[0001] Die Erfindung betrifft ein Fahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere ein Multigelenk-Schienenfahrzeug
nach den Merkmalen des Oberbegriffs im Anspruch1, sowie eine Einrichtung zur Anpassung
der Einstiegshöhe eines Multigelenk-Schienenfahrzeuges an die Bahnsteighöhe nach den
Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 7.
[0002] Um einen optimalen Fahrgastfluss und einen guten Zugang ins Fahrzeuginnere auch für
Personen mit reduzierter Mobilität, insbesondere auch für Rollstuhlfahrer, zu gewährleisten,
ist es wünschenswert, den Einstiegsbereich der Schienenfahrzeuge auf der Höhe der
anzufahrenden Bahnsteige zu positionieren.
[0003] Die Anforderungen an Straßenbahnen betreffend einen komfortablen Einstieg werden
immer höher.
[0004] Der Einstieg für mobilitätseingeschränkte Personen soll optimiert werden und die
Einstiegshöhe den Bahnsteigen angepasst.
[0005] Gleichzeitig sollen die Bahnsteige nicht umgebaut werden, die Hersteller von Schienenfahrzeugen
wollen aber auch die Fahrzeuge nicht individuell für jede Bahnsteigsituation umbauen.
Bei bestehenden Bahnsteigen in unterschiedlichen Höhen ist es oftmals nicht möglich,
eine optimale Kombination aus Höhe der Einstiegskante zu den unterschiedlichen Bahnsteighöhen
zu finden. Hier sind spezielle Lösungen gefragt.
[0006] Bei Schienenfahrzeugen ist es aus dem Stand der Technik bekannt, Barrieren für behinderte
Menschen möglichst weit abzubauen. Unter anderem soll dabei ein Ausgleich der Höhenunterschiede
zwischen Einstieghöhe des Fahrzeugs, das heißt Höhe des Einstiegtritts im Bereich
einer Türöffnung einer Außentür, und Bahnsteighöhe in jeder Situation des öffentlichen
Personennahverkehrs geschaffen werden. Ein Ausgleich der Höhenunterschiede wird bisher
erreicht durch Überfahrbrücken unterschiedlicher Bauweisen, Hebezeuge auf Bahnhöfen
und Behindertenlifte in den Fahrzeugen. Problematisch dabei ist das ein behinderter
Mensch zur Überwindung der oben genannten Barrieren seine Reise rechtzeitig vor Reiseantritt
anmelden muss, damit die Einstieghilfen im Fahrzeug oder auf dem Bahnhof bereitgestellt
werden können. Auch muss die Betätigung der Einstieghilfen durch geschultes Personal
durchgeführt werden. Insgesamt bedarf die Verwendung der genannten Einstieghilfen
also eines großen organisatorischen Aufwands sowohl des Reisenden als auch des Personals.
[0007] Aus dem Stand der Technik ist es ferner bekannt, Höhenunterschiede zwischen Schienenfahrzeugen
und Bahnsteigen durch Fußbodenvarianten in den Fahrzeugen auszugleichen. So ist es
aus der
WO 2007/074145 A1 und
DE 102 43 609 A1 bekannt, den Boden innerhalb des Schienenfahrzeugs mit verschiedenen Niveaus auszubilden,
die mittels Schrägen ineinander übergehen. Dabei ist ein erstes Standardeinstiegsniveau
für einen stufenfreien Einstieg von einem ersten Standardbahnsteigniveau und ein davon
verschiedenes zweites Standardeinstiegsniveau für einen stufenfreien Einstieg von
einem zweiten Standardbahnsteigniveau vorgesehen. Da Bahnsteige verschiedener Bahnhöfe
nicht immer ein einheitliches Niveau oberhalb der Schienenoberkante haben, ist es
auf diese Weise zwar möglich, dass in einem Teilbereich des Schienenfahrzeugs das
Fußbodenniveau mit dem Niveau des jeweiligen Bahnsteigs verschiedener Bahnhöfe übereinstimmt.
Jedoch wäre in den übrigen Teilbereichen immer eine Stufe für die Fahrgäste zu überwinden.
Es muss daher vor der Einfahrt in den Bahnhof immer ein Gleis ausgewählt werden, von
welchem zumindest über eine der Außentüren ein ebenerdiger Einstieg möglich ist. Sofern
nicht alle Türen am Bahnsteig dasselbe Einstiegsniveau haben, muss ein behinderter
Fahrgast außerdem rechtzeitig in Erfahrung bringen, welche der Außentüren einen für
ihn geeigneten Zugang ermöglicht. Auch in diesem Fall ist also auf beiden Seiten ein
hohes Maß an Organisation notwendig, um einen barrierefreien Zugang in den Wagenkasten
zu ermöglichen.
[0008] In der
DE 10 2009 024 510 A1 wird ein Schienenfahrzeug zur Beförderung von Passagieren beschrieben, welches einen
Wagenkasten aufweist, der mindestens einen Einstiegtritt im Bereich einer Türöffnung
einer Außentür aufweist und mit mindestens einem Drehgestell, auf dem der Wagenkasten
beweglich gelagert ist. Dabei sind mehrere hydraulische oder pneumatische Federn vorgesehen,
die den Wagenkasten und das Drehgestell miteinander verbinden und die Bestandteile
des Federungssystems des Schienenfahrzeugs sind. Indem höhenverstellbare Federn verwendet
werden, die zwischen einer Betriebsstellung und einer Einstiegsstellung verstellt
werden können, wird ermöglicht, dass das Schienenfahrzeug unabhängig vom Bahnsteigniveau
barrierefrei, das heißt ebenerdig, zugänglich ist, da der Wagenkasten zum Erreichen
der Einstiegsstellung gegenüber der Betriebsstellung soweit anhebbar und/oder absenkbar
ist, dass der mindestens eine Einstiegtritt und vorzugsweise auch der Fußboden im
Wagenkasten auf dem gleichen Niveau wie die Bahnsteigoberkante ist. Dadurch ist es
nicht mehr notwendig, vor Reiseantritt separate Einstieghilfen wie Überfahrbrücken,
Hebezeuge und dergleichen sowie entsprechend geschultes Personal zu organisieren.
[0011] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Schienenfahrzeug mit einer Anordnung
zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe bereitzustellen, mit welchem
unter variablen Einsatzbedingungen auf möglichst einfache Weise ein barrierefreier
Zugang bzw. Ausgang in bzw. aus dem Schienenfahrzeug gewährleistet werden kann.
[0012] Diese Aufgabe wird bei einem Fahrzeug der eingangs genannten Art durch die Merkmale
der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind
in den zugehörigen abhängigen Ansprüchen beschrieben. Demnach bezieht sich die Erfindung
auf ein Fahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere ein Multigelenk-Schienenfahrzeug,
mit mehreren Wagenkästen, von denen wenigstens zwei Wagenkästen jeweils auf einem
Drehgestell oder Fahrwerk abgestützt sind, wobei zwischen den beiden abgestützten
Wagenkästen ein als Brückenmodul ausgebildeter Wagenkasten mit einer Türöffnung mit
Einstiegskante eingehängt ist, der jeweils durch ein oberes Gelenk und ein unteres
Gelenk mit den beiden abgestützten Wagenkasten gekoppelt ist, wobei die Gelenke Drehbewegungen
der Wagenkästen um die Hochachse zulassen und wobei das Fahrzeug mit einer Einrichtung
zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe versehen ist. Erfindungsgemäß
ist dabei vorgesehen, dass die Gelenke als Einrichtung zur Anpassung der Höhe der
Einstiegskante an die Bahnsteighöhe des mit einer Türöffnung versehenen Brückenmoduls
ausgebildet sind. Indem die von der Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe an
die Bahnsteighöhe umfassten Gelenke als pneumatische, hydraulische oder mechanische
Systeme ausgebildet sind mit welchen das Brückenmodul lateral verschiebbar ist, kann
die Höhe der Einstiegskante des mit einer Türöffnung versehenen Brückenmoduls variiert
werden. Das erfindungsgemäße Prinzip des verschieblichen Dachgelenkes beruht darauf,
bei einem Gelenkfahrzeug ein eingehängtes Modul zwischen zwei Gelenken am oberen Gelenk
geringfügig lateral zu verschieben, den unteren Teil des Gelenkes dabei nicht zu verschieben
(damit ist dies der Drehpunkt) und dabei die Seitenwand des Brückenmoduls mit Türöffnung
und damit die Einstiegskante abzusenken oder anzuheben.
[0013] Die Variierung kann um einen voreingestellten festen Betrag oder stufenweise durch
mehrere voreingestellte Werte erfolgen. Die Anpassung an die unterschiedlichen Bahnsteighöhen
kann aber auch über am Fahrzeug vorgesehene Sensoren erfolgen, die eine Absenkung
der Einstiegskante über den Beladungszustand oder über den Beladungszustand und die
gemessene Bahnsteighöhe vornehmen.
[0014] Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, dass die von der Einrichtung
zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten Gelenke als pneumatische,
hydraulische oder mechanische Systeme ausgebildet sind, mit welchen das Brückenmodul
lateral verschiebbar ist. Vorteilhaft ist durch die Höhe der Einstiegskante des mit
einer Türöffnung versehenen Brückenmoduls variierbar.
[0015] Nach einer besonderen Variante der Erfindung sind die von der Einrichtung zur Anpassung
der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten Gelenke als offene Gelenke ausgebildet,
wobei die unteren Gelenke als Kugel- oder Axialgelenke ausgebildet sind und die oberen
Gelenke einen Panhardstab umfassen, dessen Länge über beispielsweise einen Hydraulikzylinder
verstellbar ist. Die laterale Verschiebung und die damit verbundenen Absenkung des
Wagenkastens bzw. der Einstiegskante wird durch die mittels Hubzylinder vorgenommene
Verlängerung bzw. Verkürzung des Panhardstabes ermöglicht.
[0016] Nach einer weiteren besonderen Variante der Erfindung sind die von der Einrichtung
zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten Gelenke als geschlossene
Gelenke ausgebildet, wobei die unteren Gelenke wieder Kugel- oder Axialgelenke und
die oberen Gelenke als Scharniergelenke ausgebildet sind, Das obere Gelenk ist dabei
lateral über Gummielemente oder Kunststoffblöcke über Hydraulikzylinder gegeneinander
verschiebbar, wodurch eine laterale Verschiebung und die damit verbundenen Absenkung
des Wagenkastens bzw. der Einstiegskante ermöglicht wird.
[0017] Die Erfindung ist auch zur Anwendung bei bestehenden Systemen geeignet. Es werden
keine zusätzlichen Einstiegssysteme (Faltrampe, Schiebetritt etc.) im Türbereich notwendig
können aber auch zusätzlich vorgesehen werden. Bestehende Multigelenk-Schienenfahrzeuge
sind an das System individuell anpassbar und nachrüstbar. Die laterale Verschiebung
ist über das Verhältnis Wagenkastenhöhe zu (halber) Wagenkastenbreite als Übersetzungsverhältnis
direkt in eine Absenkung oder Anhebung der Einstiegskante umsetzbar. Die laterale
Verschiebung äußert sich nur in extrem geringer vertikaler Verschiebung, die durch
Bautoleranzen etc. aufgenommen werden können. Die laterale Verschiebung erfolgt nur
im Stillstand am Bahnsteig, womit dynamische Zusatzbeanspruchungen vermieden werden.
Die Relativbewegungen zwischen den Wagenkastenteilen können durch die Gelenke und
Bälge aufgenommen werden, da die Bahnsteige (zumeist) in der Geraden sind, und die
Gelenke für Bewegungen in bis zu 20m horizontalen und 200m vertikalen Radien ausgelegt
sind.
[0018] Die vorliegende Erfindung kann im Zusammenhang mit beliebig gestalteten mehrgliedrigen
Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Bevorzugt lässt sie sich bei Multigelenksfahrzeugen
einsetzen, welche mehrere Wagenkästen aufweisen, von denen wenigstens zwei Wagenkästen
jeweils auf einem Drehgestell oder Fahrwerk abgestützt sind. Zwischen den beiden abgestützten
Wagenkästen ist jeweils ein als Salon- oder Brückenmodul ausgebildeter Wagenkasten
mit mindestens einer Türöffnung eingehängt, wobei im Bereich der Türöffnung eine untere
Einstiegskante vorgesehen ist.
[0019] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
bzw. der nachstehenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele, welche auf die
beigefügten Zeichnungen Bezug nimmt. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Multigelenksfahrzeuges;
- Fig. 2
- eine schematische Ansicht eines eingehängten Wagenkastens;
- Fig. 3
- eine schematische Ansicht eines Querschnitts des eingehängten Wagenkastens aus Fig.
2;
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines unteren Gelenks;
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung eines oberen Gelenks;
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung eines anderen oberen Gelenks.
[0020] In der Fig. 1 ein Multigelenk-Schienenfahrzeug F, mit mehreren Wagenkästen, von denen
wenigstens zwei Wagenkästen jeweils auf einem Drehgestell oder Fahrwerk 1.1, 3.1,
5.1 abgestützt sind, wobei zwischen den beiden abgestützten Wagenkästen 1, 3 bzw.
3 und 5 jeweils ein als Brückenmodul ausgebildeter Wagenkasten 2 bzw. 4 mit einer
Türöffnung mit einer Einstiegskante 2.1 bzw. 4.1 eingehängt ist, der jeweils durch
ein oberes Gelenk g1 und ein unteres Gelenk g2 mit den beiden abgestützten Wagenkasten
gekoppelt ist, wobei die Gelenke g1, g2 Drehbewegungen der Wagenkästen um die Hochachse
h zulassen.
[0021] Eines der Gelenke g1 angrenzend an Wagenteil 3 wird als Nickgelenk ausgeführt, welches
einerseits Drehbewegungen um die Hochachse h und auch Drehbewegungen um die Querachse
zulassen (Offenes Gelenk). Das gezeigte Fahrzeug ist mit einer Einrichtung zur Anpassung
der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe versehen. In den Modulen 2 und 4 kann auch
eine andere Anzahl an Türen vorgesehen sein als in Fig 1 dargestellt (beispielsweise
keine oder zwei oder mehr).
[0022] Die Wagenkästen 1 und 2 sind vorzugsweise Bestandteile eines modular gestalteten
Multigelenk-Schienenfahrzeuges F, das zum Beispiel insgesamt fünf Wagenkästen (1 bis
5) aufweist aber auch mehr oder weniger Wagenkästen haben kann.
[0023] Der Wagenkasten 1 kann auf einem Drehgestell oder Fahrwerk 1.1 abgestützt sein, während
der Wagenkasten 2 brückenartig ausgebildet und durch den abgestützten Wagenkasten
1 und einen weiteren abgestützten Wagenkasten 3 getragen wird, der in Zeichnungsebene
der Fig. 1 links neben dem brückenartigen Wagenkasten 2 angeordnet ist.
[0024] Alle Wagenkästen 1 bis 5 dieses Multigelenk-Schienenfahrzeuges F sind jeweils durch
ein sphärisch ausgeführtes unteres Gelenk g2 in Fahrzeuglängsmitte und ein im Dachbereich
befindliches oberes Gelenk g1 gekoppelt. Diese Gelenke lassen bei Kurvenfahrt Drehbewegungen
der Wagenkästen um die Hochachse h zu. Bei einem mehr als dreiteiligen Schienenfahrzeug
ist zumindest ein oberes Gelenk derart ausgebildet, dass das Fahrzeug bei Wannen-
oder Kuppenfahrt auch Nickbewegungen um die Querachse ausführen kann. Das gezeigte
Fahrzeug F ist mit einer Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe
versehen. Dafür sind die Gelenke g1, als Einrichtung zur Anpassung der Höhe der Einstiegskante
an die Bahnsteighöhe des mit einer Türöffnung versehenen Brückenmoduls ausgebildet,
wobei diese Gelenke als pneumatische, hydraulische oder mechanische Systeme ausgebildet
sind, mit welchen die eingehängten Wagenkästen 2 und 4 bzw. die Brückenmodule lateral
über das obere Gelenk g1 verschiebbar sind, wodurch die Höhe der Einstiegskante der
mit einer Türöffnung versehenen Brückenmodule (eingehängten Wagenkästen 2 und 4) abgesenkt
bzw. angehoben werden können.
[0025] In der Fig. 5 ist das obere Gelenk g1 eines offenen Gelenks der Einrichtung zur Anpassung
der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe dargestellt. Die unteren Gelenke g2 sind als
Kugel- bzw. Axialgelenke nach Fig. 4 ausgebildet und die oberen Gelenke g1 umfassen
einen Panhardstab g1.1, dessen Länge über einen Hydraulikzylinder g1.2 verstellbar
ist.
In der Fig. 6 ist das obere Gelenk g1 eines geschlossenen Gelenks der Einrichtung
zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe dargestellt, wobei die oberen
Gelenke g1' als Scharniergelenke ausgebildet sind und die unteren Gelenke g2 Kugel-
bzw. Axialgelenke sind, die somit gemeinsam nur eine Drehbewegung um die Hochachse,
aber kein Nicken um die Querachse zulassen (= geschlossenes Gelenk). Die Lagerung
bzw Fixierung der oberen Gelenke am Wagenkasten ist derart ausgebildet, dass eine
laterale Verschiebung der Wagenkästen zueinander möglich ist. Dabei können beispielsweise
Gummilager oder Kunststoffblöcke mit Gleitplatten aufeinander gleiten bzw. gegeneinander
verschiebbar gelagert sein.
[0026] Die Variierung bzw. Absenkung des eingehängten Wagenkastens kann um einen voreingestellten
festen Betrag oder stufenweise durch mehrere voreingestellte Werte erfolgen. Die Anpassung
an die unterschiedlichen Bahnsteighöhen kann aber auch über am Fahrzeug vorgesehene
Sensoren (nicht dargestellt) erfolgen, die eine Absenkung der Einstiegskante über
den Beladungszustand oder über den Beladungszustand und die gemessene Bahnsteighöhe
vornehmen.
1. Fahrzeug zur Personenbeförderung, insbesondere ein Multigelenk-Schienenfahrzeug (F),
mit mehreren Wagenkästen(1 - 5), von denen wenigstens zwei Wagenkästen (1, 3, 5) jeweils
auf einem Drehgestell oder Fahrwerk (1.1, 3.1, 5.1) abgestützt sind, wobei zwischen
den beiden abgestützten Wagenkästen (1, 3 bzw. 3, 5) ein als Brückenmodul ausgebildeter
Wagenkasten (2, 4) eingehängt ist, der mindestens eine Türöffnung mit einer unteren
Einstiegskante (2.1, 4.1) aufweist, wobei der als Brückenmodul ausgebildete Wagenkasten
(2, 4) jeweils durch ein oberes Gelenk (g1) und ein unteres Gelenk (g2) mit den beiden
abgestützten Wagenkasten gekoppelt ist, wobei die Gelenke (g1, g2) Drehbewegungen
der Wagenkästen um die Hochachse h zulassen und wobei das Fahrzeug (F) mit einer Einrichtung
zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenke (g1, g2) als Einrichtung zur Anpassung der Höhe der Einstiegskante an
die Bahnsteighöhe des mit einer Türöffnung versehenen Brückenmoduls ausgebildet sind.
2. Fahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten
Gelenke (g1,g1', g2) als pneumatische, hydraulische oder mechanische Systeme ausgebildet
sind, wobei das Brückenmodul über das obere Gelenk lateral verschiebbar ist, wodurch
die Höhe der Einstiegskante des mit der Türöffnung versehenen Brückenmoduls variierbar
ist.
3. Fahrzeug nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten
Gelenke (g1, g2) als offene Gelenke ausgebildet sind, wobei die unteren Gelenke (g2)
als Kugel- oder Axialgelenke ausgebildet sind und die oberen Gelenke (g1) einen Panhardstab
(g1.1) umfassen, dessen Länge über einen Hydraulikzylinder verstellbar ist.
4. Fahrzeug nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten
Gelenke (g1', g2) als geschlossene Gelenke in Form von Scharniergelenken ausgebildet
sind, wobei das untere Gelenk (g2) ein Kugel- oder Axialgelenk ist und das obereGelenk
(g1') ein Scharniergelenk ist, welches eine laterale Verschiebung des Bückenmoduls
zulässt
5. Fahrzeug nach einem der o.g. Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren vorgesehen sind, die über die Feststellung des Beladungszustandes des Fahrzeuges
den Absenkungswinkel zur Anpassung der Höhe der Einstiegskante feststellen.
6. Fahrzeug nach einem der o.g. Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Sensoren vorgesehen sind, die über die Feststellung des Beladungszustandes des Fahrzeuges
und der Bahnsteighöhe den Absenkungswinkel zur Anpassung der Höhe der Einstiegskante
feststellen.
7. Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe eines Multigelenk-Schienenfahrzeuges (F)
an die Bahnsteighöhe, wobei das Multigelenk-Schienenfahrzeug (F) mehrere Wagenkästen
(1- 5) umfasst, von denen wenigstens zwei Wagenkästen(1, 3, 5) jeweils auf einem Drehgestell
oder Fahrwerk (1.1, 3.1, 5.1)abgestützt sind, und wobei zwischen den beiden abgestützten
Wagenkästen (1, 3, 5) ein als Brückenmodul ausgebildeter Wagenkasten (2, 4) eingehängt
ist, der mindestens eine Türöffnung mit einer unteren Einstiegskante (2.1, 4.1) aufweist,
wobei der als Brückenmodul ausgebildete Wagenkasten (2, 4) jeweils durch ein oberes
Gelenk und ein unteres Gelenk (g1, g2) mit den beiden abgestützten Wagenkasten (1,
3, 5) gekoppelt ist, und wobei die Gelenke (g1, g2) Drehbewegungen der Wagenkästen
(1- 5) um die Hochachse h zulassen, dadurch gekennzeichnet, dass die Gelenke (g1, g2) zur Anpassung der Höhe der Einstiegskante an die Bahnsteighöhe
des mit einer Türöffnung versehenen Brückenmoduls (2, 4) ausgebildet sind, wobei diese
als pneumatische, hydraulische oder mechanische Systeme ausgebildet sind, mit welchen
das Brückenmodul (2, 4) über die oberen Gelenke (g1, g1') lateral verschiebbar ist,
wodurch die Höhe der Einstiegskante des mit einer Türöffnung versehenen Brückenmoduls
(2, 4) variierbar ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten
Gelenke (g1, g2) als offene Gelenke ausgebildet sind, wobei die unteren Gelenke (g2)
als Kugel- oder Axialgelenke ausgebildet sind und die oberen Gelenke (g1) einen Panhardstab
(g1.1) umfassen, dessen Länge über einen Hydraulikzylinder verstellbar ist.
9. Einrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die von der Einrichtung zur Anpassung der Einstiegshöhe an die Bahnsteighöhe umfassten
Gelenke (1', g2) als geschlossene Gelenke in Form von Scharniergelenken ausgebildet
sind, wobei das untere (g2) Gelenk ein Kugel- oder Axialgelenk ist und das obere Gelenk
(g1') ein Scharniergelenk ist, welches eine laterale Verschiebung des Bückenmoduls
(2, 4) zulässt
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Größe der Verschiebung der Hydraulikgelenke und damit der Absenkungswinkel zur
Anpassung der Höhe der Einstiegskante über Sensoren feststellbar und steuerbar ist.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Absenkungswinkel über Sensoren in Abhängigkeit des Beladungszustandes und /oder
der Bahnsteighöhe erfolgt.