères,
et que
- les premiers espaceurs à profil creux polymères (13.1, 13.2) contiennent de 5 %
à 50 % de fibres de renforcement ;
- les seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3, 13.4) contiennent de 0 % à
0,5 % de fibres de renforcement,
et que
la résistance à la compression des seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3,
13.4) est de 20 % à 40 % inférieure à celle des premiers espaceurs à profil creux
polymères (13.1, 13.2).
2. Unité de vitrage isolant (I) selon la revendication 1, dans laquelle les seconds espaceurs
à profil creux polymères (13.3, 13.4) sont réalisés transparents.
3. Unité de vitrage isolant (I) selon l'une des revendications 1 ou 2, dans laquelle
les espaceurs à profil creux polymères (13.1, 13.2, 13.3, 13.4) comportent au moins
un corps de base polymère (1) qui comporte au moins :
- une première paroi latérale (2.1) ; une seconde paroi latérale (2.2) disposée parallèlement
à celle-ci ;
- une paroi d'espace interne de vitrage (3) qui est disposée perpendiculairement aux
parois latérales (2.1, 2.2) et qui relie les parois latérales (2.1, 2.2) l'une à l'autre
;
- une paroi externe (4), qui est disposée sensiblement parallèlement à la paroi d'espace
interne de vitrage (3) et relie les parois latérales (2.1, 2.2) l'une à l'autre ;
- un espace creux (5), qui est entouré par les parois latérales (2.1, 2.2), la paroi
d'espace interne de vitrage (3) et la paroi externe (4),
dans laquelle un agent desséchant (21) est contenu au moins dans l'espace creux (5)
de l'un des premiers espaceurs à profil creux polymères (13.1, 13.2) et l'espace creux
(5) des deux seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3, 13.4) est exempt d'agent
desséchant (21).
4. Unité de vitrage isolant (I) selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, dans
laquelle les premiers espaceurs à profil creux polymères (13.1, 13.2) contiennent
15 % à 40 % de fibres de verre, de préférence 20 % à 35 % de fibres de verre, en tant
que fibres de renforcement.
5. Unité de vitrage isolant (I) pour un meuble frigorifique selon l'une des revendications
1 à 4, dans laquelle les premiers espaceurs à profil creux polymères (13.1, 13.2)
et les seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3, 13.4) sont fixés par un agent
d'étanchéité primaire transparent (27) sur la première vitre (11) et la seconde vitre
(12), et l'espace inter-vitres extérieur (7) tourné vers l'environnement extérieur
est rempli d'un agent d'étanchéité secondaire transparent (28).
6. Unité de vitrage isolant (I) selon l'une des revendications 1 à 5, dans laquelle au
moins les deux seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3, 13.4) contiennent
respectivement sur leur paroi externe (4) une barrière transparente étanche aux gaz
et étanche à la vapeur sous forme d'un film barrière transparent (6) ou d'un revêtement
barrière transparent (9).
7. Unité de vitrage isolant (I) selon la revendication 6, dans laquelle le film barrière
transparent (6) est un film multicouches, qui contient au moins une couche polymère
(19) et une couche céramique (20).
8. Unité de vitrage isolant (I) selon l'une des revendications 6 ou 7, dans laquelle
le film barrière transparent (6) contient au moins une couche polymère (19) et au
moins deux couches céramiques (20), qui sont disposées en alternance avec ladite au
moins une couche polymère (19).
9. Porte (II) pour un meuble frigorifique comportant au moins une unité de vitrage isolant
(I) selon l'une des revendications 1 à 8 et deux éléments de cadre horizontaux (30.1,
30.2), dans laquelle
- les éléments de cadre horizontaux (30.1, 30.2) sont disposés le long des premiers
côtés (14.1, 14.2) de l'unité de vitrage isolant (I) de telle sorte que les premiers
espaceurs à profil creux polymères (13.1, 13.2) sont recouverts ;
- les seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3, 13.4) sont réalisés transparents
;
- au moins les seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3, 13.4) sont fixés
par un agent d'étanchéité primaire transparent (27) ; et
- un agent d'étanchéité secondaire transparent (28) est disposé dans l'espace inter-vitres
extérieur (8) le long des seconds côtés de l'unité de vitrage isolant (I) .
10. Procédé de fabrication d'une unité de vitrage isolant (I) pour un meuble frigorifique
selon l'une des revendications 1 à 8, dans lequel au moins
- une première vitre (11) et une seconde vitre (12) sont mises à disposition ;
- un cadre espaceur (10) comportant au moins deux premiers espaceurs à profil creux
polymères (13.1, 13.2) et deux seconds espaceurs à profil creux polymères (13.3, 13.4)
est mis à disposition ;
- application de la première vitre (11) et de la seconde vitre (12) sur le cadre espaceur
(10) par un agent d'étanchéité primaire (27), un espace inter-vitres intérieur (8)
et un espace inter-vitres extérieur (7) en résultant ;
- remplissage de l'espace inter-vitres extérieur (8) avec un agent d'étanchéité secondaire
(28) ;
- un agent d'étanchéité primaire transparent (27.1) et un agent d'étanchéité secondaire
transparent (28.1) étant appliqués au moins le long des deux premiers côtés (14.1,
14.2).
11. Utilisation de l'unité de vitrage isolant (I) selon l'une quelconque des revendications
1 à 8 en tant que porte dans un présentoir frigorifique ou dans un réfrigérateur.