[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Gargerät sowie ein Verfahren zum Betreiben
eines Gargeräts. Das Gargerät weist wenigstens eine Heizeinrichtung und wenigstens
einen beheizbaren und durch wenigstens eine Garraumtür verschließbaren Garraum auf.
Das Gargerät umfasst wenigstens eine Steuereinrichtung zum Ausführen wenigstens eines
vorwählbaren Betriebsmodus und zum Ansteuern der Heizeinrichtung in Abhängigkeit des
Betriebsmodus.
[0002] Bei einem Garvorgang in einem Garraum wird üblicherweise mit einer bestimmten bzw.
konstanten Garraumtemperatur gebacken oder gebraten. Typischerweise liegt die Garraumtemperatur
zwischen 140 °C und 220 °C. Im oberen Temperaturbereich kann z. B. eine herzhafte
Bräunung des Garguts erzielt werden. Allerdings kann es dabei zu einem Austrocknen
des Lebensmittels kommen. Bei niedrigeren Temperaturen wird hingegen sehr schonend
gegart und ein Austrocknen des Garguts wird zuverlässig vermieden. Aufgrund der niedrigen
Temperaturen kommt es jedoch zu keiner nennenswerten Bräunung oder Krustenbildung.
[0003] Um dennoch eine Bräunung zu erzielen, kann das Gargut z. B. vor dem Garvorgang zunächst
bei höheren Temperaturen vorgebräunt werden. Dabei kann jedoch die Kerntemperatur
des Garguts soweit ansteigen, dass es zu einem unerwünschten Durchgaren oder sogar
zu einem Übergaren kommt. Auch eine Temperaturerhöhung zum Bräunen am Ende einer Garphase
ist oft problematisch, da das Gargut schnell zu trocken oder zäh werden kann. Die
Auswahl der richtigen Garraumtemperatur ist daher regelmäßig ein Kompromiss zwischen
Garen und Bräunen, welcher oft nicht zu dem gewünschten, optimalen Garergebnis führt.
[0004] Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Zubereitung von Gargut in
einem Gargerät mit einem Garraum hinsichtlich des Garens und des Bräunens zu verbessern.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Gargerät mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und
durch ein Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts mit den Merkmalen des Anspruchs
12. Bevorzugte Merkmale sind Gegenstand der Unteransprüche. Weitere Vorteile und Merkmale
ergeben sich aus der allgemeinen Beschreibung der Erfindung und der Beschreibung der
Ausführungsbeispiele.
[0006] Das erfindungsgemäße Gargerät umfasst wenigstens eine Heizeinrichtung und wenigstens
einen beheizbaren Garraum. Der Garraum ist durch wenigstens eine Garraumtür verschließbar.
Das Gargerät umfasst wenigstens eine Steuereinrichtung. Die Steuereinrichtung ist
dazu geeignet und ausgebildet, wenigstens einen vorwählbaren Betriebsmodus auszuführen
und dazu die Heizeinrichtung in Abhängigkeit des Betriebsmodus anzusteuern. Dabei
ist die Steuereinrichtung dazu geeignet und ausgebildet, wenigstens einen als Bräunungsmodus
ausgebildeten Betriebsmodus mit einer Garraumtemperatur von wenigstens 180 °C und
wenigstens einen als Garmodus ausgebildeten Betriebsmodus mit einer Garraumtemperatur
von maximal 130 °C auszuführen. Die Steuereinrichtung ist dazu geeignet und ausgebildet,
für einen Wechsel von dem Garmodus in den Bräunungsmodus mit der Heizeinrichtung ein
Schnellaufheizen des Garraums auszuführen. Die Steuereinrichtung ist dazu geeignet
und ausgebildet, für einen Wechsel von dem Bräunungsmodus in den Garmodus mit wenigstens
einer Kühleinrichtung ein Schnellabkühlen des Garraums auszuführen.
[0007] Das erfindungsgemäße Gargerät bietet viele Vorteile. Ein erheblicher Vorteil ist,
dass das Gargerät einen Bräunungsmodus und einen Garmodus bietet und dass zwischen
den Modi sehr kurzfristig bzw. ohne große Verzögerungen gewechselt werden kann. So
kann das Zusammenspiel von Bräunen und Garen sehr flexibel und individuell angepasst
werden. Durch das Schnellaufheizen kann beispielsweise im Anschluss an einen Niedrigtemperaturgarvorgang
eine knusprige Bräunung erzielt werden, ohne dass es zu einem Übergaren kommt. Durch
das Schnellabkühlen kann beispielsweise nach dem Bräunen ein unerwünschtes Weitergaren
sehr zuverlässig vermieden werden. So werden bei einem Wechsel zwischen Garen und
Bräunen lange Übergänge vermieden, bei denen sonst neben dem Bräunen auch ein unerwünschtes
Garen bzw. neben dem Garen auch ein unerwünschtes Bräunen auftreten können.
[0008] Insbesondere ist die Steuereinrichtung dazu geeignet und ausgebildet, während eines
Garvorgangs zwischen dem Bräunungsmodus und dem Garmodus zu wechseln und dazu vorzugsweise
das Schnellaufheizen und/oder das Schnellabkühlen auszuführen. Vorzugsweise ist die
Steuereinrichtung dazu geeignet und ausgebildet, das Schnellaufheizen und/oder das
Schnellabkühlen des Garraums während eines bereits gestarteten Garvorgangs und/oder
Automatikprogramms auszuführen. Insbesondere ist die Steuereinrichtung dazu geeignet
und ausgebildet, das Schnellaufheizen auszuführen, wenn der Garraum bereits auf eine
für den Garmodus benötigte Temperatur aufgeheizt ist. Das Schnellaufheizen kann zusätzlich
auch zum Vorheizen zu Beginn eines Garvorgangs erfolgen. Das Schnellabkühlen erfolgt
insbesondere nicht nur zum Abkühlen am Ende eines Garvorgangs, sondern auch bei einem
Wechsel von dem Bräunungsmodus in den Garmodus.
[0009] Die Steuereinrichtung ist insbesondere dazu geeignet und ausgebildet, das Schnellaufheizen
ausgehend von der Garraumtemperatur des Garmodus auszuführen. Das Schnellaufheizen
erfolgt vorzugsweise auf eine für den Bräunungsmodus vorgesehene Garraumtemperatur
und insbesondere auf wenigstens 180 °C. Die Steuereinrichtung ist insbesondere dazu
geeignet ausgebildet, das Schnellabkühlen ausgehend von der Garraumtemperatur des
Bräunungsmodus auszuführen. Das Schnellabkühlen erfolgt insbesondere auf die für den
Garmodus vorgesehene Garraumtemperatur und insbesondere auf 130 °C oder weniger.
[0010] Dem Bräunungsmodus ist insbesondere eine Garraumtemperatur von wenigstens 200 °C
und vorzugsweise von 210 °C und besonders bevorzugt von wenigstens 220 °C zugeordnet.
Der Bräunungsmodus kann auch eine Garraumtemperatur von wenigstens 230 °C oder auch
von wenigstens 240 °C oder von wenigstens 250 °C oder mehr aufweisen. Dem Garmodus
kann eine Garraumtemperatur unter 120 °C oder auch unter 110 °C oder unter 100 °C
zugeordnet sein. Möglich sind auch niedrigere Temperaturen oder andere zum Niedrigtemperaturgaren
geeignete Garraumtemperaturen.
[0011] In einer vorteilhaften Ausgestaltung umfasst die Kühleinrichtung wenigstens eine
Öffnungseinrichtung zum automatischen Öffnen der Garraumtür. Das ermöglicht ein sehr
wirksames und zügiges Abkühlen des Garraums. Die Öffnungseinrichtung ist insbesondere
dazu geeignet und ausgebildet, die Garraumtür teilweise oder vollständig zu öffnen.
Vorzugsweise ist die Öffnungseinrichtung auch dazu geeignet und ausgebildet, die Garraumtür
automatisch zu schließen. Die Kühleinrichtung kann auch wenigstens eine andere geeignete
Einrichtung zur Abkühlung des Garraums auf eine niedrigere Temperatur umfassen.
[0012] Die Kühleinrichtung kann wenigstens eine Belüftungseinrichtung zum Austauschen der
erwärmten Garraumluft mit kühlerer Umgebungsluft aufweisen. Beispielsweise umfasst
die Belüftungseinrichtung wenigstens eine Gebläseeinrichtung zum Absaugen von Luft
aus dem Garraum und/oder zum Einblasen von Umgebungsluft in den Garraum. Insbesondere
ist die Belüftungseinrichtung dazu geeignet und ausgebildet, die Garraumluft über
die geöffnete Tür auszublasen und/oder Umgebungsluft über die geöffnete Tür in den
Garraum einzusaugen. Die Belüftungseinrichtung kann wenigstens eine dem Garraum zugeordnete
Entlüftungsöffnung und/oder Entlüftungsklappen umfassen. Insbesondere erfolgt der
Luftaustausch durch eine Kombination der geöffneten Tür und wenigstens einer Entlüftungsöffnung
im Garraum.
[0013] Insbesondere beträgt die Schnellabkühlung des Garraums auf die Garraumtemperatur
für den Garmodus weniger als 10 Minuten. Insbesondere beträgt die Schnellabkühlung
des Garraums um wenigstens 60 K weniger als 10 Minuten. Bevorzugt beträgt die Schnellabkühlung
des Garraums auf die Garraumtemperatur weniger als 8 Minuten und besonders bevorzugt
weniger als 5 Minuten. So kann nach einem Bräunungsvorgang ein unerwünschtes Weitergaren
wirkungsvoll vermieden werden. Solche Zeiträume lassen sich beispielsweise durch die
zuvor beschriebene Öffnungseinrichtung unaufwendig und zuverlässig verwirklichen.
Möglich ist auch ein Schnellabkühlen über einen längeren Zeitraum.
[0014] Die Heizeinrichtung umfasst insbesondere wenigstens eine im Garmodus aktive Heizquelle.
Die Heizeinrichtung umfasst vorzugsweise wenigstens eine weitere Heizquelle, welche
zum Schnellaufheizen des Garraums zuschaltbar ist. Dadurch kann der Garraum besonders
zügig auf die für den Bräunungsmodus vorgesehenen Temperaturen aufgeheizt werden.
[0015] Die weitere Heizquelle umfasst vorzugsweise wenigstens eine Heißluftheizquelle und/oder
wenigstens eine Strahlungsheizquelle und/oder wenigstens eine andere geeignete Heizquelle.
Die Heißluftheizquelle umfasst insbesondere wenigstens einen Heizkörper und beispielsweise
wenigstens einen Ringheizkörper. Die Heißluftheizquelle umfasst insbesondere wenigstens
eine Gebläseeinrichtung. Eine solche Heißluftheizquelle bietet ein besonders gleichmäßiges
Schnellaufheizen. Die Strahlungsheizquelle kann als eine Grillheizquelle oder dergleichen
ausgebildet sein oder wenigstens eine solche umfassen.
[0016] Möglich ist auch, dass zum Schnellaufheizen des Garraums eine Mehrzahl von weiteren
Heizquellen zuschaltbar ist. Beispielsweise kann eine Kombination aus einer Heißluftheizquelle
und einer Strahlungsheizquelle zuschaltbar sein. Möglich ist auch, dass zum Schnellaufheizen
alle oder zumindest ein erheblicher Teil der im Garraum vorgesehenen Heizquellen zuschaltbar
sind. Die weitere Heizquelle kann durch wenigstens eine auch in anderen Betriebsmodi
und beispielsweise im Garmodus einsetzbare Heizquelle bereitgestellt werden. Möglich
ist auch, dass die weitere Heizquelle ausschließlich zum Schnellaufheizen vorgesehen
ist.
[0017] Die im Garmodus aktive Heizquelle ist beispielsweise eine Oberhitzeheizquelle und/oder
Unterhitzeheizquelle und/oder eine Ober- und Unterhitzeheizquelle. Die im Garmodus
aktive Heizquelle kann auch eine Heißluftheizquelle oder wenigstens eine andere geeignete
Heizquelle sein. Möglich ist auch, dass die im Garmodus aktive Heizquelle auch zum
Schnellaufheizen des Garraums einsetzbar ist. Die im Garmodus aktive Heizquelle ist
zum Schnellaufheizen beispielsweise mit einer höheren Heizleistung und/oder mit einer
kürzeren Taktung betreibbar.
[0018] Das Schnellaufheizen des Garraums auf die Garraumtemperatur für den Bräunungsmodus
beträgt insbesondere weniger als 4 Minuten. Insbesondere beträgt das Schnellaufheizen
des Garraums um wenigstens 60 K weniger als 4 Minuten. Vorzugsweise beträgt das Schnellaufheizen
des Garraums weniger als 3 Minuten und besonders bevorzugt weniger als 2 Minuten.
Das Schnellaufheizen kann auch weniger als 1 Minute betragen. Solche Ausgestaltungen
ermöglichen einen Wechsel in den Bräunungsmodus, ohne dass der Garprozess im Inneren
des Garguts unerwünscht beschleunigt wird. Möglich ist auch, dass das Schnellaufheizen
des Garraums über einen längeren Zeitraum erfolgt.
[0019] Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung dazu geeignet und ausgebildet, eine Temperaturerhöhung
während des Bräunungsmodus durch Schnellaufheizen des Garraums umzusetzen. Beispielsweise
erfolgt eine Temperaturerhöhung während des Bräunungsmodus, wenn eine stärkere Bräunung
vorgesehen ist, z. B. für eine besonders knusprige Bratenkruste. Durch das Schnellaufheizen
kann der Bräunungsgrad angepasst werden, ohne dass es zu einem unerwünschten Garfortschritt
im Inneren Lebensmittels kommt. Insbesondere erfolgt jede Temperaturerhöhung während
des Bräunungsmodus durch Schnellaufheizen. Die Temperaturerhöhung während des Bräunungsmodus
kann in einem Automatikprogramm vorgesehen sein und/oder durch wenigstens eine Benutzereingabe
manuell einstellbar sein. Es ist möglich, dass nur Temperaturerhöhungen oberhalb einer
definierten Temperaturdifferenz und zum Beispiel von mehr als 5 K oder mehr als 10
K oder mehr als 20 K oder mehr durch Schnellaufheizen erfolgen.
[0020] Möglich ist auch, dass die Steuereinrichtung dazu geeignet und ausgebildet ist, eine
Temperaturerhöhung während des Garmodus durch Schnellaufheizen des Garraums umzusetzen.
Die Steuereinrichtung kann auch dazu geeignet und ausgebildet sein, eine Temperaturverringerung
während des Bräunungsmodus und/oder während des Garmodus durch Schnellabkühlen des
Garraums umzusetzen. Die Temperaturverringerung kann in einem Automatikprogramm vorgesehen
sein und/oder durch wenigstens eine Benutzereingabe manuell einstellbar sein.
[0021] Die Steuereinrichtung ist vorzugsweise dazu geeignet und ausgebildet, zur Überwindung
einer Temperaturdifferenz zwischen der Garraumtemperatur und einer Solltemperatur
oberhalb wenigstens eines Schwellenwertes ein Schnellaufheizen und/oder ein Schnellabkühlen
auszuführen. Insbesondere beträgt der Schwellenwert dabei wenigstens 5 K oder wenigstens
10 K oder wenigstens 20 K. Der Schwellenwert kann auch wenigstens 30 K oder wenigstens
50 K oder wenigstens 60 K oder mehr betragen. Der Schwellenwert kann auch weniger
als 5 K betragen und zum Beispiel 2 K oder 1 K betragen. Die Überwindung der Temperaturdifferenz
kann beispielsweise innerhalb eines Betriebsmodus und/oder bei einem Wechsel zwischen
den Betriebsmodi vorgesehen sein. Die Temperaturdifferenz kann durch eine manuelle
Anpassung der Garraumtemperatur bedingt sein. Die Temperaturdifferenz kann auch dadurch
bedingt sein, dass in einem Automatikprogramm eine Erhöhung und/oder Erniedrigung
der Solltemperatur vorgesehen ist.
[0022] Besonders bevorzugt ist für den Bräunungsmodus und/oder für den Garmodus wenigstens
eine Garraumtemperatur vorwählbar. Insbesondere liegt die vorwählbare Garraumtemperatur
für den Bräunungsmodus oberhalb 180 °C und/oder für den Garmodus unterhalb 130 °C.
Möglich ist auch, dass die vorwählbare Garraumtemperatur einem anderen Temperaturbereich
zugeordnet ist. So kann durch die Vorwahl der Garraumtemperatur beispielsweise die
Stärke der Bräunung beeinflusst werden. Durch die Wahl der Garraumtemperatur während
des Garmodus kann beispielsweise beeinflusst werden, wie schonend bzw. wie langsam
gegart werden soll.
[0023] In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung ist für den Bräunungsmodus und/oder
für den Garmodus wenigstens ein Wert auf einer Skala vorwählbar, wobei die Skala das
Verhältnis von einem Bräunungseffekt zu einem Gareffekt definiert. Dadurch kann beispielsweise
vorgewählt werden, ob eher ein Garen ohne nennenswerte Bräunung oder ob eine starke
Bräunung ohne ein tiefergehendes Garen gewünscht ist. Eine solche Skala bietet eine
sehr komfortable und übersichtliche Möglichkeit, die gewünschte Bräunung bzw. den
gewünschten Garzustand einzustellen. Insbesondere die Steuereinrichtung dazu geeignet
und ausgebildet, je nach vorgewähltem Wert auf der Skala die Garraumtemperatur für
den Bräunungsmodus und/oder den Garmodus einzustellen. Insbesondere ist die Steuereinrichtung
dazu geeignet und ausgebildet, in Abhängigkeit des vorgewählten Wertes der Skala wenigstens
einen Wechsel von dem Garmodus zu dem Bräunungsmodus und/oder von dem Bräunungsmodus
zu dem Garmodus einzustellen.
[0024] Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung dazu geeignet und ausgebildet, wenigstens
ein Automatikprogramm auszuführen. Das Automatikprogramm umfasst insbesondere wenigstens
einen automatischen Wechsel von dem Garmodus in den Bräunungsmodus mit einem Schnellaufheizen.
Vorzugsweise umfasst das Automatikprogramm wenigstens einen automatischen Wechsel
von dem Bräunungsmodus in den Garmodus mit einem Schnellabkühlen. Möglich ist auch,
dass ein solcher Wechsel manuell einstellbar ist. Das Schnellaufheizen und/oder Schnellabkühlen
kann auch manuell zuschaltbar sein.
[0025] Die Betriebsmodi sind vorzugsweise direkt oder indirekt auswählbar. Die Betriebsmodi
können z. B. über eine Temperatureinstellung und/oder eine andere Auswahlfunktion
und beispielsweise über eine Menüauswahl auswählbar sein. Beispielsweise wird je nach
vorgewählter Temperatur entweder der Garmodus oder der Bräunungsmodus eingestellt.
Dabei kann je nach vorgewählter Temperatur auch die Intensität des Garmodus bzw. Bräunungsmodus
eingestellt werden. Bei einer Menüauswahl kann beispielsweise ein Verhältnis zwischen
Bräunung und Garzustand im Inneren des Lebensmittels eingestellt werden. Möglich ist
auch eine Menüauswahl, bei der insbesondere über eine Skala ein Grad für die Bräunung
und/oder das Garen auswählbar ist. Die Menüauswahl kann als ein Überblendregler zwischen
Bräunen und Garen ausgestaltet sein.
[0026] Insbesondere stellt die Steuereinrichtung je nach Menüauswahl den Garmodus und/oder
den Bräunungsmodus ein. Möglich ist auch ein Automatikprogramm, bei dem wenigstens
ein Wechsel zwischen Garmodus und Bräunungsmodus oder umgekehrt vorgesehen ist. Insbesondere
nimmt die Steuereinrichtung in Abhängigkeit des Automatikprogramms den Wechsel zwischen
Bräunungsmodus und Garmodus selbständig vor.
[0027] Möglich ist auch, dass für den Bräunungsmodus und/oder den Garmodus ein zeitlicher
Temperaturverlauf und zum Beispiel eine Temperaturrampe über die Zeit vorwählbar sind.
Es können auch ein oder mehrere Wechsel von dem Bräunungsmodus in den Garmodus und
umgekehrt zu bestimmten Zeitpunkten vorwählbar sein. Ein Temperaturverlauf über die
Zeit bzw. ein automatischer Wechsel von dem Garmodus in den Bräunungsmodus und umgekehrt
kann auch in einem Automatikprogramm hinterlegt sein.
[0028] Besonders bevorzugt sieht das Automatikprogramm wenigstens ein Schnellabkühlen unterhalb
einer Weitergartemperatur und/oder auf eine Warmhaltetemperatur vor. So werden ein
unerwünschtes Weitergaren und zugleich auch ein Auskühlen verhindert, beispielsweise
am Ende des Garvorgangs. Insbesondere sieht das Automatikprogramm ein solches Schnellabkühlen
an einem Programmende und/oder zu einem vorbestimmten oder sensorisch erfassten Fertiggarpunkt
vor. Ein solches Schnellabkühlen erfolgt beispielsweise auf eine Temperatur unterhalb
80 °C oder unterhalb 70 °C oder auch unterhalb 60 °C. Möglich ist auch ein Schnellabkühlen
auf eine höhere Temperatur.
[0029] Das erfindungsgemäße Verfahren dient zum Betreiben eines Gargeräts mit wenigstens
einer Heizeinrichtung und mit wenigstens einem beheizbaren und durch wenigstens eine
Garraumtür verschließbaren Garraum. Es wird mit wenigstens einer Steuereinrichtung
wenigstens ein vorwählbarer Betriebsmodus ausgeführt. Dazu wird die Heizeinrichtung
in Abhängigkeit des Betriebsmodus angesteuert. Dabei wird mit der Steuereinrichtung
wenigstens ein als Bräunungsmodus ausgebildeter Betriebsmodus mit einer Garraumtemperatur
von wenigstens 180 °C ausgeführt. Mit der Steuereinrichtung wird wenigstens ein als
Garmodus ausgebildeter Betriebsmodus mit einer Garraumtemperatur von maximal 130 °C
ausgeführt. Für einen Wechsel von dem Garmodus in den Bräunungsmodus wird mit der
Heizeinrichtung ein Schnellaufheizen des Garraums ausgeführt. Für einen Wechsel von
dem Bräunungsmodus in den Garmodus wird mit wenigstens einer Kühleinrichtung ein Schnellabkühlen
des Garraums ausgeführt.
[0030] Auch das erfindungsgemäße Verfahren bietet viele Vorteile. Der Garmodus und der Bräunungsmodus
und das dazwischen vorgesehene Schnellabkühlen bzw. Schnellaufheizen bieten optimale
Zubereitungsergebnisse. So können Bräunen und Garen besonders unabhängig voneinander
erfolgen.
[0031] Vorzugsweise wird das zuvor beschriebene Gargerät nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
betrieben. Das zuvor beschriebene Gargerät ist insbesondere dazu geeignet und ausgebildet,
nach dem erfindungsgemäßen Verfahren betrieben zu werden.
[0032] Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung angegebenen Temperaturen für den Bräunungsmodus
und den Garmodus können technisch bedingt um bis zu 5 % oder auch bis zu 10 % oder
mehr abweichen.
[0033] Das Gargerät ist insbesondere als ein Backofen ausgebildet.
[0034] Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Ausführungsbeispielen,
welche im Folgenden mit Bezug auf die beiliegenden Figuren erläutert werden.
[0035] In den Figuren zeigen:
- Figur 1
- eine rein schematische Darstellung eines erfindungsgemäßen Gargerätes in einer Vorderansicht;
- Figur 2
- eine Skizze mehrerer Garprozesse; und
- Figur 3
- eine Skizze weiterer Garprozesse.
[0036] Die Figur 1 zeigt ein ein erfindungsgemäßes Gargerät 1, welches hier als ein Backofen
100 bzw. Kombigerät ausgeführt ist. Das Gargerät 1 wird nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren betrieben. Das Gargerät 1 hat einen beheizbaren Garraum 11, welcher durch
eine Garraumtür 21 verschließbar ist. Das Gargerät 1 ist hier als ein Einbaugerät
vorgesehen. Es kann auch als ein Standgerät ausgebildet sein.
[0037] Für die Beheizung des Garraums 11 ist eine Heizeinrichtung 2 mit verschiedenen thermischen
Heizquellen 12, 22 vorgesehen. Die Heizeinrichtung 2 kann auch zum Erhitzen bzw. Garen
mit Hochfrequenzstrahlung ausgebildet sein und dazu z. B. wenigstens einen Hochfrequenzerzeuger
umfassen. Das Gargerät 1 kann als ein Kombigerät ausgebildet sein, bei dem das Gargut
sowohl mit den thermischen Heizquellen 12, 22 als auch durch den Hochfrequenzerzeuger
erhitzt werden kann. Das Gargerät 1 bzw. das Kombigerät kann mit einer Dampfgarfunktion
ausgestattet sein. Dann ist wenigstens ein Dampferzeuger als Heizquelle 12, 22 vorgesehen.
[0038] Als Heizquelle 12, 22 können beispielsweise eine Oberhitze 32, eine Unterhitze 42,
eine Heißluftheizquelle 52 und/oder eine Strahlungsheizquelle 62 bzw. Grillheizquelle
vorgesehen sein. Die Heizquellen 12, 22 können teilweise in Verbindung mit einem Umluftgebläse
einsetzbar sein.
[0039] Das Gargerät 1 umfasst eine Steuereinrichtung 3 zur Steuerung bzw. Regelung von Gerätefunktionen
und Betriebszuständen. Über die Steuereinrichtung 3 sind vorwählbare Betriebsmodi
und vorzugsweise auch verschiedene Automatikprogramme bzw. Programmbetriebsarten und
andere Automatikfunktionen ausführbar. Die Steuereinrichtung 3 steuert dazu z. B.
die Heizeinrichtung 2 in Abhängigkeit eines vorgewählten Betriebsmodus bzw. Automatikprogramms
entsprechend an. Zum Beispiel geben der Betriebsmodus bzw. das Automatikprogramm eine
Soll-Garraumtemperatur oder einen Soll-Temperaturverlauf vor. Die Steuereinrichtung
3 regelt dann die Ist-Garraumtemperatur mit der Heizeinrichtung 2 auf den Soll-Wert.
[0040] Für die Temperaturregelung kann der Steuereinrichtung 3 eine Sensoreinrichtung 7
zur Erfassung der Garraumtemperatur zugeordnet sein. Die Sensoreinrichtung 7 umfasst
z. B. wenigstens einen Garraumsensor und kann auch einen Messspieß zum Einstechen
in das Gargut aufweisen.
[0041] Zur Bedienung des Gargerätes 1 ist eine Bedieneinrichtung 101 vorgesehen. Beispielsweise
können darüber der Betriebsmodus, die Garraumtemperatur und/oder ein Automatikprogramm
bzw. eine Programmbetriebsart oder andere Automatikfunktion ausgewählt und eingestellt
werden. Über die Bedieneinrichtung 101 können auch weitere Benutzereingaben vorgenommen
werden und zum Beispiel eine Menüsteuerung vorgenommen werden. Die Bedieneinrichtung
101 umfasst auch eine Anzeigeeinrichtung 102, über die Benutzerhinweise und z. B.
Eingabeaufforderungen angezeigt werden können. Die Bedieneinrichtung 101 kann Bedienelemente
und/oder eine berührungsempfindliche Anzeigeeinrichtung 102 bzw. einen Touchscreen
umfassen.
[0042] Mit der Steuereinrichtung können ein Bräunungsmodus und ein Garmodus ausgeführt werden.
Der Bräunungsmodus gibt dabei eine Garraumtemperatur von wenigstens 180 °C und besonders
bevorzugt wenigstens 220 °C vor. Der Garmodus gibt eine Garraumtemperatur von maximal
130 °C vor. Über die Bedieneinrichtung 101 können Einstellungen vorgenommen werden,
um die Temperaturen im Bräunungsmodus bzw. im Garmodus zu erhöhen oder zu verringern.
Die Steuereinrichtung 3 regelt die Garraumtemperatur dann auf die gewünschte Temperatur.
[0043] Für einen sehr zügigen und kurzfristigen Wechsel von dem Garmodus in den Bräunungsmodus
führt die Steuereinrichtung 3 mit der Heizeinrichtung 2 ein Schnellaufheizen des Garraums
11 durch. Dazu wird zusätzlich zu der im Garmodus aktiven Heizquelle 12 wenigstens
eine weitere Heizquelle 22 zugeschaltet. Beispielsweise sind im Garmodus die Oberhitze
32 und/oder die Unterhitze 42 als Heizquelle 12 aktiv. Für das Schnellaufheizen werden
dann beispielsweise die Heißluftheizquelle 52 und/oder die Grillheizquelle 62 als
weitere Heizquelle 2 20 zugeschaltet. Es können auch weitere und zum Beispiel auch
alle Heizquellen 12, 22 zum Schnellaufheizen aktiviert werden. Für das Schnellaufheizen
kann die Steuereinrichtung 3 die im Garmodus aktiven Heizquellen 12 auch mit einer
höheren Heizleistung bzw. einer kürzeren Taktung betreiben. Beispielsweise beträgt
das Schnellaufheizen über eine Temperaturdifferenz von 60 K oder mehr weniger als
4 Minuten.
[0044] Für einen Wechsel von dem Bräunungsmodus in den Garmodus führt die Steuereinrichtung
3 hier mittels wenigstens einer Kühleinrichtung 4 ein Schnellabkühlen des Garraums
11 aus. So kann ein sehr zügiges und kurzfristiges Abkühlen des Garraums 11 nach einem
Bräunen erfolgen, sodass der Garzustand im Inneren des Garguts nur unwesentlich oder
gar nicht beeinflusst wird. Die Schnellabkühlung des Garraums 11 um eine Temperaturdifferenz
von beispielsweise 60 K oder mehr beträgt beispielsweise weniger als 10 Minuten und
vorzugsweise weniger als 5 Minuten.
[0045] Die Kühleinrichtung 4 umfasst hier eine Öffnungseinrichtung 5 zum automatischen Öffnen
der Garraumtür 21. Soll der Garraum 11 abgekühlt werden, öffnet die Öffnungseinrichtung
5 die Tür 21 zum Beispiel teilweise, sodass die erwärmte Garraumluft in die Umgebung
abgeführt werden kann.
[0046] In einer Ausgestaltung kann der Kühleinrichtung 4 auch wenigstens eine Belüftungseinrichtung
6 umfassen. Die Belüftungseinrichtung 6 saugt beispielsweise kühlere Umgebungsluft
durch die geöffnete Garraumtür 21 in den Garraum ein und führt die heiße Garraumluft
über eine Entlüftungsöffnung aus dem Garraum 11 in die Umgebung ab. Möglich ist auch,
dass die Belüftungseinrichtung 6 die heiße Garraumluft über die geöffnete Garraumtür
21 in die Umgebung ausbläst. Dabei kann die Belüftungseinrichtung 6 kühlere Umgebungsluft
über eine Belüftungsöffnung nachsaugen und in den Garraum 11 einblasen. Die Belüftungseinrichtung
6 umfasst beispielsweise wenigstens ein Gebläse bzw. einen Lüfter.
[0047] Auch während des Garmodus bzw. des Bräunungsmodus erfolgt die Überwindung von Temperaturdifferenzen
zwischen der Garraumtemperatur und der Solltemperatur vorzugsweise durch ein Schnellaufheizen
bzw. Schnellabkühlen.
[0048] Die Figur 2 zeigt ein Zusammenspiel von Bräunung 8 und Garzustand 9 bei drei Garprozessen.
Es wurde die Bräunung 8 gegen den Garzustand 9 aufgetragen. Ausgehend von einem als
Quadrat symbolisierten Startpunkt verlaufen hier die Kurven der Garprozesse zu jeweils
einem als Kreis angedeuteten Zielpunkt. Die Garprozesse unterscheiden sich hier durch
die jeweils im Garraum 11 vorherrschende Temperatur. So zeigt die obere, lang-gestrichelte
Kurve einen Garverlauf bei einer Garraumtemperatur von 180 °C. Die mittlere, durchgezogene
Kurve entspricht einem Garverlauf bei 160 °C Garraumtemperatur. Die untere, kurz-gestrichelte
Kurve zeigt einen Garverlauf bei einer Garraumtemperatur von 140 °C.
[0049] Anhand der Kurvenverläufe wird deutlich, dass durch Erhöhen oder Absenken der Garraumtemperatur
nur ein sehr begrenzter Einfluss auf das Zusammenspiel zwischen Bräunen und Garen
genommen werden kann. Die jeweiligen Steigungen ändern sich durch die Veränderung
der Garraumtemperatur. Allerdings hat ein alleiniges Verändern der Garraumtemperatur
den Nachteil, dass Bräunen und Garen nicht wesentlich voneinander getrennt werden
können. Sowohl das Bräunen als auch das Garen finden weiterhin zeitgleich statt. Die
Gargut-Parameter bewegen sich in der Bräunung-Garzustand-Ebene entlang eines Weges,
auf dem beide Parameter, Bräunung 8 und Garzustand 9, mehr oder weniger ansteigen.
[0050] Wartet man zum Beispiel immer ab, bis der gleiche Garzustand im Kern erreicht ist,
dann ist zu diesem Zeitpunkt die Bräunung heller oder dunkler, je nach eingestellter
Garraumtemperatur. War die Garraumtemperatur entsprechend hoch eingestellt, ist die
Bräunung eher dunkel.
[0051] Außerdem verändern sich dadurch die Garzeiten. Bei hohen Garraumtemperaturen ist
die Gardauer kurz, bei niedrigen Garraumtemperaturen ist die Garzeit lang, wenn in
beiden Fällen bis zum selben Garzustand im Inneren gegart wird.
[0052] Das führt auch zu dem Paradoxon, dass zum Erreichen desselben Garzustands innen lange
gegart werden muss (wegen entsprechend niedriger Garraumtemperaturen), wenn die Bräunung
nur schwach ausgeprägt sein soll. Dagegen muss das gleiche Gargut zur stärkeren Bräunung
mit demselben Garzustand im Inneren nur eine kurze Zeit gegart werden (wegen entsprechend
hoher Garraumtemperaturen). Eine individuelle bzw. freie Bewegung in der Bräunung-Garzustand-Ebene
ist durch eine Erhöhung oder Erniedrigung der Garraumtemperatur während des gesamten
Garvorgangs also nicht sinnvoll möglich.
[0053] Die Figur 3 zeigt verschiedene Garprozesse in der gleichen Darstellungsweise wie
die Figur 2. Die durchgezogene Kurve entspricht einem Garverlauf bei 160 °C Garraumtemperatur.
Die kurz-gestrichelte Kurve und die lang-gestrichelte Kurve entsprechen hier Garprozessen,
welche mit dem erfindungsgemäßen Gargerät 1 bzw. nach dem erfindungsgemäßen Verfahren
durchgeführt wurden. Dabei erfolgte während der Garprozesse ein Schnellaufheizen bzw.
ein Schnellabkühlen.
[0054] Durch das Schnellaufheizen bzw. Schnellabkühlen ist hier ein im Wesentlichen separates
Bräunen und Garen möglich. Dadurch werden im Wesentlichen freie Bewegungen in der
Bräunung-Garzustand-Ebene möglich. Beispielsweise ist es möglich, zunächst mit dem
Bräunungsmodus zu bräunen und dadurch Aroma in das Gargut zu bringen. Anschließend
folgt ein Schnellabkühlen auf die im Garmodus vorgesehene Temperatur, sodass ein Garen
ohne nennenswerte Bräunung möglich ist. So wird im Garmodus der Kern besonders schonend
auf den Zielwert gebracht, ohne das Gargut zu überbräunen. Das Gargut hat dadurch
ein feines Restaroma im ganzen Volumen, weil während des gesamten Garens die Oberflächenbräunung
bereits vorhanden ist und diese in das Volumen einziehen kann.
[0055] Beispielsweise kann auch zunächst der gewünschte Garzustand im Kern des Garguts weitgehend
angefahren werden. Dazu wird zunächst im Garmodus schonend gegart. Nach der vorgesehenen
Verweilzeit im Garmodus wird mittels Schnellaufheizen sehr zügig die für den Bräunungsmodus
vorgesehene Temperatur im Garraum eingestellt. So kann eine optimale Bräunung erreicht
werden, ohne den Garzustand im Kern ungünstig zu beeinflussen. Dann ist die Oberfläche
bei der Entnahme crosser, weil die gebräunte Oberfläche nicht über längere Zeit einem
Garvorgang in luftfeuchter Umgebung ausgesetzt war.
[0056] Besonders vorteilhaft an Erfindung ist, dass der Weg vom Start zum Ziel durch unterschiedliche
Kombinationen von Garmodus und Bräunungsmodus erreicht werden kann. So kann beispielsweise
zu Beginn gebräunt und anschließend gegart oder zuerst gegart und anschließend gebräunt
werden. Durch den zügigen und kurzfristigen Wechsel zwischen Bräunen und Garen können
während des Garverlaufs einfach ein oder mehrere Bräunungsschritte eingeschoben werden.
[0057] Die entsprechenden Wechsel zwischen Bräunungsmodus und Garmodus sind beispielsweise
in einem Automatikprogramm hinterlegt, das vom Benutzer einfach ausgewählt werden
kann. Möglich ist aber auch, dass über die Bedieneinrichtung 101 direkt der Bräunungsmodus
bzw. der Garmodus ausgewählt werden können.
[0058] In einer Ausgestaltung ist es möglich, über die Bedieneinrichtung 101 das Verhältnis
von Bräunen zu Garen vorzuwählen. Beispielsweise wird dazu ein Wert auf einer Skala
ausgewählt, wobei die Skala das Verhältnis von einem Bräunungseffekt zu einem Gareffekt
definiert. Durch eine solche Vorwahl können beispielsweise die Intensitäten von Bräunen
und Garen angewählt werden. Die Steuereinrichtung 3 stellt dann die entsprechenden
Garraumtemperaturen für den Bräunungsmodus bzw. den Garmodus ein und/oder führt die
notwendigen Wechsel zwischen Garmodus und Bräunungsmodus zu bestimmten Zeitpunkten
durch. Eine hohe Garraumtemperatur entspricht beispielsweise einer hohen Intensität
und diese entspricht zum Beispiel einer hohen Geschwindigkeit beim Bräunen oder Garen.
[0059] Über die Bedieneinrichtung 101 können Bräunen oder Garen auch angewählt oder abgeschaltet
werden. Beide Funktionen werden mit dem Einschalten gestartet. Beim Abschalten wird
dafür gesorgt, dass ein Nachbräunen bzw. Nachgaren verhindert wird und dass der Vorgang
Bräunen oder Garen mit dem Ausschalten auch tatsächlich beendet ist.
[0060] Über die Bedieneinrichtung 101 ist auch möglich, Bräunen und Garen so im Wechsel
zu betreiben, dass ein bestimmter, gewünschter Weg durch die Bräunung-Garzustand-Ebene
vom Start bis zum Endzustand durchlaufen wird. Dazu kann ein Automatikprogramm mit
entsprechend hinterlegten Profilen vorgesehen sein.
[0061] Beispielsweise umfasst die Bedieneinrichtung 101 eine Bedieneinheit bzw. eine Menüfunktion,
welche mit Bräunen/Garen bezeichnet ist. Je nach Einstellung kann so ein stärkeres
Bräunen mit einem geringeren Garen oder auch ein stärkeres Garen mit einer geringeren
Bräunung eingestellt werden.
[0062] Zum Beispiel umfasst die Bedieneinrichtung 101 einen Überblendregler für Bräunen/Garen.
Der Überblendregler reicht beispielsweise vom reinen Garen, über den gemischten Betrieb
Garen und Bräunen mit unterschiedlichen Anteilen bis zu einem (fast) reinen Bräunen.
Durch das Schnellabkühlen bzw. Schnellaufheizen ist ein solches Überblenden sehr zügig
möglich.
[0063] Unterhalb 130 °C erfolgt im Wesentlichen ein Garen und oberhalb 220 °C im Wesentlichen
ein Bräunen. Wird die Garraumtemperatur beispielsweise auf 140 °C eingestellt, so
erfolgt beides, hauptsächlich Garen und etwas Bräunen, in einem bestimmten Verhältnis
zueinander, mit Übergewicht beim Garen. Bei 160 °C bis 180 °C sind Garen und Bräunen
etwa mit gleichen Anteilen vertreten. Bei 200 °C hat Bräunen ein Übergewicht gegenüber
dem Garen. Bei mehr als 220° erfolgt überwiegend Bräunen.
[0064] Die flexible Bewegung in der Bräunung-Garzustand-Ebene bietet viele weitere Vorteile.
Beispielsweise ist es bei herkömmlichen Gargeräten ein Problem, wenn bei einem optimal
durchgegarten Lebensmittel noch nicht die gewünschte Bräunung erreicht ist. Würde
man dann den Garraum 11 auf eine für die Bräunung geeignete Temperatur hochheizen,
würde das Gargut übergart. Mit der hier vorgestellten Erfindung kann am Ende eines
Garvorgangs die Bräunung problemlos verstärkt werden, ohne dass das Gargut übergart
wird. Dazu wird mittels Schnellaufheizen die zur Bräunung notwendige Temperatur eingestellt
und auf das gewünschte Maß nachgebräunt.
[0065] Stellt man bei einem herkömmlichen Gargerät fest, dass am Ende eines Garvorgangs
zwar die gewünschte Bräunung erreicht ist, das Lebensmittel jedoch noch nicht ausreichend
durchgegart ist, sind keine einfachen Korrekturen möglich. In der Regel kommt es bei
einem Weitergaren zu einer immer stärkeren Bräunung, auch wenn die Temperatur heruntergestellt
wird. Der Garraum reagiert zu träge auf die gewünschte Temperaturänderung.
[0066] Mit der hier vorgestellten Erfindung ist eine solche Korrektur unproblematisch und
führt zu einem optimalen Garergebnis. Ist die Bräunung am Ende eines Garvorgangs zwar
optimal, dass Gargut im Inneren jedoch noch nicht durchgegart, kann einfach der Garmodus
nachgeschaltet werden. Durch das Schnellabkühlen wird eine weitere Bräunung zuverlässig
vermieden. Zudem erfolgt das Weitergaren auf der im Garmodus vorgesehenen niedrigeren
Temperatur, sodass der im Kern gewünschte Garzustand erreicht wird, der Bräunungszustand
aber nicht weiter beeinflusst wird.
Bezugszeichenliste
[0067]
- 1
- Gargerät
- 2
- Heizeinrichtung
- 3
- Steuereinrichtung
- 4
- Kühleinrichtung
- 5
- Öffnungseinrichtung
- 6
- Belüftungseinrichtung
- 7
- Sensoreinrichtung
- 8
- Bräunung
- 9
- Garzustand
- 11
- Garraum
- 12
- Heizquelle
- 21
- Garraumtür
- 22
- Heizquelle
- 32
- Oberhitze
- 42
- Unterhitze
- 52
- Heißluftheizquelle
- 62
- Strahlungsheizquelle
- 100
- Backofen
- 101
- Bedieneinrichtung
- 102
- Anzeigeeinrichtung
1. Gargerät (1) mit wenigstens einer Heizeinrichtung (2) und mit wenigstens einem beheizbaren
und durch wenigstens eine Garraumtür (21) verschließbaren Garraum (11) und mit wenigstens
einer Steuereinrichtung (3), welche dazu geeignet und ausgebildet ist, wenigstens
einen vorwählbaren Betriebsmodus auszuführen und dazu die Heizeinrichtung (2) in Abhängigkeit
des Betriebsmodus anzusteuern,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (3) dazu geeignet und ausgebildet ist, wenigstens einen als
Bräunungsmodus ausgebildeten Betriebsmodus mit einer Garraumtemperatur von wenigstens
180 °C und wenigstens einen als Garmodus ausgebildeten Betriebsmodus mit einer Garraumtemperatur
von maximal 130 °C auszuführen und für einen Wechsel von dem Garmodus in den Bräunungsmodus
mit der Heizeinrichtung (2) ein Schnellaufheizen des Garraums (11) auszuführen und
für einen Wechsel von dem Bräunungsmodus in den Garmodus mit wenigstens einer Kühleinrichtung
(4) ein Schnellabkühlen des Garraums (11) auszuführen.
2. Gargerät (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (4) wenigstens eine Öffnungseinrichtung (5) zum automatischen
Öffnen der Garraumtür (21) umfasst.
3. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnellabkühlung des Garraums (11) auf die Garraumtemperatur für den Garmodus
weniger als 10 Minuten beträgt.
4. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (2) wenigstens eine im Garmodus aktive Heizquelle (12) umfasst
und dass die Heizeinrichtung (2) wenigstens eine weitere Heizquelle (22) aufweist,
welche zum Schnellaufheizen des Garraums (11) zuschaltbar ist.
5. Gargerät (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Heizquelle (22) wenigstens eine Heißluftheizquelle (52) und/oder wenigstens
eine Strahlungsheizquelle (62) umfasst.
6. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schnellaufheizen des Garraums (11) auf die Garraumtemperatur für den Bräunungsmodus
weniger als 4 Minuten beträgt.
7. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (3) dazu geeignet und ausgebildet ist, eine Temperaturerhöhung
während des Bräunungsmodus durch Schnellaufheizen des Garraums (11) umzusetzen.
8. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (3) dazu geeignet und ausgebildet ist, zur Überwindung einer
Temperaturdifferenz zwischen der Garraumtemperatur und einer Solltemperatur oberhalb
wenigstens eines Schwellenwertes ein Schnellaufheizen und/oder Schnellabkühlen auszuführen,
wobei der Schwellenwert wenigstens 5 K beträgt.
9. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für den Bräunungsmodus und/oder für den Garmodus wenigstens eine Garraumtemperatur
vorwählbar ist.
10. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (3) dazu geeignet und ausgebildet ist, wenigstens ein Automatikprogramm
auszuführen und dass das Automatikprogramm wenigstens einen automatischen Wechsel
von dem Garmodus in den Bräunungsmodus mit einem Schnellaufheizen umfasst und/oder
wenigstens einen automatischen Wechsel von dem Bräunungsmodus in den Garmodus mit
einem Schnellabkühlen umfasst.
11. Gargerät (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Automatikprogramm wenigstens ein Schnellabkühlen unterhalb einer Weitergartemperatur
und/oder auf eine Warmhaltetemperatur vorsieht.
12. Verfahren zum Betreiben eines Gargeräts (1) mit wenigstens einer Heizeinrichtung (2)
und mit wenigstens einem beheizbaren und durch wenigstens eine Garraumtür (21) verschließbaren
Garraum (11), wobei mit wenigstens einer Steuereinrichtung (3) wenigstens ein vorwählbarer
Betriebsmodus ausgeführt wird und dazu die Heizeinrichtung in Abhängigkeit des Betriebsmodus
angesteuert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass mit der Steuereinrichtung (3) wenigstens ein als Bräunungsmodus ausgebildeter Betriebsmodus
mit einer Garraumtemperatur von wenigstens 180 °C und wenigstens ein als Garmodus
ausgebildeter Betriebsmodus mit einer Garraumtemperatur von maximal 130 °C ausgeführt
wird und dass für einen Wechsel von dem Garmodus in den Bräunungsmodus mit der Heizeinrichtung
(2) ein Schnellaufheizen des Garraums (11) ausgeführt wird und dass für einen Wechsel
von dem Bräunungsmodus in den Garmodus mit wenigstens einer Kühleinrichtung (4) ein
Schnellabkühlen des Garraums (11) ausgeführt wird.