[0001] Die vorlegende Offenbarung betrifft eine Auflagereinheit zur drehfesten Aufnahme
einer Antriebseinheit für eine Verschluss- oder Schutzreinrichtung, mit einem Haltestück,
das ein Aufnahmeprofil aufweist, und mit einem an das Aufnahmeprofil angepassten Verbindungsstück,
das mit einer Antriebseinheit verbindbar ist.
[0002] Eine solche Antriebseinheit bildet beispielsweise einen Bestandteil einer Wellenbaugruppe
für Rollläden, Markisen oder dergleichen. Die vorliegende Offenbarung bezieht sich
gemäß zumindest einigen Ausführungsbeispielen auf solche Antriebseinheiten, die in
die Wellenbaugruppe integriert sind und insbesondere koaxial zur Wellenbaugruppe angeordnet
sind.
[0003] Ferner betrifft die vorlegende Offenbarung eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung,
insbesondere einen Rollladen, ein Rolltor oder eine Markise, mit einem ersten Auflager,
einem zweiten Auflager und einer Wellenbaugruppe, die am ersten Auflager und am zweiten
Auflager aufgenommen ist. Daneben betrifft die vorliegende Offenbarung ein Verfahren
zur werkzeuglosen Deaktivierung einer Verdrehsicherung für eine Antriebseinheit einer
Verschluss- oder Schutzeinrichtung.
[0004] Die Bezeichnung Verschluss- oder Schutzeinrichtungen soll nicht dahingehend verstanden
werden, dass eine entsprechende Vorrichtung entweder zu Verschlusszwecken oder zu
Schutzzwecken dienen muss. Es versteht sich, dass beispielsweise Rollläden oder Rolltore
sehr wohl einerseits als Verschlusseinrichtung und gleichzeitig auch als Schutzeinrichtung
dienen können. Bei einer Markise tritt regelmäßig die Funktion als Sonnenschutz oder
Wetterschutz in den Vordergrund. Der Begriff Schutz kann einerseits einen Schutz vor
Umwelteinflüssen beinhalten. Ferner kann hierunter jedenfalls in einigen Ausführungsformen
auch ein Schutz gegen unerwünschtes Eindringen (Diebstahlschutz) verstanden werden.
[0005] Aus der
EP 1 114 912 A2 ist ein Rollladenkasten mit einem darin auf einer Panzerwelle aufwickelbaren Rollladenpanzer
bekannt, wobei die Panzerwelle zwischen zwei Lagerelementen aufgenommen ist, die jeweils
im Rollladenkasten drehbar gelagert sind. Hierfür ist eine Panzer-Basisplatte mit
einem scheibenartigen Grundkörper vorgesehen, die ein Lagerelement trägt. Der Grundkörper
ist an einem als C-Führung ausgebildeten Führungsprofil aufgenommen, das mit Rastnasen
versehen ist.
[0006] Aus der
WO 2009/030474 A1 ist eine Anordnung zur Montage eines Rollladens bekannt, mit einer Adapterplatte,
die eine im wesentlichen kreisförmige Platte und einen oder mehrere radial nach außen
vorstehende Vorsprünge umfasst, und mit einem ringartig gestalteten Halteelement mit
einer oder mehreren Öffnungen an seiner Stirnseite, wobei die Adapterplatte und das
Halteelement derart gestaltet sind, dass die Adapterplatte axial in das Halteelement
eingesetzt werden kann, indem der eine oder die mehreren Vorsprung der Adapterplatte
mit einer entsprechenden Öffnung in der vorderen Abdeckung des Halteelements ausgerichtet
werden.
[0007] Zur Lagesicherung gegen axiales Lösen wird dann die Adapterplatte um einen kleinen
Winkelbetrag relativ zum Halteelement verdreht. Damit ist die Adapterplatte auch gegen
ein weiteres Verdrehen geschützt. Zur weiteren Lagesicherung gegen eine Drehbewegung
aus dieser gesicherten Lage heraus ist ein Verriegelungselement vorgesehen, dass in
einer bestimmten Drehlage in die Adapterplatte eingreifen kann, um diese drehfest
zu halten.
[0008] Mit anderen Worten beschreibt die
WO 2009/030474 A1 eine Art Bajonett-Verbindung mit zusätzlicher Verriegelung im eingerasteten Zustand.
[0009] Aus der
EP 0 479 719 B1 ist eine Aufrollvorrichtung für Rollvorhänge, Rollläden oder dgl. bekannt, die ein
Aufrollrohr und einen Abtrieb aufweist, der drehfest mit dem Aufrollrohr gekoppelt
ist, wobei im Inneren des Aufrollrohrs ein Motor vorgesehen ist, der sich einseitig
an einer Wand abstützt. Insbesondere ist der Motor als Rohrmotor gestaltet.
[0010] Wellenbaugruppen der hierin beschriebenen Art können allgemein auch als Aufrollvorrichtung
bezeichnet werden und sind üblicherweise dazu vorgesehen, eine Verschlusseinheit in
Form eines sogenannten Panzers, der verschiedene Glieder aufweist, kontrolliert aufzuwickeln
oder abzuwickeln, um eine Öffnung zu verdecken oder freizugeben.
[0011] Die oben beschriebene Bauweise gemäß der
EP 0 479 719 B1 hat den Vorteil, dass die Antriebseinheit von außen kaum oder nicht sichtbar ist,
und dass die Antriebseinheit nahezu keinen zusätzlichen Bauraum benötigt. Dies vereinfacht
einerseits die Nachrüstung älterer Verschlusseinrichtungen (Rollläden, Jalousien,
Segmenttore oder Rolltore), da keine großen baulichen Veränderungen erforderlich sind.
[0012] Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Montage und Wartung einer solchen Wellenbaugruppe
weiterhin sehr aufwendig ist. Dies gilt sowohl für Neuinstallationen als auch für
Umrüstungen und Reparaturen. Ein Einbaumaß für die Wellenbaugruppe ist üblicherweise
durch die vorhandene Öffnung (Fenster, Tür oder dergleichen) sowie durch entsprechende
Freisparungen in der Wand und/oder durch gegebene Maße eines Kastens vorgegeben. Üblicherweise
ist gerade in einer Axialrichtung (entlang der Längsachse des Hohlprofilkörpers) nur
wenig Platz vorgesehen, schon aufgrund der Tatsache, dass beispielsweise der Panzer
eines Rollladen derart breit sein muss, dass in Zusammenarbeit mit entsprechenden
seitlichen Führungsschienen, ein vollständiger Verschluss der Öffnung möglich ist.
[0013] Im Falle einer Umrüstung oder Neumontage kann die Wellenbaugruppe in einem teilweise
oder vollständig abgewickelten Zustand montiert werden, so dass etwa der Hohlprofilkörper
zumindest teilweise (radial) zugänglich ist. Jedoch liegt im Reparaturverfall häufig
ein Zustand vor, bei dem die Wellenbaugruppe vollständig oder nahezu vollständig aufgewickelt
ist. Mithin ist der Panzer um den Hohlprofilkörper gewickelt. Somit ist der Hohlprofilkörper
nicht zugänglich.
[0014] Im Falle eines Defekts, etwa der Antriebseinheit, die der Wellenbaugruppe zugeordnet
ist, ist es häufig recht schwierig, die betroffenen Bauteile zu erreichen. Beispielsweise
kann ein Defekt in einem teilweise oder vollständig aufgewickelten Zustand der Verschluss-
oder Schutzeinrichtung auftreten. Jedenfalls dann, wenn die Antriebseinheit im Hohlprofilkörper
der Wellenbaugruppe angeordnet ist, müsste sodann ein Abwickeln etwa des Panzers erfolgen,
um einen Zugang zur Antriebseinheit zu erhalten.
[0015] Wellenbaugruppen sind üblicherweise an einem ersten Auflager und einem zweiten Auflager
aufgenommen. Eines der beiden Auflager dient auch als Drehmomentabstützung oder Motorlager
für die Antriebseinheit. Mit anderen Worten wird etwa ein Elektromotor der Antriebseinheit
über eines der beiden Auflager gestellseitig gestützt, so dass eine Relativbewegung
eines Abtriebs des Motors sowie insgesamt des Hohlprofilkörpers mit dem Panzer gegenüber
dem Gestell, also etwa einer Wand oder einem Rollladenkasten, erfolgen kann.
[0016] Wenn nun jedoch ein Defekt oder ein sonstiger Wartungsfall bei der Antriebseinheit
vorliegt, etwa beim Motor, beim Getriebe und/oder bei der Steuerung bzw. der Sensorik,
so muss jedenfalls dann, wenn die Verschluss- oder Schutzeinrichtung teilweise oder
vollständig aufgewickelt ist, die gesamte Wellenbaugruppe häufig gemeinsam mit gehäusefesten
Teilen einer Motorlagerung relativ zum Kasten bzw. zur Wand gedreht werden, um gewissermaßen
händisch einen Abwickelvorgang durchzuführen. Sodann kann die Wellenbaugruppe freigelegt
werden, wodurch ein Zugang zur Antriebseinheit gewährt ist.
[0017] Da jedoch die Bauraumverhältnisse für die Aufnahme und Lagerung der Wellenbaugruppe
sehr beengt sind, ist es häufig mit großem Aufwand verbunden, eine Drehmomentstütze/Verdrehsicherung
der Antriebseinheit zu deaktivieren. Häufig ist der Bauraum, der eigentlich für den
Zugang erforderlich wäre, vom Panzer bzw. der Stoffbahn der Verschluss- oder Schutzeinrichtung
verdeckt, jedenfalls im aufgewickelten Zustand.
[0018] Dies führt oft dazu, dass ein solches Ausrücken oder Deaktivieren der Verdrehsicherung
der Antriebseinheit mit hohem Kraftaufwand erfolgen muss, wodurch Folgeschäden entstehen
können.
[0019] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Offenbarung die Aufgabe zugrunde, eine
Auflagereinheit zur drehfesten Aufnahme einer Antriebseinheit für eine Verschluss-
und Schutzeinrichtung anzugeben, die einfach montierbar ist und die im Falle eines
Defekts der Antriebseinheit mit geringem Aufwand und möglichst werkzeuglos deaktivierbar
ist. Insbesondere soll mit möglichst geringem Aufwand ein Zustand der Wellenbaugruppe
der Verschluss- oder Schutzeinrichtung herbeigeführt werden, in dem ein manuelles
Abwickeln (oder Aufwickeln) der Wellenbaugruppe unter Umgehung der Drehmomentabstützung
der Antriebseinheit ermöglicht ist. Vorzugsweise ist dies auch dann möglich, wenn
kein direkter radialer Zugang zur Auflagereinheit möglich ist. Darüber hinaus soll
die Auflagereinheit zumindest gemäß einigen Ausführungsformen derart gestaltet sein,
dass eine einfache und fehlerarme/fehlerfreie Montage ermöglicht ist.
[0020] Darüber hinaus soll eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung angegeben werden, die
ein erstes Auflager und ein zweites Auflager und eine Wellenbaugruppe umfasst, die
am ersten Auflager und am zweiten Auflager aufgenommen ist, wobei zumindest eines
der beiden Auflager als Auflagereinheit gemäß der vorliegenden Offenbarung gestaltet
ist. Darüber hinaus liegt der vorliegenden Offenbarung die Aufgabe zugrunde, ein korrespondierendes
Verfahren zur werkzeuglosen Deaktivierung einer Verdrehsicherung für eine Antriebseinheit
einer Verschluss- oder Schutzeinrichtung anzugeben.
[0021] Die Auflagereinheit betreffend wird die Aufgabe der Erfindung durch eine Auflagereinheit
zur drehfesten Aufnahme einer Antriebseinheit für eine Verschluss- oder Schutzeinrichtung
gelöst, mit einem Haltestück, das ein Aufnahmeprofil aufweist, und mit einem an das
Aufnahmeprofil angepassten Verbindungsstück, das mit einer Antriebseinheit verbindbar
ist, wobei das Haltestück eine erste Aufnahmeposition und eine zweite Aufnahmeposition
für das Verbindungsstück bereitstellt, wobei das Verbindungsstück in der ersten Aufnahmeposition
relativ zum Haltestück drehbar ist, wobei das Verbindungsstück in der zweiten Aufnahmeposition
gegen ein Verdrehen relativ zum Haltestück gesichert ist, und wobei das Verbindungsstück
unter Krafteinwirkung zur Überwindung einer Haltekraft zwischen der ersten Aufnahmeposition
und der zweiten Aufnahmeposition bewegbar ist.
[0022] Die Aufgabe der Erfindung wird auf diese Weise vollständig gelöst.
[0023] Erfindungsgemäß kann nämlich die Auflagereinheit durch eine Relativbewegung, insbesondere
eine Relativbewegung in einer Ebene, die senkrecht zu einer Längsachse der Antriebseinheit
ist, zwischen zwei Zuständen umgeschaltet werden. Im ersten Zustand, in dem das Verbindungsstück
in der ersten Aufnahmeposition angeordnet ist, kann sich das Verbindungsstück relativ
zum Haltestück drehen. Somit ist es in diesem Zustand möglich, die gesamte Antriebseinheit,
ggf. die gesamte Wellenbaugruppe, relativ zum Haltestück und somit relativ zu einem
Aufnahmekasten oder einer Aufnahmewand zu verdrehen. Auf diese Weise kann etwa ein
Panzer oder eine Stoffbahn manuell abgewickelt oder aufgewickelt werden.
[0024] Im zweiten Zustand befindet sich das Verbindungsstück in der zweiten Aufnahmeposition.
In der zweiten Aufnahmeposition ist keine Relativverdrehung zwischen dem Verbindungsstück
und dem Haltestück möglich. Mit anderen Worten wird eine Drehmomentabstützung für
die Antriebseinheit bereitgestellt, so dass die Antriebseinheit die Wellenbaugruppe,
insbesondere einen Hohlprofilkörper der Wellenbaugruppe, definiert antreiben kann,
um die Verschluss- oder Schutzeinrichtung motorisch zu öffnen oder zu schließen.
[0025] Die zweite Aufnahmeposition bzw. der zweite Zustand entsprechen somit grundsätzlich
einem Normalbetriebszustand. Die erste Aufnahmeposition bzw. der erste Zustand entsprechen
somit grundsätzlich einem Wartungszustand bzw. einem Zustand, in dem die Wellenbaugruppe
manuell von außen unter Umgehung einer Drehmomentabstützung der Antriebseinheit verdrehbar
ist.
[0026] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform besteht in der zweiten Aufnahmeposition
eine formschlüssige Lagesicherung für das Verbindungsstück durch das Haltestück. Das
Verbindungsstück ist regelmäßig mit einem Motorgehäuse oder mit einem Motorgestell
der Antriebseinheit verbindbar. Es ist auch vorstellbar, das Verbindungsstück in ein
solches Motorgehäuse oder Motorgestell der Antriebseinheit zu integrieren. Das Verbindungsstück
und das Haltestück sorgen zumindest in der zweiten Aufnahmeposition für eine Drehsicherung
oder Drehmomentabstützung für die Antriebseinheit.
[0027] In der ersten Aufnahmeposition ist das Verbindungsstück bzw. die mit dem Verbindungsstück
gekoppelte Antriebseinheit um eine Längsachse der Antriebseinheit bzw. der Wellenbaugruppe
verdrehbar. Der Übergang vom zweiten Zustand in den ersten Zustand ist durch eine
Bewegung des Verbindungsstücks gegenüber dem Haltestück herbeiführbar. Diese Bewegung
bedingt, dass die Längsachse der Wellenbaugruppe leicht gekippt oder versetzt wird.
Dies ist jedenfalls dann der Fall, wenn das andere Auflager der Verschluss- und der
Schutzeinrichtung, das von der Auflagereinheit abgewandt ist, in seiner angestammten
Position bzw. seinem angestammten Zustand verbleibt.
[0028] Die erste Aufnahmeposition kann auch als Wartungs- und Demontageposition bezeichnet
werden. Die erste Aufnahmeposition und die zweite Aufnahmeposition ermöglichen insgesamt
zwei definierte Lagerzustände für die Antriebseinheit/Wellenbaugruppe relativ zum
umgebenden Kasten bzw. zur umgebenden Wand.
[0029] Vorzugsweise kann ein Umschalten zwischen der ersten Aufnahmeposition und der zweiten
Aufnahmeposition werkzeuglos erfolgen. Dies hat den Vorteil, dass auch bei sehr begrenztem
Bauraum eine Deaktivierung der im zweiten Zustand gegebenen Verdrehsicherung ermöglicht
ist. Gleichermaßen kann eine Aktivierung ebenso werkzeuglos herbeigeführt werden,
indem das Verbindungsstück entsprechend in die zweite Aufnahmeposition am Haltestück
einrastet. Vorzugsweise ist für die Aktivierung oder Deaktivierung der Verdrehsicherung
kein Lösen und/oder Anbringen separater Sicherungselemente in Form von Sicherungsringen,
Splinten oder dergleichen erforderlich.
[0030] Das Verbindungsstück kann grundsätzlich auch als Endkappe der Antriebseinheit bezeichnet
werden. Das Verbindungsstück ist üblicherweise an einem stirnseitigen Ende der Antriebseinheit
angeordnet, welches der Auflagereinheit zugewandt ist.
[0031] Gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung sind das Haltestück und das Verbindungsstück
als Kunststoff-Teile, insbesondere als Spritzguss-Teile ausgeführt. Dies vereinfacht
die Fertigung und vermeidet aufwendige Nachbearbeitungen. Darüber hinaus können diverse
Funktionen integriert werden, ohne dass es zusätzlicher Bauteile bedarf. Gemäß einer
beispielhaften Ausgestaltung ist zumindest das Haltestück oder das Verbindungsstück
jeweils einstückig gestaltet. Gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung sind das Haltestück
und das Verbindungsstück jeweils einstückig gestaltet.
[0032] Gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung ist das Verbindungsstück unter Überwindung
einer Engstelle, die die Haltekraft verursacht, im Aufnahmeprofil zwischen der ersten
Aufnahmeposition und der zweiten Aufnahmeposition bewegbar. Dies hat den Vorteil,
dass die erste Aufnahmeposition und die zweite Aufnahmeposition deutlich voneinander
unterscheidbar sind. Es gibt zwei definierte und stabile Zustände. Zum Übergang zwischen
den beiden Zuständen ist es erforderlich, eine definierte Kraft aufzubringen, um die
Engstelle zu überwinden. Die Engstelle kann durch das Haltestück selbst bzw. die das
Aufnahmeprofil bereitgestellt werden. Die Engstelle kann insbesondere durch Wandabschnitte
des Aufnahmeprofils gebildet werden.
[0033] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung ist der Engstelle des Aufnahmeprofils eine
Aussparung an einer Grundplatte des Haltestücks zugeordnet. Auf diese Weise ist für
das Aufnahmeprofil im Bereich der Engstelle eine gewisse Verformbarkeit gegeben, so
dass ein Ausweichen ermöglicht ist, um das Verbindungsstück die Engstelle passieren
zu lassen.
[0034] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit erfolgt die
Bewegung des Verbindungsstücks zwischen der ersten Aufnahmeposition und der zweiten
Aufnahmeposition parallel zu einer Grundplatte des Haltestücks und/oder in einer Ebene
senkrecht zu einer Längsachse der Antriebseinheit. Die Längsachse der Antriebseinheit
wird etwa durch die Längsachse des Hohlprofilkörpers (Wickelkörper) bzw. durch die
Drehachse der Antriebseinheit definiert.
[0035] Diese Gestaltung ermöglicht den Übergang zwischen der ersten Aufnahmeposition und
der zweiten Aufnahmeposition selbst dann, wenn die Wellenbaugruppe unter axialer Vorspannung
am ersten Auflager und am zweiten Auflager aufgenommen ist. Mit anderen Worten ist
es ja gerade nicht oder nur mit hohem Kraftaufwand möglich, das Verbindungsstück axial
vom Haltestück zu lösen. Stattdessen wird vorgeschlagen, eine radiale Bewegung oder
eine annähernd radiale Bewegung für das Umschalten zwischen dem ersten Zustand und
dem zweiten Zustand zu nutzen.
[0036] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Auflagereinheit wird die Bewegung des Verbindungsstücks
zwischen der ersten Aufnahmeposition und der zweiten Aufnahmeposition durch eine von
außen einwirkende Kraft auf die Antriebseinheit bewirkt, insbesondere durch eine radial
einwirkende Zugkraft oder Druckkraft. Mit anderen Worten kann ein Monteur die Wellenbaugruppe
nahe der Auflagereinheit in einer definierten Richtung drücken oder ziehen, um das
Verbindungsstück zwischen der zweiten Aufnahmeposition und der ersten Aufnahmeposition
zu bewegen. Diese Kraft kann grundsätzlich auch dann aufgebracht werden, wenn die
Wellenbaugruppe teilweise oder vollständig aufgewickelt ist. Es ist nicht erforderlich,
die Kraft direkt auf das Verbindungsstück aufzubringen. Ferner ist es nicht erforderlich,
das Verbindungsstück mit einem Werkzeug zu erreichen.
[0037] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit ist ein Übergang
von der ersten Aufnahmeposition in die zweite Aufnahmeposition nur bei einer bestimmten
Drehorientierung des Verbindungsstücks in Bezug auf das Haltestück ermöglicht. Auf
diese Weise wird eine zumindest teilweise formschlüssige Lagesicherung/Verdrehsicherung
des Verbindungsstücks in der zweiten Aufnahmeposition gewährleistet. In der ersten
Aufnahmeposition ist das Verbindungsstück hingegen grundsätzlich relativ zum Aufnahmeprofil
des Haltestücks verdrehbar.
[0038] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Auflagereinheit ist das Verbindungsstück in
der ersten Aufnahmeposition dem Haltestück axial zuführbar bzw. axial vom Haltestück
lösbar, und wobei das Verbindungsstück in der zweiten Aufnahmeposition axial lagegesichert
am Haltestück aufgenommen ist. Somit dient die erste Aufnahmeposition nicht nur zur
Deaktivierung einer Verdrehsicherung zum manuellen Aufwickeln oder Abwickeln der Wellenbaugruppe.
Daneben ermöglicht die erste Aufnahmeposition für das Verbindungsstück auch eine Montage
(und ggfs. ein Demontage) der Wellenbaugruppe an dem mit der Auflagereinheit versehenen
Auflager.
[0039] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Auflagereinheit verformt sich das Aufnahmeprofil
abschnittsweise, wenn das Verbindungsstück zwischen der ersten Aufnahmeposition und
der zweiten Aufnahmeposition bewegt wird. Die Verformung tritt insbesondere im Bereich
der Engstelle auf. Vorzugsweise ist das Aufnahmeprofil derart gestaltet, dass die
Verformung reversibel erfolgt. Das Aufnahmeprofil ist zumindest im Bereich der Engstelle
hinreichend elastisch gestaltet. Die Verformung führt nicht zu einer die Funktion
einschränkenden Beschädigung des Aufnahmeprofils.
[0040] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit weist das Verbindungsstück
eine Ringfläche oder Ringabschnittsfläche auf, die einen Außendurchmesser definiert.
Auf diese Weise ist eine Lagerfläche bzw. Gleitfläche für das Verbindungsstück am
Aufnahmeprofil gegeben. Insgesamt ist das Verbindungsstück etwa scheibenartig gestaltet.
[0041] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Auflagereinheit weist das Aufnahmeprofil zumindest
für die erste Aufnahmeposition, vorzugsweise für die erste Aufnahmeposition und die
zweite Aufnahmeposition, eine Ringfläche oder Ringabschnittsfläche auf. Die Ringfläche
oder Ringabschnittsfläche des Aufnahmeprofils ist an die Ringfläche oder Ringabschnittsfläche
des Verbindungsstücks angepasst.
[0042] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Auflagereinheit definiert die Engstelle einen
Abstand oder Durchgang, der kleiner als der Außendurchmesser des Verbindungsstücks
ist. Der Abstand ist jedoch nur um ein geringes Maß kleiner als der Außendurchmesser,
so dass das Verbindungsstück die Engstelle unter Verformung des Aufnahmeprofils im
Bereich der Engstelle überwinden kann.
[0043] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit ist das Aufnahmeprofil,
von der Antriebseinheit aus betrachtet, achtförmig oder langlochartig gestaltet und
mit einer mittigen Engstelle versehen.
[0044] Gemäß den vorstehend beschriebenen beispielhaften Ausführungen weist das Aufnahmeprofil
entsprechende Ausnehmungen auf, die die erste Aufnahmeposition und die zweite Aufnahmeposition
für das scheibenartig gestaltete Verbindungsstück bilden. Es ist grundsätzlich auch
vorstellbar, das Verbindungsstück mit entsprechenden Ausnehmungen zu versehen, wobei
das Aufnahmeprofil einen scheibenartigen Vorsprung definiert. Auch bei einer Gestaltung,
die demgemäß eine umgekehrte Zuordnung der einzelnen Elemente der Auflagereinheit
aufweist, können wesentliche Gestaltungsziele der vorliegenden Offenbarung erreicht
werden.
[0045] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit bildet das
Aufnahmeprofil ein erstes Zentrum und ein zweites Zentrum, wobei das erste Zentrum
die Lage des Verbindungsstücks in der ersten Aufnahmeposition definiert, und wobei
das zweite Zentrum die Lage des Verbindungsstücks in der zweiten Aufnahmeposition
definiert.
[0046] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit ist am Haltestück
ein Führungsprofil ausgebildet, das in der zweiten Aufnahmeposition bzw. im zweiten
Zustand derart mit einem Gegenprofil am Verbindungsstück gekoppelt ist, dass das Verbindungsstück
drehsicher am Haltestück aufgenommen ist. Beispielsweise ist das Führungsprofil an
einer Grundplatte des Haltestücks ausgebildet. Das Führungsprofil weist eine Haupterstreckungsrichtung
auf, die beispielsweise radial zur Längsachse ist. Das Führungsprofil definiert die
Richtung, in der das Verbindungsstück bewegt werden muss, um das Verbindungsstück
aus der zweiten Aufnahmeposition in die erste Aufnahmeposition zu bewegen.
[0047] Beispielsweise ist das Führungsprofil als erhabenes Führungsprofil gestaltet. Demgemäß
ist das Gegenprofil beispielsweise als Nut am Verbindungsstück gestaltet. Das Gegenprofil
ist an der Stirnseite des Verbindungsstücks ausgebildet, die dem Aufnahmeprofil zugewandt
ist. Das Führungsprofil und das Gegenprofil wirken im zweiten Zustand der Auflagereinheit
zusammen, um das Verbindungsstück verdrehsicher am Haltestück zu befestigen. Das Führungsprofil
wird von einer Stirnseite des Verbindungsstücks kontaktiert.
[0048] Gemäß einer beispielhaften Ausgestaltung weist das Führungsprofil eine Haupterstreckungsrichtung
auf, die parallel oder im Wesentlichen parallel zu einem Bewegungspfad für das Verbindungsstück
zwischen der ersten Aufnahmeposition und der zweiten Aufnahmeposition ist.
[0049] Gemäß einer beispielhaften Weiterbildung dieser Gestaltung ist das Führungsprofil
abschnittsweise unterbrochen. Dies hat den Vorteil, dass insgesamt im zweiten Zustand
für das Verbindungsstück eine hinreichend große Führungslänge gegeben ist. Auf diese
Weise kann ein hohes Drehmoment aufgenommen werden. Gemäß einer weiteren beispielhaften
Ausführungsform weist das Führungsprofil einen ersten Abschnitt und einen zweiten
Abschnitt auf, die voneinander beabstandet sind, wobei das Verbindungsstück eine Aussparung
aufweist, die in der ersten Aufnahmeposition den ersten Abschnitt umgibt, so dass
das Verbindungsstück um den ersten Abschnitt des Führungsprofils drehbar ist.
[0050] Der erste Abschnitt des Führungsprofils ist der ersten Aufnahmeposition für das Verbindungsstück
zugeordnet. Beispielhaft ist der erste Abschnitt des Führungsprofils im ersten Zentrum
des Aufnahmeprofils angeordnet. Somit kann sich das Verbindungsstück in der ersten
Aufnahmeposition um den ersten Abschnitt des Führungsprofils drehen. Die entsprechende
Aussparung am Verbindungsstück, die im Zentrum des Verbindungsstücks vorgesehen ist,
ermöglicht diese Verdrehung. Sofern jedoch das Verbindungsstück in die zweite Aufnahmeposition
einrückt, rückt das Gegenprofil das Verbindungsstück in das Führungsprofil am Haltestück
ein. Mit anderen Worten ist auch das Gegenprofil am Verbindungsstück unterbrochen,
wobei ein erster Abschnitt und ein zweiter Abschnitt vorgesehen sind, und wobei einer
der beiden Abschnitte im eingerückten Zustand in der zweiten Aufnahmeposition des
Verbindungsstücks mit dem ersten Abschnitt des Führungsprofils und ein anderer Abschnitt
mit dem zweiten Abschnitt des Führungsprofils gekoppelt ist.
[0051] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung sind das erste Zentrum und das
zweite Zentrum des Aufnahmeprofils, die die erste Aufnahmeposition und die zweite
Aufnahmeposition definieren, voneinander um ein Abstandsmaß beabstandet, welches kleiner
als der halbe Außendurchmesser des Verbindungsstücks ist. Auf diese Weise wird sichergestellt,
dass das Verbindungsstück in der zweiten Aufnahmeposition noch den ersten Abschnitt
des Führungsprofils kontaktieren kann, wobei der erste Abschnitt des Führungsprofils
zugleich im ersten Zentrum angeordnet ist, so dass sich das Verbindungsstück in der
ersten Aufnahmeposition um den ersten Abschnitt des Führungsprofils drehen kann.
[0052] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit greift der
zweite Abschnitt des Führungsprofils nur in der zweiten Aufnahmeposition in das Gegenprofil
des Verbindungsstücks ein. Dies gilt grundsätzlich auch für den ersten Abschnitt des
Führungsprofils, wobei der erste Abschnitt des Führungsprofils in der ersten Aufnahmeposition
vom Verbindungsstück (stirnseitig) überdeckt sein kann.
[0053] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit sind am Verbindungsstück
zwei oder mehr Gegenprofile ausgebildet, die sich vorzugsweise in einem Zentrum des
Verbindungsstücks schneiden. Auf diese Weise kann das Verbindungsstück in mehreren
Drehlagen relativ zum Haltestück in die zweite Aufnahmeposition einrücken. Die Gegenprofile
am Verbindungsstück erstrecken sich radial an einer Stirnseite des Verbindungsstücks,
die dem Haltestück zugewandt ist. Beispielsweise ist es vorstellbar, am Verbindungsstück
zwei um 90° zueinander versetzte Gegenprofile auszubilden, die jeweils das Verbindungsstück
radial vollständig durchdringen. Auf diese Weise gibt es für das Verbindungsstück
insgesamt vier um jeweils 90° versetzte Aufnahmepositionen zur Kopplung mit dem Führungsprofil.
[0054] Es versteht sich, dass am Führungsprofil und/oder am Gegenprofil entsprechende Einführhilfen
oder Einführschrägen ausgebildet sein können, um den Koppelvorgang zu vereinfachen.
[0055] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit ist in der
zweiten Aufnahmeposition eine formschlüssige axiale Lagesicherung für das Verbindungsstück
gegeben. Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung sind das Führungsprofil
und das an das Führungsprofil angepasste Gegenprofil hinterschnittig gestaltet und
bilden insbesondere gemeinsam eine Schwalbenschwanzführung.
[0056] Die axiale Lagesicherung dient insbesondere dazu, ein Abheben des Verbindungsstücks
vom Haltestück zu verhindern, zumindest in der zweiten Aufnahmeposition. Gemäß der
oben genannten Ausführungsform wirken das Führungsprofil und das Gegenprofil somit
nicht nur zur Verdrehsicherung/Drehmomentaufnahme zusammen. Ferner erlaubt die zumindest
teilweise hinterschnittige Gestaltung auch eine Sicherung gegen ein unerwünschtes
axiales Abheben.
[0057] Es versteht sich, dass auch Führungsprofile vorstellbar sind, die in einer von einer
Schwalbenschwanzführung abweichenden Art gestaltet sind. Sofern derartige Führungen
ebenso ein Abheben verhindern und für eine hinreichende Verdrehsicherung sorgen, ist
deren Anwendung ebenso denkbar.
[0058] Auch wenn das Führungsprofil und das diesem zugeordnete Gegenprofil eine formschlüssige
axiale Lagesicherung bewirken, so ist es gleichwohl trotzdem vorstellbar, das Führungsprofil
und das Gegenprofil mit hinreichend großem Fügespiel vorzusehen. Auf diese Weise ist
ein Toleranzausgleich ermöglicht. Insbesondere geht es nicht um eine hochgenaue Führung.
Das Führungsprofil und das Gegenprofil wirken primär zusammen, um eine unerwünschte
Verdrehung der Antriebseinheit gegenüber dem Haltestück zu vermeiden. In Bezug auf
die axiale Lagesicherung ist das Hauptziel vorrangig eine Verliersicherung. Insofern
sind Ausführungsformen vorstellbar, die mit entsprechend großem Spiel versehen sind.
Dies erleichtert insbesondere die Montage und den Übergang zwischen dem ersten Zustand
und dem zweiten Zustand.
[0059] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausführungsform der Auflagereinheit ist das Aufnahmeprofil
mit einer Einfahrsperranordnung versehen, die eine Fehlpositionierung durch Einrücken
des Gegenprofils in einen Wandabschnitt des Aufnahmeprofils verhindert. Dies hat den
Vorteil, dass während der Montage der Auflagereinheit, im Falle eines beträchtlichen
seitlichen Versatzes (seitlicher Versatz entspricht ungefähr dem Radius des Verbindungsstücks),
ein versehentliches Einrücken des Gegenprofils des Verbindungsstücks in den Wandabschnitt
verhindert werden kann. Dies vereinfacht die Montage, und zwar auch dann, wenn die
Bauraumverhältnisse und/oder Sichtverhältnisse sehr schlecht sind.
[0060] Die Einfahrsperranordnung kann eine Gestaltung umfassen, bei der eine entsprechende
Seitenwand des Aufnahmeprofils hinreichend breit gestaltet ist, insbesondere breiter
als das Gegenprofil am Verbindungsstück. Eine alternative Ausgestaltung der Einfahrsperranordnung
umfasst eine doppelte Wandung im seitlichen Bereich des Aufnahmeprofils, um durch
die beiden Wände einen hinreichenden Abstand zu definieren, der größer als die Breite
des Gegenprofils ist.
[0061] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausgestaltung der Auflagereinheit ist das Haltestück
mit einer Montagehilfe in Form einer Rampe versehen, die an einer Grundplatte des
Haltestücks ausgebildet ist, wobei die Montagehilfe ein Einrücken des Verbindungsstücks
in das Aufnahmeprofil erleichtert. Während der Montage der Wellenbaugruppe wird diese
häufig axial belastet, wobei die Wellenbaugruppe beispielsweise axial nachgiebig gestaltet
ist, etwa durch entsprechende Federn oder dergleichen. Eine Montagehilfe mit einer
Rampe erlaubt nun ein Fügen der mit dem Verbindungsstück versehenen Wellenbaugruppe
mit dem Haltestück, wobei die Wellenbaugruppe allmählich axial belastet bzw. gestaucht
wird. Auf diese Weise kann das Aufnahmeprofil am Haltestück "von außen" überwunden
werden. Das Verbindungsstück kann konzentrisch zur zweiten Aufnahmeposition angeordnet
werden, so dass eine axiale Bewegung in Richtung auf die Grundplatte des Haltestücks
ermöglicht ist. Sodann kann das Einrücken in die zweite Aufnahmeposition zur verdrehfesten
Aufnahme des Verbindungsstücks erfolgen.
[0062] Gemäß einer weiteren beispielhaften Ausführungsform der Auflagereinheit weist das
Haltestück eine Begrenzungswand für das Verbindungsstück auf, die der ersten Aufnahmeposition
benachbart und von der zweiten Aufnahmeposition beabstandet ist, Die Begrenzungswand
weist eine größere Höhenerstreckung auf als benachbarte Umfangswände des Aufnahmeprofils.
[0063] Die Begrenzungswand verhindert, dass das Verbindungsstück bei der Montage, bei der
es dem Aufnahmeprofil beispielsweise über die mit der Rampe versehene Montagehilfe
zugeführt wird, über die Ziellage hinaus bewegt wird. Die Ziellage oder Zielorientierung
für die Montage des Verbindungsstücks ist im Wesentlichen konzentrisch zur zweiten
Aufnahmeposition.
[0064] Die vorstehend beschriebenen beispielhaften Ausführungsformen, die sich mit Montagevereinfachung
befassen, können jeweils in Alleinstellung oder in Kombination die Handhabung und
Montage der Auflagereinheit bzw. insgesamt der Wellenbaugruppe deutlich vereinfachen.
[0065] Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf eine Verschluss-
oder Schutzeinrichtung, insbesondere einen Rollladen, ein Rolltor oder eine Markise,
mit einem ersten Auflager, einem zweiten Auflager, und einer Wellenbaugruppe, die
am ersten Auflager und am zweiten Auflager aufgenommen ist, wobei zumindest das erste
Auflager oder das zweite Auflager als Auflagereinheit gemäß einer der hierin beschriebenen
Ausgestaltungen gestaltet ist.
[0066] Im Sinne der vorliegenden Offenbarung kann die Wellenbaugruppe allgemein auch als
Aufrolleinrichtung oder Wickelvorrichtung bezeichnet werden. Regelmäßig ist lediglich
eines der beiden Auflager mit einer Drehmomentabstützung/Verdrehsicherung für die
Antriebseinheit zu versehen. Am anderen Auflager ist etwas Derartiges nicht unbedingt
erforderlich, da dort üblicherweise eine Drehlagerung für die Wellenbaugruppe, insbesondere
für den Hohlprofilkörper der Wellenbaugruppe, erwünscht ist.
[0067] Gemäß einem weiteren Aspekt bezieht sich die vorliegende Offenbarung auf ein Verfahren
zur werkzeuglosen Deaktivierung einer Verdrehsicherung für eine Antriebseinheit einer
Verschluss- oder Schutzeinrichtung, mit den folgenden Schritten:
- Bereitstellung einer Auflagereinheit gemäß einer der hierin beschriebenen Ausführungsformen,
- Montage der Verschluss- oder Schutzeinrichtung, umfassend ein Einrücken des Verbindungsstücks
in die zweite Aufnahmeposition des Aufnahmeprofils des Haltestücks,
- Aufbringen einer Lösekraft auf das Verbindungsstück,
wobei das Verbindungsstück unter Überwindung einer Haltekraft von der zweiten Aufnahmeposition
in die erste Aufnahmeposition bewegt wird.
[0068] Die Deaktivierung der durch die Auflagereinheit bereitgestellten Verdrehsicherung
durch Aufbringen der Lösekraft auf das Verbindungsstück vereinfacht Wartungs- und
Reparaturaufgaben. Im Falle eines Defekts kann das Verbindungsstück einfach in die
erste Aufnahmeposition bewegt, so dass ein manuelles Aufwickeln (oder Abwickeln) ermöglicht
ist.
[0069] Es versteht sich, dass die Lösekraft mittelbar über die Wellenbaugruppe aufgebracht
werden kann. Durch das Aufbringen der Lösekraft und das Ausrücken des Verbindungsstücks
kann die Verdrehsicherung für die Antriebseinheit deaktiviert werden. Im deaktivierten
Zustand der Verdrehsicherung kann die Wellenbaugruppe mitsamt der Antriebseinheit
manuell verdreht werden. Auf diese Weise kann etwa ein Abwickeln erfolgen, um die
Antriebseinheit für Reparaturfälle und dergleichen zugänglich zu machen.
[0070] Im Rahmen der vorliegenden Offenbarung werden Ausführungsformen und Gestaltungen
der Wellenbaugruppe anhand von Rollläden veranschaulicht. Dies ist nicht einschränkend
zu verstehen und schließt insbesondere nicht die Verwendung bei Markisen oder ähnlichen
Einrichtungen zum Sonnenschutz, Regenschutz, Sichtschutz und dgl. aus.
[0071] Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch
in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
vorliegenden Erfindung zu verlassen.
[0072] Weitere Merkmale und Vorteile der Offenbarung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung mehrerer beispielhafter Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen.
Es zeigen:
- Fig. 1
- einen gebrochenen Längsschnitt durch eine Ausführungsform einer als Rollladen ausgeführten
Verschlusseinrichtung im Bereich einer Wellenbaugruppe;
- Fig. 2
- eine gebrochene Darstellung einer weiteren Ausführungsform einer Wellenbaugruppe;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht einer Ausführungsform eines Haltestücks einer Auflagereinheit;
- Fig. 4
- eine frontale Ansicht des Haltestücks gemäß Fig. 3;
- Fig. 5
- eine geschnittene Ansicht des Haltestücks entlang der Linie V-V in Fig. 4;
- Fig. 6
- eine Seitenansicht des Haltestücks gemäß Fig. 4;
- Fig. 7
- eine perspektivische rückwärtige Ansicht einer Ausführungsform eines Verbindungsstücks;
- Fig. 8
- eine perspektivische frontseitige Ansicht des Verbindungsstücks gemäß Fig. 7;
- Fig. 9
- eine rückwärtige Ansicht des Verbindungsstücks gemäß Fig. 7 mit einer Darstellung
verdeckter Kanten;
- Fig. 10
- eine geschnittene Ansicht des Verbindungsstücks gemäß der Linie X-X in Fig. 9;
- Fig. 11
- eine Seitenansicht des Verbindungsstücks gemäß Fig. 9;
- Fig. 12
- eine rückwärtige explodierte Ansicht einer Ausführungsform einer Auflagereinheit zur
Veranschaulichung eines Montagevorgangs;
- Fig. 13
- eine perspektivische Vorderansicht der Anordnung gemäß Fig. 12;
- Fig. 14
- eine weitere Darstellung der Anordnung gemäß Fig. 13 in einem ersten Zustand;
- Fig. 15
- eine weitere Darstellung der Anordnung gemäß Fig. 14 in einem zweiten Zustand;
- Fig. 16
- eine Vorderansicht der Auflageeinheit gemäß Fig. 14 mit einer Darstellung verdeckter
Kanten des Verbindungsstücks;
- Fig. 17
- eine weitere Darstellung der Anordnung gemäß Fig. 16 in einem zweiten Zustand;
- Fig. 18
- eine geschnittene Darstellung der Auflagereinheit entlang der Linie XVIII-XVIII in
Fig. 17;
- Fig. 19
- eine perspektivische Ansicht einer weiteren Ausführungsform eines Haltestücks einer
Auflagereinheit;
- Fig. 20
- eine frontale Ansicht des Haltestücks gemäß Fig. 19;
- Fig. 21
- eine geschnittene Ansicht des Haltestücks entlang der Linie XXI- XXI in Fig. 20;
- Fig. 22
- eine Seitenansicht des Haltestücks gemäß Fig. 20;
- Fig. 23
- eine perspektivische Ansicht einer Auflagereinheit mit einem Haltestück gemäß Fig.
19 sowie ein Verbindungsstück gemäß Fig. 7, zur Veranschaulichung einer Montagehilfe;
- Fig. 24
- eine Seitenansicht einer Auflagereinheit mit einem Haltestück gemäß Fig. 22, wobei
ferner durch gestrichelte Darstellung denkbare Positionen des Verbindungsstücks angedeutet
sind, zur Veranschaulichung weiterer Montagehilfen;
- Fig. 25
- anhand eines Blockdiagramms eine beispielhafte Ausführungsform eines Verfahrens zur
Montage einer Verschluss- oder Schutzeinrichtung mit einer Wellenbaugruppe, die an
einer Auflagereinheit abgestützt ist; und
- Fig. 26
- anhand eines Blockdiagramms eine beispielhafte Ausführungsform eines Verfahrens zur
Demontage einer mit einer Antriebseinheit versehenen Wellenbaugruppe für eine Verschluss-
oder Schutzeinrichtung.
[0073] Fig. 1 veranschaulicht anhand eines Längsschnitts eine beispielhafte Ausgestaltung
einer Verschlusseinrichtung 10. Die Verschlusseinrichtung 10 ist etwa als Rollladen,
Rolltor, Jalousie oder Segmenttor/Gliedertor gestaltet. Die Verschlusseinrichtung
10 ist gehäusefest an einer Wand 12 aufgenommen. Es versteht sich, dass die Befestigung
der Verschlusseinrichtung 10 auch deckenseitig, über Kästen und in ähnlicher Weise
erfolgen kann. Fig. 1 veranschaulicht eine konventionelle Ausgestaltung der Verschlusseinrichtung
10, die beispielsweise in der
EP 0 479 719 B1 beschrieben ist.
[0074] In Fig. 1 umfasst die Verschlusseinrichtung 10 ein erstes Auflager 14 und ein zweites
Auflager 16, die im Ausführungsbeispiel jeweils an gegenüberliegenden Wänden 12 aufgenommen
sind. Beim ersten Auflager 14 ist ein Wälzlager 18 vorgesehen, das eine Achse 20 abstützt.
[0075] Die Verschlusseinrichtung 10 umfasst eine Wellenbaugruppe 24, die zwischen dem ersten
Auflager 14 und dem zweiten Auflager 16 aufgenommen ist. Die Wellenbaugruppe 24 stützt
sich über die Achse 20 am Wälzlager 18 am ersten Auflager 14 ab. Die Wellenbaugruppe
24 dient zur Aufnahme, Aufwicklung und Abwicklung eines Panzers 26. Der Panzer 26
umfasst mehrere Glieder 28, die gelenkig miteinander verbunden sind. Demgemäß kann
der Panzer 26 um einen Hohlprofilkörper 30 der Wellenbaugruppe 24 gewickelt werden,
oder von diesem abgewickelt werden. Alternative Ausführungen der Einrichtung 10 umfassen
die Gestaltung als Schutzeinrichtung, insbesondere als Markise zum Sonnenschutz, Sichtschutz,
Regenschutz, oder dgl. Demgemäß ist es grundsätzlich vorstellbar, statt des Panzers
26 eine Bahn, wie etwa eine Stoffbahn oder Folienbahn, auf- und abzuwickeln.
[0076] Der Hohlprofilkörper 30 umfasst ein erstes Ende 32 und ein zweites Ende 34. Das erste
Ende 32 ist dem ersten Auflager 14 zugewandt. Das zweite Ende 34 ist dem zweiten Auflager
16 zugewandt.
[0077] Ferner ist eine Antriebseinheit 40 vorgesehen, die ein Antriebsgehäuse 42 umfasst.
Das Antriebsgehäuse 42 ist drehfest am zweiten Auflager 16 aufgenommen. Mit anderen
Worten dient das zweite Auflager 16 als Drehmomentstütze für einen Motor 44 der Antriebseinheit
40. Der Motor 44 ist im Antriebsgehäuse 42 aufgenommen. Ferner umfasst die Antriebseinheit
40 ein Getriebe 46. Der Motor 44 ist über das Getriebe 46 mit einem Abtrieb 48 gekoppelt,
der auch als Austrieb bezeichnet wird. Der Abtrieb 48 ist mit einem Mitnehmer 50 gekoppelt,
der zur Drehmitnahme mit dem Hohlprofilkörper 30 um dessen Längsachse verbunden ist.
Zu diesem Zweck ist ein Befestigungsmittel vorgesehen, hier beispielsweise in Form
einer Schraube 52, die den Mitnehmer 50 mit dem Hohlprofilkörper 30 koppelt. Es versteht
sich, dass die Befestigung mit der Schraube 52 oder einem ähnlichen Befestigungsmittel
nur fallweise erforderlich ist. In der Regel ist eine formschlüssige Aufnahme vorgesehen.
[0078] Die Antriebseinheit 40 stützt sich am zweiten Auflager 16 ab. Wenn der Motor 44 aktiv
ist, wird eine Abtriebsbewegung des Motors über das Getriebe 46 zum Abtrieb 48 und
über den Mitnehmer 50 auf den Hohlprofilkörper 30 übertragen. Sodann kann der Panzer
26 aufgewickelt oder abgewickelt werden, je nach Drehrichtung des Motors 44.
[0079] Der Hohlprofilkörper 30 stützt sich ferner an seinem zweiten Ende 34 über eine Buchse
56 an der Antriebseinheit 40 ab. Am Antriebsgehäuse 42 ist ein Drehmitnehmer 58 ausgebildet,
der eine Lagerung für die Buchse 56 und somit für die Hohlprofilkörper 30 bereitstellt.
[0080] Mit anderen Worten sind für den Hohlprofilkörper 30 zwei Drehlager vorgesehen, einerseits
am ersten Ende 32 das Wälzlager 18, das mit dem ersten Auflager 14 gekoppelt ist.
Daneben ist der Drehmitnehmer 58 bei der Antriebseinheit 40 vorgesehen, mit dem der
Hohlprofilkörper 30 über die Buchse 56 drehbar gelagert ist. Somit stützt sich das
zweite Ende 34 über den Drehmitnehmer 58 und das Antriebsgehäuse 42 am zweiten Auflager
16 ab.
[0081] Zumindest in einigen beispielhaften Ausführungsformen weist die Antriebseinheit 40
ferner eine Drehlagensensoreinheit 60 auf, die dazu ausgebildet ist, eine Drehlage
des Abtriebs 48 und eine Drehlage des Drehmitnehmers 58 zu erfassen und zu überwachen.
Dies hat den Vorteil, dass Blockierfälle, ungleiche Belastungen und sonstige außergewöhnliche
Betriebszustände erfassbar sind. Wenn sich nämlich die Drehlagen des Drehmitnehmers
58 und des Abtriebs 48 nicht synchron ändern und Drehlagendifferenzen festgestellt
werden, so spricht dies für einen potenziell fehlerhaften Betriebszustand. Sodann
kann über eine Steuerung etwa der Motor 44 abgeschaltet werden.
[0082] Der Motor 44, das Getriebe 46 und die Drehlagensensoreinheit 60 sind in Fig. 1 aus
Veranschaulichungszwecken lediglich symbolisch über gestrichelte Blöcke im Antriebsgehäuse
42 dargestellt.
[0083] Die Montage der Wellenbaugruppe 24 gemäß Fig. 1 ist relativ aufwendig, da zwischen
den Wänden 12 nur wenig Platz ist, um die Wellenbaugruppe 24, möglicherweise sogar
im vollständig aufgewickelten Zustand, am ersten Auflager 14 und am zweiten Auflager
16 festzulegen oder davon zu lösen. Somit kann eine sehr aufwendige und ggf. umständliche
Montage/Demontage erforderlich sein. Häufig werden Kästen, etwa Rollladenkästen, Markisenkästen
und dgl., als Einhausung für die Wellenbaugruppe 24 verwendet. Montageöffnungen der
Kästen sind regelmäßig in der Längsrichtung begrenzt oder sogar kürzer als die im
betriebsfähigen Zustand notwendige Längserstreckung der Wellenbaugruppe 24.
[0084] Nachfolgend wird mit Bezugnahme auf Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer
Wellenbaugruppe für eine Verschlusseinrichtung 10 erläutert. Gemäß zumindest einigen
Ausführungsbeispielen kann in einfacher Weise eine Nachrüstung oder Umrüstung der
in Fig. 1 gezeigten Verschlusseinrichtung 10 erfolgen.
[0085] Fig. 2 veranschaulicht eine Wellenbaugruppe 74 für eine Verschlusseinrichtung 10,
vergleiche hier Fig. 1. Die Wellenbaugruppe 74 ist zwischen einem ersten Auflager
76 und einem zweiten Auflager 78 aufnehmbar. Die Wellenbaugruppe 74 umfasst einen
Hohlprofilkörper 80, der ein erstes Ende 82 aufweist, das dem ersten Auflager 76 zugewandt
ist. Ferner weist der Hohlprofilkörper 80 ein zweites Ende 84 auf, das dem zweiten
Auflager 78 zugewandt ist. Das erste Ende 82 und das zweite Ende 84 des Hohlprofilkörpers
80 sind voneinander abgewandt. Der Hohlprofilkörper 80 ist um seine Längsachse 86
drehbar, um einen Panzer 26 (vergleiche wiederum Fig. 1) aufwickeln und abwickeln
zu können. Auf diese Weise kann ein Rollladen, ein Rolltor oder dergleichen realisiert
werden.
[0086] Die Wellenbaugruppe 74 umfasst ferner eine Antriebseinheit 90, die als sogenannte
Rohrmotoreinheit gestaltet ist. Die Antriebseinheit 90 weist ein Antriebsgehäuse 92
auf, in dem ein Motor 94 angeordnet ist. Der Motor 94 ist über ein Getriebe 96 mit
einem Abtrieb 98 gekoppelt. Der Abtrieb 98 wirkt mit einem Mitnehmer 100 zusammen,
um einen Drehantrieb für den Hohlprofilkörper 80 auszubilden.
[0087] Die Antriebseinheit 90 ist über ein Verbindungsstück 104 drehfest mit dem zweiten
Auflager 78 gekoppelt. Der Hohlprofilkörper 80 ist an seinem ersten Ende 82 (mittelbar)
mit dem ersten Auflager 76 gekoppelt. Das erste Auflager 76 definiert ein erstes Drehlager
für den Hohlprofilkörper 80. Der Hohlprofilkörper 80 ist über sein zweites Ende 84
(mittelbar) an einem Drehmitnehmer 108 aufgenommen. Der Drehmitnehmer 108 stellt ein
zweites Drehlager für den Hohlprofilkörper 80 bereit. Somit ist dem ersten Ende 82
ein erstes Drehlager und dem zweiten Ende 84 ein zweites Drehlager zugeordnet. Zwischen
dem ersten Ende 82 und dem zweiten Ende 84 erfolgt eine Drehmitnahme über den Mitnehmer
100.
[0088] Auch bei der Antriebseinheit 90 ist ein Drehlagensensor 110 vorgesehen, der dazu
ausgebildet ist, eine Drehlage des Abtriebs 98 und eine Drehlage des Drehmitnehmers
108 zu erfassen, um etwaige Abweichungen festzustellen. Auf diese Weise kann eine
Sicherheitsabschaltung realisiert werden. Es versteht sich, dass beispielhafte Gestaltungen
der Wellenbaugruppe 74 auch ohne eine derartige Drehlagenerfassung realisiert werden
können.
[0089] Auch in Fig. 2 sind der Motor 94, das Getriebe 96 und die Drehlagensensoreinheit
110 aus Veranschaulichungsgründen lediglich über gestrichelte Blöcke im Antriebsgehäuse
92 angedeutet. Es versteht sich, dass die Antriebseinheit 90 ferner eine Steuereinheit,
Schnittstellen, Versorgungsleitungen, Steuerleitungen und Ähnliches umfassen kann.
[0090] Im Hinblick auf die vorstehend beschriebenen Elemente ist die in Fig. 2 veranschaulichte
Wellenbaugruppe der in Fig. 1 veranschaulichten Wellenbaugruppe 24 sehr ähnlich gestaltet.
Dies erlaubt eine einfache Austauschbarkeit und/oder Aufrüstbarkeit. Im Gegensatz
zur in Fig. 1 gezeigten Art der Aufnahme zwischen dem ersten Auflager 14 und dem zweiten
Auflager 16 erfolgt die Aufnahme der Wellenbaugruppe 74 zwischen dem ersten Auflager
76 und dem zweiten Auflager 78 in Fig. 2 unter Verwendung weiterer Elemente, die die
Montage und Demontage deutlich vereinfachen.
[0091] Dem ersten Ende 82 des Hohlprofilkörpers 80 ist eine erste Montageeinheit 120 zugeordnet.
Dem zweiten Ende 84 des Hohlprofilkörpers 80 ist eine zweite Montageeinheit 122 zugeordnet.
Die erste Montageeinheit 120 umfasst eine Verbindungshülse 126, ein Druckstück 132
und ein Vorspannelement 138. Demgemäß können die Elemente als erste Verbindungshülse
126, erstes Druckstück 132 und erstes Vorspannelement 138 bezeichnet werden.
[0092] Die zweite Montageeinheit 122 umfasst eine Verbindungshülse 126, ein Druckstück 134
und ein Vorspannelement 140. Demgemäß können die Elemente als zweite Verbindungshülse
128, zweites Druckstück 134 und zweites Vorspannelement 140 bezeichnet werden.
[0093] Die erste Montageeinheit 120 erstreckt sich zwischen dem ersten Ende 82 und dem ersten
Auflager 76. Die zweite Montageeinheit 122 erstreckt sich zwischen dem zweiten Ende
84 und dem Drehmitnehmer 108, der über das Antriebsgehäuse 92 bzw. das Verbindungsstück
104 am zweiten Auflager 78 aufgenommen ist.
[0094] Die Verbindungshülse 126 ragt zumindest abschnittsweise beim ersten Ende 82 in einen
Innenraum des Hohlprofilkörpers 80 hinein. Die Verbindungshülse 126 umfasst einen
Bund 144 an ihrem dem ersten Auflager 76 zugewandten Ende. In Richtung auf den Hohlprofilkörper
80 schließt sich ein Rohrabschnitt 150 an. Zwischen dem Bund 144 und dem Druckstück
132 erstreckt sich das Vorspannelement 138, das etwa als Schraubenfeder (Druckfeder)
gestaltet ist.
[0095] Ferner ist eine Schnappverbindung zwischen der Verbindungshülse 126 und dem Druckstück
132 ausgebildet, die beispielsweise durch Schnapphaken 156 gebildet ist, die am Rohrabschnitt
150 vorgesehen sind. Somit ist eine formschlüssige Lagesicherung für das Druckstück
132 an der ersten Verbindungshülse 126 gegeben. Das Druckstück 132 ist mit einem stirnseitigen
Ende 82 des Hohlprofilkörpers 80 gekoppelt. Das Vorspannelement 138 drängt das Druckstück
132 und den Bund 144 auseinander.
[0096] Im gefügten Zustand gemäß Fig. 2 drängt das Vorspannelement 138 das Druckstück 132
in Richtung auf den Hohlprofilkörper 80. Jedoch kann die Verbindungshülse 126, sofern
eine geeignete Kraft aufgebracht wird, zumindest abschnittsweise tiefer in den Hohlprofilkörper
80 hinein geführt werden. Mit anderen Worten ist die Verbindung zwischen dem Hohlprofilkörper
80 und der Verbindungshülse 126 zumindest abschnittsweise teleskopierbar. Das Vorspannelement
138 stellt sicher, dass die Verbindungshülse 126 wieder herausgedrängt wird, wenn
keine entsprechende Kraft von außen aufgebracht ist.
[0097] In ähnlicher Weise wirkt auch die Verbindungshülse 128 mit dem zweiten Ende 84 des
Hohlprofilkörpers 80 zusammen. Die Verbindungshülse 128 ist zumindest teilweise in
den Hohlprofilkörper 80 eingeführt. Das Druckstück 134 stützt sich an einer Stirnfläche
des Hohlprofilkörpers 80 ab, die dem zweiten Auflager 78 zugewandt ist. Die Verbindungshülse
128 weist einen Bund 146 auf, der dem zweiten Auflager 78 zugewandt ist. Ausgehend
vom Bund 146 erstreckt sich ein Rohrabschnitt 152 in Richtung auf den Hohlprofilkörper
80 und zumindest teilweise in diesen hinein.
[0098] Zwischen dem Bund 146 und dem Druckstück 134 erstreckt sich das Vorspannelement 140.
Das Vorspannelement 140 ist wiederum beispielhaft als Schraubenfeder (Druckfeder)
ausgeführt. Das Vorspannelement 140 drängt den Bund 146 weg vom Hohlprofilkörper 80.
Jedoch ist auch zwischen dem Druckstück 134 und der Verbindungshülse 128 eine Schnappverbindung
vorgesehen, die beispielsweise durch Schnapphaken 158 gebildet ist, die am Rohrabschnitt
152 vorgesehen sind. Somit ist eine formschlüssige Lagesicherung für das Druckstück
134 auf dem Rohrabschnitt 152 gegeben.
[0099] Auch die Verbindungshülse 128 kann gegen die durch das Vorspannelement 140 aufgebrachte
Kraft weiter in den Hohlprofilkörper 80 hinein verschoben werden. Somit ist auch die
Verbindung zwischen dem Hohlprofilkörper 80 und der Verbindungshülse 128 zumindest
abschnittsweise teleskopierbar, sofern eine entsprechende Kraft aufgebracht wird.
Im montierten Zustand gemäß Fig. 2 drängt das Vorspannelement 140 den Bund 146 und
somit die Verbindungshülse 128 in Richtung auf das zweite Auflager 78.
[0100] Wie vorstehend bereits in Zusammenhang mit Fig. 1 beschrieben, ist auch die Antriebseinheit
90 der in Fig. 2 gezeigten Ausführungsform über das Verbindungsstück 104 drehfest
am zweiten Auflager 78 aufgenommen. Der Drehmitnehmer 108 fungiert (mittelbar) als
Drehlager für das zweite Ende 84 des Hohlprofilkörpers 80.
[0101] Das erste Ende 82 des Hohlprofilkörpers 80 ist (mittelbar) am ersten Auflager 76
aufgenommen. Zu diesem Zweck weist die Verbindungshülse 126 an ihrer dem ersten Auflager
76 zugewandten Stirnseite einen Lagersitz 162 auf. An den Lagersitz 162 schließt sich
eine Achsfassung 164 an, die auch als Achsaufnahme bezeichnet werden kann. Vorrangig
aus fertigungstechnischen Gründen sind ferner Freisparungen 166 vorgesehen. Im Lagersitz
162 ist ein Lager 168 aufgenommen, das sich an einem Bolzen 170 abstützt, der als
fester Bestandteil des ersten Auflagers 76 ausgebildet ist.
[0102] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform ist die Verbindungshülse 126 sowohl zur
Auflage eines Lagers, über den Lagersitz 162, als auch zur Aufnahme einer Achse, über
die Achsfassung 164, ausgebildet. Demgemäß kann die Verbindungshülse 126, wie in Fig.
2 gezeigt, mit einem Auflager 76 mit einem festen Bolzen 170 gekoppelt werden. Alternativ
ist es jedoch auch möglich, die Verbindungshülse mit einem Auflager 14 gemäß der in
Fig. 1 gezeigten Gestaltung zu koppeln, das ein integriertes Wälzlager 18 aufweist.
Mit anderen Worten könnte eine Achse 20, vergleiche wiederum Fig. 1, in der Achsfassung
164 (vergleiche Fig. 2) der Verbindungshülse 126 aufgenommen sein. Somit wäre auch
dann eine Montage ermöglicht. Ein und dasselbe Teil ist für zwei verschiedene Befestigungsarten
geeignet.
[0103] Mit Bezugnahme auf die Fig. 3 bis 24 werden beispielhafte Ausgestaltungen und Ausführungsformen
von Auflagereinheiten zur drehfesten Aufnahme von Wellenbaugruppen bzw. von Antriebseinheiten
für Wellenbaugruppen veranschaulicht. Die Auflagereinheiten eignen sich beispielweise
zur Verwendung als zweites Auflager 16 ,78 bei den Ausführungsbeispielen gemäß den
Fig. 1 und 2.
[0104] Die Fig. 3 bis 6 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel eines Haltestücks für eine
solche Auflagereinheit. Die Fig. 7 bis 11 veranschaulichen eine beispielhafte Ausführungsform
eines Verbindungsstücks, das mit einem Haltestück kombinierbar ist, um eine Auflagereinheit
zu bilden. Die Fig. 12 bis 15 veranschaulichen das Zusammenwirken sowie die Montage
eines Haltestücks mit einem Verbindungsstück. Die Fig. 16 bis 18 veranschaulichen
eine montierte Auflagereinheit in einem ersten Zustand sowie einen zweiten Zustand.
Die Fig. 19 bis 22 veranschaulichen eine weitere beispielhafte Ausführungsform eines
Haltestücks, das mit einem Verbindungsstück koppelbar ist, um eine Auflagereinheit
zu bilden. Die Fig. 23 und 24 veranschaulichen in diesem Zusammenhang Gestaltungen
des Haltestücks, die die Montage vereinfachen sollen.
[0105] Fig. 3 ist eine perspektivische Darstellung eines Haltestücks 200. Das Haltestück
200 weist eine Grundplatte 202 auf, in der Befestigungselemente, beispielsweise Befestigungslöcher
204, 206, ausgebildet sind, um das Haltestück 200 über die Grundplatte 202 etwa an
einer Wand oder einem Montagekasten zu befestigen. Es versteht sich, dass andere Befestigungselemente
ebenso vorstellbar sind. Ferner versteht sich, dass ein abweichendes Lochbild der
Befestigungslöcher 204, 206 gegeben sein kann, um das Haltestück 200 an verschiedene
Einbaubedingungen und Schnittstellen anzupassen.
[0106] Fig. 4 ist eine frontale Darstellung des Haltestücks 200 aus Sicht einer Wellenbaugruppe
bzw. einer Antriebseinheit, die über ein Verbindungsstück mit dem Haltestück 200 zur
Bildung einer Auflagereinheit zu koppeln ist. Fig. 5 veranschaulicht einen Schnitt
durch das Haltestück 200 gemäß der Linie V-V in Fig. 4. Fig. 6 ist eine Seitendarstellung
der Anordnung des Haltestücks 200 gemäß Fig. 4.
[0107] Am Haltestück 200 ist ein Aufnahmeprofil 210 ausgebildet. Das Aufnahmeprofil 210
erstreckt sich ausgehend von der Grundplatte 202. Das Aufnahmeprofil 210 umfasst Wandabschnitte
212, 214, 216, 218. Die Wandabschnitte 212, 214 können als oberer und unterer Wandabschnitt
bezeichnet werden. Dies ist jedoch nicht einschränkend zu verstehen. Gleichermaßen
können die Wandabschnitte 216, 218 als seitliche Wandabschnitte bezeichnet werden.
[0108] Die Wandabschnitte 216, 218 bilden gemeinsam aufgrund ihrer Formgebung eine Engstelle
220. Die Engstelle 220 wird in der anhand der Fig. 3 bis 6 veranschaulichten Ausführungsform
durch einen Vorsprung 222 am Wandabschnitt 216 sowie einen weiteren Vorsprung 224
am Wandabschnitt 218 gebildet.
[0109] Das Aufnahmeprofil 210 definiert ein erstes Zentrum 226 und ein zweites Zentrum 228.
Das erste Zentrum 226 ist zumindest teilweise von einem ersten Ringabschnitt 230 umgeben.
Das zweite Zentrum 228 ist zumindest teilweise von einem zweiten Ringabschnitt 232
umgeben. Der erste Ringabschnitt 230 wird zumindest teilweise durch die Wandabschnitte
212, 216 und 218 gebildet. Der zweite Ringabschnitt 232 wird zumindest teilweise durch
die Wandabschnitte 214, 216, 218 gebildet. Die Ringabschnitte 230, 232 definieren
voneinander versetzte Kreise, wobei das erste Zentrum 226 und das zweite Zentrum 228
um ein Maß a voneinander beabstandet sind, das weniger als die Hälfte eines Durchmessers
D
i des ersten Ringabschnitts 230 bzw. des zweiten Ringabschnitts 232 beträgt.
[0110] Im Bereich der Engstelle 220 ist dem ersten Vorsprung 222 des Wandabschnitts 216
eine Aussparung 234 zugeordnet. Gleichermaßen ist dem zweiten Vorsprung 224 des Wandabschnitts
218 eine zweite Aussparung 236 zugeordnet. Die Aussparungen 234, 236 sind in der Grundplatte
202 vorgesehen. Die Aussparungen 234, 236 erhöhen die Verformbarkeit der Wandabschnitte
216, 218 im Bereich der Vorsprünge 222, 224. Auf diese Weise kann ein Verbindungsstück,
dessen Außendurchmesser an den Innendurchmesser der Ringabschnitte 230, 232 angepasst
ist, zwischen dem ersten Zentrum 226 und dem zweiten Zentrum 228 auf direktem Wege
(geradlinig) bewegt werden. Eine solche Bewegung kann parallel zur Grundplatte 202
erfolgen, wobei eben das Verbindungsstück nicht oder nicht wesentlich von der Grundplatte
202 des Haltestücks 200 abgehoben wird.
[0111] Das Haltestück 200 ist ferner mit einem Führungsprofil 244 versehen, welches an der
Grundplatte 202 ausgebildet ist. Ein beispielhafter Querschnitt des Führungsprofils
244 ist in Fig. 5 dargestellt. Insbesondere kann das Führungsprofil 244 ein Schwalbenschwanzprofil
aufweisen. Es versteht sich, dass andere Gestaltungen des Führungsprofils 244 denkbar
sind. Das Führungsprofil 244 umfasst einen ersten Abschnitt 246 und einen zweiten
Abschnitt 248. Der erste Abschnitt 246 und der zweite Abschnitt 248 sind durch einen
Ausschnitt 250 unterbrochen. Mit anderen Worten ist das Führungsprofil 244 nicht durchgängig
gestaltet. Die Länge des Ausschnitts 250 ist größer als der Abstand a. Der erste Abschnitt
246 des Führungsprofils 244 ist im ersten Zentrum 226 des Führungsprofils 210 angeordnet.
Der zweite Abschnitt 248 des Führungsprofils 244 ist dem Wandabschnitt 214 benachbart
angeordnet. Die Abschnitte 246, 248 definieren gemeinsam eine Bewegungsrichtung (Pfeil
252 in Fig. 3) für die Bewegung des Verbindungsstücks zwischen dem ersten Zentrum
226 und dem zweiten Zentrum 228.
[0112] Mit Bezugnahme auf die Fig. 7 bis 11 wird eine beispielhafte Ausführungsform eines
Verbindungsstücks 260 veranschaulicht, das mit dem Haltestück 200 gemäß den Fig. 3
bis 6 koppelbar ist. Es versteht sich, dass das Verbindungsstück 260 auch mit anderen
Ausgestaltungen von Haltestücken verbindbar ist, vgl. die Fig. 19 bis 22.
[0113] Das Verbindungsstück 260 umfasst einen Scheibenkörper 262, an dessen Umfang eine
Ringabschnittsfläche oder Ringfläche 264 vorgesehen ist. Die Ringfläche 264 definiert
einen Außendurchmesser D
a des Verbindungsstücks 260, welcher im Wesentlichen dem Innendurchmesser D
i der Ringabschnitte 230, 232 am Haltestück 200 entspricht. Der Außendurchmesser D
a etwas kleiner als der Innendurchmesser D
i sein, um eine einfache Montage zu ermöglichen.
[0114] Am Scheibenkörper 262 des Verbindungsstücks 260 sind beispielhaft Befestigungslöcher
266 zur Befestigung mit einem Motorgehäuse oder Gestell einer Antriebseinheit vorgesehen.
Mit anderen Worten kann das Verbindungsstück 260 im montierten Zustand ein Abschlusselement
einer Antriebseinheit (vgl. Fig. 1 und Fig. 2) bilden, welches dem Haltestück 200
zugewandt ist.
[0115] Die perspektivische Darstellung des Verbindungsstücks 260 in Fig. 8 zeigt diejenige
Seite des Verbindungsstücks 260, die im montierten Zustand dem Haltestück 200 zugewandt
ist. Die perspektivische Darstellung gemäß Fig. 7 zeigt diejenige Seite des Verbindungsstücks
260, die im montierten Zustand vom Haltestück 200 abgewandt ist. An dieser Seite weist
das Verbindungsstück 260 ferner beispielhaft ein Koppelstück 268 auf, das eine teilweise
formschlüssige Verbindung des Verbindungsstücks 260 mit einem Antriebsgestell oder
Antriebsgehäuse der Antriebseinheit ermöglicht.
[0116] Eine Mittenachse oder Längsachse 270 des Verbindungsstücks 260 ist in den Fig. 9
und 10 dargestellt. Die Längsachse 270 des Verbindungsstücks 260 befindet sich in
der ersten Aufnahmeposition des Verbindungsstücks 260 im ersten Zentrum 226 des Aufnahmeprofils
210 des Haltestücks 200. In der zweiten Aufnahmeposition des Verbindungsstücks 260
befindet sich die Längsachse 270 hingegen im zweiten Zentrum 228. Insgesamt kann somit
das Verbindungsstück 260 etwa parallel zur Haupterstreckungsebene der Grundplatte
202 verschoben werden, vgl. den Doppelpfeil 252 in Fig. 3.
[0117] In einem Zentrum 272 des Scheibenkörpers 262 ist eine Aussparung 274 ausgebildet.
Die Aussparung 274 muss den Scheibenkörper 262 nicht unbedingt vollständig durchragen.
Im Zentrum 272 des Verbindungsstücks 260 schneiden sich Gegenprofile 276, 278, die
an das Führungsprofil 244 des Haltestücks 200 angepasst sind. Ähnlich wie das Führungsprofil
244 können auch die Gegenprofile 276, 278 teilweise hinterschnittig gestaltet sein
(vgl. Fig. 10 und Fig. 11), sodass sich insgesamt eine Schwalbenschwanzführung ergibt.
[0118] Die Gegenprofile 276, 278 sind zueinander um 90° um die Längsachse 270 versetzt angeordnet.
Die Gegenprofile 276, 278 erstrecken sich jeweils vollständig durch den Scheibenkörper
262 des Verbindungsstücks 260 hindurch. Eine Haupterstreckungsrichtung der Gegenprofile
276, 278 ist jeweils senkrecht zur Längsachse 270 orientiert.
[0119] Es versteht sich, dass grundsätzlich auch Ausführungsformen denkbar sind, bei denen
lediglich ein Gegenprofil 276 vorstellbar ist. Die Anordnung von zwei oder mehr zueinander
winklig versetzten Gegenprofilen 276, 278 resultiert in einer Mehrzahl denkbarer Montageorientierungen
für das Verbindungsstück 260 zum Einrücken in das Führungsprofil 244 am Haltestück
200.
[0120] Die Fig. 12 bis 14 veranschaulichen die Funktion sowie einen denkbare Montageabfolge
für eine Auflagereinheit 280, die durch das Haltestück 200 sowie durch das Verbindungsstück
260 gebildet wird. Die Fig. 12 und 13 veranschaulichen in unterschiedlichen Perspektiven
einen explodierten Zustand. Ein mit 282 bezeichneter Pfeil kennzeichnet eine Zuführrichtung
für das Verbindungsstück 260 in Richtung auf das Haltestück 200.
[0121] In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass in der Praxis regelmäßig nicht so viel
(axialer) Bauraum für die Montage zur Verfügung steht. Üblicherweise gibt es in Richtung
des Pfeils 282 bei der Montage nur wenig Spielraum zwischen dem Verbindungsstück 260
und dem Haltestück 262.
[0122] Ein Vergleich der Fig. 13 und 14 zeigt, dass das Verbindungsstück 260 in der Zuführrichtung
282 in das Aufnahmeprofil 210 einrücken kann. Die ist nur in dem Bereich des ersten
Ringabschnitts 230 möglich, der das erste Zentrum 226 und somit die erste Aufnahmeposition
des Verbindungsstücks 260 am Haltestück 200 definiert. Hierbei ist die Drehlage des
Verbindungsstücks 260 zunächst unerheblich. Als weitere Montagehilfe kann zumindest
der erste Ringabschnitt 230 mit Fasen und/oder Einführschrägen 238 für das Verbindungsstück
260 versehen sein.
[0123] In dem Zustand gemäß Fig. 14, der auch als erster Zustand bezeichnet werden kann,
ist das Verbindungsstück 260 um seine Längsachse 270 bzw. um das erste Zentrum 226
relativ zum Aufnahmeprofil 210 verdrehbar, vergleiche den gekrümmten Doppelpfeil 284.
Dies heißt mit anderen Worten, in diesem Zustand kann grundsätzlich auch eine Motoreinheit,
mit der das Verbindungsstück 260 gekoppelt ist, verdreht werden. Auf diese Weise kann
etwa ein Panzer oder eine Stoffbahn manuell abgewickelt oder aufgewickelt werden.
Während der Drehbewegung stützt sich die Ringfläche 264 des Verbindungsstücks 260
am ersten Ringabschnitt 230 ab. Demgemäß bildet der erste Ringabschnitt 230 ein Drehlager
für das Verbindungsstück 260.
[0124] Ausgehend von der Fig. 14 gezeigten ersten Aufnahmeposition kann das Verbindungsstück
260 in die in Fig. 15 gezeigte zweite Aufnahmeposition bewegt werden. Der Zustand
gemäß Fig. 15 wird auch als zweiter Zustand bezeichnet. Hierfür ist eine Bewegung
in Richtung auf das zweite Zentrum 228 erforderlich, vergleiche den Pfeil 286 in Fig.
15, der eine Richtung einer solchen Einrückbewegung verdeutlicht.
[0125] Im zweiten Zustand stützt sich das Verbindungsstück 260 über seine Ringfläche 264
am zweiten Ringabschnitt 232 des Aufnahmeprofils 210 ab. Ferner ist das Führungsprofil
244 mit einem der Gegenprofile 276, 278 (vergleiche Fig. 8) gekoppelt. Mit anderen
Worten ist in diesem zweiten Zustand das Verbindungsstück 260 drehfest am Aufnahmeprofil
210 aufgenommen. Der zweite Zustand entspricht einem normalen Betriebszustand, bei
dem sich die Antriebseinheit an der Auflagereinheit 280 abstützen kann.
[0126] Fig. 16 veranschaulicht eine frontale Darstellung der Auflageeinheit 280 im ersten
Zustand gemäß Fig. 14. Fig. 17 veranschaulicht eine frontale Darstellung der Auflagereinheit
280 im zweiten Zustand gemäß Fig. 15. Zu weiteren Veranschaulichung sind in Fig. 16
und Fig. 17 verdeckte Kanten des Verbindungsstücks 260 gestrichelt dargestellt. Ergänzend
veranschaulicht Fig. 18 einen Schnitt im gefügten Zustand entlang der Linie XVIII
- XVIII in Fig. 17.
[0127] Fig. 16 zeigt, dass das Verbindungsstück 260 im ersten Zustand um das erste Zentrum
226 des ersten Ringabschnittes 230 verdrehbar ist, wobei diese Verdrehung um den ersten
Abschnitt 246 des Führungsprofils 244 erfolgt. Mit anderen Worten sind der erste Abschnitt
246 des Führungsprofils 244 sowie die Aussparung 274 im Zentrum 272 des Verbindungsstücks
260 derart gestaltet, dass eine Rotation ermöglicht ist. Der erste Ringabschnitt 230
stützt das Verbindungsstück 260 an seiner Ringfläche 264 ab. Im ersten Zustand gemäß
Fig. 16 wirkt die Engstelle 220 einer Bewegung des Verbindungsstücks 260 aus dem ersten
Zustand in den zweiten Zustand (vergleiche Fig. 17) entgegen. Ferner ist ein Übergang
in den zweiten Zustand nur dann möglich, wenn eines der Gegenprofile 276, 278 mit
dem Führungsprofil 244 am Haltestück 200 ausgerichtet ist, sodass das Führungsprofil
244 in das entsprechende Gegenprofil 276 oder 278 einrücken kann. Mit anderen Worten
gibt es bei der in Fig. 16 und Fig. 17 gezeigten Ausgestaltung im zweiten Zustand
insgesamt vier denkbare Montageorientierungen für das Verbindungsstück 260 am Haltestück
200.
[0128] Fig. 17 zeigt den zweiten Zustand, in dem das Verbindungsstück 260 in die zweite
Aufnahmeposition beim zweiten Ringabschnitt 232 des Aufnahmeprofils 210 des Haltestücks
200 eingerückt ist. Mit anderen Worten wurde die Engstelle 220 überwunden. Dies geht
regelmäßig mit einer Verformung der Wandabschnitte 216, 218 im Bereich der Vorsprünge
222, 224 einher, vergleiche hierzu Fig. 3. Die Aussparungen 234, 236 verbessern die
Verformbarkeit der Wandabschnitte 216, 218. Die Wandabschnitte 216, 218 werden nach
außen gedrückt.
[0129] Im zweiten Zustand gemäß Fig. 17 sind das Führungsprofil 244 sowie das Gegenprofil
276 miteinander gefügt, vergleiche die Querschnittsansicht in Fig. 18. Das Führungsprofil
244 und das Gegenprofil 276 bilden beispielhaft eine Schwalbenschwanzführung 290,
die ein Abheben des Verbindungsstücks 260 von der Grundplatte 202 bzw. dem Haltestück
200 (in Richtung der Längsachse 270) verhindert.
[0130] Es versteht sich, dass grundlegende Funktionen auch durch Führungen bereitgestellt
werden können, die nicht mit einem Schwalbenschwanzprofil versehen sind, bzw. die
nicht unbedingt hinterschnittig gestaltet sind. Insbesondere die gewünschte Verdrehsicherung
kann auch mit Führungen gewährleistet werden, die grundsätzlich ein Abheben des Verbindungsstücks
260 vom Haltestück 200 ermöglichen würden.
[0131] Fig. 17 zeigt, dass die beiden Abschnitte 246, 248 des Führungsprofils 244 mit dem
Gegenprofil 276 gekoppelt sind, sodass eine sichere Drehmomentabstützung/Verdrehsicherung
für das Verbindungsstück 260 am Haltestück 260 gewährleistet ist.
[0132] Wie vorstehend bereits ausgeführt sind das erste Zentrum 226 und das zweite Zentrum
228 der Ringabschnitte 230, 232 des Aufnahmeprofils 210 um ein bestimmtes Maß versetzt,
sodass der erste Abschnitt 246 im ersten Zustand gemäß Fig. 16 mit dem Zentrum 272
des Verbindungsstücks 260 zusammenfällt. Gleichzeitig ist jedoch der erste Abschnitt
246 im zweiten Zustand gemäß Fig. 17 in das Gegenprofil 276 eingerückt, sodass eine
gute Führungslänge durch das Führungsprofil 244 gewährleistet ist.
[0133] Die Aussparung 274 im Zentrum 272 des Verbindungsstücks 260 (vergleiche Fig. 8 und
Fig. 9) sowie der Ausschnitt 250 zwischen den Abschnitten 246, 248 des Führungsprofils
244 sind derart aneinander angepasst, dass Teile des Scheibenkörpers 262 des Verbindungsstücks
260, die nicht zur Bildung der Gegenprofile 276, 278 ausgespart sind, bei der Rotation
des Verbindungsstücks 260 im ersten Zustand den Ausschnitt 250 passieren können, vergleiche
wiederum Fig. 16.
[0134] In Fig. 17 veranschaulicht ein mit 292 bezeichneter Pfeil eine Lösebewegung oder
Ausrückbewegung für das Verbindungsstück 260. Sobald eine hinreichend große Kraft
in dieser Richtung auf das Verbindungsstück 260 aufgebracht wird, kann das Verbindungsstück
260 mit seiner Ringfläche 264 die Engstelle 220 passieren und in den ersten Ringabschnitt
230 einrücken, um die erste Aufnahmeposition gemäß Fig. 16 einzunehmen.
[0135] Die Fig. 19 bis 22 veranschaulichen analog zu den Fig. 3 bis 6 eine weitere beispielhafte
Ausführungsform eines Haltestücks, das hier mit 300 bezeichnet ist. Auch das Haltestück
300 kann mit dem Verbindungsstück 260 gemäß den Fig. 7 bis 11 gekoppelt werden. Im
Hinblick auf den Fügevorgang sowie die Bewegung zwischen den beiden Aufnahmepositionen
wird demgemäß auf die Fig. 12 bis 18 verwiesen.
[0136] Weiter wird im Hinblick auf Detailgestaltungen des Haltestücks 300 ergänzend auf
die obigen Ausführungen zum Haltestück 200 verwiesen. Nachfolgend wird vorrangig auf
ergänzende oder alternative Merkmale eingegangen.
[0137] Auch das Haltestück 300 ist mit einer Grundplatte 302 versehen, an der ein Aufnahmeprofil
310 für das Verbindungsstück 260 ausgebildet ist. Die Grundplatte 302 ist im Vergleich
zur Grundplatte 202 in einem Abschnitt außerhalb des Aufnahmeprofils 310 etwas verjüngt.
Dies soll jedoch nicht einschränkend verstanden werden. Das Aufnahmeprofil 310 umfasst
Wandabschnitte 312, 314, 316, 318. Die Wandabschnitte 312, 314 und 318 definieren
ein erstes Zentrum 326. Die Wandabschnitte 314, 316 und 318 definieren ein zweites
Zentrum 328.
[0138] Das Aufnahmeprofil 310 definiert eine Engstelle 320, die durch Vorsprünge 322, 324
definiert ist. Zur Erhöhung der Formbarkeit der Wandabschnitte 316, 318 im Bereich
der Engstelle sind wiederum Aussparungen 334, 336 vorgesehen, die seitlich offen sind.
Ferner weist das Haltstück 300 ein Führungsprofil 344 auf, welches mit zwei Abschnitten
346, 348 versehen ist, die durch einen Ausschnitt 350 unterbrochen sind.
[0139] Zur Vereinfachung der Montage bzw. zur Vermeidung von Fehlmontagen sind Einfahrsperrelemente
360 vorgesehen, welche gemäß der beispielhaften Ausgestaltung in den Fig. 19 und 20
Versatzwände 362, 364 umfassen. Die Einfahrsperrelemente 360 bilden eine Einfahrsperranordnung.
Die Versatzwand 362 ist dem Wandabschnitt 316 benachbart. Die Versatzwand 364 ist
dem Wandabschnitt 318 benachbart. Wesentlich für die Funktion der Einfahrsperrelemente
360 ist, dass die Versatzwand 362 und der benachbarte Wandabschnitt 316 sowie die
Versatzwand 364 und der benachbarte Wandabschnitt 318 jeweils in Kombination derart
breit gestaltet sind, dass die Gegenprofile 276, 278 des Verbindungsstückes 260 (vergleiche
Fig. 9) nicht ohne Weiteres über die doppelten Wände gestülpt werden kann. Ein solcher
Zustand soll vermieden werden, um die Montage zu vereinfachen.
[0140] In Ergänzung zu den Fig. 19 und 20 wird auf Fig. 23 verwiesen, welche anhand einer
perspektivischen Darstellung einen Montagezustand zeigt, in dem das Verbindungsstück
260 seitlich aus seiner Soll-Lage ausgerückt ist. Dank der Einfahrsperrelemente 360
ist jedoch ein Einrücken der Gegenprofile 276, 278 wirksam unterbunden. Auf diese
Weise können undefinierte Zustände bei der Montage vermieden werden. Die Anfälligkeit
für Montagefehler und Bedienfehler sinkt.
[0141] Ergänzend zeigen die Fig. 19, 20 und 22, dass das Haltestück 300 mit einer Montagehilfe
370 versehen ist, die dem Aufnahmeprofil 310 benachbart ist. Die Montagehilfe 370
umfasst Stege 372, 374, die mit Rampen 376, 378 versehen sind. In diesem Zusammenhang
wird ergänzend auf Fig. 24 verwiesen, die anhand einer seitlichen Darstellung einen
denkbaren Montageablauf zeigt. In Fig. 24 sind aus Veranschaulichungszwecken mehrere
Positionen des Verbindungsstücks 260 angedeutet, jeweils durch teilweise gestrichelte
Darstellung. Ein mit 380 bezeichneter Pfeil veranschaulicht eine allgemeine Montagebewegung.
Im Bereich der Rampen 376, 378 kontaktiert das Verbindungsstück 260 die Montagehilfe
370, sodass eine Führung gegeben ist. Auf diese Weise wird das Verbindungsstück 260
auf das Niveau der Stege 372, 374 bewegt.
[0142] Die Stege 372, 374 haben in der seitlichen Ansicht gemäß den Fig. 22 und 24 ein vergleichbares
Höhenniveau wie die Wandabschnitte 314, 316, 318. Dies vereinfacht das Zuführen des
Verbindungsstücks 260 in Richtung auf die erste Aufnahmeposition deutlich.
[0143] Daneben zeigen insbesondere die Fig. 22 und 24, dass der Wandabschnitt 312 des Aufnahmeprofils
310 als Begrenzungswand 390 ausgeführt ist. Die Begrenzungswand 390 weist ein größeres
Höhenniveau als die benachbarten Wandabschnitte 316, 318 sowie 314 des Aufnahmeprofils
310 auf. Dies führt dazu, dass das Verbindungsstück 260 nicht ohne Weiteres über die
Begrenzungswand 390 hinaus geschoben werden kann, vergleiche den Pfeil 380 in Fig.
24, der die Montagebewegung verdeutlicht. Darüber hinaus ist auch die Begrenzungswand
390 etwas gekrümmt, vergleiche die frontale Ansicht in Fig. 20. Dies vereinfacht die
Vorausrichtung des Verbindungsstücks 260 deutlich, sodass die erste Aufnahmeposition
einfach erreicht werden kann.
[0144] Mit Bezugnahme auf Fig. 25 wird anhand einer Blockdarstellung eine beispielhafte
Ausführungsform eines Verfahrens zur Montage einer Auflagereinheit veranschaulicht.
Das Verfahren kann insbesondere zur Montage von mit einer Antriebseinheit versehenen
Wellenbaugruppen für Verschluss- oder Schutzeinrichtung genutzt werden.
[0145] Das Verfahren umfasst einen Schritt S10, der die Bereitstellung eines Haltestücks
und eines Verbindungsstücks betrifft. In einem nachgelagerten Schritt S12 wird das
Haltestück gehäuseseitig, wandseitig oder kastenseitig befestigt. Hingegen wird in
einem weiteren Verfahrensschritt S14, der parallel oder zeitversetzt zum Schritt S12
ablaufen kann, das Verbindungsstück mit einer Motoreinheit der Wellenbaugruppe verbunden.
[0146] Es schließt sich ein Schritt S16 an, in dem die Wellenbaugruppe mit dem Verbindungsstück
in eine erste Aufnahmeposition am Haltestück gebracht wird, vgl. Fig. 14. Sodann folgt
ein Schritt S18, der ein Bewegen des Verbindungsstücks in eine zweite Aufnahmeposition
am Haltestück umfasst, vgl. Fig. 15. In der zweiten Aufnahmeposition sind das Verbindungstück
und somit auch die Antriebseinheit drehsicher am Haltestück festgelegt. Damit wird
eine Drehmomentabstützung für einen Motor der Antriebseinheit der Wellenbaugruppe
bereitgestellt.
[0147] Für den Übergang zwischen den Schritten S16 und S18, also den Übergang zwischen der
ersten Aufnahmeposition und der zweiten Aufnahmeposition ist es ferner erforderlich,
dass das Verbindungsstück eine definierte Drehlage in Bezug auf das Aufnahmeprofil
am Haltestück einnimmt. Nur in einer solchen Drehorientierung ist es ermöglicht, dass
ein Führungsprofil am Haltestück sowie ein Gegenprofil am Verbindungsstück ineinander
einrücken können. Über das Führungsprofil und das Gegenprofil wird in der zweiten
Aufnahmeposition des Verbindungsstücks eine Verdrehsicherung bewirkt.
[0148] Mit Bezugnahme auf Fig. 26 wird anhand eines schematisch stark vereinfachten Blockdiagramms
eine beispielhafte Ausführungsform eines Verfahrens zur Demontage einer Wellenbaugruppe
veranschaulicht, welches eine Deaktivierung einer Verdrehsicherung einer Antriebseinheit
der Wellenbaugruppe umfasst.
[0149] In einem Schritt S50 wird eine Kraft auf ein Verbindungsstück einer Auflagereinheit
aufgebracht. Dies kann grundsätzlich werkzeuglos erfolgen. Beispielhaft kann die Kraft
mittelbar auf das Verbindungsstück aufgebracht werden, in dem entsprechend auf die
Wellenbaugruppe, insbesondere auf einen Hohlprofilkörper der Wellenbaugruppe, eingewirkt
wird. Ein Kraftangriff erfolgt üblicherweise radial oder im Wesentlichen radial zu
einer Längsachse der Wellenbaugruppe bzw. des Verbindungsstücks.
[0150] In Reaktion hierauf erfolgt bei einem nachfolgenden Schritt S52 eine Bewegung des
Verbindungsstücks und somit der Welleneinheit aus einer zweiten Aufnahmeposition in
eine erste Aufnahmeposition an einem Aufnahmeprofil des Haltestücks, wobei eine Engstelle
überwunden wird.
[0151] In der ersten Aufnahmeposition ist das Verbindungsstück relativ zum Aufnahmeprofil
und somit relativ zum Haltestück verdrehbar. Auf diese Weise kann in einem weiteren
Schritt S54 ein Abwickelvorgang durchgeführt werden. Auf diese Weise wird beispielweise
eine Zugänglichkeit zur Antriebseinheit ermöglicht, um Reparaturen, Inspektionen oder
ähnliches vorzunehmen. Hieran kann sich ein Schritt S56 einschließen, der die Demontage
der Wellenbaugruppe betrifft, die zuvor verdrehsicher an der Auflagereinheit aufgenommen
war, wobei dies vorzugsweise auch eine axiale Lagesicherung umfasste. Die Demontage
kann beispielsweise durch eine zumindest geringe axiale Kompression der Wellenbaugruppe
ermöglicht werden. Die (axiale) Längenausdehnung kann zumindest zeitweilig verringert
werden, so dass ein vollständiges Ausrücken auch aus der ersten Aufnahmeposition des
Haltestücks ermöglicht ist.
1. Auflagereinheit (280) zur drehfesten Aufnahme einer Antriebseinheit (40, 90) für eine
Verschluss- oder Schutzreinrichtung, mit einem Haltestück (200, 300), das ein Aufnahmeprofil
(210, 310) aufweist, und einem an das Aufnahmeprofil (210, 310) angepassten Verbindungsstück
(260), das mit einer Antriebseinheit (40, 90) verbindbar ist, wobei das Haltestück
(200, 300) eine erste Aufnahmeposition und eine zweite Aufnahmeposition für das Verbindungsstück
(260) bereitstellt, wobei das Verbindungsstück (260) in der ersten Aufnahmeposition
relativ zum Haltestück (200, 300) drehbar ist, wobei das Verbindungsstück (260) in
der zweiten Aufnahmeposition gegen ein Verdrehen relativ zum Haltestück (200, 300)
gesichert ist, und wobei das Verbindungsstück (260) unter Krafteinwirkung zur Überwindung
einer Haltekraft zwischen der ersten Aufnahmeposition und der zweiten Aufnahmeposition
bewegbar ist.
2. Auflagereinheit (280) nach Anspruch 1, wobei das Verbindungsstück (260) unter Überwindung
einer Engstelle (220, 320), die die Haltekraft verursacht, im Aufnahmeprofil (210,
310) zwischen der ersten Aufnahmeposition und der zweiten Aufnahmeposition bewegbar
ist, und wobei vorzugsweise der Engstelle (220, 320) des Aufnahmeprofils (210, 310)
zumindest eine Aussparung (234, 236) an einer Grundplatte (202, 302) des Haltestücks
(200, 300) zugeordnet ist.
3. Auflagereinheit (280) nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Verbindungsstück (260) in
der ersten Aufnahmeposition axial vom Haltestück (200, 300) lösbar ist, und wobei
das Verbindungsstück (260) in der zweiten Aufnahmeposition axial lagegesichert am
Haltestück (200, 300) aufgenommen ist.
4. Auflagereinheit (280) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei sich das Aufnahmeprofil
(210, 310) abschnittsweise verformt, wenn das Verbindungsstück (260) zwischen der
ersten Aufnahmeposition und der zweiten Aufnahmeposition bewegt wird.
5. Auflagereinheit (280) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das Verbindungsstück
(260) eine Ringfläche oder Ringabschnittsfläche (264) aufweist, die einen Außendurchmesser
definiert.
6. Auflagereinheit (280) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei das Aufnahmeprofil (210,
310) zumindest für die erste Aufnahmeposition, vorzugsweise für die erste Aufnahmeposition
und die zweite Aufnahmeposition, eine Ringfläche oder Ringabschnittsfläche (230, 232)
aufweist.
7. Auflagereinheit (280) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei das Aufnahmeprofil (210,
310) ein erstes Zentrum (226, 326) und ein zweites Zentrum (228, 328) bildet, wobei
das erste Zentrum (226, 326) die Lage des Verbindungsstücks (260) in der ersten Aufnahmeposition
definiert, und wobei das zweite Zentrum (228, 328) die Lage des Verbindungsstücks
(260) in der zweiten Aufnahmeposition definiert.
8. Auflagereinheit (280) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei am Haltestück (200,
300) ein Führungsprofil (244, 344) ausgebildet ist, das in der zweiten Aufnahmeposition
derart mit einem Gegenprofil (276, 278) am Verbindungsstück (260) gekoppelt ist, dass
das Verbindungsstück (260) drehsicher am Haltestück (200, 300) aufgenommen ist.
9. Auflagereinheit (280) nach Anspruch 8, wobei das Führungsprofil (244, 344) abschnittsweise
unterbrochen ist.
10. Auflagereinheit (280) nach Anspruch 8 oder 9, wobei das Führungsprofil (244, 344)
einen ersten Abschnitt (246, 346) und einen zweiten Abschnitt (248, 348) aufweist,
die voneinander beabstandet sind, und wobei das Verbindungsstück (260) eine Aussparung
(274) aufweist, die in der ersten Aufnahmeposition den ersten Abschnitt (246, 346)
umgibt, so dass das Verbindungsstück (260) um den ersten Abschnitt (246, 346) des
Führungsprofils (244, 344) drehbar ist.
11. Auflagereinheit (280) nach Anspruch 10, wobei der zweite Abschnitt (248, 348) des
Führungsprofils (244, 344) nur in der zweiten Aufnahmeposition in das Gegenprofil
(276, 278) des Verbindungsstücks (260) eingreift.
12. Auflagereinheit (280) nach einem der Ansprüche 8 bis 11, wobei am Verbindungsstück
(260) zwei oder mehr Gegenprofile (276, 278) ausgebildet sind, die sich vorzugsweise
in einem Zentrum (272) des Verbindungsstücks (260) schneiden.
13. Auflagereinheit (280) nach einem der Ansprüche 8 bis 12, wobei in der zweiten Aufnahmeposition
eine formschlüssige axiale Lagesicherung für das Verbindungsstück (260) gegeben ist,
wobei das Führungsprofil (244, 344) und das an das Führungsprofil (244, 344) angepasste
Gegenprofil (276, 278) hinterschnittig gestaltet sind und insbesondere gemeinsam eine
Schwalbenschwanzführung (290) bilden.
14. Verschluss- oder Schutzeinrichtung, insbesondere Rollladen, Rolltor oder Markise,
mit einem ersten Auflager (14, 76), einem zweiten Auflager (16, 78) und einer Wellenbaugruppe
(24, 74), die am ersten Auflager (14, 76) und am zweiten Auflager (16, 78) aufgenommen
ist, wobei zumindest das erste Auflager (14, 76) oder das zweite Auflager (16, 78)
als Auflagereinheit (280) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13 gestaltet ist.
15. Verfahren zur werkzeuglosen Deaktivierung einer Verdrehsicherung für eine Antriebseinheit
(40, 90) einer Verschluss- oder Schutzeinrichtung (10), mit den folgenden Schritten:
- Bereitstellung einer Auflagereinheit (280) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 13,
- Montage der Verschluss- oder Schutzeinrichtung (10), umfassend ein Einrücken des
Verbindungsstücks (260) in die zweite Aufnahmeposition des Aufnahmeprofils (210, 310)
des Haltestücks (200, 300),
- Aufbringen einer Lösekraft auf das Verbindungsstück (260),
wobei das Verbindungsstück (260) unter Überwindung einer Haltekraft von der zweiten
Aufnahmeposition in die erste Aufnahmeposition bewegt wird.