GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verbindungsanordnung für einen Rückenlehne,
insbesondere für ein Büro- oder Konferenzsitzmöbel. Die vorliegende Erfindung betrifft
ferner ein Büro- oder Konferenzsitzmöbel mit einer solchen Verbindungsanordnung.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Bewegliche Lagerungen für Bürositzmöbelelemente existieren in den verschiedensten
Ausführungsformen. Zur Anbindung einer Rückenlehne an ein Stuhlgestell werden unter
anderem Elastomer-Lager eingesetzt, welche beispielsweise als ein Metall-Elastomer-Verbundbauteil
ausgebildet sein können.
[0003] Die mit derartigen Lagern angebundenen Rückenlehnen werden auch als dorsokinetische
Rückenlehnen bezeichnet. Entsprechend werden auch die Lager selber mitunter als dorsokinetisch
flexible Gelenke bezeichnet. Eine derartige Rückenlehne zeichnet sich insbesondere
dadurch aus, dass Dreh-, Seitwärts- und Rückenbewegungen unterstützend zumindest teilweise
mitgemacht werden.
[0004] Ein Elastomer-Lager für eine dorsokinetische Rückenlehne ist beispielsweise in der
Druckschrift
DE 10 2012 214642 A1 beschrieben. Demnach sind eine Grundplatte, ein Gegenflansch und ein fest mit der
Grundplatte und dem Gegenflansch verbundener Elastomerkörper sowie eine an der Grundplatte
befestigte Kragenmuffe vorgesehen, welche den Elastomerkörper und den Gegenflansch
zumindest abschnittsweise umhüllt.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine
verbesserte bewegliche Verbindungsanordnung für eine Rückenlehne anzugeben.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch eine Verbindungsanordnung mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und ein Büro- oder Konferenzsitzmöbel mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 14 gelöst.
[0007] Demgemäß ist vorgesehen:
- Eine Verbindungsanordnung für eine Rückenlehne, insbesondere eines Büro- oder Konferenzsitzmöbels,
wie etwa einen Bürodrehstuhl, mit einem Rückenlehnenstrukturelement, mit einem Querträgerelement,
mit einem Querlager, über welches das Rückenlehnenstrukturelement senkrecht zu einer
Querrichtung drehbar an das Querträgerelement gekoppelt ist, mit einem Verbindungsabschnitt,
welcher das Querträgerelement mit dem Rückenlehnenstrukturelement verbindet und welcher
derart angeordnet und ausgebildet ist, dass das Rückenlehnenstrukturelement relativ
zu dem Querträgerelement federelastisch beweglich ist.
- Ein Büro- oder Konferenzsitzmöbel, wie etwa einen Bürodrehstuhl, mit einer Rückenlehne
und mit Armlehnen, die mit einem Sitzträger gekoppelt sind, und mit einer erfindungsgemäßen
Verbindungsanordnung, wobei der Sitzträger mit dem Querträgerelement gekoppelt ist
und das Rückenlehnenstrukturelement einen tragenden Teil der Rückenlehne bildet.
[0008] Insbesondere ist eine Verbindungsanordnung für eine Rückenlehne eines Büro- oder
Konferenzsitzmöbels vorgesehen. Die Verbindungsanordnung umfasst ein Querträgerelement,
ein Rückenlehnenstrukturelement, einen Verbindungsabschnitt, welcher das Querträgerelement
mit dem Rückenlehnenstrukturelement verbindet und derart ausgebildet ist, dass das
Rückenlehnenstrukturelement relativ zu dem Querträgerelement federelastisch beweglich
ist, und ein Querlager, über welches das Rückenlehnenstrukturelement senkrecht zu
einer Querrichtung drehbar an das Querträgerelement gekoppelt ist.
[0009] Weiterhin ist ein Büro- oder Konferenzsitzmöbel vorgesehen. Das Büro- oder Konferenzsitzmöbel
umfasst einen Sitzträger, eine Rückenlehne, und eine Verbindungsanordnung gemäß der
Erfindung. Hierbei ist der Sitzträger mit dem Querträgerelement gekoppelt und das
Rückenlehnenstrukturelement bildet einen tragenden Teil der Rückenlehne.
[0010] Eine der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee besteht darin, ein Querträgerelement
mit einem Rückenlehnenstrukturelement durch einen direkt daran an geformten oder direkt
damit verbundenen Verbindungsabschnitt federelastisch zu verbinden und gleichzeitig
das Rückenlehnenstrukturelement drehbar mit dem Querträgerelement zu koppeln. Die
Verbindung des Verbindungsabschnitts mit dem Querträgerelement und dem Rückenlehnenstrukturelement
kann beispielsweise fest, z.B. stoffschlüssig, ausgebildet sein. Prinzipiell können
zusätzlich oder alternativ eines oder mehrere Federelemente vorgesehen sein, um die
gewünschte Wirkung zu erreichen. Die federelastische Wirkung des Verbindungsabschnitts
kann sowohl über die Materialauswahl als auch über die strukturelle Ausgestaltung
eingestellt werden. Die Rückenlehne kann somit nicht nur in der Sagittalebene bewegt
werden. Vielmehr ist ein komplexes Zusammenspiel aus Kipp- und Drehbewegungen möglich,
um dem Benutzer einen möglichst natürlichen Bewegungsspielraum zu bieten. Beispielsweise
kann sich ein Benutzer seitlich bzw. quer an die Rückenlehne anlehnen und diese derart
seitlich nach hinten relativ zu dem Querträgerelement und damit letztendlich zu dem
Sitzkörper verdrehen (d.h. um eine Drehachse senkrecht zu dem Querträgerelement),
wobei das Querträgerelement aufgrund der Kopplung gewissermaßen "mitgezogen" wird.
Der Verbindungsabschnitt dient hierbei gleichzeitig als Rückholelement. Somit wird
eine ergonomisch vorteilhafte Beweglichkeit, vorzugsweise eine dorsokinetische Beweglichkeit,
einer Rückenlehne bereitgestellt, welche sehr einfach herzustellen ist. Die erfindungsgemäße
Anbindung der Rückenlehne bietet eine signifikante Verbesserung der Beweglichkeit
gegenüber herkömmlichen Lösungen. So kann das Querträgerelement beispielsweise direkt
als Armlehnenträger ausgebildet bzw. geformt werden, womit erreicht wird, dass auch
der Armlehnenträger an die Bewegung der Rückenlehne gekoppelt wird.
[0011] Eine derartige Verbindungsanordnung kann beispielsweise hergestellt werden, indem
zunächst das Querträgerelement und das Rückenlehnenstrukturelement geformt werden,
z.B. in einem Spritzgussverfahren, und in separaten Schritten ein Querlager ausgebildet
wird und/oder der Verbindungsabschnitt an den Elementen angeformt wird. Prinzipiell
können das Querlager bzw. Teilkomponenten des Querlagers bereits während der Herstellung
an das Querträgerelement und/oder das Rückenlehnenstrukturelement angeformt bzw. in
diese eingebracht werden, z.B. mittels Mehrkomponenten-Spritzgießverfahren. Ebenso
kann auch der Verbindungsabschnitt bzw. Teilbereiche von diesem direkt während der
Herstellung an die weiteren Elemente angeformt werden. Erfindungsgemäß kann nunmehr
auf ein zusätzliches dorsokinetisches Lager verzichtet und dessen Vielzahl an Teilen
und aufwändige Herstellung vermieden werden, was vorteilhaft die Herstellung vereinfacht.
Ferner wird auch für die Endmontage die Teileanzahl eines Büro- oder Konferenzsitzmöbels
reduziert und so auch die Montage eines Büro- oder Konferenzsitzmöbels vereinfacht.
[0012] Insgesamt ist somit eine wirtschaftlich und ergonomisch Vorteilhafte Verbindungsanordnung
für eine Rückenlehne geschaffen, welche eine Lehnenbewegbarkeit, insbesondere eine
Dorsokinetik, realisiert.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0014] Gemäß einer Weiterbildung kann das Querträgerelement als Armlehnenträger ausgebildet
sein. Hiermit wird vorteilhafterweise erreicht, dass der Armlehnenträger direkt an
die Bewegung der Rückenlehne gekoppelt wird.
[0015] Das Querträgerelement kann gabelartig mit zwei Gabelarmen ausgebildet sein. Jeder
Gabelarm kann jeweils eine Armelehne aufweisen. Somit ist das Design sehr schlank
und der Übergang zur Armlehne vorteilhaft gestaltet.
[0016] Gemäß einer Weiterbildung kann das Rückenlehnenstrukturelement als Rückenlehnenrahmen
ausgebildet sein. Das Rückenlehnenstrukturelement bildet somit vorteilhafterweise
einen tragenden Teil der Rückenlehne. Der Rückenlehnenrahmen kann beispielsweise umlaufend
ausgebildet sein. Beispielsweise kann der Rückenlehnenrahmen mit einem Bezug, insbesondere
mit einem Netzbezug, bespannt sein. Alternativ oder zusätzlich kann jedoch selbstverständlich
auch ein Polster oder dergleichen vorgesehen sein.
[0017] Gemäß einer Weiterbildung kann das Querlager einen Lagerbolzen aufweisen. Der Lagerbolzen
kann drehbar in einer unteren Lagerbuchse des Querträgerelements gelagert sein. Der
Lagerbolzen kann ferner drehbar in einer oberen Lagerbuchse des Rückenlehnenstrukturelements
gelagert sein. Hierbei sind unterschiedliche vorteilhafte Ausgestaltungen des Querlagers
denkbar. Beispielsweise kann der Lagerbolzen rotationsfest mit dem Querträgerelement
verbunden sein oder an dieses angeformt sein. In dieser beispielhaften Ausführung
kann der Lagerbolzen nun in einer oberen Lagerbuchse des Rückenlehnenstrukturelements
gelagert sein. Beispielsweise kann der Lagerbolzen hierzu während der Montage in die
obere Lagerbuchse eingesteckt werden. In einer anderen Ausführungsform kann der Lagerbolzen
entsprechend mit dem Rückenlehnenstrukturelement verbunden sein bzw. an dieses angeformt
sein. In diesem Fall kann der Lagerbolzen in einer unteren Lagerbuchse des Querträgerelements
gelagert sein. In einer weiteren beispielhaften Ausführungsform kann der Lagerbolzen
als separates Bauteil ausgebildet sein, welches sowohl in einer unteren Lagerbuchse
als auch in einer oberen Lagerbuchse gelagert ist.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung kann das Querlager vorzugsweise vollständig in den Verbindungsabschnitt
eingebettet sein. Diese Ausgestaltung bietet nicht nur ästhetische Vorteile. Darüber
hinaus kann die Verbindungsmechanik in dieser Weiterbildung einheitlich und kompakt
ausgebildet und derart gegenüber Umwelteinflüssen abgeschlossen werden.
[0019] Gemäß einer Weiterbildung kann der Verbindungsabschnitt ein thermoplastisches Elastomer
aufweisen, d.h. als elastomerer Verbindungsabschnitt ausgebildet sein. Insbesondere
kann der Verbindungsabschnitt ein thermoplastisches Elastomer auf Urethanbasis aufweisen
(thermoplastisches Polyurethan, TPU). Allerdings kann der Verbindungsabschnitt allgemein
unterschiedlichste elastomere Werkstoffe enthalten und/oder aus diesen geformt sein,
z.B. auf der Basis von Gummi und/oder anderen thermoplastischen Elastomeren (TPE)
oder dergleichen.
[0020] Der Verbindungsabschnitt kann integral aus dem thermoplastischen Elastomer geformt
sein. Der Verbindungsabschnitt kann somit vorteilhafterweise in einem Verfahrensschritt
mit einem einfachen und robusten Design geformt werden.
[0021] Gemäß einer Weiterbildung sind die federelastischen Eigenschaften im Verbindungsabschnitt
durch eine geeignete Materialdünnung, durch geeignete Materialausnehmungen und/oder
durch unterschiedliche elastische Eigenschaften des Materials des Verbindungsabschnitts
realisiert.
[0022] Gemäß einer Weiterbildung kann der Verbindungsabschnitt zumindest ein Federelement
aufweisen und/oder aus einem Federelement bestehen. Prinzipiell kann der Verbindungsabschnitt
jedoch auch mehrere Federelemente aufweisen und/oder aus diesen bestehen. Beispielsweise
kann der Verbindungsabschnitt zwei separate Bereiche vorsehen, welche jeweils an unterschiedlichen
Seiten des Rückenlehnenstrukturelements angeordnet und mit dem Querträgerelement verbunden
sind. Derart kann ein Rückenlehnenstrukturelement, beispielsweise ein Rückenlehnenrahmen,
dezentral durch zwei elastische Verbindungselemente beispielsweise links und rechts
mit dem einem Querträgerelement, beispielsweise einem Armlehnenträger, verbunden werden.
[0023] Gemäß einer Weiterbildung kann der Verbindungsabschnitt als Rückholfeder derart ausgebildet
sein, um eine Drehbewegung des Querlagers um dessen Drehachse durch Federkraft automatisch
wieder zurückzusetzen. Der Verbindungsabschnitt fungiert also als Rückholfeder für
eine Axialbewegung des Querlagers.
[0024] Gemäß einer Weiterbildung kann das Querträgerelement aus einem spritzgegossenen Kunststoff
geformt sein. Beispielsweise kann das Querträgerelement derart mit einer entsprechenden
Steifigkeit und/oder Festigkeit ausgebildet werden, um als steife und tragende Querstruktur
des Sitzmöbels zu fungieren. Prinzipiell kann ein derartiges Spritzgussteil direkt
vermittels seiner Robustheit verwendet werden. Allerdings kann dieses auch weiter
verstärkt werden und/oder mit Schutzschichten oder dergleichen abgedeckt werden. Beispielsweise
kann eine Armierung aus Aluminium vorgesehen sein, um z.B. die Trägerelemente bei
gleicher Belastung filigraner und damit ansprechender zu gestalten.
[0025] Gemäß einer Weiterbildung ist das Querträgerelement auf der Höhe eines Sitzträgers
des Büro- oder Konferenzsitzmöbel angeordnet. Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist
das Querträgerelement auf der Höhe einer Sitzfläche des Büro- oder Konferenzsitzmöbel
angeordnet.
[0026] Gemäß einer Weiterbildung ist das Querträgerelement im Bereich des Verbindungsabschnitts
nach oben zum Rückenlehnenstrukturelement gebogen. Gemäß einer alternativen Weiterbildung
ist das Querträgerelement im Bereich des Verbindungsabschnitts nach unten zu einem
Fuß bzw. Drehgestell des Büro- oder Konferenzsitzmöbels gebogen.
[0027] Gemäß einer Weiterbildung kann das Querträgerelement als Teil einer Synchronmechanik
des Büro- oder Konferenzsitzmöbels ausgebildet sein. Dazu kann ein der Rückenlehne
abgewandtes Ende des Querträgerelements beispielsweise einen Lenker der Synchronmechanik
bilden.
[0028] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen
der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im
Folgenden bezüglich der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung.
Insbesondere wird dabei der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen
zu der jeweiligen Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0029] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine schematische Perspektivansicht eines Bürositzmöbels von schräg hinten mit einer
Verbindungsanordnung gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2
- das Bürositzmöbel aus Fig. 1 in einer Rückseitenansicht; und
- Fig. 3
- das Bürositzmöbel aus Fig. 1 in einer Seitenansicht.
[0030] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0031] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0032] Figur 1 zeigt eine schematische Perspektivansicht eines Bürositzmöbels 10 von schräg
hinten mit einer Verbindungsanordnung 1 gemäß einer Ausführungsform der Erfindung.
Das Bürositzmöbel 10 aus Fig. 1 ist in Fig.2 in einer Rückseitenansicht und in Fig.
3 in einer Seitenansicht dargestellt.
[0033] Das Bürositzmöbel 10 weist einen Fuß 15, einen Sitzträger 14, eine Sitzfläche 16
sowie eine Rückenlehne 2 auf.
[0034] Das Bürositzmöbel unterscheidet sich von einem Konferenzsitzmöbel im Wesentlichen
durch den Fuß 15, welcher hier als Drehfuß mit Rollen ausgebildet ist. Bei einem Konferenzsitzmöbel
kann es sich beispielsweise um einen Drehfuß ohne Rollen, einen Schwingfuß oder auch
um einen anderen Fuß handeln. Sämtliche im Folgenden in Bezug auf ein Bürositzmöbel
dargestellten Merkmale sind somit in gleicher Weise auf ein Konferenzsitzmöbel übertragbar.
[0035] Das Bürositzmöbel 10 ist hier als Bürodrehstuhl ausgebildet und weist weiterhin eine
Verbindungsanordnung 1 auf. Die Verbindungsanordnung 1 ist mit einem Querträgerelement
3, mit einem Rückenlehnenstrukturelement 4, und mit einem Verbindungsabschnitt 5 ausgebildet.
Der Verbindungsabschnitt 5 verbindet das Querträgerelement 3 mit dem Rückenlehnenstrukturelement
4 und ist derart ausgebildet, dass das Rückenlehnenstrukturelement 4 relativ zu dem
Querträgerelement 3 federelastisch beweglich ist. Die Elastizität kann hierbei einerseits
durch die Wahl eines elastomeren Materials für den Verbindungsabschnitt 5 erreicht
werden, z.B. ein thermoplastisches Polyurethan (TPU). Andererseits kann der Verbindungsabschnitt
5 Federelemente 17 aufweisen und/oder aus diesen bestehen. Prinzipiell können diese
Aspekte auch kombiniert werden. In den Figuren sind beispielhaft zwei Federelemente
17 eingezeichnet.
[0036] Ferner ist das Bürositzmöbel 10 mit einem Querlager 6 ausgebildet, über welches das
Rückenlehnenstrukturelement 4 senkrecht zu einer Querrichtung drehbar an das Querträgerelement
3 gekoppelt ist (d.h. die Rückenlehne ist quer zu der Sitzfläche 16 drehbar). Das
Querlager 6 ist in den Verbindungsabschnitt 5 eingebettet und somit der Übersichtlichkeit
halber in den Figuren lediglich schematisch gestrichelt eingezeichnet. Das Querlager
6 weist einen Lagerbolzen 11 auf, welcher drehbar in einer unteren Lagerbuchse 12
des Querträgerelements 3 und in einer oberen Lagerbuchse 13 des Rückenlehnenstrukturelements
4 gelagert ist. Prinzipiell wird sich dem Fachmann erschließen, dass der Lagerbolzen
11 ebenso mit dem Querträgerelement 3 oder mit dem Rückenlehnenstrukturelement 4 (fest)
verbunden sein kann bzw. an eines dieser beiden Elemente angeformt sein kann.
[0037] Der Sitzträger 14 ist mit dem Querträgerelement 3 gekoppelt. Das Rückenlehnenstrukturelement
4 bildet ferner einen tragenden Teil der Rückenlehne 2, hier beispielhaft einen Rückenlehnenrahmen.
Das Querträgerelement 3 ist hier als Armlehnenträger ausgebildet, wobei der Armlehnenträger
gabelartig mit zwei Gabelarmen 7 ausgebildet ist, wovon jeder jeweils eine Armlehne
8 bildet. Somit ist jeder Gabelarm 7, d.h. jede Armlehne 8, über den Verbindungsabschnitt
5 mit dem Rückenlehnenstrukturelement 4 verbunden. Sowohl das Querträgerelement 3
als auch das Rückenlehnenstrukturelement 4 können in dieser Ausführung Spritzgussteile
aus Kunststoff sein. Insbesondere das Querträgerelement 3 kann derart integral mit
den Gabelarmen 7 und den Armlehnen 8 geformt sein, d.h. als ein rigides und steifes
Kunststoffbauteil.
[0038] Das Querträgerelement 3 ist in diese Ausführungsform als Teil einer üblicherweise
in einem Bürositzmöbel vorgesehenen Synchronmechanik 9 ausgebildet. Dazu ist ein den
Gabelarmen 7 abgewandtes Ende des Querträgerelements 3 mit der Synchronmechanik 9
des Sitzträgers 14 bzw. des Bürositzmöbels 10 in der üblichen dem Fachmann bekannten
Weise gekoppelt. Allerdings sind, insbesondere für Konferenzsitzmöbel, auch weitere
Ausführungsformen ohne Synchronmechanik denkbar. In diesem Falle könnte dann das Querträgerelement
3 fest an dem Sitzträger 14 angebracht sein.
[0039] Durch die vorteilhafte Kombination einer federelastischen Anbindung des Querträgerelements
3 (welches hier als rigider Querträger fungiert, d.h. als steifer Unterbau für die
Anbindung der Rückenlehne 2) an das Rückenlehnenstrukturelement 4 und einer drehbeweglichen
Kopplung dieser beiden Strukturelemente wird eine optimale Beweglichkeit der Rückenlehne
2 des Bürositzmöbels 10 erreicht. Ein besonderer Vorteil der gezeigten Ausführung
ist hierbei die direkte Kopplung der Armlehnen 8 mit der Rückenlehne 2 über die Verbindungsanordnung
1. Hierdurch wird eine ergonomisch vorteilhafte Beweglichkeit, vorzugsweise eine dorsokinetische
Beweglichkeit, der Rückenlehne 2 bereitgestellt. Diese Anbindung der Rückenlehne 2
bietet eine signifikante Verbesserung der Beweglichkeit gegenüber herkömmlichen Lösungen.
Zudem ist die dargestellte Lösung besonders robust und kosteneffizient in der Herstellung.
[0040] In der vorangegangenen detaillierten Beschreibung sind verschiedene Merkmale zur
Verbesserung der Stringenz der Darstellung in einem oder mehreren Beispielen zusammengefasst
worden. Es sollte dabei jedoch klar sein, dass die obige Beschreibung lediglich illustrativer,
keinesfalls jedoch beschränkender Natur ist. Sie dient der Abdeckung aller Alternativen,
Modifikationen und Äquivalente der verschiedenen Merkmale und Ausführungsbeispiele.
Viele andere Beispiele werden dem Fachmann aufgrund seiner fachlichen Kenntnisse in
Anbetracht der obigen Beschreibung sofort und unmittelbar klar sein.
[0041] Die Ausführungsbeispiele wurden ausgewählt und beschrieben, um die der Erfindung
zugrundeliegenden Prinzipien und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis bestmöglich
darstellen zu können. Dadurch können Fachleute die Erfindung und ihre verschiedenen
Ausführungsbeispiele in Bezug auf den beabsichtigten Einsatzzweck optimal modifizieren
und nutzen. In den Ansprüchen sowie der Beschreibung werden die Begriffe "beinhaltend"
und "aufweisend" als neutralsprachliche Begrifflichkeiten für die entsprechenden Begriffe
"umfassend" verwendet. Weiterhin soll eine Verwendung der Begriffe "ein", "einer"
und "eine" eine Mehrzahl derartig beschriebener Merkmale und Komponenten nicht grundsätzlich
ausschließen.
Bezugszeichenliste
[0042]
- 1
- Verbindungsanordnung
- 2
- Rückenlehne
- 3
- Querträgerelement
- 4
- Rückenlehnenstrukturelement
- 5
- Verbindungsabschnitt
- 6
- Querlager
- 7
- Gabelarm
- 8
- Armlehne
- 9
- Synchronmechanik
- 10
- Büro- oder Konferenzsitzmöbel
- 11
- Lagerbolzen
- 12
- untere Lagerbuchse
- 13
- obere Lagerbuchse
- 14
- Sitzträger
- 15
- Fuß
- 16
- Sitzfläche
- 17
- Federelement
1. Verbindungsanordnung (1) für eine Rückenlehne (2), insbesondere für ein Büro- oder
Konferenzsitzmöbel (10), wie etwa einen Bürodrehstuhl,
mit einem Rückenlehnenstrukturelement (4),
mit einem Querträgerelement (3),
mit einem Querlager (6), über welches das Rückenlehnenstrukturelement (4) senkrecht
zu einer Querrichtung drehbar an das Querträgerelement (3) gekoppelt ist,
mit einem Verbindungsabschnitt (5), welcher das Querträgerelement (3) mit dem Rückenlehnenstrukturelement
(4) verbindet und welcher derart angeordnet und ausgebildet ist, dass das Rückenlehnenstrukturelement
(4) relativ zu dem Querträgerelement (3) federelastisch beweglich ist.
2. Verbindungsanordnung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querträgerelement (3) als Armlehnenträger ausgebildet ist.
3. Verbindungsanordnung (1) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querträgerelement (3) gabelartig mit zwei Gabelarmen (7) ausgebildet ist, wobei
jeder Gabelarm (7) jeweils eine Armelehne (8) aufweist oder zur Aufnahme einer Armlehne
(8) vorgesehen ist.
4. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rückenlehnenstrukturelement (4) als Rückenlehnenrahmen ausgebildet ist.
5. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querlager (6) einen Lagerbolzen (11) aufweist, welcher drehbar in einer unteren
Lagerbuchse (12) des Querträgerelements (3) und/oder in einer oberen Lagerbuchse (13)
des Rückenlehnenstrukturelements (4) gelagert ist.
6. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querlager (6), vorzugsweise vollständig, in den Verbindungsabschnitt (5) eingebettet
ist.
7. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verbindungsabschnitt (5) ein thermoplastisches Elastomer, insbesondere ein thermoplastisches
Elastomer auf Urethanbasis, aufweist,
wobei der Verbindungsabschnitt (5) vorzugsweise integral aus dem thermoplastischen
Elastomer geformt ist.
8. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die federelastischen Eigenschaften im Verbindungsabschnitt (5) durch eine geeignete
Materialdünnung, durch geeignete Materialausnehmungen und/oder durch unterschiedliche
elastische Eigenschaften des Materials des Verbindungsabschnitts (5) realisiert sind.
9. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verbindungsabschnitt (5) zumindest ein Federelement (17) aufweist.
10. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Verbindungsabschnitt (5) als Rückholfeder derart ausgebildet ist, um eine Drehbewegung
des Querlagers (6) um dessen Drehachse durch Federkraft wieder zurückzusetzen.
11. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querträgerelement (3) aus einem spritzgegossenen Kunststoff, insbesondere mit
Metallarmierung, geformt ist.
12. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querträgerelement (3) auf der Höhe eines Sitzträgers (14) und/oder einer Sitzfläche
des Büro- oder Konferenzsitzmöbel (10) angeordnet ist.
13. Verbindungsanordnung (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querträgerelement (3) im Bereich des Verbindungsabschnitt (5) nach oben zum Rückenlehnenstrukturelement
(4) oder nach unten zu einem Fuß (15) des Büro- oder Konferenzsitzmöbel (10) gebogen
ist.
14. Büro- oder Konferenzsitzmöbel (10), wie etwa einen Bürodrehstuhl,
mit einer Rückenlehne (2) und mit Armlehnen (8), die mit einem Sitzträger (14) gekoppelt
sind, und
mit einer Verbindungsanordnung (1) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, wobei der
Sitzträger (14) mit dem Querträgerelement (3) gekoppelt ist und das Rückenlehnenstrukturelement
(4) einen tragenden Teil der Rückenlehne (2) bildet.
15. Büro- oder Konferenzsitzmöbel (10) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querträgerelement (3) als Teil einer Synchronmechanik (9) des Büro- oder Konferenzsitzmöbels
(10) ausgebildet ist.