GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Werkzeug zum Schrauben von Schraubvorrichtungen,
zum Beispiel Zughauben, sowie ein Verfahren zum Verlegen von Verlegegut, insbesondere
Fliesen.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Die
EP 2 549 030 B1 zeigt ein Nivelliersystem mit Zughauben und T-förmigen Laschen als Hilfsmittel zum
Verlegen von Fliesen. Um eine möglichst ebene Verlegefläche zu gewährleisten, werden
T-förmige Laschen mit einem ersten Schenkel und einem zu dem ersten Schenkel senkrecht
stehenden zweiten Schenkel unter einer Kante des Verlegeguts, z.B. einer Fliese, derart
positioniert, dass der erste Schenkel teilweise unter dem Verlegegut hervorsteht.
In einem nächsten Arbeitsschritt wird ein weiteres Stück Verlegegut auf der T-förmigen
Lasche derart positioniert, dass der zweite Schenkel zwischen den Kanten des Verlegeguts
senkrecht absteht.
[0003] In einem folgenden Arbeitsschritt wird auf den zweiten Schenkel eine Haube aufgesetzt
und lösbar an der T-förmigen Lasche fixiert. Beispielsweise kann die Haube mit der
T-förmigen Lasche verschraubt werden. Alternativ kann die T-förmige Lasche oder die
Haube andere Rastmittel für eine lösbare Verbindung aufweisen.
[0004] Ein bekanntes Verfahren wie es vorstehend beschrieben ist, ist auf
https://www.youtube.com/watch?v=xMIN3XirrKI zu sehen. Das Video zeigt beispielhaft ein Verfahren zum Verlegen von Fliesen.
[0005] Die
DE 10 2010 045 943 zeigt ein Werkzeug und ein Verfahren zum Nivellieren von Verlegegut.
[0006] Nachteilig an dem beschriebenen Stand der Technik ist, dass Verleger zum Fixieren
und/oder Lösen der Haube bzw. des Werkzeugs häufig eine gebückte oder überstreckte
Haltung einnehmen.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0007] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Werkzeug zum
Betätigen eines Nivelliersystems anzugeben, welches die Betätigung von Hauben, Muttern,
Verschlüssen oder dergleichen in einer natürlichen Haltung, insbesondere stehend,
ermöglicht.
[0008] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Vorrichtung zum Schrauben mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und/oder durch ein Verfahren zum Nivellieren von Verlegegut
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 14 gelöst.
Demgemäß ist vorgesehen:
[0009]
- ein Werkzeug zum Schrauben von Schraubvorrichtungen, welche wenigstens ein Eingriffmittel
aufweisen, wobei das Werkzeug ein Antriebsmittel zum Beaufschlagen des Werkzeugs mit
einem Drehmoment und wenigstens ein Betätigungsmittel, welches eingerichtet ist, das
Drehmoment von dem Werkzeug über das Betätigungsmittel auf das Eingriffmittel der
Schraubvorrichtung zu übertragen, aufweist, wobei das Antriebsmittel und das Betätigungsmittel
derart beabstandet sind, dass ein Bediener des Werkzeugs eine vorbestimmte Haltung
einnimmt; sowie
- ein Verfahren zum Verlegen von Verlegegut, insbesondere Fliesen, umfassend die folgenden
Schritte: Positionieren einer Gewindelasche unter einem Verlegegut; Aufsetzen einer
Zughaube mit einem Eingriffmittel auf die Gewindelasche; Positionieren eines Werkzeugs
mit einem Betätigungsmittel, derart dass das Eingriffmittel und das Betätigungsmittel
miteinander in Wirkverbindung stehen; Verschrauben der Zughaube mit der Gewindelasche,
indem das Werkzeug eine Schraubkraft von dem Betätigungsmittel auf das Eingriffmittel
überträgt.
[0010] Es versteht sich, dass von dem Begriff "Verschrauben" sowohl das Einschrauben als
auch das Herausschrauben umfasst ist.
[0011] Unter einer Schraubvorrichtung werden Gegenstände verstanden, die durch Schrauben
mit anderen Gegenständen lösbar verbunden werden. Erfindungsgemäße Schraubvorrichtungen
sind unter anderem Zughauben zum Verlegen von Fliesen oder anderem Verlegegut, Muttern,
Schraubverschlüsse oder Abdeckungen. Es versteht sich, dass die Erfindung hierauf
nicht bescchränkt ist, sondern für eine Vielzahl von Schraubvorrichtungen anwendbar
ist.
[0012] Die grundlegende Idee der Erfindung ist es, ein Werkzeug zur Betätigung von Schraubvorrichtungen
anzugeben, welches eine direkte Bedienung der Schraubvorrichtung durch einen Benutzer
vermeidet. Indem die Höhe des Werkzeugs anwendungsspezifisch festgelegt ist, kann
die Haltung eines Bedieners des Werkzeugs verbessert werden, indem die Haltung einer
natürlichen Haltung des Bedieners entspricht. Beispielsweise ist es vorteilhaft für
bodennahe Arbeiten, beispielsweise das Verlegen von Fußbodenfliesen, ein in etwa hüfthohes
Werkzeug zu verwenden.
[0013] Darüber hinaus ist die Erfindung besonders geeignet zum Lösen oder Herstellen von
Schraubverbindungen, mit denen ein Benutzer nicht in Kontakt kommen soll. Dies kann
beispielsweise von giftigen Substanzen, die an einer Schraubverbindung haften, herrühren
oder um eine Kontamination zu vermeiden.
[0014] Das erfindungsgemäße Werkzeug weist ein Antriebsmittel, mit welchem das Werkzeug
mit einem Drehmoment beaufschlagt werden kann, auf. Das Antriebsmittel kann als manueller
Griff ausgebildet sein und/oder mit einem motorischen Antrieb verbunden sein.
[0015] Das Antriebsmittel beaufschlagt das Betätigungsmittel mit einem Drehmoment, welches
von dem Betätigungsmittel des Werkzeugs auf das Eingriffmittel der Schraubvorrichtung
übertragen wird.
[0016] Dabei entspricht die Drehachse des Betätigungsmittels einer Längsachse des Werkzeugs.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0018] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung weist das Werkzeug wenigstens
zwei, insbesondere drei, weiter insbesondere wenigstens vier Betätigungsmittel auf,
wobei jedes Betätigungsmittel eingerichtet ist, mit einem Eingriffmittel einer Schraubvorrichtung
zusammenzuwirken. Bei der Beaufschlagung eines Drehmoments auf drei bzw. vier Betätigungsmittel
bzw. Eingriffmittel wird ein periodisches Taumeln des Werkzeugs, welches von einem
Benutzer häufig als "Eiern" wahrgenommen wird, reduziert.
[0019] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Werkzeug mit einem motorischen
Antrieb verbindbar bzw. weist das Werkzeug einen motorischen Antrieb auf. Auf diese
Weise kann eine Schraubvorrichtung besonders kraftlos und schnell betätigt werden.
[0020] Dabei ist es besonders bevorzugt, wenn Mittel vorgesehen sind, die verhindern, dass
eine Schraubkraft einen vorgegebenen Schwellwert übersteigt. Die Mittel können beispielsweise
als Rutschkupplung oder dergleichen ausgebildet sein. Auf diese Weise kann verhindert
werden, dass die Schraubvorrichtung aufgrund einer Überlast beschädigt wird.
[0021] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Werkzeug eingerichtet,
eine Zughaube mit einer Gewindelasche zu verschrauben, wobei die Gewindelasche in
einer Fuge angebracht ist und ein Gewinde aufweist, welches aus der Fuge hervorsteht
und mit der Zughaube verschraubt ist. Diese Zusammenwirkung von einer Zughaube mit
einer Gewindelasche ist ein Beispiel für ein Nivelliersystem für Verlegegut. Die Zusammenwirkung
der Zughaube mit der Gewindelasche gewährleistet, dass Unebenheiten zwischen Stücken
von Verlegegut, beispielsweise aufgrund von einem uneben aufgetragenen Fliesenkleber,
ausgeglichen werden. Das erfindungsgemäße Werkzeug erleichtert die Bedienung von Nivelliersystemen
zum Verlegen von Verlegegut, beispielsweise von Fliesen.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Betätigungsmittel als
vertikaler Schenkel und das Eingriffmittel als Vorsprung und/oder Rücksprung ausgebildet.
Beispielsweise kann vorgesehen sein, dass mehrere Eingriffmittel flügelförmig in radialer
oder axialer Richtung von einem zylindrischen Grundkörper der Schraubvorrichtung hervorstehen.
[0023] Unter einem vertikalen Schenkel versteht man einen Stab, Platte, Lasche oder dergleichen,
die sich in Längsrichtung erstreckt. Die Orientierung vertikal bezieht sich auf ein
auf einem Boden stehendes Werkzeug und kann sich entsprechend ändern, wenn das Werkzeug
in einer anderen Richtung orientiert ist.
[0024] Diese Ausführungsform ist besonders zweckmäßig, da sie kein zielgerichtetes aufsetzen
des Werkzeugs auf die Schraubvorrichtung erfordert. Vielmehr ist es ausreichend das
Betätigungsmittel an einer Stelle in einem Zwischenraum der flügelförmigen Eingriffmittel
zu positionieren.
[0025] Darüber hinaus ist ein derartiges Werkzeug mit verschiedenen Schraubvorrichtungen
kompatibel, beispielsweise mit Schraubvorrichtungen von verschiedener Größe.
[0026] Besonders vorteilhaft ist es dabei, wenn die Betätigungsmittel U-förmig ausgebildet
sind. In diesem Fall sind an langen Schenkeln eines U jeweils Betätigungsmittel ausgebildet.
[0027] Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die Schraubvorrichtung Eingriffmittel
aufweist, welche als ein oder mehrere Vertiefungen bzw. Ausbuchtungen in der Schraubvorrichtung
ausgebildet sind, wobei die Vertiefungen bzw. Ausbuchtungen eine griffige, zu einer
Kontur eines Betätigungsmittels korrespondierende Kontur aufweisen.
[0028] Dabei sind die Betätigungsmittel des Werkzeugs zielgerichtet in die Ausnehmung bzw.
Ausbuchtung der Schraubvorrichtung einzusetzen, bevor die Schraubvorrichtung von dem
Werkzeug betätigt wird.
[0029] Optional kann vorgesehen sein, dass das Werkzeug lösbar an der Schraubvorrichtung
fixiert ist. Somit kann die Schraubvorrichtung eine Kraft von dem Werkzeug auf ein
mit der Schraubvorrichtung verbundenes Gewinde übertragen. Dies ist zweckmäßig, wenn
das Gewinde an einer Sollbruchstelle abgetrennt werden soll.
[0030] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist der Abstand zwischen dem
Antriebsmittel und dem Betätigungsmittel einstellbar.
[0031] Sofern das Werkzeug für die Betätigung von bodennahen Schraubvorrichtungen ausgelegt
ist, kann ein Bediener die Höhe des Werkzeugs derart einstellen, dass dieser das Werkzeug
in aufrechter Haltung betätigen kann. Eine derartige Höhenverstellung des Werkzeugs
kann beispielsweise durch eine Teleskopstange oder durch eine Gewindestange gewährleistet
sein.
[0032] Sofern das Werkzeug zur Betätigung von vertikal angeordneten Schraubvorrichtungen,
beispielsweise an einer gefliesten Wand, ausgelegt ist, kann es vorteilhaft sein,
wenn das Werkzeug eine besonders niedrige Höhe, beispielsweise von 1 cm bis 30 cm,
aufweist.
[0033] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist das Antriebsmittel als Griff
ausgebildet. Es versteht sich, dass von dem Begriff Antriebsmittel sowohl motorische
als auch rein manuelle Antriebe umfasst sind.
[0034] Besonders vorteilhaft können beispielsweise Griffe sein, welche von beiden Händen
betätigt werden können, beispielsweise an radial von dem Werkzeug abstehenden Griffen.
[0035] Alternativ kann der Griff auch als Längsgriff für eine Hand ausgebildet sein.
[0036] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung weist Werkzeug Betätigungsmittel,
die jeweils als vertikaler Schenkel ausgebildet sind und jeweils aneinander oder an
einer Trägerplatte befestigt sind, auf.
[0037] Dies gewährleistet einen besonders einfachen Aufbau eines Werkzeugs.
[0038] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind mehrere Betätigungsmittel
in einem vertikalen Schenkel ausgebildet, wobei die Betätigungsmittel in dem vertikalen
Schenkel von einem Schlitz getrennt sind.
[0039] Auf diese Weise kann die Fertigung eines Werkzeugs mit mehreren Betätigungsmitteln
vereinfacht werden. Mehrere Betätigungsmittel verbessern die Stabilität der Werkzeugs
im Gebrauch.
[0040] Dabei ist vorgesehen, dass die drei, insbesondere vier, Betätigungsmittel kozirkular
um eine Drehachse angeordnet sind.
[0041] Die Trägerplatte gewährleistet eine besonders stabile Kraftübertragung von dem Antriebsmittel
auf die Betätigungsmittel.
[0042] Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass das bzw. die Betätigungsmittel in einem
Hut des Werkzeugs ausgebildet sind. Der Hut ist derart ausgebildet, dass sein Inneres
korrespondierend zu der Oberfläche der Schraubvorrichtung geformt ist.
[0043] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung sind die Betätigungsmittel jeweils
in einem Langloch angeordnet. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass ein Kreisdurchmesser,
auf dem die Betätigungsmittel kozirkular angeordnet sind, verstellbar ist.
[0044] Somit ist die Kompatibilität des Werkzeugs mit Schraubvorrichtungen von verschiedener
Größe gewährleistet.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNGEN
[0045] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnungen angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Figur 1
- eine schematische Perspektivansicht einer Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 2
- eine schematische Schnittsicht einer Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 3
- eine schematische Schnittsicht einer Ausführungsform der Erfindung;
- Figur 4
- eine schematische Draufsicht einer Ausführungsform der Erfindung;
[0046] Die beiliegenden Zeichnungen sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0047] In den Figuren der Zeichnungen sind gleiche, funktionsgleiche und gleichwirkende
Elemente, Merkmale und Komponenten - sofern nicht anders ausgeführt ist - jeweils
mit denselben Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0048] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemäßes Werkzeug 10, welches eine Zughaube 12, die mit
einer Gewindelasche 24 in einer Fliesenfuge 22 verbunden ist, betätigt.
[0049] Die Gewindelasche 24 ist in der Fuge 22 zwischen zwei Fliesen angeordnet. Die Zughaube
12 ist mit einem Gewinde 38 der Gewindelasche 24 verschraubt. Die Zughaube 12 weist
sieben radiale Vorsprünge 14 auf, die flügelartig von dem zylinderförmigen Grundkörper
der Zughaube 12 abstehen. Das erfindungsgemäße Werkzeug 10 ist an den Betätigungsmitteln
20 in drei Zwischenräumen zwischen den Vorsprüngen 14 der Zughaube 12 eingesetzt.
[0050] Um die Zughaube 12 zu betätigen, kann ein Bediener das Werkzeug 10 an dem Griff 18
drehen. Abhängig von der Drehrichtung wird die Zughaube 12 weiter mit der Gewindelasche
24 verschraubt oder von der Gewindelasche 24 gelöst.
[0051] Figur 2 zeigt eine schematische Schnittsicht entlang der Schnittlinie 11-11 gemäß
Figur 1.
[0052] Die Figur 2 zeigt eine Gewindelasche 24 mit einem Fuß 36, der mittig unter zwei Fliesenkanten
positioniert ist. Ein Steg 34 steht senkrecht von dem Fuß 36 in einer Fuge der Fliesen
32 hervor. Der Steg 34 weist in einem Endbereich ein Gewinde 38 auf, welches sich
in geringem Abstand zu den Fliesen 32 befindet. Die Zughaube 12 ist mit dem Gewinde
38 verschraubt, sodass die Zughaube 12 eine Kraft auf die Fliesen 32 überträgt, wodurch
die Fliesen 32 auf ein einheitliches Niveau gebracht werden.
[0053] Um die Zughaube 12 zu betätigen steht das Werkzeug 10 mit der Zughaube 12 in einer
Wirkverbindung. Die Betätigungsmittel 20, die als Stege ausgebildet sind, sind mit
einer Trägerplatte 26 des Werkzeugs 10 verbunden und in Zwischenräumen zwischen den
radialen Vorsprüngen 14 angeordnet. Das Werkzeug 10 lässt sich über den Griff 19 betätigen.
[0054] Zwischen dem Griff 19 und der Trägerplatte weist das Werkzeug 10 einen Teleskopauszug
(nicht dargestellt) auf. Somit kann ein Bediener des Werkzeugs den Griff 19 auf eine
passende Arbeitshöhe einstellen. Der Griff 19 des Werkzeugs 10 ist derart ausgelegt,
dass dieser von zwei Händen betätigbar ist. Dies gewährleistet eine gleichförmige
Kraftübertragung. Zudem ist die erforderliche Kraft zum Festziehen bzw. Lösen der
Zughaube leichter aufzubringen, da beide Hände eingesetzt werden können.
[0055] Sobald die Zughaube 12 von den Fliesen 32 entfernt werden kann, insbesondere sobald
Materialien unterhalb der Fliesen 32 ausgehärtet sind, lässt sich die Schraubverbindung
zwischen der Zughaube 12 und dem Gewinde 38 lösen. Nachdem die Zughaube 12 von der
Gewindelasche 24 entfernt wurde, lässt sich der Steg 34 mittels einer Sollbruchstelle
(nicht dargestellt) von dem Fuß 36 abreißen. Alternativ kann vorgesehen sein, dass
die Zughaube mit dem Gewinde 38 des Stegs 36 von dem Fuß 36 abreißbar ist.
[0056] Die Figur 3 zeigt eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Werkzeugs
10. Das Werkzeug 10 umfasst eine Trägerplatte 26, an welcher eine Haltestange 16 von
einer zu bestimmenden Länge montiert ist. Gegenüberliegend (bezüglich der Trägerplatte)
zu der Haltestange 16 sind drei Betätigungsmittel 20 kozirkular montiert. Die Betätigungsmittel
20 weisen ein Gewinde auf und sind geeignet mit einer Zuglasche verschraubt zu werden,
sofern diese Zuglasche zu den Betätigungsmitteln 20 korrespondierende Ausnehmungen
aufweist.
[0057] Auf diese Weise lässt sich eine Zuglasche 12, welche mit einem Gewinde 38 einer Gewindelasche
24 verschraubt ist, auch von der Gewindelasche 24 an einer Sollbruchstelle abtrennen.
Hierfür kann vorgesehen sein, an einer Zuglasche mittels dem Werkzeug 10 zu ziehen
bzw. die Zuglasche zu verkippen.
[0058] Die Figur 4 zeigt eine schematische Draufsicht eines erfindungsgemäßen Werkzeugs
10. Das erfindungsgemäße Werkzeug 10 weist mehrere Betätigungsmittel 20 auf, die auf
der Trägerplatte 26 befestigt sind.
In Figur 4 ist ein Betätigungsmittel 20 in einem Langloch 28 befestigt. Auf diese
Weise lässt sich eine Kreisgeometrie eines Kreises, welcher von den Betätigungsmitteln
20 gebildet wird, verändern. Es versteht sich, dass auch mehrere Betätigungsmittel
20 in Langlöchern angeordnet sein können oder dass die Langlöcher 20 zueinander auch
in unterschiedliche Richtungen orientiert sein können.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0059]
- 10
- Werkzeug
- 12
- Zughaube
- 14
- Eingriffmittel
- 16
- Haltestange
- 18
- Griff
- 19
- Griff
- 20
- Betätigungsmittel
- 22
- Fuge
- 24
- Gewindelasche
- 26
- Trägerplatte
- 28
- Langloch
- 30
- Verlegegut
- 32
- Fliese
- 34
- Steg
- 36
- Fuß
- 38
- Gewinde
1. Werkzeug (10) zum Schrauben von Schraubvorrichtungen (12), insbesondere Zughauben,
welche wenigstens ein Eingriffmittel (14) aufweisen,
wobei das Werkzeug ein Antriebsmittel (16; 18; 19) zum Beaufschlagen des Werkzeugs
mit einem Drehmoment und wenigstens ein Betätigungsmittel (20), welches eingerichtet
ist, das Drehmoment von dem Werkzeug über das Betätigungsmittel auf das Eingriffmittel
einer Schraubvorrichtung zu übertragen, aufweist,
wobei das Antriebsmittel und das Betätigungsmittel derart beabstandet sind, dass ein
Bediener des Werkzeugs eine vorbestimmte Haltung einnimmt.
2. Werkzeug nach Anspruch 1, welches wenigstens zwei, insbesondere drei Betätigungsmittel,
weiter insbesondere wenigstens vier Betätigungsmittel aufweist, welche eingerichtet
sind, ein Drehmoment auf wenigstens drei Eingriffmittel, insbesondere auf wenigstens
vier Eingriffmittel einer Schraubvorrichtung zu übertragen.
3. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, welches mit einem motorischen Antrieb
verbindbar ist oder einen motorischen Antrieb aufweist.
4. Werkzeug nach Anspruch 3, welches Mittel aufweist, welche verhindern, dass eine Schraubkraft
einen vorgegebenen Schwellwert übersteigt.
5. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, welches eingerichtet ist, eine Zughaube
(12) mit einer Gewindelasche (24), die in einer Fuge anbringbar ist und ein Gewinde
aufweist, zu verschrauben.
6. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Betätigungsmittel als vertikaler
Schenkel und das Eingriffmittel als Vorsprung und/oder Rücksprung ausgebildet ist.
7. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Betätigungsmittel eine zu
einem Eingriffmittel korrespondierende Kontur aufweist.
8. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der Abstand zwischen dem Antriebsmittel
und dem Betätigungsmittel einstellbar ist.
9. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei das Antriebsmittel als Griff
(18; 19) ausgebildet ist.
10. Werkzeug nach Anspruch 9, wobei der Griff zwei radial vorstehende Griffe (19) aufweist.
11. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei die Betätigungsmittel jeweils
als vertikale Schenkel ausgebildet sind und jeweils aneinander oder an einer Trägerplatte
(26) befestigt sind.
12. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei mehrere Betätigungsmittel in
einem vertikalen Schenkel ausgebildet sind, wobei die Betätigungsmittel in dem vertikalen
Schenkel von einem Schlitz getrennt sind.
13. Werkzeug nach einem der vorstehenden Ansprüche, wobei wenigstens ein Betätigungsmittel
in einem Langloch (28) angeordnet ist, derart dass die Betätigungsmittel einen Kreis
mit veränderlichen Durchmesser bilden.
14. Verfahren zum Verlegen von Verlegegut (30), insbesondere Fliesen, umfassend die folgenden
Schritte:
- Positionieren einer Gewindelasche (24) unter einem Verlegegut;
- Aufsetzen einer Zughaube (12) mit einem Eingriffmittel (14) auf die Gewindelasche;
- Positionieren eines Werkzeugs (10) mit einem Betätigungsmittel (20), derart dass
das Eingriffmittel und das Betätigungsmittel miteinander in Wirkverbindung stehen;
- Verschrauben der Zughaube mit der Gewindelasche, indem das Werkzeug eine Schraubkraft
von dem Betätigungsmittel auf das Eingriffmittel überträgt.