[0001] Die Erfindung betrifft ein Beschichtungsverfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs
des Patentanspruchs 1, eine Beschichtungsvorrichtung zur Durchführung eines solchen
Verfahrens und eine Beschichtungsanlage mit einer solchen Beschichtungsvorrichtung.
[0002] Eine Vielzahl von Bauteilen werden üblicherweise mit einer Oberflächenbeschichtung
versehen. Insbesondere dann, wenn es sich um Kleinteile handelt, z.B. bei Schrauben
oder Muttern, erfolgt diese Oberflächenbeschichtung oftmals durch Eintauchen in ein
flüssiges oder in einer Flüssigkeit gelöstes Beschichtungsmittel -nachfolgend unter
dem Begriff "Beschichtungsflüssigkeit" zusammengefasst-, die jedoch nicht individuell
für jedes einzelne Kleinteil erfolgt. Vielmehr werden üblicherweise die Kleinteile
wie ein Schüttgut in einen Behälter mit durchbrochenen Behälterwänden, z.B. einen
Korb, gefüllt, der dann in die Flüssigkeit getaucht wird. Durch Umwälzung der Kleinteile
wird dabei sichergestellt, dass keine unbehandelten Kontaktflächen an den Kleinteilen
verbleiben. Überschüssige Flüssigkeit wird außerhalb der Flüssigkeit anschließend
von den Kleinteilen abgeschleudert. Beispiele für derartige Beschichtungsverfahren
und Vorrichtungen zu ihrer Durchführung sind beispielsweise aus der
DE 199 31 663 C1 oder der
EP 2 913 284 A1 bekannt.
[0003] In vielen Fällen haben die zu beschichtenden Kleinteile Vertiefungen, beispielsweise
Gewinde. Es zeigt sich, dass in diesen Fällen die bekannten Beschichtungsverfahren,
die nach dem soeben beschriebenen Prinzip arbeiten, zu einem unerwünscht hohen Anteil
von Ausschuss führen, insbesondere deshalb, weil Beschichtungsmittel aus Vertiefungen
der Kleinteile beim konventionellen Abschleudern nicht ausreichend entfernt wird und/oder
weil die Bildung von Lufteinschlüssen dazu führt, dass die Flüssigkeit, mit der die
Beschichtung bewirkt wird, sich nicht zu allen Stellen des Kleinteils ausbreiten kann,
so dass das Kleinteil stellenweise unbeschichtet bleibt.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, ein insbesondere hinsichtlich seiner
Zuverlässigkeit und Effizienz verbessertes Beschichtungsverfahren eine Beschichtungsvorrichtung
zur Durchführung dieses Verfahrens und eine Beschichtungsanlage mit einer solchen
Beschichtungsvorrichtung bereitzustellen.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Beschichtungsverfahren mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 und eine Beschichtungsvorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs
7 und eine Beschichtungsanlage mit den Merkmalen des Patentanspruchs 11. Vorteilhafte
Weiterbildungen des Verfahrens sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
[0006] Das erfindungsgemäße Beschichtungsverfahren weist insbesondere die folgenden Schritte
auf:
- Eintauchen von mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behältern, die eine durchbrochene
Behälterwand aufweisen in ein mit einer Beschichtungsflüssigkeit befülltes Reservoir,
- Herausheben der mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälter aus der Beschichtungsflüssigkeit
und
- Verteilen und/oder Abschleudern von an den zu beschichtenden Teilen nach dem Herausheben
verbliebener überschüssiger Beschichtungsflüssigkeit
[0007] Erfindungsgemäß wird beim Verteilen und/oder Abschleudern von an den zu beschichtenden
Teilen nach dem Herausheben verbliebener überschüssiger Beschichtungsflüssigkeit der
mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter zumindest zeitweise um eine innerhalb
des mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälters liegende Drehachse und zumindest
zeitweise um eine außerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälters
liegende Drehachse, die parallel zur innerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen
befüllten Behälters liegenden Drehachse verläuft, gedreht. Vorteilhafterweise ist
die innerhalb des Behälters liegende Drehachse eine Mittelachse des Behälters, wenn
dieser so geformt ist, dass er eine solche Mittelachse aufweist.
[0008] Diese Vorgehensweise führt zu deutlich verbesserten Ergebnissen, insbesondere im
Hinblick auf eine effektive Entleerung von Innenangriffen. Sie bringt mit sich, dass
auch während des Abschleuderns überschüssiger Beschichtungsflüssigkeit ein Umlagern
der zu beschichtenden Teile erfolgt und bewirkt zudem durch die Überlagerung der Zentrifugalkräfte
der beiden Drehungen, dass die Richtung, in der die resultierende Kraft relativ zur
Position eines zu beschichtenden Teilchens im Behälter wirkt zeitabhängig ist, was
die Effizienz des Abschleuderns erhöht und dazu beiträgt, Lufteinschlüsse aufzulösen.
[0009] Bevorzugt ist es, wenn auch während der mit den zu beschichtenden Teilen befüllte
Behälter in die Beschichtungsflüssigkeit eingetaucht ist der mit den zu beschichtenden
Teilen befüllte Behälter zumindest zeitweise um die innerhalb des mit den zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse und/oder zumindest zeitweise um die
außerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse,
die parallel zur innerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälters
liegenden Drehachse verläuft, gedreht wird. Dadurch kommt es zu einem "Rollieren"
der zu beschichtenden Teile. Bedingt durch die so verstärkte Umlagerung der zu beschichtenden
Teile im Behälter wird die Wahrscheinlichkeit dafür, dass Oberflächenbereiche eines
zu beschichtenden Teils nicht mit Beschichtungsflüssigkeit benetzt werden, deutlich
reduziert.
[0010] Besonders signifikant werden diese vorteilhaften Effekte, wenn der mit den zu beschichtenden
Teilen befüllte Behälter zumindest zeitweise gleichzeitig um die innerhalb des mit
den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse und um die außerhalb
des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse, die parallel
zur innerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters liegenden Drehachse
verläuft, gedreht wird. Zudem wird so die zeitliche Effizienz des Verfahrens verbessert.
[0011] Besonders vorteilhaft ist es, wenn Richtung und Geschwindigkeit der Drehung um die
innerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse
und Richtung und Geschwindigkeit der Drehung um die außerhalb des mit den zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse unabhängig voneinander gesteuert werden.
Dies bringt zwei Vorteile mit sich: Erstens zeigt sich, dass durch eine gezielte Einstellung
dieser Parameter die erzielte Schichtdicke gezielt beeinflusst werden kann. Zweitens
lässt dies die Freiheit, die Drehbewegungen im eingetauchten und im herausgehobenen
Zustand gezielt unabhängig voneinander einzustellen.
[0012] Für eine Optimierung des benötigten Beschichtungsmittelvolumens und der mechanische
Lastverteilung bietet es sich an, zwei mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter
vorhanden sind, die gemeinsam auf einem Rotor angeordnet sind, dass die mit den zu
beschichtenden Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse jeweils die Mittelachse
des jeweiligen Behälters ist und dass die außerhalb der mit den zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälters liegende Drehachse eine von beiden Mittelachsen gleich
weit beabstandete Mittelachse des Rotors ist.
[0013] Diese Anordnung ermöglicht insbesondere, das Beschichtungsmittel lediglich in einem
Graben des Reservoirs vorzuhalten, so dass der Bedarf an Beschichtungsmittel mininmiert
wird. Insbesondere dann, wenn das Material nicht standfest ist und/oder zur Entmischung
neigt, so dass es häufig ersetzt werden muss, können dadurch erhebliche Kostenersparnisse
durch Reduzierung des Beschichtungsmitteldurchsatzes realisiert werden.
[0014] Grundsätzlich besteht auch die Möglichkeit, eine andere symmetrische Anordnung der
Behälter bezüglich der Mittelachse eines -gegebenenfalls auch mit einer entsprechenden
Anzahl von Rotorblättern ausgestatteten- Rotors zu wählen, dies bringt aber mit sich,
dass ein größeres Reservoir für das Beschichtungsmittel notwendig wird.
[0015] Es kann Vorteile mit sich bringen, wenn der Rotor mit den daran angeordneten Behältern
insbesondere beim Eintauchen zumindest zeitweilig um eine zum Erdboden parallele Drehachse
gekippt wird, so dass die Drehachsen, um die die Behälter gedreht werden, schräg stehen.
[0016] Bevorzugt ist es, wenn das Eintauchen von mit den zu beschichtenden Teilen befüllten
Behältern in das mit einer Beschichtungsflüssigkeit befüllte Reservoir durch eine
Hubbewegung des Reservoirs erfolgt.
[0017] Die erfindungsgemäße Beschichtungsvorrichtung zur Durchführung eines solchen Beschichtungsverfahrens
hat mindestens einen mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälter mit
durchbrochener Behälterwand, der in einer Halterung so hängend gelagert ist, dass
er von einem ersten Antrieb angetrieben um eine im Inneren des mit den zu beschichtenden
Teilen zu befüllenden Behälters liegende Drehachse gedreht werden kann, und weist
ferner ein Reservoir für eine Beschichtungsflüssigkeit, in das mit den zu beschichtenden
Teilen befüllte Behälter eingetaucht werden können, auf.
[0018] Erfindungswesentlich ist, dass die Halterung, in der der mit den zu beschichtenden
Teilen zu befüllende Behälter hängend gelagert ist, an einem Rotor, der von einem
zweiten Antrieb, der von dem ersten Antrieb unabhängig ist, angetrieben um eine außerhalb
des mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälters liegende Drehachse,
die parallel zu der im Inneren des mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden
Behälters liegenden Drehachse verläuft, gedreht werden kann, angeordnet ist. Auf diese
Weise ist sichergestellt, dass die beiden für das erfindungsgemäße Verfahren benötigten
Drehbewegungen durch die Beschichtungsvorrichtung durchgeführt werden können.
[0019] Bevorzugt ist es, wenn die Lagerung der Behälter ein Auswechseln der Behälter erlaubt,
also ein Fixiermechanismus für die Behälter vorhanden ist, der ein Anbringen und Entfernen
der Behälter auch wenn sie gefüllt sind erlaubt. Bei der Durchführung des Beschichtungsverfahrens
werden bevorzugt befüllte Behälter an der Beschichtungsvorrichtung angeordnet und
von dieser nach dem Beschichtungsprozess entfernt, statt wie bislang oftmals der Fall
war, fest an der Beschichtungsvorrichtung angeordnete Behälter mit zu beschichtenden
Teilen zu füllen und nach der Beschichtung zu entleeren.
[0020] Für eine gute mechanische Lastenverteilung ist dabei vorteilhaft, wenn dass zwei
mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllende Behälter vorhanden sind, die gemeinsam
auf dem Rotor angeordnet sind, dass die mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden
Behälters liegende Drehachse jeweils die Mittelachse des jeweiligen Behälters ist
und dass die außerhalb der mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälter
liegende Drehachse eine von beiden Mittelachsen der mit den zu beschichtenden Teilen
zu befüllenden Behälter gleich weit beabstandete Mittelachse des Rotors ist.
[0021] Besonders bevorzugt ist es ferner, wenn der Rotor drehbar an einer Trägerstruktur
angeordnet ist, welche um eine parallel zum Erdboden verlaufende Drehachse schwenkbar
ist. Dies erlaubt beispielsweise, das Volumen des Reservoirs für die Beschichtungsflüssigkeit
zu reduzieren; darüber hinaus wird es dadurch möglich, auch noch den Einfluss der
Schwerkraft für Umlagerungsprozesse und/oder Verteilung oder Abschleudern von Beschichtungsflüssigkeit
auszunutzen.
[0022] Vorteilhaft ist es ferner, wenn die Höhe, in der das Reservoir relativ zum Erdboden
angeordnet ist, durch Verfahren des Reservoirs geändert werden kann.
[0023] Die Halterung wird bevorzugt als ein Klemmmechanismus ausgeführt, der insbesondere
bevorzugt einen Antrieb, der bevorzugt als pneumatischer Antrieb ausgeführt sein kann
und eine Sensorik aufweist.
[0024] Die erfindungsgemäße Beschichtungsanlage weist eine Befüllvorrichtung für das Befüllen
von mit zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behältern, eine Beschichtungsvorrichtung
zum Beschichten der zu beschichtenden Teile durch Eintauchen der mit zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälter in eine Beschichtungsflüssigkeit und Abschleudern überschüssiger
Beschichtungsflüssigkeit, eine Entleervorrichtung für das Entleeren von mit den dann
beschichteten Teilen befüllten Behältern und ein Behälter-Handling-System zum Transport
der Behälter zwischen den und zur Übergabe der Behälter an die zur Beschichtungsanlage
gehörenden Vorrichtungen auf.
[0025] Sie zeichnet sich dadurch aus, dass die Beschichtungsvorrichtung eine Beschichtungsvorrichtung
ist, wie sie eben erläutert wurde, was insbesondere dazu führt, dass die Beschichtungsanlage
Teilchen mit verbesserter Beschichtung und verringertem Ausschuss produziert.
[0026] Besonders gute Ergebnisse werden erzielt, wenn die Beschichtungsanlage zusätzlich
noch eine Trocknungsvorrichtung aufweist, in der die Teile nach der Beschichtung trocknen
und abdampfen können.
[0027] Besonders bewährt hat es sich dabei, wenn die zur Beschichtungsanlage gehörenden
Vorrichtungen kreisförmig um das Behälter-Handling-System herum angeordnet sind.
[0028] Es soll betont werden, dass wenngleich durch eine solche Beschichtungsanlage eine
automatisierte Prozessführung mit hohem Durchsatz und optimierter Effizienz realisiert
werden kann, natürlich die Beschichtung auch nur mit einer Beschichtungsvorrichtung
vorgenommen werden kann, indem die Behälterfüllung und -Entleerung manuell durchgeführt
wird.
[0029] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Figuren, die Ausführungsbeispiele zeigen,
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1:
- Einen schematischen Überblick über eine Beschichtungsanlage in Aufsicht;
- Fig. 2:
- eine 3D-Ansicht der Beschichtungsanlage aus Figur 1, die entlang der Linie X-X geöffnet
ist;
- Fig. 3a:
- eine Ansicht einer Beschichtungsvorrichtung
- Fig. 3b:
- eine Detaildarstellung einer optional an der Beschichtungsvorrichtung vorhandenen
automatisierten Klemmvorrichtung für die Behälter,
- Fig. 3c:
- einen Querschntit durch die Beschichtungsvorrichtung aus Figur 3a
[0030] Um die Zuordnung der Bezugszeichen möglichst übersichtlich zu gestalten sind nicht
alle Bezugszeichen in allen Figuren dargestellt. Da es sich bei den gezeigten Figuren
jeweils um Teilaspekte derselben Ausführungsform der Erfindung handelt, werden dieselben
Bezugszeichen in verschiedenen Figuren verwendet.
[0031] Figur 1 zeigt einen schematischen Überblick in Aufsicht über eine Beschichtungsanlage
1 mit
- einer Befüllvorrichtung 100 für das Befüllen von mit zu beschichtenden Teilen zu befüllenden
Behältern,
- einer Beschichtungsvorrichtung 200 zum Beschichten der zu beschichtenden Teile durch
Eintauchen der mit zu beschichtenden Teilen befüllten Behälter in eine Beschichtungsflüssigkeit
und Abschleudern überschüssiger Beschichtungsflüssigkeit,
- einer Trocknungsvorrichtung 300 zum Trocknen und Abdampfen beschichteter Teile,
- einer Entleervorrichtung 400 für das Entleeren von mit den dann beschichteten Teilen
befüllten Behältern, und
- einem Behälter-Handling-System 500 zum Transport der Behälter zwischen den und zur
Übergabe der Behälter an die zur Beschichtungsanlage 1 gehörenden Vorrichtungen.
[0032] Figur 2 zeigt eine 3D-Ansicht der Beschichtungsanlage aus Figur 1, die entlang der
Linie X-X geöffnet ist.
[0033] Die einzelnen Vorrichtungen und ihre Funktionen werden weiter unten detaillierter
erläutert. Schon jetzt wird darauf hingewiesen, dass die gesamte Beschichtungsanlage
für die parallele Bearbeitung von zwei Behältern mit zu beschichtenden Teilen ausgelegt
ist, was ihre Anwendung besonders effizient werden lässt.
[0034] Die Befüllvorrichtung 100, Beschichtungsvorrichtung 200, Trocknungsvorrichtung 300
und die Entleervorrichtung 400 - genauer gesagt die durch Kreise angedeuteten Behälter
bzw. Behälteraufnahmepositionen dieser Vorrichtungen- sind in etwa kreisförmig um
das Behälter-Handling-System 500 zum Transport der Behälter zwischen den und zur Übergabe
der Behälter an die zur Beschichtungsanlage 1 gehörenden Vorrichtungen herum angeordnet.
Die kreisförmige Anordnung der Komponenten um das zentrale Behälter-Handling-System
500 herum ermöglicht ein flexibles Layout und eine flexible Verfahrensführung.
[0035] So kann beispielsweise ohne dass zwingend die Trockungsvorrichtung 300 durchlaufen
werden müsste für schnell trocknende Beschichtungen, bei denen eine weitere Trocknung
oder Temperaturerhöhung zur Trocknung nicht nötig ist, eine Überführung von der Beschichtungsvorrichtung
200 an die Entleervorrichtung 400 erfolgen.
[0036] Es kann aber auch einfach eine Mehrfachbeschichtung realisiert werden, indem die
Behälter mit Teile, die bereits eine erste Beschichtung erhalten haben nach dem Durchlaufen
der Trocknungsvorrichtung 300 wieder durch das Behälter-Handlings-System 500 in die
Behälteraufnahmeposition 201 der Beschichtungsvorrichtung 200 eingesetzt wird.
[0037] Anzumerken ist ferner, dass es, wie unten als Variante näher beschrieben wird, auch
die Möglichkeit gibt, die Teile vor der Trocknung aus den Behältern 10 zu entfernen.
Insbesondere bei einem solchen Anlagenkonzept kann dann die Entleervorrichtung 400
vor der Trocknungsvorrichtung 300 angeordnet sein und/oder diese mit den aus den Behältern
10 ausgeleerten Teilen beschicken.
[0038] Die Befüllvorrichtung 100 weist einen nur abschnittsweise gezeigten Bunker 110 mit
einem Vorrat der zu beschichtenden Teile, der beispielsweise als Vibrationsbunker
ausgeführt sein kann, mit einem optional gemeinsam mit dem Bunker 110 oder separat
von dem Bunker 110 schwenkbaren Auslassstutzen 111, aus dem die Teile rutschen, wenn
der Bunker 110 geöffnet wird, auf.
[0039] Um die hier als Körbe ausgeführten Behälter 10 mit durchbrochener Behälterwand so
relativ zum Auslassstutzen 111 - gegebenenfalls über einen zwischen Auslassstutzen
111 und Behälter 110 angeordneten, optionalen, hier nicht dargestellten Trichter zu
positionieren, dass sie durch diesen befüllt werden können, weist die Befüllvorrichtung
100 eine beispielsweise E-förmig geformte Behälteraufnahmeposition 101 auf, bei der
zwei Behälter 10 mit durchbrochener Behälterwand nebeneinander auf die Querbalken
der E-förmig geformten Behälteraufnahmeposition 101 (also auf die Querbalken des Buchstabens
E) aufgestellt werden.
[0040] Die Behälteraufnahmeposition 101 ist auf einer Platte 102 angeordnet, die mit einer
-bevorzugt mit einem Motor angetrieben- über einen Winkel von mindestens 180° um eine
Drehachse A1 drehbar in einem Fuß gelagerten Tragsäule verbunden ist, so dass jeder
der beiden Behälter 10 zur Befüllung unter Auslassstutzen 111 bzw. dem Trichter angeordnet
werden kann, indem die E-förmig geformte Behälteraufnahme 101 um 180° gedreht wird.
[0041] Zusätzlich ist bevorzugt die Verwendung eines nicht dargestellten Hebe-Kipp-Geräts
möglich, das durch Bewegung des Bunkers den Eintrag der zu beschichtenden Teile in
den Auslassstutzen 111 bzw. den Trichter unterstützt.
[0042] Ein Ergebnis der Anordnung der Behälter 10 auf den Schenkeln einer E-förmig geformten
Behälteraufnahmeposition 101 ist, dass es zwischen der Unterseite der Behälter 10
und der Platte 102 Unterfahröffnungen gibt, die den Transport der Behälter 10 durch
das Behälter-Handling-System 500 vereinfachen, wie weiter unten genauer beschrieben
wird.
[0043] Die Öffnung des Bunkers 110 wird bevorzugt durch eine nicht abgebildete Wiegeeinrichtung
mit Restmengenoptimierung gesteuert.
[0044] Dementsprechend wird bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Beschichtungsverfahren
in dem Fall, dass die hier beschriebene Beschichtungsanlage 1 zum Einsatz kommt, ein
Schritt der automatisierten Beladung der Behälter mit zu beschichtenden Teilen vorgenommen,
wobei die zu beschichtenden Teile wie ein Schüttgut behandelt werden.
[0045] Als nächstes müssen dann die mit zu beschichtenden Teilen befüllten Behälter 10 zur
Beschichtungsvorrichtung 200 transportiert werden. Dies geschieht -ebenso wie die
weiteren, weiter unten beschriebenen Transportschritte- mittels des Behälter-Handling-Systems
500, das als nächstes insbesondere unter Bezugnahme auf die Figuren 1 und 2 beschrieben
wird.
[0046] Das Behälter-Handling-System 500 umfasst einen -bevorzugt mit einem Motor angetrieben-
um eine vertikal zum Erdboden verlaufende Drehachse A2 drehbar auf einem Standfuß
501 gelagerten Rahmen 502, an zwischen denen -bevorzugt mit einem Motor angetrieben-
höhenverstellbar eine Lagerung 503 für zwei Behälterträger 504 angeordnet ist.
[0047] Die Behälterträger 504 sind in bzw. auf dieser Lagerung 503 - bevorzugt mit einem
Motor angetrieben- in einer Richtung parallel zum Erdboden verfahrbar. Sie sind, wie
man besonders gut in Figur 1b erkennt, so ausgestaltet, dass ihre Ausdehnung in der
parallel zum Erdboden liegenden Ebene in Richtung senkrecht zur Verfahrrichtung der
Behälterträger 504 kleiner ist als der Abstand zwischen den Querbalken der E-förmig
geformten Behälteraufnahmeposition 101 und weisen eine parallel zum Erdboden verlaufende
Oberfläche auf, die breit genug ist, dass ein Behälter 10 gut darauf stehen kann.
[0048] Diese Ausgestaltung des Behälter-Handling-Systems 500 erlaubt es, die Behälterträger
504 ähnlich wie die Zinken einer Gabelstaplergabel zum Transport zu verwenden, indem
die Behälterträger 504 in die Unterfahröffnungen eingeführt werden und dann angehoben
werden, um die Behälter 10 aufzunehmen, zu einer anderen Vorrichtung der Beschichtungsanlage
1 zu bewegen und dort an eine entsprechende Behälteraufnahmeposition der jeweiligen
Vorrichtung zu übergeben.
[0049] Während die bislang beschriebenen Bewegungsfreiheitsgrade bei einer kreisförmigen
Anordnung der zur Beschichtungsanlage 1 gehörenden Vorrichtungen ausreichend sind,
lässt sich wenn eine andere Anordnung dieser Vorrichtungen in der Anlage gewünscht
ist auch eine solche realisieren, wenn der Standfuß 501 -beispielsweise auf einem
Schienensystem 505- verfahrbar ist.
[0050] Optional kann zusätzlich die Möglichkeit vorgesehen sein, den Abstand der beiden
Behälterträger 504 relativ zueinander zu verfahren. Die erlaubt eine größere Flexibilität
bei der Gestaltung der Behälteraufnahmepositionen der jeweiligen Vorrichtungen.
[0051] Typischerweise werden die mit zu beschichtenden Teilen befüllten Behälter 10 als
nächstes an die Beschichtungsvorrichtung 200 übergeben, die nachfolgend anhand der
Figuren 3a bis 3d beschrieben wird.
[0052] Die Beschichtungsvorrichtung 200 umfasst, wie man in der Darstellung der Figur 3a
besonders gut erkennt, ein Gestell 250 als Trägerstruktur für einen Rahmen 202 mit
zwei Seitenteilen 202a,202b, die senkrecht zu einem sie verbindenden Mittelbalken
202c stehen, der in der dargestellten Ausführungsform um eine horizontal zum Boden
verlaufende Drehachse A3 schwenkbar ist, wobei der Schwenkwinkel vorzugsweise +/-
50 ° relativ zur aufrechten Position des Rahmens 202, in der sich die Seitenteile
202a,202b lotrecht ausgehend vom Mittelbalken 202c in Richtung auf den Erdboden hin
erstrecken, beträgt. Der Rahmen 202 ist somit im Gestell 250 um die Drehachse A3 schwenkbar
gelagert, wobei in diesem Ausführungsbeispiel ein Motor 251 zum Ausführen der Schwenkbewegung
in der Darstellung der Figur 3a zu erkennen ist.
[0053] An dem Mittelbalken 202c ist eine Achse 203 drehbar gelagert, die eine Drehachse
A4 definiert und die parallel zu den Seitenteilen 202a,202b des Rahmens 200 verläuft
und durch einen Motor 204 angetrieben werden kann. Am vom Mittelbalken 202c abgewandten
Ende der Achse 203 ist ein Rotor 205 mit der Achse 203 verbunden, an dem symmetrisch
zur Achse 203 jeweils um eine Achse 206,206', die Drehachsen A5,A6 definieren, drehbar
zwei Halterungen 220, 220' für in Figur 4a nur schematisch dargestellte Behälter 10,
10' hängend angeordnet sind, wobei die Achse 206, 206' im Zentrum dieser Halterungen
220, 220' ansetzt und wobei die Position der Achsen 206, 206' so gewählt und die Halterungen
220, 220' und Behälter 10 so ausgeführt sind, dass die Drehachse A4, die durch die
Achse 203 definiert wird, außerhalb der Behälter 10, 10' und der Halterungen 220,
220' verläuft.
[0054] Durch diese Konstruktion wird ermöglicht, dass die Behälter 10, 10' gemeinsam mit
dem Rotor 205 um die außerhalb der Behälter 10, 10' liegende Drehachse A4 und zusätzlich
um die innerhalb des Behälters liegenden, durch die Achsen 206, 206' definierten Drehachsen
A5,A6 gedreht werden kann.
[0055] Ein möglicher Aufbau der in Figur 3a gezeigten Halterungen 220 wird weiter unten
beschrieben.
[0056] Am oberhalb des Rotors liegenden, dem Mittelbalken 202c zugewandten Ende der Achsen
206, 206' ist jeweils ein Antriebsrad 208, 208' angeordnet, über das die Achsen 206,
206' und somit die Halterungen 220, 220' angetrieben in Drehung versetzt werden können,
beispielsweise durch nicht dargestellte Zahnriemen, die durch ein auf der Achse 203
relativ zu dieser drehbar angeordnetes Zahnrad 210, das über einen weiteren Zahnriemen
mit einem Ritzel eines weiteren, am Mittelabschnitt 202c des Rahmens 202 angeordneten
Motors angetrieben wird. Selbstverständlich kann anstelle von Zahnriemen auch jeweils
ein Getriebe mit Zahnrädern Verwendung finden.
[0057] Darüber hinaus weist die Beschichtungsvorrichtung 200, wie z.B. in Figur 3a zu sehen
ist, auch noch ein Reservoir 240 für die Beschichtungsflüssigkeit 241 auf. Der untere
Bereich des Reservoirs 240 wird durch eine Aufnahme 242 für die Beschichtungsflüssigkeit
241 gebildet, der obere Bereich des Reservoirs 240 durch eine umlaufende Spritzschutzwand
243. Das Reservoir 240 ist -bevorzugt mit einem Motor 244 und einem Antriebsmechanismus
245 angetrieben- höhenverstellbar.
[0058] Insbesondere wird das Reservoir 240 zum Anordnen und Entfernen der Behälter 10, 10'
an bzw. von den Halterungen 220, 220' so weit abgesenkt, dass die Behälter 10, 10'
von der Seite her zugänglich sind. Nach dem Einsetzen der mit zu beschichtenden Teilen
gefüllten Behälter 10, 10' wird das Reservoir 240 so weit angehoben, dass die Behälter
10, 10' in der Aufnahme 242 für die Beschichtungsflüssigkeit 241 eintauchen und es
wird optional eine Bewegung der Behälter 10, 10' durchgeführt, um eine gleichmäßige
Benetzung der zu beschichtenden Teile mit Beschichtungsflüssigkeit 241 zu gewährleisten.
Danach wird das Reservoir 240 so weit abgesenkt, dass die Behälter 10, 10' außerhalb
der Beschichtungsflüssigkeit 241 aber noch vollständig innerhalb der umlaufenden Spritzschutzwand
243 angeordnet sind, und der Schritt des Verteilens und Abschleuderns kann beginnen.
[0059] Ist dieser Schritt abgeschlossen, wird das Reservoir 240 noch weiter abgesenkt, um
den freien Zugriff des Behälter-Handling-Systems 500 zu erlauben.
[0060] Wie man sich anhand des in der Figur 3c gezeigten Beispiels leicht verdeutlicht,
kann bedingt durch die Bewegungsfreiheitsgrade der Behälter 10, 10', die die Beschichtungsvorrichtung
200 bietet, die Aufnahme 242 für die Beschichtungsflüssigkeit 241 von ihren Dimensionen
her sehr viel kleiner sein und als grabenartige Vertiefung des runden, durch die umlaufende
Spritzschutzwand 243 definierten Beckens, die einen v-förmigen oder rechteckförmigen
Querschnitt aufweisen kann, ausgeführt werden. Dies führt dann zu einer besonders
effizienten Nutzung der Beschichtungsflüssigkeit 241.
[0061] Schließlich wird anhand der Figur 3b noch eine besonders vorteilhafte Realisierungsmöglichkeit
für eine Halterung 220 detailliert beschrieben. Diese Halterung 220 weist ein Betätigungselement
221 auf, das die Achse 206, mit der die Halterung 220 über eine erste Platte 222 an
dem dem Reservoir 230 zugewandten Ende der Achse 206 verbunden ist, im Inneren der
Achse 206 durchsetzt.
[0062] Die erste Platte ist über Streben 223 mit einer zweiten Platte 224 verbunden, auf
der Halteklammern 225 so um jeweils parallel zur zweiten Platte 224 verlaufende Drehachsen
A7 angeordnet sind, dass sie auf der einen Seite der Drehachse A7 einen Betätigungsabschnitt
226 aufweisen, der über Druckfedern 227 an den Platte 224 abgestützt ist und von einem
Endabschnitt 228 des Betätigungselements 221 gegen den Druck der Druckfedern 227 betätigt
werden kann. Auf der anderen Seite der Drehachse A7 weisen sie einen hakenförmigen
Abschnitt 229 auf, der, wenn der Betätigungsabschnitt 226 nicht betätigt wird, einen
umlaufenden Rand 11 des Behälters 10 übergreift, so dass der Behälter an der Halterung
220 festgehalten und fixiert ist.
[0063] Zum Betätigen des Betätigungsabschnitts 226 wird der Rotor 205 in eine Position gefahren,
in der das Betätigungselement 221 durch eine am Mittelbalken 202c vorgesehene Betätigungsvorrichtung
230 betätigt werden kann. Diese kann beispielsweise zur Betätigung des Betätigungselements
221 pneumatisch einen den Mittelbalken 202c in den Öffnungen 231 durchsetzenden Stempel
nach unten pressen, der dann das Betätigungselement nach unten schiebt, den Gegendruck
der Druckfedern 227 überwindet und dadurch den Betätigungsabschnitt 226 nach unten
bewegt, so dass der hakenförmige Abschnitt 229 in eine Freigabeposition überführt
wird, in der der Behälter 10 durch das Behälter-Handlung-System 500 eingesetzt oder
entnommen werden kann.
[0064] Nachdem mit der Beschichtungsvorrichtung 200 die Beschichtung auf die zu beschichtenden
Teile aufgebracht wurde, können diese optional durch eine Trocknungsvorrichtung 300
getrocknet und abgedampft werden. Ein Beispiel für eine solche Trocknungsvorrichtung
300 wird nun anhand der Figuren 1 und 2 beschrieben.
[0065] Die Trocknungsvorrichtung 300 weist eine Vielzahl von Tabletts 301 auf, die alternativ
zur dargestellten Form auch jeweils in zwei Hälften unterteilt sein können. Die Behälter
10, 10' können -beispielsweise mit einer Entleervorrichtung 400, wie sie unten beschrieben
ist oder auf andere Weise- entleert werden, nachdem sie von dem Behälter-Handling-System
500 an die Trocknungsvorrichtung 300 übergeben wurden, und zwar entweder, wie dargestellt,
auf Drahtgeflechtförderbänder 302, die dann die Teile auf die Tabletts 301 fördern
oder direkt auf die Tabletts 301.
[0066] Die Tabletts 301 werden dann zunächst durch eine Abdunstzone 303 und dann durch eine
mit einer Heizung 304 direkt beheizte Trocken- und/oder Einbrennzone 305 transportiert,
wobei die Geschwindigkeit an die jeweiligen Erfordernisse der Beschichtung angepasst
wird, und dann in eine Kühlzone 306 überführt, in der sie abkühlen. Die Abdunstzone
303 wird bevorzugt lediglich indirekt durch die Heizung 304 beheizt.
[0067] Bei der gezeigten Trocknungsvorrichtung 300 befinden sich die Trocken- und/oder Einbrennzone
305 und die unbeheizte Kühlzone 306 auf einer Ebene nebeneinander und sind durch eine
- bevorzugt wärmeisolierende- Wand voneinander getrennt. Es ist eine Tabletttransportvorrichtung
307 zur Überführung der Tabletts von der Trocken- und Einbrennzone 305 zur unbeheizten
Kühlzone 306 vorgesehen.
[0068] Die Tabletts werden dann ausgekippt, was wahlweise auch wieder in Behälter 10, 10'
geschehen kann, wenn eine weitere Bearbeitung erfolgen soll. Die dort verwendeten
Behälter 10, 10' können auch frische Behälter sein, die nicht in der Beschichtungsvorrichtung
200 waren und/oder die in eine andere Beschichtungsvorrichtung überführt werden.
[0069] Da die Trocknungsvorrichtung 300, wie die Figur 1 erahnen lässt, von ihrem Platzbedarf
her meist die größte der zur Beschichtungsanlage 1 gehörenden Vorrichtungen ist, kann
insbesondere durch eine Variation von deren Geometrie eine Anpassung der Beschichtungsanlage
1 an die zur Verfügung stehenden Platzverhältnisse und Umgebungsbedingungen erreicht
werden.
[0070] Beispielsweise können am Ende der Trocken- und/oder Einbrennzone 305 werden die Tabletts
301 beispielsweise durch ein Fahrstuhlsystem in eine unter der Ebene, in der Abdunstzone
303 und Trocken- und/oder Einbrennzone 305 liegen, liegende Ebene überführt werden,
in der dann die Kühlzone 306, in der die Tabletts während des Rücktransports abgekühlt
werden, liegt.
[0071] Alternativ kann aber auch vorgesehen sein, dass sich die optional geteilten Tabletts
301 nicht linear, sondern im Kreis bewegen, was außer mit einem Förderband auch mit
einem Drehteller realisiert werden kann. Wie bei der Trocknungsvorrichtung 300 sind
eine Trocken- und/oder Einbrennzone und eine Kühlzone vorgesehen. Diese Zonen können
auch in zwei unterschiedlichen Ebenen, insbesondere über- bzw. untereinander angeordnet
werden, zwischen denen die Tabletts mit einem Fahrstuhl bewegt werden können.
[0072] Allen soeben diskutierten Trocknungsvorrichtungen ist gemein, dass die Be- und Entladung
der Trocknungsvorrichtung auf derselben Seite erfolgt, was den Vorteil mit sich bringt,
dass dasselbe Behälter-Handling-System 500 für den Belade- und den Entladevorgang
verwendet werden kann und die Behälter 10 in Fällen, in denen eine mehrschichtige
Beschichtung erwünscht ist, sehr effizient und ohne große Wege wieder der Beschichtungsvorrichtung
200 zugeführt werden können.
[0073] Grundsätzlich besteht natürlich auch die Möglichkeit, statt, wie beschrieben, die
Behälter 10 auf die Tabletts 301 zu entleeren, die Tabletts 301 mit Behälteraufnahmepositionen,
in die das Behälter-Handling-System 500 die Behälter 10 stellt, zu versehen, so dass
die zu beschichtenden Teile im Behälter 10 getrocknet werden.
[0074] Schließlich soll noch die Funktionsweise einer möglichen, bevorzugten Entleervorrichtung
400 unter Bezugnahme auf die Figuren 1 und 2 erläutert werden. Wie diese Figuren zeigen,
weist die Entleervorrichtung 400 einen L-förmigen Tragarm 402 auf, der am Ende des
kurzen Balkens des L um eine horizontal zum Erdboden und im Wesentlichen parallel
zum langen Balken des L verlaufende Achse A8 -bevorzugt mit einem Motor angetrieben-
drehbar gelagert ist. Auf diese Weise wird eine exzentrische Schwenkachse bereitgestellt,
die die Fallhöhe der beschichteten Teile aus den Behältern 10 bei deren Entleerung
reduziert und somit einer etwaigen Beschädigung der Beschichtung beim Entleervorgang
vorbeugt.
[0075] Im langen Balken 402b des L sind zwei Trägerplatten 403a,403b vorzugsweise drehbar
gelagert angeordnet, die z.B. über einen Zahnriemen von einem Motor, der am kurzen
Balken des L angeordnet ist, angetrieben in Rotation um die Achsen A9,A10 versetzt
werden können, wobei optional durch das Vorsehen eines Getriebes eine gegenläufige
Drehung sichergestellt werden kann.
[0076] Die Behälteraufnahmeposition 401 ist dabei wie folgt ausgebildet: Auf den Trägerplatten
403a,403b sind jeweils Abstützelemente 407 so angeordnet, dass auf ihren von den Trägerplatten
403a,403b abgewandten, ebenen Oberseiten Behälter 10 abgestellt und optional, beispielsweise
durch Klemmung oder durch Halteklammern, fixiert werden können, während der Raum zwischen
Trägerplatte, 403a,403b und den Bodenseiten der Behälter 10 Unterfahröffnungen 408
bildet, in die die Behälterträger 504 des Behälter-Handling-Systems 500 einfahren
können, um Behälter 10 auf der Behälteraufnahmeposition 401, genauer gesagt auf deren
Abstützelementen 407 abstellen und von diesen aufnehmen zu können.
[0077] Zum Entleeren wird der L-förmige Tragarm 402 um die Achse A8 geschwenkt, während
die Behälter 10 optional zusätzlich, gegebenenfalls mit entgegengesetztem Drehsinn,
in Rotation um die Achsen A9,A10 versetzt werden, um das Entleeren der Behälter 10,
beispielsweise auf ein Förderband 409, zu unterstützen.
Bezugszeichenliste
[0078]
- 1
- Beschichtungsanlage
- 10, 10'
- Behälter
- 100
- Befüllvorrichtung
- 101
- Behälteraufnahmeposition
- 102
- Platte
- 110
- Bunker
- 111
- Auslassstutzen
- 200
- Beschichtungsvorrichtung
- 201
- Behälteraufnahmeposition
- 202
- Rahmen
- 202a,202b
- Seitenteil
- 202c
- Mittelbalken
- 203
- Achse
- 204
- Motor
- 205
- Rotor
- 206, 206'
- Achse
- 208, 208'
- Antriebsrad
- 209, 209'
- Zahnriemen
- 210
- Zahnrad
- 211
- Zahnriemen
- 212
- Ritzel
- 213
- Motor
- 220, 220'
- Halterung
- 221
- Betätigungselement
- 222
- erste Platte
- 223
- Strebe
- 224
- zweite Platte
- 225
- Halteklammer
- 226
- Betätigungsabschnitt
- 227
- Druckfeder
- 228
- Endabschnitt
- 229
- hakenförmiger Abschnitt
- 230
- Betätigungsvorrichtung
- 231
- Öffnung
- 240
- Reservoir
- 241
- Beschichtungsflüssigkeit
- 242
- Aufnahme
- 243
- Spritzschutzwand
- 244
- Motor
- 245
- Antrieb
- 250
- Gestell
- 300, 300', 300"
- Trocknungsvorrichtung
- 301
- Tablett
- 302
- Drahtgeflechtförderband
- 303
- Abdunstzone
- 304
- Heizung
- 305
- Trocken- und/oder Einbrennzone
- 306
- Kühlzone
- 307
- Tabletttransportvorrichtung
- 400
- Entleervorrichtung
- 401
- Behälteraufnahmeposition
- 402
- Tragarm
- 403a,403b
- Trägerplatten
- 404a, 404b
- Achse
- 405
- Zahnriemen
- 406
- Motor
- 407
- Abstützelement
- 408
- Unterfahröffnung
- 409
- Förderband
- 500
- Behälter-Handling-System
- 501
- Standfuß
- 502
- Säule
- 503
- Lagerung
- 504
- Behälterträger
- 505
- Schienensystem
- A1, A2, A3, A4, A5, A6, A7, A8, A9,A10
- Drehachse
1. Beschichtungsverfahren mit den Schritten,
- Eintauchen von mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behältern (10, 10'), die
eine durchbrochene Behälterwand aufweisen in einen mit einer Beschichtungsflüssigkeit
(241) befüllten Abschnitt eines Reservoirs (240),
- Herausheben der mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälter (10, 10') aus
der Beschichtungsflüssigkeit (241) und
- Verteilen und/oder Abschleudern von an den zu beschichtenden Teilen nach dem Herausheben
verbliebener überschüssiger Beschichtungsflüssigkeit (241)
dadurch gekennzeichnet, dass beim Verteilen und/oder Abschleudern von an den zu beschichtenden Teilen nach dem
Herausheben verbliebener überschüssiger Beschichtungsflüssigkeit (241) der mit den
zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter (10, 10') zumindest zeitweise um eine innerhalb
des mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälters (10, 10') liegende Drehachse
(A5, A6) und zumindest zeitweise um eine außerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen
befüllte Behälters (10, 10') liegende Drehachse (A4), die parallel zur innerhalb des
mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters (10, 10') liegenden Drehachse
(A5,A6) verläuft, gedreht wird.
2. Beschichtungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass während der mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter (10, 10') in die Beschichtungsflüssigkeit
(241) eingetaucht ist der mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter (10,
10') zumindest zeitweise um die innerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten
Behälters (10, 10') liegende Achse (A5,A6) und/oder zumindest zeitweise um die außerhalb
des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters (10, 10') liegende Achse
(A4), die parallel zur innerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälters
(10, 10') liegenden Achse (A5,A6) verläuft, gedreht wird.
3. Beschichtungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter (10, 10') zumindest zeitweise
gleichzeitig um die innerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters
(10, 10') liegende Achse (A5,A6) und um die außerhalb des mit den zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälters (10, 10') liegende Achse (A4), die parallel zur innerhalb
des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters (10, 10') liegenden Achse
(A5,A6) verläuft, gedreht wird.
4. Beschichtungsverfahren nach einem vorstehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass Richtung und Geschwindigkeit der Drehung um die innerhalb des mit den zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälters (10, 10') liegende Achse (A5,A6) und Richtung und Geschwindigkeit
der Drehung um die außerhalb des mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behälters
(10, 10') liegende Achse (A4) unabhängig voneinander gesteuert werden.
5. Beschichtungsverfahren nach einem vorstehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass zwei mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter (10, 10') vorhanden sind,
die gemeinsam auf einem Rotor (205) angeordnet sind, dass die mit den zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälters (10, 10') liegende Achse (A5,A6) jeweils die Mittelachse
des jeweiligen Behälters (10, 10') ist und dass die außerhalb der mit den zu beschichtenden
Teilen befüllten Behälters (10, 10') liegende Achse (A4) eine von beiden Mittelachsen
gleich weit beabstandete Mittelachse des Rotors (205) ist.
6. Beschichtungsverfahren nach einem vorstehenden Anspruch,
dadurch gekennzeichnet, dass das Eintauchen von mit den zu beschichtenden Teilen befüllten Behältern (10, 10')
in den mit einer Beschichtungsflüssigkeit (241) befüllten Abschnitt des Reservoirs
(240) durch eine Hubbewegung des Reservoirs (240) erfolgt.
7. Beschichtungsvorrichtung (200) zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der vorstehenden
Ansprüche mit mindestens einem mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälter
(10, 10') mit durchbrochener Behälterwand, der in einer Halterung (220, 220') so hängend
gelagert ist, dass er von einem ersten Antrieb angetrieben um eine im Inneren des
mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälters (10, 10') liegende Achse
(A5,A6) gedreht werden kann, und mit einem Reservoir (240) für eine Beschichtungsflüssigkeit
(241), in das mit den zu beschichtenden Teilen befüllte Behälter (10, 10') eingetaucht
werden können,
dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (220, 220') an einem Rotor (205), der von einem zweiten Antrieb, der
von dem ersten Antrieb unabhängig ist, angetrieben um eine außerhalb des mit den zu
beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälters (10, 10') liegende Achse (A4), die
parallel zu der im Inneren des mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälters
(10, 10') liegenden Achse (A5,A6) verläuft, gedreht werden kann, angeordnet ist.
8. Beschichtungsvorrichtung (200) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass zwei mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllende Behälter (10, 10') vorhanden
sind, die gemeinsam auf dem Rotor (205) angeordnet sind, dass die innerhalb des mit
den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälters (10, 10') liegende Achse (A5,A6)
jeweils die Mittelachse des jeweiligen Behälters (10, 10') ist und dass die außerhalb
der mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behälter (10, 10') liegende Achse
(A4) eine von beiden Mittelachsen der mit den zu beschichtenden Teilen zu befüllenden
Behälter (10, 10') gleich weit beabstandete Mittelachse des Rotors (205) ist.
9. Beschichtungsvorrichtung (200) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Rotor (205) drehbar an einer Trägerstruktur angeordnet ist, welche um eine parallel
zum Erdboden verlaufende Achse (A3) schwenkbar ist.
10. Beschichtungsvorrichtung (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 9
dadurch gekennzeichnet, dass das Reservoir (240) beweglich an der Beschichtungsvorrichtung (200) angeordnet ist,
so dass die Höhe, in der das Reservoir (240) relativ zum Erdboden angeordnet ist,
durch Verfahren des Reservoirs (240) geändert werden kann.
11. Beschichtungsvorrichtung (200) nach einem der Ansprüche 7 bis 10
dadurch gekennzeichnet, dass die Halterung (220,220') einen Klemmmechanismus zum Festklemmen der Behälter (10,
10') aufweist.
12. Beschichtungsanlage (1) mit einer Beschichtungsvorrichtung (200) nach einem der Ansprüche
7 bis 11.
13. Beschichtungsanlage (1) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsanlange (1) ferner eine Befüllvorrichtung (100) für das Befüllen
von mit zu beschichtenden Teilen zu befüllenden Behältern (10, 10'), eine Entleervorrichtung
(400), für das Entleeren von mit den dann beschichteten Teilen befüllten Behältern
und/oder eine Trocknungsvorrichtung (300) aufweist.
14. Beschichtungsanlage (1) nach Anspruch 12 oder 13,
dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsanlage (1) zusätzlich noch ein Behälter-Handling-System (500) zum
Transport der Behälter (10, 10') zwischen den und zur Übergabe der Behälter (10, 10')
an die zur Beschichtungsanlage gehörenden Vorrichtungen aufweist.
15. Beschichtungsanlage (1) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die zur Beschichtungsanlage (1) gehörenden Vorrichtungen kreisförmig um das Behälter-Handling-System
(500) herum angeordnet sind.